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Cover: Brainwash - Gefangene Gedanken13.04.2011

Die drei ???
Brainwash - Gefangene Gedanken (Erschienen: 2011)
Dauer: 1:01:10

"Die drei ???" goes retro... Ob das was werden kann? Tja, aber worum geht's eigentlich? Nun, wir alle wissen, dass die ???-Hörspiele auf Buchvorlagen basieren. Zuerst wurden die Bücher aus dem Amerikanischen übersetzt und später dann wurden die Bücher direkt auf Deutsch geschrieben. Und aus der Zeit der Übersetzung blieben einige Bücher aus, die nicht übersetzt, bzw. nicht als Hörspiel vertont wurden. Und "Brainwash" ist eines dieser Bücher, bzw. Hörspiele, das erst heute, über 20 Jahre später, "auf Deutsch" erscheint.

Und, taugt "Brainwash" was? Tja, mal schauen. Einerseits finde ich es total supergeil, dass Europa in diesem Hörspiel sehr, sehr viele Old-School-Musiken einbaut, von denen man z.B. viele aus den "Masters of the Universe" kennt - und sogar für das Intro benutzte man die Vokoder-Stimme-Musik aus den 90ern. Auch merkt man an allen Ecken und Kanten mehr als deutlich, dass diese Geschichte eigentlich aus einer früheren ???-Periode stammt, was ich ebenfalls sehr erfreulich finde. Ebenfalls beglückt mich sehr, viele gute, alte Stimmen zu hören, die man teilweise sogar schon länger nicht mehr hörte (vorallem bei den ???), wie beispielsweise Stefan Brönneke, Fabian Harloff, Peter Kirchberger, Nico König oder Edgar Bessen. Die Sprecherliste im Inlay ist wirklich sehr lang und umfasst sogar Heikedine Körting (Pamela Punti) und André Minninger (Michael Lampe), die, ganz retro!, ihre alten Synonyme ausgegraben hatten (die beiden sprechen übrigens zwei Fanatiker in der TV-Übertragung, die erklären, dass sie freiwillig in der Sekte wären). Ausserdem gibt es ein Wiederhören mit Sax Sendler und obendrauf verzichtete man 100%ig auf einen Erzähler, das heisst, alle Szenen laufen "von allein ab"...

Andererseits gibt's leider auch ein paar negative Aspekte. Vor allem, dass das Buch mal 1:1 adaptiert wird, und dann werden wieder mehrere Kapitel ausgelassen... Dumm nur, dass die übernommenen Passagen häufig entbehrlich gewesen wären, und dass die gestrichenen dem Hörspiel meistens sehr gut getan hätten. Stellenweise wirkt die Folge auch etwas zu sehr gewollt, wenn es um die Retrohaftigkeit geht. Manchmal werden haufenweise 80er-Schlagworte runtergerattert, ohne, dass es einen rechten Zweck dafür gäbe. Zudem ist Justs Rede am Ende zwar in sich logisch und gut nachvollziehbar, andererseits ist fraglich, wieso die SynRea-Anhänger sich mal eben davon "ködern" lassen, wo sie doch von dieser Heilslehre total überzeugt sind; zumindest der Großteil von ihnen. Ich muss mich zudem ernsthaft fragen, wie dieser Pejo reich werden kann, wenn alle Mitglieder/innen sowieso kein Geld haben, weil Pejo ja ihnen sogar noch Geld zahlt und nur einen kleinen Teil des Lohns für sich behält, damit die Mitglieder/innen ihre Aufnahmegebühr abstottern können. Wie kann der Gute also einen solchen Palast aufbauen und sich seine Konten füllen? Das will mir nicht einleuchten. Oder bekommt die Sekte für ein bisschen Straßengebaue gleich Millionen vom Staat? Möglich wäre auch, dass diese Sekte hundertausende Mitglieder/innen hat, die zwischen 200 und 500 Dollar direkt bezahlten... Aber das ist irgendwie unwahrscheinlich, wo doch die meisten nur wenig Kohle haben und ihr bisheriges Leben hinter sich lassen wollten. Kurz: Ich verstehe das nicht so recht! :)

Kann ich aber die "Justus"-Rede am Ende noch verknusen, denn bei TKKG gibt's mit (13) Die Bettelmöche aus Atlantis ja eine ähnliche Folge, bei der ich die überzogene Rettungsaktion sogar kultig finde, verstehe ich nicht so recht, wieso SynRea so viel Kohle haben soll, wo die Mitglieder/innen ja sogar noch bezahlt werden, wohingegen die Bettelmönche sich ja vorallem durch Betteleien und Spenden von Sympathisanten finanzieren.

Summasummarum: Eine wirklich gute Folge, die nur durch kleine Schwächen in der Nachvollziehbarkeit hier und da ihren guten Eindruck trübt. Hätte man nicht kapitelweise quasi "Wort für Wort" das Buch übernommen, wo es nicht wirklich nötig gewesen wäre, nur, um dann wieder mehrere Kapaitel gar nicht zu übernehmen, obwohl das Sinn gemacht hätte, hätte man hier SEHR viel mehr draus machen können. Ich plädiere wieder einmal für "Doppelte Spielzeit"!

Das Zitat der Folge kommt von Bob: ...und desto höher ist Dein Kontostand.

Meine Wertung: 75%
Cover: Der Ponyhof des Grauens11.04.2011

Jack Slaughter
(13) Der Ponyhof des Grauens (Erschienen: 2011)
Dauer: 1:01:33

Professor Doom hat seine Eier wieder, wie er Basil und Flopper beteuert und ballert zum Beweis gleich mal die Apokalypse heraus. Er schwört sogar, erst aufzuhören, Böses zu tun, wenn alle Menschen tot sind. Na, das klingt doch verheißungsvoll...

Es fängt auch sehr Slaughter-typisch an. Ein kleines Traum-Streitgespräch zwischen Jackie und Grandma Abigail, Doom kriecht bei Basil und Flopper mit Kaffee und Kuchen zu Kreuze und statt den vier apokalyptischen Reitern erscheinen nur ihre beiden Praktikanntinnen auf Ponys sitzend, weil Doom beim Beschwören der Verfluchungsformel sich nicht 100%ig korrekt artikulierte. Doch die beiden Mädels beweisen zum Auftakt, dass sie mächtig Aua machen können. Allerdings wollen sie nur die Menschen umbringen, die Tiere nicht - denn sie lieben Tiere und sind ausserdem Veganerinnen.

Kurz: Was die Gaghaftigkeit anbelangt, ist "Der Ponyhof des Grauens" absolut gelungen. Und wir erfahren sogar so Manches über den Verbleib von Jacks Eltern und haben gleichzeitig ein Wiederhören mit Lutz Mackensy, der ja bislang immer die Rolle des Teufels verkörperte, was also auch hier den roten Faden weiterspinnt und ein gewisses Maß an Spannung aufkommen lässt.

Allerdings hakt es ebenso auch wieder beim Thema Spannung, denn die Kampfszenen bestehen im Wesentlichen eigentlich nur aus einigen Sätzen des Erzählers und diverser Situationskomik - und schon ist die Action auch wieder vorbei. In dieselbe Kerbe haut auch die Sache mit Lutz Mackensys Charakter "Lloyd Skinner", der zwar bedrohlich tut, aber nicht wirklich so rüberkommt. Ein wenig ungelungen finde ich zudem Tonys Bemerkung über sich selbst mit direktem Bezug auf die Folge (3) Das Tor zur Hölle und Dooms und Basils Bewusstsein darüber, dass das alles nur eine Hörspielserie ist, denn sie freuen sich auf weitere Folgen und stoßen auf ihre Fans an. Ist nicht wirklich ein Negativ-Punkt, aber ich finde dieserlei Humor immer etwas gezwungen und fananbiedernd. Oh, ach ja, wo ich schon mal dabei bin, liebe Dialogbuchschreiber: Der Begriff "veganisch" ist falsch, es heisst "vegan"! ;)

Fazit: Alles in allem bekommt man als Jackie-Fan was man braucht. Im Wesentlichen aber sind die Actionszenen mal wieder nur kurz und dann auch noch runtererzählt - es mangelt, gerade dei den spannenden und bedrohlichen Szenen, leider immer etwas an Spannung und Bedrohlichkeit. In DIESEM Punkt muss das Team hinter "Jack Slaughter - Tochter des Lichts" nochmal ans Reissbrett treten, wenn die kommenden Folgen bislang ähnlich geplant sein sollten. Ansonsten, liebe Jackie-Fans, besorgt Euch Folge 13.

Das Zitat der Folge kommt von Professor Doom: Ich will nur zeigen, ja... dass mir wieder... Eier gewachsen sind.

Meine Wertung: 88%
Cover: Anti-Eternia05.04.2011

Masters of the Universe
(11) Anti-Eternia (Erschienen: 1985)
Dauer: 39:59

Insbesondere die ersten 15 Minuten sind durch und durch düster - nur eine Spur ZU düster, wenn es um die Masters geht, finde ich. Francis versuchte bei "Anti-Eternia" seine für ihn typischen Gruseleffekte einzubauen und ebenfalls seine Vorlieben für Science Fiction und Wissenschaft im Allgemeinen unterzubringen. Dazu dann eine Gegenwelt zu Eternia, die Anti-Eternia heisst, die von "Höllenwesen" bewohnt wird, ein Anti-Welten-Akzelerator, ein Todestrichter, ein Schwarzfeld-Mutulator... ...alles sehr Francis-like. Wenn man andere Serien von ihm kennt, wird man H.G.'s Handschrift sofort erkennen.

Insbesondere die Dialoge in Snake Mountain zwischen Beast Man, Trap Jaw und Skeletor. Oder wie die Zauberin ohne großes Palaver klarmacht, dass das hier kein Kindergeburtstag ist, indem sie die Metapher "Er (Skeletor) ahnt nicht, was das Feuer anrichten kann, mit dem er spielt... ...die Wesen, die auf dieser Welt leben, sind so grauenvoll und mächtig, dass sie Tod und Verderben über uns bringen können" benutzt. Dazu dann die unheilsschwangere Sound-Atmo während des Gesprächs zwischen He-Man und der Zauberin. Insofern toll, dass man gleich zu Beginn ein Maximum an Spannung bietet. Nur eben, wie gesagt, alles in allem ist mir das etwas ZU düster - für Masters-Verhältnisse, wohlgemerkt.

Und so interessant die Idee mit der Gegenseite auch ist, so sehr gibt es zwei große Logiklücken im Konzept. Nummer 1: Anti-He-Man, Anti-Man-at-Arms, Anti-Orko, Anti-Wind-Raider, Anti-Grayskull... Aber was ist mit Anti-Skeletor? Anti-Beast-Man? Anti-Trap-Jaw? Wäre es nicht nur logisch, dass es auch "gute Wesen" auf Anti-Eternia gibt, die auf Eternia eben den Bösen entsprächen...?

Nummer 2, was mich noch viel mehr verwundert: Das Ende. Wieso sind die Anti-Wesen verschwunden, nur weil die Maschine, die quasi das Portal öffnete, zerstört wird? Wenn ich von Hamburg nach Berlin geflogen bin, bin ich auch nicht plötzlich wieder zurück in Hamburg, nur, weil das Flugzeug verschrottet wurde, oder? Wäre es nicht weitaus logischer gewesen, die Wesen schrittweise in ihre Heimat zurückzudrängen, während jemand DANACH die Maschine zerstört? Und, was ich mich frage: Da kommen hunderte Wesen auf Eternia, aber KEINES von ihnen will verhindern, dass die Maschine zerstört wird? He-Man lenkt zwar sozusagen Anti-He-Man ab, doch was ist mit den anderen? Anti-Teela zum Beispiel? Oder Anti-Man-at-Arms? Wo sind die alle? Probieren die den Kammerdiener-Service im königlichen Palast aus?

Hier wird mehr als nur deutlich, dass die Zeit einfach nicht ausgereicht hat. 40-45 Minuten, und mehr ging damals eben nicht, wie es aussieht. Schade aber, dass man keinen 2- oder 3-Teiler aus Anti-Eternia machte: Erst kommen die Wesen nach Eternia, dann kämpft man gegen sie und schafft die ersten Angriffe nur mit großer Mühe. Doch die Wesen gewinnen mehr und mehr die Überhand, weshalb man mit Anti-Skeletor paktiert einen verwegenen Plan schmiedet. Nun kämpft man eine große Schlacht gegen die Anti-Wesen, drängt sie gemeinsam zurück und zerstört dann die Maschine... DAS wäre es doch gewesen, oder!?

Tja, schade. Die Gruseleffekte kann ich gut verkraften; ich finde sie zwar nicht wirklich passend, aber warum soll es nicht mal eine "Ausnahmefolge" geben, wenn alles andere einfach super ist...? Und bei doppelter Spielzeit hätte man eine "Anti-Skeletor-Fraktion" optimal unterbringen und auch noch eine Schlacht miteinbeziehen können, statt einfach nur mal eben die Maschine zu demolieren und - schwupps - ist alles vorbei.

Warum ich trotzdem eine so hohe Wertung gebe? Weil die Folge trotz allem einfach perfekt produziert wurde und sehr, sehr spannend ist, und weil man deshalb über die Logiklöcher hinwegsehen kann.

Das Zitat der Folge kommt von Man-at-Arms: Skeletor hat noch nie soetwas wie eine Ehre gehabt!

Meine Wertung: 72%
Cover: Stundenlohn für flotte Gangster25.03.2011

Ein Fall für TKKG
(131) Stundenlohn für flotte Gangster (Erschienen: 2002)
Dauer: 49:37

"Stundenlohn für flotte Gangster"? Entschuldigung, aber: *LOL* - ist das nicht der geilste Titel für eine TKKG-Geschichte, den man sich vorstellen kann? Aber ok, worum geht es: TKKG kennen mal wieder die heisseste Tante dieses Planeten, Anna Riedel - und sogar der Unterricht bei ihr ist eine Freunde! - und dieser äusserst sympathische, aber leicht labile und scharfe Feger wird natürlich von einem geistigen Zwerg geärgert. Kurz: Der Kerl ist die Ausgeburt des Bösen, denn wie auch dieser Schurke ist Anna Riedel mal wieder so richtig schön eindimensional.

Und was heisst das alles? TKKG helfen wieder einmal einer übersympathischen und hilflosen Lehrerin gegen einen ganz gemeinen Mann... Der Typ ist auch noch Italiener, und natürlich hoffnungslos in die Dame vernarrt. Dafür ist es schön, Hochkaräter/innen wie Svenja Pages, Claus Fuchs, Helgo Liebig, Utz Richter und Lutz Mackensy zu hören. Wären diese und andere Leute nicht in diesem Hörspiel, wäre es unhörbar, so strunzdoof ist dieser Fall. Und natürlich gibt es wieder mal eine Tätowierung - neben 1000 anderen Zufällen, Ganovenbelausch- und Sofort-Durchblick-Momenten -, und TKKG sind eh die ganze Zeit im Bilde...

Meine Wertung: 61%
Cover: Die gefährliche Zeugin verschwindet25.03.2011

Ein Fall für TKKG
(130) Die gefährliche Zeugin verschwindet (Erschienen: 2002)
Dauer: 48:42

Klasse, der Kladdentext dieser Folge ist mal wieder so polemisch, wie er polemischer nicht sein könnte... "Irma bleibt cool", auf einmal sind alle verschwunden, und "Hinter den Kulissen ist der Teufel los"... Das klingt wie bei jedem anderen Kladdentext aus dieser Folgenepoche. Überall ein Strudel dramatischer Ereignisse, ein Sog aus teuflischen Zusammenhängen, blablabla...

Und wenn man die Geschichte dann hört? Alles, aber auch wirklich alles, wird einem mehrfach vorgekaut. Erst hören wir, was geschieht, dann hören wir Tim, der am Tatort ist, und nur aufgrund seiner geistigen Fähigkeiten sofort weiss, was gerade passiert ist und erzählt es uns nochmal, damit wir wissen, dass auch Tim jetzt alles weiss... und dann noch dieser Name: "Die Pistoleros"... oder wie Glockner meint: "Tim, du hast sowas schon gemacht, du bist cool!"... Maaaan, was für 'n Quark...

Dabei könnte "Die gefährliche Zeugin verschwindet" ganz nett sein und tatsächlich sogar spannend, wenn TKKG wie echte Jugendliche recherchieren würden und die typischen Probleme damit hätten, und nicht wie abgebrühte Elite-Terrorbekämpfer mit 20 Jahren Berufserfahrung ganz locker und leicht mit allen kommunizieren, und wenn wir nicht immer alles gebetsmühlenartig vorgekaut bekämen.

Das Zitat der Folge kommt von Kommissar Glockner: Tim, du hast sowas schon gemacht, du bist cool!

Meine Wertung: 59%
Cover: Der Erpresser fährt bis Endstation25.03.2011

Ein Fall für TKKG
(129) Der Erpresser fährt bis Endstation (Erschienen: 2001)
Dauer: 48:51

TKKG suchen eine vermisste Freundin - das hatten wir ja noch nie! ;) Naja, wenigstens sind die Zusammenhänge erfrischend anders und würden sogar sehr gut zu gefallen wissen, aber wie das so ist: Ein Zufall nach dem anderen, Tim schnallt immer alles sofort, egal wie verschachtelt ein Bestand tatsächlich auch wäre und zieht stets die richtigen Schlüsse, noch in dem Moment, wo man vorhat, ihn zu verkackeiern. Dazu kommt dann, dass wir bei allem, was anliegt, mal wieder Zeugen und bei jedem Dialog live dabei sind. Nicht zu vergessen, dass alles auch immer schön 2-3x wiederholt wird, damit man es auch ja mitbekommt - Spannung, auf Wiedersehen...

Wie schon bei (128) Die Gehilfen des Terrors ist diese Folge eine ganz okaye Sache, die man hören kann, weil nicht wirklich was falsch gemacht wurde; leider eben nur auch nichts richtig.

Meine Wertung: 58%
Cover: Die Gehilfen des Terrors25.03.2011

Ein Fall für TKKG
(128) Die Gehilfen des Terrors (Erschienen: 2001)
Dauer: 48:09

Hmmm... Mit den Gehilfen des Terrors tu' ich mich schwer. Wirklich was zu stänkern habe ich nicht. Der Plot ist soweit sauber strukturiert, die Sprecher/innen sind auch gut gewählt, aber alles in allem war das alles schon mal, Herr Wolf. Die Geschichte wirkt wie ein Mix aus vielen anderen TKKG-Geschichten, und natürlich ist alles komplett vorhersehbar. Entweder wir belauschen die bösen Buben im Vorhinein, oder wir wissen, dass Tim mal wieder problemlos alles erreichen und auflösen wird, was er sich vornimmt...

Das heisst im Wesentlichen: Kann man hören, okaye Folge, aber keine Superstory mit Wendungen erwarten, dann ist alles gut! :)

Meine Wertung: 62%
Cover: Toteninsel13.03.2011

Die drei ???
(100) Toteninsel (Erschienen: 2001)
Dauer: 2:46:31

Ich habe mir mit diesem Hörspiel extrem viel Zeit gelassen. Ich hörte es seit seinem Erscheinen in 2001 schon viele, viele Male, und mir gefällt es jedes Mal auf's Neue. Auch die Buchvorlage las ich in der Zeit schon gut 5-6x komplett durch. Ich mag "Toteninsel" - aber ich habe mir Zeit gelassen mit dieser Bewertung, wie ich schon erwähnte. Weil ein Kollege neulich meinte, dass zum Ende hin alles total überzogen wäre, obwohl ihm die Teile A und B sehr gut gefielen. ...und hmm... tja, wenn ich schon mit meiner Rezension sozusagen "etwas in Zement gieße", dann soll das ordentlich sein, und ich habe mir die Kritik des Kollegen gut durch den Kopf gehen lassen - darum die Pause.

Jedenfalls: Ich finde nach wie vor eigentlich nichts wirklich Negatives am "Toteninsel"-Hörspiel. Zum Jubiläum eine fette Dreier-Folge mit über zweieinhalb Stunden Laufzeit, die von vorn bis hinten super, stimmig und atmosphärisch dicht produziert und optimal gecastet wurde; mir gefällt aber ganz besonders Oliver Böttcher als Juan, denn er kriegt diesen mexikanischen Dialekt wunderbar hin. ...und André Minninger hat sogar wirklich recht optimal gekürzt und nichts Wesentliches entfernt - vom Ende vielleicht abgesehen, aber dazu gleich mehr. Kurzum: Von Europas Seite her ist "Toteninsel" jedenfalls so ziemlich genial.

Und von Kosmos' Seite? Eigentlich auch, finde ich. André Marx hat sich viel, viel Mühe gegeben; schon allein die Kapitel tragen als Überschrift immer einen Titel einer alten ???-Folge ("Die singende Schlange", "Das Geheimnis der Särge", etc.). Es gibt keine Handlungslöcher, die Charaktere sind allesamt gut von einander zu unterscheiden, das Tempo ist schön flott und ohne Hänger und spannend ist es auch zu jeder Zeit.

Was also könnte man denn an dieser Folge kritisieren? Naja, sagen wir mal, in einem Punkt kann ich meinem Kollegen durchaus rechtgeben. Dieser Punkt betrifft Bobs Hypnose, die urplötzlich ins Spiel kommt. Zwar ist das Buch genauso, aber im Buch kann man sich zumindest was denken, weil das entsprechende Kapitel damit endet, dass Bob K.O. geschlagen wird, und das nächste Kapitel damit anfängt, dass Bob sich ganz normal verhält - dafür wird im dritten Buch noch ein rückblendendes Hypnosekapitel eingefügt. Aber dennoch ist das mit Bobs Hypnose vielleicht etwas zu hart an der Grenze, muss ich zugeben.

Bei allem anderen aber drücke ich gern ein Auge zu, kann meinen Kollegen aber zumindest nachvollziehen. Denn im Buch ist das Ende wesentlich spannender. Die Crew entdeckt die Grabanlage, inspiziert sie in aller Ruhe, und schon allein die Momente in der Särge-Höhle sind total geil geschrieben und lassen ein tolles Feeling aufkommen. Dann kippt die Handlung, das Militär soll gleich kommen, und im Hörspiel geht das alles ruckzuck. Im Buch wird ein Plan geschmiedet, alle bereiten sich vor, beziehen Posten, und so weiter, da kann man alles wesentlich besser nachvollziehen, weil man als Leser/in in alles involviert wird.

Dennoch bleibe ich dabei, dass es auch im Hörspiel recht gut hinhaut und man daher nicht davon sprechen könnte, dass "Toteninsel" in Schlag ins Wasser sei, denn sonderlich verkorkst finde ich das Ende im Hörspiel auch wieder nicht.

Zwei Fragen habe ich aber dennoch, die nicht - auch nicht im Buch - beantwortet werden. 1) Hat Marx sich ein wenig von dem Film "Contact" inspirieren lassen? Es gibt zwar nur minimale Handlungsparallelen, aber bei den Namen hat er voll zugeschlagen! ;) 2) Wieso gibt es kein behördliches Nachspiel? Denn zumindest Jelena ist bei der CIA, wegen der Telefonate betreffend der Montana, bekannt, denn ein CIA-Agent beobachtete sie ja. OK, Justus hat eine Festplatte als Druckmittel mitgehen lassen, aber die könnte man ihm vielleicht auch wegnehmen/stehlen lassen, oder im Zweifelsfalle die Presse dazu verdonnern, nichts verlauten zu lassen. So GANZ wasserdicht ist das mit der Festplatte also nicht, oder?

Alles in allem ist "Toteninsel" in meiner persönlichen Drei-???-Top-5 enthalten und das möchte ich mit 94% sehr gern quittieren.

PS: Schöne Grüße an Jens! ;)

Das Zitat der Folge kommt von Skinny Norris: Justus Baby Fatso Jonas und seine ihm nie von der Seite weichenden Schatten Peter Der Schisser Shaw und Mister Langweilig Bob Andrews.

Meine Wertung: 94%
Cover: Das Geheimnis der Mystic Mountains20.02.2011

Masters of the Universe
(10) Das Geheimnis der Mystic Mountains (Erschienen: 1985)
Dauer: 40:53

Diese Folge ist meine absolute Lieblingsfolge! Selten wurde ein Hörspiel interessanter und spannender erzählt als in "Das Geheimnis der Mystic Mountains"... Ich habe dieses Hörspiel seit meiner Kindheit garantiert schon weit über hundertmal gehört - im Ernst.

Die coole Szene in Castle Grayskull, in der He-Man und Teela beobachten, wie Skeletor und seine Handlanger sich befreien konnten, wie sie mit Myrath (zu Deutsch: "Vermächtnis") sprechen und dann losziehen, um den Ring zu holen. Dann machen sich He-Man, Man-at-Arms, Orko und Battle Cat sofort auf, Skeletor zu stoppen, dazu immer der subtil vermittelte Zeitdruck, die überall lauernden Gefahren im Vine Jungle... einfach super.

Fairerweise muss ich aber auch hier einige Dinge bekritteln. Wieso bezweifelt Teela Skeletors Tod? Warum erinnert ausgerechnet Beast Man daran, dass Myrath die Unbesiegbarkeit nur BEINAHE gerantiert - ein wenig zu aufmerksam für Beast Man (gerade in den Hörspielen)...!? Und wieso kann Beast Man hören, was Myrath sagt, wenn ER den Staub gar nicht aß? Schließlich ist Beast Mans Aussage dafür letztlich teilweise dafür verantwortlich, dass die Masters am Ende doch noch gewinnen. Dass die Zauberin, auch wenn sie Myraths Worte eventuell nicht vernehmen konnte (da sie ja auch den Staub nicht aß!), erklärt sich einfach so, dass sie durch den Gesprächs-Kontext der vier Männer in der Höhle bescheid weiß, und so dann He-Man und Teela warnen konnte. Also: WOHER weiss Beast Man, was Myrath sagt? Andererseits: Außer Skeletor hat NIEMAND sonst hören können, dass Skeletor die Macht verliert, wenn er vergisst, die Freude zu teilen. NIEMAND sonst hörte dies, denn NIEMAND sonst aß den Staub. Woher weiss also He-Man, wie Myraths Zitat lautet? Und wieso kann Beast Man darauf hinweisen, dass Skeletor nur "beinahe unbesiegbar" sein würde...?

Aber es geht weiter: Wo hat Skeletor die Antigraph-Säule her, die die Zauberin mahnend erwähnt? Er hat sich doch gerade erst aus der Höhle auf den Weg zum Ring gemacht. Und wieso aß er den Staub nicht schon längst und wartete damit bis nach der Ausbuddelei? Warum ruft die Zauberin von Grayskull nicht sofort nach He-Man, um ihn zu warnen? Wie kann eine sooo riesige Spinne ein so engmaschiges Seil spinnen, dass He-Man und die Anderen nicht an den Maschen vorbei durch das Netz fallen? Woher weiss Trap Jaw, dass das Essen des Staubes den Kontakt mit Myrath herstellt? Warum sollte Myrath wollen, dass Skeletor so mächtig wird? Wie funktioniert die Lähmende Stimme? Wenn Arms eine SO mächtige Waffe bauen kann, warum baute er nicht häufiger solche Maschinen? Und wo ist die Lähmende Stimme in den späteren Folgen? Müsste Skeletor nicht danach sinnen, diese für immer zu vernichten oder sie sich selbst anzueignen, wenn sie so gefährlich für ihn ist? Und in Zusammenhang mit Myraths Warnung bezüglich des Machtverlustes, frage ich mich: Wusste er von der Lähmenden Stimme? Denn wenn es die Lähmende Stimme nicht gegeben hätte, hätte Skeletor doch so oder so sehr rasch die Macht verlieren müssen, denn er prahlte und johlte doch am laufenden Band. Und wieso hat er He-Man in den Bergen einfach zurückgelassen? Eine bessere Chance, ihn endlich zu beseitigen, konnte er sich doch gar nicht wünschen - naja, vielleicht einfach Übermut.

Ferner frage ich mich, ob He-Man unbedingt die Lähmende Stimme benötigte, um Skeletors Macht zu brechen, denn es ist doch eigentlich eher die Aussage selbst, und nicht die Maschine, oder? Oder statt der Maschine hätte doch auch Zoar Skeletor gegenüber treten können. Und wieso bedurfte es der Wiederholung der Aussage Myraths? Sollte sich die Warnung Myraths nicht eh von ganz allein erfüllen, ohne, dass jemand nochmal an die Warnung erinnert, um auf diese Wiese jene Warnung zu erfüllen?

Kann man sich beim Anfang vielleicht noch denken: "Naja, man wollte Zeit sparen und hat den Ruf der Zauberin rationalisiert und die Folge beginnt darum sofort in Grayskull", kann das Ende eigentlich ein bisschen verwirren. Man hätte es doch z.B. so machen können, dass die Macht des Rings sowie die Macht der Lähmenden Stimme und He-Mans Aussage sowohl Ring als auch Maschine zerstören, und dass Myrath Skeletor im Grunde nur eine Lektion erteilen wollte - nämlich teile deine Freude und deine Macht! Ähnlich, wie Zodac es später in (13) Skeletors Sieg tut.

Dennoch: Geilomatisches Hörspiel - unbedingt besorgen, liebe Leute. :)

Das Zitat der Folge kommt von Myrath: Wenn du vergisst, die Freude zu teilen, wirst du die Macht verlieren, wenn du sie gerade erst in Händen hältst.

Meine Wertung: 92%
Cover: Die Ebene der Ewigkeit20.02.2011

Masters of the Universe
(9) Die Ebene der Ewigkeit (Erschienen: 1985)
Dauer: 45:03

Diese Folge fand ich schon immer und finde ich seltsam. Sie passt nicht ins Gesamtbild und geht wieder einen kleinen Schritt zurück zum "beliebige Phanasyserie"-Feeling. Irgendwoher kommt plötzlich irgendein Magier, der Skeletor hilft - aber alles, was er tut, ist die anderen einschlafen zu lassen; und ginge das nicht auch von ausserhalb? Niemand hörte jemals von diesem Magier, niemand weiss, warum er Skeletor hilft und niemand weiss, warum Orko ihn nicht als Magier erkennt, wo He-Man doch noch kurz vorher sagt, wenn es ein Magier sei, würde Orko ihn ja sicher erkennen - und wenn er so ein mächtiger Magier ist, wieso wird er von Orko einfach so weggeputzt, wo doch sogar Orko von seinem Schlafzauber eingelullt werden kann (falls es Reigams Macht war)?

Schon allein der Magier wirft also soviele Fragezeichen auf, dass man sich fragt, was er in der Geschichte und im MOTU-Kosmos zu suchen hat, und wieso das alles nicht aufgeklärt wird. Stattdessen versucht man, uns über Trap Jaw aufzuklären, denn Orko träumt von ihm und man erfährt, wer Trap Jaw eigentlich ist und warum er ein Diener des Bösen wurde. Schade ist da nur, dass das eine Francis-Erfindung ist, und nicht die offizielle Mattel-Version.

Doch es geht noch weiter. Wie entkamen Skeletor und seine Helfer der schiefen Bahn? Warum ist Zodac mal wieder gegen He-Man, wieso die Maskerade als sprechende Bodenspalte? Wieso He-Man überhaupt in die Ebene der Ewigkeit locken? Was ist daran denn so mystisch oder gefährlich?

Diese Folge hat mir nie wirklich gefallen. Irgendwas fehlt da einfach... Und zwar jede Menge Antworten. Würde man vieles davon auflösen, wäre diese Folge klasse, denn sie ist mit obergenialen Stimmen und Sprechern/innen besetzt, supergeil musikalisch untermalt und auch sonst ohne Schwäche Produziert worden - es bleiben nur diese blöden Fragen.

Ach ja, liebe Leute, bevor ich abschliesse, möchte ich etwas Wichtiges vorweg nehmen: Die Stimme von Reigam ist ohne jeden noch so kleinen Zweifel von Hans Clarin, und von keinem anderen. Kurz: Im Inlay steht lediglich ein Pseudonym. ...ich weiss nicht, wie oft ich das mit anderen diskutiert habe - es IST Hans Clarin! :)

Das Zitat der Folge kommt von He-Man: Wenn Skeletor uns einen Magier geschickt hat, solltest du ihn erkennen.

Meine Wertung: 65%
Cover: Das Geheimnis der Moorleiche15.02.2011

Ein Fall für TKKG
(172) Das Geheimnis der Moorleiche (Erschienen: 2011)
Dauer: 58:29

Gute Folge. Wirklich gut. Dieses Hörspiel ist der perfekte Spagat zwischen den guten, alten TKKG-Klassikern und der TKKG-Neuzeit; inkl. Verjüngung, ohne Tim-KO-Schlägen, usw.

Die Story könnte, so, wie sie ist, zwischen den besagten Klassikern stehen, wenn man die modernen Elemente, wie z.B. die Musikstück, entfernen würde. Wobei Europa sich hier nicht lumpen liess, und auch Musikstücke der 70er- und 80er-Bereich-Folgen einbaute, was bei mir sehr gut ankommt. Dennoch ist mir die Folge in Bezug auf die Klassiker-Nähe nicht konsequent genug, wenn man schon so eine geile Möglichkeit dazu hat. So spielt das "Geheimnis der Moorleiche" zu einem Teil natürlich im Moor, klaro. Aber wieso nahm man z.B. nicht das gute, alte Soiner Moor, das wir alle aus (3) Das leere Grab im Moor kennen und lieben? Und wenn TKKG schon auf pöbelnde Jugendliche treffen, und Tim sich auch nicht(!) mit denen prügelt, wieso bestiehlt Gaby ihren Vater dann, und mopst ihm sichergestelltes Beweismaterial?

Aber das sind eher kleine Freudenhemmer, die halbwegs verschmerzbar sind; denn da sind wir bei so manchen TKKG-Geschichten weitaus stärkeren Tobak gewohnt. Erfeulich ist da vielmehr, dass Kommissar Glockner erneut mitmischt, und nicht "Wespe", der dauernd mit Gaby shakert. Auch ist super, dass z.B. Wolfgang Draeger, Heidi Schaffrath oder Christine Pappert (wenn auch nur seeeehr kurz!) mitsprechen, und dass "die Bösen" nicht belauscht werden.

Somit ist diese Folge im Großen und Ganzen schon mal sehr gelungen und darf ruhig gekauft werden! :) Ankreiden möchte ich aber, dass die TKKG-Sprecher/in zu Beginn arg gekünstelt klingen, und dass beim Gespräch zwischen TKKG und Herrn Glockner, etwa in der Mitte der Geschichte, zwei "Klebestellen" zu hören sind. Frau Körting hat das zwar sehr gut hinbekommen, und es fällt eigentlich nicht auf, doch heraushören kann man es trotzdem, wenn man genauer hinhört. Ferner fängt nun auch TKKG an, mit seltsamen Tonproblemen. Ganz am Ende, als Klößchen ansetzt, vom Buffet bei seinen Eltern zu schwärmen, leiert und verlangsamt das Hörspiel für ca. 3-4 Sekunden sehr deutlich hörbar; Europa, langsam ist das wirklich kein Spaß mehr!

Nun, wie dem auch sei, "Das Geheimnis der Moorleiche" ist 'ne gute Folge, der nur ein bisschen Feinschliff fehlt, um als Klassiker gelten zu können. ...78%!

Meine Wertung: 78%
Cover: Rufmord07.02.2011

Die drei ???
(99) Rufmord (Erschienen: 2001)
Dauer: 1:04:49

Bob kann mal eben so in eine psychiatrische Klinik, um dort eine Person zu besuchen, die wegen Mordversuch, Missbrauch von Hypnosefähigkeiten und was weiss ich noch dort einsitzt, und dann bleibt Cotta über ein Handy (Handy! - wir sind in einer Klinik!) mit Justus verbunden, und obwohl Justus das Ding in seiner Tasche hat, war der Empfang für Cotta also glasklar? Überhaupt ist seltsam, dass Cotta bei dieser Art Kuhhandel mitmacht, statt die ??? mal zu fragen, ob sie noch alle hätten. Nicht zu vergessen, dass es für einen Krimi einleuchtend ist, dass Clarissa Franklin (bereits bekannt aus (76) Stimmen aus dem Nichts) nicht einfach aus Jux an der Freude reaktiviert wird, sondern, dass sie definitiv was mit dem Fall zu tun haben muss - was ja am Ende auch stimmt.

Doch sieht man DAVON einmal ab, ist die Geschichte soweit gelungen, doch wegen der Patzer, die ich eben aufführte, verbleibt "Rufmord" (Wieso heisst die Folge eigentlich so? Im Grunde ist der Rufmord doch eher nebensächlich!) im 80er-Wertungsbereich, denn es bleiben auf der Pro-Seite noch eine tolle Produktion, Buch gut gekürzt, klasse Sprecher/innen, wie Holger Mahlich, Judy Winter, Jürgen Thormann oder Eckart Dux! Dazu ist die Story flott erzählt, insich soweit logisch strukturiert und ist eigentlich auch spannend. Macht meiner Meinung nach passable 82%!

Das Zitat der Folge kommt von Mystery: 13-14-7-8, wieder ist ein Joke vollbracht!

Meine Wertung: 82%
Cover: Tal des Schreckens03.02.2011

Die drei ???
(98) Tal des Schreckens (Erschienen: 2001)
Dauer: 1:02:32

Im Grunde ist "Tal des Schreckens" wunderbar geglückt. Spannend erzählt und schön undurchsichtig. Man könnte insgesamt höchstens kritisieren, dass die Auflösung mit dem Vergessenstrank ein wenig halbgar wäre; andererseits kenne ich mich mit indianischer Medizin nicht aus, und bin da dann lieber still, sondern benutze dieses Nicht-Wissen dahingehend, dass ich das einfach mal für möglich halte. :)

Aber machen wir uns nichts vor, die Grundidee dieses Hörspiels stammt vom Film "Rat Race", ganz klar. Aber das muss ja nichts Falsches sein, denn bis zum Ende fällt der Ideenklau sowieso nicht auf. Dafür aber ist der Titel Aufschneiderei hoch 10: "Tal des Schreckens"... Welcher Schrecken?

Prahlen will ich abschliessend dann noch mit meinem Gehör, das Niki Nowotny als Durchsage-Stimme ausmachen konnte ("Hier spricht die Polizei, fahren sie unverzüglich weiter..."), und vergebe sehr gern sehr solide 85% für ein Hörspiel, dass allerhöchstes ein paar Zweifel an dem Vergessenstrank aufkommen lassen könnte.

Meine Wertung: 85%
Cover: Zwillinge der Finsternis28.01.2011

Die drei ???
(144) Zwillinge der Finsternis (Erschienen: 2011)
Dauer: 1:11:46

Ich weiss noch, wie enttäuscht ich war, als ich damals das Buch fertig gelesen hatte. Die Auflösung, wie der ganze Spuk funktionierte, war mir zu simpel und unglaubwürdig. Jetzt kenne ich auch das Hörspiel, und bin einerseits erleichtert, dass Herr Minninger die Auflösung umschrieb (statt eines Lasers also z.B. ein präparierter Handschuh), was grundsätzlich auch ganz gut funktioniert, aber andererseits enttäuscht, dass gerade Justus die Erklärungen einfach so hinnimmt. Nebel, der ohne groß ausser Form zu geraten eine Art Folgespur wird? Niemand bemerkt eine Erdbebenspalte, die täglich größer wird? Und wieviel Schnee bitte lag denn da auf der Straße, dass es für einige Dutzend Schneebälle ausreicht? In der Nacht hätte man das ja irgendwie drehen können - aber dann wäre der Schnee gegen Morgen/Mittag längst weggeschmolzen. Und tagsüber hätte man gesehen, wie jemand kiloweise Schnee auf die Straße schaufelt... Wie also soll das von sich gegangen sein? Hätte man das ein wenig nachvollziehbar erklärt, wäre das alles kein Problem, aber so bleiben da leider ein paar Fragen offen. ...ganz davon zu schweigen, dass Bob an der Wurzel eines Baumes zerrt und sofort sind die Leute wieder frei... *ähem*

Dafür aber trumpft die Folge wieder mit was Besonderem auf. Zum einen Eberhard Haar, und zum anderen Joachim Pukaß; Europa holte sich große Synchronprominenz ins Studio, die nicht durch die Klatschpresse in aller Munde ist, sondern die es einfach verdammt nochmal draufhat - und das hört man deutlich. Wem der Namen Joachim Pukaß nichts sagt, denke z.B. an Benjamin Blümchen: Hans-Heinrich (Folge 9) oder an Dr. "Macht nichts, macht nichts!" Schwindelmeier (Folge 10). Oder an Bibi Blocksberg, Folge 5: "Jetzt rauf mit dem Koffer auf die Waage, hoppsassaaa..." Kurz: Klasse.

Ja, ich weiss, Martin Semmelrogge ist auch dabei, und der ist auch eigentlich ein sehr guter Schauspieler, aber entweder wurden seine Aufnahmen geixt, oder er hat seinen Job verlernt. Denn seine Rolle klingt irgendwie affektiert und nicht immer so, als befände er sich in einem Dialog. Darum geht die Präsenz von Herrn Semmelrogge hier leider etwas unter.

Davon abgesehen ist diese Folge jedoch ganz gut geworden, was die Produktion, das Skript etc. anbelangt, soviel kann ich, bevor ich abschliesse, schon mal verraten. Ich vergebe deshalb 62%.

Aber was Europa hier wieder in Sachen "Produktkontrolle" leistet, ist wirklich sehr peinlich. Die Szene etwa, in der Sinclair Justus an seinem GPS-Navi etwas zeigt, ist sehr, sehr unsauber zusammengeschnitten. Und sowohl zwischendurch an 1-2 Stellen als auch besonders am Ende, klingt es seltsam dumpf und verlangsamt. Und praktisch der gesamte CD-Track 13 hört sich an, als laufe das Hörspiel nicht mit der normalen Geschwindigkeit ab. Und ich meine nicht den Mummenschanz, den Justus, Peter und Bob für Sinclair veranstalten, und sie dabei ihre Stimmen verstellen, sondern den Rest drumherum, z.B. Inspector Cotta und soweiter. Gerade die Abspannmusik klingt etwas leiernd und läuft deutlich hörbar im nicht sonst üblichen Tempo. Europa: Das ist mittlerweile keine Ausnahme mehr, da solltet Ihr wirklich besser aufpassen, denn so macht Hörspielen keinen Spaß!

Das Zitat der Folge kommt von Jeremy Witherspoon: Tja! Was soll ich dazu sagen?

Meine Wertung: 62%
Cover: Insektenstachel21.01.2011

Die drei ???
(97) Insektenstachel (Erschienen: 2001)
Dauer: 1:07:01

Ähnlich wie bei (32) ...und der Ameisenmensch verhält es sich hier. Tolle Story, gut erzählt, Topsprecher/innen, aber leider stört ein Detail: Marianne Kehlau, in der Rolle von Janet Hazelwood, jammert und kreischt mal wieder in einer Tour - aufgrund einer ausgeprägten Insektenphobie. Fast so, als hatte André Minninger beim Schreiben des Buches im Kopf: "Später, wenn das Hörspiel kommt, muss wieder die Kehlau ran, und wenn schon, dann soll sie auch wieder viel zu Johlen haben."

OK, ja, so exzessiv wie in (32) ...und der Ameisenmensch ist es natürlich zwar nicht, aber es ist dennoch recht häufig - und das kann bisweilen etwas anstrengend für Ohren sein. ...und wäre das nicht genug, wird regelmäßig treibende Musik abgespielt, wenn Insekten in der Nähe sind.

Dennoch aber ist Insektenstachel ein wirklich gutes Hörspiel, das vorallem durch das großartige Damen-Trio Marianne Kehlau, Brigitte Böttrich und Regina Lemnitz abgerundet wird. Logikfehler, Regiefehler oder sonstige Holpersteine sind mir keine aufgefallen. Hätte man also die Insektenphobie eine kleine Spur weniger hörintensiv vertont, wäre das hier eine klare 90%-Wertung, aber so leid es mir tut; ich kann mir "Insektenstachel" einfach nicht oft anhören - das Gekreische nervt zu sehr... Trotzdem will ich fair sein und mit 84% verbleiben.

Das Zitat der Folge kommt von Laura Stryker: Ich? Möbel verrückt? Verrückt seid IHR! Und jetzt hör' mir mal zu, Du Wichtigpups!

Meine Wertung: 84%
Cover: ...und der rote Rächer13.01.2011

Die drei ???
(96) ...und der rote Rächer (Erschienen: 2001)
Dauer: 52:55

Gute Folge, wirklich gute Folge. Die Idee ist mal was Neues, die Hinweise sind gut verteilt. OK, es gibt es paar potenzielle Meckereimomente, weil hier und da einiges zu offensichtlich ist (z.B. als Tante Mathilda erzählt, dass es einen Verehrer gab, den sie nicht mochte), doch lassen die sich eigentlich ganz gut verschmerzen, weil der Rest stimmt.

Auch Helmut Gentsch, der den Rawling mimt, ist gut gecastet, seine Stimme klingt immer ähnlich, aber nie gleich, gefällt mir. Dazu gibt's als Bonus noch die Stimmen von Ann Montenbruck, Heikedine Körting herself, Douglas "Du weisst, ich bin ein Siegertyp!" Welbat, Marius Kreissler und Wolfgang Kaven - allesamt gut besetzt und liefern eine Spitzenperformance ab.

Viel zu Schimpfen habe ich nicht. Minninger hätte vielleicht noch mal 20 Minuten zusätzliche Spielzeit reinnehmen können, um das Buch besser und etwas spannender zu adaptieren, aber auch so ist alles in Ordnung. Kein Smashhit der Hörspielkunst, aber man tut nichts Falsches, wenn man es sich einverleibt! ;) 80%...

Meine Wertung: 80%
Cover: Botschaft von Geisterhand12.01.2011

Die drei ???
(95) Botschaft von Geisterhand (Erschienen: 2001)
Dauer: 59:44

Wie schon bei (90) Feuerteufel muss ich sagen, dass das Inlay mit den Sprechernamen der Storyline ein wenig das Genick bricht. Es bleiben 4 Personen, die infrage kommen; wobei bei einem schon klar ist, dass er nur Mittelsmann ist, und Dr. Arroway wird es wohl kaum selbst sein. Bleiben nur noch zwei Leute übrig. Und das schränkt die Spannung und den Überraschungsmoment am Ende stark ein.

Zwar bemühte sich Minninger, die Hörerschaft zu überrumpeln, indem er die These ins Spiel bringt, Arroway selbst könnte es doch sein, aber das würde einfach keinen Sinn machen; jedenfalls fällt mir nichts ein, wie es ins Bild passen sollte, dass Arroway sich selbst andauernd ausbotet; höchstens, dass sie vielleicht die Versicherung betrügen will - aber macht das Sinn? Eher nicht. Darum schade, dass diese ansonsten gutklassige Geschichte durch das Hörspiel-Inlay mit der Namensliste stark leidet.

Wirklich mistig ist aber, dass man bei Janet andauernd denkt : "Du meine Güte, WER ist das denn? Wer klingt denn da so übertrieben künstlich?" Und dann guckt man nach: "Wie bitte? Ute Rohrbeck?" Ja, Ute Rohrbeck. Sorry, liebe Frau Rohrbeck, aber die Performance hier ist echt grausig.

Ansonsten ein Hörspiel, das in Ordnung geht. Nur der Titel passt nicht; und auch der Kladdentext übertreibt: "die Zeit drängt", "heiliges Buch", "geheime Botschaft"... Ich merke davon nirgends etwas... Und wie kommen Justus und Jelena am Ende aus dem Raum? Diese "Das verrate ich Euch nicht, gezeichnet der Autor"-Spielchen finde ich einfach unoriginell, weil sie eigentlich nur zeigen, dass man selbst keine Ahnung hatte, aber man die Szene für das Ende unbedingt zurechtbiegen musste.

Alles in allem kann das Hörspiel nichts für den Kladdentext und für das Inlay eigentlich auch nicht. Nur Ute Rohrbeck - auweia! Deshalb gebe ich gern eine 73%-Bewertung ab; aber lest um Himmels Willen nicht die Namensliste oder den Kladdentext, sondern hört einfach so das Hörspiel! ;)

Meine Wertung: 73%
Cover: Das schwarze Monster12.01.2011

Die drei ???
(94) Das schwarze Monster (Erschienen: 2000)
Dauer: 54:02

Beim schwarzen Monster fühle ich mich gegen Ende immer etwas betrogen. Ich dachte schon beim ersten Anhören, dass das vermutlich ein gut dressierter Affe sei, oder ein Mann in einem Kostüm mit Tonband. Aber man tat alles, um genau diesen Eindruck zu verwischen, und um das Monster so echt und natürlich wie möglich aussehen zu lassen, sodass die Affe- und Mann-im-Kostüm-Theorie offenbar nicht zutrifft, nur, damit sie am Ende doch zutrifft - und das sogar DOPPELT. BEIDES trifft zu!

Das ist aber nichtmal das Doofe, sondern das Doofe ist, dass die Folge relativ konturlos ist. Keine Spannung, kaum Action; obwohl schon gut produziert, und sie gräbt während des Zirkus-Segments zu Beginn sogar die typisch-albernen Zirkus-Musiken aus, was sie in diesem Punkt etwas einmalig macht, denn gerade die Gurgel-Melodie wird man danach nie mehr vergessen! ;)

Naja, alles in allem denke ich, sind 60% fair bewertet...

Meine Wertung: 60%
Cover: Das Geisterschiff12.01.2011

Die drei ???
(93) Das Geisterschiff (Erschienen: 2000)
Dauer: 58:26

Ein wirklich tolles Hörspiel. Die Produktion ist toll, die Sprecher/innen sind es auch, das Buch war super, und das Hörspiel-Skript ist soweit auch gelungen.

Es bleiben eigentlich nur ein paar kleine Ungereimtheiten am Wegesrand, die nicht wild sind, aber dennoch zum Nachdenken oder Wundern anregen. Wieso weiss Justus dann doch sehr plötzlich, dass es 150 Jahre alten Whiskey, in Holtfässern gereift, eigentlich nicht geben kann? Denn zuerst war er ja total Feuer und Flamme, einen echten Schatz gefunden zu haben. Und Deborah Snell behauptet, Mr. Quin noch niemals gesehen zu haben, sondern nur seine Automarke zu kennen - aber ist das nicht sehr unprofessionell geplant? Es wird ja wohl mehrere Leute in der Umgebung geben, die solch einen Wagen fahren. WIeso also hatte die Snell nicht ein Foto von Quin? OK, in dunkler Nacht, und von Scheinwerfern geblendet, ist es schwer, einen Autofahrer durch die Frontscheibe zu erkennen, aber dass sie angeblich nicht weiss, wie er aussehen soll, hätte die drei ??? ein wenig stutzig machen müssen, finde ich. Ein wenig, na sagen wir mal: "befremdlich", finde ich auch die Auflösung mit dem Geisterschiff. Ein Skelett winkt Peter zu - wie das wohl bewerkstelligt wurde, wenn alles nur Mummenschanz war?

Naja, ok, man könnte einfach meinen, dass Justus wie üblich einfach das große Geheimnis für sich behielt, dass man bei der Snell übersehen hat, stutzig zu werden, und dass Peter eben nur dachte, das Skelett hätte gewunken, obwohl es das vermutlich nicht tat, und schon passt das alles wieder. Dennoch ein Versäumnis, dies beim Verskripten nicht bedacht zu haben.

Deshalb vergebe ich gern eine gute 79%-Wertung...

Meine Wertung: 79%
Cover: ...und die Poker-Hölle10.01.2011

Die drei ???
(143) ...und die Poker-Hölle (Erschienen: 2010)
Dauer: 1:00:21

Wieder 'ne Trendfolge - Poker ist es dieses Mal. Und wie so üblich hat Poker eigentlich wenig mit dem Fall zu tun. Man befindet sich zwar in einem illegalen Poker-Etablissement, und da spielt man auch tatsächlich aktiv Poker mit, doch so irgendwie... also ich weiss nicht... Nicht mal 5 Minuten von den über 60 Minuten gehen für's Pokern drauf, und überhaupt ist das Ganze dann auch noch irgendwie unglaubwürdig.

Justus mag ein guter Schauspieler und Improvisateur sein, aber ein noch nicht Erwachsener, der offenbar sehr gut Karten spielt, ist in der Szene nicht bekannt? Zumal Justus ja nun wirklich kaum verwegen ausschaut, um als so cool zu gelten, wie er sich gibt. Daneben wundert mich, wie gut die Kommunikation zwischen Justus und Richie funktioniert, obwohl Justus doch eher zufällig entdeckt wurde - also es keine Absprache gegeben haben kann. Wie also kann Richie dauernd wissen, was genau Justus ihm durch mehr oder weniger spontan improvisierte Gesten mitteilen möchte? Und woher weiss Justus, was Richie meint? Und fällt denn keinem auf, dass Justus sich dauernd ins Gesicht fasst, oder irgendwie mit den Händen fuchtelt, und dabei immer in eine bestimmte Ecke des Raumes guckt? Oder bemerkt niemand, dass irgendwo noch 3 Jungs stehen? Hier wäre Aufklärung für die Hörerschaft sehr, sehr gut gewesen.

Schal ist auch der Beigeschmack des Oberfieslings Jackie Jin, der von Robert Missler interpretiert wird. Missler macht das Beste aus der Rolle und kriegt sogar den Akzent toll hin, aber was man der Rolle zumutet, ist albern. Jackie ist offenbar einer DER Obermotze in der Unterwelt und hat sogar Leibeigene, aber am Ende ist er mal wieder der Volldepp, der durch einen kleinen Trick einfach so überlistet wurde, und eigentlich nicht mehr tut, als zu drohen. Und wie er dann noch tönt: "Ich kann Karate!" - sorry, aber da konnte ich nur noch lachen. Wieso kickt er Bob nicht einfach um, und fertig ist die Laube? Und wo ist die ziemlich spannende Schlussszene des Buches hin, oben, am Rande des Abgrunds eines Daches? Wo ist der Hubschrauber? ...wo ist die Spannung, wo die Action, die zu so einer Szenerie gehört?

Minninger hat Marco Sonnleitners okaye Story so ungemodelt, dass die paar Vorzüge des Buches gestrichen und durch Pseudorätseljagden im Höllentempo und viel Geschwafel ersetzt wurden. Und WENN dann doch mal etwas passiert, wird das mittendrin erklärt und umständlich bereits Gehörtes nacherzählt, und man fragt sich dann: "Wieso haben die soviel Zeit, soviel zu quatschen, wenn sie eigentlich ein Problem haben?" Und wo im Buch wenigstens noch nachvollziehbar ist, wie die Rätsel gelöst werden konnten, wird es im Hörspiel so dargestellt, als habe Justus einfach nur einen genialen Blitzeinfall nach dem anderen.

Tut mir leid, aber wie bei (142) Tödliches Eis ist das alles eher halbgar und ich bin wirklich enttäuscht, dass bei zwei Folgen dieselben Fehler gemacht wurden, und dass deshalb zwei potenziell eigentlich ganz nette Folgen so degradiert wurden. Weil gerade die Sonne scheint, gebe ich mal noch 65%...

Das Zitat der Folge kommt von Jin: Ich kann Karate!

Meine Wertung: 65%
Cover: Tödliches Eis09.01.2011

Die drei ???
(142) Tödliches Eis (Erschienen: 2010)
Dauer: 57:17

Mir eine Geschichte zu vermiesen, die in tiefstem Winter bei Schnee und Eis spielt, ist wirklich verdammt schwer; ja eigentlich sogar fast unmöglich... Aber es ist vollbracht. Herr Minninger hat gekürzt, als gelte es, einen Preis dafür zu bekommen, und Frau Körting hat wohl keine Lust mehr auf authentische Geräusche und eine korrekte Aussprache.

Wo zum Teufel pfeifft der Wind? Wo sind die Menschenmassen, die johlen und Teilnehmer/innen anfeuern? Wir sind in Alaska bei einem Hundeschlittenrennen - und es scheint dort, in Alaska, keinen zu interessieren und auch gerade nicht wirklich kalt zu sein; stattdessen hören wir ein Weihnachtsjingle, als würden nicht Huskies, sondern Rentiere losdüsen. Und die Masse an Aussprachefehlern, die ich kaum zu zählen vermag; vorallem der Name "Duane" wird dermaßen falsch pronounciert, dass es einem kalt dem Rücken runterläuft: "Duh-Änn"; args! Daneben wird dann gern mal "Trail" zu "Trial", und soweiter... Meine Herrn...

Nicht zu vergessen: Schon wieder ein "Tonfehler" innerhalb so kurzer Zeit (erst bei (125) Feuermond und dann bei (138) Die geheime Treppe) zu hören ist, also das stimmt mich schon wunderlich... Denn bei CD-Track 8 wird Thomas Fritsch sehr unfein einfach in die Musik eingefaded, was dazu führt, dass man den Satzanfang gar nicht mitbekommt. Gibt's denn niemanden dort, der AUFMERKSAM eine neue Produktion abnimmt?

Und wieso wurde soooo viel Gutes aus dem Kari-Erlhoff-Buch entfernt? Es wird nur gelabert, in einer Tour, und die besten Szenen aus dem Buch fehlen völlig... Sorry, aber "Tödliches Eis" will mir als Hörspiel einfach nicht gefallen, und so gut die zum Hörspiel veränderte Geschichte des Buches ja vielleicht auch sein mag, es dringt nicht zu mir durch, weil mir all diese Mängel "die Freude" vermiesen, bevor es überhaupt dazu kommen könnte, dem Ganzen eventuell doch was Positives abzugewinnen.

Mehr als 58% kann ich mit meinem Gewissen einfach nicht vereinbaren.

Meine Wertung: 58%
Cover: Das lebende Gemälde09.01.2011

Ein Fall für TKKG
(171) Das lebende Gemälde (Erschienen: 2010)
Dauer: 1:03:12

Warum nur kommt mir diese Folge so ???-mäßig vor... Warum nur...? Ganz einfach, weil es in Wahrheit eigentlich ein ???-Fall ist. Die Geschichte stammt nämlich von André Minninger, der sie einst unter dem Banner "DiE DR3i" veröffentlichen wollte, aber dann nicht mehr konnte, weil es dann doch noch mit "Die drei ???" weiterging. Deshalb kommt sie jetzt unter dem TKKG-Banner...

Jedenfalls merkt man deutlich, dass das hier eigentlich eine Nicht-TKKG-Geschichte ist. Der Aufbau des Falls ist zu sehr Indizien-betont, und man braucht nicht viel Phantasie, um zu merken, wie die Dialoge von "Justus und Peter und Bob" auf "Tim und Karl und Klößchen und Gaby" umgeschrieben wurden; jedenfalls, wenn man beide Serien gut kennt. Naja, gut, genug mit meinem Wissen geprahlt, kommen wir zum Inhalt als solchen. ;)

Der ist erstaunlich gut geworden, muss ich sagen. Der Fall ist schlüssig und stets nachvollziehbar, obwohl ich leichte Probleme habe, mir vorzustellen, wie ein Bild tadellos wirken soll, indem man einfach einen Teil herausnimmt und ersetzt oder "überklebt", denn zumindest als kleine Kanten mussten Konturen erkennbar sein, oder es müsste vielleicht dem Gemälde schaden, wenn es "beklebt" wird; hier wäre zu klären, wie das Bild angefertigt wurde.

Schön aber, wie Minninger eine Brücke zu (40) Duell im Morgengrauen schlug, und das Pfauenstein-Ritzel-Zitat "In ihrem Alter sollte man Sünden abbüßen und keine neuen begehen" einflocht, wohingegen mir das Credo "Das ist ein Fall für TKKG" schon auf den Wecker geht; zumal es ja eigentlich gar nicht wirklich ein Fall für TKKG ist! ;)

Naja, gutes Hörspiel, auf jeden Fall, das nur nicht so wirklich in die TKKG-Serie passt, zumal die Kids ja gerade erst wieder "verjüngt wurden", insofern bin ich zwiegespalten, denn zu meinem Eindruck zählt nunmal auch, dass alles andere zusammenpasst - und das hier ist nunmal ein ???-Universum-Fall -, was eigentlich also ein großes Manko wäre, andererseits kenne ich beide Serien einfach ZU gut, um das irgendwie zu verdrängen und mir noch den Fall selbst anhören zu können, ohne mich daran zu stören, dass nicht Justus, sondern Tim den Endmonolog führt...

Ausserdem punkten auch Luise Lunow, Gisela Fritsch und Rolf E. Schenker für diese 171. TKKG-Hörspiel-Folge, weshalb ich mich zu einer 74%-Wertung hinreissen lasse. Tolles Hörspiel, gute Produktion, stringenter Plot, super Sprecher/innen - nur leider nicht wirklich TKKG...

Meine Wertung: 74%
Cover: Todesflug04.01.2011

Die drei ???
(92) Todesflug (Erschienen: 2000)
Dauer: 59:09

*hüstel* Die drei Fragezeichen haben zwar schon diverse schlechte Folgen erlebt, doch soweit, wie bei TKKG hier und dort, waren sie noch nie: Eine Story, die einfach nur total blöde ist, und nicht den geringsten Sinn ergibt. Doch JETZT haben wir so eine ???-Folge, und sie heisst "Todesflug" - und es ist mir eine Freude, sie endlich mit einem kleinen Textchen bedenken zu können.

Eigentlich fängt "Todesflug" ganz gut an. Die drei ??? sind in der Wüste, brauchen plötzlich Hilfe, suchen danach - und schon gehen die Probleme los. Im Ernst: Die ersten ca. 40 Minuten sind töfte und recht spannend gemacht. Aber dann wird's einfach zuviel des Guten. Da gibt es ein Videospiel namens "Master of the Universe", bei dem man also auf die Erde ballert. Man zerstört dabei vornehmlich Flugzeuge. Klingt nach einem interessanten Videospiel - eigentlich!

Denn es stellt sich am Ende leider raus, dass Dr. Gregstone - übrigens gemimt vom wunderbaren Wolf Rathjen -, eine geheime Raketenstartbasis besitzt, die er mehr oder weniger selbst in Schuss hält. Darüberhinaus schickte er bereits mehrfach eine Rakete ins All (die dann auch später wieder auf der Erde landete!), und hat sogar Kontrolle über einen Satelliten im All, von dem aus er auf die Erde ballern lässt, über die per Internet vernetzten PCs ganz normaler Bürger - ALLES KLAR!

Niemandem bei den Raumfahrt-Behörden in den USA oder in Russland fällt auf, dass immer mal wieder Raketen starten und landen? Niemand merkt, dass ein Satellit auf die Erde schiesst? Niemand untersucht die Wrackteile der abgeschossenen Vehikel und stellt dabei fest, von wo ungefähr vermutlich oder womit geschossen wurde? ...und dann düst sogar Bob Andrews himself ins Weltall, um den Satelliten zu reparieren? Mal im Ernst, lieber Dr. Gregstone, woher soll Bob denn wissen, was kaputt ist und wie man es wieder repariert? Und wieso landet die Rakete GENAU DORT, WO SIE STARTETE?

Nee, lieber Ben Nevis, diese Story ist einfach nur Kappes; wobei der Anfang echt nett ist... Tut mir leid, 35%!

Meine Wertung: 35%
Cover: Der Baum der sterbenden Zeit26.12.2010

Masters of the Universe
(8) Der Baum der sterbenden Zeit (Erschienen: 1985)
Dauer: 40:48

Eine meiner Lieblingsfolgen. Hier stimmt irgendwie fast alles. Das Ambiente, das Drumherum, die gewählten Charaktere... Die Idee für diese Geschichte ist Francis großartig aus der Schreibfeder geflossen. Skeletor will eine neue Basis und attackiert dafür Stratos' Familie und dessen Stadt. Und allein der Anfang ist geil gemacht. Skeletor und Trap-Jaw schleichen durch Avion, begehen ein Verbrechen und fliehen aus der Stadt - super vertont!

Ich finde nur den genannten Grund Skeletors etwas schwach. Denn woher weiss Skeletor, dass Stratos es war, der Man-at-Arms alarmierte? Dass Skeletor irgendeinen Grund für Rache sucht, ist in Ordnung, aber woher weiss er, dass es Stratos war, das wurde weder in (7) Doppelgänger noch jetzt hier, in Folge 8 erklärt. Auch frage ich mich, woher Stratos weiss, dass es Skeletor war, der in den Baum schändete?

Ein wenig seltsam sind auch einige Hintergrundfäden hier und dort. Ein magischer Stein schützte Avion? Und ein magischer Baum übernahm diesen Schutz, als der Stein es nicht mehr konnte? Und die unsichtbaren Gnome suchen Avion heim und "entführen" quasi Stratos' Familie? Klingt mir persönlich schon wieder eine Spuuuur zu sehr nach klassischem Phantasieallerlei. Ist zwar durchaus gut zu verkraften, aber hätte es nicht ausgereicht, wenn Skeletor und seine Untergebenen heimlich in die Stadt eindrängen, die Familie entführten, und dann - durch Trap-Jaw als Hiobsbotschafter - damit drohten, ihnen etwas anzutun, wenn man Avion nicht hergäbe? Doch auch der "Endkampf" ist irgendwie unspannend. He-Man, Arms, Stratos, Battle Cat und Orko kämpfen gegen die Bösen und nach nur wenigen Sekunden ist alles gelaufen, weil He-Man und seine Freunde ohne jeden Grund einfach so die Oberhand haben - oder sind Trap-Jaw, Beast Man und Tri-Klops etwa einfach nur irgendwelche Flitzpiepen, die nichts draufhaben? Ach ja, und wieso ist Skeletor nicht in Snake Mountain, sondern irgendwo in einer Höhle?

Aber diese "Kleinigkeiten" sind fast das Einzige, was mich stört. Man hätte das Skript nur minimal umschreiben müssen, und den Endkampf etwas glaubwürdiger inszenieren, dann wäre "Der Baum der sterbenden Zeit" der(!) Überknaller ohne Wenn und Aber gewesen, denn vorallem die Musik ist grandios eingesetzt, und die Effekte sind toll ausgesucht worden. Ein Muss-Hörspiel, ganz schlicht und ergreifend!

Das Zitat der Folge kommt von Trap-Jaw: Du hast mich geschlagen, He-Man. Du hast es gewagt, mich zu ohrfeigen.

Meine Wertung: 86%
Cover: Doppelgänger14.12.2010

Masters of the Universe
(7) Doppelgänger (Erschienen: 1985)
Dauer: 46:22

Früher oder später wäre eine "Doppelgänger"-Folge ohnehin gekommen; denn die gibt's ja bei fast jeder bekannteren Serie. Aber so oder so: Faker, den es übrigens auch als Figur zum Kauf gab, in ein Hörspiel einzubinden, ist sehr gut gelungen. Meisterhaft sogar. Die Szenen in Snake Mountain sind von vorne bis hinten perfekt vertont worden. Man sieht Faker förmlich auf einem Werkstatttisch liegen, ein paar Kabel hängen an ihm, und Skeletor reibt sich die Hände ob seiner Genialität...

Dann aber lässt die Folge ein kleines Bisschen nach: Was spricht dagegen, dass He-Man sein Zauberschwert einfach mitnimmt? Skeletor und seine Spießgesellen sind immer und überall gefährlich und könnten jeder Zeit einfach so angreifen, oder nicht? Dass He-Man also das Schwert einfach zurücklässt und das mit "Skeletor wird sich nicht sehen lassen" kommentiert, ist einfach ein grober Autorenpatzer. Ebenfalls seltsam ist noch, wieso die Masters nicht vom Geist von Grayskull gewarnt wurden, wie es ja (erst) ab (8) Der Baum der sterbenden Zeit immer gemacht wird.

Auch gefällt mir die Sache mit den wirbelnden Winden der Zeit nicht so recht. Wie kann Skeletor diese Winde kontrollieren, bzw. warum gehorchen sie irgendjemandem? Und warum knallt Skeletor He-Man nicht einfach über den Haufen? Er ist ohne Zauberschwert und auf die Distanz wird er sich demnach nicht wehren oder verteidigen können. Mit einem toten He-Man wäre es für die Faker-Storyline um ein Vielfaches einfacher gewesen, den Mummenschanz aufrecht zu erhalten. Naja, da drücken wir mal ein Auge zu... ;)

Wenn man das mit dem Zauberschwert und den Winden ausblendet, bleibt die Folge sehr spannend, was unter anderem wieder daran liegt, dass sie 1A produziert wurde. Und um noch ein wenig anzugeben, entlarve ich die beiden Palastwachen mal als Andreas Fröhlich und Jens Wawrczek... ;)

Das Zitat der Folge kommt von Skeletor: Jetzt bin ich sicher. Ich bin ein Genie!

Meine Wertung: 74%

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