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Cover: Auf frischer Tat ertappt13.07.2018

TKKG Junior
(1) Auf frischer Tat ertappt (Erschienen: 2018)
Dauer: 44:48

Man, was war ich gespannt. Und neugierig! Ein TKKG-Spin-Off, wie bei den ??? Kids. Kann das gutgehen? Ja, es kann!

Gleich beim ersten Durchlauf verspürte ich ein Gefühl der Vertrautheit und meine Ohren hatten nicht ein Eindruck, als wäre das alles nur irgendetwas, das man aufgrund der Unbekanntheit, nicht zuordnen kann. Aber nein, es ging tatsächlich sehr gut. Was auch immer hier der Maßstab beim Konzeptionieren, Schreiben, Aufnehmen und Produzieren war - man hat in vielen Punkten fast genau ins Schwarze getroffen!

Diese Folge fühlt sich irgendwie an, als wäre man wieder Anfang 80er, kurz vor der Einschulung und hört seine erste TKKG-Folge. Die vier werden vorgestellt, was zeichnet sie aus, wie sind die Eltern drauf und so weiter. Macht wirklich Spaß. Das mag aber auch daran liegen, dass man zart an (1) Die Jagd nach den Millionendieben erinnert wird, da der Plot im Groben ähnlich verläuft - inklusive des geplanten, aber durch TKKG vereitelten Diebstahls in der Sauerlich-Villa. Sogar die Grundidee ist die gleiche: Hermann und Erna werden aus dem Haus gelockt...

Da die jugendlichen, die originalen, TKKGs ja so um 14 Jahre alt sind und in die 9. Klasse gehen, die TKKG-Junioren aber die 5. Klasse besuchen, spielt TKKG Junior also rund 4 Jahre vor, was bedeutet, sie müssten alle etwa je 10 alt sein. Der Eindruck entsteht bei mir aber keineswegs. Im Gegentum, es scheint sich eher um eine Art "Episode 1" zu handeln. Sicherlich, die vier Juniors artikulieren sich simpler und zeitgemäßer, doch alles in allem sind sie doch zu reif und abgefeimt, dafür, dass sie erst 10 sein sollen. Ihr Verhalten, und trotz des einfacheren Vokabulars, auch ihre Ausdrucksweise, ja, sogar ihre Lebenserfahrung sind etwas atypisch für dieses Alter. Andererseits: Trifft das auf TKKG nicht sowieso schon immer zu? Hmmm....

Was mir ganz besonders gefällt, und was auch eine meiner größten Sorgen im Vorfeld war: Wenn das "Junior" heißt, spielt das dann nicht mehr im Internat? Aber doch, so gerade eben noch sind die Junior-TKKGs auf dem Internat gelandet (bedenkt man ihr Alter), sind zwar schon befreundet, kennen sich aber noch nicht sehr gut. Man wird also auch als Alt-Hörer/in schön an die Hand genommen, ohne dass allerdings der Eindruck entstünde, man wisse ja eh alles schon und kenne sich bestens aus. Sicher, im Grunde weiss man eben schon alles, aber die kleinen Sprenkler hier und dort, die machen dann doch wieder Lust - selbst, wenn man die Hauptserie schon seit zig Jahren verinnerlicht hat.

Was mich aber beschäftigt, ist, dass Tim hier direkt von Anfang an auch Tim heißt; die "Tarzan-Namens-Problematik" existiert überhaupt nicht. Dafür aber eine andere: Sein echter Name ist Peter Carstens. Ich bitte das S am Ende zu beachten. Und dieses Umbenennung geht mir einfach nicht in den Kopf - sie stört mich sogar. Gaby wird kein einziges Mal "Pfote" genannt, und bei Karl wird sein Kosename, Computer, angedeutet... Aber damit kann ich gut leben.

Gefreut habe ich mich aber darüber, dass, obwohl hier komplett neue Stimmen für jede Person gewählt wurde, Kerstin Draeger als Mutter Vierstein und Stefan Brönneke als einer der Ganoven zu mitmachen. Da wird der Kreis in die frühen TKKG-80er-Jahre gleich wieder geschlossen.

Der Plot ist gelungen, und ich bin nicht sicher, warum, aber die Gemeinsamkeiten mit (1) Die Jagd nach den Millionendieben wirken mir sehr bewusst gewählt - denn das alles kann kein Zufall sein. Die Junior-Stimmen für die TKKG-Kids gefallen mir, aber bei Tim, Karl und Klößchen fällt mir das Unterscheiden noch schwer. Ich hoffe, das wird noch. Dennoch sind, die drei, inklusive der neuen Gaby, Talente am Werk, die nicht nach dem heutigen Sitcom-Synchro-Schnellschnellschnell-Einheitsbrei klingen. Ihr Spiel passt super und die Regie hat gute Arbeit geleistet, die Rollen glaubhaft und natürlich klingen zu lassen. Bleibt nur die Frage, was in 5 oder 10 Jahren ist, wenn die Stimmen etwas reifer und älter klingen werden, denn zwar sind die vier Personen hinter den Rollen schon heute beileibe keine 10 Jahre mehr alt, aber dennoch jung genug, dass sich hier noch Veränderungen einschleifen werden. Mal schauen, wie das dann bei solch jungen Rollen werden wird.

Jedenfalls: Sehr guter Einstand; der Titelsong ist gewöhnungsbedürftig, aber trotzdem: Sehr guter Einstand! :)

Meine Wertung: 76%
Cover: Achtung, UFO-Kult!13.07.2018

Ein Fall für TKKG
(206) Achtung, UFO-Kult! (Erschienen: 2018)
Dauer: 1:05:09

Ein wenig aufmerksamkeitsheischend ist der Titel ja. Aber den sollte man ignorieren, denn die Folge ist gut geworden. Obwohl die Handlung mal mehr, mal weniger Parallelen zu (13) Die Bettelmöche aus Atlantis (TKKG), (15) Ufos in Bad Finkenstein (TKKG), und ja, sogar zu (80) Geheimakte Ufo hat (Drei ???), ist etwas eigenständiges herausgekommen, das mal nicht mit dem seichten, typischen Einheitsbrei der Marke "Am Ende sehen die Sektenmitglieder den Betrug ein und die Verführer wandern in den Knast" endet.

Das heißt, ein Stück weit endet es schon so, aber es spielen noch andere Faktoren eine Rolle, die das Gesamtbild im letzten Drittel unerwartet darstellen. Und so angenehm ich das auch finde, ein Detail verstehe ich hier nicht: Die Sache mit Kommissar Schalavsky mit Gaby und Klößchen, die ja unten warten. Wieso zum Henker erklären die beiden ihm nicht einfach, was los ist, statt herumzustammeln und so zu tun, als hätte er die Pest. Das macht die Sache unnötig kompliziert und sogar richtig riskant, denn ihn nicht einzuweihen brachte Oskar in Lebensgefahr, da Schalavsky jeden Moment hätte klingeln können. Ihm da irgendeinen lauwarmen Käse zu erzählen - das begreife ich nicht. Noch weniger begreife ich, dass Schalavsky sich tatsächlich abwimmeln lässt.

Seltsam ist auch: Häufig wirkt es so, als würden sich eigentlich Justus, Peter und Bob unterhalten. Die Dialoge haben bisweilen einen ???-Anstrich und ich weiss nicht, warum. Der Autor, Martin Hofstetter, ist nicht für die ??? tätig, und auch sonst ist kein/e Co-Autor/in genannt worden. Dennoch entsteht in meinen Ohren immer wieder Eindruck, als hätte man ein ???-Skript auf TKKG umgemünzt und hier und dort die Sätze etwas angepasst. Das soll allerdings nicht bedeuten, dass das gegen dieses Hörspiel spräche - es ist nur so, dass es mir aufgefallen ist.

Alles in allem: Dieses Hörspiel gehört zur Riege der hörenswerteren Hörspiele. Also riskiert ruhig mal ein Ohr...

Meine Wertung: 74%
Cover: Schrecken aus der Tiefe12.05.2018

Die drei ???
(193) Schrecken aus der Tiefe (Erschienen: 2018)
Dauer: 1:09:23

Dass es schlicht keine Monster, Geister oder Außerirdischen gibt, wissen wir. Es ist also schon lange keine Frage mehr, ob das jetzt nicht doch ausnahmsweise mal irgendwas übernatürliches sein könnte - denn letztlich wird es immer als Mummenschanz enttarnt. Irgendwelche Lichteffekte, Lautsprecher, Flugapparate mit speziellem Design, Kostüme und so weiter, müssen am Ende immer für die Erklärung herhalten. Lässt man (14) ...und das Bergmonster also mal aus dem Spiel, gibt es keine Abweichung von dieser Regel. Die Sache ist also nur noch darauf ausgerichtet, WIE es später erklärt wird.

Entlarvt wird es hier von Justus bereits im ersten Drittel. Es bleibt aber das Mysterium nach dem Wieso und Warum. Also geht's jetzt ans Recherchieren, Beschatten, Leute befragen. Zum Beispiel stoßen wir auf einen Rätselvers - ohne den eine ???-Geschichte keine ???-Geschichte ist. Allerdings ist sehr auffällig, dass dieser Vers keine echte Relevanz hat, denn die ??? befassen sich nicht weiter damit und bemühen sich nicht mal ansatzweise, ihn zu dechiffrieren. Dennoch wird er am Ende erklärt und die Idee dahinter ist in der Tat clever. Nur, wie erwähnt: Der Vers ist im Grunde eh total egal.

Stattdessen ist plötzlich von der Witte eines Verstorbenen die Rede und als die von Briefen des Verstorbenen spricht, weiß man sofort, wohin die Reise gehen wird - und wird auf's Glatteis geführt. Es gelingt hier in der Tat, die Hörerschaft zu überraschen und nicht die alten, ausgetrampelten Pfade zu bewandern. Trotzdem, mit den Briefen hat es durchaus etwas auf sich. Die Frage ist nur: Was!?

Alles in allem ist der Schrecken aus der Tiefe in Ordnung. Ein routiniertes Abenteuer aus der aktuellen ???-Ära, ohne nennenswerte Höhen und Tiefen, zwar mit einem Grundmaß an Spannung, aber dafür auch mit der einen oder anderen Länge. Insbesondere am Ende, bei der wie immer alles restlos aufgeklärt wird - zum Großteil von Justus... ...natürlich...

Die Produktion ist gelungen, Studio Körting eben. Im Großen und Ganzen: Ein passables ???-Abenteuer. Kein Muss, aber ein "Kann man hören"...

Meine Wertung: 60%
Cover: Teuflische Kaffeefahrt12.05.2018

Ein Fall für TKKG
(205) Teuflische Kaffeefahrt (Erschienen: 2018)
Dauer: 1:09:36

Die Idee, mal die abzockerischen Kaffeefahrten auf's Korn zu nehmen, gefällt mir. Auch der Aufbau der Geschichte ist ansich sehr gut. Allerdings nur grob bis zur Hälfte der Spielzeit. Denn ab dann passiert nichts, mit dem man nicht gerechnet hätte, beziehungsweise, es passiert teils auch schlicht gar nichts.

Ab dem Punkt, wo der Halunke das Weite sucht und man ihm auf dem Fersen ist, ist die Spannung und das Tempo komplett raus. Er wird ertappt, er türmt, Tim springt hinten an den Bus, aber letztlich verliert er den Bösewicht aus den Augen. Man findet ihn zwar wieder, wartet aber ab, weil er sicherlich im Höhlengangsystem verduften würde, wenn man ihm zu nahe käme - also wartet man ab... und wartet...

Währendessen gibt es einige Diskussionen bezüglich des Vertrauens zum Komplizen des Halunken. Würde er wirklich helfen, oder würde er nicht? Lügt er, oder lügt er nicht? Ganz ehrlich: Hier habe ich mir den alten Tim gewünscht. Der schlimme Finger ist aufgeflogen rennt zum Bus, setzt sich ans Steuer, gibt Gas, Tim springt gerade noch hinten an den Bus, klettert während der Fahrt in den Bus, knockt den anderen nieder - alle jubeln.

FAZIT: Ein zweischneidiges Schwert. Thema super, Anfang toll, aber die zweite Hälfte kommt nicht aus dem Quark, weil die Geschichte eigentlich schon vorbei ist, oder genauer: vorbei sein könnte. Die Sprecher und Sprecherinnen liefern allerdings hervorragende Arbeit ab, und Frau Körting und Herr Minninger haben ebenfalls alle Register gezogen (Musiken, Effekte und Co. sind klasse)... ...aber hey, der Titel, auweia... Wer hat denn den bitteschön durchgewunken!?

Meine Wertung: 64%
Cover: Im Bann des Drachen15.03.2018

Die drei ???
(192) Im Bann des Drachen (Erschienen: 2018)
Dauer: 1:07:42

Nein! Einfach nein! Die Folge is' nix! Ich weiß auch gar nicht, wo ich anfangen und wo ich aufhören soll, weil das alles ein einziges Durcheinander und Aneinanderreihen von Blödsinn ist.

Dabei fängt es durchaus vielversprechend an. Wir hören Peter zu, wie er feststellt, an einem fremden Ort aufzuwachen, ohne zu wissen, wie er hinkam - oder warum. Doch dann kommt eine Dame herein, die Katara genannt wird. Hier ist nicht zu seltsam, dass der Name durchweg englisch pronounciert wird (zudem mit anmerikanisch gerolltem "R"), was Quatsch ist, denn wir sind in Shanghai, nein, was jetzt an Erklärungen folgt, ist derart hanebüchen - auweia!

Peter wurde entführt, weil er die chinesische Mafia gewissermaßen retten soll. Es dauert dann auch nicht lang und Justus und Bob, die sind derweil noch in Rocky Beach, erfahren ebenfalls, was los ist und düsen schnurstracks Richtung China, um Peter zu befreien. Da gleich mal die erste Frage: Wie kann man einen Jungen, noch dazu betäubt, also leblos, einfach so außer Landes bringen? OK, vielleicht hat da jemand jemanden bestochen, mag sein. Aber das ist ja nur eine vielen der Fragen, die man im Kopf einfach nicht klar kriegt.

Stattdessen macht man es in einer Tour unendlich leicht, indem behauptet wird, der Oberboss hätte eben einfach "gewisse Möglichkeiten". Dieser Art Antwort erhält man als Hörer/in ständig. Wie konnte irgendetwas seltsames, abstruses passieren oder möglich gemacht werden? Ganz einfach: Der Oberboss ist nunmal der Oberboss - der hat es eben irgendwie geschafft.

Dann entspinnt sich allmählich der halbwegs verständlich Plot. Halbwegs, weil man bei all den Namen und Gründen nicht mehr begreift, wer jetzt wie zu wem steht. Aber immerhin, wie verstehen: Die chinesische Mafia bekriegt sich untereinander. Die jeweiligen Familien feinden sich mehr und mehr an, weil irgendein Junge keine Lust mehr hat, bei alledem mitzumachen und deshalb einfach nur aussteigen will. Was dieser Junge damit zu tun hat, dass die anderen zig Mitglieder/innen der Untergründler deshalb einen auf GZSZ zu machen? Das erfahren wir wieder nicht: "Es ist eben so! Das hat euch auch nicht weiter zu interessieren! Wäre außerdem zu kompliziert, das zu erklären!"... So einfach ist das. Überhaupt verbringen alle Akteure und Akteurinnen wahnsinnig viel Zeit damit zu ekrlären, wie geheimnisvoll und mächtig sie sind. Wehe, man versuche wegzulaufen, man würde es nicht überleben. Wehe, man versuche dieses, dann geschehe jenes. Wehe, man... Dauernd geht das so!

Doch was tun Justus, Peter und Bob? Die machen da mit! Diese Menschen handeln tagtäglich in vielerlei Hinsicht nicht nur illegal, sondern im Besonderen vor allem stark amoralisch. Aber, was soll's!? Unwichtig! Die drei Detektive helfen natürlich gern. Zum Einen, weil sie eh keine Wahl haben, zum Anderen aber, weil es sie auch gar nicht zu stören scheint, WEM sie da eigentlich behilflich sein wollen. Noch dazu: Was wollen drei Jugendliche aus Amerika, und seien sie noch gewitzt und erfahren, gegen derartig organisierte Banden ausrichten, beziehungsweise für diese tun, was sie nicht selbst tun könnten?

Doch in einer Tour werden Gesinnung und Taten dieser Menschen hoffnungslos untertrieben und romantisiert. Gerade von Zuko, der gern erklärt, wie sehr im das alles (die Triaden) fehlen werden, obwohl er aber natürlich nicht so werden will wie sein Vater. Was mich aber am meisten irritiert: Wieso denkt man nicht zumindest darüber nach, die Polizei in irgendeiner Weise zu informieren? Justus, Peter und Bob scheinen zu keiner Zeit in einem Gewissenskonflikt zu stecken. Sie äußern sich durchweg hilfsbereit und verständnisvoll - und sollte das dennoch alles nur Fassade sein, erfährt man es als Zuhörer/in nie.

Ich breche hier jetzt lieber ab, obwohl ich noch lange nicht am Ende mit Kopfschütteln und Gesicht in den Händen vergraben bin... Kurz: Diese Geschichte ist totaler Murks!

Die Produktion, also die Europa-Seite, ist allerdings gelungen. Alle Sprecher/innen liefern gute Arbeit ab und die Musiken klingen stimmig.

Meine Wertung: 37%
Cover: ...und die gemeine Falle26.02.2018

Fünf Freunde
(215) ...und die gemeine Falle (Erschienen: 2018)
Dauer: 54:08

Schwierig, schwierig... ...dieses Hörspiel meine ich. Im Grunde mag ich es. Die Produktion ist top (Körting eben), alle Sprecher/innen machen einen tollen Job und selbst der Plot ist unterhaltsam, ja sogar einigermaßen spannend.

Doch ist es vor allem eine Auffälligkeit, die mir das Hörvergnügen vermasselt: Dass niemand den Kids Glauben schenken will. Es ist ohnehin schon offensichtlich, dass ein Komplott gegen Constable Wilbert laufen muss, wenn soviele komische "Strafanzeigen" vorliegen, die niemand so wirklich verstehen kann. Aber wenn die Kirrin-Kids mal darauf aufmerksam machen, dass dieses oder jenes doch schon ein bisschen seltsam wäre, wird ihnen der Mund verboten, man schickt sie weg und hört ihnen nicht zu - noch dazu ohne erkennbaren Grund. Niemand hört ihnen nicht zu - einfach so! Was spräche dagegen, ihnen einen Moment zuzuhören? Mal ein, zwei kleine Nachforschungen anzustellen? Oder wenigstens die Meinung von Constable Wilbert zu alledem einzuholen? Eben - nichts spräche dagegen.

Der einzige Grund dafür kann sein, dass die Story noch eine Weile weiter durchlaufen kann, denn sonst wäre der Fall ja nach spätestens 20 Minuten Spielzeit abgehakt. Und das ist, was mich so wurmt. Innerhalb des Hörspiels werden die Kinder konsequent von Erwachsenen - selbst der Polizei! - abgekanzelt. Und niemand, absolut niemand, kommt auf die Idee, wenigstnes mal bei Wilbert abzurufen und ihn zu fragen, was es mit diesen ganzen Anzeigen auf sich hat? Zumindest diese eine Sache zu tun, ist so naheliegend, dass ich beim Anhören einfach nur den Kopf schütteln kann. Da spricht jemand ohne Grund haufenweisen Anzeigen aus, auf dem Revier guckt niemand in die Akten, was es damit auf sich hat, oder um potenzielle Zeugen zu ermitteln, und Personen, die diese Anzeigen in Auftrag gaben, gibt es auch keine - außer Constable Wilbert. Und der kann nicht bei allen "Verbrechen" immer anwesend gewesen zu sein, um das bezeugen zu können. Kommt denn niemandem im Ort das auch nur ein bisschen merkwürdig vor? Offenbar nicht.

Außerhalb des Hörspiels ist das aber derartig offensichtlich ist, dass es beim Hören keinen Spaß mehr macht, sondern man sich ärgert, was denn das bitteschön soll. Es kann doch nicht so schwer gewesen sein, sich 1-2 plausible Gründe auszudenken, warum die Polizei hier keine Nachvorschungen anstellen kann oder will. Oder man hätte auch einfach nicht so wahnsinnig viele Strafanzeigen verteilen können, damit es nicht so einer solch schieren Dringlichkeit kommt und die Sache eine Spur subtiler hätte ablaufen können...

Hätte man eine verständliche Begründung dafür genannt, dass niemand den Kids zuhören kann oder will, oder Constable Wilbert gerade nicht kontaktiert werden kann, wäre dieses Hörspiel sehr unterhaltsam. Aber so steht eine an sich gute Story sich selbst im Wege...

PS: Die im Titel genannte "gemeine Falle" ist im Grunde genommen ein Pleonasmus, oder immerhin eine unnötige Redundanz. Ist denn nicht jede Falle gemein? Ist es nicht die Gemeinheit dahinter, die eine Falle erst zu einer Falle macht? Sonst wäre es doch keine Falle - oder?

Meine Wertung: 62%
Cover: Verschwörung auf hoher See26.02.2018

Ein Fall für TKKG
(204) Verschwörung auf hoher See (Erschienen: 2018)
Dauer: 1:01:20

Gute Folge! Die Schiffsatmosphäre kommt toll rüber, der Plot ist stringent und nachvollziehbar. Wirklich: Gute Folge! Ich habe nur an Kleinigkeiten hier und dort etwas zu bekritteln.

So sieht die Kapitänin Linda Hansen auf dem Covermotiv jung und sehr freundlich aus. Im Hörspiel wirkt sie eher mittleren Alters und nicht unbedingt an Smalltalk mit den Passagieren interessiert. Oder Kommissar Glockner, der doch tatsächlich erleichert ist, dass Luxuskreuzfahrten heutzutage so günstig seien, dass auch sie (die Glockners) sich sowas leisten könnten. Öhm, der Herr ist das Ass der Millionenstadtpolizei und verdient bestimmt ganz ordentlich. Andererseits bleibt er hier im Großen und Ganzen außen vor und muss sich in 1-2 Situationen sogar eher simple Schlussfolgerungen von den TKKGs erklären lassen... Naja...

Seltsam mutet mir auch Frau Glockner an, die offenbar am Tante-Fanny-Symdrom leidet. Viel zu oft quengelt sie mir herum, dass man doch bitte keinen Fall lösen, sondern den Urlaub genießen solle, oder sie ist bei der allerkleisten Ungereimtheit gleich nervös und muss von ihrem Emil erstmal zur Haltung ermahnt werden. Gerade bei Frau Glockner wundert mich sowas doch sehr, da diese in all den Jahren zuvor stets als nervenstarke Frau zu vernehmen war.

Und Tim, naja... Der geht also tatsächlich auf eine Luxusreise und beschwert sich aber gleich zu Beginn, dass ja nichts los sei und er sich nur langweile... Was hat er denn vor Reiseantritt erwartet - bei einer Kreuzfahrt auf dem Luxusdampfer? Bei Karl fällt mir noch ein, dass er bei der Bermudadreieck-Diskussion ruhig von 2-3 Theorien hätte berichten können, durch welche sich das Verschwinden von Schiffen und Flugzeugen möglicherweise nachweisen ließe. Doch sagt er im Grunde eigentlich nichts dazu - sehr schade.

Soweit also alles Kleinigkeiten, die mir zwar auffielen, aber nicht wirklich stören. Zwei Dinge gibt es aber dennoch: 1) Die Bösewichte sind direkt als eben diese zu erkennen. Alle Charaktere sind vom Fleck weg so angelegt/interepretiert, dass man sie umgehend identifizieren kann. 2) Ein Luxusschiff mit mehreren hundert Passagieren und Kabinen, aber die Unholde sind sofort ausgemacht und werden am Ende auch ohne große Schwierigkeiten dingfest gemacht?

Bleibt ein alles in allem gutes TKKG-Hörspiel mit kleinen, leicht verschmerzbaren Schwächen, das ich gern weiterempfehle.

Meine Wertung: 77%
Cover: Verbrechen im Nichts30.01.2018

Die drei ???
(191) Verbrechen im Nichts (Erschienen: 2018)
Dauer: 1:11:06

Oft schon waren die drei ??? damit konfrontriert, einfach nur eine erholsame Zeit erleben zu wollen. So ganz normal eben. Nachmittags am Strand relaxen, im Ausland Urlaub machen, eine Zirkusvorstellung anschauen... Nie ist etwas daraus geworden. Glaubt nach insgesamt über 200 Folgen also noch irgendjemand, dass es bei "Verbrechen im Nichts" ausnahmsweise anders sein würde?

Entspannen die drei wirklich nur ein wenig und genießen dabei die ruhige Zeit? Denkste! Keine 5 Minuten im Hörspiel schon spricht jemand die ersten seltsamen Sätze. Als aufmerksame/r Hörer/in merkt man sich derlei Äußerungen natürlich, weil sie später garantiert irgendwie wichtig und darum gedeutet werden müssen. Doch bereits eine Szene weiter kommen Blut, Schreie und andere Dinge hinzu - hier ist ganz eindeutig irgendein Fall zu lösen. Na, dann mal los!

Doch als dann schon wieder kryptische Rätselverse vorgelesen werden, bin ich echt genervt. Wie oft denn noch? Meine Güte. Ja, ich weiss, früher war das cool und in, und niemand zweifelt ernsthaft an der Qualität der frühen Tage. Aber einerseits gab es früher auch sehr, sehr viele Folgen ohne Rätsel und zweitens ergaben sie in gewisser Hinsicht Sinn. Doch heute scheint nichts mehr zu gehen, ohne, dass nicht irgendjemand aus seiner Tasche einen Zettel zieht, auf dem irgendein verwirrter Käse geschrieben steht, den Justus auch noch im Handumdrehen dechiffriert. Im Gegenteil, gleich mehrere Folgen gab es in den letzten Jahren, die exakt das sogar als Fall-Prämisse aufgriffen.

Ich schreib's darum, wie es ist, schließlich ist an dieser Stelle ja meine Aufgabe, meine Eindruck zu schildern: Ich hörte die Folge zweimal durch, die Auflösung am Ende ist mal ein bisschen was anderes, wenn auch nicht unbedingt konsequent, und die Produktion ist von der Klangkulisse her top. Doch klingen Brian und Ashlyn nicht natürlich, sondern zu sehr nach Blatt-Papier-und-Mikrofon-vor-der-Nase-Situation.

Allerdings stören mich weder das inkonsequente Ende noch die beiden nur okayen Sprechleistungen - weil mich viel mehr stört, dass es schon wieder Rätselverse gibt. Es tut mir leid, aber an dieser Stelle habe ich sehr mit den Augen gerollt. Ein wenig mehr Abwechslung, bitte, liebe Autoren und Autorinnen. Bitte auf absehbare Zeit keine "Eigentlich wollten die drei ??? ja nur ein bisschen entspannen, aber..."- und "Löst bitte die folgenden Zeilen auf diesem Blatt Papier"-Szenarien mehr!

Meine Wertung: 64%
Cover: Der Räuber mit der Weihnachtsmaske28.12.2017

Ein Fall für TKKG
(203) Der Räuber mit der Weihnachtsmaske (Erschienen: 2017)
Dauer: 1:05:58

Sehr ungewöhnlich ist, dass wir die ersten rund 13 Minuten erstmal nur Karl vom Millionenstadt-Vierer hören. Gab es noch nie - oder gab es doch schon einmal eine etwas längere Szene, in der Karl ohne Tim, Klößchen oder Gaby auftrat? Ich kann mich nicht erinnern, dass so eine Szene länger als 30 Sekunden dauerte (beispielsweise (49) Bombe an Bord (Haie an Bord) oder (93) Die Opfer mit der kühlen Schnauze). Darum schön, dass der Computer mal ein wenig ins Rampenlicht gerückt wird - find ich echt gut!

Danach aber wird's mehr und mehr mau. Allein schon der Zusammenhang mit Bitcoins und "den geheimen Ecken des Internets", sowie TOR (steht für The Onion Routing), mutet nicht nur unnötig modern an, sondern es wäre auch völlig ohne dies gegangen. Statt Bitcoins hätte es meinetwegen auch ein Koffer voller Geld getan, denn diese "digitale Währung" wird lediglich ein-, zweimal genannt und spielt ansonsten keinerlei Rolle. Darum verwirrt das eher, als dass es beim Hören weiterhilft, oder es die Sache unterhaltsamer machen würde.

Auch verdächtigen TKKG eine Person nach der anderen, und als sei das nicht schon unspannend genug, kommt Kommissar Zufall nicht allein, sondern er bringt das gesamte Revier mit. Es hagelt Zufall auf Zufall - und nur deshalb sind TKKG überhaupt auf der richtigen Spur, beziehungsweise können nur deswegen am Ende den Täter überführen. Es wird nicht ermittelt und nicht geschlussfolgert - es sei denn, man nennt das permanente eher zufällige Beobachten von Personen Ermittlungsarbeit.

Doch gesellt sich zu alledem der Kladdentet hinzu. Der nimmt vorweg schon mal jede Menge Spannung raus, da er in seinen letzten beiden Sätzen genau verrät, was los ist! Wieso nicht gleich auch noch Namen des Täters mitsamt des Grunds für seine Tat dazuschreiben?

Meine Wertung: 43%
Cover: ...und die Kammer der Rätsel28.12.2017

Die drei ???
(190) ...und die Kammer der Rätsel (Erschienen: 2017)
Dauer: 1:03:54

So oft schon lösten die drei Jungs aus Rocky Beach Rätsel. Unzählige sind es gewesen. Mal, um eine Erbschaft zu finden, mal, um einen Hinweis auf einen Täter zu erhalten, und mal, ja, mal sogar einfach nur zum Selbstzweck; einfach nur um des Rätsellösens willen. Zwar wurde am Ende doch irgendwie ein Fall daraus, weil die drei zum Beispiel nur benutzt wurden, was sie aber nicht wussten, aber der Aufhänger war zunächst erstmal: Löst die Rätsel, einfach nur, um sie eben zu lösen.

Das Thema "Escape Room" greift eben jene Grundidee erneut auf: Rätsel lösen, einfach, weil es Spaß macht, Rätsel zu lösen. Allerdings wird hier versucht zu erklären warum. Denn es geht dem Auftraggeber um eine Wette. Nur wirkt dieses Anliegen reichlich hanebüchen - zumindest, wenn man die ??? schon eine Weile in Büchern und Hörspielen begleitet. Denn natürlich ist an der Sache irgendetwas faul. Nie im Leben geht es einfach nur so um eine Wette - wäre ja gelacht.

Und genauso ist es auch! Schon, als es darum geht, dass Peter ihrem Auftraggeber für die Mithilfe dessen alte Kutsche abverlangt, und der Herr sich darauf einlässt, ist klar, dass das längst nicht alles ist. Auch die Rolle der Sandy macht gleich während ihrer ersten 2 Minuten klar, dass etwas nicht stimmen muss - die soll einfach nur Schiedsrichterin sein? Dafür meckert und nöhlt sie aber gewaltig zu viel rum. Da muss demnach mehr dahinter stecken! Leider nur ist Auflösung für das Drumherum am Ende merkwürdig kramphaft auf Nachvollziehbarkeit getrimmt. Der Böse ist gar nicht der Böse, dann doch wieder - und dann doch wieder nicht. Schließlich haben sich alle ganz doll lieb und der wahre Schurke wird leider nicht gefasst werden können... *achselzuck*

Das heißt, direkt zu Beginn merkt man - und soll man wohl auch merken -, dass da später eine Wendung kommen wird, nur ist diese Wendung dünn und unspannend. Mir wäre es zigmal lieber gewesen, wäre es tatsächlich einfach nur um eine schnöde Wette unter Kumpels gegangen, und am Ende äße man gemeinsam ein Eis und freut sich über den schönen Tag.

Hinzu kommt nur, dass auch die Löserei der Rätsel nicht greifen will. Das ist jedoch nicht die Schuld der Europas. Im Gegenteil, als Hörspiel gewinnt die Geschichte (aus dem Buch) sogar noch hinzu, weil alles sehr stimmungsvoll vertont wurde und auch alle Sprecher/innen einen super Job machen. Nein, es ist die Geschichte selbst. Die Rätsel werden nacheinander je geschildert, dann gibt's die typischen Pflichtsekunden der "Man, was eine harte Nuss"-Äußerungen, gefolgt von einem Geistesblitz, der direkt die Lösung aufzeigt, oder jemand sagt gedankenverloren etwas vor sich hin und Justus bringt seine Trademark-Satzfolge "WAS hast du da eben gesagt!? Aber natürlich doch, das ist es!"... Es kommt keine Spannung auf. Die drei Detektive latschen routiniert von Rätsel zu Rätsel, von Abenteuergeist und jugendlicher Begeisterung ob der Herausforderung keine Spur.

Mit anderen Worten: Die Rätsel werden recht zügig runtergespult. Gepaart mit der gleich am Anfang schon spürbaren - und dann auch leider sehr lahmen - Wendung am Ende, führt das dazu, dass das eigentlich interessante vor Potenzial triefende Thema "Escape Room" nicht wirklich genutzt, sondern lediglich für das ???-Universum abgehakt wurde.

Meine Wertung: 65%
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