Die 20 aktuellsten Rezensionen

Cover: Zu viele Alibis
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Peter Kaempfe
Ali Bi David Berton
Amadeus Caspari Özgür Karadeniz
Betong Frank Gustavus
Freddie Liesenberg Eike Lüchow
Gabriele "Pfote" Glockner Liza Ohm
Karl "Computer" Vierstein Felix Strüven
Kommissar Glockner Michael Bideller
Mona Money Katrin Gerken
Peter "Tarzan / Tim" Carstens Sebastian Fitzner
Polizistin Katharina Stahl
Willi "Klößchen" Sauerlich Julian Greis
Rezension vom: 02.03.2024

TKKG Junior
(31) Zu viele Alibis
Erschienen: 2024
Dauer: 46:52


In Klößchens Nachbarschaft wohnt neuerdings der Rapper Ali Bi. TKKG lernen ihn kennen, als er sich vor seinem Grundstück mit einem Nachbarn streitet. Klößchen und Tim sind große Fans und schwer begeistert, dass sie in Alis Villa eingeladen werden. Doch leider sind sie dort nicht allein. Als in der Nacht bei dem Rapper eingebrochen wird, gibt es allerhand Verdächtige. Alle könnten es auf einen bestimmten Gegenstand abgesehen haben: das goldene Mega-Herz. Wird es den Juniordetektiven gelingen, Licht ins Dunkel zu bringen und das Herz wiederzubeschaffen?

Mein Kommentar: Yo, Digga, dieses Hörspiel is' safe okay! ...aber mehr isses auch nicht: okay. Ja, die Geschichte selbst ist völlig in Ordnung, ja, stellenweise sogar spannend. Nur, naja, also... Ich bin hier sehr ambivalent gepolt. Ich verstehe den Wunsch nach und auch die Notwendigkeit für aktuelle Themen. Wir sind eben nicht mehr in den 80ern - oder auch nur 2000ern. Und mit zugedrückten Augen ginge bei mir auch noch das Argument durch, dass TKKG und TKKG Junior lediglich den Grundgedanken - und diverse Namen - teilen.

Dennoch klingt mir das hier viel un-TKKG-ig. Tim und Klößchen stehen voll auf einen Rapper? Tim!? Der sonst eigentlich eher konservativ ist? OK, ja, Klößchen passt da schon ein wenig mehr drauf, trotzdem verwischt sich die Schablone schnell, wenn man an den Ur-TKKG-Klößchen denkt; selbst in den mordernen Zeiten. Tim und Klößchen waren nie derartige Fanboys, und bei zum Beispiel Cathy Fidelitas aus Die Entführung des Popstars wurde überbetont, dass sie sowohl die Sängerin (Zitat: "Heulboje") als auch ihre Musik nicht gut finden, obwohl die eigentlich auch nur um die Ecke wohnt(e).

Worauf ich hinaus möchte: Ich tue mich schwer, Tim und Klößchen glaubwürdig zu finden. Doch selbst, wenn ich es täte (also sie glaubwürdig finden), nerven sie mich ausreichend genug mit ihrer Ali-Bi-Tollfinderei. Noch dazu das anerkennende Glucksen, wenn Ali seine "spontanan" Raps einstreut. Ferner noch, wenn es wenigstens echte Poesie und Wortspielerei wäre, wie sie bei Raps ja durchaus vorkommen kann, könnte ich das verstehen. Doch im Grunde sind es einfach nur simple Reime, die nicht einmal mit einem besonderen Flow vorgetragen werden. Karl und Gaby sind ihrerseits zwar nicht ganz so anstrengend anzuhören, doch ist bei ihnen (und auch Tim und Klößchen) immer noch die allgemeine TKKG-Junior-Fröhlichkeit im Schauspiel gegenwärtig.

Darum, ja, wie ich schon erklärte: Das Hörspiel ist okay, der Fall selbst sogar gut, aber die TKKGs sind mir eine Spur zu aufgedreht, zu verspielt. Sicher, Kinder sind das bisweilen, wenn sie sich für etwas begeistern, aber wenn man das gepaart mit Pseudorap eine Dreiviertelstunde anhören muss... Naja...

Die Produktion ist gewohnt wunderbar und die Sprecher und Sprecherinnen liefern auch ab. Aber dennoch meine Bitte, die vier Hauptcharaktere in Zukunft ein, zwei Nuancen weniger kichernd und fröhlich zu zeichnen.

Meine Wertung: 68%
Cover: Die Tesla-Verschwörung
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Nic Romm
Albert Vierstein Joachim Kretzer
Bert Fabian Harloff
Dominik Lechner Marko Schäffler
Felix Schmelzer Marek Harloff
Frau Bender Simona Pahl
Gabriele "Pfote" Glockner Rhea Harder
Karl "Computer" Vierstein Tobias Diakow
Kommissar Glockner Achim Buch
Lena Bachmann Nikola Schäffler
Paul Wenzel Patrick Berg
Peter "Tarzan / Tim" Carsten Sascha Draeger
Professor Hicks Till Huster
Willi "Klößchen" Sauerlich Manou Lubowski
Rezension vom: 04.02.2024

TKKG
(230) Die Tesla-Verschwörung
Erschienen: 2024
Dauer: 56:12


Nach einer Vorlesung an der Universität wartet Karl auf seinen Vater und wärmt sich so lange in der leeren Universitätsbibliothek auf, als er Zeuge eines Anschlags wird: Ein Mann mit Totenkopfmaske versetzt einem Studenten einen brutalen Fausthieb und flüchtet. Tim, Karl, Gaby und Klößchen schalten sich ein und bald wird klar, dass der Vorfall mit einer Erfindung der beiden Physikstudenten Paul Wenzel und Dominik Lechner zusammenhängt. Ihre bahnbrechende physikalische Versuchsanordnung könnte die Gesellschaft auf den Kopf stellen - was den Mächtigen natürlich gar nicht schmeckt. Leider geraten nun auch TKKG ins Visier der übermächtigen Gegner. Es gibt kein Zurück, TKKG müssen die Wahrheit ans Licht bringen, koste es, was es wolle!

Mein Kommentar: An und für sich ein befriedigender bis guter Fall. Allerdings übertreibt der Klappentext die Ereignisse bei weitem. Es ist zum Beispiel die Rede von "übermächtiger Gegner", "es gibt kein Zurück", "koste es, was es wolle"... Sicherlich, es ist durchaus interessant genug, dass man dran bleibt und wissen möchte, wie es weitergeht. Aber im Sinne einer Dramatik oder Spannung schimmert beim Hören nichts durch. Jedenfalls bei mir...

Ein wenig seltsam ist zu Beginn auch, wie bei Karl das Betrachten eines Schaltplans akustisch dargestellt wird. "Da sind die Widerstände... ja klar..." Als hätte er da gerade eine besondere Erkenntnis erlangt. Dabei zeigt ein Schaltplan doch auch deutlich auf, wo beispielsweise die Widerstände sind - die muss man nicht interpretieren oder heraussehen. Nun, vielleicht liegt es auch an er Interpretation von Tobias Diakow oder meinen Ohren, aber es klingt für mich einfach sehr merkwürdig.

Und, ach ja, Stichwort "Merkwürdig"! Als an einem Samstag bei Viersteins ein junger Mann klingelt, weil er den Stromzähler austauschen will, was angeblich Karls Vater abnickte, TKKG von gar nichts wissen und zuerst unschlüssig sind, ob sie den Typen reinlassen sollen... Sie rufen nicht bei Karls Vater an, um sich zu erkundigen und sie gehen mit dem Typen auch nicht runter in den Keller, um ihm sicherheitshalber bei seiner Arbeit zuzusehen, nachdem sie ihn reinließen. WIE BITTE!? Als der Typ dann weg ist, gehen sie in den Keller. Klößchen bemerkt, es könnten ja vielleicht irgendwelche Wanzen, Kameras oder sowas angebracht worden sein. Karl ist nur mild stutzig und meint nach etwa 2 Sekunden der Überlegung, dass es wohl nicht danach aussehe. Natürlich sieht es nach nur 2 Sekunden nicht danach aus! Denn der Typ war mehrere Minuten allein im Keller - er hätte überall irgendwas anbringen oder verändern können. Und das hätte er gewiss nicht mit leuchtenden Hinweispfeilmarkierungen an den Wänden getan...

Also manchmal verstehe ich wirklich nicht, wohin die Schreiber/innen mit TKKG wollen. Mal sind sie die (vermeintlichen und oft selbsternannten) "gewieften Profis", mal rotzfrech, mal hilflos, mal ritterlich, mal überheblich, mal naiv, mal einfältig, mal schnallen sie alles binnen weniger Sekunden... Mensch, entscheidet Euch doch endlich mal, denn die Charakterzeichnungen der vier Kids bleiben wirklich nur noch in ihren engsten Kernen bestehen (sehr sportlich, sehr belesen, sehr vernascht und sehr tierlieb), was immer verwirrender wird - um nicht zu sagen: belustigender.

Na gut, solche relativen Kleinigkeiten gibt es nicht allzu viele in dieser Folge, aber wenn man sie bemerkt, regen doch zu fleißigem Kopfschütteln und Verwunderung an. Weitere Beispiele gefällig? Gern! Gaby, eine 14jährige, behauptet allen Ernstes, 18 Jahre alt zu sein! Oder wie der Professor zuerst explizit und ungefragt versichert, alles entspräche der Wahrheit - wobei das allein mich zunächst schon mal skeptisch machen würde! -, um dann zuzugeben, dass alles nur gelogen war...

Doch ich trete hier nun auf die Bremse, denn alles in allem ist Die Tesla-Verschwörung soweit in Ordnung. Als kleine Funfacts baute Autor Martin Hofstetter mehrere wissenschaftliche Bezüge ein, die man erkennen kann, aber nicht muss. Wie etwa die Namen Hicks und Schrödinger. Nur, wie eingangs erwähnt, spannend oder dramatisch ist hier gar nichts, weil von Anfang an klar ist, dass es schlimmstenfalls um wissenschaftlichen Betrug geht, dessen Zusammenhänge einfach nicht groß genug ausgefaltet werden, als dass man als Hörer/in mögliche Betrugskonsequenzen als dramatisch und höchstgefährlich einschätzen könnte.

Die Produktion ist gut, die Stimmen klingen gut (einzig Manou Lubowski wirkt hin und wieder mild verschnupft), die Musiken sind gut, der Fall ist befriedigend, der Klappentext zu sehr drüber.

Meine Wertung: 68%
Cover: ...und der Puppenmacher
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Axel Milberg
Bob Andrews Andreas Fröhlich
Chief Householder Gordon Piedesack
Dolly Craig Rosemarie Wohlbauer
Johnson Wanja Mues
Justus Jonas Oliver Rohrbeck
Katee Anne Moll
Kenneth Till Huster
Mary Svantje Wascher
Mr. Rice Stephan Schad
Mrs. Cooper Angelika Berg
Nigel Tim Mälzer
Onkel Titus Erik Schäffler
Patrick Christian Rudolf
Peter Shaw Jens Wawrczeck
Scott John Wesley Zielmann
Sergeant Murray Achim Buch
Tante Mathilda Karin Lieneweg
Tricia Cooper Anna Carlsson
Rezension vom: 01.02.2024

Die drei ???
(225) ...und der Puppenmacher
Erschienen: 2024
Dauer: 2:52:12


Schaurige Maispuppen, Schüsse und verurteilte Verbrecher - keine guten Vorzeichen für eine Hochzeit. Die drei ??? geben ihr Bestes, um das Fest zu retten. Deep Spring, ein verschlafener Ort in der Wüste von Arizona: Die drei ??? reisen an, um die Hochzeit eines alten Bekannten zu besuchen. Doch während die Vorbereitungen in vollem Gange sind, pflastern unheimliche Puppen den Weg der Detektive. Als sie schließlich ein Hochzeitspaar aus Mais, aufgehängt im Gebälk, entdecken, bekommt nicht nur die Braut kalte Füße. Können Justus, Peter und Bob die seltsamen Geschehnisse aufklären?

Mein Kommentar: Nanu, das Buch zu ...und der Puppenmacher war doch gar kein Dreier-Band. Wieso kommt der Fall als Hörspiel auf drei CDs? Nun, das Buch war ein Tick länger als ein typisches ???-Buch und André Minninger hat dieses Mal nichts gekürzt, sodass letztlich fast 3 Stunden Hörspiel dabei herauskamen. Und durchaus ein gutes. Was aber vor allem an André Marx' Vorlage liegt, wodurch die Nichtkürzungen Minningers kein Problem darstellen. Es gibt keine Längen und Marx gelang es, fast vom Fleck weg, die Spannung zu halten.

Ohne prahlen zu wollen, aber ich hatte sehr schnell schon 2 Personen in Verdacht, und ich traf tatsächlich mit einer von ihnen ins Schwarze, weil ein ganz wichtiger Punkt einfach zu arg beiläufig erwähnt wurde - und das noch dazu fast zu Anfang. Selbst das Motiv hatte ich flott vermutet. Mit dem Motiv lag ich zwar ganz leicht daneben, aber, wie erwähnt, es bleibt fortweg spannend. Irrte ich mich vielleicht? Und falls nicht, wie ist das alles abgelaufen? Wie konnte passieren, was passierte?

Dennoch hat dieses Hörspiel auch die eine oder andere Schwäche. Zum Einen fällt mir da zuerst ein, wie sehr ich stutzte, als ich vor dem Hören ins Inlay blickte und dort der Name Tim Mälzer auftauchte. Schon wieder ein Promi? Jahrelang wurde Fans verwehrt, weil sie nicht professionell genug seien, mitzusprechen. Ein durchaus valider Grund. Aber nachdem bei etwa (125) Feuermond (Nick Heidfeld) deutlich hörbar war, wie stark ungeübte Sprecher/innen im Kontext der anderen Stimmen abfallen - und mir fallen noch einige weitere Beispiele ein, unter anderem das (87) Wolfsgesicht! -, verstehe ich nicht, warum bei Europa nicht weiter eisern bei der einstigen Regel verblieben wird. Mälzer macht das zwar ganz okay, aber er fällt einfach auf, inmitten all der anderen, die "wie echt" klingen. Übrigens, Nigel (die Rolle, die Mälzer spricht) wird von vielen oft merkwürdig ausgesprochen. Statt "Nei-dschl" klingt es meistens wie "Neit-schl". Schwierig, das schriftlich festzuhalten.

Konstruiert wirkt mir auch das Rätsel gleich zu Anfang. "Früher zu zweit, doch nun allein". Das könnte schlichtweg jede Person sein. Wieso Justus ganz zielrichtig Kenneth oder Patrick vermutet, ist mir total schleierhaft. Die waren nie "zu zweit" und wieso sollten sie heute "allein" sein? Noch dazu, Justus weiss bis dorthin nur, dass Kenneth und Patrick zurück nach Irland gingen. Was sie seitdem taten, ist ihm offenbar kaum bekannt, denn Kenneth erzählt beider Werdegang erst ein paar Minuten später und Justus tut dabei auch noch ganz "Aha!"-mäßig. Aber dennoch weiß ich den kleinen Spaß zu schätzen. Marx baute ein ???-Rätsel ein, damit man im Buch/Hörspiel ein wenig was mitraten kann, immerhin ist ...und der Puppenmacher ja durchaus ein Jubiläumsfall, nicht wahr? Aber insgesamt verzichtet er Gott sei Dank auf krampfige Rätsel, die am Ende eh nur Justus lösen kann.

Nochmal zu Kenneth: Ich mag Till Huster als Kenneth - gern wieder häufiger! -, doch wieso Mackensy nicht übernommen hat (siehe (14) ...und das Bergmonster), ist zumindest wert, sich darüber zu wundern (und Herr Kubach ist ja leider verstorben). Zudem muss ich auch sagen, dass es sich sehr merkwürdig anfühlt, doch recht viel Background zu Kenneth zu erhalten, wo er doch sonst immer nur eher ein Gehilfe war, der Auto fährt oder schwere Sachen hin- und herschleppt. Nicht zu vergessen, dass Kenneth in ...und der Puppenmacher zwei-, dreimal austickt. Okay, ich kann ihn schon verstehen, aber wenn man ihn nur kennt, wie er sich immer im Griff hat und stets locker bleibt, dann wirkt es andererseits auch sehr fremd.

Abschließend will ich noch loben, dass Marx auf ein totales Friede-Freude-Eierkuchen-Kitschende verzichtete. Natürlich ist zum Schluss hin alles sauber aufgelöst, aber dass eben nicht alles, was zwischenzeitlich geschah, einfach so unter den Teppich gekehrt wird, wie ja sonst so häufig der Fall, finde ich richtig gut!

Ach ja, die Produktion: Die ist gut, wie immer. Effekte, Musiken, Ensemble. Alles passt zusammen.

Meine Wertung: 78%
Cover: Auch Gauner feiern Weihnachten
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Nic Romm
Albert Vierstein Joachim Kretzer
Anna Petersen Simona Pahl
Beate Sachs Miriam Kassner
Doris Rehbein Marion Gretchen-Schmitz
Elisabeth Vierstein Herma Koehn
Erna Sauerlich Eva Columbina
Francesca Daniela Numico
Frida Blumenthal Céline Fontanges
Gabriele "Pfote" Glockner Rhea Harder
Hauke Rehbein Jan-David Rönfeldt
Helmut Hildebrand Christian Rudolf
Hermann Sauerlich Konstantin Graudus
Holger Eilers Holger Bertges
Karl "Computer" Vierstein Tobias Diakow
Kati Alexandra Garcia
Kirsten Söderström Andrea Lüdke
Kommissar Glockner Achim Buch
Kommissar Schalavsky Stephan Schad
Kriminalmeisterin Tamina Salah Henrike Fehrs
Margot Glockner Heidi Berndt
Markus Jannik Endemann
Mitschke Mark Knobloch
Nele Geibel Stephanie Kirchberger
Peter "Tarzan / Tim" Carsten Sascha Draeger
Rauscher Marco Schäffler
Sascha Peymann Martin May
Susanne Carsten Marion Martienzen
Svenno Erik Schäffler
Theo Lutz Holger Wemhoff
Theo Ranke Patrick Berg
Walter Strohmeier Andreas Zaron
Willi "Klößchen" Sauerlich Manou Lubowski
Rezension vom: 10.12.2023

TKKG
Auch Gauner feiern Weihnachten
Erschienen: 2023
Dauer: 2:22:30


Bei einer Klassenführung durch die Sauerlichsche Schokoladenfabrik kommt es zu einem rätselhaften Stromausfall. Schnell wird klar, dass jemand den Hauptsicherungskasten aufgebrochen hat, aber warum das ganze? Der Spürsinn von Tim, Karl, Gaby und Klößchen sagt ihnen, dass ein größeres Verbrechen dahinterstecken könnte. Sie untersuchen den Vorfall und können den Kreis der Verdächtigen auf drei Personen eingrenzen. Jetzt ist detektivische Feinarbeit gefragt! Noch ahnen die vier Freunde nicht, wohin sie das führen wird: Nämlich nach Hamburg, in einen verschlossenen Kühlcontainer voller Schokoweihnachtsmänner. Und plötzlich müssen TKKG nicht mehr um die Schokoladenproduktion der Sauerlichs bangen, sondern um ihr eigenes Weihnachtsfest...

Mein Kommentar: Puh, im Inlay ist ganz schön was los, denn die Liste der Rollen und Personen dahinter ist reichlich! Wobei, die Bezeichnung "Inlay" stimmt ja gar nicht. Auch Gauner feiern Weihnachten ist, zumindest aktuell (Dezember 2023), "streaming-only", und es gibt darum kein Inlay.

Was beim Durchgehen der Namensliste zuerst auffällt, ist der neue Erzähler, welcher Wolfgang Kaven ersetzt. Nic Romm. Schönes Tempo, gute Aussprache, angenehme Stimme. Aber fiel denn niemandem auf, dass er zumindest als TKKG-Erzähler, viel zu nah an Tobias Diakows TKKG-Karl ist? So nah, dass ich zuerst glaubte, Karl wäre auch der Erzähler dieser Folge, ähnlich, wie man es auch von den Tom-&-Locke-Europa-Hörspielen kennt.

Ebenfalls bemerkt man beim Lesen der Namensliste, dass Sascha Peymann (der neue Mann an der Seite von Tims Mutter) nicht, wie in (200) Der große Coup, von Rainer Brandt gesprochen wird, ebenso gab es einen Stimmenwechsel bei Tims Mutter (ehemals Ursula Sieg). Es mag viele gute Gründe dafür geben, aber schade ist es dennoch. Vor allem, weil es in den letzten Jahren gelang, bei wiederkehrenden, aber nicht tragenden Rollen, ein hohes Maß an Konsistenz an den Tag zu legen.

Nicht zu vergessen der krude Titel. Ja, ich meckere schon wieder über einen Folgentitel, weil er schon wieder Mist ist. Zuerst klingt Auch Gauner feiern Weihnachten mir viel zu pädagogisch aufgesetzt, zweitens passt er nur indirekt zum Inhalt. Denn natürlich feiern auch Gauner Weihnachten. Nicht alle vielleicht, aber sicher viele. Und allein der Begriff "Gauner" schwächt das Verbrechen, das im Hörspiel passiert, deutlich ab. Warum nicht gleich "schlimme Finger" oder "Lauser"?

Nun zum Inhalt, den ich 50-50 finde. Ich warne natürlich vor Spoilern! Es gibt die gängigen TKKG-Stilblüten, aber auch, gerade zum Ende hin, viel Spannung. Zuerst zu den Stilblüten, von denen ich nur einige als Beispiel nennen möchte, denn es gibt noch sehr viele mehr. Und mir ist bewusst, es ist eine Adventskalenderfolge, bei der man Zeit strecken muss. Aber TKKG sind seit Tagen in Gefangenschaft. Und die haben die Disziplin, sich das Datum zu merken, sich gegenseitig mit Rätseln bei Laune zu halten, oder gar zu singen. Wie abgebrüht kann man eigentlich sein? Die sind 13 und 14 Jahre alt, himmelnochmal! Und wo wir gerade beim Alter sind, wieso bekommen pubertierende Minderjährige vom Chef einer großen, jährlich Millionen scheffelden und viele Angestellte beschäftigende Firma freien Zugriff auf die Personalakten? Noch dazu, wo ja eigentlich nur ein Stromausfall vorlag, der, so ungewöhnlich dieser auch sei, vielleicht einfach nur Zufall war. Da einfach mal von einer bewussten Tat auszugehen, ist echt gewagt. Ich hätte es verkraftet, wäre man nach dem Stromausfall zum Sicherungskasten gegangen, um zu gucken, ob zum Beispiel eine Sicherung rausflog, und man hätte so den Schaden daran bemerkt. Und TKKG haben danach sogar die Dreistigkeit, genanntes Personal einzeln antanzen und aussagen zu lassen, und ihnen ins Gesicht zu sagen, dass sie die Personalakten kennen. Da bin ich fast vom Stuhl gefallen.

Was die Firma Sauerlich da abzieht, ist sehr, sehr harter Tobak und entbehrt jeder Datenschutzgrundlage - und inwiefern das mit Kinderarbeitsreglementierungen kollidieren könnte, fallls es das täte, darüber denke ich lieber gar nicht erst nach. Aber man muss sich das mal vorstellen: Man wird von seinem Arbeitsplatz ins Büro des Chefs zitiert und da sitzen dann vier Kinder(!), die auf keine Weise in der Firma beschäftigt sind, und verlangen, mit auf dem Schreibtisch aufgeschlagener Akte, Rechenschaft wegen eines Stromausfalls. Ich glaube, ich träume! TKKG verdächtigen aufgrund eines seeeehr schwachen Verdachtsmoments praktisch alle in der Firma, an dem Stromausfall schuld zu sein und bitten daraufhin Herrn Sauerlich, hier ermitteln zu dürfen, der ihnen das gern erlaubt und dabei den Datenschutz gleich mal über den Jordan schickt. Es hätte genauso jemand eingebrochen und wieder rausgeschlichen sein können, und dann? Wieso schließt man diese Möglichkeit kategorisch aus?

Allerdings, und das sei auch noch nochmal erwähnt, zu diesem Zeitpunkt ist die Polizei noch komplett außen vor! Im Laufe der Zeit stoßen TKKG auf die eine oder andere Sache, geraten mehr und mehr in schräge Sitationen, ja, sogar Gefahr, aber dennoch bleibt die Polizei zunächst außen vor. Nimmt man es genau, wird diese erst und wohl auch nur gezwungenermaßen deshalb eingeschaltet, weil dann irgendwann TKKG entführt wurden. Wow! Ja, es gibt TKKG-Folgen (z.B. (45) Unternehmen Grüne Hölle), wo ich bisweilen schräge Momente sogar super fand, regelrecht abfeierte, weil sie, allem Quatsch trotzend, selbstironisch und mit viel gut erkennbarem Humor erzählt wurden. Aber in Auch Gauner feiern Weihnachten findet sich nichts davon. Das ist alles komplett ernst gemeint!

Als Randnotiz, finde ich sehr unglaubwürdig, dass TKKG, nach ihrem Ausbruch, seit 6 Stunden weg sind und die Entführer die ganze Zeit nach ihnen suchen. Das zeigt, wie wichtig ihnen die Sache ist, TKKG erneut zu erwischen. Doch dann sitzen TKKG auf einem Hochsitz im Wald, ein Bösewicht steht direkt daneben, denkt aber nicht mal daran, auch nur kurz mal hochzuleuchten, oder gar hinaufzuklettern? Wie passt das denn zusammen? Wer soll das denn glauben? Aber hey, ich halte dem Plot aufrichtig hoch, dass Tim nicht einfach alle Bösewichte mit Karate auf die Matte knallte, fesselte und dann, unter Androhung von weiterer, noch schlimmerer Gewalt, einen von ihnen zwang, sein Handy und die Entsperr-Geste herauszurücken, damit Tim die Polizei rufen kann. Oh, und ach ja: Als TKKG auf ihrer Flucht das Auto auf der Straße entdecken, riechen auch Instinktmuffel drei Meilen gegen den Wind, wer da wohl drinsitzt. Kurz, das lahmste Krimistilmittel aller Zeiten fand hier tatsächlich seinen Weg. Wie aber TKKG nur anhand von Gabys Blicken einen Fluchtplan ersinnen, ohne, dass es Missverständnisse gibt, oder der böse Bube etwas davon merkt, das war ein echter "Jump the Shark"-Moment, denn es gab ja einen doch relativ komplexen Aktionsablauf, der auch noch in der korrekten Reihenfolge ablaufen muss. ...und wie künstlich Klößchen dann auch noch meint, da sei ein weißer Wolf. Oh, ja, wie hat Karl es geschafft, die Fahrertür von hinten nach vorn greifend zu öffnen und dabei weit genug aufzustoßen? Oder wie viel Schwung konnte Tim aufbringen, den Typen raus-, gleichzeitig die Tür dabei mit aufzustoßen und mit einem Schwupp auf den Fahrersitz rüber, OHNE, dass die Karre crasht...? Wo das für Tims Position noch halbwegs möglich klingt, scheint mir das für Karls Position zu unreaslistisch. Nee, die gesamte Automitnahmeszene ist mir zu sehr vom Zufall abhängig und zu sehr zu TKKGs Gunsten geschrieben... Natürlich gönne ich ihnen die Flucht, aber der 100er-Folgen-Tim hätte dem Fahrer einfach den rechten Arm auf den Rücken gedreht und dann ein Bremsmanöver gefordert. Doch mir geht nicht in den Kopf, warum man den guten, alten Super-Tim ständig hervorkramt, wenn man es für richtig hält und wieder wegpackt, wenn man (vemeintlich) Realismus und/oder Spannung will. Das macht die Rolle des Tim, egal wie super oder unsuper er wäre, einfach unlesbar und total unglaubwürdig. Dann entscheidet euch mal endlich für eine Gangart, liebe Macher und Macherinnen. Gebt Tim seine Superkräfte oder lasst sie weg, aber das Hin und Her nervt.

Nun zu den Dingen, die der Fall gut macht. Als Novum wurden tatsächlich einmal TKKG als Ganzes entführt, statt wieder mal nur Gaby (oder Klößchen). Und auch, ohne, dass eine schlappe Doppelgängerstory dahintersteht. Und der Großteil dieses Storyzweigs wurde sehr actionreich und spannend verpackt. Ich finde zwar die gesamte Ausbruchsszene sehr verwirrend geschildert, aber ich unterstelle mal, gutgläubig wie ich bin, dass das alles seine Richtigkeit hat. Mit anderen Worten: Das letzte Drittel des Hörspiels ist die meiste Zeit richtig gut (drückt man bei so manchem alle Augen zu) und hat keine irgendwie wahrnehmbare Länge; aber eben doch leider auch einige TKKG-Storylogiken, wie Stefan Wolf sie selbst nicht besser hätte verfassen können.

Fazit: Auch Gauner feiern Weihnachten ist insgesamt ein gutklassiges TKKG-Hörspiel. Aber trotzdem mal die Frage an alle Macher und Macherinnen, und Abenteuerlichkeit und Alltagseskapismus mal ausgeblendet, wieso es bei TKKG eigentlich nie mehr ohne solchen teils an Schwachsinn grenzenden Mumpitz geht (13jährige lesen Personalakten und führen Verhöre durch, pipapo). Die alten Folgen waren voller Mumpitz, über den man sich ärgern kann, aber er war wenigstens konsistent und bisweilen erheiternd. Ich meine, bei Bibi Blocksberg beklage ich natürlich auch nicht, dass es Hexen und fliegende Besen ja eigentlich gar nicht gäbe, aber TKKG nehmen sich verdammt ernst und die Geschichten spielen ja auch (mehr oder weniger) in der Realität. Klar gibt es bisweilen Zufälle und ähnliche Dinge, und manchmal muss man in Bezug auf Recht und Gesetz vielleicht auch mal kreativ werden, damit es interessant oder spannend werden kann, ohne, dass man sich dauernd wiederholt. Aber so oft, wie bei TKKG...?

Die Produktion selbst ist wunderbar, und sie verzichtet sogar darauf, uns dauernd zu erzählen, (da ja Adventsspecial) welcher Tag gerade ist, oder in einer Tour Weihnachtslieder durch die Lautsprecher zu pusten. Die Sprecher/innen machen einen guten Job, und Marc und Miriam vom (Masters of the Universe-)Fan-Magazin "Die Welt der Meister" hinterlassen auch einen sehr passablen Eindruck. Die Soundeffekte passen, die Musiken auch. Nur das neue, unschöne Coverkonzept bleibt uns wohl also tatsächlich erhalten (siehe (229) Auf den Schwingen des Totenvogels).

Meine Wertung: 56%
Cover: Die Yacht des Verrats
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Axel Milberg
Bob Andrews Andreas Fröhlich
Clayton Badu Frank Roder
Cumba Balewa Heidi Berndt
Ian Carew Sascha Draeger
Justus Jonas Oliver Rohrbeck
Kommissarin Martinez Caroline Kiesewetter
Larry Stephan Schad
Mambo Mawu Regina Lemnitz
Morton Michael Prelle
Peter Shaw Jens Wawrczeck
Thabani Mathoho Tim Grobe
Rezension vom: 30.11.2023

Die drei ???
(224) Die Yacht des Verrats
Erschienen: 2023
Dauer: 1:12:44


Justus Jonas ist einmalig - oder etwa nicht? Unerwarteter Besuch und ein Diebstahl führen die drei ??? auf die Yacht des Verrats. Justus, Peter und Bob trauen ihren Augen kaum, als ihnen Ian Carew wieder gegenübersteht. Ein alter Fall verbindet die Detektive mit dem Sohn des ehemaligen Premierministers von Nanda. Kein Wunder, dass Ian erneut ihre Hilfe sucht. Er ist im Auftrag seines Landes in Rocky Beach, doch jemand verfolgt ihn und in sein Hotelzimmer wurde eingebrochen. Können die drei ??? ihrem Freund helfen?

Mein Kommentar: Ben Nevis ist es gelungen, Ian Carew sinnvoll zu reaktivieren, statt eben einfach nur alles auf Ian abzuladen, was aber ansonsten jeder andere neue Charakter ebenfalls hätte verkörpern können. Wobei, nun ja, es hätte auch jeder Charakter verkörpern können, aber Ian zu wählen, macht vieles leichter und es passt auf sein Profil, aus (28) ...und der Doppelgänger (die Kurzgeschichte aus Das Rätsel der Sieben mal nicht beachtet). Außerdem ist es sehr angenehm, Sascha Draeger mal wieder bei den ??? zu hören. Noch dazu ohne die Super-Tim-Anleihen, die er sonst bei TKKG (oder entsprechenden Parodien) verkörpert.

Der Aufbau des Falls könnte ein wenig flotter abgehen, aber sobald die Sache läuft (so nach ca. 20-25 Minuten), macht es Spaß, zuzuhören. Die Idee mit dem doppelten Ian an Bord der Yacht ist eingermaßen originell und natürlich läuft dabei nicht alles glatt. Es hält darum gut bei der Stange, weil man wissen möchte, ob die Sache noch gut geht, und wenn ja, wie.

Mich stört lediglich, dass gleich drei-, viermal in diesem Hörspiel Gespräche so verlaufen, dass A sagt "Kommt nicht in die Tüte, auf keinen Fall!", dann sagt B "Ach komm schon!" und A antwortet daraufhin "Na gut, okay!"... Ist mir etwas zu billig gelöst.

Ein wenig überfrachtet ist dann noch die Auflösung am Ende, bei welchem wieder zig Dinge runtergespult werden, die man als Hörer/in unmöglich mitbekommen haben kann, und die teilweise auch etwas brechstangenhaft daherkommen, z.B. die Sache mit dem heimlichen An-Bord-kommen als Justus langsam die Erklärungen ausgehen, oder als die Sache sich zuspitzt und plötzlich die rettende Person den Raum betritt und binnen Augenblicken alle Gefahr verschwunden ist.

Die Produktion ist wie eigentlich immer sehr hochwertig und ich mag auch das neue Pfeiff-Lied - das Pfeiffen selbst könnte nur eine Spur leiser als die Musik sein, denn bei höhen (Pfeiff-)Tönen kann es schon mal am Trommelfell kitzeln, wenn man dem Geschehen über Kopfhörer lauscht...

Meine Wertung: 74%
Cover: Kletterhalle in Gefahr
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Peter Kaempfe
Dieter Schaluppke Tim Grobe
Gabriele "Pfote" Glockner Liza Ohm
Helmut Pfaff Holger Umbreit
Jo Schaluppke Patrick Stamme
Karl "Computer" Vierstein Felix Strüven
Kommissar Glockner Michael Bidella
Peter "Tarzan / Tim" Carstens Sebastian Fitzner
Polizist Frank Gustavus
Polizistin Jennifer Spiesen
Susanne Ehrlicher Eva Michaelis
Willi "Klößchen" Sauerlich Julian Greis
Rezension vom: 22.11.2023

TKKG Junior
(30) Kletterhalle in Gefahr
Erschienen: 2023
Dauer: 56:14


TKKG haben sich in den Sommerferien für einen Kurs im Kletterverein von Susanne Ehrlicher angemeldet. Die sympathische Trainerin ist eine wahre Kletterkünstlerin. Doch dann entdeckt die Polizei bei einer Durchsuchung der Kletterhalle in Susannes Ehrlichers Umkleideschrank einen wertvollen Diamantring, welcher kürzlich gestohlen worden ist. Ein anonymer Anrufer hatte Kommissar Glockner einen Tipp gegeben. TKKG glauben fest an die Unschuld ihrer Trainerin und übernehmen den Fall! Doch der ist viel verzwickter, als sie zunächst vermutet haben - und bei ihren Ermittlungen geraten die Freunde in große Gefahr...

Mein Kommentar: Ein gutklassiger TKKG-Junior-Fall, wenn auch etwas routiniert, bzw. vorhersehbar. Denn es können eigentlich nur 3 Personen gewesen sein - und zwei davon werden kategorisch ausgeschlossen (obwohl sie es theoretisch trotzdem gewesen sein können), also bleibt nur eine übrig. Warum da dennoch mitten im Wald die Bäume nicht gesehen werden, kann ich mir nur so erklären, dass es eben für die Jüngeren gemacht ist. Trotzdem habe ich ganz schön mit den Augen gerollt und mich gefragt, wieso etwas derart offensichtliches nicht gesehen oder zumindest erwogen wird.

Auch das Motiv ist... hmmm... naja... reichlich panne, tut mir leid. Es ändert nichts an der Situation, an der ohnehin niemand so wirklich richtig schuld war, und (SPOILERALARM!) wen interessiert schon ein solch im Grunde unbedeutender Rekord? Die "böse Person" scheint nämlich eigentlich nicht unintelligent oder übermäßig rührselig zu sein... Aber auch hier, es ist eben für die Kleinen! Erwachsene dürfen darüber nicht gar zu sehr nachdenken - denn selbst, wenn es solche Menschen (wie die "böse Person") tatsächlich geben sollte, es ist einfach ein großes Kopfschüteln.

Alles in allem bleibt Kletterhalle in Gefahr ein ordentlicher Fall, der sauber produziert ist und flott, aber nicht hektisch, erzählt wird. Selbst die brenzlige Lage, in der die Juniors gegen Ende stecken, ist erstaunlich, denn es wundert mich, muss ich zugeben, dass diese so intensiv enthalten ist. Denn, wenn schon "für die Kleinen", dann passt das irgendwie nicht so ganz in dieses Konzept. Gerade deshalb wundert mich die Diskrepanz zwischen Fallaufbau und Fallende. ...und, wie schon mehrfach in meinen TKKG-Junior-Rezensionen genannt, die ständige Dauerfröhlich- und -scherzhaftigkeit der vier, kann ein wenig nerven.

Meine Wertung: 68%
Cover: Böser die Glocken nie klingen
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Axel Milberg
Blacky Heikedine Körting
Bob Andrews Andreas Fröhlich
Daniel Sebastian König
Desmond Patrick Baehr
Emily Gerlinde Dillge
Glenda Saskia Haisch
Inspector Cotta Holger Mahlich
Jack Manou Lubowski
Justus Jonas Oliver Rohrbeck
Kathy Hiller Lucia Angelina Mahler
Megan Henrike Fehrs
Mrs. Kirk Suzanne von Borsody
Onkel Titus Erik Schäffler
Peter Shaw Jens Wawrczeck
Samuel Leech Achim Buch
Tante Mathilda Karin Lieneweg
Violet Bell Andrea Lüdke
Rezension vom: 20.11.2023

Die drei ???
Böser die Glocken nie klingen
Erschienen: 2023
Dauer: 3:23:29


Weihnachten auf dem Schrottplatz - doch die drei ??? gönnen sich keine Pause. Auch in der besinnlichen Adventszeit übernehmen Justus, Peter und Bob jeden Fall. Die drei Detektive schmücken den Weihnachtsbaum auf dem Schrottplatz, als sie plötzlich einen kryptischen Hilferuf in einem Weihnachtsglöckchen entdecken. Doch wer ist der Absender? Die Spur führt die drei ??? in ein Wohnheim für Jugendliche. Die Zeit drängt - wird es ihnen bis zum 24. Dezember gelingen, den Fall zu lösen? Ein weihnachtlicher Fall in 24 Kapiteln.

Mein Kommentar: Langsam bekommen die ???-Adventskalender so viel Routine, dass man ihnen anhört, dass sie künstlich gestreckt sind. Wie jedes Mal ist auch Böser die Glocken nie klingen so gestrickt, dass jeder Track für ein Kalendertürchen steht. Aber es passiert doch auffällig oft, dass Justus, Peter und Bob sich am Ende eines Tracks vertan haben oder ins Leere liefen, bzw., dass sie feststellen, dass sie es "morgen" nochmal woanders versuchen müssen.

Es ist nichts dagegen zu sagen, dass sich Detektive auch mal irren, dass gerade nicht viel geschieht oder dass ihre Recherchen nichts ergeben. Aber was in den regulären 60- bis 80-Minütern, sowie den vielen Specials, nur gaaaanz selten mal vorkommt, und dann auch nicht mehrere Minuten dauert, nur, um direkt danach im Grunde dieselbe Szene erneut zu hören, ist eben... naja... erträglich. Bei Böser die Glocken nie klingen wird es allerdings doch mild anstrengend.

Zumal, wie bei den Spezialadventsfolgen üblich, man muss eben irgendwie auf eine gewisse Spielzeit kommen - und natürlich bin ich als Hörer einer solchen Folge geneigt, die eine oder andere unnötige Länge zu akzeptieren. Doch hier sind auch die sonst so irgendwie akzeptablen Längen so auffällig und unnötig, dass man sie nicht augenzudrückend weglächelt, sondern man sich eher den Blick gen Himmel richtend fragt, wieso man derartig die Geduld der Fans strapaziert.

Wenn ich den enthaltenen Fall abschließend noch rein als Fall per se betrachte, geht er gerade noch okay. Der Aufhänger mit der Christbaumkugel und der darin sich befindlichen - wie es im Klappentext heißt: "kryptischen" - Nachricht ist in der Tat kryptisch und von dem grandiosen Zufall abhängig, dass die Kugel zunächst zerspringen muss. Und: Sie muss zeitnah zerspringen! Was bringt die Nachricht, wenn sie erst in 5, 30 oder 100 Jahren entdeckt wird? Oder nie?

Und da drückt man beim Anhören beide Augen zu, doch dann legen Justus und Bob diese Paradoxien selbst auf den Tisch - und wischen sie einfach beiseite, bzw. gehen viel zu direkt vor, ohne zu wissen, von wem die Kugel gemacht worden ist, wer die Nachricht versteckte, was genau sie bedeutet und gegen wen oder was gewarnt wird. Vielleicht kontaktiert man ja genau die falsche Person? Gab's wirklich keine andere Möglichkeit, erstmal was zu recherchieren? Da fiel's mir dann schon schwer, nochmal beide Augen zuzudrücken.

Der Rest des Falls ist dann aber mal was anderes im ???-Universum und behandelt sich ein durchaus wichtiges, ernstes Thema. Ich komme nur nicht umhin, mir zu wünschen, dass man diese Adventsfolge auf 60-70 Minuten eingedampft und dass die Person hinter der kryptischen Nachricht die drei ??? einfach heimlich angerufen und erklärt hätte, worum es geht. Dann hätte man jede Menge Zufälle ausgemerzt und auch das merkwürdige Gespräch mit Emily (an Tag 4) wäre nicht so krampfig auf "mystisch" gedreht worden.

Nun, davon ab blieb bei mir außerdem noch mir hängen, dass A) Gerlide Dilge hier auffällig schief und schrägt singt - wengleich zwischen all den kruden Tönen nicht schwer herauszuhören ist, dass sie eigentlich doch singen kann und lediglich versucht, das zu verbergen. Und B), wie sehr ich mich freute, zu Beginn eines der Tracks die gute, alte Funk-Füchse-Titelmusik zu hören. DAS ist in der Tat eine positive Überraschung, die eines Adventskalenders würdig ist!

Die Produktion ist gewohnt "Studio Körting", ich habe nichts daran auszusetzen. Dennoch: Diese Folge ist deutlich hörbar in die (Über-)Länge gezogen worden und die Zufälle, die den Fall erst ins Rollen bringen, also... naja...

Fazit: Ich erwarte bei Adventskalenderfolgen nicht, dass diese über 24 Tracks hinweg 100% der Zeit spannend sind. Aber man sollte bitte keine Sonderfolge produzieren, wenn man sie solcherlei hinbiegen muss, nur, damit sie als Adventskalenderfolge erscheinen kann. Weniger ist mehr!

PS: Und wieder einmal der Titel - warum passt der schon wieder nicht wirklich zum Inhalt?

Meine Wertung: 56%
Cover: Der widerliche Weihnachstwichtel
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Peter Kaempfe
Brigitte Heller Ela Nitzsche
Chris Heller Robert Knorr
Edwin Bofinger Tetje Mierendorf
Erwin Krüger Santiago Ziesmer
Frau Sauerlich Dagmar Dreke
Gabriele "Pfote" Glockner Liza Ohm
Gerd Ströck Mike Olsowski
Hans Tobias Schmitz
Herr Sauerlich Kai-Henrik Möller
Julia Josephine Martz
Karl "Computer" Vierstein Felix Strüven
Kasper Jürgen Holdorf
Kommissar Glockner Michael Bideller
Lena Jessica Rühle
Margot Glockner Christine Kutschera
Mario Hengstler Lino Kelian
Martha Gruchel Dagmar Dreke
Miriam Haase Cosima Ertl
Olivia Charlotte Martz
Pater Augustinus Joachim Kretzer
Peter "Tarzan / Tim" Carstens Sebastian Fitzner
Rudi Fendrich Jens Wendland
Tine Thaler Elise Eikermann
Willi "Klößchen" Sauerlich Julian Greis
Rezension vom: 03.10.2023

TKKG Junior
Der widerliche Weihnachstwichtel
Erschienen: 2023
Dauer: 1:38:00


Endlich beginnt die Adventszeit! Als Klößchen das erste Stück Schokolade seines Sauerlich-Adventskalenders essen will, muss er feststellen, dass es ekelhaft bitter und komplett ungenießbar ist. Im ersten Moment denkt er an einen Internatsstreich, doch als Tim, Karl, Gaby und Klößchen kurz darauf eine verschlüsselte Nachricht erreicht, wird klar, dass ein widerlicher Weihnachtswichtel nichts Gutes im Schilde führt. TKKG stürzen sich in den neuen Fall und werden Zeugen eines mutwilligen Zerstörungsakts. Und das ist erst der Anfang! Was hat der widerliche Weihnachtswichtel vor? Und warum hat er es auf TKKG abgesehen? Werden die vier Junior-Detektive den Fall noch vor dem Weihnachtsabend lösen können?

Mein Kommentar: Anno 2023 sind die Junior-TKKGs an der Reihe mit einer überlangen Weihnachtsfolge im Adventskalenderformat. Das heißt, 24 Kapitel, sodass man die Folge vom 1. bis 24. Dezember so konsumieren kann, dass man jeden Tag ein weiteres Kapitel anhört. In der Realität wird das aber wohl kaum jemand machen, denn jedes Kapitel dauert im Schnitt nur 3-5 Minuten. Und in einigen Kapiteln passiert nur wenig bis fast gar nichts. Außerdem: Wer weiß denn nach 3-4 Tagen noch, was in den jeweils vorherigen Kapiteln so abging?

Der Erzähler verortet zu Beginn jeden Kapitels, wo und wann genau wir uns gerade befinden (und das ist jedes Mal innerhalb der Adventszeit). Ebenfalls werden hin und wieder Begriffe wie Schnee, Weihnachtsbäume oder Adventskranz fallengelassen, aber akustisch will das einfach nicht funktionieren. Ich bin durchaus froh, dass auf kitschige Weihnachtslieder im Hintergrund und Gemampfe von Keksen, Spekulatius und Co. verzichtet wurde, aber dennoch will einfach kein Weihnachts- oder Winterfeeling aufkommen.

Im Gegenteil, die Musiken, die ständig eingespielt werden, sind typisch für die Hörspiele von TKKG Junior. Mich erinnerten sie schon immer sehr stark an den Vibe der "Sonic the Hedgehog"-Videospiele auf dem Mega Drive, und das ist gewiss nichts schlechtes. Doch der gute, alte Sonic ist nunmal weder der Nikolaus, noch das Christkind oder Väterchen Frost.

Die Sprecher/innen machen durch die Bank einen hervorragenden Job; sie spielen sogar quasi-hintergründig auffällig unschuldig oder unbeteiligt, sodass man als Kind mitraten kann (nur bringt das nichts, weil man einiges für die Auflösung wichtiges nicht erfährt). Andererseits weiß man als Erwachsene/r umso deutlicher, worauf es am Ende hinauslaufen wird. Ebenso nagt TKKGs Dauerfröhlichkeit und -scherzerei bisweilen ein wenig an den Nerven der Erwachsenen.

Nachdem nun die Produktion per se besprochen wurde, noch einige Worte über die Story. Im Großen und Ganzen unterhält sie sehr gut. Selbst eine Telefonszene mit Herrn Sauerlich und einem Erpresser wäre eigentlich zum Augenrollen, aber weil die beiden ihre Texte dabei so authentisch rüberbringen, ist es lustig - in einigen Jahren vielleicht sogar kultig, wer weiss.

Was mir allerdings gar nicht gefällt, ist, wie sorglos Miriam Haase mit der Nennung von Namen und Bildern von Kindern in der Presse umgeht. Mehr noch, ihr Chef dränge sie sogar dazu, den Bericht ganz schnell herauszubringen. Man könnte diesen beiden Personen jetzt vielleicht Kaltschnäuzigkeit unterstellen. Aber nur eine Szene weiter sprechen TKKG darüber, dass sie vielleicht bald negativ in der Zeitung stehen werden und tun das ihrerseits sehr lari-fari mit "Pressefreiheit" ab. Aber man darf eben nicht so ohne Weiteres Bilder und/oder Namen von Privatpersonen nennen, noch weniger, wenn es sich um Kinder handelt, und/oder um unbewiesene, aber beschuldigende Sachverhalte. Natürlich gibt es durchaus genug Pressevertreter/innen, denen sowas herzlich egal ist, oder die, warum auch immer, einer möglichen Klage gelassen entgegensehen. Doch hier machte es sich Hofstetter deutlich zu leicht. Hier war die tolle Chance, die Geschichte so zu erzählen, dass klar wird, warum die Haase das tut, und wie sie das begründet. Vielleicht hätten die TKKG-Eltern der Redaktion mit rechtlichen Schritten gedroht, oder was auch immer. Nein, TKKG - und wohl auch die Eltern - fügen sich einfach. Immerhin sind unter den Eltern Medienprofis (die Sauerlichs) und Gesetzeskenner (Herr Glockner - oder zumindest die Rechtsabteilung auf seinem Revier), aber auch die tun rein gar nichts in dieser Hinsicht. Es wäre perfekt für zum Beispiel Karl gewesen, in diesem Punkt einige Fakten zu dieser Sache vom Stapel zu lassen.

Nun, ich reite darauf herum, weil dieses im Hörspiel allzu simpel herunterbrochene Thema sehr viel Angriffsfläche bietet und es der zentrale Punkt des Falls ist. Gerade deshalb hätte Hofstetter sich hier viel mehr Mühe geben sollen. Dann hätte man die einzelnen Kapitel je einfach etwas länger machen können, oder 1-2 Kapitel hätten diesen Sachverhalt irgendwie behandelt, oder zumindest verständlich erklären können. So bleibt für mich nur maßlose Verwunderung darüber, wieso die Redaktion sich so verhält/äußert, als hätte sie alle Rechte der Welt, und warum weder TKKG noch ihre Eltern irgendetwas dagegen unternehmen wollen, oder zumindest erklären, warum man da angeblich nichts machen könne.

Die Sache, dass die Person hinter all dem Krams aus einem vorherigem Junior-Fall stammt, wäre mir noch wichtig. Leider taucht nämlich keiner der dafür relevanten Vor- oder Nachnamen in einem der vorherigen Junior-Hörspiele auf. Schade - oder ich sehe den Zusammenhang nicht. Aber na gut, das kann man hinnehmen, und dann war's ein Fall, der nicht veröffentlicht wurde.

Ein wenig seltsam ist dann noch die zu erpressende Summe von 10115 Euro. Wieso ein solch schiefer Betrag? Dieser wird am Ende zwar erläutert, aber da taucht die nächste Frage auf. Welche moderne Videospielekonsole kostet bitte 1250 Euro? Selbst für die gerade allerneuste Konsole mit First-Party-Zubehör und 1-2 Spielen käme man nur ungefähr in die Nähe dieses Betrags. Klar, mit einem Gaming-PC könnte man leicht sogar ein Vielfaches von 1250 Euro ausgeben. Aber es war eindeutig von "Konsole" die Rede, und von Zubehör oder Spielen wurde kein Wort verloren. Aber ok, das fiel mir nur am Rande auf...

FAZIT: Guter, unterhaltsamer Fall. Eigentlich! Leider nur ruiniert diese tumb wegerklärte Presserechtssituation für mich vieles. So einfach mit "Die dürfen das halt!" ist das nicht zu erklären. Und falls doch, hätte ich diese Erklärung gern genannt bekommen.

Meine Wertung: 50%
Cover: Die Geisterjagd
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Peter Kaempfe
Gabriele "Pfote" Glockner Liza Ohm
Hilde Hedi Kriegeskotte
Karl "Computer" Vierstein Felix Strüven
Mechthild Gerlinde Dillge
Peter "Tarzan / Tim" Carstens Sebastian Fitzner
Rufus Jogi Kaiser
Willi "Klößchen" Sauerlich Julian Greis
Rezension vom: 30.09.2023

TKKG Junior
(29) Die Geisterjagd
Erschienen: 2023
Dauer: 46:38


Bei einer Freundin von Karls Mutter spukt es. Dinge verschwinden, im Haus gibt es seltsame Geräusche und nachts geht ein Gespenst um. Das klingt nach einem sehr außergewöhnlichen Fall für TKKG! Bei einem Wochenendbesuch wollen die Juniordetektive der Sache auf den Grund gehen. Aber nicht jeder der Hausbewohner ist von ihrem Besuch begeistert. Werden Tim, Karl, Klößchen, Gaby und Oskar es trotzdem schaffen, Licht in diese Gruselgeschichte zu bringen?

Mein Kommentar: Ja, TKKG Junior sollen ein junges Publikum ansprechen - und das ist auch völlig in Ordnung. Darum verstehe ich, wenn es nicht wirklich fies zugeht, sondern eben kindertauglich und auch etwas offensichtlicher verläuft.

Doch es war gleich nach nur wenigen Minuten klar, wie was genau am Ende aufgelöst werden wird. Eine alte Dame beklagt Spuk in ihrem Haus und zwei grantige Personen im selben Haus empfehlen, die Dame solle vielleicht doch lieber in ein Altenpflegeheim umziehen, da würde es wohl bestimmt nicht spuken. Noch deutlicher kann man es seinem Publikum nun wirklich nicht ins Gesicht sagen. Aber ok, die Serie heißt schließlich TKKG __Junior__, nicht wahr!? Also: Beide Augen zudrücken...

Aber es hapert noch an weiteren Stellen, und zwar zu gewaltig, als dass ich das mit dem Namen der Serie wegerklären könnte, oder gar möchte. Die 4 Junioren lösen erneut einen Fall nur durch puren Zufall. Sie hören oder entdecken mir in letzter Zeit zu häufig zufällig die Lösung des Falls. Wobei: HIER war's wirklich sowieso direkt klar, wie Hase läuft. Aber der Burner ist das Ende selbst. Na klar, wären die Menschen "in Scharen" (Zitat!) gekommen. Alle wollen Fake-Gespenster in einem Haus sehen. Klar. Damit kann man schließlich Millionen verdienen...

Wie "die böse Person" sich dann übertrieben schon fast in Hose macht und haste-was-kannste aus dem Haus rennt, dabei ein konstruiertes, schräges Von-hinten-durch-die-Brust-ins-Auge-Geständnis von sich gibt, und anschließend alle erleichtert lachen, und dann lachend und mit einem Schmunzeln auf den Lippen getönt wird, die Taten der "bösen Person" waren "daneben", hihi, aber man wird mal mit der "bösen Person" reden und dann darf sie auch wieder zurück, hihi... Wenn eine "böse Person" derartig egoistisches und egozentrisches tut, klar, da drückt man halt gern mal ein Auge zu...

Nee, sorry, ich habe allzu oft den Kopf geschüttelt. Man kann durchaus kindgerecht eine Konsequenz durchziehen, und zwar so, dass Kinder dies verstehen. Aber diese Auflösung ist mir viel zu wischi-waschi und hingekitscht. Da ist Potenzial für viel kindgerechte Spannung, vielleicht könnte man im weitesten Sinne sogar kindgerechte Dramatik sagen, und dann kommt so ein Käse dabei raus...

Die Produktion ist allerdings top; abgesehen von der Telefonstimme der Dame, mit der Karl zu Beginn spricht. Viel zu quäkig. Selbst in den 80ern klangen Personen am Telefon nicht so. Das hätte man viel besser machen können...

Meine Wertung: 53%
Cover: Auf den Schwingen des Totenvogels
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Wolfgang Kaven
Annette Licht Johanna Balluch
Barbara Böckmann Manuela Eifrig
Corinna Liebknecht Gerlinde Dillge
Eleonore von Kleist Antje Birnbaum
Erna Sauerlich Eva Colombina
Gabriele "Pfote" Glockner Rhea Harder
Hans-Joachim von Kleist Michael Prelle
Helmut Blaschke Leonhard Mahlich
Karl "Computer" Vierstein Tobias Diakow
Klaus Jasper Erik Schäffler
Kommissar Glockner Achim Buch
Kurt Sauerlich Konstantin Graudus
Oliver Blaschke Sebastian König
Peter "Tarzan / Tim" Carsten Sascha Draeger
Willi "Klößchen" Sauerlich Manou Lubowski
Rezension vom: 10.09.2023

TKKG
(229) Auf den Schwingen des Totenvogels
Erschienen: 2023
Dauer: 57:45


Während der Dichter Dante Dannewitz in der Bibliothek der Kleist-Villa seine düsteren Verse vorträgt, werden aus dem Safe im Schlafzimmer die wertvollen Familienjuwelen gestohlen. Am nächsten Tag nehmen Tim, Karl, Gaby und Klößchen die Spur in der Nachbarschaft der Familie Sauerlich auf. Sie rekonstruieren den Tathergang, legen verdeckte Motive frei und haben bald drei verdächtige Personen ausfindig gemacht. Aber ob unter ihnen wirklich der Täter ist? Wie sich herausstellt, muss Tim erst noch seine größte Angst überwinden, bevor die vier Detektive den kniffligen Fall lösen können.

Mein Kommentar: Bevor ich über den Fall sprechen will, möchte ich zuerst diese wirklich oberlangweilige Neu- und Komplettumgestaltung des Layouts schelten. Da fehlt jede Identität und jede Form von Erkennungsmerkmal - selbst im Innenteil bei der Namensliste. Man sieht förmlich die gestrichelten Ausrichtungslinien auf dem Photoshop-Canvas. Damit ich nicht missverstanden werde: Das Covermotiv ist ganz okay, ich beklage allein das gesamtheitliche Layout, sowie den neuen Blauton! Im Innenteil gibt's dann noch einen im kindhaften Comicstil gehaltenen, lächelnden Cartoon-Oskar, mit Kopfhörern auf... Ich dachte, dafür gäb' es TKKG Junior?

Dieser Fall besteht zu zwei Dritteln aus Sherlock-Holmes-Anleihen. TKKG stehen überall immer nur dabei und kriegen allerlei Aussagen mit. Passieren tut aber eine ganze Weile überhaupt nichts. Es wird geredet und TKKG und wir hören dabei zu. Ja gut, ein paar Fakten werden schon genannt, aber ich muss wieder einmal die fehlende Abenteuerlichkeit der frühen TKKGs anmahnen. Erst im letzten Drittel gibt's dann endlich einmal Bewegung. Es passiert doch tatsächlich was. Nicht viel, aber immerhin. Tim hängt sich sogar an einen Heißluftballon. Wobei sich seine "Schwäche" offenbart.

Ja, wirklich. Tim hat Angst vor Höhen - und/oder dem Fliegen, so ganz eindeutig wird das nicht geklärt. Doch Tim hat sich erstaunlich schnell wieder im Griff und erklärt tapfer (ich paraphrasiere!), er hat sich vorher noch ein wenig was angeguckt, und war deshalb darauf vorbereitet. Da musste ich dann schon schmunzeln, ja, gar glucksend lachen. Tim ist nicht nur ein Sofort-Meister jeder Sportart auf dem Erdenrund, dem es gelingt, 100 Hobbies gleichzeitig unter einen Hut zu kriegen, nein, er ist sogar dann übermenschlich gut, wenn es darum geht, eine Phobie in den Griff zu kriegen. Ach ja, der gute, alte Super-Tim... Und, am Rande: Ich frage mich, warum Klößchens Vater auf einmal Kurt heißt, und nicht mehr Herrmann.

Die Produktion ist gewohnt gut, die Story gerade noch akzeptabel, mit zarter Tendenz zum gleichgültigen Achselzucken, weil viel zu spät was passiert. Doch selbst dann, oben in der Luft, verbleibt es letztlich bei einem Tatgeständnis aus Phobie und lauten Rufen.

PS: Das Layout... Wirklich!?

PPS: Und der Titel ist erneut zu vielversprechend und nur so gerade eben noch hinerklärt! Hauptsache, der Titel ist spannend.

Meine Wertung: 55%
Cover: Kai Schwind liest "...und das Bergmonster"
Rolle Sprecher/in
Albert Hitfield Axel Lutter
Vorleser Kai Schwind
Rezension vom: 20.08.2023

Die drei ??? gelesen von...
Kai Schwind liest "...und das Bergmonster"
Erschienen: 2023
Dauer: 3:50:45


Das neue Abenteuer, das Justus, Bob und Peter zu bestehen haben, fängt ganz harmlos an: mit der Suche nach einem Schlüssel. Doch bald schon häufen sich verdächtige Vorgänge, und ihre Ermittlungen wollen nicht vorangehen. Das Geheimnis um das grauenvolle Bergmonster scheint unlösbar. Fast wäre alles zu spät... 

Mein Kommentar: Kai Schwinds Name ist im Mainstream praktisch unbekannt. In Hörspielkreisen kennen ihn viele wohl am ehesten durch "Die Ferienbande". Und, wenn man etwas auf Zack ist, weiß man sicherlich auch, dass er unter anderem bei Die drei ??? auf verschiedene Weise mitwirkte (beispielsweise bei den Live-Touren als Autor). Umso mehr verwundert es mich, dass Kai Schwind nicht deutlich bekannter und sehr viel häufiger in Produktionen zu hören ist. Denn: man, ist der gut!

Selbst die Rollen von Patrick und Kenneth klingen zwar ähnlich, aber dennoch leicht unterschiedlich, alle Rollen klingen durchweg glaubhaft, doch ganz besonders seinen Mr. Smathers nehme ich ihm voll und ganz ab. Vor allem die Szenen, in denen Smathers erklärt, dass er mit den Tieren befreundet ist, sie ihn verstehen und wie sehr ihm es gegen den Strich geht, dass die Menschen Tieren und Natur soviel Schaden zufügen. Diese Augenblicke gestaltet Schwind so authentisch, dass ich fast wünschte, Smathers würde noch ewig seine Überzeugungen in Worte fassen oder irgendwem Standpauken halten. Auch Tempo und Prononcierung - zu jeder Zeit klasse!

Der Fall selbst ist natürlich ein Klassiker und stach schon immer auch deshalb hervor, weil ja nie aufgeklärt wurde, was es nun mit diesem Bergmonster auf sich hatte. Natürlich wurde auch Das Bergmonster als Hörspiel seiner Zeit gekürzt, und funktioniert im Großen und Ganzen auch so noch erstaunlich gut. Doch fällt im direkten Vergleich mit dem (Hör-)Buch eins deutlich auf: Mr. Jensen und Mr. Smathers rücken mehr in den Vordergrund. Sie könnten irgendwie in dieser Sache mitmischen, statt einfach nur Teil des Ensembles zu sein (wie ja mehr oder weniger im Hörspiel).

Tolles Hörbuch. Ob man ???-Fan ist, oder einfach Lust auf einen gut gemachten Krimi/Detektivfall hat.

Meine Wertung: 76%
Cover: ...und der Knochenmann
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Axel Milberg
Bob Andrews Andreas Fröhlich
Buzzy Merete Brettschneider
Evander Prettyman Nicolas Böll
George Robin Brosch
Harold Leonhard Mahlich
Haylie Barbara Schipper
Justus Jonas Oliver Rohrbeck
Liam Stefan Brönneke
Lincoln Hans Peter Korff
Maya Manuela Eifrig
Onkel Titus Erik Schäffler
Peter Shaw Jens Wawrczeck
Roberta Heikedine Körting
Tante Mathilda Karin Lieneweg
Trenton Marco Steeger
Rezension vom: 18.08.2023

Die drei ???
(223) ...und der Knochenmann
Erschienen: 2023
Dauer: 1:19:59


Eine Frau verschwindet nach einem Erdbeben plötzlich spurlos. Was ist mit ihr geschehen? Die drei ??? begeben sich auf eine gefährliche Suche. Die junge Schneiderin Maya erscheint nicht zur Arbeit am Camelot Theatre. Justus, Peter und Bob haben den Verdacht, dass das Rätsel, das die Theaterleitung veranstaltet, etwas damit zu tun hat. Denn ein hohes Preisgeld ist zu gewinnen. Ist des Rätsels Lösung auch die Spur zu Maya? Die drei Detektive ermitteln, während erneut die Erde bebt...

Mein Kommentar: Hmmmm, hmmmm, hmmmm... Der Titel ist abermals reines Marketing. Also ja, ein Knochenmann kommt so irgendwie schon vor, er spielt aber praktisch keinerlei Rolle. Das fällt aber beinahe gar nicht auf, weil diese Story so aufgeblasen und komplex ist, dass man irgendwann den Faden verliert. Selbst mitraten kann man nicht, eben, weil es diverse Komponenten gibt, die nicht für Ohren hörbar sind, aber am Ende als eigentlich völlig logisch aus dem Hut gezogen werden.

So ist es beachtlich, dass die CD-Fassung bis an den Rand gefüllt ist (79:59!), aber ebenso ist dann unverständlich, warum der Fall so überladen wirkt. Klar, es ist ein Balanceakt, einerseits das Buch möglichst optimal abzubilden, andererseits aber dennoch gerade soviel zu kürzen, dass nichts wichtiges fehlt und alles nachvollziehbar bleibt. Aber bei 80 Minuten eher mäßig nachvollziehbarer Spielzeit, hätte man vielleicht doch lieber 50 oder gar 40 Minuten anpeilen und die Geschichte verständlicher machen sollen.

Mir fiel nämlich gerade hier auf, wie oft die moderneren ???-Hörspiele 60 oder noch mehr Minuten andauern, aber vieles erst ganz am Schluss, zumeist durch Justus' Monologe, erwähnt wird, so, als wäre doch alles die ganze Zeit vollkommen klar gewesen. Wieso also nicht eher unwesentliche Dinge streichen oder zusammenfassen, und auch am Ende nicht 10 Minuten dafür verbaseln, dass Justus alles nochmal nacherzählt und allerlei Krimskrams ausplaudert, von dem man vorher nicht das Geringste wusste. Im Besonderen hier, bei ...und der Knochenmann, ist es bedauerlich, denn es gibt durchaus nicht wenige Elemente, die aufhorchen lassen und Spaß machen; leider überdauern sie zusammenaddiert nur knapp die Hälfte der Gesamtspielzeit.

Die Sprecher/innen machen einen guten Job, die Musiken gehen auch völlig in Ordnung. Die Produktion gibt sich also nur in sofern die Blöße, als das sie die 80 Minuten nur teilweise unterhalsam gestalten kann. Um mal die Plattitütenkarte zu zücken: Manchmal ist weniger mehr! :)

Meine Wertung: 54%
Cover: Tatort Zirkus
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Peter Kaempfe
Förster Patrick Bach
Gabriele "Pfote" Glockner Liza Ohm
Isabella Rivaldi Katja Brügger
Jean Dubois Pascal Houdus
Karl "Computer" Vierstein Felix Strüven
Kommissar Glockner Michael Bideller
Marie Dubois Deborah Mock
Peter "Tarzan / Tim" Carstens Sebastian Fitzner
Tante Erna Karin Rasenack
Willi "Klößchen" Sauerlich Julian Greis
Rezension vom: 06.08.2023

TKKG Junior
(28) Tatort Zirkus
Erschienen: 2023
Dauer: 53:06


Tim möchte seiner Großtante Erna an einem ganz besonderen Tag eine ganz besondere Freude machen und lädt sie, zusammen mit seinen Freunden, in den Zirkus Rivaldi ein. Tante Erna war als junge Frau selbst Zirkusartistin und ist auf einem Elefanten geritten! Obwohl Gaby das eigentlich nicht so toll findet, will sie der alten Dame nicht die Freude verderben. Doch als die Zirkusdirektorin ihre Hauptattraktion, die Elefantendame Rosi, ankündigt, passiert etwas völlig Unerwartetes: Rosi ist spurlos verschwunden! TKKG übernehmen den Fall und machen sich auf die spannende Suche nach Rosi - bei der sie eine wahrhaft "elefantöse" Überraschung erleben...

Mein Kommentar: Gleich zwei Benjamin-Blümchen-Anspielungen in einem Hörspiel. Zuerst kommen ein Elefant und der Name Karl vor, und dann schreit Klößchen doch tatsächlich "Töröö!"-Rufe durch die Gegend, um nach der guten Rosi zu suchen. Wie die darauf aber reagieren soll, wenn jemand herumbrüllt...? Aber dass genau das im Grunde nur ein Aufhänger sein würde, die jungen TKKGs voll in die Lösung des Falls zu schubsen, ist ohnehin klar.

Und dann kommt wirklich jemand, beklagt den Lärm und meint indirekt doch allen Ernstes, Elefantentröten klänge wie ein menschengemachtes Blasinstrument. Da fiel ich doch echt vom Glauben ab! Ich dachte zuerst ja noch, man spiele absichtlich so falsch, um das Tröten zu überdecken, aber nein, Rosi war gemeint. Naja...

Schräg mutet auch an, dass Elefantendame Rosi der Star des Zirkus' sein soll. Das Argument, man hänge an dem Tier und hätte es gern wieder, hätte ich nachvollziehbarer gefunden, als das. Ich meine, wenn Rosi sprechen könnte, oder sowas, aber was wird Rosi schon anders machen, als andere in einem Zirkus lebende Elefanten? Vermutlich im Kreis laufen, auf sich reiten lassen, auf Podeste steigen... Gewiss eine Leistung, aber nichts Besonderes aus Sicht von jenen, die einen Zirkus besuchen. Und am Ende geht mir auch die Lari-fari-Auflösung etwas auf den Keks. Wirkt sehr konstruiert, zumal die Lösung zu weiten Teilen schon sehr früh verraten wird - warum bloß?

Worauf ich hinau will: Mir ist bewusst, dass TKKG Junior vornehmlich für jüngeres Publikum gedacht ist. Und zum Beispiel ein Abenteuer, verbunden mit einer Elefantensuche auf Zirkusterrain, könnte passen. Doch wie es hier hingebogen wurde, naja... ...auch Kindern als Publikum darf man ruhig ein wenig was zutrauen. Nicht zu vergessen, dass meine Generation in den 70ern und 80ern auch mit 5-6 Jahren, oder noch nicht allzu viel älter, Die drei ???, TKKG und Co. gehört haben, ohne überfordert zu sein.

Die Leistungen aller Sprecher/innen sind gut bis sehr gut. Doch mit der Anmerkung versehen, dass die vier Hauptstimmen selbst für ihre Verhältnisse zu fröhlich und verlacht und verkichert klingen. Produktion gut, Fall okay, Story deutlich zu simpel gestrickt.

Meine Wertung: 60%
Cover: Das Geld, das niemand wollteRezension vom: 19.07.2023

TKKG
(228) Das Geld, das niemand wollte
Erschienen: 2023
Dauer: 1:05:36


Tim, Karl, Klößchen, Gaby und natürlich Hund Oskar verbringen einen sommerlichen Badetag am Moorsteiner See. Am Ufer präsentiert Karl seinen Freunden seine selbstgebastelte Abhörwanze, die mitgelauschte Audiosignale direkt auf sein Smartphone überträgt. Er bringt das winzige Ding an Oskars Halsband an und Gaby schickt ihren Hund durchs dichte Schilf zur nächsten Badebucht. So werden TKKG Ohrenzeugen eines befremdlichen Dialogs über ein mögliches Verbrechen. Mehr noch: Wenig später finden TKKG einen Rucksack voll Geld im Schilf - Geld, das keiner der Badegäste haben will. Nicht einmal der, dem es offensichtlich geklaut wurde. Die vier Detektive stehen vor einem rätselhaften Fall.

Mein Kommentar: In den ersten Minuten finde ich Gaby recht affektiert, um nicht zu sagen, latent nervig. Ihre keck-kesse, scherzhafte Art wirkt bemüht und mild anstrengend. Etwas merkwürdig ist ebenfalls, dass ausgerechnet Gaby einstimmt, eine Testlauschaktion durchzuführen. Jenes Kriminalkommissartöcherlein, dass sonst wegen jedem achtlos auf den Bürgersteig ausgespuckten Kaugummi ein Aktenzeichen bei Gericht eintragen lässt, bejaht ohne mit der Wimper zu zucken, eine Abhöraktion. Es sei ja nur ganz kurz, erklärt Karl.

Dann die Frage, woher weiss Oskar, wohin oder zu wem er soll, beziehungsweise, wo er stehenbleiben oder wann er wieder zurückkommen soll? Als man dann aber akustisch bezeugt, dass Oskar unsanft behandelt wird, stört sich Gaby nicht sonderlich daran, dass ihr Oskar Grund hatte aufzujaulen, sondern daran, dass solcherlei Tat strafbar ist, also der Polizei bekannt gemacht werden sollte. Wahrscheinlich hat sie Angst, dass SIE sich sonst strafbar macht. Wegen unterlasserner Anzeigenerstattung, oder sowas... Ja, der moralische Kompass ist vielleicht nicht ganz auf der Höhe, aber der juristische ist dafür doppelt intakt.

Während der gesamten über 60 Minuten gibt es noch mehrere solcher Dinge, die zu bemerken möglich sind, doch wenn es gelingt, sich nicht besonders daran zu stören (schließlich ist das TKKG, nicht wahr - sonst hätten wir alle bereits nach 5 Folgen aufgehört, denen zuzuhören), wird ganz gut unterhalten. Im Kern sind die größeren Zusammenhänge nämlich nachvollziehbar und verlaufen ausreichend umwegig, sodass man schon wissen möchte, wie's ausgeht, und man sich auch mit der Auflösung zufrieden geben kann. Dass man nicht durch und durch gebannt ist oder man wirkliche Freude am Hörspiel hat, ist den bereits genannten Ungereimtheiten geschuldet. Insgesamt klappt es, aber bei den Details summieren sich die Augenroller. Da ich nicht spoilern möchte und vieles gleich beim ersten Hören ohnehin offensichtlich und nicht gar zu störend ist, verkürze ich meinen Sermon.

Die Produktion ist wunderbar gelungen, die Sprecher/innen liefern saubere Arbeit. Nur Rhea Harders Gaby geht mir am Anfang des Hörspiels auf den Keks.

Meine Wertung: 70%
Cover: Abrechnung in der Westernstadt
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Peter Kaempfe
Belle Star (Bella) Tina Eschmann
Ben von Lotzow Flemming Stein
Cowboy Wolf Frass
Cowgirl Deborah Mock
Frau im Fundbüro Sandra Keck
Gabriele "Pfote" Glockner Liza Ohm
Herr Sauerlich Kai-Henrik Möller
Jesse (Jens Jacob) Jan-David Röhnfeld
Karl "Computer" Vierstein Felix Strüven
Kitty Julia Nachtmann
Peter "Tarzan / Tim" Carstens Sebastian Fitzner
Wild Bill (Pat Garrett) Frank Gustavus
Willi "Klößchen" Sauerlich Julian Greis
Rezension vom: 31.05.2023

TKKG Junior
(27) Abrechnung in der Westernstadt
Erschienen: 2023
Dauer: 52:09


Tim hat bei einem Gewinnspiel ein Wochenende für vier Personen in einer Westernstadt gewonnen. Klar, dass Karl, Klößchen, Gaby und Oskar mitfahren, verstärkt durch Herrn Sauerlich. Beim Goldwaschen, Zielschießen und Bullenreiten haben die Juniordetektive den Spaß ihres Lebens - bis eine Gruppe Banditen in die Stadt reitet und beginnt, ihr Unwesen zu treiben. TKKG heften sich an die Fersen der Bösewichte und geraten schon bald in höchste Gefahr...

Mein Kommentar: Ich erinnerte mich schon beim Lesen des Folgentitels an TKKG-Folge X7 antwortet nicht, die ja auch einen Westernstadtbezug hat. Ob es sich hierbei um eine bewusste Reminiszenz handelt?

Klößchens Hartnäckigkeit gefällt mir sehr gut, er lässt einfach nicht locker und macht mehrfach deutlich, dass er nicht aufgeben werde - schließlich gehe es um seine Schokolade. Dass das Setup aber sehr gestellt ist, ist direkt klar. In dem Moment, wo angekündigt wird, "Wenn Sie ausgeraubt werden, spielen Sie einfach mit, Sie bekommen später alles wieder zurück.", weiß man "Ja, klar, wetten, die werden gleich WIRKLICH ausgeraubt!?"...

Ebenfalls, so sehr mir diese Folge Spaß bereitet, weil das Setting echt toll eingefangen wurde, aber wieso lässt man sich darauf ein, will die Gäste anlügen und es dadurch nur noch schlimmer machen, und verlässt sich dann auch noch darauf, dass die Kinder es schon auflösen werden? Ich meine, natürlich, es ist ein Kinderhörspiel, aber hey, es wird so oft auf Realität gepocht und Dinge werden erläutert, wieso hofft man also frohen Mutes darauf, dass vier Kinder das Ding schon schaukeln werden? Hätte man es nicht so drehen können, dass man den Gästen eingesteht, dass sie gerade eben wirklich beraubt wurden, aber die Polizei wurde bereits verständigt, und TKKG ermitteln einfach schon mal drauf los, oder etwas in der Art?

Die Produktion ist top, keine Frage, die Sprecher/innen liefern gewohnt hochklassig ab. Nur sind mir Junior-TKKGs in den fröhlichen Momenten immer noch viel zu ausgelassen und herumalbernd-scherzend. Das könnte man bitte endlich noch abstellen, denn es wirklich für mich leider nicht aufrichtig.

Meine Wertung: 76%
Cover: ...und die Gesetzlosen
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Axel Milberg
Amanda Blunt Katy Karrenbauer
Bob Andrews Andreas Fröhlich
Coltstone Peter G. Dirmeier
Dimwitt Nicolas König
Justus Jonas Oliver Rohrbeck
Lyn Henrike Fehrs
Moderation Petra Kleinert
Nancy Britta Steffenhagen
Odo Sebastian König
Opossum Reinhold Kammerer
Peter Shaw Jens Wawrczeck
Quinn Till Hagen
Sheriff Konstantin Graudus
Telefonstimme Nicolas König
Rezension vom: 20.05.2023

Die drei ???
(222) ...und die Gesetzlosen
Erschienen: 2023
Dauer: 1:16:55


Peter wird in der Rocky Beach Highschool unfreiwillig Zeuge eines dubiosen Telefonats. Hat seine Lehrerin Amanda Blunt ein dunkles Geheimnis? Als die unscheinbare Frau dann auch noch verdächtige Utensilien in ihr Auto packt und losfährt, nimmt Peter die Verfolgung auf. Natürlich nicht ohne seine beiden Freunde zu informieren. Die drei ??? begeben sich auf einen gefährlichen Roadtrip durch die verlassene Prärie. Hoffentlich wird ihnen diese Fahrt nicht zum Verhängnis...

Mein Kommentar: Echt spannend, was hier geboten wird. Alle beteuern, auf der richtigen Seite zu sein. Wer also lügt hier und wer sagt die Wahrheit? Ein Motiv hätten sie ja irgendwie alle, und das Katy Karrenbauer und Till Hagen mitsprechern, macht es umso verlockernder, ihnen vom Fleck weg zu misstrauen; wo doch beide in der Regel die eher bärbeißigen bis bösen Gestalten mimen; die haben beide bestimmt Leichen im Keller... oder doch nicht!? Nun, viel mehr will dazu auch lieber gar nicht schreiben, denn sonst spoilere ich unnötigerweise.

Allerdings ist seltsam, dass Justus versessen auf diesen sehr auffälligen Wagen ist, den er dann sogar noch detektivisch einsetzen will. Das passt so gar nicht zu ihm. Etwas konstruiert ist auch, dass Peter merkt, sein Handyakku gibt bald den Geist auf, aber Justus und Bob tracken seine Position auch noch nach vielen Minuten.

Aber das kann man alles verknusen, weil es im Kern auch nicht so wahnsinnig entscheidend für den Fall ist. Doch am Ende, wenn alles aufgelöst wird, kommt alles eine Spur zu überfrachtet und verfrickelt um die Ecke. Also waren die Guten jetzt die Bösen, oder wie jetzt? Und wer hat wie mit wem im Zusammenhang gestanden? Die letzten paar Minuten habe ich mir "beim ersten Durchhören" darum gleich zweimal angehört, um nichts zu verpassen oder zu verwechseln.

Die Produktion ist gewohnt Studio Körting, also gut. Leider klingt das Ixen in mehreren Dialogen zu sehr durch.

Meine Wertung: 82%
Cover: Mai Thi Nguyen-Kim liest "...und die rätselhaften Bilder"
Rolle Sprecher/in
Albert Hitfield Axel Lutter
Vorleserin Mai Thi Nguyen-Kim
Rezension vom: 07.05.2023

Die drei ??? gelesen von...
Mai Thi Nguyen-Kim liest "...und die rätselhaften Bilder"
Erschienen: 2023
Dauer: 3:42:24


20 wertlose Bilder - mehr hat der alte Maler nicht hinterlassen. Doch seltsamerweise beginnen sich mehrere Unbekannte gerade für diese zu interessieren. Justus, Peter und Bob sind sich einig: Irgendetwas stimmt da nicht. Doch was? Und warum kommt ihnen ausgerechnet Skinny Norris, ihr alter Rivale, in die Quere? 

Mein Kommentar: Das Buch ist besser. Das hört man im Zusammenhang mit Hörspielen sehr oft. Weil sie gekürzt und oft zusammengefasst sind. Das trifft allerdings nicht nur einfach so ebenfalls auf Die rätselhaften Bilder zu, sondern hier trifft es besonders zu. Viele Szenen im Hörspiel wirken seltsam, wenn man es nicht einfach nur runterhört.

Zusammenhänge, die im Hörspiel eigentlich im Grunde gar nicht hergeleitet werden können, werden als gegeben vorausgesetzt, oder Personen, die in Szenen gar nicht vorkommen, werden genannt. Das soll nicht die Qualität des Hörspiels herunterspielen, denn das Hörspiel ist gut und spannend. Aber das Buch ist in der Tat besser. Deutlich besser.

Vorgetragen wird dieses (Hör-)Buch von Mai Thi Nguyen-Kim. Und das macht sie wirklich gut. Man merkt zwar, dass sie keine gelernte Sprecherin ist, weil sie manchmal Wortendungen verschleift, Wortsilben überrennt und Worte im "Alltagssprech" pronounciert (aus "wirklich" wird "wög'lich", "mit uns" wird zu "midduns"). Es fällt eben ein wenig auf, wenn man das Zuhören von Hörspielen oder Hörbüchern gewohnt ist.

...doch im Großen und Ganzen ziehe ich meinen Hut. Frau Nguyen-Kim hat eine sehr angenehme, jugendliche Stimme, der man sehr gern zuhört. Und gerade, weil sie nicht vom Fach ist, aber dennoch immer deutlich und sauber genug vorliest, ohne dabei jeden Buchstaben übertrieben korrekt zu artikulieren, wirkt es umso authentischer, weil zudem ihre Wortbetonungen in Sätzen passen, so dass Dialoge glaubwürdig klingen. Lediglich das Vorlesetempo hätte ich mir stellenweise eine Spur reduzierter gewünscht. So wäre etwas mehr Ruhe in gerade den spannenden Szenen angenehmer gewesen, wodurch die Zuhöraufmerksamkeit stärker eingefordert worden wäre.

Meine Wertung: 80%
Cover: Zwei für Zwölf
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Wolfang Kaven
Daniela Weigel Henrike Fehrs
Franz Xaver Oberthür Till Hagen
Gabriele "Pfote" Glockner Rhea Harder
Heino Hebeisen Tim Grobe
Helene Nansen Katy Karrenbauer
Jan Haferland Sebastian König
Karl "Computer" Vierstein Tobias Diakow
Kommissar Glockner Achim Buch
Magda Friebel Britta Steffenhagen
Margot Glockner Heidi Berndt
Peter "Tarzan / Tim" Carsten Sascha Draeger
Ronia R. Trensch Anna Carlsson
Rosalie Thielemann Isabella Grothe
Willi "Klößchen" Sauerlich Manou Lubowski
Rezension vom: 19.04.2023

TKKG
(227) Zwei für Zwölf
Erschienen: 2023
Dauer: 1:11:36


Endlich Frühling in der Millionenstadt! Tim, Karl, Gaby und Klößchen sitzen im Park und schlecken Eis, als vor ihren Augen eine alte Dame von einem Rowdy umgestoßen wird. Eine hilfsbereite Frau ist schnell zur Stelle. Auch TKKG schalten sich ein und verfolgen den Rüpel, der aber auf unerklärliche Weise verschwindet. Zu allem Überfluss muss die alte Dame feststellen, dass ihr gut gefüllter Geldbeutel gestohlen wurde. TKKG rekonstruieren die Ereignisse und finden eine Erklärung: Hier wurde eine Show abgezogen! Dass diese aber mit einem spektakulären Juwelenraub und den mystischen Seancen der Madame Dubois in einer heruntergekommenen Villa zusammenhängt, ahnen TKKG hier noch nicht. Denn die Show hat gerade erst begonnen!

Mein Kommentar: Öhm, wow. Was ist denn hier los? Es geht doch! Sieht man vom leicht überladenen Finale ab, wo viel auf einmal zusammenkommt, ist der Fall nicht nur mal was ganz anderes, nein, er ist auch noch nachvollziehbar, und, was noch wichtiger ist, er ist abenteuerlich, es wird nicht per "Zufall reiht sich an Zufall" auf Hinweise gestoßen.

Lediglich, dass TKKG allen zwölf (oder wie es verwirrenderweise im Titel steht: "Zwölf" - schreibt doch wenigstens "12", statt das Lektorat zu bestechen) Charakteren begegnet, ist schon echt seltsam, oder genauer: Es ist schon seeeehr zufällig. Zumal, selbst, wenn man nicht anhand der Stimmen drauf kommt, es gibt doch einige Stellen, in denen TKKG in einer bestimmten Situation sind, und, oh Wunder, plötzlich taucht jemand auf und konfrontiert sie direkt verbal damit... Aber na gut, man soll ja auch mitraten können; ich drücke ein Auge zu, oder besser: Ich halte mir ein Ohr zu.

Ein Lob an die Dame und den Herren mit den recht wandelbaren Stimmen und dem Talent für recht authentische Dialekte. Auch der Wink des Autoren in Richtung Vergangenheit ("Herr Oberthür") kam bei mir gut an. Der kleine Gag hätte sogar noch eine Spur weitergehen können, indem jemand von den TKKGs anmerken würde, dass man plötzlich an die Sache mit den Ufos in Bad Finkenstein denken müsse.

Die Produktion ist, wie eigentlich immer beim Studio Körtig der Fall, rund.

Meine Wertung: 76%
Cover: Achtung, Fahrraddiebe!
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Peter Kaempfe
Chris Alexander Merbeth
Christiane Burbach Nadine Wöbs
Dana/Nele Toini Ruhnke
Finn Nils Rieke
Frau Gremse Barbara Krabbe
Gabriele "Pfote" Glockner Liza Ohm
Karl "Computer" Vierstein Felix Strüven
Kommissar Glockner Michael Bideller
Lotta Julia Fölster
Peter "Tarzan / Tim" Carstens Sebastian Fitzner
Tina Josephine Martz
Willi "Klößchen" Sauerlich Julian Greis
Rezension vom: 07.04.2023

TKKG Junior
(26) Achtung, Fahrraddiebe!
Erschienen: 2023
Dauer: 47:27


Es scheint ein gewöhnlicher Morgen zu sein, als Gaby gut gelaunt das Haus ihrer Eltern verlässt, um gemeinsam mit Karl zur Schule zu radeln. Doch entsetzt stellt sie fest: Ihr Fahrrad wurde gestohlen! Über Kommissar Glockner erfahren TKKG, dass aktuell eine Bande ausgefuchster Fahrraddiebe die Millionenstadt unsicher macht, die von der Polizei nur "Die fiesen Drei" genannt wird. Tim, Karl, Klößchen und Gaby wollen die Fahrraddiebe in eine Falle locken, aber leider durchschauen diese TKKGs Plan - und somit ist auch Klößchens Fahrrad weg! Doch so schnell geben sich die Junior-Detektive nicht geschlagen! Sie stellen weitere Ermittlungen an und sind den fiesen Drei auf den Fersen! Schließlich läuft es auf ein spannendes Großstadtduell hinaus: TKKG gegen die fiesen Drei!

Mein Kommentar: Echt guter Fall! Es ist immer was los, die Story wird flott erzählt, aber es wird nie hektisch oder unnachvollziehbar. Darum von mir schon mal vorab ein: Los, kaufen!

Es gibt nur, wie fast immer, zwei, drei Dinge, die einfach nicht nötig wären. Da wäre vor allem der Name "Die fiesen Drei". Geht es noch phantasieloser? Das klingt wie jeder generische Jugendbandenname, den man seiner Bande während seines Pferderhofurlaubs gibt. Natürlich mag man das auf das Alter der Kinder schieben wollen - wie viel Erfahrung und Wortgewandheit mögen die schon haben!? Doch diese drei "Kinder" hier sind ja immerhin auch schon 16 Jahre alt und scheinen in der Tat reichlich Phantasie zu haben. Oder mit anderen Worten: Selbst Stefan Wolf wäre ein weniger einheitsbreiiger Name eingefallen. Und wäre es nur ein "Die Argentinos"...

Davon ab war das Treffen zwischen TKKG und der jungen Dame reichlich offensichtlich. Obwohl ich hier beide Augen zudrücke, schließlich sollen die (zuhörenden) Kinder ja auch eine Chance haben, mitzuraten und Dinge zu bemerken.

Weniger überzeugend fand ich dafür, wie die TKKGs zum Ende hin die App auf dem Smartphone beobachten, um dann die verstecke Botschaft zu lesen. Wie schnell sind diese fiesen drei eigentlich unterwegs, um auf der Landkarte "schreiben" zu können? Hört man den TKKGs dabei zu, dauert das Ganze jedenfalls nur einige Augenblicke. Ich verstehe das Dilemma, dies nachvollziehbar und spannend vertonen zu wollen, ohne, dass es dann 30 Minuten dauert, aber gleich beim ersten Anhören fand ich es seltsam, wie unglaublich schnell die Botschaft der fiesen drei vorlag.

Dennoch, lassen wir die Kirche im Dorf: Es ist ein sehr gutes Kinderhörspiel und auch für Erwachsene bietet die Story ausreichend Unterhaltung.

Meine Wertung: 81%
Cover: Manuskript des Satans
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Axel Milberg
Bob Andrews Andreas Fröhlich
Butler Vernom Jürgen Holdorf
Darian Marc Zabinski
Elwood Shoreland Martin May
Justus Jonas Oliver Rohrbeck
Miss Mortimer Heidi Schaffrath
Peter Shaw Jens Wawrczeck
Professor Douglas Bancroft Jürgen Thormann
Tante Mathilda Karin Lieneweg
Rezension vom: 19.03.2023

Die drei ???
(221) Manuskript des Satans
Erschienen: 2023
Dauer: 1:05:32


Ein Manuskript des leibhaftigen Satans und teuflische Lärmattacken - dieser Fall hat es in sich! Begeben die drei ??? sich in höllische Gefahr? Wer steckt hinter dem entsetzlichen Lärmangriff auf das Haus von Professor Bancroft? Während der Wissenschaftler versucht, eine geheimnisvolle alte Handschrift zu übersetzen, machen sich Justus, Peter und Bob auf die Suche nach der Lärmquelle. Haben die Attacken etwas mit dem Manuskript des Satans zu tun, an dem der Professor gerade arbeitet? Die drei Detektive werden es herausfinden.

Mein Kommentar: Ach ja, wieder einmal der Satan. Im Grunde auch nur ein Synonym für Schrecken, Grauen und andere Begriffe aus dem ???-Titel-Setzkasten. Bitte Kosmos, es gibt wahrlich mehr Worte und Wortkombinationen als immer dasselbe Prinzip der Sorte "...und der/die/das gefährliche/tödliche/brutale/gnadenlose/etc. [beliebiger Begriff] des Todes/Horrors/Grauens/Unheils/Teufels. Als deutscher Verlag seid Ihr doch nah dran an der deutschen Sprache; aber falls nicht, guckt mal in den Duden oder den Brockhaus - und nicht bloß in einen Thesaurus-Ratgber. Und, wenn Ihr dann schon dabei seid, achtet darauf, dass der Titel wirklich was mit dem Inhalt zu tun hat. Es geht zwar irgendwie um ein Manuskript, das wie im Titel genannt wird, aber dieses ist eigentlich irrelevant für den Fall, weil es mehr als eine Art Aufhänger dient.

Enttäuschender wird das implizierte Versprechen im Titel, wenn man das Hörspiel hört. ACHTUNG, ich spoilere jetzt! Man weiß vom Fleck weg, aufgrund Bancrofts eigener Art, dass viele Menschen ihn nicht sonderlich mögen werden, und dieser komische Lärm und der Rest drumherum nur dazu dienen kann, sich ein wenig an ihm zu rächen. Deshalb ist ebenfalls schnell klar, dass diese Satansmanuskript nicht wichtig sein kann, weil es eben mehr oder weniger vom Rest ablenken soll.

Auch erfährt man wieder massig zum Mitraten notwendige Fakten erst hinterher, wenn Justus oder die Drahtzieher alles haarklein aufdröseln. Die Beweggründe, wer wann was und wie und so weiter. Das ist zwar nicht wirklich nötig, eben weil Bancrofts Art für routinierte ???-Hörer und -Hörerinnen ein riesiger, blinkender Hinweispfeil ist, aber dennoch nervt es, nicht zumindest bei einigen Details mitraten zu können.

Meine Wertung: 64%

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