Die 20 aktuellsten Rezensionen

Cover: Das Geheimnis im Jagdschloss29.11.2020

Ein Fall für TKKG
(216) Das Geheimnis im Jagdschloss (Erschienen: 2020)
Dauer: 1:03:55


Die Familie Kapper von Kapperstein will ihr Jagdschloss verkaufen und Klößchens Vater ist einer von drei Interessenten. Tim, Karl, Gaby und Klößchen freuen sich, Herrn Sauerlich beim Besichtigungswochenende begleiten zu dürfen. Erster Programmpunkt: Eine Schaujagd im dazugehörigen Wald. Als ein Pferd von einem Schuss getroffen wird und stürzt, erleidet der Hausherr eine schwere Quetschung am Bein. War das der Querschläger einer Flinte oder vielleicht doch ein Attentat? Was hat es mit einem ähnlichen Jagdunfall von General August Kapper von Kapperstein vor genau hundert Jahren auf sich? Welche geheimnisvolle Rolle spielte der General im ersten Weltkrieg? Und wohin ist plötzlich einer der drei Kaufinteressenten verschwunden? TKKG nehmen die Ermittlungen auf und stoßen auf ein sonderbares Rätsel, das hundert Jahre lang niemand knacken konnte...

Mein Kommentar: Ich werde das Gefühl nicht los, dass dieses TKKG-Hörspiel eigentlich kein TKKG-Hörspiel sein sollte, sondern vielleicht eher ein Die-drei-???-Hörspiel. Es passt sovieles nicht zu TKKG - angefangen bei der Atmosphäre, bis hin zu sehr ???-esquen Rätseltexten und Vorkommnissen. Außerdem tun alle irgendwie dahintersteckenden Personen so aufgesetzt.

Das fängt bei Großmutter Walburga an, die was von neuen Zeiten, die bevorstehen, faselt und offenbar große Stücke auf ihre Ahnen hält. Und endet bei auffällig unauffälligen Personen, die in der gesamten Geschichte eigentlich immer nur irgendwie da sind und sich am Ende als Pseudoüberraschungsgangster entblößen. Naja... Noch eine weitere Pseudoüberraschung gibt es außerdem. Als nämlich eine der Damen nur am Anfang kurz zu hören ist, dann ewig lange nicht mehr und schlussendlich wird sie wieder als eine Art rettende Liebschaft aus dem Hut gezaubert, so, als sei das eine unvorhergesehen Wendung, hin zum Guten. Ernsthaft, diese Dame, so nett das für die Beteiligten ja sein mag, ist für uns als Hörer/innen null interessant, weshalb auch dieses "Oh, wäre hätte es gedacht..."-Enthüllungsgetue einfach nicht zündet, weil nichts, aber auch gar nichts, je darauf hingedeutet hätte, geschweigendenn die beteiligten Personen je von echter Relevanz gewesen wären. Sie sind eben einfach nur so da, ohne, dass man einen Bezug zu ihnen aufbaut und weshalb sie der Hörerschaft im Grunde völlig egal sind.

Ganz schräg ist übrigens die Sache mit dem vor 100 Jahren verstorbenen General, der plötzlich, nach all den Manövern und Kriegen einsieht, dass Krieg und Gewalt nicht richtig sind. OK, besser spät als nie, zugegeben, aber es wirkt arg konstruiert, wie das in der Story hingebogen wird. Noch dazu, wo TKKG eben genau das - "Wie? Ein General!?" - selbst erwähnen und seltsam finden, aber dann null Schwierigkeiten damit haben, dass das einfach so in Ordnung ist. Umso flacher dann die Pointe rund um die Hinterlassenschaft des Generals...

Ein Wort noch zu TKKG als Charaktere. Tobias Diakow macht seinen Job ja wirklich sehr gut, aber in der letzten Zeit, und vor allem hier, tut er als Karl wirklich nichts anderes, als mal schnell ein Fremdwort oder was technisches zu erklären, ansonsten aber durchweg die Klappe zu halten. Auch Willi und Gaby entsprechen völlig ihren Klischees: Zwischendurch doofe Sprüche kassieren oder ablassen (Klößchen), beziehungsweise für Tierschutz plädieren (Gaby) - mehr kommt da nicht. Und Tim, naja, der ist Tim. Der treibt an, weiß alles, durchschaut alles, entscheidet alles. Klaro, damals war das auch ganz oft so, aber es gab immerhin Abenteuer, Kombinationsgabe, Ermittlungen oder unterhaltsame Szenen (Tim und Willi überfallen einen Juwelier, zum Beispiel) mit lockeren Dialogen und ganz besonders diese gewissen Übertreibungen, weshalb man das nicht allzu ernst nahm. Mittlerweile aber versucht TKKG (die Serie als solche) davon wegzukommen, entfernt sich allerdings eben nur in gewissen Punkten, weshalb die vier Charaktere, aber auch die Geschichten, zu ganz merkwürdigen Mischpoken verkommen.

Die Produktion ist typisch Körting, die Atmosphäre dieses Hörspiels ist super, aber, wie bereits genannt, einfach nicht TKKG-ig. Alles ist so künstlich auf verschwörerisch, mystisch und spannend getrimmt. Aber das liegt natürlich zum größten Teil an der Geschichte selbst (Rätselverse, vermeintlich überraschende Wendungen und so weiter). Die Sprecher/innen leisten tolle Arbeit. Vor allem Sophie Lechtenbrink (als Victoria Kapper von Kapperstein) hat eine sehr angenehme Stimme, die ich gern häufiger hören möchte, liebe Frau Körting. Schön auch, dass Anja Topf und Christian Rudolf mal wieder zu hören waren - auch, wenn Herr Rudolf mir allzu häufig dieselbe Art Charaktertyp vertont.

Meine Wertung: 60%
Cover: Die drei ??? und die Welt der Hörspiele25.10.2020

«Verschiedenes»
Die drei ??? und die Welt der Hörspiele (Erschienen: 2020)


Seit über einem halben Jahrhundert begeistern die Geschichten der Die drei ??? und seit mehr als 40 Jahren gibt es sie auch in der Hörspielfassung: Die drei ???, die Hörspiele und ihre Sprecher haben Kultstatus erlangt und das generationsübergreifend. Statistisch gesehen gibt es in Deutschland keinen Haushalt ohne ein Die drei ???-Hörspiel! Wie ist dieser Kult entstanden? Dieses Buch blickt zurück auf die Anfänge und erzählt die Geschichte der Die drei ???-Hörspiele bis in die Gegenwart.

Mein Kommentar: Wer Die drei ??? vor allem oder ausschließlich als Hörspiel kennt, wird mit diesem Buch gewiss seine Freude haben. Im Gegensatz zu Rodenwalds vorherigem ???-Sachbuch "Die Welt der Fragezeichen" bewegt sich das aktuelle Werk immer nur so nah an die (aus Hörspielsicht) Buch-Vorlagen, wie es unbedingt notwendig ist.

So beginnt die Story, die, abzüglich einiger Verlags- und Werbeinfos, Inhaltverzeichnis und so weiter, 256 Seiten stark ist, beim Amerikaner Dave Miller. Mehrere Infos zu seinem Werdegang, seinen Kontakten in der Musikbranche und so weiter, bis er schließlich das Label Europa gründete. So geht die Geschichte schrittweise zu vielen Persönlichkeiten über, die dann jeweils ihr eigenes Kapitel gewidmet bekommen: Andreas Beurmann, Heikedine Körting, André Minninger, Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck, Andreas Fröhlich und noch einige mehr. Wer stammt aus welchen Verhältnissen, kam wie in die Branche, wie entwickelte sich was, wie kamen Kontakte zustande...

Fast immer lässt das Buch viele Beteiligte selbst zu Wort kommen. Rodenwald beruft sich dabei größtenteils auf Aussagen, die zum Beispiel in Interviews, Internetchats oder -foren der jeweiligen Epochen getätigt wurden. Rodenwald hat also eine schier unendliche Masse an Quellen zu Rate gezogen, alles für sich sortiert, zugeordnet und nebst noch jeder Menge selbst geführter, taufrischer Interviews sowie Infos aus erhältlichen Pressemitteilungen einen roten Faden gesponnen - der eben bei Dave Miller beginnt. Es gibt kaum eine Seite im Buch, die nicht wenigstens zwei bis vier kleine Zitat-Hinweis-Nummern in den Text einbezieht, sodass man (ganz hinten, im Quellenverzeichnis) nachvollziehen kann, woher die zitierte Aussage oder Information stammt. Insgesamt sind es über 670 Verweise, wobei manche sich aber auch schon mal auf dieselbe Quelle beziehen.

Und Rodenwald gelingt es hervorragend, all die unzähligen Aussagen so zu verquicken, dass ein unterhaltsamer Stoff entsteht, der sogar immer wieder mit neuen Infos aufwarten kann. So wird man mitnichten nur zum x-ten Mal erfahren, dass die drei Hautpsprecher ja eigentlich nur an wenigen Wochenenden im Jahr etwas mit den ??? zu tun haben, oder dass Frau Körting schon als Kind eigene Hörspiele aufnahm.... Wobei, zugegeben, langjährige ???-Fans, die sich bereits zahlreiche Interviews zu Gemüte führten, werden nicht auf jeder Seite ein "Ah!"-Erlebnis haben, im Gegenteil, sie werden nicht wenige Zitate bereits schon wenigstens einmal im Orginalwortlaut irgendwo gelesen oder gehört haben, aber doch in jedem Kapitel mindestens drei- bis fünfmalig für sie bislang noch unbekanntes Wissen dem eigenen hinzufügen. Zumal, wie erwähnt, der rote Faden der Geschichte macht einfach Spaß, sodass man bereits Bekanntes auch gern nochmal mitliest, um alles in einer zeitlich geordneten Reihenfolge nachvollziehen zu können.

Während rund die erste Hälfte des Buches sich also größtenteils um Gründung, Wachstum, Wandel, Erfolge oder Probleme des Labels Europa dreht, befasst sich die zweite Hälfte mit dem "Die drei ???"-Hörspiel per se. Es geht um das Vollplaybacktheater, Live-Touren, den sogenannten Gameboy-Knick, warum die drei ???, aber auch Hörspiele allgemein, dann ab Anfang der 2000er wieder erfolgreicher wurden, die verschiedenen Hörspielmusiken und die Menschen dahinter, die unterschiedlichen Erzähler, den großen "Die drei ???/DiE DR3i"-Rechtsstreit und so weiter... Aber, wie schon erwähnt, das alles wird nicht bloß genannt, sondern eben durch den roten Faden zusammengehalten und durch immer wieder neue, bislang noch nicht bekannte Infos aufbereitet, wodurch man stets gern weiterliest und sich unterhalten fühlt.

FAZIT: Rodenwald schrieb ein Sachbuch, das unzählige, sauber recherchierte Quellen und Aussagen äußerst kurzweilig und lebendig lesbar miteinander verbindet. Sicherlich, das Buch ist zuvorderst für geneigte ???-Hörspielfans, und eben diese haben bestimmt schon einen gewaltigen ???-Wissensfundus angehäuft, doch auch diese werden gut unterhalten und regelmäßig mit Neuem bei der Stange gehalten. Ich jedenfalls werde mir dieses Buch über die Jahre sicherlich immer mal wieder als Bettlektüre auf den Nachttisch legen.

Meine Wertung: 91%
Cover: O du finstere19.10.2020

Die drei ???
O du finstere (Erschienen: 2020)
Dauer: 2:45:02


Für Tante Mathilda erfüllt sich ein lang gehegter Wunsch: Gemeinsam mit Onkel Titus, Justus, Peter und Bob will sie Weihnachten in einer verschneiten Berghütte feiern. Die besinnliche Stimmung wird schnell getrübt, als eine gehörnte Schreckgestalt in die Idylle hereinbricht. Doch auch unheimliche Vorfälle und Drohbotschaften halten die drei ??? nicht davon ab, diesem Rätsel auf den Grund zu gehen. Ein Weihnachtsfall in 24 Kapiteln.

Mein Kommentar: Anfangs fühlt sich diese Folge arg in die Länge gezogen an. Die ersten paar Kapitel hätte man locker und ohne Spannungsverlust, inhaltliche Einbußen oder dass es gehetzt wirken müsste, auf 10-15 Minuten runterkürzen können. Dann aber lässt das nach und die Folge fühlt sich mehr und mehr an wie eine reguläre Folge, nur eben mit Überlänge.

Natürlich kann man darüber diskutieren, ob es fair ist, einer Folge, die im Kern als Adventskalender fungieren soll, ihre hin und wieder (lies vor allem: anfängliche) vermisste Stringenz vorzuwerfen. Doch andere Folgen mit einer solchen Funktion, bzw. Überlänge bekamen das eben auch leider besser hin.

Hinzu kommt allerdings ebenfalls, dass manche Dinge etwas behelfsmäßig daherkommen, oder notdürftig reingeschrieben wirken. Beispielsweise diese Szene in der verlassenen Hütte. Alles, was die drei ??? dort erfahren, ergibt zwar Sinn, doch der Aufbau der Szene als solche birgt den Anschein, auf Krampf nochmal einen winterlichen/weihnachtlichen Moment einfügen zu wollen oder müssen, obwohl es auch bestimmt anders gegangen wäre. Sicher ist diese Szene auch eine nette Abwechslung, da ein Ortswechsel so dann und wann immer mal gut tut, doch, naja, sie wirkt eben hineinkonstruiert. Warum sollten die drei ??? dem Typen glauben, was er ihnen erzählt? Weshalb verdächtigt er sie zunächst, spionieren zu wollen? Und warum glaubt er ihnen sehr schnell, dass sie nicht spionieren? Aus seiner Perspektive heraus könnte das alles trotzdem eine Scharade sein, selbst, wenn sie sehr gut gemacht worden wäre.

Doch es ist nicht so, als wäre diese Folge nicht gelungen. Im Gegenteil, denn im Großen und Ganzen hat sie mir dann doch einfach zu viel Spaß gemacht. Außerdem, bei über 2 Stunden und 45 Minuten Gesamtlaufzeit, meistens interessant und recht spannend, verkraftet man den einen oder anderen etwas schwächeren Moment gern, schließlich gibt es reichlich verdächtige Personen, merkwürdige Zusammenhänge, seltsame Vorkommnisse und Ungereimtheiten am Rande. Dazu, nicht zu vergessen, die hervorragende Produktion, bestens aufgelegte Sprecher/innen und tolle Musiken, von denen nur sprenkelweise ein weihnachtlicher Bezug wahrzunehmen ist. Naja, ok, es ist ja eine Weihnachtsfolge, und will auch eine sein, aber das Maß der Notwendigkeit wurde nicht überschritten, sodass der Fall selbst jederzeit im Vordergrund bleibt.

Meine Wertung: 82%
Cover: Die falschen Detektive26.09.2020

Die drei ???
(207) Die falschen Detektive (Erschienen: 2020)
Dauer: 1:02:04


Die Drei ??? sind fassungslos: Sie haben Doppelgänger! Drei Jungen, die sie noch nie gesehen haben, geben sich als "Die drei ???" aus. Justus, Peter und Bob heften sich an die Fersen der falschen Detektive und beginnen ihre Ermittlungen. Wieso haben die Unbekannten ihre Identität angenommen? Und können Justus, Peter und Bob ihnen das Handwerk legen?

Mein Kommentar: Der Fall fängt wahnsinnig stark an - sehr spannend. Und bleibt es die ersten (grob geschätzt) 40 Minuten auch. Wer sind diese drei Jungs? Warum behaupten sie, Die drei ??? zu sein? Was versuchen sie warum zu ergründen, oder wen zu täuschen? Einfach eine hervorragende Prämisse. Es gibt aber dennoch ein paar Dinge, die stören. Zum Beispiel sind die falschen ??? direkt unsympatisch; selbst in den Momenten, in denen sie nicht wissen, dass die belauscht werden, aber zum Beispiel gerade mit ihrer Auftraggeberin sprechen. Warum sollte die irgendwer engagieren? Aber ok, kann auch nur ein Stilmittel des Autoren Ben Nevis sein...

Dann aber, so grob am Anfang des letzten Drittels, lässt der Fall zwar nicht drastisch, aber dennoch spürbar genug nach. Allerdings gibt es eine sehr zum Schmunzeln anregende Offenbarung bezüglich einer der Rätseltexte - andererseits kümmern sich die echten Justus, Peter und Bob eh nicht so wirklich darum. Sie schauen einmal drauf, sind der Meinung, dass sie daraus nicht schlau werden und vergessen die Sache wieder. Ein Umstand, der eigentlich sonst nie passieren würde. Justus, der ein Rätsel nicht knacken möchte, der nicht Bob sofort in die Bücherei schickt und selbst am PC nach nach Lösungen sucht? Nee, das passt nicht. Zu unglaubwürdig, einfach un-Justus-mäßig!

Doch auch der Verlauf der (schätzungsweise) letzten 20 Minuten ist seltsam und nicht gerade ein Höhepunkt zu nennen. Urplötzlich arbeitet man zusammen, jede Form von "Was soll das Ganze eigentlich? Wie hängt das alles zusammen? Wer sind die drei Jungs?" wird mit einem Schlag begraben und plump offenbart. Es geht dann eigentlich nur noch darum, ein wenig vermeintliche(!) spannungsgetriebene Action einzubauen. Ich möchte nicht zu sehr spoilern, darum gehe ich nicht ins Detail, aber, wie erwähnt, das ist nicht spannend, sondern es passieren eben einfach 20 Minuten lang einige Dinge und es wird schließlich ausnahmsweise einmal von Peter erklärt, wer warum wie dahintersteckt. Selbst das in der Tat interessante Fundgut wird kaum aufgebaut, sondern genannt, kurz erklärt und das war's. Schade. Die Folge ist zuerst so klasse, dann flaut sie rasant ab.

Zwischendurch gibt es auch sonst ein paar Kleinigkeiten, die bisweilen nerven. Zum Beispiel die Aussprache des Namens Nguyen. Direkt bei ersten Hören der Aussprache, hier "Enguhjen", war mir klar, dass das unter keinen Umständen auch nur halbwegs stimmem kann. Selbst, wenn man diesen vietnamnesischen Namen amerikanisiert oder eingedeutscht pronounciert. Es kostete mich dann ca. 20 Sekunden Internetrecherche, um anhand von 3-4 Hörbeispielen zu erfahren, wie es richtig klingt, und "Enguhjen" ist nichtmal ansatzweise nah dran! Hier hätte das Studio Europa ruhig etwas nachforschen können. Ich hatte direkt einen Flashback an die Folge (16) ...und der Zauberspiegel, in der aus Garcia "Gattschjia" wurde.

Unabhängig davon ist den Europas nur ein großes Lob auszusprechen. Die Produktion ist 1A, die Sprecher/innen liefern super ab, die Musiken gefallen mir ebenfalls und André Minninger hat das meiner Meinung nach nur akzeptable Buch deutlich besser gemacht. Dass die Story zumindest anfangs glänzt, ist Minningers Verdienst, und dass am Ende dann alles so stark nachlässt, nun, dafür kann er nichts. Schließlich ist seine Aufgabe nicht, das Buch gänzlich umzuschreiben.

Meine Wertung: 69%
Cover: ...am Ende der Welt20.09.2020

Fünf Freunde
(138) ...am Ende der Welt (Erschienen: 2020)
Dauer: 1:00:20


Ferien in Land's End! Am äußersten Ende von Cornwall entdecken die Fünf Freunde etwas Unglaubliches: Das wichtigste Denkmal der Gegend wurde gestohlen! Und das ist erst der Anfang einer äußerst merkwürdigen Diebstahlserie. Mit allen Mitteln versuchen die Fünf Freunde das Rätsel der verschwundenen Denkmäler zu lösen und bestehen dabei ein aufregendes Abenteuer.

Mein Kommentar: Eine interessante Prämisse, die der Fall zu seinem Beginn aufstellt. Etwas übertrieben mutet nur der Titel an. Die Folge spielt zwar in Land's End, und seine Bewohner nennen es scherzhaft das Ende der Welt, aber zum eigentlichen Inhalt passt das keineswegs.

Naja, so werden also markante Dinge, darunter mehr oder weniger Denkmäler, ohne jede Spur auf die Täter gestohlen. Wer warum dahintersteckt, weiß niemand. Aber die Fünf Freunde ermitteln natürlich fleißig. Julian und Dick begeben sich ungewollt sogar in große Gefahr und kommen nur knapp mit einem, wenn letztlich auch sehr kleinen, Schrecken davon. So gesehen eine tolle Folge. Wären da nicht einerseits der Tatmotivhintergrund, der mir eine Spur zu exzentrisch ist und außerdem sehr rasch einfach mal als richtig vermutet wird (allein der Gedanke, so früh im Fall auf diesen Geistesblitz zu kommen, erscheint mir fast schon absurd), und andererseits, dass die Täter so unauffällig beiläufig in die Geschichte einbezogen werden, so auffällig wie eine schallende Ohrfeige ist, dass diese Personen nicht einfach nur mal so zu hören sind, das kann man einfach nicht nicht bemerken.

Das nimmt jede Menge Spannung aus der Story, die so natürlich zu vorhersehbar wird und am Ende für Augenrollen sorgt. Ach ja, Augenrollen. Das musste ich auch, als die vier Kirrins-Kids doch allen Ernstes das Gericht "Fish and Chips" so anpreisen, als seien sie eigentlich nur zufällig als Touristen im Vereinigten Königreich zugegen, und wenn man schon mal da ist, dann müsse man halt auch unbedingt mal diese berühmten Fish and Chips probieren. Eine Info über Fish and Chips als Wissen so nebenbei mal einzustreuen, ist gewiss nicht verkehrt, aber das könnte man auch geschickter verpacken, als auf diese Weise.

Die Produktion ist super und die Sprecher/innen liefern saubere Arbeit. Nur die Story hat so ihre Tücken, die allesamt aber mit ein klein wenig anderen Dialogen und minimalen Änderungen im Verlauf des Handlungsstrangs, leicht hätten vermieden werden können.

Meine Wertung: 61%
Cover: Das verpfuschte Gemälde20.09.2020

TKKG Junior
(13) Das verpfuschte Gemälde (Erschienen: 2020)
Dauer: 1:00:28


Tag der offen Tür an der Internatsschule, und alle zeigen sich von ihrer besten Seite. Der Schock folgt jedoch bei der feierlichen Enthüllung eines Gemäldes des bekannten Malers Jens Gutmann - selbst Absolvent des Internats: Jemand hat "Keine Kunst" quer über das Bild geschmiert und das tausende Euro teure Kunstwerk damit vollkommen verunstaltet. Tim, Karl, Gaby und Klößchen nehmen die Ermittlungen auf. Die Spurensuche führt sie einmal durch die ganze Schule - von der Kantine zu den Internatsbuden, vom Chemiesaal in den letzten Winkel des Schulparks. Sie sammeln Fingerabdrücke, sprechen mit Zeugen und folgen so mancher falschen Fährte. Wird es TKKG gelingen, den Verbrecher dingfest zu machen?

Mein Kommentar: Diese Folge hat einige Überraschungen zu bieten. Unter anderem taucht Hausmeister Mandl auf, der sogar mit demselben Sprecher belegt ist, wie bei seinem ersten hörbaren Auftritt in (200) Der große Coup, Martin May. Nettes Detail. Auch Claudia Tümmel, bekannt aus (64) Schwarze Pest aus Indien, ist mit von der Partie - wenn auch nicht mit derselben Besetzung von damals. Außerdem gibt es im Inlay einen diesbezüglichen Fehler, denn Claudias Rolle ist als "Claudia Tummeln" angegeben; aber das nur als Bonusinfo am Rande. Ferner ist auch Dr. Pauling (aus (1) Die Jagd nach den Millionendieben) mit dabei; ebenfalls nicht mit der Originalstimme von einst. Dass der ohnehin immer mal wieder mitspielende Direktor Dr. Freund auch zu hören ist, sei als winz'ges Sahnehäubchen nicht verschwiegen.

Was haben all diese Rollen gemeinsam: Es sind allesamt Internatscharaktere. Weshalb diese Folge fast ausschließlich im Internet stattfindet. Leider nur kommt das akustisch nicht so recht rüber, es will kein Internatsfeeling aufkommen. Trotzdem ist Das verpfuschte Gemälde im Großen und Ganzen als gelungen zu bezeichnen. Es geht abwechslungsreich zu und es gibt 2 Wendungen. Sicher, für erwachsene Hörer/innen ist die Auflösung des Falls nicht gerade ein Buch mit 7 Siegeln, eher im Gegenteil, doch die freuen sich dann eben über den ansonsten dennoch gutklassigen Storyverlauf - mit kleinen Schwächen hier und da (z.B. wird die Person, die hinter dem Gemäldeattentat steckt, nicht wirklich aktiv gesucht, sondern eher beiläufig entlarvt) - und das Wiederhören aus vergangenen Tagen. Oder eher: Aus kommenden Tagen, nicht wahr!?

Die Produktion ist gekonnt und per se stimmig, aber dass einfach keine Internatsatmo zustande kommt, ist sehr bedauerlich.

Meine Wertung: 72%
Cover: Verbrechen im Moorsteiner Wald16.08.2020

Ein Fall für TKKG
(215) Verbrechen im Moorsteiner Wald (Erschienen: 2020)
Dauer: 1:06:12


Tim, Karl, Gaby und Klößchen sind zum Baden am Moorsteiner See, als Karl ein mysteriöser Hilferuf ereilt, der sich rasant über soziale Medien verbreitet. Ein Foto zeigt einen geknebelten Mann, der seine Augenbinde für ein schnelles Selfie etwas nach oben geschoben hat. Dem Bild ist ein eiliges "Hilfe" beigefügt. Soll das etwa ein schlechter Webwitz sein? Tim erkennt den Hintergrund der Aufnahme: Es handelt sich eindeutig um die Fischerhütte eines alten Bekannten gleich hier am Moorsteiner See! TKKG eilen zur Hütte, um das Opfer zu befreien, und werden in einen brenzligen Fall verwickelt, dessen Tragweite sie nicht erahnen konnten...

Mein Kommentar: Ein Mann wird beraubt und dann eingesperrt, mit gefesselten Händen und Augenbinde. Die Räuber nahmen ihm das Portemonaie inklusive Kreditkarten ab; sie quetschten sogar seine PIN-Codes aus ihm raus. Schlimme Tat, keine Frage. ...aber ich kann diesen Umstand leider nicht anerkennen und Empathie zeigen, denn stattdessen schüttele ich den Kopf und Unglaube macht sich breit.

Es läuft so ab: TKKG stoßen auf einen Social-Media-Post im Web. Der Post zeigt einen Mann, Thorsten Knollschitz, mit teils abgenommener Augenbinde, der fix und fertig dreinblickt. TKKG erkennen Details im Hintergrund und wissen sofort, dass der Mann in der Hütte vom alten Fritz sein muss. Frage 1: Woher wissen die solche Sachen immer?! Die leben in einer Millionenstadt. Warum kennen die immer alle Orte dieser Stadt? Die wissen stets, wo alles ist.

TKKG radeln sofort zur Hütte, treffen gerade ein, als auch schon die Polizei eintrudelt. Der Mann wird befreit und erzählt, man habe ihn beraubt, eingesperrt so weiter. Damit man ihn nun befreien konnte, machte er ein Selfie von sich und postete dieses. Frage 2: Wieso macht der Mann die übelsten Verrenkungen und postet ein Bild von sich, mitsamt dem Wort "Hilfe", statt einfach gleich die Polizei anzurufen? Klar, er könnte kein Netz gehabt haben, zugegeben, aber warum hatte er dann WLAN, bzw. WIFI zur Verfügung? Völliger Unfug! Doch Alternative 1: Warum text- oder voice-chattete er nicht einfach eine/n Freund/in an, oder die Polizei über einen Social-Media-Kanal? Oder Alternative 2: Der Typ checkt via Smartphone einfach seinen Standort und gibt der Polizei, oder wenigstens einer befreundeten Person, einen Hinweis - wenn er sowieso in der Lage ist, ein Selfie zu machen und das auch noch zu posten, warum nicht das?

Frage 3: Warum hat der Typ überhaupt noch sein Handy? Warum stahlen ihm die finsteren Gestalten das nicht gleich auch noch, wenn sie schon dabei waren?

Naja, Hauptsache, wir haben ein modernes Thema, denn im Klappentext ist ja die Rede von einem Hilferuf in den sozialen Medien. Und der Gag: Das Ganze passiert in der TKKG-Stadt. Da teilen unzählige Menschen diesen Post - und die Tat fand nicht einfach nur irgendwo statt, nein, TKKG kennen sogar die kleine Hütte, die auch noch bequem in Radelreichweite liegt. Oh man!

Die Story ist also leider sehr dünn, obwohl sie durchaus interessant sein könnte; es ist vor allem der Anfang, der viel Potenzial direkt im Keim erstickt. Doch obwohl es dann größtenteils besser wird, gibt es regelmäßig seltsame Einschübe. Wie Gabys SMS' an Tim: Die Gute schreibt halbe Romame und ihre Texte klingen beinahe wie ein offizieller Polizeibericht. Das hat durchaus etwas von den damaligen Ganoven-Dialog-Belauschereien, weil man immer einen guten Vorwand braucht, den doofen Hörern und Hörerinnen auch noch den winzigsten Zusammenhang unmissverständlich zu machen, damit niemand Gefahr läuft, der Geschichte nicht folgen zu können.

Ein weiterer Genuß sind Hightech-Roboter-Bienen, die nicht in der Natur herumbestäuben, sondern spionieren - natürlich mit hervorragender Bild- und Tonübertragung - und stotterfrei scheint das alles außerdem zu klappen. Klar. Diese Bienen kennen keine technischen Limits und haben auch noch eine perfekte Reichweite, um ihre Audio-Video-Offenbarung jederzeit per WLAN(?) übermitteln zu können. Aber der Knaller: Die können sogar Elektroschocks absondern. Wow, welcher Akku da wohl zum Einsatz kommt, um permanent Daten zu übertragen, das Fliegen zu realisieren und nun auch noch deutlich spürbare Stromstöße abzusondern. Hach, lassen wir's einfach...

Die Produktion ist großartig, ganz einfach. Das Studio Körting liefert die gewohnte Qualität ab. Auch die Sprecher/innen klingen super. Nur Nova Meierhenrich als Kommissarin Hübner klingt mir etwas steril, und dass die tolle Gaby Libbach eigentlich fast gar nicht zu hören ist, naja, das nagt ein wenig an mir. :)

Fazit: Technisch super, aber der Plot ist, wenn er auch seine guten Momente hat, Quatsch mit Soße.

Meine Wertung: 43%
Cover: ...und der Mottenmann22.07.2020

Die drei ???
(206) ...und der Mottenmann (Erschienen: 2020)
Dauer: 1:02:42


In Rocky Beach taucht eine schaurige Gestalt auf: ein geflügeltes Wesen mit leuchtend roten Augen. Zeitgleich häufen sich die Unglücksfälle und Diebstähle in der beschaulichen Küstenstadt. Justus, Peter und Bob vermuten einen Zusammenhang und stürzen sich in die Ermittlungen, um das Geheimnis des Mottenmanns zu lüften.

Mein Kommentar: Ich bin positiv überrascht, dass ich diese Folge mochte, als die Titelmusik am Ende erklang. Denn bisweilen mutet es nach sehr viel Zufall und Konstruiertheit an: Der Auftraggeber, der sich vor dem Mottenmann fürchtet, und - natürlich - ein gesundheitliches Leiden hat, weswegen er Aufregungen und Stress besser meiden sollte (weshalb er auch bei fast allem nicht mitmacht oder mitgeht). Oder wieviel Zeit insgesamt damit verbracht wird, immer wieder zu untermauern, dass der Mottenmann eigentlich kein Fake oder Einbildung sein könnte.

Klar, Justus pocht darauf, dass alles eben doch nur Maskerade sein muss. Aber dennoch wird für die Hörerschaft dauernd deutlich gemacht, dass dieses und jenes unmöglich einem Mummenschanz unterliegen könne - es kann doch nur so sein, dass der Mottenmann echt ist. Das macht das Hörspiel hin und wieder etwas anstrengend, denn alle auch nur halbwegs routinierten ???-Kenner/innen wissen, dass dem nicht so sein wird.

Doch trotzdem bleibt es spannend, denn es geht auch sehr viel um das Wer, Wie und Warum. Und, ganz wichtig: Am Ende wird Inspector Cotta doch tatsächlich einfach nur zum finalen Überführen und Verhaften gerufen, und nicht, um die Detektive zum zigsten Mal kurz vor knapp vor dem eigentlich sicheren Tod zu retten. Im Gegenteil: Keine übertriebenen Gefahren, keine Pseudospannung, weil Zeitdruck herrscht, oder sowas. Einfach nur Ermittlungsarbeit. Weiter noch, diese Folge hat mich regelmäßig an die ganz frühen Fälle erinnert...

Meine Wertung: 82%
Cover: Schmierige Angelegenheiten29.06.2020

TKKG Junior
(12) Schmierige Angelegenheiten (Erschienen: 2020)
Dauer: 57:34


Darf man Metallfässer in einen Waldsee der Millionenstadt werfen? TKKG sind der Meinung "Auf keinen Fall" - und stecken damit schon knietief in ihrem nächsten Abenteuer. Auf der Spur von zwei Umweltsündern bekommen die Nachwuchsdetektive Hilfe von unerwarteter Seite. Gemeinsam mit der mutigen Sana können sie den Schlupfwinkel der Gangster ausfindig machen, geraten dabei jedoch in höchste Gefahr. Es gibt nämlich noch einen weiteren Schurken, mit dem sie nicht gerechnet haben...

Mein Kommentar: Der Plot dieses Abenteuers ist sehr geradeaus. TKKG bemerken, wie zwei Typen schwere Fässer in einen See werfen. Um zu legitimieren, wie sie die Fässer aus dem Wasser bekommen und erfahren, was darin ist, stoßen sie direkt auf Umweltschützerin Sana. Gemeinsam mit Sana wird ermittelt, dass Altöl im See entsorgt wurde.

So klappert man mal die Umgebung ab und stößt unweit vom See auf einen Schrottplatz - und weil der Wagen der beiden Typen hier steht, ist die Sache klar. Somit ist der investigative Anteil dieses Falls sehr mau gehalten. Doch die anschließende Untersuchungsaktion auf dem Schrottplatz in der zweiten Hälfte unterhält dafür umso mehr: Hier geht es zuerst spannend und dann rasant zu.

Was nur einfach keinen Sinn ergibt, ist die Logik, die Polizei nicht informieren zu wollen. Ja, es gibt keine Beweise, zugegeben, aber der wiedererkannte Wagen und das Wort von TKKG gegenüber Kommissar Glockner sollten so doch einiges Gewicht haben. Zumal man die Fässer sicher auf Spuren untersuchen könnte, die höchstwahrscheinlich auf besagten Schrottplatz zurückführen würden. Doch selbst, wenn das alles noch nicht ausreichen sollte: Mindestens die Reifenspuren am See sollten doch ein starkes Indiz sein, oder?

Das Drumherum, also die Produktion selbst, ist tadellos. Sie sorgt für eine angenehme Grundstimmung und gerade die Waldsee- und Schrottplatz-bei-Nacht-Szenen kommen besonders gut.

Meine Wertung: 73%
Cover: und der Schokoladendieb von London17.06.2020

Fünf Freunde
(137) und der Schokoladendieb von London (Erschienen: 2020)
Dauer: 59:03


Im neuen Abenteuer der Fünf Freunde dreht sich alles um Schokolade. Die Fünf Freunde haben an einem Themenwettbewerb zu fairem Handel teilgenommen und dürfen zur Belohnung eine Schokoladenmanufaktur in London besuchen. Doch kurz zuvor wurde dort eingebrochen. Und wenig später wird Dick sein Rucksack mit Schokolade gestohlen. Da die Freunde nicht an Zufälle glauben, nehmen sie ihre eigenen Ermittlungen auf und decken trotz aller Hindernisse ein gemeines Verbrechen auf.

Mein Kommentar: Eigentlich ist dieses Fünf-Freunde-Abenteuer eine als Hörspiel getarnte Audioexkursion in die Welt der Schokolade. Wo kommt sie her, wie wird sie hergestellt, warum schmeckt Kakao eigentlich nicht süß und so weiter... Bis endlich einmal ermittelt wird, beziehungsweise das eigentliche Abenteuer losgeht, vergeht eine Weile. Allerdings: Die Infos sind durchaus interessant verpackt.

Als dann der Fall Gestalt annimmt, ist praktisch sofort klar, was los ist und wer dahintersteckt. Die Zusammenhänge könnten für die Hörerschaft viel undurchsichtiger sein, wenn die Sprecher/innen nicht so übertrieben verdächtig sprächen und sich dadurch vom Fleck weg outeten. Besonders das Verkaufsgespräch mit Bezug auf die Probierschokolade gibt eigentlich sofort die Lösung her - und da ist das Hörspiel noch nicht einmal halb durch.

Die Produktion ist wie immer super, da gibt es nichts zu bekritteln. Nur, naja, könnte eben die Regie bitte mehr darauf achten, dass die Gauner/innen im Fünf-Freunde-Kosmos sich nicht gleich durch Betonungen in der Sprache bei der Hörerschaft verraten.

Meine Wertung: 68%
Cover: Das rätselhafte Erbe11.06.2020

Die drei ???
(205) Das rätselhafte Erbe (Erschienen: 2020)
Dauer: 1:10:55


Ein merkwürdiger Anruf erreicht die drei ???: Eine Frau scheint sich in großen Schwierigkeiten zu befinden. Doch bevor die Detektive Näheres erfahren, unterbricht eine seltsame Stimme das Gespräch: "Hände hoch, oder es knallt!" Als Justus, Peter und Bob kurz darauf auch noch ein Gemälde der jüngst verstorbenen und bekannten Künstlerin Caroline di Santo erben, ist ihre Verwirrung komplett. Was steckt hinter den geheimnisvollen Ereignissen? Eine spannende Suche beginnt...

Mein Kommentar: Ich bin bei Klappentexten, die versprechen, dass es spannend, gefährlich oder etwas in der Art wird, sehr vorsichtig. Denn häufig ist das der Versuch, eine okaye Geschichte interessanter zu machen, als sie eigentlich ist.

So auch hier. Das rätselhafte Erbe ist ok, aber nicht spannend. Denn dass den drei ??? niemals ernsthaft was passieren wird, ist nach weit über 200 Fällen mittlerweile klar. Das ist an und für sich selten ein Problem. Hier aber leider schon ein wenig, denn den drei ??? droht im Verlauf der Story dieses und jenes - und man weiß eben einfach bereits, dass am Ende alles gut ausgehen wird. Daher meine Bitte, in Zukunft auf diese quasi-spannenden Situationen zu verzichten, in denen die Jungs kurz vor Schluss in irgendeinen Raum eingesperrt oder mit Waffen bedroht werden...

So ist Das rätselhafte Erbe ein routiniert guter Fall, mit netten Ideen aus älteren Abenteuern. Die Produktion ist das gewohnte Körting-Niveau und die Sprecher/innen liefern gekonnte Arbeit ab.

Meine Wertung: 71%
Cover: Rote Karte für Betrüger23.05.2020

TKKG Junior
(11) Rote Karte für Betrüger (Erschienen: 2020)
Dauer: 1:01:05


TKKG sind im Fußballfieber! Doch kurz nach dem Anpfiff des brisanten Spiels zwischen SC Südstadt und Lokomotive Nordstadt fallen drei Schlüsselspieler der Südstädter und ihr Trainer mit Magenkrämpfen und Erbrechen aus. Als dann noch ihr Trainingsplatz spontan gesperrt wird und auf dem Bolzplatz des Internats akute Verletzungsgefahr herrscht, sind sich die Junior-Detektive einig: Hier hat jemand ganz böse die Finger im Spiel! Doch wer möchte der Mannschaft schaden und wieso?

Mein Kommentar: Abgesehen von einigen relativen Kleinigkeiten, die ein kleines Naserümpfen hervorbringen - wie etwa: Welcher Trainer gestattet seinem Kader, sich in einer Spielpause den Magen zu füllen? -, ist dieses TKKG-Junior-Abenteuer super.

Aus Sicht eines Erwachsenen könnte ich noch monieren, dass von den agierenden Personen im Hörspiel regelmäßig über verrätische Betonungen und Verhaltensweisen hinweggesehen und hinweggehört wird. Andererseits haben gerade Jüngere so die Chance selbst zu erraten, wer wie in dieser ganzen Chose drinhängt. Wobei eben für Erwachsene innerhalb der ersten 15 Minuten klar wird, was da von wem getan wird - selbst das Motiv kann man nicht viel später gut heraushören.

Somit ein (für Kinder) spannender, mitratekompatibler Fall, und ein gut gemachtes Hörspiel mit tollem Cast und guter Produktion.

Meine Wertung: 80%
Cover: ...und der wütende Stier09.05.2020

Fünf Freunde
(136) ...und der wütende Stier (Erschienen: 2020)
Dauer: 56:55


In Twin Oaks veranstaltet ein junger Mann sogenannte unblutige Stierläufe. Die Fünf Freunde sehen jedoch, dass das Tier trotzdem leidet und wollen die Veranstaltung am liebsten unterbinden. Da kommt ihnen der Verdacht, der Stier könnte gestohlen sein, gerade recht. Doch bei ihren beharrlichen Ermittlungen geraten sie am Ende selbst in Gefahr. In diesem Abenteuer müssen die Fünf Freunde wieder einmal Ausdauer, Scharfsinn und eine große Portion Mut beweisen.

Mein Kommentar: Die Folge hat mich gleich abgeholt. Als Tierfreund war ich direkt gegen den fiesen Typen, der dem armen Stier wieder und wieder solchen Stress antut. Klar ist, wie er zu diesem Stier kam und dass er schließlich keine Gesetze breche, tröstet auch nicht. Nein, obwohl diese Story rein fiktiv ist, wünschte ich dem Typen, dass er sein Fett wegkriegt.

Natürlich bleiben die Kirrin-Kids dran und stoßen auf noch mehr, das mit der ganzen Stier-Sache im Zusammenhang steht. Denn, klar, es geht um mehr als nur einen Stier, der Schaulustige zum Zahlen animieren soll. Trotzdem ertappte ich mich laufend dabei, wie die plumpen Aussagen, Belege oder "Das Gesetz erlaubt es"-Nummern mich ärgerten und ich nicht glauben konnte, dass man dem Kerl einfach nicht beizukommen scheint.

Gute Produktion, gute Message, gute Folge.

Meine Wertung: 75%
Cover: Der dunkle Wächter25.03.2020

Die drei ???
(204) Der dunkle Wächter (Erschienen: 2020)
Dauer: 1:09:02


Eigentlich sollte Bob in dem einsam gelegenen Haus nur die Katzen von Mr. Pinches füttern. Doch dann läuft etwas furchtbar schief. Als sich der dritte Detektiv nicht mehr meldet, tappen Justus und Peter im Dunkeln. Steckt etwa der verschrobene Besitzer des Hauses dahinter?

Mein Kommentar: Spannend, interessant und zur Abwechslung ist es mal Bob, der verschwunden ist und nach dem gesucht wird. Seltsam ist höchstens, dass er zu Beginn mit seinem Handy aufnimmt, wie er ins Haus geht und die Katze füttern will - das wirkt so behelfsmäßig, weil direkt deutlich wird, dass dem Autoren (Ben Nevis) sonst nichts einfiel, was er später Justus und Peter als Anhaltspunkte geben könnte. Aber naja, Schwamm drüber, denn: gute Folge!

Aber das Ende, meine Güte. SCHON WIEDER so ein hundslangweiliges "Cotta taucht plötzlich auf und befreit die eingesperrten Fragezeichen"-Gefummel. Himmel Herrgott nochmal, wie oft denn noch? Warum immer so uninspiriert? Es geht mir echt ganz schön auf den Senkel, wenn dann wie selbstverständlich erklärt wird: "Naja, Peter hatte mir vorher noch eine SMS geschrieben, dass ich im Falle eines Falles kommen sollte!"

Das hat mir tatsächlich den Abgang in das Outro und nachträglich auch einen Teil der Story versaut. Dass wieder einmal der Titel nur äußerst - und zwar äußerst(!) - vage mit dem Inhalt zu tun hat, ist dabei kaum noch der Rede wert. Sehr schade, Herr Nevis, super Fall - superblöde Endidee!

Die Produktion ist wunderbar in allen Punkten, nur die Rolle von Mary klingt deutlich zu alt. Das Spiel ist super, die Stimme ist sogar sympatisch, sie klingt nur einfach zu alt. :)

Meine Wertung: 72%
Cover: ...und der dreiäugige Totenkopf15.03.2020

Die drei ???
...und der dreiäugige Totenkopf (Erschienen: 2020)
Dauer: 1:35:54


Horror-Regisseur James Kushing erwacht eines Morgens mit einer mysteriösen Tätowierung auf dem Arm: ein dreiaugiger Totenkopf! Was hat das Tattoo mit dem Film zu tun, den Kushing niemals fertiggestellt hat? Und welches Geheimnis steckt hinter dem gestohlenen Smaragd, der vor Jahren spurlos vom Filmset verschwand? Justus, Peter und Bob stürzen sich in den Fall und entdecken nach und nach die Wahrheit hinter dem Rätsel...

Mein Kommentar: Auch nach sechsmaligem Hören will sich bei mir keinerlei wirklich feste Meinung ergeben. Das Einzige, was mir immer wieder in den Sinn kommt, ist, dass dieses Hörspiel in Ordnung geht. Es ist weder besonders gut, noch besonders schlecht, die Story ist nachvollziehbar, wenn auch manchmal leicht verwirrend und phasenweise kürzenswert, die Produktion ist gelungen und die Sprecher/innen machen einen guten Job...

...und hier komme ich zu meinem Einschub: Die Story ist leicht verwirrend und kürzenswert! Verwirrend deswegen, weil Holger Mahlich hier zwei, beziehungsweise im strengen Sinne sogar vier Rollen spricht. Mahlich gibt sich natürlich Mühe, seine Stimme immer wieder anders klingen zu lassen, aber zumindest mit meinen Ohren will das nicht so recht funktionieren. Ich höre stets Holger Mahlich heraus und bringe - mal mehr, mal weniger - die gerade agierende Figur durcheinander. Nun gut, im Kontext der Story soll das auch ein wenig so sein, dennoch gibt es regelmäßig Augenblicke, in denen ich mir etwas ratlos vorkomme.

Und kürzenswert ist die Story, weil manche Passagen bei mir ein Gefühl von "OK, ich hab's verstanden, ich bin im Bilde, und jetzt bitte endlich weiter..." hervorrufen, oder, hinterher den Gedanken nähren, dass man Gespräch X um einige Sätze hätte straffen können. Hiermit einher geht auch das ständige Overacting mancher Charaktere, bei welchen der seichte Eindruck entsteht, dass sie sich selbst ein Ohr amputieren, wenn im Kühlschrank einmal keine Margarine mehr vorhanden wäre. Diese theatralische Präsenz ist bisweilen nervenzehrend. Auch deshalb wünschte ich mir hier und dort einige Dialoge kürzer.

Fazit: Leicht überlange, solide Story mit guter Produktion und guten, aber manchmal schwer unterscheidbaren Charakteren.

Meine Wertung: 69%
Cover: Nachts im Gruselpark15.03.2020

TKKG Junior
(10) Nachts im Gruselpark (Erschienen: 2020)
Dauer: 55:12


Eine Gruseltour im stillgelegten Freizeitpark - da sind TKKG natürlich mit dabei! Zwischen ramponierten Achterbahnen und einem kaputten Riesenrad genießen die Kinder die schaurige Stimmung. Aber plötzlich sind einige Handys und Tims Portemonnaie verschwunden. Ist der Gruselpark etwa doch nicht verlassen? Spukt es dort vielleicht sogar? Ein unheimlicher Fall für die vier Nachwuchsdetektive.

Mein Kommentar: Anfangs trägt die Folge ein bisschen zu dick auf. Die Gruselsoundeffekte sind etwas arg präsent. Dann normalisiert sich das allerdings und es passt wunderbar und vor allem die Fauna in der Umgebung erzeugt eine angenehme, leicht schauerliche Atmosphäre.

Der Verlauf des Plots gefällt mir ebenfalls. Ja, zugegeben, ab eines gewissen (Zuhörer/innen-)Alters ahnt man schnell, in welche Richtung die Auflösung vermutlich gehen wird - für Kids aber sollte es genau richtig sein. Das liegt im Besonderen a) an diversen Details am Rande, aber auch b) daran, dass Buchautorin Kirsten Vogel, beziehungsweise Hörspielskriptautor Frank Gustavus sich auf das Wesentliche konzentrieren und mit nichts übertreiben. Die komplette Geschichte könnte tatsächlich genauso abgelaufen sein. Qualitäten, die bei den "originalen TKKGs" schon lange abhanden gekommen sind. Auf die eine oder andere Weise weichen deren Fälle teils drastisch von der Realität ab. Seien es Tims Fähigkeiten (ein 14jähriger!), TKKGs Abgebrühtheit in Gefahrensituationen, beziehungsweise gegenüber Gangstern oder schlicht das allgemeine Verhalten bestimmter Charaktere. Von neuerdings auch gerne mal haarsträubendem technischem Schwachsinn gar nicht erst zu sprechen. Bitte, liebe Macher/innen von TKKG Junior, nehmt solcherlei Unrat nie in die Junior-Serie auf!

Die Produktion ist durchweg rund - abgesehen von "etwas zu sehr drüber" in Bezug auf die anfängliche Atmo im Park - und auch alle Sprecher/innen liefern insgesamt eine gekonnte Performance ab. Allerdings klingen manche Stimmen nach Erwachsenen, die versuchen, wie Kinder zu klingen, was hier und da auch mal in latentem Overacting mündet, wenn eine Figur besonders cool, lässig oder bedrohlich klingen möchte - bei den Mädchen kommt dann immer mal wieder auch eine etwas übertriebene Zartheit hinzu. Hierauf bitte mehr achten, oder am besten gleich dem Alter entsprechende Sprecher/innen sprechen lassen. :)

Meine Wertung: 78%
Cover: Diamantenrausch auf der A906.03.2020

Ein Fall für TKKG
(214) Diamantenrausch auf der A9 (Erschienen: 2020)
Dauer: 1:08:44


Auf einem Rastplatz der Autobahn A9 wird ein Werttransportfahrzeug überfallen und Diamanten im Wert von sieben Millionen Euro erbeutet. Tim, Karl, Gaby und Klößchen werden zwar Zeugen der spektakulären Flucht, von den Räubern fehlt allerdings jede Spur - sehr zum Missfallen von Frau Mathilda Guggenheim, der eigentlichen Besitzerin der Juwelen. Sie lässt TKKG wissen, dass sich unter den gestohlenen Edelsteinen auch die "Prinzessin von Botswana" befindet - ein ganz besonderer, pinkfarbener Diamant, und verspricht TKKG 70.000 Euro, wenn sie ihre geliebten Diamanten wiederfinden. Tim, Karl, Gaby und Klößchen brauchen nicht nur ihre gesammelte kriminalistische Erfahrung, sondern auch ihren ganzen Mut, um diesen Fall zu knacken!

Mein Kommentar: TKKG finden einen Laptop - und müssen ihn der Polizei übergeben. Denn er ist Beweismaterial, mit Bezug zu einem Diamantenraub. Nun stellt sich heraus, dass Karl die Festplatte des Laptops vorsorglich kopiert hat. Warum kopierte er die Festplatte? Naja, weil er der Polizei ja nicht Beweismittel vorenthalten will und darf, aber er wollte später in Ruhe nach wahrscheinlich gelöschten Daten suchen. Wo bereits hier all die Denkfehler vorhanden sind, mag ich nicht im Detail erläutern - soviel Zeit und Lust habe ich gar nicht! -, aber im Kern langt schon, bei der Kopie(!) einer Festplatte - selbst, wenn es wirklich Sektor für Sektor wäre - eine Datenrestauration versuchen zu wollen, die über die Dateisystemebene oder den Windows-Papierkorb hinaus ginge, aber welcher Gangster löscht schon einfach so normal seine Datei, richtig? Als Randnotiz: Dass Karl bei seiner Aktion auf jeden Fall Fingerabdrücke zerstören wird, scheint ihm wohl nicht eingefallen zu sein. Gleichwohl fiel der Polizei offenbar nicht ein, überhaupt nach Fingerabdrücken zu suchen. ...und ich ahnte was... ich suchte - meinen Verdacht praktisch schon bestätigt wissend - im CD-Booklet nach dem Namen des Buchaut... Und zack, da stand der Name!

Na, egal! Karl weiß natürlich, dass die Polizei auf dem Holzweg ist, etwaige gelöschte Daten wiederherstellen zu wollen. Schließlich werden sie "am Admin" scheitern. Aber Karl nicht, er bootet nämlich per USB-Stick von Linux, nachdem er im BIOS die Bootreihenfolge umgestellt hat, und umgeht damit "den Admin". Ähem... Minuten später rufen die Computerspezialisten der Polizei bei Kommissar Schalavsky an und sagen, sie können keine Daten wiederherstellen, denn sie scheitern "am Admin". Ähem... Booten die ernsthaft einfach so den Laptop und probieren stundenlang gängige Passwörter aus, die hier eventuell funktionieren könnten?

Karl findet auf der Kopie(!) tatsächlich Daten, die einer der schlimmen Finger nicht ordentlich genug löschte. Wieso löscht der vermeintliche Computerprofi der Verbrechertruppe derartige Daten einfach so normal weg? Und warum sind derartige Daten nicht kompetent verschlüsselt? Der Oberhammer ist aber, als der Typ aus allen Wolken fällt, als er meint, er habe doch die Daten vernichtet und Karl triumphiernd verkündet, er habe die Bootreihenfolge geändert. Da rafft auch der dicke, stereotype Computernerd, dass er verspielt hat, weil jemand auf den Gedanken kam, nicht wie üblich zu booten...

Außerdem kennt Karl sich im "Darknet" super gut aus. Er benutzt einfach "den TOR-Browser" und hat ruckzuck alles gefunden, was er wissen wollte. Natürlich, ist ja auch kein Problem. Im "Darknet" kann schließlich jeder wie in einem offenen Buch lesen. Karl hat sofort zu einem Drahtzieher verschlüsselt Kontakt aufgenommen und ein paar kleine Infos erhalten. Na klaro... Und was machen TKKG mit all dem Wissen, das sie jetzt haben? Gehen sie damit zur Polizei? Nein, findet Tim, auf keinen Fall, man vereinbart mit dem Drahtzieher lieber ein Treffen...

Nun, ich könnte noch locker zig weitere Absätze mit diesem Unsinn füllen, aber ich breche hier mal ab. Kurz erwähnen möchte ich nur noch, wie sackdreist TKKG gegenüber der Polizei auftreten - einige Szenen am Telefon und auf dem Revier sind wirklich harter Tobak! -, beziehungsweise, wie sträflich nachsichtig - oder naiv!? - Kommissar Schalavsky ist.

Wenigstens ist die allgemeine Stimmung durch die Produktion wirklich gelungen und auch die Sprecher und Sprecherinnen machen einen guten Job. Deshalb - und nur deshalb! - sinkt die Wertung nicht unter 30%, denn ich habe mich in einer Tour an vielem gestört! Naja, immerhin, die Story hat zwar noch so manch andere Schwäche, insgesamt aber besitzt sie dennoch ihre Momente, sowie einige Wendungen und falsche Fährten sind ebenfalls vorhanden.

PS: Wieso werden TKKG im Klappentext als "Tim, Karl, Gaby und Klößchen" dauernd "falsch" aufgezählt?

Meine Wertung: 30%
Cover: ...und die verdächtige Ölfirma09.02.2020

Fünf Freunde
(135) ...und die verdächtige Ölfirma (Erschienen: 2020)
Dauer: 57:06


Ein Ölfirma sucht vor der Küste nach Erdöl und die Kirriner Bürger hoffen auf Gewinnbeteiligung. Während Umweltaktivisten gegen die riskanten Bohrungen protestieren, leisten die Fünf Freunde ihren Beitrag zum Umweltschutz mit einem Recyclingprojekt. Als eine kleine Öllache für Aufregung sorgt, verhindert der beherzte Einsatz der Freunde weitere Schäden. Doch dann geschehen seltsame Dinge und Julian und George geraten in ernsthafte Gefahr.

Mein Kommentar: Hui-ui-ui-ui-ui... Hier wird aber gewaltig mit der Umweltschutzfahne geschwenkt. Nicht, dass ich etwas gegen Umweltschutz hätte - ganz im Gegenteil! -, aber selbst mir ging das permanente Daumenzeigen etwas sehr auf den Wecker. In den ersten etwa 15 Minuten wird in einer Tour erklärt, wie schlimm Plastik und Erdölförderung ist und dass es immer noch so viel Verwendung findet - aaaaber man wird auch immer gleich aufgeklärt, wie man als Verbraucher/in bei sowas nicht mitmachen kann. Grundsätzlich find ich solche Hinweise ja super, aber noch mehr mit der Brechstange, so, wie hier jetzt, geht es kaum. Kaum Abenteuer, kaum Storyvorantreibung, sondern eher Ökofrontalunterricht.

Dann geht es allmählich über zum eigentlichen Plot. Den finde ich sehr gelungen. Er bietet Spannung und sogar ein, zwei unerwartete Wendungen; natürlich kommt man wieder nicht ohne die eine oder andere Verwurstung von Stereotypen aus. Aber gut, schließlich ist das ja auch "Fünf Freunde", nicht wahr? Nun, der Fall läuft sehr rund durch und es gelingt ihm sogar, beim Hören Sympathien und Antipathien für diese und jene Personen zu wecken.

Doch ganz am Ende stört mich dann doch eine Sache, die man schlicht und ergreifend auch hätte weglassen können: Diese "Plötzlich haben sich alle ganz dool lieb und tun gemeinsam das Richtige"-Nummer. Wäre es nicht völlig ausreichend gewesen, die Bösewichte gefasst zu haben und dafür von Tante einen Kuchen zu bekommen? Musste man da wirklich noch so ein wahrhaft unrealistisches Gebilde einflechten? Erwachsene Hörer/innen wissen ein bisschen besser, wie die Welt funktioniert, aber was sollen denn bitteschön Kinder daraus lernen? Naja, wie erwähnt, es hätte völig genügt, diese 30 Sekunden am Schluss wegzulassen und alles wäre super gewesen.

Empfehlen möchte ich noch, den Klappentext VOR dem Hören NICHT zu lesen, denn der nimmt einige wesentliche Bestandteile der Handlung vorweg. Es sind nicht unbedingt Spoiler, aber wer nicht auf den Kopf gefallen ist, wird vom Fleck weg diverse Rückschlüsse ziehen können. Selbst der Titel hätte ruhig subtiler sein dürfen. Impliziert er doch so einiges...

Abschließend: Gute Produktion, gute Sprecher/innen, gute Musiken, gute Effekte. Eine typische Körting-Produktion.

Meine Wertung: 73%
Cover: Tauchgang ins Ungewisse08.02.2020

Die drei ???
(203) Tauchgang ins Ungewisse (Erschienen: 2020)
Dauer: 1:16:53


Ein Kindermädchen, das nachts in Gestalt eines Seehunds sein Unwesen treibt - das ist für die drei ??? fast schon Alltag. Wäre da nicht die Tatsache, dass dieses Kindermädchen seit Jahren auf einem Friedhof begraben liegt! Als Justus, Peter und Bob mit den Ermittlungen beginnen, müssen sie feststellen, dass sie mitten in ein gefährliches Netz aus Intrigen, Verrat und Machtspielen geraten sind. Wem können die Detektive überhaupt noch trauen? Die Wahrheit scheint auf dem Grund des Meeres zu liegen. Verborgen in den Tiefen eines Unterwasserwaldes...

Mein Kommentar: Der Fall "Tauchgang ins Ungewisse" hat aus jeder ???-Epoche etwas zu bieten. Und das sogar passend miteinander verwoben, sodass das Ganze trotz der Gesamtlänge nicht seltsam anmutet, sondern wirklich gut hörbar ist.

Es gibt aber zwei Punkte, die mich echt stören. Einmal die Rolle der Jorunn. Ein 10jähriges Mädchen, das mir für sein Alter zu selbstständig und selbstsicher agiert. Andererseits möchte ich lobend erwähnen, dass endlich mal wieder ein talentiertes "Kind" für eine Kinderrolle besetzt wurde, statt eine/n Erwachsene/n mit jung klingender Stimme dafür zu nehmen. Zudem will ich hier unbedingt erwähnt haben, dass Lilith Gebauer nicht mit einer heute leider fast überall anzutreffenden, aufgesetzten "weichen Mädchenstimme" spricht, sondern eben ganz normal.

Der zweite Punkt, und hier gibt es leider kein Aber, betrifft diese FBI-Situation, inklusive der Erpressung Bobs. Ohne zu spoilern, aber Bob agiert in dieser Angelegenheit vollkommen untypisch und - deshalb - unglaubwürdig. Wer soll denn das bitte abkaufen? Vor allem ist seltsam, wie Bob scheinbar mit sich ringt, bevor er tut, wie ihm geheißen. Wenn man schon Bob erpresst und er anschließend für seinen Charakter sehr ungewöhnlich vorgeht, sollte man das wenigstens nachvollziehbar und im Besonderen besser schreiben. Wenn Bob Gewissensbisse hätte, kriegt man nicht so wirklich was davon mit - und auch, warum er letzten Endes nachgibt, wird nicht stringent vermittelt.

Und das schadet der Geschichte reichlich, denn diese Erpressung sorgt für eine entscheidende Wendung, die bis hin zur Auflösung aller Vorkommnisse reicht. Es langt nach hinten raus immer noch für eine sehr solide Wertung meinerseits, denn der Fall macht fast alles andere sehr gut und die Auflösung ist mal was anderes, als der immer gleiche "Es war ein Mensch mit Verkleidung oder es waren Lichteffekte"-Käse.

Die Produktion ist ebenfalls gelungen, da gibt's nichts dran zu rütteln. Toll auch, dass wieder eine kleine Handvoll Europa-Klassiker-Musiken zum Einsatz kommen - nicht zu vergessen: Gabi Libbach und Astrid Kollex sprechen mit!

Meine Wertung: 70%
Cover: Nacht der toten Lebenden27.01.2020

Jack Slaughter
(24) Nacht der toten Lebenden (Erschienen: 2019)
Dauer: 1:15:25


Ein neuer Kämpfer für das Gute taucht in Jacksonville auf. Jack Slaughter und seine Freunde sind anfangs äußerst dankbar für die kostenlose Hilfe. Doch der sogenannte "Grüne Rächer" fängt bald an unheimlich zu nerven, und wird kurzerhand aus der Liga der Superhelden ausgeschlossen. In seinem dämonischen Zorn wechselt er auf die dunkle Seite des Lichts. Als dann noch Jacks Freund Tony erfährt, dass er bald sterben muss, wird es richtig brenzlig. Wie zum Teufel kann man den Sensenmann dazu überreden, seinen Ehrenkodex zu vergessen und ein anderes Opfer mitzunehmen?

Mein Kommentar: Alles in allem eine vielversprechende Prämisse. Jack, Tony und Kim wollen den Sensenmann bei einer Partie um Tonys Leben austricksen. Doch es will an vielen Ecken nicht so recht zünden.

Da ist zum Beispiel die Szene, in der Tony von seiner unheilbaren Krankheit erfährt. Mir ist bewusst, dass "Jack Slaughter" um Humor bemüht ist, doch will bei mir keiner der in diesen Augenblicken eingestreuten Gagversuche einen Schmunzler hervorrufen. Im Gegenteil, meine Empathie und mein Mitgefühl für alle Menschen, die in einer solchen Situation sind oder waren, funken mir immer wieder dazwischen. Ob ich nicht humorvoll genug bin, oder es den Machern der Reihe hier an Taktgefühl mangelt, lasse ich darum offen. Ich tue mich mit dieser Szene jedenfalls sehr, sehr schwer.

Dazu die Sache mit dem Grünen Rächer - eine saugute Idee. Allerdings ist dieser eigentlich mehr eine Randerscheinung und für den Storyverlauf an und für sich nicht relevant. Dabei sind der anfängliche Aufbau und auch seine Bösewerdung recht vielversprechend.

Dann haben wir noch die Szene, in der Tony mit Gevatter Tod um sein Leben spielt. Hier hätte etwas Spannung und vor allem ein wenig mehr Spielzeit geholfen. Die gesamte Szene ist kein bisschen spannend und bemüht sich viel zu sehr komisch zu sein, statt eben vielleicht auch mal einen Spannungsbogen aufzubauen und zu halten. Dass daneben außerdem noch bei The Big Bang Theory stibitzt wurde ("Stein, Papier, Schere, Echse, Spock"), fällt zusätzlich auf.

Insgesamt also, wie ich zu Beginn bereits schrieb, diese Folge will einfach nicht so zünden.

Meine Wertung: 63%

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