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Die 10 aktuellsten Rezensionen

Cover: ...und der falsche Patient20.09.2016

Fünf Freunde
(118) ...und der falsche Patient (Erschienen: 2016)
Dauer: 53:35

Etwas merkwürdig ist ja der Aufhänger dieser Folge: Onkel Quentin wird bestohlen. Natürlich gehört sich sowas nicht und so weiter, aber der wird doch da nicht zum ersten Mal bestohlen, und außerdem arbeitet er ständig an irgendwelchen supergeheimen Sachen rum - ist doch klar, dass da Langfinger nicht weit sind. Warum also wundert das irgendwen?

Ebenso merkwürdig die Moralpredig von Tante Fanny an die Kids. Natürlich hat Fanny schon immer mal ermahnt und um "Raushalten!" gebeten, aber trotzdem wirkt es seltsam, das immer wieder zuhören, denn der Fünfer löst alle paar Tage einen neuen Fall, der irgendwas mit Schmugglern, Dieben und alledem zu tun hat. Und auf einmal stellt Tante Fanny fest, dass die Kids sich dabei in Gefahr begeben!? :)

Das aber sind in der Tat die einzigen beiden negativen Auffälligkeiten (sofern man das überhaupt so nennen kann!) dieser Folge. Ansonsten geht sie gut ins Ohr, ist relativ spannend und bietet bis kurz vor Schluss Unklarheiten, wer was warum tat. Dazu die tolle Produktion und einige Altbekannte wie Jürgen Thormann und Rüdiger Schulzki mischen mit. Kaufen!

Meine Wertung: 71%
Cover: Im Haus des Henkers01.08.2016

Die drei ???
(182) Im Haus des Henkers (Erschienen: 2016)
Dauer: 1:15:25

Schon wieder ein übertrieben reißerischer Titel... Aaaach, Kosmos... hach... Dieses Mal liest sich aber auch der Kladdentext etwas arg überdramatisiert, ohne aber jemals konkret zu werden: "ermitteln an düsteren Orten und geraten in die Gesellschaft zwielichtiger Gestalten" - ist das nicht eh in praktisch jeder Folge so? Lassen wir das... *seufz*

Ich weiss noch, als ich das Buch las, dass ich das erste Drittel sehr spannend fand, ganz besonders die Szene im Bus, weil ich diese als sehr stimmungsvoll und auf angenehme Weise irritierend empfand. Im Hörspiel kommt das Feeling eigentlich gar nicht auf. Ein Typ gesteht der Polizei seine Tat per Handy und plötzlich will Justus den Bus stoppen lassen. Das geht alles etwas sehr schnell.

Doch dann geht es erstmal einigermaßen interessant und nachvollziehbar weiter. Bis dann plötzlich von irgendwelchen wirren Dingen die Rede ist. Eine Damenbrille, Initialen und ein Sichelbeil. Ach ja: Was ist überhaupt ein Sichelbeil? Meiner Unwissenheit folgend beauftragte ich im Internet einige Suchmaschinen mit der Beantwortung dessen, doch ich bekam keine Antwort darauf. Wie können also die drei ??? dieser Beschreibung folgen, oder sie gar selbst initiieren? Und vor allem: Was soll ich als Hörer (und Leser) mir darunter vorstellen? Umso ärgerlicher, dass "Sichelbeil" DER Terminus zu sein scheint, um den es geht. Man wird förmlich mit der Nase hineingeschubst. Doch letzten Endes stellt sich dann doch heraus, dass all diese Dinge, inklusive Sichelbeil, wohl doch nicht sooo wichtig waren. Erst später fiel mir auf, dass man auf dem Covermotiv - offenbar - ein Sichelbeil sehen kann.

Der Rest des Hörspiels, und natürlich auch des Buches, ist dann eigentlich nur noch ein nicht immer leicht verständlicher Hickhack in einer Geisterbahn. Da geht es um Schienen, Gondeln, Menschen in Geisterkostümen und all das, immer wieder geht es auch um geheime Räume in dieser Geisterbahn. Und ich geb's gern zu: Mir ist das alles etwas zu wirsch - ich kann dem kaum folgen. Rein in die Bahn, raus aus der Bahn, rein in die Bahn..., raus..., rein... Irgendwo sieht Justus was, dann sieht irgendwer eine Schienenweiche, irgendwie verschwindet Peter, taucht dann wieder auf, dann ist Bob weg - alles das passiert gefühlt gleichzeitig... *achselzuck*

Abschließend noch ein paar Worte zur Produktion: Per se alles wie immer. Gewohnt gut. Aber des öfteren werden einige Passagen etwas zu laut, gerade in der Geisterbahn, wenn all die schauerlichen Geräusche, wie Kettenrasseln, Geister-Rufe, Henkersgelächter und so zu hören sind, muss man nicht selten leiser-lauter-leiser-lauter machen. Auch ist die Hintergrundbeschallung einiger Szenen merkwürdig. Mal klingt es richtig geil nach Jahrmarkt und Rummelplatz, und dann, als würde man an einer Spielstraße vorbeilaufen, auf der Kinder Fangen spielen, oder Fussball, oder sowas.

Aufgefallen ist mir auch die Stimme von Thomas Fritsch. Herr Fritsch macht das gewohnt sehr gut, aber entweder war er zu nah am Mikrofon, oder irgendetwas bei der Aufnahme oder beim Mischen war nicht optimal justiert. Seine Stimme klingt hin und wieder etwas übersteuert und auch zu laut; ein wenig, als wäre das Mikro in seinem Kehlkopf angebracht. Und auch die ganze Szene mit Daphne klingt schräg. Zum Einen klingt Daphne etwas an der Atmosphäre vorbei, die Betonung ist oft nicht richtig, und es wirkt außerdem aufgesetzt, theatralisch und zudem sehr geixt. Und zum Anderen wirkt vor allem Bob seltsam: Dauernd das Gefasel von "Edlen Rittern" und sein Tonfall hat etwas Flehendes, wie ein Charmeur, der den Fahrkartenkontrolleur mit Worten um den Finger wickeln will.

Nun, bleibt mir noch das Fazit: Eine gerade noch ausreichende Folge. Aber nur, weil die etwas konfuse Story hier und dort ihre Momente hat, und weil es schön ist, mal wieder die Stimmen von Pia Werfel und Rüdiger Schulzki zu hören.

Meine Wertung: 63%
Cover: ...und der Wolf in den Highlands04.07.2016

Fünf Freunde
(117) ...und der Wolf in den Highlands (Erschienen: 2016)
Dauer: 1:02:13

Nee, tut mir leid, das hier ist nichts. Ich hab's lange versucht, aber nein, dieses Hörspiel funktioniert einfach nicht.

Es passiert eigentlich gar nichts in dieser Geschichte, obwohl der GZSZ-artige Plot auf stolze 60 Minuten aufgebläht wird: In den ersten 37(!) Minuten geht es nur darum, uns davon in Kenntnis zu setzen, dass Edward Julie liebt, aber sie dies nicht erwidert. Und dann passiert was: Edwards Schafe wurden von Kevins Wolf gerissen, sagt Edward - und Anne schluchzt und schimpft auf Wölfe, während die Kids per Zufall einen Geheimgang finden. Das dauert insgesamt 20 Minuten. Und DANN erklärt man ausladend, dass die Schafe leben und dass Edward eifersüchtig war. Kurz: Es passiert nichts. Einfach nichts. Keine Ermittlungen, keine Recherchen oder sowas. Im Grunde hört man nur Anne dabei zu, wie sie auf Wölfe schimpft (weil die ja Schafe reißen). Plötzlich - am Ende! - ein Zufall, man entdeckt, dass die Schafe leben und man stellt Edward zur Rede, der alles erklärt. Und natürlich hat Anne dann auch wieder den Wolf lieb.

Selbst, wenn man den Plot, im Gegensatz zu mir, ganz okay bis sehr gut fände, es gibt viel zu viele Ungereimtheiten. Ein zahmer Wolf? Wie bitte? Da wäre er aber einer von einer Quadrillion. Aber ok, nehmen wir mal eben KURZ AN, dieser eine Wolf ist zahm, dann frage ich mich, wieso Edwards Anschuldigung einfach so geglaubt wird. Er hat den Wolf nicht bei der vermeintlichen Tat gesehen oder sonstige Spuren, die auf einen Wolf - oder irgendein anderes Tier als Täter - hinweisen. Ferner kann er nicht mal die leblosen Körper der Schafe vorweisen. Er hat lediglich eine Behauptung von sich gegeben, mehr nicht. OK, ja, ich kann mir gut vorstellen, dass viele Menschen sich allein schon durch eine solche Behauptung gehörig beeinflussen und verängstigen lassen, aber was ist mit der Polizei? Müsste die nicht zumindest VERSUCHEN, Spuren zu sichern und irgendwelche Anhaltspunkte zu finden? Da könnte ja sonst jeder kommen und andere für irgendeinen dahergelaberten Blödsinn in den Knast wandern lassen.

Macht am Ende also eine Folge, die mir zu sehr darauf basiert, eine vermeintlich gute Idee noch irgendwie hinzudrehen. Dabei trifft hier nicht das Körting-Team die Schuld, denn im Studio selbst wurde wieder mal alles 1A arrangiert: Effekte, Musiken, Sprecher/innen... Es ist die Story selbst.

Meine Wertung: 50%
Cover: Bei Anpfiff Übergabe13.06.2016

Ein Fall für TKKG
(197) Bei Anpfiff Übergabe (Erschienen: 2016)
Dauer: 1:04:18

Wie bei den ??? ist auch bei TKKG das Thema Fußball eine gern gewählte Möglichkeit, die Öffentlichkeit auf das Produkt (also ??? und TKKG) zu lenken, in dem man mit schöner Regelmäßigkeit zu EMs und WMs Folgen raushaut, die auch immer schön plakative Titel haben, damit wirklich jede/r mitkriegt: "Hey, hier geht's um Fußball". So bildet Bei Anpfiff Übergabe auch keine Ausnahme. Es erscheint pünktlich zur EM und der Titel könnte kaum unsubtiler sein.

Also, stellen wir uns der Frage: Ist das hier wieder nur eine lahme Fußballfolge, oder eine Folge, in der Fußball nur der Aufhänger ist, es aber im Kern um etwas ganz anderes geht? Nun... Letzteres. Es geht um illegale Fußballwetten, und sowohl FIFA und Vater Staat mögen sowas gar nicht - denn da kann ja nicht dran mitverdient werden. Weshalb TKKG sich einschalten. Oder, naja, indirekt eingeschalten werden...

So passiert es, dass Nico beim Aldernest anklopft und auf die Bitte hin einzutreten, eintritt, um mit Tim und Klößchen zu sprechen - nebenbei, dass Tim seinen Kumpel als "Walroß" vorstellt, also, was soll sowas? Tolle Vorbildfunktion, wirklich! Nun, Nico, erklärt ohne lange rumzudrucksen, und Tim und Klößchen groß zu kennen, erstmal, was los ist: Sein Vater hat ihn gewarnt, zu niemandem ein Wort, immer das Zimmer abschließen und so weiter, weil Der Kopf, Die Hand und Die Faust irgendwie Ärger mit Nicos Vater haben. Nico heuert TKKG also hiermit sozusagen an.

Bald schon geht es TKKG erst einmal darum herauszukriegen, welche Personen hinter Kopf, Hand und Faust stecken. Was in der Tat recht spannend ist - zu einem gewissen Grad, denn irgendwann stellt sich bei mir eine Hörsättigung ein und ich fand das peu a peu uninteressanter, zumal immer mehr Leute verdächtigt werden, sich darum die Begriffe Kopf, Hand und Faust immer mehr mit Realnamen-Personen vermischen, die's dann aber alle irgendwie vielleicht doch nicht sein können, oder könnte Herr X vielleicht statt der Hand nicht die Faust sein? Oder ist die Faust auch der Kopf? Oder der Kopf ist Hand und Faust in einer Person? Irgendwann wird's einfach zu fummelig und das Hirn schaltet ab. Man spürt zwar unbewusst, dass es wichtig ist, die Personen zu enttarnen und Zeit spielt auch eine Rolle (denn "bei Anpfiff" ist es zu spät), aber außer dass man haufenweise Namen sowie Kopf, Hand und Faust hört, bleibt da nicht wirklich was hängen.

Wirklich, ich hab's mehrfach probiert, aber was bringt's, wenn ich mich der Professionalität halber huntermal durch das Hörspiel wühle, wenn es vor allem darum geht, hier meinen Höreindruck zu vermitteln, und der ist: Auch nach 8- oder 9-mal Anhören bleibt eine gewisse Verwirrtheit; selbst, als am Ende natürlich klar ist, welche Realnamen-Person welchem Körperteil zuzuordnen ist - es fehlt der Bezug zu alledem.

Die Produktion ist wunderbar, und es kommen vereinzelt sogar Musiken aus den späten 80er- und frühen 90er-Jahren der TKKG-Produktionen, was durchaus positiv auffällt, zugleich aber zusätzliche Verwirrung stiftet, denn bei dem Namen-Wirrwarr die ganze Zeit immer wieder angenehm überrascht aufmerksam zu werden, weil wohlbekannte Klänge ertönen, ansonsten aber nur "Blabla Name X, blabla Kopf, blabla Name Y" zu hören... eine seltsame Erfahrung: Die Aufmerksamkeit kommt und geht und kommt und geht... Doch als dann Tim in Minute 43 sagt "Lassen sie Gaby los! Ich kann Karate, und zwar nicht schlecht.", also da gibt's dann sogar unfreiwillige Grinser: Opfer-Gaby und Super-Tim endlich wieder vereint! ;)

Das Zitat der Folge kommt von Lassen sie Gaby los! Ich kann Karate, und zwar nicht schlecht.

Meine Wertung: 56%
Cover: Das Kabinett des Zauberers15.05.2016

Die drei ???
(181) Das Kabinett des Zauberers (Erschienen: 2016)
Dauer: 1:13:12

Es beginnt schon beim Anfang, wo Justus, der mit den zu ???-Klienten werdenden Schulkindern spricht: Es ixt sowas von deutlich, das geht auf keine Kuhhaut. Nicht nur, dass Justus' Reaktion und Fragestellung in der Betonung wirklich nie zu den Aussagen der Kinder passt, nein, selbst zwischen Kindern und Lehrerin - sowie Lehrerin und Justus - hört man, dass alles einzeln aufgenommen und später zusammengeschnitten wurde. Das können die Europas normalerweise besser!

Gut, nehmen wir das hin. Aber seltsam ist, ob nun geixt wurde oder nicht, dass die Kinder Justus sagen, die ??? mögen doch bitte ermitteln, wohin der Zaubrer verschwand, doch mitten im Gespräch fragt Justus die Kinder: "Wohin ist er denn verschwunden?"! Autsch! Doch stört mich noch eine dritte Sache am Anfangsgespräch: Warum ist Justus zuerst so desinteressiert und tut so, als hätten die Kinder nicht mehr alle Latten am Zaun? Sie erklären ihm unisono, der Zaubrer sei verschwunden und nicht mehr aufgetaucht, war einfach plötzlich weg und kam nicht wieder, und Justus reagiert, als hätten die Kinder wenig später applaudiert, als der Zauberer dann wieder auftauchte. Warum nimmt Justus die Kinder nicht ernst? Beziehungsweise: Warum nehmen die drei ??? ihre Klienten seit mehreren Fällen nicht ernst? Früher kamen die schrulligsten Gestalten, laberten irgendeinen verwirrten Käse und sofort waren sie mitten im Fall. Neuerdings aber kommen Klienten, erklären, dass sie nicht an Übernatürliches glaubten, und dass sie sich auch ganz gewiss nicht irren würden und so weiter und so fort, aber die drei ??? müssen sich erstmal ewig lange überzeugen lassen.

So machen sich also die drei Detektive auf, nach dem Zauberer Pablo zu suchen - wobei wir ihnen Schritt für Schritt zuhören. Das ist zwar soweit gut vertont und die Atmospäre stimmt ebenfalls, aber es ist nur mäßig spannend, weil das alles locker 30 Minuten dauert... ...BIS es dann endlich mal die ersten seltsamen Dinge geschehen. Doch dieses Momentum wird sogleich im Keim erstickt, weil Tante Mathilda auf einmal im Hörspiel auftaucht und uns eine heiße Spur auf dem Silbertablet serviert.

So verstehen wir also nach und nach, warum Pablo verschwand, dennoch bleiben die wirklichen Hintergrund verborgen. Denn die Bösewichter werden praktisch nicht vorgestellt. Wer sind sie? Was ist ihre eigentliche Motivation? Plumpe Gier? Höhere Ziele?

Naja, und ganz am Ende hält Justus 5-6 Minuten seinen Monolog vor den Kindern, die geflissentlich eine Zwischenfrage stellen; nicht zu vergessen, dass es hier auch wieder gewaltig am ixen ist.

Fazit: Eine akzeptable Folge, die man hören kann, weil die Atmosphäre stimmt. Bekannte Helden wie Thormann, Bogdan oder Kallweit bescheren zwar ein zeitweiliges Lächeln im Geiste, doch alles in allem haut's mich nicht wirklich um.

Meine Wertung: 63%
Cover: ...und der chinesische Pflanzenzauber25.04.2016

Fünf Freunde
(116) ...und der chinesische Pflanzenzauber (Erschienen: 2016)
Dauer: 53:18

'nen bisschen simpel und durchschaubar, der Fall. Aber sonst gar nicht mal so übel. Viel mehr kann ich hier auch tatsächlich kaum schreiben: Ein Fünf-Freunde-Hörspiel eben.

Dennoch, und ich muss etwas spoilern, muss ich mich über zwei Dinge sehr wundern. Zum Einen ist seltsam, dass doch klar wie Kloßbrühe ist, dass offenbar die Erde irgendwie belastet/verseucht ist, beziehungsweise die Pflanzen mit irgendwas besprüht wurden. Was soll es denn sonst sein? Dass da tatsächlich erstmal rumgerätselt wird, will mir nicht so recht in den Kopf. Zum Anderen der Grund dafür, dass diejenige Person, die am Ende als Täter ermittelt wird, wegen einer Nichtigkeit in Verdacht gerät und darum beschattet wird. Weil ihr Mantra-Singsang anders klingt, als man es von einer anderen Quelle mal gehört hat!? Als wenn jedes Mantra immer gleich klänge, und immer die gleiche Tonhöhe oder Tonfolge hätte. Die hätten die Person auch aus dem Grund heraus verdächtigen können, weil sie als einzige im Ort ein grünes Auto fährt, oder sowas.

Tja, wie ich schrieb: Typischer Fünf-Freunde-Fall, mit den üblichen 1-2 kleinen Störfaktoren.

Meine Wertung: 78%
Cover: Tatort Wagenburg21.04.2016

Ein Fall für TKKG
(196) Tatort Wagenburg (Erschienen: 2016)
Dauer: 1:03:43

Na also, seit längerem mal wieder eine TKKG-Folge, bei der ich nicht ernsthaft etwas zu kritisieren habe. Man könnte dem Hörspiel höchstens vorwerfen, ein, zwei Chancen nicht voll ausgeschöpft zu haben. Die Szene nämlich, in der Frau Mandel am Boden liegt und Lackner seine Unschuld beteuert, ist meinen Ohren nach so offensichtlich, dass man sich einfach fragen muss, warum TKKG Frau Mandel nicht zumindest aus Gründen der Vollständigkeit einmal unter die Lupe nimmt, statt die Sache komplett ad acta zu legen. Wieso halten TKKG die Aussagen von Lackner nicht auch nur ein kleines Bisschen für glaubwürdig?

Lässt man das aber beiseite, muss ich Tatort Wagenburg eine Empfehlung aussprechen. Die Story läuft flüssig ab, es wird viel beobachtet und ermittelt, alle vier Protagonisten haben (beinahe) denselben Sprachanteil und tragen mal mehr, mal weniger zur Auflösung des Falls bei. Besonders zu loben ist meiner Meinung nach besonders die Besetzung, die mit bekannten Größen wie Pia Werfel und Michael Harck aufwarten kann, aber ebenso in der jüngeren Vergangenheit bereits gern und oft gehörte Namen á la Tim Kreuer oder Stephan Schad bereit hält. Bei Pia Werfel sind mir übrigens zwei Dinge aufgefallen; ob es Absicht ist, ist nicht ersichtlich, doch gehe doch von einer Absicht aus, denn für einen Zufall ist mir das einfach zu deutlich. Dass Pia Werfel eine Figur spricht, die Pia heißt, ok, kann schon mal passieren, aber dass auch noch der "Werfelpark" eine Rolle spielt? Na, ich weiss ja nicht... ;) Deutlich erkennbar ist allerdings die Anspielung auf den Namen der Internats-Schülerzeitung, deren Namen im Laufe der Zeit ja gerne mal wechselte. Als Klößchen dies erwähnt, wird man darauf verwiesen, dass Stefan Wolf daran schuld sei... Nettes Detail, und brachte mich beim ersten Anhören ein wenig zum Schmunzeln.

Zu Kommissar Schalavsky möchte ich ebenfalls noch einige Worte schreiben. Denn der gefällt mir ganz gut. Er ist sowas wie der Inspector Cotta (oder auch Kommissar Reynolds) aus dem ???-Universum: Der Kumpel-Typ und eigentlich eine nette Person, die sich aber nicht allzu leicht veralbern lässt und nicht so mir nichts, dir nichts irgendwelche Dinge (an TKKG) weiterlabert, nur, weil Tim ihn dreist danach fragt. Seltsam ist dabei aber dennoch, dass man in all den Jahren mit offenen (Polizisten-)Büchern wie Herrn Glockner oder Wespe indoktriniert wurde, weshalb Schalavsky zumindest NOCH wie eine Alibi-Figur erscheint. Kurz: Ich find den gut, braucht aber sicher noch einige Folgen, bis er richtig sitzt.

Gute Folge - kaufen! :)

Meine Wertung: 87%
Cover: ...und der Zeitgeist21.03.2016

Die drei ???
...und der Zeitgeist (Erschienen: 2016)
Dauer: 2:16:19

Erneut schickt man Die drei ??? mit einer Sammlung aus Kurzgeschichten ins Rennen. Das Covermotiv erklärt zwar ausdrücklich, es wären 6, aber auch ohne penibel zu sein, muss man sagen, dass es eigentlich 7 sind; doch dazu komme ich gleich erst.

Alles in allem ist dieses Hörspiel eine Art "Das Rätsel der Sieben, Teil 2", denn die Idee dahinter ist mehr als nur ähnlich. Im Gegensatz zu Das Rätsel der Sieben aber, muss man hier ein wenig Abstand nehmen von gar zu viel Logik. Das heißt, die Fälle per se sind nicht abstrus oder blödsinning in ihrer Auflösung, sie sind schon stringent und nachvollziehbar, aber man muss bei einigen von ihnen in gewisser Weise offen sein, ein Auge zudrücken, sich darauf einlassen können... Denn, wie der Titel bereits suggeriert, es geht vor allem um Zeitgeist, und zwar in vielerlei Hinsicht.

So erlebt Peter gleich in der ersten Geschichte immer und immer wieder dasselbe. Was er auch tut, er wird auf die eine oder andere Weise ohnmächtig, und als er aufwacht, beginnt alles wieder von vorn. Hierbei handelt sich es noch am allerwenigsten um einen spannenden Fall im eigentlichen Sinne, auch ermittelt wird im Grunde überhaupt nicht, dennoch ist es eine nette, kleine Story, die aufgrund ihres Tempos dafür sorgt, dass man nicht unaufmerksam wird oder das Interesse verliert. Nicht super, aber gar nicht so schlecht. Dauer: 16 Minuten.

Die zweite Geschichte ist eigentlich ein typischer ???-Fall, mit allem, was dazu gehört: Kennenlernen der Klientin und Erklärung ihres Anliegens, die Ermittlungen werden aufgenommen, 1-2 kleine Zufälle, die auf die richtige Spur leiten, und am Ende die einigermaßen überraschende und vollkommende "irdische" Auflösung des Ganzen. Der Begriff "Zeit" oder "Zeitgeist" ist zwar nicht völlig falsch, aber hier ein eher loser Zusammenhang. Nette Story, und könnte, wenn man es geschickt anstellt, auch auf reguläre Dauer verlängert werden und immer noch funktionieren. Dauer: 20 Minuten.

Auch in Geschichte drei gibt es die üblichen ???-Zutaten; mit der Ausnahme, dass es ein Klient ist, und keine Klientin. Hier ist der Terminus "Zeitgeist" übrigens auch in seinem tatsächlichen Ursprung zu verstehen. Gefällt mir soweit gut, aber die Figur der Lucy Hopkins ist eine Spuuuur zu überdreht und direkt. Dauer 25 Minuten.

Geschichte vier ist quasi das Paradebeispiel für meine eingangs erwähnte, notwendige Offenheit, denn die drei ??? reisen wirklich und wahrhaftig durch die Zeit. Qualitativ nicht auf dem tiefen Niveau von (92) Todesflug, aber dennoch ist dies hier die "phantastischste" Geschichte dieses Hörspiels. Doch selbst, wenn ich dies akzeptiere und mit einem Augenzwinkern nehme, begreife ich die Prämisse nicht so wirklich, die zu Beginn genannt wird, sich im Laufe des Falls weiter ausbaut, und im Abschluss gipfelt. WAS genau es bringen soll, dass die ??? tun, was sie tun, scheint so oder so niemandem etwas zu bringen. Dennoch mag ich den Hintergedanken, welcher in der Auflösung gut zu erkennen ist. Ich würde zuviel vorwegnehmen, wenn ich genauer werden würde, aber ein gewisses zeitliches Paradoxon innerhalb des ???-Kosmos wird neckisch auf's Korn genommen. Witzige Idee, und an sich auch spannend, aber ich kann am Ende einfach nicht verstehen, warum die ??? das tun, was sie tun... Dauer: 29 Minuten.

Die vorletzte Geschichte, die fünfte, wird rückwärts erzählt; so irgendwie jedenfalls. Es beginnt damit, dass Justus von einer Pistolenkugel getroffen und Peter davon Zeuge wird, und kurz darauf erkennt, dass Justus nicht mehr atmet - und erst peu a peu erfährt man, wie es dazu kam. Gar nicht so übel, interessantes Experiment. Dauer: 19 Minuten.

In Geschichte sechs sitzen die drei ??? beisammen und besprechen, dass Peter und Bob für ein Schulprojekt je einen Aufsatz darüber schreiben müssen, wie ihr Alltag in einer anderen Zeit wäre. Sie einigen sich auf die Zeiten und machen sich ans schreiben. Erst Peters Aufsatz und dann Bobs. Es geht dann nahtlos darin über, wie Peter die Geschiche erzählt und alles andere in klassischer Hörspiel-Art läuft. Anschließend passiert dasselbe mit Bobs Aufsatz - mit Bob als Erzähler. Und weil eben diese beiden Geschichten so stark von einander getrennt sind, muss man einfach sagen, dass es ZWEI "Fälle" sind, nicht einer. Doch weiter im Text: Auch hier erlebt der Detektiv-Dreier jeweils einen Fall, den sie am Ende auflösen können. Hat von der Idee her ein wenig was von Fanfictions, denen sich Frau Körting ausnahmsweise doch mal angenommen hat. Sind gut gemacht und unterhaltsam. Dauer: 28 Minuten.

Summasummarum geht "...und der Zeitgeist" in Ordnung. Keine der Geschichten ist ein Must-Have, aber wirklich enttäuschen tut auch keine von ihnen. Am spaßigsten finde ich an der ganzen Sache diverse Aussagen auf der Metaebene. Sei es darauf bezogen, dass Die drei ??? ja eigentlich gar nicht existieren, dass sie in all den Jahren nie gealtert sind, dass es mal "DiE DR3i" gab, und und und...

Meine Wertung: 76%
Cover: Dem Sonnenkönig auf der Spur09.03.2016

Ein Fall für TKKG
(195) Dem Sonnenkönig auf der Spur (Erschienen: 2016)
Dauer: 54:25

Ich dachte beim Lesen des Titels an irgendeine ägyptische Götze, die geraubt wurde, oder vielleicht ein Insekt, das diesen Namen (Sonnenkönig) tragen würde. Doch ich irrte - es geht um einen ehemaligen Sonnenstudio-Betreiber, der pleite ging und nun krumme Dinger dreht.

Und... Tja... Also... Der Fall ist okay. Nicht dolle, aber okay. Es ist auffällig, dass TKKG überhaupt nicht ermitteln, sondern schlicht und ergreifend durch Zufall auf Zufall jemandem auf der Spur kommen. Was die Sache abermals unspannender macht, ist die Tatsache, dass wir beim Zuhören des Hörspiels die Verbrecher belauschen, und somit wissen wer was warum tut. Wobei, wenn man sich all die Gangster-Dialogszenen wegdenkt, dem Hörspiel es an rein gar nichts fehlen würde. Es würde im Gegenteil sogar hinzugewinnen.

Allerdings, lieber Herr Hofstetter (Autor dieser Geschichte): BIIIIIITTE schreiben Sie keine technik/-computerbezogenen Dinge in ihre Fälle. Natürlich kenne ich Sie nicht persönlich und weiss von Ihnen auch nur, dass sie TKKG-Autor sind, aber neuerdings schauert es mich, wenn ich die aktuellen TKKG-Folgen höre und ich schon beim ersten Durchlauf bei falschen "Computerfakten" genau weiss, wer diese Folge geschrieben haben muss, weil so manches kaum bis gar keinen Sinn ergibt, beziehungsweise allermindestens unglaubwürdig klingt (siehe etwa (179) Abzocke im Online-Chat, (185) Der unsichtbare Dieb, (187) Ausspioniert! oder (190) Der eiskalte Clown). Verkaufen Sie also bitte nicht weiter irgendwelche vermeintlichen IT-Begebenheiten als fallrelevant.

Es bleiben hier nämlich wie so oft viele Fragen offen: Beim ersten Durchsehen der Überwachungskamera-Videos werden Bilder von mehreren Stunden binnen weniger Sekunden durchgeschaut - wie soll man da auch erkennen, ob sich gegebenenfalls ein Einbrecher durch einen Raum bewegt oder Blitze einen Raum für einen kurzen Augenblick lang erleuchtet haben sollen? Natürlich könnte es sein, dass man gerade genau einen solchen Frame im Bild hat, aber 100%ig sicher ist das nicht. Warum stehen da also SECHS Personen und können sich nicht erklären, wie jemand etwas entwendet haben kann, ohne, dass die Kameras etwas erfasst haben? Da guckt man die Videos doch zuerst mal gewissenhaft durch, oder? Aaaaber andererseits hat man bei dem ganzen Schnelldurchlauf natürlich gerade diese 2-3 Frames erkannt, wo das Bild irgendwie umschaltet und eine kleine Bildstörung zu erkennen ist... Sorry, aber, wer soll das denn glauben?

Doch es geht auch hier immer noch weiter: TKKG rufen Kommissar Glockner an, der gerade dabei ist, die Videos nochmal durchzugucken. Und dem fällt nicht auf, dass die Uhr für lange Zeit dieselbe Uhrzeit darstellt? Guckt man bei einem Überwachungsvideo nicht zuerst auf genau solche Dinge? Irgendwelche Unregelmäßigkeiten, wie etwa... ...DIE UHRZEIT EINER UHR, WELCHE DIE GANZE ZEIT IM BILD IST? Da müssen also erst TKKG bei ihm anrufen, und ihn mit der Nase draufstoßen. Ein sich jahrelang verdientgemachter Kommissar kommt da nicht von alleine drauf? Und auch niemand von "seinen Leuten" im Präsidium? Oder dass man einmal guckt, was die Server über diverse Dateizugriffe sagen? Oh maaaann...

Aber auch hier endet es noch nicht. Wir verbringen rund die Hälfte dieses Falls damit, wie die Videos "analysiert" werden, und dann trägt das absolut NULL zur Lösung des Falls bei; außer, dass man nun weiss, dass wohl jemand die Videos manipuliert haben wurden. Aber ist das nicht sowieso die einzig logische Schlußfolgerung? Nichts zu sehen, nichts zu erkennen - außer, dass mehrere Dinge fehlen? Was sonst soll passiert sein? Natürlich wurden da die Kameras/Videos irgendwie manipuliert! Was denn sonst? Doch dem Fass wird der Boden damit ausgeschlagen, dass kein einziger Polizist eine Spurensicherung am Tatort vornimmt. Fingerabdrücke? Spuren am Schloß? Vielleicht ein Stück abgerissener Ärmel, als man irgendwo hängenblieb? Wirklich unfassbar nachlässig von der Millionenstadt-Polizei.

Die Szene mit den beiden Typen vom Sicherheitsdienst (Taserschuß und so) ist dabei fast schon so nebensächlich, dass ich kaum Lust habe, hierrüber auch noch meinen Unmut zu artikulieren. Ebenso wie Klößchen, der Begriffe wie "Chillzimmer" erfindet; da wünscht man sich beinahe Tims "Amigos" zurück, oder Klassiker wie "Absocken" und "Pennematz".

Nun ja. Natürlich kann man wie so häufig einfach darüber hinweghören und sich nicht weiter dran stören, aber auch dann fehlen spannende Momente. Denn, wie erwähnt, die erste Hälfte geht es praktisch nur um die Videos, und in der zweiten Hälfte hören wir Gangsterdialoge und haufenweise Zufalligkeiten.

Das Zitat der Folge kommt von Klößchen: Das ist ein Chillzimmer.

Meine Wertung: 44%
Cover: ...helfen den Flutopfern07.03.2016

Fünf Freunde
(115) ...helfen den Flutopfern (Erschienen: 2016)
Dauer: 51:26

Ob das Thema dieser Folge reiner Zufall ist, nun, da bin ich nicht sicher, aber es scheint doch arg darauf hinzudeuten, dass es durchaus so gedacht war, den jüngsten Geschehnissen Rechnung zu tragen. Die Gemeinsamkeiten mit dem, was in Deutschland so passierte, sind nicht von der Hand zu weisen. Viele Dinge im Hörspiel scheinen schlicht Analogien zu sein, die sich leicht übertragen lassen. Sicher, ja, auch zu dem, was in den letzten Monaten in Großbritannien geschah, passt es, denn dort gab es jede Menge Probleme wegen Fluten und Überschwemmungen. Also alles bloß Zufall? Ist Deutschland gemeint? Ist Britannien gemeint? Wurde beides miteinander verknüpft, um dieses Fünf-Freunde-Abenteuer zu kreieren?

Naja, also mein Tipp ist, das Letzteres zutrifft. Es scheint einfach zu offensichtlich zu sein. So beginnt es also damit, dass Annes Bluse versehntlich weggespendet wird. Doch als sie versucht, dieses Missverständnis aufzuklären, stößt sie, zusammen mit ihren vier Freunden, auf viele Vorurteile und Anschuldigungen gegen über jenen, die derzeit im Ort untergebracht wurden: Flutopfer, die ihre Heimat verlassen mussten, weil dort gerade alles unter Wasser steht und die nun in Kirrin Zufluch suchen, respektive finden.

Im Großen und Ganzen ist der Fall soweit auch wirklich in Ordnung, und dass der Zeitgeist in Hörspielen oder Büchern immer wieder aufgegriffen wird, ist auch nichts Neues, und sogar verständlich. Aber gerade deshalb wirkt dieses Hörspiel ein wenig ZU direkt - selbst, wenn all die Parallelen darin ungeplant wären. Doch auch wenn nicht, finde ich das Hörspiel nicht wirklich unterhaltsam, weil ohnehin klar ist, dass am Ende herauskommen muss, dass nicht die, die man verdächtigte, die Taten begingen.

Meine Wertung: 68%
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