Die 20 aktuellsten Rezensionen

Cover: ...und der grüne Kobold16.06.2019

Die drei ???
(199) ...und der grüne Kobold (Erschienen: 2019)
Dauer: 1:15:06


Ein grüner Kobold mit blecherndem Herzschlag, der nachts über die Flure geistert. Wahrlich keine gute Werbung für ein Hotel und eher abschreckend für die Gäste. Außer es handelt sich um Justus, Peter und Bob! Keine Sekunde glauben die drei Detektive, dass Kobolde wirklich existieren. Bis sie die Bilder der Überwachungskamera zu Gesicht bekommen. Sieht das, was die drei ??? da entdecken, nicht doch wie ein Kobold aus?

Mein Kommentar: Dass es nicht wirklich ein Kobold sein würde, ist ja sowieso klar. Bleibt also nur die Frage, wer da warum als Kobold in Erscheinung tritt. Das Herumrätseln funktioniert soweit auch ganz gut und ist unterhaltsam in Szene gesetzt.

Auffällig ist nur, wie gleich zu Beginn der Hinweis auf das vegane Restaurant hervorgehoben wird, und auch darauf, wie wichtig es den Hotelbetreibern sei, sich so zu ernähren. Da ahnt man gleich auch die Generalrichtung des Geschichtsverlaufs - und liegt damit dann leider auch ziemlich richtig. Immerhin, wer der Kobold ist und wieso dieser Kobold im Hotel herumspukt, das ist relativ überraschend und wird einigermaßen originell erzählt.

Viel mehr kann ich hier auch nicht von mir geben. Einfach ein gut produziertes und unterhaltsames Hörspiel.

Meine Wertung: 73%
Cover: Raubzug im Casino16.06.2019

Ein Fall für TKKG
(210) Raubzug im Casino (Erschienen: 2019)
Dauer: 1:04:06


Ein unbeschwerter Badenachmittag im Freibad nimmt für Tim, Karl, Gaby und Klößchen eine unvorhergesehene Wendung. Nach einem außergewöhnlichen Zwischenfall am Sprungturm wird Karl in der Umkleidekabine ein Schließfachschlüssel zugesteckt und TKKG geraten in einen Fall, der von einem skrupellosen Oberstufenschüler direkt zu einem Casinoräuber und zu einem unheimlichen Schießstand im Wald führt. Gut, dass Tim so ein guter Beobachter ist, sonst wären TKKG verloren!

Mein Kommentar: Ein wenig seltsam ist es ja schon, dass TKKG wieder einen ganzen Schritt auf die Regionen der früheren 100er-Folgen zugehen. Im Besonderen bei Tim wird das deutlich.

Der lässt nämlich keine Gelegenheit aus, auf Proletentum zu reagieren, beziehungsweise mit Vergeltung zu drohen - wenn er wirklich über solchen Dumpfbacken steht, wieso geht ihm das stets dermaßen an die Nieren, dass er nicht anders kann, als sich jedes Mal ein Herz zu fassen und einen Kommentar abzulassen, welcher der Gegenseite verdeutlichen soll, dass er sie für ganz schön blöde hält und er jeden Moment handgreiflich werden könne!? Dieses Verhaltensmuster Tims zieht sich wirklich durch viele der jüngeren Folgen.

Ansonsten find ich das Hörspiel eigentlich vollkommen in Ordnung - habe aber trotzdem an drei Stellen einen geistigen Hänger. Die Szene mit der gefakten Geldübergabe. Wie kommt der eine schlimme Finger darauf, dass er auf jeden Fall für den anderen schlimmen Finger gehalten werden würde? Wenn ich in eine Umkleide ginge und jemand hielte mir unvermittelt 200€ hin - da habe ich doch nicht unbedingt die Geistesgegenwart, mich an einen Ring oder soetwas zu erinnern, oder mein Handy zu zücken um ein Foto zu machen. ICH jedenfalls würde wohl nicht so reagieren, denn sowas spielt sich ja auch sehr schnell ab - ich wäre viel zu verdutzt. Aber ok, vielleicht ginge es anderen so, da umsichtig zu reagieren. Nur, wie kommt der Ganove darauf, dass er da jetzt auch genau den Richtigen für sein Vorhaben abpasst?

Ebenfalls finde ich Karl reichlich verklemmt. Ein 13-, eventuell 14-jähriger Junge, der mit seinen drei Freunden schon unzählige Abenteuer erlebte, kriegt es nicht auf die Kette, sich mal flott die nassen Klamotten auszuziehen, abzutrocken und flugs die trocke Unterhose anzuziehen? Diese 20 Sekunden kann er nicht verkraften? Er bittet die drei zwar, sich mal eben umzudrehen, meint darauf aber umgehend, er gehe doch lieber in eine Umkleidekabine. Das Schräge: Wäre er einfach direkt in die Umkleide, wäre das ein ganz anderer Schluck aus der Flasche gewesen - aber dass er zunächst darum bittet, sich doch bitte umzudrehen, und DANN erklärt, er gehe lieber in eine Umkleide, also, das geht mir nicht in die Hirnsülze.

Zu guter Letzt noch die Abschlussszene im Wald. Woher weiss Tim so urplötzlich, dass der gestellte Fiesling es nicht gewesen wäre? Es gibt dafür so erstmal keinerlei Anhaltspunkt, dennoch hat Tim den Durchblick. Warum, bitteschön? Ebenfalls wundere ich mich ein wenig darüber, wieso die beiden Ganoven sich am Ende vertragen. Wenn man da mal einen Moment drüber nachdenkt, wäre der eine sehr viel besser dran, wenn der andere in den Knast ginge - und haben die wirklich gedacht, da käme nur EIN Polizist und sie könnten dann ohne Weiteres in einem Polizeiwagen flüchten? Für angeblich erfahrene, ausgebuffte Kriminelle ganz schön kurzsichtig.

Die Produktion ist wunderbar, alle Sprecher/innen liefern super Arbeit ab (Astrid Kollex - YES!) und im Grunde kann man, wie schon angedeutet, auf dem Fall gut zuhören. Dennoch: Keine wirklich Kaufempfehlung meinerseits, mehr der Tipp, hier vielleicht zuzugreifen, wenn man mal eine wenigstens halbwegs gescheite Folge hören möchte, aber man auf die im eigenen Regal stehenden Hörspiele gerade keine Lust hat.

Meine Wertung: 60%
Cover: ...essen glutenfrei25.05.2019

Fünf Freunde: Endlich erwachsen!
(1) ...essen glutenfrei (Erschienen: 2019)
Dauer: 1:12:42


"Wir essen keinen Weizen, keine Milchprodukte, keinen Zucker", erklärte George. "Ach, das freut mich so", sagte Tante Fanny. "Soll ich euch ein paar schöne Erdnussbutter-Brote zum Mitnehmen schmieren?" Als Dick Anne ein hippes Kochbuch zum Geburtstag schenkt, ahnt er nicht, was er damit ins Rollen bringt. Anne erkennt, dass die ganze Gruppe sich mit ihrer westlichen Ernährungsweise selbst vergiftet. Ab sofort herrscht ihrer Gesundheit zuliebe ein neues Regiment. Doch nicht nur Zoodles, Powerballs und der wunderbare entzündungshemmende Grünkohl beherrschen fortan ihren Alltag, auch ein Knurren im Bauch, Apathie und schlechte Laune schleichen sich ein. Werden es Julian, George, Dick, Anne und Timmy schaffen, an ihrer neuen Ernährungsweise festzuhalten, ohne sich dabei gegenseitig an die Gurgel zu gehen? Ein weiteres spannendes Abenteuer für die fünf hungrigen Freunde.

Mein Kommentar: Was für ein einziger, hanebüchener Unfug. Der im englischen Original(-Buch) von Bruno Vincent stammt, von Katja Theiß ins Deutsche übersetzt und letztlich von André Minninger und Heikedine Körting verhörspielt wurde. Als "mit Humor" wurde das alles angekündigt und wird es auch nach wie vor vermarktet. Na, gucken wir mal!

Anne bekommt also dieses Kuchbuch, wird einsichtig, zwingt ihren Freunden eine radikale "nur noch gesunde" Ernährungsweise auf und verlangt - auch von sich - absolute Disziplin. Dann geht man noch zu einem Ernährungsberater, der jedes von Annes Argumenten bejaht, dabei aber so merkwürdig herablassend tut, dann höflich darum bittet, dass sie jetzt endlich abhauen und verlangt noch 400 Tacken für eine Quasi-Beratung. Sicher, es gibt jede Menge Halsabschneider, die mit warmen Worten und frommen Sprüchen ihr Geld machen. Doch wieso hat man nur diesen einen Typen dargestellt? Es gibt auch genug andere, die einfach nur informieren, beziehungsweise, Anne hätte ja auch mal im Web recherchieren können - es existieren viele Foren und Websites zu diesem Thema. Hier dann zu erklären, dass sie verschiedene Quellen konsultierte, sowohl Pros als auch Contras erfuhr und eben jetzt zu ihrer Ansicht kam, wäre viel sinnvoller gewesen, um den Wunsch nach einer besseren Ernährung und etwas mehr Selbstdisziplin zu erklären.

Nun geht es etwa 45 Minuten lang so weiter, dass die Freunde sich bemühen, sich gesund zu ernähren, aber immer wieder rückfällig werden. Schokolade naschen, die gesunden Drinks einfach weggießen, wenn Anne gerade nicht hinguckt, et cetera. Sie haben doch soooo einen Hunger und die Drinks schmecken halt doof. Sicher, ja, Ernährungsumstellung ist auch Geschmackssache. Aber wer behauptet denn, dass man sich gesund ernährt, wenn man nicht mehr als 50 Gramm Sojasprossen und eine halbe Möhre mampft, dazu ein Glas Kressesaft trinkt? Ferner gibt es tonnenweise Rezepte, die selbst leckere, "gesündere" Pizzen und Aufläufe problemlos möglich machen, sofern man sich nicht NUR so ernährt. Selbst simple Tipps, wie "etwas Apfelsaft statt Zucker nehmen", werden einfach nicht genannt, und dass man auch relativ gesund naschen kann, wird ebenfalls verschwiegen...

Tja, egal! Anne bemerkt jedenfalls bald, dass ihre Freunde schummeln, hat irgendwann die Nase voll, stellt alle zur Rede, erklärt nochmal ihr Anliegen und alle stimmen zu, dass sie es redlich versuchen wollen. Fast direkt danach halten die Kids eine Rede an einer Schule, die gerade ein Fest feiert, mit Kuchen, Keksen und vielem mehr. Anne ruft sinngemäß in die Menge: "Nicht essen, sonst werden wir alle sterben!", die Schüler und Schülerinnen werden panisch und dann fahren die Freunde auf ihren Fahrrädern weg. Ähm... *räusper* HÄÄÄÄH!?

Naja, was soll's... Jetzt sind noch rund 2 Minuten Hörspiel-Restzeit auf der Uhr. Der Erzähler erklärt, die Kids seien auf dem Rückweg, als Anne plötzlich an Julian, Dick und George denken muss, kurz überlegt, bremst, stehen bleibt und gesunde Ernährung aus heiterem Himmel für Quatsch hält. Die Kids lachen und die Folge ist vorbei. Was für ein Blödsinn. Wäre nicht etwas in der Art wie, "OK, es ist schwerer als ich dachte, aber wir können ja wenigstens versuchen, weniger zu naschen und auf allzu viele Kohlenhydrathe zu verzichten und etwas mehr Gemüse zu essen... Einverstanden!?"

Es gibt keine Erklärung, was genau das mit der Schule sollte und/oder, wieso Anne einen Sinneswandel hat, beziehungsweise, wieso sie einfach alles mit der gesünderen Ernährung von sich weist. Bei allen Argumenten, die vielleicht für oder gegen eine "bessere Ernährung" sprächen, nahm man sich lediglich 3-4 Plattüten, garnierte das mit dem Who is Who der "Öko-Puristen-Klischees" und bemühte sich nicht im Geringsten um eine zumindest halbwegs differenzierte Darstellung der Thematik, oder wenigstens um eine Erklärung, warum Anne das alles nun doch nicht mehr möchte. Sich umzugewöhnen ist eben schwer und auch, wenn es sich letztlich lohnen würde, etwas mehr auf sich Acht zu geben, ach, egal, ist doch alles nur Quatsch, Schwamm drüber! Was sollen Kinder, Jugendliche oder Erwachsene denn bitte hieraus für Schlüsse ziehen?

Darüber hinaus ist diese Folge in keiner Weise spannend, unterhaltsam oder, ja, mit Humor gesegnet. Anne zwingt den anderen ihre neue Ansicht auf, keiner ist so recht glücklich damit und plötzlich ist Anne wieder anderer Meinung. Das ist alles, was hier vermittelt wird. Das ist an Langeweile kaum zu überbieten und wer trotzdem bis zum Ende durchhält, blickt verständnislos ins Leere...

Wenn hier irgendeine Form von Persiflage auf irgendeinen Typ Mensch versteckt ist, tut mir leid, ich entdecke nichts davon. Hier werden nur uralte Klischees bedient und lange nicht mehr haltbare Vorurteile runtergerattert. Selbst die Szene am Ende, als Anne vom Sterben durch Kuchenessen spricht, ist nicht lustig, sondern einfach nur platt, weil keinerlei humoristischer Zusammenhang verständlich wird. Nirgends wird irgendetwas augenzwinkernd betrachtet, sondern alles wird eindimensional stumpf vorgetragen. Der Wunsch nach besserer Ernährung ist eben nur was für verkorkste Baumschmuser und Körnerkauer... So scheint man sich das wohl gedacht zu haben.

Die Produktion allerdings ist wunderbar. Im Besonderen die fünf Hauptstimmen (Welbat, Harloff, Harloff, Fontages und Pahl) machen einen großartigen Job - ich würde nur kritisieren, dass die Kirrins viel zu fröhlich klingen! -, die Geräusche sind super, die Musiken sind auch gut. Wobei! Die Titelmusik. Auweia! Als reines Instrumental wäre es toll, aber der Text, autsch! In vielen Titelmusiken geht es zumeist wenigstens um Abenteuerlust, Zusammenhalt oder die Eigenschaften der Protagonisten. Hier sagen alle nicht mehr als "Hey, wir sind die fünf Freunde, das finden wir klasse!"... Ich denke, die sind jetzt erwachsen!? Oder ist DAS etwa der Humor, der ständig erwähnt wird?

Meine Wertung: 23%
Cover: Bei Anruf Abzocke24.04.2019

TKKG Junior
(6) Bei Anruf Abzocke (Erschienen: 2019)
Dauer: 51:35


"Eine Diebesbande will Ihr Konto leerräumen! Beim Nachbarn wurde eingebrochen, Ihre Wohnung ist als Nächstes dran. Ihr Enkel hatte einen Unfall und braucht dringend Geld!" Mit diesen und ähnlichen Nachrichten schockt eine Bande von falschen Polizisten ältere Menschen in der Millionenstadt. Als auch Gabys Oma ins Visier der Ganoven gerät, greifen TKKG ein.

Mein Kommentar: Hmm, der Titel, also Bei Anruf Abzocke, ist nicht wirklich ganz richtig. Zwar wird auch hier mit diesem Kniff gearbeitet, doch das ist eher am Rande für diesen Fall von Belang, denn hier wird es vornehmlich mit direkt ansprechen und dreist draufloslügen probiert, und es geht im Großteil des Falls viel mehr um Gabys Oma, der zu helfen versucht wird. Mir leuchtet zwar ein, dass "Bei Anruf Abzocke" schön catchy klingt, aber zum Inhalt passen sollte ein Titel doch bitte trotzdem.

Davon abgesehen spielen Katja Brügger und Douglas Welbat ihre Rollen superb und man hat keine Probleme damit, dass man sich als Hörer/in wünscht, dass sie ihr Fett wegkriegen. Auch sonst sind alle Charaktere klasse besetzt, keine Frage. Und ja, natürlich werden Menschen höheren Alters auch mal vergesslich, aber hier dient das ständige Kurzzeitvergessen der Oma Glockner teils der Belustigung, teils der in diesem Punkt bemühten Spannungserzeugung.

Denn spannend ist der Fall sowieso schon, nur reißt Oma Glockner mitunter etwas aus der Story raus, und mit Situationen wie "Was sollte ich jetzt nochmal rufen, damit die Kinder zur Hilfe eilen?!" zerrt Autor Frank Gustavus manches Mal sehr am Geduldsfaden, denn bei allem Verständnis für Altersvergesslichkeit, es ist doch völlig egal, was genau sie nun ruft, die Kids sind nicht blöd, die werden es schon raffen. Wo es im Flur rumpelt und rumort und Oma Glockner ihre Überlegungen vor sich hermurmelt, kommen die vier Kids nicht auf die Idee, einfach mal die Bildfläche zu betreten?

Das ist in der Tat das einzige Manko dieser ansonsten sehr gelungenen Folge. Produktion, Story-Idee und soweiter - alles super. Nur dieser Holperer zum Ende hin, Mensch, der war doch nicht nötig...

Meine Wertung: 82%
Cover: Die Legende der Gaukler24.03.2019

Die drei ???
(198) Die Legende der Gaukler (Erschienen: 2019)
Dauer: 1:09:26


Ein kleiner Zirkus hält Einzug in die Stadt und mit ihm die schaurige Legende der zwei Lebenden und der drei Toten. Doch die Gaukler schweigen eisern über die seltsamen Phänomene, die die drei ??? in den Bann ziehen - denn wer über die Legende spricht, den überkommt schreckliches Unheil. Keine guten Voraussetzungen für Justus, Peter und Bob, die sich außerdem fragen müssen, was es mit ihrem mysteriösen Auftraggeber auf sich hat. Können sie das Geheimnis der Gaukler lüften?

Mein Kommentar: Wer winkt eigentlich immer solche Titel durch? Auweia! Zwar ausnahmsweise keine Tod-, Teufel-, Verderben-, Geheimnis-, Geister-Irgendwasse, aber immerhin eine Legende... Nur gibt es keine solche Legende im eigentlichen Sinn. Diese Bedeutung wird arg strapaziert. Naja... Man gewöhnt sich an alles, nicht wahr? Doch hier hört es leider nicht auf, denn die Story ist ebenfalls sehr durchwachsen.

Dabei fängt es richtig interessant an: Santiago Ziesmer, in der Rolle des Elliot Littlehorn, erklärt von seinen Problemen mit einem Zirkus, dem er immer vorausreist, und dass er seinen Gästen den ältesten Taschenspielertrick aller Zeiten auftischt. Wie das in Szene gesetzt und aufgebaut wird, hat Hand und Fuß und macht Lust auf mehr.

Aber dann passiert eigentlich gar nichts mehr. Es wird nicht ermittelt oder recherchiert, sondern in einer Tour zufällig belauscht oder telefoniert - und Zack, schon haben wir wieder ein Puzzlestück korrekt platziert. Hinzu kommt aber nicht nur, dass es keine bis kaum Schauplatzwechel gibt, sondern auch dass bei diesem Zirkus mal wieder nur verschrobene Zausel herumjuckeln. Arbeiten beim Zirkus denn wirklich nur Freaks, die sich schrullig artikulieren und irgendeinen Hokuspokus von sich geben? Früher, in den 60ern und 70ern, passte das noch ganz gut hin, war sogar mal was anderes. Aber entweder man verfrachtet eine Geschichte bewusst in diese Zeit und lässt moderne Dinge außen vor, oder man lässt es und packt seine Story zwar in die Jetzt-Zeit, doch lässt man die ganzen Zirkus-Stereotypen weg. Denn das, gepaart damit, dass wir uns 80-90% der Zeit nur auf dem Zirkusgelände aufhalten, nervt. Davon ab, dass "Zirkus" heute kaum noch von Interesse ist und schon deshalb kaum Assoziationen weckt.

Allerdings passiert aber auch sonst einfach gar nichts. Es wird lediglich gesprochen, beziehungsweise belauscht und, wenn man es denn nun so nennen will, geschlussfolgert. Vieles wirkt schlichtweg notgedrungen aufgefüllt, nicht notwendig, konstruiert, damit es am Ende irgendwie aufgeht. Und das tut es zwar, es wird am Ende wie immer alles aufgeklärt, also von Justus runtererzählt, aber nicht, ohne eine Teilauflösung serviert zu bekommen, die... also... nee... echt jetzt? DAS ist der Beweggrund?

Die Produktion gefällt mir dafür gut. Die Stimmungen werden gut eingefangen und wiedergegeben. Aufgefallen ist mir, wie schon im Schwarze-Katze-Special, dass Andreas Fröhlich seinen Bob Andrews erneut merkwürdig so intoniert anlegte; merkwürdig abwesend, nicht ganz der Bob, den man kennt. Schwer, das zu beschreiben - er klingt irgendwie anders.

Meine Wertung: 46%
Cover: Drohbriefe von Unbekannt17.03.2019

Ein Fall für TKKG
(209) Drohbriefe von Unbekannt (Erschienen: 2019)
Dauer: 1:10:13


Für die 9b der Internatsschule steht in der ersten Stunde eine Mathearbeit bei Frau Dr. Bleul an. Zehn Minuten nach Unterrichtsbeginn ist die Lehrerin immer noch nicht in der Klasse und bald macht die Nachricht die Runde, dass sie auf der Landstraße zur Schule mit ihrem Auto verunglückt ist. Erst vor kurzem ist bei ihr ein gemeiner Drohbrief eingegangen - unterzeichnet mit dem kryptischen Kürzel "933R". War es also wirklich ein Unfall? Tim, Karl, Gaby und Klößchen nehmen die Spur auf, als ein weiterer Drohbrief auftaucht. Der dritte ist an TKKG gerichtet und bald darauf stecken die vier Freunde ernsthaft in der Klemme...

Mein Kommentar: Zuerst waren es Kleinigkeiten, die mich etwas störten. Die üblichen Zipperlein, aber nichts Wildes. Wie etwa, dass die Lehrerin ständig "Tangente" genannt wird, statt zumindest ab und zu ihren eigentlichen Namen zu verwenden. Doch die Story schritt voran, und ich war völlig von den Socken, dass das hier ein echt spannender Fall zu werden schien; umso mehr, weil es recht komplex wird, und man nicht mit dem ewig selben TKKG-Die-Welt-ist-ja-so-einfach-zu-erklären-Einheitsbreit um die Ecke kommt.

Doch ab etwa der zweiten Hälfte wird es mir dann zu heftig - SPOILER-WARNUNG: Einerseits kippt der Plot dann nämlich doch - und das auch noch ziemlich schnell - in den schon ziiig mal gehörten Einheitsbrei um, und andererseits wird die Story doch sehr hart. Es fließt kein Blut, es fallen auch keine derben Schimpfworte. Aber Medikamententests an Patienten? Dazu die schaurige Geräuschkulisse? Und natürlich geht es mal wieder nicht ohne Lebensgefahr?

Ich weiss nicht so recht, ich wiederhole mich nun, aber mal ernsthaft: Das hier sind vier Jugendliche. Und ja, natürlich, würde man hier nur den ganz normalen Alltag abspulen, wäre das überhaupt nicht interessant. Aber wo sind bitteschön die Abenteuer, die einfach Abenteuer sind? Dazu etwas Action und fertig ist der Lack. Mittlerweile geht es ohne lebensgefährliche Umstände durch skrupellose Verbrecher nicht mehr. Hinzu kommt, dass diese bösen Gestalten am Ende immer von Tim/TKKG gestellt werden und sie dann aber noch ein "Ass aus dem Ärmel" ziehen, um so dann ihre Flucht zu ermöglichen, ein Stillschweigen herauszupressen oder alle Zeugen kaltzumachen: Man will Oskar töten, man will Gaby etwas antun oder was auch sonst immer.

Nicht nur, dass sich das mittlerweile abgenutzt hat, nein, diese böse Person wird dann von jemand anderem irgendwie überrumpelt. Muss das denn in mittlerweile so gut wie jeder Folge so sein? Es wird ohnehin erwartet, dass genau das gleich passieren wird - es passiert ja sowieso fast jedes Mal, es ist nicht mehr spannend und nicht mehr überraschend. Ich sag's darum, wie es ist: Ich ertappe mich immer häufiger bei dem Gedanken, dass all die platten "Tim haut einfach alle um"-Szenen der Vergangenheit vielleicht doch gar nicht so übel waren, wenn DAS eben geschilderte Szenario die Alternative dafür sein soll. Super-Tim ist wenigstens jedes Mal unfreiwillig komisch gewesen.

Die Produktion ist wie immer gelungen, nur einige Sprecher/innen klingen deutlich geixt, teilweise sogar affektiert. Fazit: Zuerst ein gutes, mal ein offenbar spannendes Hörspiel mit Überraschungen. Zum Ende hin aber dann doch wieder nur simpel zu erkären gewesen, zudem viel zu sehr drüber, und die immer gleiche Überrumpelter-Schurke-droht-mit-dem-Tode-Situation nervt. Gewaltig.

Meine Wertung: 64%
Cover: ...und die schwarze Katze SPECIAL09.03.2019

Die drei ???
...und die schwarze Katze SPECIAL (Erschienen: 2019)
Dauer: 1:28:05


In einem kleinen Wanderzirkus wittern die drei Detektive Justus, Peter und Bob ihren neuesten Fall. Justus ist sich sicher: Wenn ein finster aussehender Mann mit Gewalt eine hässliche Stoffkatze an sich bringen will, sie dann stiehlt und am nächsten Tag per Zeitungsanzeige weitere Katzen sucht, muss etwas dahinter stecken! Ursprünglich als immersives Hörspiel für Vorführungen in Planetarien produziert, wird mit der Neufassung von "Die drei ??? und die schwarze Katze"' die erste Produktion der zweiten Planetariums-Staffel, als Stereofassung auf CD veröffentlicht. Fortgesetzt wird die Reihe mit "Die drei ??? und das versunkene Schiff" und "Die drei ??? und der dreiäuige Totenkopf".

Mein Kommentar: Die Neuaufnahme dieses Falls beginnt direkt mit Sirenengeheul und einem Ausruf der Polizei. Irgendwas ist wohl gerade passiert und ein Durcheinander bricht aus. Jetzt folgt die Titelmelodie und anschließend geht die Geschichte, wie man es gewohnt ist, los. Ein grundsätzlich interessanter Ansatz, mal so zu beginnen, doch wirkt die allererste Szene so chaotisch, dass man sie einfach nicht so recht zuordnen kann. Selbst nach mehrmaligem Durchlaufen dieser Folge wirkt der Anfang jedes Mal wieder unzugehörig, obwohl er durchaus Sinn macht und natürlich in den zeitlichen Kontext der Geschehnisse passt... In der Tat seltsam...

Insgesamt aber kommt, selbst in direktem Vergleich mit der Originalaufnahme aus den ???-Hörspielanfangstagen, die Planeratiumsfassung der Schwarzen Katze sehr gut weg. Ja, die Sprecher/innen sind fast allesamt andere, und natürlich ist der Fall nun doppelt so lang, aber das macht dieses Hörspiel weder besser noch schlechter. So gewinnt die Geschichte durch viel mehr Geräuschkulisse, gerade während der Zirkusszenen, eine Spur mehr Lebendigkeit, im Vergleich zu damals. Dafür fällt beispielsweise auf, dass Bob, wie eigentlich damals auch schon, hier recht wenig Sprechanteil hat (wobei: Ist das nicht nur logisch, schließlich ist er ja EIGENTLICH eh "nur" für Recherchen und Archiv verantwortlich?!). Da diese Folge aber trotz der alten Story und deren sprachlichen Duktus' dennoch sehr modern klingt, was wohl auch an den reiferen Stimmen der ??? liegt, bemerkt man es jedes Mal, wenn Bob spricht: Stimmt, den gibt es ja auch noch, man, klingt er anders. Auffällig ist das mit Bob nämlich gerade deshalb, weil Andreas Fröhlich sich offenbar darum bemüht, seinen Part etwas anders zu intonieren. Es ist schwer zu beschreiben, und es liest sich sicherlich verschroben, aber Herr Fröhlich klingt nicht ganz wie er selbst, so, als probiere er mal etwas Neues. Vielleixht will er aber auch nur bewusst jünger klingen? Und immer, wenn Bob zu sprechen beginnt, fällt mir nicht nur das auf, sondern eben auch, dass er allgemein nur wenig spricht.

So sind es also eher Dinge am Rande, durch welche die Unterschiede beider Fassungen ins Auge, pardon, ins Ohr fallen, ohne, dass man die eine oder die anderen als klaren Sieger deklarieren mag. So hat die Neufassung ja nicht nur mehr Länge, sondern bietet dadurch natürlich auch mehr Informationen und Abwechslung (wie etwa die Auf-dem-Wasser-Situation), wohingegen man andererseits feststellt, dass die "Original"-Hörspielversion auch ohne all das auskommt und auch heute noch genauso gut wie einst funktioniert - was unter anderem H.G. Francis' Talent geschuldet ist, das Buch angemessen zu straffen. Dennoch: Schlussendlich muss ich der Neuauflage einen leichten Vorsprung attestieren, denn was mir damals im Vergleich mit dem Buch immer fehlte (einige der "schlüssigen Hinweise" gehen da einfach etwas unter), ist hier gegeben.

Meine Wertung: 82%
Cover: ...und die Glocke der Wikinger24.02.2019

Fünf Freunde
(130) ...und die Glocke der Wikinger (Erschienen: 2018)
Dauer: 55:18


Die Fünf Freunde verbringen ihre Ferien in Nordengland. Während Onkel Quentin wichtigen Forschungen nachgeht, besuchen die Kinder ein historisches Wikingerdorf. Dort begegnen sie dem alten Mr. Rasmussen, der behauptet, ein echter Wikinger zu sein. Kurz darauf ist er verschwunden, und mit ihm eine tausend Jahre alte Glocke. Und das ist erst der Anfang einer Reihe von Merkwürdigkeiten, denen die Fünf Freunde beharrlich auf der Spur bleiben, bis sie ein fast unglaubliches Geheimnis lüften.

Mein Kommentar: "Solide und routiniert" - etwas anderes kommt mir nicht in den Sinn. Der Plot ist leicht durchschaubar, wenn man bereits die eine oder andere Folge der Kirrin-Kids gehört hat, sodass Überraschungen ausbleiben, aber man dennoch dranbleibt. Wobei "Überraschungen" etwas hoch formuliert ist, denn unerwartete Plottwists gibt es ohnehin keine. Der Fall läuft sauber und ohne Schnörkel durch. Nur das Ende, also die Auflösung des Ganzen, bietet keinerlei Hintergrund, den man sich nicht eh gedacht hätte - sofern man dem Werk "Fünf Freunde" bereits vertraut war.

Allerdings muss ich meiner Verwunderung darüber Ausdruck verleihen, dass man den vier Kindern bislang wohl nicht beibrachte, dass man Aussstellungsstücke nicht ohne ausdrückliche Erlaubnis berühren darf. Wieso man also einfach so die Glocke schlägt, geht mir nicht so recht in den Sinn. Umso mehr unverständlich ist mir, warum die vier sich wundern, dass sie anschließend etwas unwirsch verabschiedet werden. Und dann später auch noch irgendwo einzudringen, erwischt und dann erneut unwirsch herausgeworfen werden, sowie ein Hausverbot ausgesprochen zu bekommen, scheint für sie ebenfalls nicht nachvollziehbar zu sein...

Dennoch ist der Fall insgesamt in Ordnung. Gut produziert, gute Sprecher/innen, passende Musiken... Aber, ganz ehrlich, nach 130 Folgen wird es dann doch mal Zeit für ein paar Unvorhersehbarkeiten in dem einen oder anderen Fall. Vertrautes und Altbewährtes, schön und gut, doch etwas mehr Abwechslung darf es hin und wieder schon sein.

Meine Wertung: 67%
Cover: Die Dino-Diebe20.02.2019

TKKG Junior
(5) Die Dino-Diebe (Erschienen: 2019)
Dauer: 59:23


Eine Saurier-Ausstellung in der Millionenstadt - die wollen TKKG natürlich nicht verpassen! Doch bei ihrem Besuch im Museum fehlen plötzlich ein paar der wertvollen Dino-Knochen. Als am Tag darauf weitere Teile des Saurier-Skeletts spurlos verschwinden, sind sich alle einig: Sie haben es mit einem Dino-Dieb zu tun. Um den Täter auf frischer Tat zu ertappen, schmieden TKKG einen riskanten Plan.

Mein Kommentar: Die Dino-Diebe ist eine runde Sache. Der Fall bietet Spannung und sogar eine nicht allzu direkt ersichtliche Auflösung. Es gibt mehrere verdächtige Personen und der Erzählfluß ist bis zum Ende stringent. Soweit, so gut.

Ein paar Dinge gehen mir aber auf den Wecker - obschon ich durchaus darüber hinweghören kann. Aber Oskar, also ein Hund, darf ins Museum? Naja, ich verstehe, dass eine "auffällige Szene" eingeflochten werden "musste", aber trotzdem ist das vollkommen unglaubwürdig und letztlich unnötig. Der einzige Grund, warum das Setup mit Oskar ist, hat ja einen bestimmten Sinn - den spoilere ich aber jetzt nicht. Doch diesen einen Moment hätte man auch anders aufbauen können, sodass die Oskar-Sache hätte wegbleiben können. Naja... ...aber dass Gaby auch später darauf besteht, dass er wieder mitkommt? Trotz des Zwischenfalls zu Beginn? Autsch!

Und eine andere Kleinigkeit, finde ich, hätte man eleganter lösen können. Als TKKG sich verstecken, muss Klößchen plötzlich niesen. Er unterdrückt es eine kleine Weile, aber dann passiert es... und der böse Bube entdeckt die vier letztlich doch. Hätte man dieses Niesreiz-Krimiklischee nicht weglassen können und der Räuber entdeckt die Kids nach ein paar Augenblicken einfach so mit dem Lichtkegel seiner Taschenlampe?

Was mir auch latent auf den Keks geht, ist der Part mit Kommissar Glockner ganz am Schluss. Vier Kinder, darunter seine Tochter, lügen ihre Erziehungsberechtigten an, begeben sich wissentlich in große Gefahr, und verüben dabei auch noch eine schwere Straftat. Und der Erzähler fasst die eigentlich angebrachte Standpauke der Erwachsenen knapp zusammen, mit in etwa den Worten "Herr Glockner sagte ihnen, dass das nicht gut war!". Anschließend hört man Glockner selbst dazu noch was sagen. Aber im Grunde lobt er die Kids, denn der Zweck heilige die Mittel - so lautet mehr oder weniger seine Aussage dazu. Erstens ist das eine echt schwache pädagogische Leistung und zweitens interessiert mich, wie er das alles im anzufertigenden Protokoll erklärt und was die anderen Erziehungsberechtigten dazu zu sagen haben. Dass man diesen Fakt so lasch abhandelt, also ich weiss nicht, das vermasselt mir immer wieder das Ende. Spannung, Krimi und Abenteuer hin oder her.

Dennoch: Alle Sprecher/innen leisten einen sehr guten Job, die allgemeine Produktion ist ohne Beanstandung und die Story soweit spannend und stets nachvollziehbar.

Meine Wertung: 76%
Cover: Im Auge des Sturms26.01.2019

Die drei ???
(197) Im Auge des Sturms (Erschienen: 2019)
Dauer: 1:09:31


"Ihr müsst den Fall für mich übernehmen! Findet Finnley! Er ist in Gefahr!" Kurz darauf verliert der schwer verletzte Surfer das Bewusstsein. Doch: Wer ist Finnley? Und welcher Gefahr ist er ausgesetzt? Justus, Peter und Bob begeben sich auf eine rasante Suche kreuz und quer durch Rocky Beach. Im Laufe ihrer Ermittlungen werden die drei ??? auf einen mysteriösen Verfolger treffen, sich gewaltig ekeln und seltsame Notizen finden. Vor allem aber muss Peter seine Fähigkeiten als Surfer unter Beweis stellen. Wird es den drei Freunden gelingen, Finnley rechtzeitig zu finden und zu warnen? Die Zeit wird knapp, denn ein gewaltiger Sturm zieht auf!

Mein Kommentar: Zwar bemüht sich Kari Erlhoff (Buch-Autorin), und es gelingt ihr auch recht gut, mal etwas anderes zu bieten, und trotzdem verwurzelt im Rocky-Beach-Universum zu bleiben (was nach all den vielen Fällen nunmal sehr schwer ist!), aber insgesamt fehlt es diesem Hörspiel an Fahrt. Denn André Minninger hat zu viele der Dialoge mehr oder weniger eins zu eins durchvertont. Und das ist bei Gesprächen, die nach dem Prinzip "Rede mit uns, was ist los?" "Ich will nicht Euch reden, lasst mich in Ruhe, haut ab!" laufen, eben wenig spannend. Und dies hätte mit mehr Tempo sicherlich geradegebogen werden können.

Denn das Surf-Thema ist in der Tat erfrischend und das Körting-Team hat das auch rundum super in Szene gesetzt, doch Spannung kommt nur so einigermaßen auf. Man möchte durchaus wissen, wer Finnley ist und warum er nicht mit der Sprache rausrücken möchte, aber da hört es leider auf. Und die dauernden Einsprenkler a la "Haltet Euch da raus, das ist zu gefährlich für euch", wollen einfach nicht das Gefühl von Gefahr vermitteln. Und statt Gefahr und Spannung hätte wohl mehr Tempo für ein höheres Hörvergnügen gesorgt.

Dennoch: Alles in allem ein hörenswerter ???-Fall, den ich ruhigen Gewissens weiterempfehle.

Meine Wertung: 69%
Cover: Geheimnis im Tresor26.01.2019

Ein Fall für TKKG
(208) Geheimnis im Tresor (Erschienen: 2019)
Dauer: 55:31


Klassenfahrt der 9b im Skiort Enders im Engthal - eine Woche Ski fahren, snowboarden und ungetrübter Winterspaß im Schnee. Doch dann wird Gaby im aufkommenden Schneesturm von einem Pistenrowdy gefährlich geschnitten und zu Fall gebracht. Tim will sich den Übeltäter vorknöpfen. Die Spur führt zu Max Fliege, Sicherheitsmann im örtlichen Casino und Mitglied einer Motorradgang. Schnell geraten TKKG in ein brenzliges Abenteuer und schon wenige Stunden nach Gabys Unfall geht es nicht mehr um die Einhaltung von Pistenregeln, sondern ums nackte Überleben auf dem nächtlichen Berg...

Mein Kommentar: Geheimnis im Tresor ist ganz großes (Ohren-)Kino! Was Autor Martin Hofstetter hier abliefert, ist entweder ernst gemeint, oder aber er will den alten TKKG-Fans eine Lachnummer par excellence bieten. Und bevor ich weiter aushole, will ich sicherheitshalber erklärt haben, dass es auch bei den Wolf'schen TKKGs jede Menge Mumpitz, Stuss und Stilblüten gab - aber bei Wolf hatte das alles eine unfreiwillige Komik, die im Kontext des gesamten Abenteuers (meinstens!) irgendwie zumindest in sich selbst funktioniert hat. Aber ich komme bei Nummer 208 einfach nicht dazu, es ernst zu nehmen. Denn diese Folge hätte ich genauso eher von einer Reihe wie "Die Ferienbande" erwartet - und alles wäre klar und deutlich als Satire und zugleich Liebe zum verulkten Produkt verstanden worden. Doch hier bin ich unschlüssig, was die Intention war! ABER WARNUNG: SPOILER-ALARM!

Und nun endlich zur Sache: Super-Tim und Opfer-Gaby sind glücklich vereint! Allerdings ist Tim noch nie so dermaßen über sich selbst hinausgewachsen wie hier - und auch Gaby ist selten sooo sehr "in Gefahr" gewesen. Denn vor allem bei Gaby geht es ohne permanentes Lachen beim Zuhören einfach nicht. Ihr wird offen mit dem Tod durch Erfrieren bei hohen Minusgraden in einer Gletscherspalte gedroht, und sie fragt ihre Entführer (jawohl - WIEDER MAL wurde sie entführt!) ein Loch nach dem anderen in die Bäuche. Wie abgebrüht kann man in so jungen Jahren eigentlich sein? Und die Gangster? Die verraten all ihre Pläne und erklären auch all die anderen Details zu den bisherigen Vorkommnissen in bester James-Bond-Superschurken-Manier.

Aber Tim? Ich weiss gar nicht, wo ich bei dem anfangen, und wo aufhören soll. Der holt hier alles nach, was er in den letzten ca. 50 Folgen nicht leisten konnte/durfte. Es wird gepöbelt, mit Prügel und Vergeltung gedroht und er kann und weiss immer alles... Nur dass er hier dermaßen aufdreht, dass es auch noch für die nächsten 300 TKKG-Abenteuer ausreicht. Bei - wie schon erwähnt - hohen Minusgraden, um Mitternacht herum, in einem sich nicht mehr rührenden Skilift feststeckend, klettert er, nachdem er bereits eine ganze Weile vor sich hinfrof, die Skilift-Haltestange hoch, und hangelt sich anschließend am Trägerseil zum Zielort entlang.

Das allein wäre eigentlich schon genug, um sich Bauchkrämpfe zu lachen, aber er tut es natürlich für Gaby! Und nicht nur das, er betont sogar noch heldenhaft, dass es ja schließlich "für Gaby" sei. Aber, wie gesagt, dass allein war längst nicht alles! Unmittelbar zuvor fallen sie (also Tim, Karl und Klößchen) auf den plumpesten Trick aller Zeiten rein: "Oh nein, ich darf den grünen Knopf nicht drücken, der den Skilift in Gang setzt, denn dann würdet ihr in Gefahr geraten, wenn ihr mit dem Skilift fahrt. Das geht auf gar keinen Fall, ich renne lieber weg und hole die Polizei! *rennt weg*" . Und als ich dachte, dass das doch jetzt unmöglich passieren könne, passiert es: Als der Typ weg ist, drücken sie den grünen Knopf und hüpfen auf die nächsten Skilift-Sitzplätze. Natürlich bleibt der Lift auf halbem Wege stecken und Karl, obschon schlotternd ob der Angst und Eiseskälte, erklärt, was in ihren Organismen gerade dank der Temperaturen geschieht und in welchem Stadium des Sterbens sie wären. Nicht so Tim! Der geht den Fall in Gedanken nochmal durch und weiss binnen Zehntelsekunden, was wie warum geschehen ist und wer der wahre Bösewicht sein muss. Und, schwupps, klettert er die Stange hoch - für Gaby, natürlich! ...und wie er sich, bei -20° im Tiefschnee liegend, mannhaft die Schmerzen im Bein verkneift... Pures Hörspielgold!

Den Plot selbst sollte man übrigens ebenfalls nicht zu ernst nehmen, denn auch der ist reichlich wackelig: Wegen eines grünen Helmes mit weißen Zeichen darauf, erinnert sich Karl an eine Entführung Anfang der '90er, und natürlich kann es grüne Helme mit weißen Zeichen nur in diesem Zusammenhang geben. Schließlich benutzen alle Militärtruppen dieser Welt keine grünen Helme, und falls darauf mal irgendetwas geschrieben steht, dann niemals in weiß! Und auch Motorradfahrer haben noch nie grüne Helme benutzt! Solcher Art Helme sind absolute Unikate! Wie unglaublich dreist es ist, diesen Zufall und die damit verbundene reine(!) Mutmaßung(!) als Faktum vorauszusetzen - Wow!

Nun, ich höre hier mal auf. Aber ich bitte Euch: Kauft dieses Hörspiel! Es ist großartig. Und ich meine das vollkommen ohne hämischen Gedanken. Bei dieser Folge kommt Ihr ganz und gar auf Eure Kosten. Ich habe selten so gelacht, wie bei "Geheimnis im Tresor" - wirklich, ganz im Ernst, ich MAG dieses Hörspiel. ...wenn auch nicht deswegen, weil es so super spannend wäre... Ach ja, fast vergessen: Warum müssen Jugendkrimis immer mit Todesgefahren und skrupellosen Unholden gespickt sein? Wo sind die Abenteuer, die einfach Abenteuer sind, und deshalb interessant und spannend sind? Diese James-Bond-Nummer ist auf jeden Fall zu krass!

Die Produktion ist übrigens erst Sahne, bietet viele Musiktracks, die man schon sehr lange nicht mehr hörte (bitte ruhig öfter so, Herr Minninger! :), und alle Sprecher/innen leisten saubere Arbeit. Besonders hervorheben will ich unbedingt Sascha Draeger. Was er aus seiner Rolle als Tarzan/Tim immer wieder rausholt - und das vorallem in dieser Folge -, ist sagenhaft. Sehr, sehr gut!

Meine Wertung: 90%
Cover: Der Rote Retter15.12.2018

TKKG Junior
(4) Der Rote Retter (Erschienen: 2018)
Dauer: 1:01:37


Ein Superheld in der Millionenstadt: Als der Supermarkt überfallen wird, eilt er in roter Maske und Umhang herbei, stellt die Täter und gibt die Beute zurück. TKKG ist das Ganze nicht geheuer. Spätestens nach der ersten Begegnung mit dem Roten Retter ist ihr detektivisches Gespür geweckt. Wer steckt hinter der Maske?

Mein Kommentar: Die erste Folge der TKKG-Junioren, die mir nicht ganz so dolle gefällt. Es ist bereits viel zu früh offensichtlich, dass die Sache mit dem Roten Retter von langer Hand geplant und choreografiert ist. Und es wird so offensichtlich darauf hingedeutet, dass man als Hörer/in schlicht keine Wahl hat, als nur eben genau das zu vermuten.

Ferner ist der Rote Retter eigentlich auch gar kein Superheld im eigentlichen Sinne - bereits auf dem Cover hebt er einen der Bösewichte mit nur einer Hand und ohne Mühe hoch! -, sondern er ist lediglich etwas im Bereich der Kampfkünste bewandert, und etwas anderes wird den Menschen, mitsamt Presse, auch nie suggeriert.

Dabei wäre es toll gewesen, wenn man erstmal hätte mitraten können, was es mit dem Roten Retter auf sich hat, und wie jemand tatsächlich diese oder jene Superkräfte oder Spezialausrüstung haben kann, um dieses oder jenes übersinnliche Manöver vollziehen zu können. Stattdessen geht es sehr bald nur noch darum herauszufinden, warum das alles gestellt wird und wer noch dahintersteckt. Schade.

Hier wurde wirklich viel Potenzial für einen sehr spannenden Fall verschenkt. Nichtsdestotrotz ist Der Rote Retter ein Hörspiel, das angenehm durch die Ohren geht. Das liegt an den gut aufgelegten Sprechern und Sprecherinnen, den gut hörbaren Musiken und dem angenehmen Tempo der Story. Denn es gibt regelmäßig Ortswechsel und die eine oder andere Verfolgungsjagd...

Meine Wertung: 60%
Cover: Geheimnis des Bauchredners15.12.2018

Die drei ???
(196) Geheimnis des Bauchredners (Erschienen: 2018)
Dauer: 1:18:26


Patricia Osborne hat Probleme mit ihrem neuen Mitbewohner Mr. Giggles. Er bereitet ihr schlaflose Nächte. Denn statt in seinem Sessel zu bleiben, wandelt er zur Abendstunde durchs Haus. Ein Fall von Ruhestörung? Das klingt nicht nach einem Fall für die drei Detektive. Doch dann erfahren Justus, Peter und Bob, dass Mr. Giggles eine Bauchrednerpuppe ist! Und für Patricia Osborne steht fest: Mr. Giggles ist vom bösen Geist seines Puppenspielers besessen.

Mein Kommentar: Ich bin jedes Mal unschlüssig, aber irgendwas als seine Mitautoren/innen macht André Marx anders. Um nicht zu sagen: Besser. Mit welcher Dichte er immer wieder gute ???-Geschichten abliefert... Und hier schon wieder. Das kann nicht nur daran liegen, dass man sich bei Europa mit seinen Büchern mehr Mühe bei der Vertonung gäbe...

Nun, bevor ich hier aber jetzt nur dem geschätzten Herrn Marx Honig ums Maul schmiere: Die Geschichte ist wirklich gelungen und hat sowohl Elemente der Moderne als auch welche aus den Klassikertagen von Die drei ???. Das liegt nicht nur daran, dass einerseits Figuren aus eben dieser Klassikerzeit - genauer: (25) ...und die singende Schlange - erwähnt werden oder vorkommen, wie Allie oder Patricia Osborne, und Sprecher/innen dieser Folge mitwirken, wie Barbara Focke, Lutz Mackensy, und - hört, hört! -, sogar Wolfgang Kaven (der damals nur eine Statistenrolle im 25. ???-Hörspiel bediente).

Nein, das liegt mitnichten daran, sondern ist lediglich ein willkommener Fanservice-Bonus. Es liegt daran, dass diese Geschichte einen interessanten Aufbau bietet, und nie zuviel vorweg nimmt, oder übertrieben bedrohlich wird. Hier wird im Grunde einfach nur ein Fall gelöst, ohne, dass es zum Ende hin wieder mal um Kopf und Kragen geht. Etwas, dass mir übrigens immer mehr auf den Senkel geht. Dieses Stilmitttel der dauernden Lebensgefahr und Zeitknappheit. Heute wird meist zu irgendwem hingefahren, dabei ergibt sich dann irgendwas und schon ist man mittendrin und alles passiert einfach nur noch, während die ??? Zeugen werden... Doch hier: Im Gegenteil, Justus, Peter und Bob, nutzen auch mal wieder herkömmliche, beinahe schon altmodische Methoden. Wie jene des Fingerabdrucknehmes und -vergleichens, oder des tatsächlichen Besprechens von Fakten und dem Verteilen von Aufgaben untereinander.

Allerdings hat dieses Hörspiel auch einen Makel - mehrere Szenen hätte man sicherlich eindampfen können, um Zeit einzusparen. Denn normalerweise mag ich Hörspiele mit Überlänge - hier sind es immerhin über 78 Minuten! -, doch es wird jede Menge Zeit geschunden. Unnötigerweise. Allein die ersten 15 Minuten hätte man früher in 5 durchgebracht. Und ich bin mir sicher, das wäre hier auch gegangen, ohne, dass es sich hektisch angefühlt hätte. Und so ist das in mehreren Szenen, die man teilweise auch etwas umschreiben hätte können, um etwas mehr Tempo zu haben. Nicht, dass das Hörspiel dadurch wesentlich schlechter würde, aber es hätte mit etwas mehr Tempo besser sein können.

Meine Wertung: 88%
Cover: ...und der schwarze Tag11.11.2018

Die drei ???
...und der schwarze Tag (Erschienen: 2018)
Dauer: 3:14:31


Wenn die drei ??? ermitteln, ist das immer ein schwarzer Tag für Verbrecher. Und manchmal bringt das Detektivbüro sogar schneller als sonst Licht ins Dunkel: Sei es in einem stockfinsteren Verlies, auf der Jagd nach einem schwarzen Phantom oder in einem Dunkelrestaurant - Justus, Peter und Bob lösen jeden Fall. Sechs verzwickte, experimentierfreudige, rätselhafte Kurzgeschichten aus Rocky Beach!

Mein Kommentar: Hier werden 6 Fälle geboten, die allesamt um die 30 Minuten dauern. Zwei von ihnen haben sogar eine Laufzeit von je 37 Minuten. Das ist schon beinahe das Niveau früherer ???-Hörspielabenteuer. Im Gegensatz zu diesen frühen Abenteuern sind alle 6 vorliegenden Fälle relativ simpel gestrickt, also die Handlung ist geradlinig und es gibt nur wenige, teilweise gar keine Szenenwechsel.

Im Schwarzen Verlies etwa belauschen wir Justus, Peter und Bob dabei, wie sie sich bemühen, aus der Falle, in die sie hineintappten, zu entkommen. Also wird kombiniert und geschlussfolgert, wo sie wohl sind, wie sie herkommen und so weiter. In Maßen erinnerte mich das Ganze an (121) Spur ins Nichts. Außer den drei Detektiven ist keine andere Stimme zu hören, obwohl Peter einen Dialog mit Kelly hat, der lediglich durch Peters Äußerungen nachvollziehbar ist. Das ist meiner Meinung auch der größte Schwachpunkt dieses Abenteuers: Das Gespräche zwischen Peter und Kelly. Die beiden streiten sich wie kleine Kinder, obwohl Peter mehrfach beteuert, in welcher Lage sie gerade seien. Statt das Kelly dann aber sagt: "Na gut, ich öffne Euch die Tür", hinterlässt sie nur eine vage Andeutung und zofft sich mit dem zweiten Detektiv. Naja... Wäre eben dieses Gespräch weniger zänkisch wäre das ein hier wunderbares Ein-Akt-Hörspiel, so aber wurmt es mich.

Die Schwarzen Seelen ist eine interessante Who-Dunnit-Nummer in zwei Akten. Wobei der erste sehr kurz ist und lediglich dazu dient, die Hörerschaft grob ins Szene zu setzen. Dass Dorette Hugo hier eine Doppelrolle mimt (die Zwillinge Helen und Ellen), ist völlig in Ordnung, aber ein wenig albern ist es schon, sie im Inlay mit zwei verschiedenen Namen aufzuführen: Dorette Hugo und "Balancinha Blanc". Dass letzterer Name als humoriger Platzhalter gemeint ist, ist direkt ersichtlich. Dennoch verstehe ich den Grund dafür nicht wirklich. Naja... An sich ein angehemer Fall, der aber beinahe nur aus einem Justus'schen "Wie es gewesen ist"-Abschlussmonolog besteht. Das wäre an sich kein Problem, denn im Gegenteil, wie sich alles verhält, ist clever geschrieben. Nur ist es schwierig, Helen und Ellen zu unterscheiden, da beide exakt gleich klingen und auch die Namen sich sehr, sehr ähnlich anhören. Wer also gerade spricht und welche von beiden jetzt wie mit dem Verlauf der Schlussfolgerungen zu tun hat, dazu braucht es schon 2-3 Anläufe, um dahinterzusteigen.

Beim Schwarzen Tag für Mr. Kingstone ist Skinny Norris (Michael Harck - mitsamt Tippfehler im Booklet, vor dem K fehlt das C!) involviert. Leider nur ist Skinny viel zu zahm und hat auch nur wenig mit alledem zu tun, sodass es eigentlich auch jede andere x-beliebige Person sein könnte. Die Idee mit dem Dunkelrestaurent greift den gerade aufkeimenden Trend eben jener Lokale auf, in stark abgedunkeltem Ambiente oder gar totaler Dunkelheit zu essen. Jedoch könnte es sich eigentlich auch einfach zum Beispiel um einen Kellerraum ohne Beleuchtung handeln; das mit dem Restaurant ist eher eine Randnotiz. Dabei hätte es etwas für sich, wenn die drei ??? tatsächlich "in totaler Finsternis ermitteln" würden (wie vom Kladdentext versprochen); doch tun sie das eigentlich gar nicht. Nur ganz am Ende gibt es eine Dunkelheitsszene, um den schlimmen Finger zu entlarven. Und das ist eigentlich auch schon alles: Langer Aufbau der Prämisse, um am Ende zu sagen: "OK, wir überraschen die Person, in dem wir urplötzlich das Licht anstellen!"... Insofern eigentlich recht enttäuschend, da wenig innovativ oder überraschend.

In Wer hat Angst vorm schwarzen Mann geht es um... Hmmm, naja... Um eine Murmel, von denen eine schwarz ist. Das alte Kinderspiel, bei dem "Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?" gerufen wird, wird zwar kurz erwähnt, aber das war's dann auch schon wieder. Die hier zu hörenden Jungs und Mädchen sind allerdings gewiss keine Kinder. Es ist überdeutlich zu hören, dass hier teils deutlich ältere Menschen am Werke sind, die sich lediglich um ein kindhaftes Timbre bemühen. Auch die Äußerung, es handele sich um "Pinguinkacke", naja... Kinder sind manchmal so, aber trotzdem nervt mich dieserlei Formulierung. Man hätte stattdessen auch Lehm oder Matsche sagen können und es wäre genauso authentisch gewesen. Okayer Fall, dem es aber an Spannung mangelt. Immerhin: Peters Freundin Kelly ist zu hören!

Bei der Schwarzen PhantOma handelt es sich um das schwächste Glied des Sechsers, denn es nervt gewaltig(!!), die dauernden Zeitsprünge und Szenenwechsel mit diesem sehr, sehr gewöhnungsbedürftigen Soundeffekt serviert zu bekommen. Doch auch für sich sind alle Sprünge und Wechsel eher verwirrend, da man, dadurch, dass dauernd Datum und Uhrzeit genannt werden, man schlicht den Überblick verliert. Ist es jetzt 15:00 Uhr? Oder 18:45? Und noch am selben Tag, oder der Tag darauf? Oder wie, oder was? Kurz: Das einzig Tolle ist hier, mal wieder Leslie Dimple zu hören...

Das schwarze Nest schließt die drei CDs ab und macht von Anfang an klar, dass man sich über die gängigen ???-Klischees und Fan-Insider lustig macht. Jedoch wird es dermaßen auf die Spitze getrieben, dass es dann die eher kleinen Gags am Rande sind (zum Beispiel sorgt sich Bob, was denn mit all seinen Freundinnen geschehen soll), über die man lacht, während man den Großteil eher über sich ergehen lässt. Es driftet einfach zu sehr ins Klamaukige ab (Onkel Titus will eine Ladung antiker Schimmelpilze aus Kentucky abholen, Justus bastelt aus einem Rasemäher und einer Plastikwanne ein Fahrzeug, usw.). Das als "wie mit der Brechstange" zu deklarieren, wäre noch untertrieben. Ganz besonders trifft das auf den Part mit Blacky zu. Ist null witzig und auch schwer zu verstehen, da seine Stimme, gesprochen von Frau Körting, natürlich krächzig und eher gepressert klingt. Als kleiner Ulk von 30 Sekunden hätte das halbwegs funktionieren können. Aber mehrere Minuten? Auweia! Dafür ist die Auflösung des gesamten Falls äußerst gelungen und all das Überzogene wird letztlich sogar absolut plausibel. Dennoch: Das hier hätte ein humoristisches Glanzstück sein können, hätte man es nicht derartig auf Brechstangenklamauk getrimmt. Ein paar Sprenkler hier und da, und das hier wäre ganz großes Kino... Aber so... naja...

Zum Rest: Die Produktion ist erste Sahne, die Musiken gut gewählt. Und bedenkt man die durchschnittliche Dauer von grob 30 Minuten, bekommt man hier, rein nach der Laufzeit, beinahe 6 vollwertige ???-Hörspiele. Schade nur, dass viele von ihnen sich so sehr an einer cleveren Grundidee festhalten und sich nicht davon lösen, um daraus "lebendige Fälle" werden zu lassen, statt starre Konstrukte, die nicht gerade wenig durch "Justus' Abschlussmonologe" getragen werden.

Meine Wertung: 70%
Cover: Im Reich der Ungeheuer26.10.2018

Die drei ???
(195) Im Reich der Ungeheuer (Erschienen: 2018)
Dauer: 1:14:14


Als die drei ??? von einem berühmten Stuntman um Hilfe gebeten werden, ahnen sie noch nicht, welch unglaubliches Abenteuer sie erwartet. Auf ihrem Weg in die Hollywood Hills werden die Freunde getrennt: Während Justus einer mysteriösen Drohung nachgeht, geraten Peter und Bob in eine beängstigende Welt des Schreckens...

Mein Kommentar: Ich muss zuerst über den Titel meckern. Kosmos - also jetzt mal völlig im Ernst. Wie derart am Inhalt vorbei kann man diesen noch rechtfertigen? Da steht ein Raum voller Sci-Fi-Figuren, und gleich ist es das Reich der Ungeheuer? Oder sind die Verbrecher etwa die Ungeheuer? Oder die Figuren und die Verbrecher gemeinsam? Naja, irgendwie wird das wohl nach außen hin gerechtfertigt werden - aber mit Ungeheueuern hat das hier alles nun wirklich nichts zu tun. Zumal auch der Kladdentext so tut, als wäre das hier der Kern des Falls, aber beänstigender Schrecken? Unglaubliches Abenteuer? Naja... *räusper*

Unabhängig davon aber ist dieser vorliegende Fall tatsächlich recht gelungen. Es dauert keine 3 Minuten und schon ist man mittendrin. Angenehm flott. Dafür aber dauert es auch ein wenig, bis es wirklich losgeht. So sind einmal Justus und einmal Peter und Bob bei den jeweiligen Klienten, aber während bei Peter und Bob nichts von tatsächlichem Belang passiert, erfährt man bei Justus, dass es letzten Endes um eine Finte geht. Oder doch nicht? Spoilern möchte ich hier nicht, aber die Parallelen zu (73) Poltergeist sind nicht von der Hand zu weisen. Insofern ahnt man eigentlich schon, dass der Verlauf hier in einem Detail sicher anders laufen wird, denn sonst wäre das alles nicht mehr als eine Kopie von (73) Poltergeist. Und welches Detail das ist, also, darüber muss man nicht lange nachdenken. Insofern schade, dass grob die erste Hälfte zwar angenehm zu hören ist, aber sie den Fall kaum wirklich voranbringt, wenn man die Laufzeit von 74 Minuten bedenkt.

Dafür wir die zweite Hälfte umso interessanter und auch spannender, denn jetzt nimmt die Sache Fahrt auf und 2-3 Wendungen treten auf den Plan, mit denen viele wohl nicht rechnen werden - ich jedenfalls rechnete nicht mit ihnen. :) Andererseits stehen am Ende viele Erklärungen an, damit für die Hörerschaft nachvollziehbar wird, warum denn Die drei ??? die Sache am Ende auflösen konnten. Nicht, dass die Lösung an den Haaren herbeigezogen wäre, aber es geht dann doch viel Monologzeit dafür drauf.

Die Produktion ist wunderbar. Alle Sprecher/innen liefern saubere Arbeit, Musiken gut, die Soundeffekte passen ebenfalls alle ins Bild. ..und als kleinen Fannservice bekommen aufmerksame Hörer/innen eine Referenz zu (119) Der geheime Schlüssel geboten. Nett.

Fazit: Gut hörbarer Fall mit anfänglich schwankender Spannungskurve.

Meine Wertung: 73%
Cover: Ein fast perfektes Weihnachtsmenü23.10.2018

Ein Fall für TKKG
Ein fast perfektes Weihnachtsmenü (Erschienen: 2018)
Dauer: 2:42:51


Wenige Tage vor Weihnachten lädt Familie Vierstein Karls Freund Tim zum Abendessen ins Nobelrestaurant "Plaisir Royal" ein. Alle stimmen überein, dass das Weihnachtsmenü hervorragend schmeckt! Ganz anders sieht das der übergewichtige und berühmte Restaurantkritiker Pierre Ragueneau am Nachbartisch, der sich lauthals beschwert und mit seiner abschätzigen Meinung nicht hinterm Berg hält. Ganz still wird es allerdings, als er das Dessert probiert. Denn plötzlich kippt Ragueneau vornüber und landet mit dem Gesicht voran im Zimtparfait. Ein Giftanschlag! TKKG schalten sich ein und je länger sie er desto mehr Täter kommen in Frage. Unter anderem stehen auch Karls Mutter und sein Ex-Onkel unter Verdacht. Umso wichtiger ist es, dass es TKKG gelingt, den Fall noch vor Weihnachten zu lösen! Aber die Zeit wird knapp...

Mein Kommentar: Ich bin regelrecht erstaunt, holla! So vielschichtig und mit Ermittlungen gespickt, waren TKKG schon lange nicht mehr. Zugegeben, der Fall dauert zwar auch seine 2 Stunden und 43 Minuten, aber es ist wahrhaft ungewohnt, dass die gesamte Spielzeit über was los ist, bei dem man als Hörer/in voll dabei ist und konzentriert die Handlung verfolgt. Und, ja, sogar miträtselt! Denn das gelang in den letzten Jahren nur wenigen TKKG-Folgen; vor allem auf dem Niveau, das hier vorgelegt wird. Wow!

Gordon Piedesack mimt den Unsympathen Ragueneau hervorragend und man tut sich nicht schwer, ihm die Pest an den Hals zu wünschen. Aber wer ist es denn nun gewesen? Wer vergiftete sein Dessert? Und warum? Die Zahl der verdächtigen Personen ist hoch, und alle stehen tatsächlich in Verdacht. Niemanden kann man als Hörer/in einfach so ausschließen. Spannend. Wirklich spannend.

Bei all den lobenden Worten ist ein wenig Kritik aber dennoch angebracht. Zu allererst möchte ich Tim nennen, der einige seiner ehemaligen Super-Tim-Verhaltensweisen an den Tag legt. So geht er teilweise reichlich unsensibel zu Werke und knallt verdächtigen Personen unsanft und ohne Umschweife ihre möglichen Tatmotive vor den Latz, obwohl diese Personen sich eigentlich sehr kooperativ und offen zeigen. Es gibt also keinen Grund, ihnen das so zu danken; selbst, wenn das nichts an ihrem Tatverdächtigungsbestand ändern würde. Zumal es eigentlich sogar klüger wäre, sich seinen Teil zu denken und nur innerhalb des TKKG-Zirkels alle Fakten und möglichen Motive zu besprechen. Und, naja, außerdem hat Tim in einigen Szenen Nerven aus Stahl, oder benimmt sich reichlich unverschämt. Ganz besonders am Ende. Da wäre selbst James Bond neidisch. Ich möchte alle TKKG-Schreiber und -Schreiberinnen nochmal daran erinnern: Tim ist erst 13, höchstens 14 Jahre alt. Also entweder wir bleiben bei den 90er-Jahre-TKKGs, oder wir nehmen uns jene der aktuellen Ära zur Brust. Aber diese Mischpoke ist verwirrend und unglaubwürdig. Tim muss sich ja nicht gleich in die Hose machen, aber so dermaßen cool zu sein... also bitte!

Auch merkwürdig ist Klößchen. Ein möglicherweise vergiftetes Dessert wird von ihm so mir nichts, dir nichts einfach in Nullkommanichts weggespachtelt. Herrje, muss man ihn den als so dermaßen verfressen darstellen, dass er nicht einmal Bedenken hat, oder zumindest erst einmal an der Speise schnuppert? Und, naja, Karl erklärt einer Apothekerin doch tatsächlich, was Blausäure ist? Da hab ich beim ersten Mal wirklich lachen müssen. Natürlich, er wollte die vermutlich unkundige Zuhörerschaft ins Bild setzen, aber das wäre auch irgendwie anders gegangen. Denn so hat das eher was von Klugscheißen.

Seltsam, und hier bin ich wirklich verwundert, wieso man das nicht abmilderte, ist, wie absolut verhasst Ragueneau in der gesamten Welt der Gastronomie zu sein scheint. Wenn der Typ wirklich alles und jeden in Grund und Boden schimpft, wieso hat der überhaupt noch einen Job? Warum verlassen sich seine Auftraggeber/innen und/oder Leser/innen noch auf sein Wort? Denn er scheint ja in der Tat an keiner Speise eine Gaumenfreude zu haben. Es fällt zwar nicht schwer, diesen Teil einfach zu ignorieren, aber dennoch wäre es wohl glaubwürdiger gewesen, hätte man Ragueneau zwar als strengen, vielleicht etwas unbeliebten Kritiker geschildert, und dass die hier relevanten Einschätzungen nur aus gewissen Gründen so vernichtend gewesen sind. So aber muss ich mich arg wundern, warum irgendwer noch irgendwas auf seine kulinarische Meinung gibt und eine möglicherweise vernichtende Kritik von Belang sein sollte. Nicht zu vergessen, dass man den Kreis der verdächtigen Personen darum eigentlich um ein Vielfaches potenzieren müsste.

Abschließend komme ich noch auf die Produktion zu sprechen. Die ist wunderbar. Drei Tonträger mit je 8 Kapiteln, respektive je 50 bis 60 Minuten Spielzeit und keine Sekunde gibt sich die Blöße. Denn auch das Ensemble macht einen wunderbaren Job. Lediglich die Rolle des im Inlay genannten Hempel, wohl gesprochen von Matthias Grimm, konnte ich nirgends hören. Sehr schade, da ich mich sehr auf ein Wiederhören freute, als ich die Namensliste überflog.

Meine Wertung: 86%
Cover: Giftige Schokolade21.09.2018

TKKG Junior
(3) Giftige Schokolade (Erschienen: 2018)
Dauer: 57:44


In der Schokoladenfabrik geht es drunter und drüber: Die Schokolade ist versalzen und das Geheimrezept verschwunden. Können TKKG den Übeltäter finden? Als auch noch ein Glasauge in der Schokolade auftaucht, ist klar, die vier Detektive haben es mit echten Halunken zu tun! Ein klarer Fall für TKKG!

Mein Kommentar: Eeeendlich mal eine Folge in der Schokoladenfabrik der Sauerlichs! Das hat sich bei den normalen TKKGs schon ewig angeboten. Jetzt kommt man bei TKKG Junior - endlich! - auf den Trichter, aus der Idee einen Fall zu stricken. Und der ist sogar recht gelungen. Es sind eher Kleinigkeiten, die ich leider bemängeln muss.

Herr Sauerlich wird also erpresst und die Lösesumme ist Schokolade, die an einen öffentlichen Ort gebracht werden soll. Wieso überwacht da die Polizei nicht, wer kommt und die Schokolade abholt? Und warum wird niemand bei dieser seltsamen Forderung stutzig? Auch frage ich mich, wie dick die Schokotafeln von Sauerlichs sind, dass darin ein Glasauge vollkommen umhüllt ist und nicht von Außen gesehen oder ertastet werden kann. Ferner muss man dem Schokofabrikanten ankreiden, dass seine Messinstrumente wohl nicht sauber geeicht sind, denn die besagte Schokotafel hätte sofort auffallen müssen, da sie das typische Gewicht einer Schokotafel locker übersteigen dürfte. Wieso gab da keines der Messinstrumente eine Warnung von sich?

Auch dem schurkischen Mitarbeiter in der Fabrik muss ich mit einiger Verwunderung begegnen. Selbst wenn die versalzenen Tafeln in den Handel gelangt wären, wäre er vielleicht nicht zwingend als Täter entlarvt worden, aber er wäre sicherlich von Herrn Sauerlich sehr unangenehm in die Mangel genommen worden, wie denn sowas unter seiner Leitung passieren konnte und so weiter und so fort. Und ein echter Imageschaden ist wohl kaum zu befürchten. Das ist 2-3 Wochen etwas peinlich in der Presse, man nimmt die Charge zurück, entschuldigt sich bei den Kunden und bringt ein paar kostenlose Tafeln zur Wiedergutmachung unters Volk. Dann aber von null auf hundert zu springen, die Schoko sogar zu vergiften - also DAFÜR wäre der Typ sicher auf hoher Flamme von Herrn Sauerlich geröstet worden, und sicher, der Imageschade wäre immens gewesen, aber die Polizei hätte ermittelt - und WEN hätte sie sich ebenfalls ins Präsidium geholt und scharf verhört? Naja... Wie kurz da gedacht wurde, geht mir nicht in den Kopf. Er hat ja nicht einmal einen Einbruch vorgetäuscht, der vielleicht von ihm abgelenkt hätte... Was ein Dünnbrettbohrer!

Doch jetzt habe ich mich an Kleinigkeiten aufgehalten. Denn vergessen wir nicht, auch die frühen TKKG- oder ???-Klassiker haben teils klaffende Logiklöcher, aber wir lieben sie trotzdem, weil sie dafür oft andere Qualitäten haben. Hier ist es genauso. Diese Folge ist voller Action und Ortswechsel. Es ist immer was los, und das Schokofabrikfeeling ist auch schön eingefangen. Es wird sogar ermittelt und geschlussfolgert - und, ja, ok, auch ein wenig Glück gehabt, zugegeben. Aber insgesamt überzeugt auch der dritte TKKG-Junior-Fall, muss aber die Bürde etwaiger, teils schwerer Logikschwächen mit sich tragen...

Meine Wertung: 78%
Cover: Doppelte Entführung21.09.2018

Ein Fall für TKKG
(207) Doppelte Entführung (Erschienen: 2018)
Dauer: 1:02:32


Tim und Klößchen betreten ein kleines Kellerstudio, um den bekannten MeTuber "JaJaFORCE" für die Schülerzeitung der Internatsschule zu interviewen, allerdings fehlt vom Internetstar jede Spur. Die umgefallene Videokamera zeichnet seit Stunden auf und als Tim und Klößchen das Material sichten, wird ihnen klar, dass "JaJaFORCE" entführt wurde. TKKG machen sich an die Detektivarbeit. Ist die Entführung nur eine geschmacklose Promoaktion, um mehr Follower zu gewinnen oder steckt doch mehr dahinter, als sie vermutet hatten?

Mein Kommentar: Hmmm... Hmmmmmm... Hmmmmmmmmmmmmmmm.... Mir ist der Fall eine Spur zu groß und um die Ecke gedacht - und er hinterlässt mir auch zuviele Fragen. Es beginnt erstmal mit der Entführung - die im Grunde nichts weiter als eine normale Entführung ist. Die Sonderbetonung im Titel, es handele sich dabei um eine Doppelte Entführung haut nicht so recht hin; ob die zweite Person nun eingeplant war oder nicht. Es wird ja eh nicht doppelt entführt, sondern nur einmal. Nun ja, die Entführung also ist das Erste, dann wird ein wenig ermittelt, oder naja, es wird wieder mal nur etwas Glück gehabt und man hat die Spur der Entführer. Tim lässt sich aber dummerweise von ihnen erwischen und ist nun seinerseits einer der Entführten - also ist es der Titellogik nach sogar bereits eine Dreifache Entführung.

Doch statt irgendwie etwas herauszubekommen, sind die beiden eigentlichen Opfer recht gut drauf und Tim macht irgendwie sowas wie den Moderator der Szene. Die beiden Ganoven sind offenbar dumm wie Bohnenstroh - aber dennoch bergen sie Gefahrenpotenzial. Aber Tim sieht das ganz anders. Er zeigt ihnen deutlich, dass er sie für dumm hält und plaudert nett mit den beiden anderen - obwohl die Ganoven mehrfach verlangen, dass endlich der Mund gehalten werden soll! Wieso ist Tim hier so offensichtlich unvernünftig?

Nach ein wenig mehr als der halben Hörspielzeit ist das aber alles passé. Jetzt geht es plötzlich um etwas anderes: Erneut legt man sich mit der Mafia an. Darin haben TKKG ja mittlerweile einige Übung. Doch der Aufbau bis zu diesem Punkt ist sehr, sehr abwegig und umständlich. Ginas Motivation nehme ich ihr ab, aber dass es sooo einfach sein soll? Man startet einfach einen Aufruf an seine MeTube-Follower? Klar, weil das Netz ja auch voller Aktivisten ist. Aber selbst, wenn die Leute Interesse hätten und engagiert wären - wie will man diese mit einem simplen Aufruf erreichen, und WAS sollten diese Leute eigentlich tun? Vielleicht bekommt so ein Beitrag viele Klicks, mag sein, aber dass die Mafia spätestens dann weiß, an wen sie sich wenden muss, ist ja wohl eindeutig. Und dass sie wirkliche Probleme mit der Polizei bekommt, ist bei der Mafia auch nicht so wirklich ausufernd zu befürchten, denn dass da jede Menge Gemeinheiten praktiziert werden, ist bekannt - die hätte man schon längst drankriegen können. Oder nicht?

Mir unverständlich ist auch Karls Idee, spontan bis zum späten Abend desselben Tages einen Aufruf zu machen, am Bahnhof eine Demo gegen Giftmüll zu organisieren. Selbst, wenn man die richtigen Menschen für sowas erreicht, müssen diese auch in ortsnähe sein. Aber na gut, kann ja trotzdem klappen, so eine Aktion. Nur ist damit trotzdem nichts wirklich gewonnen. Erstens bekommt sowas auch die Polizei irgendwie mit, und würde gewiss eine Maßnahme in die Wege leiten. Zweitens wäre das dann eben nur EIN Zug, den man verhindern würde - was ist mit all den anderen?

Merkwürdig klingen auch Gaby und Karl in dieser Folge. Frau Harder und Herr Diakow scheinen nicht ihren besten Tag gehabt zu haben. Sie klingen seltsam abwesend und die Adressaten nicht direkt ansprechend, gebrauchen dabei aber Worte des Mitgefühls und Verständnisses. Und wenn Karl seine klugen Fakten einstreut, klingt auch das recht unbeteiligt. Ganz anders Tim und Willi - die liefern eine wunderbare Leistung ab. Noch eine Sache hierzu: Gina hat zwar durchaus einen starken, südeuropäischen Akzent, aber hat keinerlei Problem mit der Wortfindung oder dem Satzbau. Und das passt nicht zusammen. Man hört zu deutlich, dass hier eine Deutsche sich bemüht, wie eine Italienerin zu klingen. Und übrigens: Spongebob als Entführer? Herrn Ziesmer in allen Ehren, aber als ernster Gangster würde das sicher noch klappen, doch in dieser Dusselganoven-Nummer funktioniert das nicht.

Meine Wertung: 61%
Cover: ...und der unsichtbare Feind21.09.2018

Fünf Freunde
(128) ...und der unsichtbare Feind (Erschienen: 2018)
Dauer: 54:55


Ein alter Seemann hat in Kirrin ein Fischgeschäft eröffnet und bringt mit seinem Gesang zum Akkordeon so richtig Stimmung in das kleine Fischerdorf. Doch hat er auch seinen Laden richtig im Griff? Ein Missgeschick folgt dem nächsten, und schließlich meint jemand, Kirrins Bürger vor Aale-Peter warnen zu müssen. Allerdings schriftlich und ohne sich selbst zu erkennen zu geben. Das macht die Fünf Freunde skeptisch. Sie ermitteln bis tief in die Nacht, um Aale-Peter zu helfen.

Mein Kommentar: Ich habe zwei Probleme mit diesem Hörspiel. Das erste ist, dass es überall auf der Welt spielen könnte; es kommt keinerlei England- oder Kirrin-Gefühl auf. Ganz im Gegenteil, vermehrt habe ich beim Hören dieser Folge die deutsche Stadt Hamburg im Sinn. Das liegt an mehreren Dingen, aber besonders an den vielen Eindeutschungen. Dass man in einem deutschen Hörspiel lieber Aale sagt - und nicht Eels - leuchtet mir noch ein; schließlich muss die Hörerschaft verstehen können, worum es geht. Und die ist überwiegend eben im Kinder- und Frühjugendalter.

Aber dass der gute Herr dann Aale-Peter heißt, statt wenigstens noch Aale-Pete (also den Namen englisch ausgesprochen), das geht mir nicht in den Kopf. Dazu spielt Aale-Peter fortwährend auf seiner Zieharmonika und besingt die Qualität seiner Aale. So hat das fast etwas vom Hambuger Fischmarkt. Aber auch sonst fallen viele deutsche Worte, obwohl man das englische Gegenstück problemlos hätte verwenden können.

Mein zweites Problem mit diesem Hörspiel ist, dass es nicht spannend ist und eher sogar noch leicht die Nervosität fördert. Die Person, die hinter alldem steckt, taucht erst ganz am Ende auf - und man erfährt auch erst kurz vor Ende von ihr. Bis dahin werden jede Menge Leute auftauchen, einige werden verdächtigt, andere zumindest für möglich gehalten - und am Ende war es jemand, den man unmöglich auf dem Radar haben konnte.

Paart man dies damit, dass die vier Kirrin-Kids selbst etwas gereizt zu sein scheinen, kribbelt es mir beim Hören aber auch gewaltig an der Hutschnurr, die sich mehr und mehr zu spannend beginnt. Zuerst Aale-Peters Musik, dann wird "zu wenig Englisch gesprochen", dann sind einige Dinge, die passieren, echt starke Stücke und es scheint außer den vier Kids niemanden zu stören, nicht mal Aale-Peter selbst, und schlussendlich diese verkorkste Auflösung.

Denn der Grund für die Verleumdungen und anderen Machenschaften ist so simpel und beinahe schon kindisch, das spottet jeder Beschreibung. Sicher, solche Menschen gibt es, manche Menschen benehmen sich so und handeln dann auf gemeine Weise. Aber dass selbst die Polizei eigentlich nicht so recht Lust auf Ermittlungsarbeit hat und Aale-Peter mehr Vergebung zeigt als zehn Päpste, ist nach all dem Hallas kaum nachzuvollziehen. Das alles ist etwas "Das ist eben manchmal so!"-Zufall auf einen Haufen!

Andererseits ist die Produktion wirklich erste Sahne und die Atmosphäre für sich, also die Klangkulisse, Soundeffekte und alles das, kommt sehr gut durch die Lautsprecher. Das ist es, was die Folge noch auf eine akzeptable Bewertung meinerseits rettet. Ansonsten ist sie echt nicht so mein Ding - schon beim zweiten Mal Anhören musste ich mich drei-, viermal zusammenreißen, nicht mittendrin auszumachen.

Meine Wertung: 61%
Cover: ...und die Zeitreisende22.08.2018

Die drei ???
(194) ...und die Zeitreisende (Erschienen: 2018)
Dauer: 1:16:56


Was hat es mit dem geheimen Zeitreise-Experiment von Quentin Kurtz auf sich? Weshalb wurden er und seine Tochter Aurora vom CIA gesucht? Und wohin verschwanden die beiden vor mehr als 30 Jahren spurlos? Als die drei ??? sich dieses mysteriösen Falles annehmen, scheinen die Gesetze der Logik außer Kraft gesetzt zu sein. Denn plötzlich steht die verschollene Aurora leibhaftig vor ihnen - ohne auch nur einen Tag gealtert zu sein...

Mein Kommentar: Ungewöhnlich nah an der Story selbst, ist dieser ???-Fall. Nicht, dass die anderen Fälle der letzten Zeit sich allzu viel mit Nebensächlichkeiten aufhielten, aber hier ist es so, dass André Minninger (Autor, sowohl Buch als auch Hörspielskript) dafür Sorge trägt, dass man als Hörer/in praktisch alle Eventualitäten ausräumt, damit viele der eigenen "Ist doch logisch, wie's gemacht wurde!"-Gedanken zerstreut werden. Allerdings so, dass es den Fall zugleich weiterbringt und nicht weiterbringt.

So gut mir Minningers Art gefällt, die Hörer/innen bei der Stange zu halten, indem er teilweise sogar geschickt in die Irre führt (bei mir hat's mit dem Reporter am Anfang geklappt - ich hielt ihn für einen Komplizen), aber manchmal sind es etwas arg viele Situationserklärungen der drei Detektive, und besonders von Justus. Sicherlich, wir sind es gewohnt. dass immer mal wieder der aktuelle Stand grob zusammengefasst, und vor allem am Ende alles erläutert wird, damit keine Fragen offenbleiben - doch hier artet es bisweilen aus. Ein Paar dieser Szenen hätte man sicherlich etwas monologkarger gestalten können.

Ich muss aber sagen, auch, wenn es mir erst NACH dem Hören einfiel, dass eine eigentlich sehr offensichtliche Sache nicht bedacht wurde, die erklären würde, wie Aurora als junges Mädchen ohne Maskenverkleidung wahrhaftig im Hier und Heute existieren könnte, ohne, dass es was mit Zeitreisen aus sich hätte. Ich schildere sie ganz am Ende dieses Textes, um Spoilergefahren zu minimieren.

Unabhänging davon empfand ich das Ende auf eine gewisse Weise unbefriedigend. Denn zwar wird von Justus erklärt, dass es keine Zeitreise war und wie alles vor sich ging, doch unnmittelbar danach wird eine Situation geschildert, in der Aurora plötzlich verschwunden ist - und es keine plausible Erklärung dafür gibt. Und falls es sie doch gibt, wird sie nicht genannt. Ein Loch im Boden? Eine versteckte Nische in der Wand? Hinter der Tür versteckt? Wie es sich hier darstellt, kann man nur annehmen, Aurora habe sich in Luft aufgelöst. Gibt es letztlich also doch Zeitreisen? Eventuell war dieser Effekt auch genauSO gewollt, aber mich wurmt es eher...

Die Produktion selbst ist absolut gelungen, die Spechrer/innen machen einen super Job - nur Aurora klingt merkwürdig unbeteiligt. Als habe sie nicht den kleinsten Schimmer, von was sie hier gerade ein Teil ist. Sie ist einfach nur das liebe Töchterlein der geliebten Mami; in Frage gestellt wird nichts. Ein solches Verhalten könnte für eine 6jährige eventuell noch halbwegs durchgehen - aber hier...?

Naja, zum SPOILER! Mir fiel noch auf, dass die große Ähnlichkeit eines nichtverwandten jugendlichen Mädchens zur damals jugendlichen Aurora möglich ist. Sicher, die Mutter kennt ihre Tocher - doch nach sooovielen Jahren? Da ist ein Irrtum gewiss möglich. Immerhin kann auch die Tochter der Tochter unmöglich exakt(!) genauso aussehen - diverse Abweichungen sind garantiert vorhanden. Wieso also nicht einfach ein Mädchen, das zufällig eine große Ähnlichkeit hat? Diese an sich mehr als naheliegende Möglichkeit wird nicht zerstreut und nimmt dem Fallverlauf eigentlich viel von seiner Mühe, die Hörer/innen am Ball zu halten.

Meine Wertung: 74%

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