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Cover: Der verborgene Schatz
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Peter Kaempfe
Albert Vierstein Frank Jordan
Elisabeth Vierstein Kerstin Draeger
Gabriele "Pfote" Glockner Liza Ohm
Ginny Eva Michaelis
Karl "Computer" Vierstein Felix Strüven
Kommissar Glockner Michael Bideller
Lenny Christian Stark
Peter "Tarzan / Tim" Carstens Sebastian Fitzner
Willi "Klößchen" Sauerlich Julian Greis
Rezension vom: 08.09.2019

TKKG Junior
(8) Der verborgene Schatz
Erschienen: 2019
Dauer: 48:00


Karl hat von seinem Bruder eine Metallsonde geschenkt bekommen. TKKG wollen damit im Preußen-Park sofort auf Schatzsuche gehen. Werden sie tatsächlich etwas finden? Und wer sind die beiden seltsamen Gestalten, die sie verfolgen? Und führt das Loch in der Erde wirklich in eine Räuberhöhle?

Mein Kommentar: Folge 8 der TKKG-Junioren... Kann sich erneut hören lassen! Ein in sich schlüssiger Fall. Was mich aber doch stört, ist, dass man die Bösewichte immer schon am Tonfall erkennt, beziehungsweise an ihrer Art, sich etwas unbeholfen anzustellen, wenn sie im Gespräch erstmal versuchen so zu tun, als wären sie eigentlich "auf der Seite der Guten".

Ich verstehe nicht, was das soll, und ich verstehe auch nicht, wem damit gedient wäre, das jedes Mal auf's Neue so offensichtlich zu gestalten. Es kann doch die Sache nur spannender machen, wenn man als Hörer/in, egal ob jung oder alt, nicht gleich von Anfang an weiss, wie der Hase läuft. Im Gegenteil sogar, was sollen Kinder daraus bitteschön lernen? Wenn jemand mir was antun will, dann höre ich das ja schon an der Stimme? Und solange niemand seltsam klingt, ist auch alles in Ordnung?

Was mir ansonsten noch auffällt, ist: Karl hat Geschwister!? Erst wird Peter Carsten in Carstens umbenannt... ...und plötzlich hat Karl Geschwister? Mal gucken, was die Junior-Reihe noch so für uns parat hält. Allerdings stößt mir etwas sauer auf, wie Karl über seinen Bruder spricht. Er sagt, sein Bruder labere eben manchmal auch Stuss... Heißt das, sein Bruder ist ein Wichtigtuer, oder noch schlimmeres? Oder meint er, sein Bruder versucht öfters mal, Karl zu veralbern? Wie dem auch sei, es wirkt reichlich seltsam, sowas zu vernehmen. Noch dazu aus Karls Mund und über ein Familienmitglied. Hört sich nämlich etwas nach schlechtem Verhältnis an.

Abschließend: Gute Produktion, gut aufgelegte Sprecher/innen... Insgesamt manchmal zu offensichtliche Fährten, aber dennoch gut anzuhören.

Meine Wertung: 71%
Cover: Geiselnahme im Villenviertel
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Wolfgang Kaven
Arthur Borgmann Heiko Wohlgemuth
Feuerwehrmann Roman Rossa
Frank Freitag Peter Franke
Frau Glockner Heidi Berndt
Frau Sauerlich Marianne Bernhardt
Frau Vierstein Ingeborg Kallweit
Gabriele "Pfote" Glockner Rhea Harder
Herr Sauerlich Henry König
Karl "Computer" Vierstein Tobias Diakow
Kommissar Glockner Wolfgang Draeger
Kommissar Krause Constantin Stahlberg
Kommissarin Mandelbaum Christiane Leuchtmann
Konstantin Weiß Oliver Böttcher
Mareike Schmuck Katrin Decker
Nils Falkner Peter G. Dirmeier
Paula Rundhaus Gabriele Libbach
Peter "Tarzan / Tim" Carsten Sascha Alexander Draeger
Pilot Don Jayakody
Willi "Klößchen" Sauerlich Manou Lubowski
Yannis Beer Romanus Fuhrmann
Rezension vom: 08.09.2019

TKKG
(211) Geiselnahme im Villenviertel
Erschienen: 2019
Dauer: 1:12:21


Klößchen will eigentlich nur sein Taschengeld von seinem Schulkonto abheben, um seine Freunde Tim, Karl und Gaby zu einem Eis einzuladen. Aber genau in diesem Augenblick wird die kleine Filiale der Taunitz-Privatbank Schauplatz eines Raubüberfalls. Die Verbrecher wollen nicht nur schnelles Geld - sie nehmen Geiseln und erpressen Lösegeld. Bald ist die Bank umstellt von unzähligen Polizisten. Es sind bange Minuten in der Filiale für TKKG, und das ist erst der Anfang eines gefährlichen Falls!

Mein Kommentar: Die ersten ca. 25 Minuten sind großartig. Das Setting rund um den Banküberfall ist toll inszeniert und warum einige der Forderungen so seltsam anmuten, macht Lust auf mehr. Was ist da los? Was soll das alles? Irgendwie erinnert mich das jedes Mal ein wenig an Haus des Geldes.

Dann kommt aber der Rückzug der Gangster aus der Bank. Mit dem ist an sich auch alles in Ordnung - selbst die Idee, WIE sie es machen. Doch dann, oh weh, Tim kann's nicht lassen. Die Tonangeberin, genannt Frost, hat eine hörbar kurze Zündschnur, mit der spaßt man besser nicht, dazu sind die schlimmen Finger allesamt bewaffnet und natürlich in der Überzahl - aber was tut Tim? Er geht ihnen hinterher und steigt sogar, wenn auch heimlich, in deren Fahrzeug ein. Maaaaaaaan. Wieso nur muss Tim... ...äh, halt! Moment mal eben! Ahaaaa, ein Blick auf den Autoren der Geschichte weckt starke Erinnerungen an (208) Geheimnis im Tresor... Na gut, das erklärt immerhin das James-Bond-Getue!

Was mir an der Sache so sehr missfällt, ist, dass Tim's Quasi-"Entführung" eigentlich nichts zum Fall beiträgt. Immerhin aber sorgt sie für ein paar Minuten für eine rasante Sequenz, die super vertont worden ist. Sowas sollte ruhig öfter mal vorkommen - gern mehr davon.

Daneben gibt es allerdings auch wieder ein paar Begegnungen mit Kommissar Zufall. Was Karl, Klößchen und Gaby teils für Geistesblitze haben, beziehungsweise für bisweilen eigentlich wackelige Rückschlüsse, aber hier doch ständig zufällig zutreffende ziehen... Echte Ermittlungsarbeit wäre da viel interessanter und vor allem auch spannender und hingehöriger. Zumal: Manches ist direkt in dem Moment, wo es geschieht, offensichtlich, aber es wird natürlich erstmal übersehen, damit der Fall nicht nach 10 Minuten schon wieder vorbei ist. Doch dann, plötzlich, wenn es gerade nicht voran geht, kommen Karl, Klößchen oder Gaby mit "Hey, mir fällt da was ein" oder man guckt sich mit dem Handy getätigte Aufnahmen an, was langweilig ist.

Was ich wiederum arg loben muss, ja, muss, ist die Performance von Katrin Decker in ihrer Rolle als Mareike Schmuck, alias Frost. Man, die spuckt Gift und Galle und man nimmt ihr die stressigen Momente, die ganze Angespanntheit und Skrupellosigkeit jederzeit absolut ab. Liebe Europas, Frau Decker bitte unbedingt häufiger ins Studio einladen. Man, ist die gut!

Übrigens, an dieser Stelle sei als Trivia erwähnt, dass auch Gabi Libbach, ehedem in TKKG-Kreisen als Francesca Oliviri bekannt geworden ((26) Das Geiseldrama), dabei ist. Wenn sie auch lediglich eine sehr kleine Rolle hat, als Bankangestellte, obwohl sie gewiss super auf die Seite der Fieslinge gepasst hätte.

FAZIT: Im Kern eine sauber produzierte Folge, mit sehr gutem Grundplot, aber zu viel Super-Tim-Gehabe, unglaubwürdigen Auf-die-Spur-komm-Augenblicken und teils zu skrupellosen und zu schusseligen Gangstern. Man, dabei waren die ersten Minuten so dermaßen stark... Echt ärgerlich!

Meine Wertung: 79%
Cover: Die Welt der drei Fragezeichen - Hintergründe, Fakten und Kuriositäten aus 50 JahrenRezension vom: 06.09.2019

Begleitmedien
Die Welt der drei Fragezeichen - Hintergründe, Fakten und Kuriositäten aus 50 Jahren
Erschienen: 2019
Dauer: 9:06:00


Wusstet ihr, dass Skinny Noris und Morton etwas gemeinsam haben? Dass Bobs Vater ganze vier und seine Mutter gar keinen Vornamen hat? Wer den Ausdruck "spezialgelagerter Sonderfall" erfand? Und ob Hugenay eigentlich nochmal aus dem Gefägnis kommt? Die drei ??? haben sich in einem Zeitraum von mehr als 50 Jahren von einer ursprünglich US-amerikanischen Jugendbuchserie zu einem generationenübergreifenden Massenphänomen in Deutschland entwickelt. Der Autor C.R. Rodenwald fasst nun endlich (fast) alles zusammen, was über die drei Detektive aus Rocky Beach und ihre abenteuerlichen Erlebnisse bekannt ist: Wissenswertes zu allen wichtigen Figuren der Serie, die Hintergründe der Entstehung, Fakten und kuriose Gegebenheiten wie etwa die hypothetische Frage "Wie groß müsste die 'Kleinstadt' Rocky Beach eigentlich wirklich sein?". Erzählt von Daniel Finger. Mit O-Tönen Statements, Zwischenrufen und Hörspielsequenzen

Mein Kommentar: Sieben CDs, die allesamt je 75 bis 80 Minuten Spielzeit bieten - also randvoll sind. Klingt nach viel zum Anhören, und das ist es auch! Was genau das hier ist, ist allerdings nicht so ganz einfach zu umschreiben. Sicher, es ist mehr oder weniger die Vertonung des gleichnamigen Buches von C.R. Rodenwald, aber von einem Audiobuch zu sprechen, träfe es nicht ganz. Wobei, naja, es wird schon zum Großteil "vorgelesen", und zwar von Daniel Finger.

Beinahe immer, wenn Finger von Zitaten spricht, oder die Ansichten von zum Beispiel ???-Buchautoren oder Heikedine Körting nennt, pausiert er auch mal kurz und lässt entweder kleine Auszüge aus den ???-Hörspielen oder besagte Personen selbst zu Wort kommen. Sodass dann tatsächlich etwa André Marx, Kari Erlhoff oder eben Heikedine Körting zu hören sind. Selbst amerikanische Autoren und Autorinnen konnten für das Projekt gewonnen werden - diese werden allerdings leise gedreht und mit einer deutschen Stimme zeitgleich übersetzt. So bekommt man also Fakt auf Fakt, häufig sehr gut und peinlichst genau recherchiert, und immer mal wieder auch die Bestätigung serviert, dass Rodenwald nicht einfach irgendwelche Märchen erfindet.

Doch hier und da bekommt man "lediglich" von jemand anderem ein Zitat (etwa aus einem Interview) vorgetragen, weil die aussagende Person nicht für das Projekt gewonnen werden konnte, oder sie leider nicht mehr lebt. Schmunzeln kann man, wenn der immer noch nicht enthüllte Ben Nevis spricht. Mit einem leichten Verzerreffekt und vermutlich diversen EQ-Einstellungen wurde seine Stimme verfremdet, jedoch nicht so sehr, dass man nicht mehr verstehen könnte, was er sagt. Dennoch bleibt die Frage offen: Ist die Person hinter dem Synonym Ben Nevis es wirklich, oder "nur" jemand anderes, der für ihn spricht? Was an allen Zitataussagen etwas stört, ist, dass sie alle wie vorgelesen eingesprochen wurden, statt mehr nach authentischer Aussage zu klingen. So sind beispielsweise eindeutig André Minninger, Christoph Dittert oder Brigitte Johanna Henkel-Waidhofer zu hören, doch warum klingen sie so seltsam, ja, teils affektiert?

Was mich ebenfalls etwas wurmt, ist, dass bei so mancher Info aus dieser CD-Box viel deutlicher die Sichtweise Rodenwalds durchscheint, als im Buch. Immer wieder wird der Status gewisser "Macher/innen" wie selbstverständlich als allgemeingültig für das gesamte Fandom geschildert. So wird etwa Andreas von der Meden als unglaublich fähiger und wandelbarer Sprecher geschildert (und das MEINER Meinung auch zu recht!) - aber sehen das ALLE so? Und, bei aller Bewunderung für Andreas von der Meden meinerseits, aber: Natürlich kann man heraushören, dass er Morton UND Skinny Norris sprach. Gewiss legte er beide Charaktere ganz anders an, doch seine Stimme kann man, finde ich, dennoch bei beiden sehr gut wiedererkennen. Wieso mit aller Selbstverständlichkeit genau das Gegenteil behauptet wird, ist mir schleierhaft.

Mir ist trotzdem sehr wichtig zu betonen, dass die von mir genannten Kritikpunkte den Hörgenuss der 7 CDs im Endeffekt nicht nennenswert schmälern. Es sind eben Dinge, die mir beim dreimaligen Durchhören auffielen, bzw. Dinge, die mich dabei ein wenig störten. Aber ich werde mir dieses Werk auf jeden Fall noch viele weitere Male auf die Gehörgänge schnallen, denn es macht wirklich großen Spaß. Mir fällt spontan kein Bereich ein, der nicht durchleuchtet wird. Wie entstanden The Three Investigators, wer ist der Autor? Die Umbenennung zu Die drei ??? im deutschsprachigen Raum, amerikanische und deutsche Autoren, der Sony-Kosmos-Rechtsstreit, die drei Protagonisten en detail, Geographie und Historie von Rocky Beach, die "wichtigsten" Gegenspieler/innen der drei ??? und und und... Die CDs gefallen mir nochmals besser als das Buch!

Meine Wertung: 93%
Cover: Zwischen Gauklern & Ganoven
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Peter Kaempfe
Adam Delio Malär
Albert Vierstein Frank Jordan
Gabriele "Pfote" Glockner Liza Ohm
Gerrit Schalkenburg Monty Arnold
Karl "Computer" Vierstein Felix Strüven
Kassiererin Kristina von Weltzien
Kommissar Glockner Michael Bideller
Marktschreier 1 Kerstin Draeger
Marktschreier 2 Eva Michaelis
Marktschreier 3 Christian Stark
Peter "Tarzan / Tim" Carstens Sebastian Fitzner
Remigius Tetje Mierendoif
Sicherheitsmann 1 Frank Gustavus
Sicherheitsmann 2 Alexander Rieß
Willi "Klößchen" Sauerlich Julian Greis
Wockel Walter Wigand
Rezension vom: 23.08.2019

TKKG Junior
(7) Zwischen Gauklern & Ganoven
Erschienen: 2019
Dauer: 1:00:51


Auf dem Mittelaltermarkt der Millionenstadt herrscht buntes Treiben. Jongleure, Bogenschützen und Wahrsager begeistern die Besucher mit ihrer Kunst - und TKKG sind mittendrin. Doch plötzlich taucht Falschgeld in der Menge auf. Wer hat die Scheine in Umlauf gebracht? Zwischen Gauklern und Ganoven begeben sich die vier Detektive auf die Suche nach dem Übeltäter.

Mein Kommentar: TKKG (Junior) auf dem Jahrmarkt. Mal was neues, mal was anderes. Was mir, das nehme ich gleich vorweg, an diesem runden, gelungenen Fall immer wieder ins Ohr sticht, ist nicht per se seine Qualität, sondern was bei Ur-Serie "TKKG" seit Jahren nicht recht gelingt: Viel mehr Ideen, die interessant sind, beziehungsweise keine übertriebenen Plots und Plotideen: Robotervögel, die Dinge stehlen, Ganoven werden minutenlang belauscht und all sowas. Oder wenn Tim jedem zweiten dahergelaufenen Fiesling Prügel androht oder in hitzigen Situationen mühelos die Oberhand behält.

All das fehlt bei TKKG Junior. Hier sind Abenteuer noch Abenteuer und auch die kleineren Gemeinheiten können spannend sein. Man versteht instinktiv, warum die krummen Dinge krumm sind, warum die Gemeinen gemein sind - ganz ohne übertriebene Hektik und Gewalt; oder Androhung einer solchen.

TKKG Junior haben viel Charme, das beweisen sie erneut mit dem hier vorliegenden Abenteuer. Dazu die Produktion - das Jahrmarktfeeling kommt voll rüber - und bestens aufgelegte Sprecher und Sprecherinnen.

Meine Wertung: 76%
Cover: Feuriges Auge
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Axel Milberg
Beaver Peter Franke
Bob Andrews Andreas Fröhlich
Bonnie Newman Carla Becker
Bruce Michael Lott
Gabriel White Till Hagen
Goodween André Minninger
Gus August Stephan Chreszinski
Helena Neda Rahmanian
Inspector Cotta Holger Mahlich
Jariwala Till Demtröder
Justus Jonas Oliver Rohrbeck
Karin Lieneweg Tante Mathilda
Maria Caroline Kiesewetter
Mr August Carlo von Tiedemann
Mr. Anderson Hubertus Meyer-Burckhardt
Mr. Dwiggins Hanns Jörg Krumpholz
Mr. Randur Eckart Dux
Nachtwächter Wolfgang Häntsch
Off-Sprecher Udo Schenk
Officer Helge Halvé
Onkel Titus Rüdiger Schulzki
Peter Shaw Jens Wawrczeck
Polizist Mars Saibert
Rubbish George Hans Peter Korff
Shakrabati Sonny Pathak
Shekinah Madeleine Weingart
Solomon Charles Jürgen Thormann
Timothy Peter Buchholz
Vikram Michael Deffert
Rezension vom: 27.07.2019

Die drei ???
(200) Feuriges Auge
Erschienen: 2019
Dauer: 4:55:12


Justus Jonas ist verschwunden! Während Peter und Bob den Ersten Detektiv verzweifelt suchen, stolpern sie über Spuren aus ihrer eigenen Vergangenheit. Haben die drei ??? vor Jahren den "Fluch des Rubins" wirklich gebannt und hat Justus' Verschwinden etwas mit diesem längst zu den Akten gelegten Fall um den mysteriösen Edelstein zu tun? Schnell steht fest, dass das Feurige Auge mehr Geheimnisse birgt, als die drei ??? ahnen können...

Mein Kommentar: Als im September 2018 der Dreier-Buchband herauskam, war ich Feuer und Flamme. André Marx, mein Lieblingsautor der ???-Geschichten, hatte den 200. Fall verfasst: Feuriges Auge. Eine, gewissermaßen, Fortsetzung zum Klassikerfall Der Fluch des Rubins. Was konnte da schon schiefgehen!? Ach ja: Spoilerwarnung! Weiterlesen auf eigene Gefahr! :)

Tja, also beim Lesen dann gab es durchaus Dinge, die mir missfielen. Allem voran das Drumherum mit den nörgelnden Eltern. Sicher, Eltern (oder in Justus' Fall Onkel und Tante) sind so - und in der Realität wäre es sogar seltsam, wenn sie sich nicht in all das einmischen würden, wenn Justus plötzlich verschwunden ist und er weder zu erreichen ist, noch er selbst sich meldet. Aber Marx hatte es bei weitem zu gut gemeint. Allem Realismus zum Trotz: Das elterliche Einmischen nervte gewaltig.

Abgesehen von einigen Kleinigkeiten hier und da war ich mit dem Rest aber ansonsten sehr zufrieden. Nur im letzten Drittel störte mich wieder etwas mehr. Und zwar fast die gesamte Indiensache. Erst nöhlen die Eltern und verbieten "die Detektivspielerei". Aber kaum ist Justus wieder da, dürfen sie alle drei nach Indien, um dort einen Fall zu lösen? Naja, meinetwegen. Aber selbst wenn das nicht wäre: Dieser Fall verlor rasant an Spannung, weil hier zu großen Teilen eigentlich nur noch in den Bergen herumgeklettert wird, abgesehen von den "Tempelszenen" selbst, die aber ebenfalls ohne Höhepunkte auskommen. Es fehlt etwas an Action und Überraschungen. Dieses abgeschmackte "Der Böse bedroht das friedvolle Volk mit seiner Waffe und will um jeden Preis den Schatz haben"-Ding gefiel mir einfach nicht.

Nun ja, jetzt kam also das Hörspiel, und was soll ich sagen: Wow! André Minninger hat fast ausschließlich richtig gekürzt. Erst einmal: Das komplette "Die Eltern zicken rum"-Zeug ist weg! Natürlich machen sie sich erstmal Sorgen, als Justus weg ist und so weiter. Aber dann hat es sich auch schon wieder: Peter und Bob können "in Ruhe" ermitteln. Ansonsten erstrecken sich die ersten beiden Bücher beinahe vollständig auf den ersten drei(!) CDs/MCs. Es gibt hier nur wenige Kürzungen.

Und, ehrlich gesagt, wäre nach den ersten drei CDs/MCs Schluss, also der Bösewicht in den Knast gewandert, ich glaube, ich hätte mich nicht beschwert, weil bis hierhin eigentlich alles Wesentliche im Kasten ist. Aber gut, der schlimme Finger flitzt nach Indien und die drei ??? reisen ihm hinterher. Nimmt man es jetzt ganz genau: Das hätte man sich alles schenken können, denn der Ganove kommt letzten Endes ja eh nicht ans gewünschte Ziel und die ??? sind erfolgreich gewesen. Oder kommen hier etwa viele Fanservice-Momente, wie das Treffen auf Mr. Randur? Hmm, ja und nein. Sie treffen zwar kurz auf ihn, aber wirklich nur kurz. Er erklärt ihnen einen Weg und das war's dann eigentlich. Nur ganz gegen Ende wird er dann nochmal flott erwähnt.

Aber! Dennoch gelingt es dem Hörspiel viel besser als dem Buch, alles das, was nach Justus' Wiederauftauchen geschieht, zu legitimieren. Nachdem man drei CDs/MCs lang mit viel Ermittlungsarbeit und einigen spannenden oder interessanten Momenten versorgt wurde, ist CD/MC Nummero 4 sowas wie ein willkommener Absacker, da auch die ersten Minuten noch etwas weiterermittelt wird, bevor es nach Indien geht. Und auch dort geht es deutlich zügiger voran, als im Buch, weil Minninger wieder so klasse gekürzt hat, ohne, dass etwas für die Story wichtiges fehlen würde. Und während all der Geschehnisse in Indien hat man Zeit, die vielen teils richtiggehend genialen Verweise auf (5) ...und der Fluch des Rubins und (100) Toteninsel Revue passieren zu lassen.

Denn entgegen der paar Dinge, die mir am 200. Fall in Buchform nicht gefallen: Marx hat trotzdem ganze Arbeit geleistet. Einen uralten Fall ((5) ...und der Fluch des Rubins) zu nehmen, der in sich ja eigentlich auserzählt war, und ihn derartig schlüssig weiterzuschreiben, das allein ist schon klasse. Aber es ist auch die Schreibe von Marx, die dafür sorgt, dass man gern weiterliest. Und Minninger hat hier so wunderbar ein Hörspielskript daraus gemacht, dass man ihm ebenso dazu gratulieren muss, aus einem guten Buch mit Schwächen, eben jene Schwächen zu entfernen, ohne, dass irgendwas Substanzielles fehlt - und das, noch dazu, bei einer Spielzeit von immerhin 5 Stunden!

Nicht zu vergessen: Die Produktion ist ebenfalls äußerst gelungen. Uralte, alte und neue Musiken geben sich die Klinke in die Hand, die Soundeffekte sind sauber ausgewählt und sauber reingemischt und die Sprecher/innen liefern großartige Arbeit ab. Hans Peter Korff als Rubbish George gefällt mir sehr gut, Stephan Chrzescinski als Gus hat sein Handwerk nicht verlernt (im Gegenteil!) und Wärter Karl (Till Hagen) als Gabriel White ist die perfekte Besetzung für so eine Rolle, mit ihren Stimmungs-Aufs und -Abs. Dazu Altmeister wie Eckart Dux, Jürgen Thormann, Michael Deffert, Michael Lott, Holger Mahlich...

Meine Wertung: 91%
Cover: TKKG - Jede Legende hat ihren Anfang
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Daniel Welbat
Amanda Mai Duong Kieu
Ben Leo Domogalski
Erna Sauerlich Laura Tonke
Frau Müller-Borello Michou Friesz
Gaby Emma-Louise Schimpf
Hermann Sauerlich Jr. Antoines Monot
Herr Bienert Phil Laude
Herr Pauling Tom Schilling
Karl Manuel Santos Gelke
Klößchen (Willi) Lorenzo Germeno
Kommissar Glockner Trystan Pütter
Lukas Pepe Trebs
Polizist Dag-Alexis Kopplin
Raimondo Milan Peschel
Steffi Luna Winter
Susanne Carsten Maryam Zaree
Tim Ilyes Moutaoukkil
Rezension vom: 07.07.2019

TKKG
TKKG - Jede Legende hat ihren Anfang
Erschienen: 2019


Tim und Klößchen lernen sich an ihrem ersten Schultag auf dem Internat kennen. Unterschiedlicher könnten die beiden kaum sein und besonders Klößchen, Sohn aus gutem Hause, ist nicht gerade erfreut, sich ein Zimmer mit Tim, einem Stipendiaten aus der Vorstadt, zu teilen. Doch als Klößchens Vater entführt wird und mit ihm eine wertvolle Statue aus seiner Kunstsammlung verschwindet, ist Tim der Einzige, der Klößchen glaubt, dass die Polizei auf der falschen Fährte ist. Gemeinsam mit dem hochintelligenten Außenseiter Karl und der smarten Polizistentochter Gaby, beginnt die Gruppe auf eigene Faust zu ermitteln: ein Flugzeugabsturz, maskierte Kung-Fu-Kämpfer, eine versteckte Botschaft von Klößchens Vater. Wie passt das alles zusammen? Das ist ein klarer Fall für TKKG!

Mein Kommentar: Meine Erwartungen waren, zugegebenermaßen, nicht sehr hoch, nachdem der Mind-Machine-Film, bzw. auch dessen Hörspielfassung, vollkommene Grütze war. Doch nach mehrmaligem Hören des Hörspiels zum 2019er-Kinofilm bin ich sehr zufrieden und umso mehr überrascht, wie gut die Modernisierung der TKKGs gelang.

Oder liegt das vor allem daran, dass als Grundlage eine Vermischung von (1) Die Jagd nach den Millionendieben und (2) Der blinde Hellseher dient? Ich denke, dass das durchaus viel damit zu tun hat, denn der Plot ist nachvollziehbar und sogar relativ realistisch. Nur an einigen Stellen geht mir dieses oder jenes zu weit, beziehungsweise entfernt sich zu sehr von bekannten Mustern. Wie Gaby, die in einer Tour auf Polizeiprofi macht und so tut, als habe sie ihrem Vater all sein kriminologisches Wissen beigebracht und als wüsste sie über jedes Protokoll der Polizei im Detail bescheid. Das nervt bisweilen sehr. Und bei Karl nagt gewaltig an mir, dass er die meiste Zeit der einsame Oberstrebernerd ist, der noch dazu für andere die Hausaufgaben macht. Sicher, Karl war nie ein Haudrauf, aber er war stets für oder gegen eine Sache und er hat sich weder ausnutzen oder herumschubsen lassen.

Ansonsten kann ich hier nicht viel mehr kritisieren, höchstens an Kleinigkeiten rummäkeln. Gut gemachte Kino-Story passend vertont. Selbst Erzähler Christian Welbat fügt sich gut ein und alle Szenen werden anschaulich und ohne Hektik geschildert.

Meine Wertung: 76%
Cover: ...werden Helikoptereltern
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Douglas Welbat
Anne Céline Fontanges
Dick Marek Harloff
Direktorin Christiane Leuchtmann
George Simona Pahl
Julian Fabian Harloff
Lady Heidrun von Goessel
Lily Erna Dethlof
Mr. Rider Nicolas König
Polizist Wolfgang Kaven
Raymond André Minninger
Rupert Hanns Jörg Krumpholz
Tante Fanny Heidi Schaffrath
Verkäufer Wolfgang Häntsch
Wendy Astrid Kollex
Rezension vom: 07.07.2019

Fünf Freunde: Endlich erwachsen!
(2) ...werden Helikoptereltern
Erschienen: 2019
Dauer: 1:12:21


"Sie heißen gar nicht mehr Kinderwagen. Man nennt sie jetzt wohl Buggys oder Sportwagen, Kombi-irgendwas. Laut Aussage des Verkäufers handelt es sich dabei um Reise-Systeme." Ein Kind großzuziehen dürfte für die Fünf Freunde doch ein Kinderspiel sein. Als sie die Verantwortung für die kleine Tochter von Cousin Rupert übernehmen müssen, zerrt Lily mit ihrem unaufhörlichen Geschrei jedoch gewaltig an ihren Nerven. Der allseits beliebte Dr. Google hilft ihnen auch nicht weiter. Es gibt auf ihre Fragen grundsätzlich zwei Antworten, die beide völlig richtig zu sein scheinen: "Keine Sorge!" und "Bringt es sofort in die Notaufnahme!". Werden es Julian, George, Dick, Anne und Timmy mit vereinten Kräften schaffen, ihre Aufgabe zu meistern? Ein neues aufregendes Abenteuer für die fünf völlig übermüdeten Freunde.

Mein Kommentar: Hier bekommt man schon viel eher ein Gefühl dafür, was hinter "Fünf Freunde: Endlich erwaschsen!" für eine Idee steckt. Wo (1) ...essen glutenfrei einfach nur plump Stereotypen verwurstete, die schon lange überholt sind, bleibt Folge 2 wesentlich, sagen wir mal, realistischer. Dennoch entzieht sich mir aber auch hier der Aspekt des Humors.

Denn einerseits kann von Helikoptereltern nicht im Allergeringsten die Rede sein. Der Begriff "Eltern" trifft es viel besser. Und andererseits werden im Grunde nur die üblichen Dinge, die ALLE Eltern dieser Welt kennen und durchmachen, abgespult: Schlaflose Nächte, weil das Kleine dauernd schreit, Windeln wechseln müssen und so weiter. Selbstverständlich gibt es in der Realität bei sowas auch ständig mal was zu Lachen oder zu Schmunzeln, nur beschränkt sich das im vorliegenden "Abenteuer" vornehmlich auf Pipi-Kacka-Situationen. Wie der unangenehme Geruch von Fäkalien oder dass die kleine Lily sich übergibt. Über mehr geht es hier beinahe nie hinaus.

So ekeln sich die Kirrins wegen irgendwas oder sie maulen und stöhnen, weil sie kaum noch Ruhe und Schlaf haben. Immerhin aber fand ich eine Szene tatsächlich interessant und lehrreich, und eine andere hätte amüsant sein können. Das ist zum Einen die Szene, in der Lily von ihrem Schnodder in der Nase befreit wird, weil sie das noch nicht allein kann, etwas, das ich zumindest noch nicht kannte. Und zum Anderen die Szene, in der ein Kinderwagen gekauft wird - das hätte mit einem besseren Verkaufsgespräch tatsächlich mal für einen echten Lacher sorgen können. Dieses Gespräch war nämlich auf der richtigen Spur, als der Verkäufer mit ironischem Ton gefragt wurde, auf welche Weise man die horrende Summe bezahlen dürfe, und ob der Kinderwagen auch einen Blu-ray-Player habe, weil er viel Geld kostet. Merkwürdigerweise aber wird das überteuerte Ding ohne ein Wort der Erklärung einfach so gekauft, obwohl es ein herkömmliches Wägelchen für weniger Kohle genauso getan hätte.

Am Ende wurmte mich aber erneut, wie platt und plötzlich selbiges eintrat. Die wahren Eltern, die ins Kittchen mussten und einige Wochen später wieder freikamen, wollen nun natürlich ihre Kleine zurückhaben. Und obwohl ich die emotionale Bindung, die in der Zwischenzeit zu Lily entstand, nachvollziehen kann, ist die Reaktion auf die neue Situation viel zu hysterisch.

Die Produktion ist wunderbar und gespickt mit gut aufgelegten Sprechern und Sprecherinnen, sowie passenden Musiken und Effekten. So verbleibe ich insgesamt mit einer noch in Ordnung gehenden 58%-Wertung. Lustig nicht, spannend nicht, aber halbwegs unterhaltsam und vor allem nicht so stereotyp.

Meine Wertung: 58%
Cover: ...und der grüne Kobold
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Axel Milberg
Bob Andrews Andreas Fröhlich
Desmond Cathpole Martin Brücker
Elodie Grover Henrike Fehrs
Hausmeister Spencer Werner Cartano
Justus Jonas Oliver Rohrbeck
Mr. Aaron Grover Gernot Endemann
Mr. Parker Mayfield Holger Umbreit
Mr. Rubberwood Udo Schenk
Mrs. Patricia Grover Heidi Berndt
Onkel Titus Rüdiger Schulzki
Peter Shaw Jens Wawrczeck
Tante Mathilda Karin Lieneweg
Rezension vom: 16.06.2019

Die drei ???
(199) ...und der grüne Kobold
Erschienen: 2019
Dauer: 1:15:06


Ein grüner Kobold mit blecherndem Herzschlag, der nachts über die Flure geistert. Wahrlich keine gute Werbung für ein Hotel und eher abschreckend für die Gäste. Außer es handelt sich um Justus, Peter und Bob! Keine Sekunde glauben die drei Detektive, dass Kobolde wirklich existieren. Bis sie die Bilder der Überwachungskamera zu Gesicht bekommen. Sieht das, was die drei ??? da entdecken, nicht doch wie ein Kobold aus?

Mein Kommentar: Dass es nicht wirklich ein Kobold sein würde, ist ja sowieso klar. Bleibt also nur die Frage, wer da warum als Kobold in Erscheinung tritt. Das Herumrätseln funktioniert soweit auch ganz gut und ist unterhaltsam in Szene gesetzt.

Auffällig ist nur, wie gleich zu Beginn der Hinweis auf das vegane Restaurant hervorgehoben wird, und auch darauf, wie wichtig es den Hotelbetreibern sei, sich so zu ernähren. Da ahnt man gleich auch die Generalrichtung des Geschichtsverlaufs - und liegt damit dann leider auch ziemlich richtig. Immerhin, wer der Kobold ist und wieso dieser Kobold im Hotel herumspukt, das ist relativ überraschend und wird einigermaßen originell erzählt.

Viel mehr kann ich hier auch nicht von mir geben. Einfach ein gut produziertes und unterhaltsames Hörspiel.

Meine Wertung: 73%
Cover: Raubzug im Casino
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Wolfgang Kaven
Anke Dittwart Sabine Kaack
Fidel Fuchsbein Markus Just
Gabriele "Pfote" Glockner Rhea Harder
Karl "Computer" Vierstein Tobias Diakow
Kommissar Glockner Wolfgang Draeger
Kommissar Schalavsky Stephan Schad
Kommissarin Mandelbaum Christiane Leuchtmann
Kumpel Marek Harloff
Mark Lino Kelian
Norbert Moorbeck Roman Rossa
Peter "Tarzan / Tim" Carsten Sascha Alexander Draeger
Rainer Mailwald Robert Knorr
Sandra Astrid Kollex
Tom Lovis Harloff
Willi "Klößchen" Sauerlich Manou Lubowski
Rezension vom: 16.06.2019

TKKG
(210) Raubzug im Casino
Erschienen: 2019
Dauer: 1:04:06


Ein unbeschwerter Badenachmittag im Freibad nimmt für Tim, Karl, Gaby und Klößchen eine unvorhergesehene Wendung. Nach einem außergewöhnlichen Zwischenfall am Sprungturm wird Karl in der Umkleidekabine ein Schließfachschlüssel zugesteckt und TKKG geraten in einen Fall, der von einem skrupellosen Oberstufenschüler direkt zu einem Casinoräuber und zu einem unheimlichen Schießstand im Wald führt. Gut, dass Tim so ein guter Beobachter ist, sonst wären TKKG verloren!

Mein Kommentar: Ein wenig seltsam ist es ja schon, dass TKKG wieder einen ganzen Schritt auf die Regionen der früheren 100er-Folgen zugehen. Im Besonderen bei Tim wird das deutlich.

Der lässt nämlich keine Gelegenheit aus, auf Proletentum zu reagieren, beziehungsweise mit Vergeltung zu drohen - wenn er wirklich über solchen Dumpfbacken steht, wieso geht ihm das stets dermaßen an die Nieren, dass er nicht anders kann, als sich jedes Mal ein Herz zu fassen und einen Kommentar abzulassen, welcher der Gegenseite verdeutlichen soll, dass er sie für ganz schön blöde hält und er jeden Moment handgreiflich werden könne!? Dieses Verhaltensmuster Tims zieht sich wirklich durch viele der jüngeren Folgen.

Ansonsten find ich das Hörspiel eigentlich vollkommen in Ordnung - habe aber trotzdem an drei Stellen einen geistigen Hänger. Die Szene mit der gefakten Geldübergabe. Wie kommt der eine schlimme Finger darauf, dass er auf jeden Fall für den anderen schlimmen Finger gehalten werden würde? Wenn ich in eine Umkleide ginge und jemand hielte mir unvermittelt 200€ hin - da habe ich doch nicht unbedingt die Geistesgegenwart, mich an einen Ring oder soetwas zu erinnern, oder mein Handy zu zücken um ein Foto zu machen. ICH jedenfalls würde wohl nicht so reagieren, denn sowas spielt sich ja auch sehr schnell ab - ich wäre viel zu verdutzt. Aber ok, vielleicht ginge es anderen so, da umsichtig zu reagieren. Nur, wie kommt der Ganove darauf, dass er da jetzt auch genau den Richtigen für sein Vorhaben abpasst?

Ebenfalls finde ich Karl reichlich verklemmt. Ein 13-, eventuell 14-jähriger Junge, der mit seinen drei Freunden schon unzählige Abenteuer erlebte, kriegt es nicht auf die Kette, sich mal flott die nassen Klamotten auszuziehen, abzutrocken und flugs die trocke Unterhose anzuziehen? Diese 20 Sekunden kann er nicht verkraften? Er bittet die drei zwar, sich mal eben umzudrehen, meint darauf aber umgehend, er gehe doch lieber in eine Umkleidekabine. Das Schräge: Wäre er einfach direkt in die Umkleide, wäre das ein ganz anderer Schluck aus der Flasche gewesen - aber dass er zunächst darum bittet, sich doch bitte umzudrehen, und DANN erklärt, er gehe lieber in eine Umkleide, also, das geht mir nicht in die Hirnsülze.

Zu guter Letzt noch die Abschlussszene im Wald. Woher weiss Tim so urplötzlich, dass der gestellte Fiesling es nicht gewesen wäre? Es gibt dafür so erstmal keinerlei Anhaltspunkt, dennoch hat Tim den Durchblick. Warum, bitteschön? Ebenfalls wundere ich mich ein wenig darüber, wieso die beiden Ganoven sich am Ende vertragen. Wenn man da mal einen Moment drüber nachdenkt, wäre der eine sehr viel besser dran, wenn der andere in den Knast ginge - und haben die wirklich gedacht, da käme nur EIN Polizist und sie könnten dann ohne Weiteres in einem Polizeiwagen flüchten? Für angeblich erfahrene, ausgebuffte Kriminelle ganz schön kurzsichtig.

Die Produktion ist wunderbar, alle Sprecher/innen liefern super Arbeit ab (Astrid Kollex - YES!) und im Grunde kann man, wie schon angedeutet, dem Fall gut zuhören. Dennoch: Keine wirkliche Kaufempfehlung meinerseits, mehr der Tipp, hier vielleicht zuzugreifen, wenn man mal eine wenigstens halbwegs gescheite Folge hören möchte, aber man auf die im eigenen Regal stehenden Hörspiele gerade keine Lust hat.

Meine Wertung: 60%
Cover: ...essen glutenfrei
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Douglas Welbat
Anne Céline Fontanges
Dick Marek Harloff
Fahrer Michael Lott
George Simona Pahl
Julian Fabian Harloff
Maureen Caroline Kiesewetter
Mrs. Pleasence Regina Lemnitz
Onkel Quentin Joachim Kretzer
Rupert Hanns Jörg Krumpholz
Tante Fanny Heidi Schaffrath
Wirt Jürgen Thormann
Rezension vom: 25.05.2019

Fünf Freunde: Endlich erwachsen!
(1) ...essen glutenfrei
Erschienen: 2019
Dauer: 1:12:42


"Wir essen keinen Weizen, keine Milchprodukte, keinen Zucker", erklärte George. "Ach, das freut mich so", sagte Tante Fanny. "Soll ich euch ein paar schöne Erdnussbutter-Brote zum Mitnehmen schmieren?" Als Dick Anne ein hippes Kochbuch zum Geburtstag schenkt, ahnt er nicht, was er damit ins Rollen bringt. Anne erkennt, dass die ganze Gruppe sich mit ihrer westlichen Ernährungsweise selbst vergiftet. Ab sofort herrscht ihrer Gesundheit zuliebe ein neues Regiment. Doch nicht nur Zoodles, Powerballs und der wunderbare entzündungshemmende Grünkohl beherrschen fortan ihren Alltag, auch ein Knurren im Bauch, Apathie und schlechte Laune schleichen sich ein. Werden es Julian, George, Dick, Anne und Timmy schaffen, an ihrer neuen Ernährungsweise festzuhalten, ohne sich dabei gegenseitig an die Gurgel zu gehen? Ein weiteres spannendes Abenteuer für die fünf hungrigen Freunde.

Mein Kommentar: Was für ein einziger, hanebüchener Unfug. Der im englischen Original(-Buch) von Bruno Vincent stammt, von Katja Theiß ins Deutsche übersetzt und letztlich von André Minninger und Heikedine Körting verhörspielt wurde. Als "mit Humor" wurde das alles angekündigt und wird es auch nach wie vor vermarktet. Na, gucken wir mal!

Anne bekommt also dieses Kuchbuch, wird einsichtig, zwingt ihren Freunden eine radikale "nur noch gesunde" Ernährungsweise auf und verlangt - auch von sich - absolute Disziplin. Dann geht man noch zu einem Ernährungsberater, der jedes von Annes Argumenten bejaht, dabei aber so merkwürdig herablassend tut, dann höflich darum bittet, dass sie jetzt endlich abhauen und verlangt noch 400 Tacken für eine Quasi-Beratung. Sicher, es gibt jede Menge Halsabschneider, die mit warmen Worten und frommen Sprüchen ihr Geld machen. Doch wieso hat man nur diesen einen Typen dargestellt? Es gibt auch genug andere, die einfach nur informieren, beziehungsweise, Anne hätte ja auch mal im Web recherchieren können - es existieren viele Foren und Websites zu diesem Thema. Hier dann zu erklären, dass sie verschiedene Quellen konsultierte, sowohl Pros als auch Contras erfuhr und eben jetzt zu ihrer Ansicht kam, wäre viel sinnvoller gewesen, um den Wunsch nach einer besseren Ernährung und etwas mehr Selbstdisziplin zu erklären.

Nun geht es etwa 45 Minuten lang so weiter, dass die Freunde sich bemühen, sich gesund zu ernähren, aber immer wieder rückfällig werden. Schokolade naschen, die gesunden Drinks einfach weggießen, wenn Anne gerade nicht hinguckt, et cetera. Sie haben doch soooo einen Hunger und die Drinks schmecken halt doof. Sicher, ja, Ernährungsumstellung ist auch Geschmackssache. Aber wer behauptet denn, dass man sich gesund ernährt, wenn man nicht mehr als 50 Gramm Sojasprossen und eine halbe Möhre mampft, dazu ein Glas Kressesaft trinkt? Ferner gibt es tonnenweise Rezepte, die selbst leckere, "gesündere" Pizzen und Aufläufe problemlos möglich machen, sofern man sich nicht NUR so ernährt. Selbst simple Tipps, wie "etwas Apfelsaft statt Zucker nehmen", werden einfach nicht genannt, und dass man auch relativ gesund naschen kann, wird ebenfalls verschwiegen...

Tja, egal! Anne bemerkt jedenfalls bald, dass ihre Freunde schummeln, hat irgendwann die Nase voll, stellt alle zur Rede, erklärt nochmal ihr Anliegen und alle stimmen zu, dass sie es redlich versuchen wollen. Fast direkt danach halten die Kids eine Rede an einer Schule, die gerade ein Fest feiert, mit Kuchen, Keksen und vielem mehr. Anne ruft sinngemäß in die Menge: "Nicht essen, sonst werden wir alle sterben!", die Schüler und Schülerinnen werden panisch und dann fahren die Freunde auf ihren Fahrrädern weg. Ähm... *räusper* HÄÄÄÄH!?

Naja, was soll's... Jetzt sind noch rund 2 Minuten Hörspiel-Restzeit auf der Uhr. Der Erzähler erklärt, die Kids seien auf dem Rückweg, als Anne plötzlich an Julian, Dick und George denken muss, kurz überlegt, bremst, stehen bleibt und gesunde Ernährung aus heiterem Himmel für Quatsch hält. Die Kids lachen und die Folge ist vorbei. Was für ein Blödsinn. Wäre nicht etwas in der Art wie, "OK, es ist schwerer als ich dachte, aber wir können ja wenigstens versuchen, weniger zu naschen und auf allzu viele Kohlenhydrathe zu verzichten und etwas mehr Gemüse zu essen... Einverstanden!?"

Es gibt keine Erklärung, was genau das mit der Schule sollte und/oder, wieso Anne einen Sinneswandel hat, beziehungsweise, wieso sie einfach alles mit der gesünderen Ernährung von sich weist. Bei allen Argumenten, die vielleicht für oder gegen eine "bessere Ernährung" sprächen, nahm man sich lediglich 3-4 Plattüten, garnierte das mit dem Who is Who der "Öko-Puristen-Klischees" und bemühte sich nicht im Geringsten um eine zumindest halbwegs differenzierte Darstellung der Thematik, oder wenigstens um eine Erklärung, warum Anne das alles nun doch nicht mehr möchte. Sich umzugewöhnen ist eben schwer und auch, wenn es sich letztlich lohnen würde, etwas mehr auf sich Acht zu geben, ach, egal, ist doch alles nur Quatsch, Schwamm drüber! Was sollen Kinder, Jugendliche oder Erwachsene denn bitte hieraus für Schlüsse ziehen?

Darüber hinaus ist diese Folge in keiner Weise spannend, unterhaltsam oder, ja, mit Humor gesegnet. Anne zwingt den anderen ihre neue Ansicht auf, keiner ist so recht glücklich damit und plötzlich ist Anne wieder anderer Meinung. Das ist alles, was hier vermittelt wird. Das ist an Langeweile kaum zu überbieten und wer trotzdem bis zum Ende durchhält, blickt verständnislos ins Leere...

Wenn hier irgendeine Form von Persiflage auf irgendeinen Typ Mensch versteckt ist, tut mir leid, ich entdecke nichts davon. Hier werden nur uralte Klischees bedient und lange nicht mehr haltbare Vorurteile runtergerattert. Selbst die Szene am Ende, als Anne vom Sterben durch Kuchenessen spricht, ist nicht lustig, sondern einfach nur platt, weil keinerlei humoristischer Zusammenhang verständlich wird. Nirgends wird irgendetwas augenzwinkernd betrachtet, sondern alles wird eindimensional stumpf vorgetragen. Der Wunsch nach besserer Ernährung ist eben nur was für verkorkste Baumschmuser und Körnerkauer... So scheint man sich das wohl gedacht zu haben.

Die Produktion allerdings ist wunderbar. Im Besonderen die fünf Hauptstimmen (Welbat, Harloff, Harloff, Fontages und Pahl) machen einen großartigen Job - ich würde nur kritisieren, dass die Kirrins viel zu fröhlich klingen! -, die Geräusche sind super, die Musiken sind auch gut. Wobei! Die Titelmusik. Auweia! Als reines Instrumental wäre es toll, aber der Text, autsch! In vielen Titelmusiken geht es zumeist wenigstens um Abenteuerlust, Zusammenhalt oder die Eigenschaften der Protagonisten. Hier sagen alle nicht mehr als "Hey, wir sind die fünf Freunde, das finden wir klasse!"... Ich denke, die sind jetzt erwachsen!? Oder ist DAS etwa der Humor, der ständig erwähnt wird?

Meine Wertung: 23%
Cover: Bei Anruf Abzocke
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Peter Kaempfe
Alter Mann Bernd Stephan
Bankangestellte Carla Becker
Frau Knoop Sandra Keck
Gabriele "Pfote" Glockner Liza Ohm
Karl "Computer" Vierstein Felix Strüven
Kommissar Glockner Michael Bideller
Oma Glockner Elga Schütz
Passant 1 Sebastian Doppelbauer
Passant 2 Peter Kirchberger
Passantin Muriel Bielenberg
Peter "Tarzan / Tim" Carstens Sebastian Fitzner
Polizist Charly Douglas Welbat
Polizistin Carminia Katja Brügger
Willi "Klößchen" Sauerlich Julian Greis
Rezension vom: 24.04.2019

TKKG Junior
(6) Bei Anruf Abzocke
Erschienen: 2019
Dauer: 51:35


"Eine Diebesbande will Ihr Konto leerräumen! Beim Nachbarn wurde eingebrochen, Ihre Wohnung ist als Nächstes dran. Ihr Enkel hatte einen Unfall und braucht dringend Geld!" Mit diesen und ähnlichen Nachrichten schockt eine Bande von falschen Polizisten ältere Menschen in der Millionenstadt. Als auch Gabys Oma ins Visier der Ganoven gerät, greifen TKKG ein.

Mein Kommentar: Hmm, der Titel, also Bei Anruf Abzocke, ist nicht wirklich ganz richtig. Zwar wird auch hier mit diesem Kniff gearbeitet, doch das ist eher am Rande für diesen Fall von Belang, denn hier wird es vornehmlich mit direkt ansprechen und dreist draufloslügen probiert, und es geht im Großteil des Falls viel mehr um Gabys Oma, der zu helfen versucht wird. Mir leuchtet zwar ein, dass "Bei Anruf Abzocke" schön catchy klingt, aber zum Inhalt passen sollte ein Titel doch bitte trotzdem.

Davon abgesehen spielen Katja Brügger und Douglas Welbat ihre Rollen superb und man hat keine Probleme damit, dass man sich als Hörer/in wünscht, dass sie ihr Fett wegkriegen. Auch sonst sind alle Charaktere klasse besetzt, keine Frage. Und ja, natürlich werden Menschen höheren Alters auch mal vergesslich, aber hier dient das ständige Kurzzeitvergessen der Oma Glockner teils der Belustigung, teils der in diesem Punkt bemühten Spannungserzeugung.

Denn spannend ist der Fall sowieso schon, nur reißt Oma Glockner mitunter etwas aus der Story raus, und mit Situationen wie "Was sollte ich jetzt nochmal rufen, damit die Kinder zur Hilfe eilen?!" zerrt Autor Frank Gustavus manches Mal sehr am Geduldsfaden, denn bei allem Verständnis für Altersvergesslichkeit, es ist doch völlig egal, was genau sie nun ruft, die Kids sind nicht blöd, die werden es schon raffen. Wo es im Flur rumpelt und rumort und Oma Glockner ihre Überlegungen vor sich hermurmelt, kommen die vier Kids nicht auf die Idee, einfach mal die Bildfläche zu betreten?

Das ist in der Tat das einzige Manko dieser ansonsten sehr gelungenen Folge. Produktion, Story-Idee und soweiter - alles super. Nur dieser Holperer zum Ende hin, Mensch, der war doch nicht nötig...

Meine Wertung: 82%
Cover: Die Legende der Gaukler
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Axel Milberg
Amalia Malin Steffen
Bob Andrews Andreas Fröhlich
Dr. Benchfield Harald Dietl
Dustin Cooper Claus Fuchs
Elliot Littlehorn Santiago Ziesmer
Emily Birte Kretschmer
Glatzkopf Achim Schülke
Inspektor Cotta Holger Mahlich
Justus Jonas Oliver Rohrbeck
Kelvin Mitchell Kai Mertens
Leigh Vivian Brünner
Mabel Nicola Schäffler
Mutter Tina Eschmann
Peter Shaw Jens Wawrczeck
Tobin Muller Niko Minninger
Wahrsagerin Susannah Mia Diekow
Zauberer Miller Julian Horeyseck
Zoey Manuela Eifrig
Rezension vom: 24.03.2019

Die drei ???
(198) Die Legende der Gaukler
Erschienen: 2019
Dauer: 1:09:26


Ein kleiner Zirkus hält Einzug in die Stadt und mit ihm die schaurige Legende der zwei Lebenden und der drei Toten. Doch die Gaukler schweigen eisern über die seltsamen Phänomene, die die drei ??? in den Bann ziehen - denn wer über die Legende spricht, den überkommt schreckliches Unheil. Keine guten Voraussetzungen für Justus, Peter und Bob, die sich außerdem fragen müssen, was es mit ihrem mysteriösen Auftraggeber auf sich hat. Können sie das Geheimnis der Gaukler lüften?

Mein Kommentar: Wer winkt eigentlich immer solche Titel durch? Auweia! Zwar ausnahmsweise keine Tod-, Teufel-, Verderben-, Geheimnis-, Geister-Irgendwasse, aber immerhin eine Legende... Nur gibt es keine solche Legende im eigentlichen Sinn. Diese Bedeutung wird arg strapaziert. Naja... Man gewöhnt sich an alles, nicht wahr? Doch hier hört es leider nicht auf, denn die Story ist ebenfalls sehr durchwachsen.

Dabei fängt es richtig interessant an: Santiago Ziesmer, in der Rolle des Elliot Littlehorn, erklärt von seinen Problemen mit einem Zirkus, dem er immer vorausreist, und dass er seinen Gästen den ältesten Taschenspielertrick aller Zeiten auftischt. Wie das in Szene gesetzt und aufgebaut wird, hat Hand und Fuß und macht Lust auf mehr.

Aber dann passiert eigentlich gar nichts mehr. Es wird nicht ermittelt oder recherchiert, sondern in einer Tour zufällig belauscht oder telefoniert - und Zack, schon haben wir wieder ein Puzzlestück korrekt platziert. Hinzu kommt aber nicht nur, dass es keine bis kaum Schauplatzwechel gibt, sondern auch dass bei diesem Zirkus mal wieder nur verschrobene Zausel herumjuckeln. Arbeiten beim Zirkus denn wirklich nur Freaks, die sich schrullig artikulieren und irgendeinen Hokuspokus von sich geben? Früher, in den 60ern und 70ern, passte das noch ganz gut hin, war sogar mal was anderes. Aber entweder man verfrachtet eine Geschichte bewusst in diese Zeit und lässt moderne Dinge außen vor, oder man lässt es und packt seine Story zwar in die Jetzt-Zeit, doch lässt man die ganzen Zirkus-Stereotypen weg. Denn das, gepaart damit, dass wir uns 80-90% der Zeit nur auf dem Zirkusgelände aufhalten, nervt. Davon ab, dass "Zirkus" heute kaum noch von Interesse ist und schon deshalb kaum Assoziationen weckt.

Allerdings passiert aber auch sonst einfach gar nichts. Es wird lediglich gesprochen, beziehungsweise belauscht und, wenn man es denn nun so nennen will, geschlussfolgert. Vieles wirkt schlichtweg notgedrungen aufgefüllt, nicht notwendig, konstruiert, damit es am Ende irgendwie aufgeht. Und das tut es zwar, es wird am Ende wie immer alles aufgeklärt, also von Justus runtererzählt, aber nicht, ohne eine Teilauflösung serviert zu bekommen, die... also... nee... echt jetzt? DAS ist der Beweggrund?

Die Produktion gefällt mir dafür gut. Die Stimmungen werden gut eingefangen und wiedergegeben. Aufgefallen ist mir, wie schon im Schwarze-Katze-Special, dass Andreas Fröhlich seinen Bob Andrews erneut merkwürdig so intoniert anlegte; merkwürdig abwesend, nicht ganz der Bob, den man kennt. Schwer, das zu beschreiben - er klingt irgendwie anders.

Meine Wertung: 46%
Cover: Drohbriefe von Unbekannt
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Wolfgang Kaven
Dr. Freund Joachim Kretzer
Dr. Mechthild Bleul Heidi Schaffrath
Gabriele "Pfote" Glockner Rhea Harder
Gunnar Konstantin Graudus
Karl "Computer" Vierstein Tobias Diakow
Kommissar Glockner Wolfgang Draeger
Nelli Hirsch Regina Lemnitz
Peter "Tarzan / Tim" Carsten Sascha Alexander Draeger
Peter Palstek Jonas Fischer
Prof. Dr. Geiweber Carla Becker
Roland Schenk Udo Schenk
Sanitäter Till Huster
Sascha Mersch Peter Weis
Schülerin Katinka Körting
Volker Köhlmeier Wolfgang Häntsch
Willi "Klößchen" Sauerlich Manou Lubowski
Rezension vom: 17.03.2019

TKKG
(209) Drohbriefe von Unbekannt
Erschienen: 2019
Dauer: 1:10:13


Für die 9b der Internatsschule steht in der ersten Stunde eine Mathearbeit bei Frau Dr. Bleul an. Zehn Minuten nach Unterrichtsbeginn ist die Lehrerin immer noch nicht in der Klasse und bald macht die Nachricht die Runde, dass sie auf der Landstraße zur Schule mit ihrem Auto verunglückt ist. Erst vor kurzem ist bei ihr ein gemeiner Drohbrief eingegangen - unterzeichnet mit dem kryptischen Kürzel "93†3R". War es also wirklich ein Unfall? Tim, Karl, Gaby und Klößchen nehmen die Spur auf, als ein weiterer Drohbrief auftaucht. Der dritte ist an TKKG gerichtet und bald darauf stecken die vier Freunde ernsthaft in der Klemme...

Mein Kommentar: Zuerst waren es Kleinigkeiten, die mich etwas störten. Die üblichen Zipperlein, aber nichts Wildes. Wie etwa, dass die Lehrerin ständig "Tangente" genannt wird, statt zumindest ab und zu ihren eigentlichen Namen zu verwenden. Doch die Story schritt voran, und ich war völlig von den Socken, dass das hier ein echt spannender Fall zu werden schien; umso mehr, weil es recht komplex wird, und man nicht mit dem ewig selben TKKG-Die-Welt-ist-ja-so-einfach-zu-erklären-Einheitsbreit um die Ecke kommt.

Doch ab etwa der zweiten Hälfte wird es mir dann zu heftig - SPOILER-WARNUNG: Einerseits kippt der Plot dann nämlich doch - und das auch noch ziemlich schnell - in den schon ziiig mal gehörten Einheitsbrei um, und andererseits wird die Story doch sehr hart. Es fließt kein Blut, es fallen auch keine derben Schimpfworte. Aber Medikamententests an Patienten? Dazu die schaurige Geräuschkulisse? Und natürlich geht es mal wieder nicht ohne Lebensgefahr?

Ich weiss nicht so recht, ich wiederhole mich nun, aber mal ernsthaft: Das hier sind vier Jugendliche. Und ja, natürlich, würde man hier nur den ganz normalen Alltag abspulen, wäre das überhaupt nicht interessant. Aber wo sind bitteschön die Abenteuer, die einfach Abenteuer sind? Dazu etwas Action und fertig ist der Lack. Mittlerweile geht es ohne lebensgefährliche Umstände durch skrupellose Verbrecher nicht mehr. Hinzu kommt, dass diese bösen Gestalten am Ende immer von Tim/TKKG gestellt werden und sie dann aber noch ein "Ass aus dem Ärmel" ziehen, um so dann ihre Flucht zu ermöglichen, ein Stillschweigen herauszupressen oder alle Zeugen kaltzumachen: Man will Oskar töten, man will Gaby etwas antun oder was auch sonst immer.

Nicht nur, dass sich das mittlerweile abgenutzt hat, nein, diese böse Person wird dann von jemand anderem irgendwie überrumpelt. Muss das denn in mittlerweile so gut wie jeder Folge so sein? Es wird ohnehin erwartet, dass genau das gleich passieren wird - es passiert ja sowieso fast jedes Mal, es ist nicht mehr spannend und nicht mehr überraschend. Ich sag's darum, wie es ist: Ich ertappe mich immer häufiger bei dem Gedanken, dass all die platten "Tim haut einfach alle um"-Szenen der Vergangenheit vielleicht doch gar nicht so übel waren, wenn DAS eben geschilderte Szenario die Alternative dafür sein soll. Super-Tim ist wenigstens jedes Mal unfreiwillig komisch gewesen.

Die Produktion ist wie immer gelungen, nur einige Sprecher/innen klingen deutlich geixt, teilweise sogar affektiert. Fazit: Zuerst ein gutes, mal ein offenbar spannendes Hörspiel mit Überraschungen. Zum Ende hin aber dann doch wieder nur simpel zu erkären gewesen, zudem viel zu sehr drüber, und die immer gleiche Überrumpelter-Schurke-droht-mit-dem-Tode-Situation nervt. Gewaltig.

Meine Wertung: 64%
Cover: ...und die schwarze Katze SPECIAL
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Thomas Fritsch
Andy Carson Stefan Schwade
Andys Vater Hans Kahlert
Bob Andrews Andreas Fröhlich
Feuerschlucker Robert Missler
Gabbo Manfred Reddemann
Iwan Urs Affolter
Jack Timo Alexander Wenzel
Justus Jonas Oliver Rohrbeck
Kassiererin Birte Kretschmer
Khan Klaus Dittmann
Losverkäufer Joachim Kretzer
Onkel Titus Andreas Erich Beurmann
Peter Shaw Jens Wawrczeck
Polizist Jürgen Holdorf
Polizist I (Prolog) Daniel Welbat
Polizist II (Prolog) Matthias Krauße
Reynolds Christian Redl
Schaustellerin Ursula Sieg
Tante Mathilda Karin Lieneweg
Vermieter Stephan Benson
Wachmann Till Huster
Rezension vom: 09.03.2019

Die drei ???
...und die schwarze Katze SPECIAL
Erschienen: 2019
Dauer: 1:28:05


In einem kleinen Wanderzirkus wittern die drei Detektive Justus, Peter und Bob ihren neuesten Fall. Justus ist sich sicher: Wenn ein finster aussehender Mann mit Gewalt eine hässliche Stoffkatze an sich bringen will, sie dann stiehlt und am nächsten Tag per Zeitungsanzeige weitere Katzen sucht, muss etwas dahinter stecken! Ursprünglich als immersives Hörspiel für Vorführungen in Planetarien produziert, wird mit der Neufassung von "Die drei ??? und die schwarze Katze"' die erste Produktion der zweiten Planetariums-Staffel, als Stereofassung auf CD veröffentlicht. Fortgesetzt wird die Reihe mit "Die drei ??? und das versunkene Schiff" und "Die drei ??? und der dreiäuige Totenkopf".

Mein Kommentar: Die Neuaufnahme dieses Falls beginnt direkt mit Sirenengeheul und einem Ausruf der Polizei. Irgendwas ist wohl gerade passiert und ein Durcheinander bricht aus. Jetzt folgt die Titelmelodie und anschließend geht die Geschichte, wie man es gewohnt ist, los. Ein grundsätzlich interessanter Ansatz, mal so zu beginnen, doch wirkt die allererste Szene so chaotisch, dass man sie einfach nicht so recht zuordnen kann. Selbst nach mehrmaligem Durchlaufen dieser Folge wirkt der Anfang jedes Mal wieder unzugehörig, obwohl er durchaus Sinn macht und natürlich in den zeitlichen Kontext der Geschehnisse passt... In der Tat seltsam...

Insgesamt aber kommt, selbst in direktem Vergleich mit der Originalaufnahme aus den ???-Hörspielanfangstagen, die Planeratiumsfassung der Schwarzen Katze sehr gut weg. Ja, die Sprecher/innen sind fast allesamt andere, und natürlich ist der Fall nun doppelt so lang, aber das macht dieses Hörspiel weder besser noch schlechter. So gewinnt die Geschichte durch viel mehr Geräuschkulisse, gerade während der Zirkusszenen, eine Spur mehr Lebendigkeit, im Vergleich zu damals. Dafür fällt beispielsweise auf, dass Bob, wie eigentlich damals auch schon, hier recht wenig Sprechanteil hat (wobei: Ist das nicht nur logisch, schließlich ist er ja EIGENTLICH eh "nur" für Recherchen und Archiv verantwortlich?!). Da diese Folge aber trotz der alten Story und deren sprachlichen Duktus' dennoch sehr modern klingt, was wohl auch an den reiferen Stimmen der ??? liegt, bemerkt man es jedes Mal, wenn Bob spricht: Stimmt, den gibt es ja auch noch, man, klingt er anders. Auffällig ist das mit Bob nämlich gerade deshalb, weil Andreas Fröhlich sich offenbar darum bemüht, seinen Part etwas anders zu intonieren. Es ist schwer zu beschreiben, und es liest sich sicherlich verschroben, aber Herr Fröhlich klingt nicht ganz wie er selbst, so, als probiere er mal etwas Neues. Vielleicht will er aber auch nur bewusst jünger klingen? Und immer, wenn Bob zu sprechen beginnt, fällt mir nicht nur das auf, sondern eben auch, dass er allgemein nur wenig spricht.

So sind es also eher Dinge am Rande, durch welche die Unterschiede beider Fassungen ins Auge, pardon, ins Ohr fallen, ohne, dass man die eine oder die andere als klaren Sieger deklarieren mag. So hat die Neufassung ja nicht nur mehr Länge, sondern bietet dadurch natürlich auch mehr Informationen und Abwechslung (wie etwa die Auf-dem-Wasser-Situation), wohingegen man andererseits feststellt, dass die "Original"-Hörspielversion auch ohne all das auskommt und auch heute noch genauso gut wie einst funktioniert - was unter anderem H.G. Francis' Talent geschuldet ist, das Buch angemessen zu straffen. Dennoch: Schlussendlich muss ich der Neuauflage einen leichten Vorsprung attestieren, denn was mir damals im Vergleich mit dem Buch immer fehlte (einige der "schlüssigen Hinweise" gehen da einfach etwas unter), ist hier gegeben.

Meine Wertung: 82%
Cover: ...und die Glocke der Wikinger
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Lutz Werner Mackensy
Anne Theresa Underberg
Caroline Madeleine Tusk
Dick Jannik Endemann
Ehefrau Heidi Schaffrath
George Alexandra Garcia
Historiker Wolfgang Berger
Julian Ivo Möller
Lautsprecher Daniel Axt
Mr. Rasmussen Wolfgang Häntsch
Nachbarin Regina Lemnitz
Onkel Quentin Gordon Piedesack
Polizist Kristian Körting
Prof. Portland Udo Schenk
Prof. Robert Jones Jürgen Thormann
Tante Fanny Maud Ackermann
Rezension vom: 24.02.2019

Fünf Freunde
(130) ...und die Glocke der Wikinger
Erschienen: 2018
Dauer: 55:18


Die Fünf Freunde verbringen ihre Ferien in Nordengland. Während Onkel Quentin wichtigen Forschungen nachgeht, besuchen die Kinder ein historisches Wikingerdorf. Dort begegnen sie dem alten Mr. Rasmussen, der behauptet, ein echter Wikinger zu sein. Kurz darauf ist er verschwunden, und mit ihm eine tausend Jahre alte Glocke. Und das ist erst der Anfang einer Reihe von Merkwürdigkeiten, denen die Fünf Freunde beharrlich auf der Spur bleiben, bis sie ein fast unglaubliches Geheimnis lüften.

Mein Kommentar: "Solide und routiniert" - etwas anderes kommt mir nicht in den Sinn. Der Plot ist leicht durchschaubar, wenn man bereits die eine oder andere Folge der Kirrin-Kids gehört hat, sodass Überraschungen ausbleiben, aber man dennoch dranbleibt. Wobei "Überraschungen" etwas hoch formuliert ist, denn unerwartete Plottwists gibt es ohnehin keine. Der Fall läuft sauber und ohne Schnörkel durch. Nur das Ende, also die Auflösung des Ganzen, bietet keinerlei Hintergrund, den man sich nicht eh gedacht hätte - sofern man dem Werk "Fünf Freunde" bereits vertraut war.

Allerdings muss ich meiner Verwunderung darüber Ausdruck verleihen, dass man den vier Kindern bislang wohl nicht beibrachte, dass man Aussstellungsstücke nicht ohne ausdrückliche Erlaubnis berühren darf. Wieso man also einfach so die Glocke schlägt, geht mir nicht so recht in den Sinn. Umso mehr unverständlich ist mir, warum die vier sich wundern, dass sie anschließend etwas unwirsch verabschiedet werden. Und dann später auch noch irgendwo einzudringen, erwischt und dann erneut unwirsch herausgeworfen werden, sowie ein Hausverbot ausgesprochen zu bekommen, scheint für sie ebenfalls nicht nachvollziehbar zu sein...

Dennoch ist der Fall insgesamt in Ordnung. Gut produziert, gute Sprecher/innen, passende Musiken... Aber, ganz ehrlich, nach 130 Folgen wird es dann doch mal Zeit für ein paar Unvorhersehbarkeiten in dem einen oder anderen Fall. Vertrautes und Altbewährtes, schön und gut, doch etwas mehr Abwechslung darf es hin und wieder schon sein.

Meine Wertung: 67%
Cover: Die Dino-Diebe
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Peter Kaempfe
Frau Vogelsang Carla Becker
Gabriele "Pfote" Glockner Liza Ohm
Karl "Computer" Vierstein Felix Strüven
Kommissar Glockner Michael Bideller
Nachtwächter Peter Kirchberger
Peter "Tarzan / Tim" Carstens Sebastian Fitzner
Pit Römer Peter Weis
Polizeizentrale Alexander Rieß
Polizist 1 Jonas Minthe
Polizist 2 Jannika Jira
Putzkolonne 1 Sebastian Doppelbauer
Putzkolonne 2 Muriel Bielenberg
Putzkolonne 3 Tom Steinbrecher
Rolf Aschendorf Gerhard Garbers
Taschenmann Sönke Strohkark
Willi "Klößchen" Sauerlich Julian Greis
Rezension vom: 20.02.2019

TKKG Junior
(5) Die Dino-Diebe
Erschienen: 2019
Dauer: 59:23


Eine Saurier-Ausstellung in der Millionenstadt - die wollen TKKG natürlich nicht verpassen! Doch bei ihrem Besuch im Museum fehlen plötzlich ein paar der wertvollen Dino-Knochen. Als am Tag darauf weitere Teile des Saurier-Skeletts spurlos verschwinden, sind sich alle einig: Sie haben es mit einem Dino-Dieb zu tun. Um den Täter auf frischer Tat zu ertappen, schmieden TKKG einen riskanten Plan.

Mein Kommentar: Die Dino-Diebe ist eine runde Sache. Der Fall bietet Spannung und sogar eine nicht allzu direkt ersichtliche Auflösung. Es gibt mehrere verdächtige Personen und der Erzählfluß ist bis zum Ende stringent. Soweit, so gut.

Ein paar Dinge gehen mir aber auf den Wecker - obschon ich durchaus darüber hinweghören kann. Aber Oskar, also ein Hund, darf ins Museum? Naja, ich verstehe, dass eine "auffällige Szene" eingeflochten werden "musste", aber trotzdem ist das vollkommen unglaubwürdig und letztlich unnötig. Der einzige Grund, warum das Setup mit Oskar ist, hat ja einen bestimmten Sinn - den spoilere ich aber jetzt nicht. Doch diesen einen Moment hätte man auch anders aufbauen können, sodass die Oskar-Sache hätte wegbleiben können. Naja... ...aber dass Gaby auch später darauf besteht, dass er wieder mitkommt? Trotz des Zwischenfalls zu Beginn? Autsch!

Und eine andere Kleinigkeit, finde ich, hätte man eleganter lösen können. Als TKKG sich verstecken, muss Klößchen plötzlich niesen. Er unterdrückt es eine kleine Weile, aber dann passiert es... und der böse Bube entdeckt die vier letztlich doch. Hätte man dieses Niesreiz-Krimiklischee nicht weglassen können und der Räuber entdeckt die Kids nach ein paar Augenblicken einfach so mit dem Lichtkegel seiner Taschenlampe?

Was mir auch latent auf den Keks geht, ist der Part mit Kommissar Glockner ganz am Schluss. Vier Kinder, darunter seine Tochter, lügen ihre Erziehungsberechtigten an, begeben sich wissentlich in große Gefahr, und verüben dabei auch noch eine schwere Straftat. Und der Erzähler fasst die eigentlich angebrachte Standpauke der Erwachsenen knapp zusammen, mit in etwa den Worten "Herr Glockner sagte ihnen, dass das nicht gut war!". Anschließend hört man Glockner selbst dazu noch was sagen. Aber im Grunde lobt er die Kids, denn der Zweck heilige die Mittel - so lautet mehr oder weniger seine Aussage dazu. Erstens ist das eine echt schwache pädagogische Leistung und zweitens interessiert mich, wie er das alles im anzufertigenden Protokoll erklärt und was die anderen Erziehungsberechtigten dazu zu sagen haben. Dass man diesen Fakt so lasch abhandelt, also ich weiss nicht, das vermasselt mir immer wieder das Ende. Spannung, Krimi und Abenteuer hin oder her.

Dennoch: Alle Sprecher/innen leisten einen sehr guten Job, die allgemeine Produktion ist ohne Beanstandung und die Story soweit spannend und stets nachvollziehbar.

Meine Wertung: 76%
Cover: Im Auge des Sturms
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Axel Milberg
Bob Andrews Andreas Fröhlich
Brandon Stefan Exner
Doktor Kooning Dietrich Adam
Dylan Sascha Rotermund
Farryn Stenseth Clarissa Börner
Finnley Stenseth Julian Greis
George Mars Saibert
Justus Jonas Oliver Rohrbeck
M. Keen Detlef Tams
Mann Gunnar Bergmann
Matthew Kooning Tim Kreuer
Mrs. Kooning Christiane Leuchtmann
Mrs. Stenseth Herma Koehn
Peter Shaw Jens Wawrczeck
Stacey Warren Katja Brügger
Steven Johannes Korff
Surfer Tim Knauer
Surferin Simona Pahl
Rezension vom: 26.01.2019

Die drei ???
(197) Im Auge des Sturms
Erschienen: 2019
Dauer: 1:09:31


"Ihr müsst den Fall für mich übernehmen! Findet Finnley! Er ist in Gefahr!" Kurz darauf verliert der schwer verletzte Surfer das Bewusstsein. Doch: Wer ist Finnley? Und welcher Gefahr ist er ausgesetzt? Justus, Peter und Bob begeben sich auf eine rasante Suche kreuz und quer durch Rocky Beach. Im Laufe ihrer Ermittlungen werden die drei ??? auf einen mysteriösen Verfolger treffen, sich gewaltig ekeln und seltsame Notizen finden. Vor allem aber muss Peter seine Fähigkeiten als Surfer unter Beweis stellen. Wird es den drei Freunden gelingen, Finnley rechtzeitig zu finden und zu warnen? Die Zeit wird knapp, denn ein gewaltiger Sturm zieht auf!

Mein Kommentar: Zwar bemüht sich Kari Erlhoff (Buch-Autorin), und es gelingt ihr auch recht gut, mal etwas anderes zu bieten, und trotzdem verwurzelt im Rocky-Beach-Universum zu bleiben (was nach all den vielen Fällen nunmal sehr schwer ist!), aber insgesamt fehlt es diesem Hörspiel an Fahrt. Denn André Minninger hat zu viele der Dialoge mehr oder weniger eins zu eins durchvertont. Und das ist bei Gesprächen, die nach dem Prinzip "Rede mit uns, was ist los?" "Ich will nicht mit Euch reden, lasst mich in Ruhe, haut ab!" laufen, eben wenig spannend. Und dies hätte mit mehr Tempo sicherlich geradegebogen werden können.

Denn das Surf-Thema ist in der Tat erfrischend und das Körting-Team hat das auch rundum super in Szene gesetzt, doch Spannung kommt nur so einigermaßen auf. Man möchte durchaus wissen, wer Finnley ist und warum er nicht mit der Sprache rausrücken möchte, aber da hört es leider auf. Und die dauernden Einsprenkler a la "Haltet Euch da raus, das ist zu gefährlich für euch", wollen einfach nicht das Gefühl von Gefahr vermitteln. Und statt Gefahr und Spannung hätte wohl mehr Tempo für ein höheres Hörvergnügen gesorgt.

Dennoch: Alles in allem ein hörenswerter ???-Fall, den ich ruhigen Gewissens weiterempfehle.

Meine Wertung: 69%
Cover: Geheimnis im Tresor
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Wolfgang Kaven
Alois Schlegel Konstantin Graudus
Dr. Bienert Peter Buchholz
Günther Semmelrock Michael Prelle
Gabriele "Pfote" Glockner Rhea Harder
Karl "Computer" Vierstein Tobias Diakow
Max Fliege Daniel Schütter
Peter "Tarzan / Tim" Carsten Sascha Alexander Draeger
Schröder Stefan Brönneke
Sofie Heumesser Saskia Brzyszczyk
Willi "Klößchen" Sauerlich Manou Lubowski
Rezension vom: 26.01.2019

TKKG
(208) Geheimnis im Tresor
Erschienen: 2019
Dauer: 55:31


Klassenfahrt der 9b im Skiort Enders im Engthal - eine Woche Ski fahren, snowboarden und ungetrübter Winterspaß im Schnee. Doch dann wird Gaby im aufkommenden Schneesturm von einem Pistenrowdy gefährlich geschnitten und zu Fall gebracht. Tim will sich den Übeltäter vorknöpfen. Die Spur führt zu Max Fliege, Sicherheitsmann im örtlichen Casino und Mitglied einer Motorradgang. Schnell geraten TKKG in ein brenzliges Abenteuer und schon wenige Stunden nach Gabys Unfall geht es nicht mehr um die Einhaltung von Pistenregeln, sondern ums nackte Überleben auf dem nächtlichen Berg...

Mein Kommentar: Geheimnis im Tresor ist ganz großes (Ohren-)Kino! Was Autor Martin Hofstetter hier abliefert, ist entweder ernst gemeint, oder aber er will den alten TKKG-Fans eine Lachnummer par excellence bieten. Und bevor ich weiter aushole, will ich sicherheitshalber erklärt haben, dass es auch bei den Wolf'schen TKKGs jede Menge Mumpitz, Stuss und Stilblüten gab - aber bei Wolf hatte das alles eine unfreiwillige Komik, die im Kontext des gesamten Abenteuers (meistens!) irgendwie zumindest in sich selbst funktioniert hat. Und hier ist es ähnlich. Wir haben viele Anleihen der frühen 100er-Folgen! Denn Nummero 208 hätte ich eigentlich genauso eher von einer Reihe wie "Die Ferienbande" erwartet - und alles wäre klar und deutlich als Satire und zugleich Liebe zum verulkten Produkt verstanden worden. Doch hier bin ich unschlüssig, was die Intention war! ABER WARNUNG: SPOILER-ALARM!

Und nun endlich zur Sache: Super-Tim und Opfer-Gaby sind glücklich vereint! Allerdings ist Tim noch nie so dermaßen über sich selbst hinausgewachsen, wie hier - und auch Gaby ist selten sooo sehr "in Gefahr" gewesen. Denn vor allem bei Gaby geht es ohne permanentes Lachen beim Zuhören einfach nicht. Ihr wird offen mit dem Tod durch Erfrieren bei hohen Minusgraden in einer Gletscherspalte gedroht, und sie fragt ihren Entführern (jawohl - WIEDER MAL wurde sie entführt!) ein Loch nach dem anderen in die Bäuche. Wie abgebrüht kann man in so jungen Jahren eigentlich sein? Und die Gangster? Die verraten all ihre Pläne und erklären auch all die anderen Details zu den bisherigen Vorkommnissen in bester James-Bond-Superschurken-Manier.

Aber Tim? Ich weiss gar nicht, wo ich bei dem anfangen, und wo aufhören soll. Der holt hier alles nach, was er in den letzten ca. 50 Folgen nicht leisten konnte/durfte. Es wird gepöbelt, mit Prügel und Vergeltung gedroht und er kann und weiss immer alles... Nur dass er hier dermaßen aufdreht, dass es auch noch für die nächsten 300 TKKG-Abenteuer ausreicht. Bei - wie schon erwähnt - hohen Minusgraden, um Mitternacht herum, in einem sich nicht mehr rührenden Skilift feststeckend, klettert er, nachdem er bereits eine ganze Weile vor sich hinfrof, die Skilift-Haltestange hoch, und hangelt sich anschließend am Trägerseil zum Zielort entlang.

Das allein wäre eigentlich schon genug, um sich Bauchkrämpfe zu lachen, aber er tut es natürlich für Gaby! Und nicht nur das, er betont sogar noch heldenhaft, dass es ja schließlich "für Gaby" sei. Aber, wie gesagt, dass allein war längst nicht alles! Unmittelbar zuvor fallen sie (also Tim, Karl und Klößchen) auf den plumpesten Trick aller Zeiten rein: "Oh nein, ich darf den grünen Knopf nicht drücken, der den Skilift in Gang setzt, denn dann würdet ihr in Gefahr geraten, wenn ihr mit dem Skilift fahrt. Das geht auf gar keinen Fall, ich renne lieber weg und hole die Polizei! *rennt weg*" . Und als ich dachte, dass das doch jetzt unmöglich passieren könne, passiert es: Als der Typ weg ist, drücken sie den grünen Knopf und hüpfen auf die nächsten Skilift-Sitzplätze. Natürlich bleibt der Lift auf halbem Wege stecken und Karl, obschon schlotternd ob der Angst und Eiseskälte, erklärt, was in ihren Organismen gerade dank der Temperaturen geschieht und in welchem Stadium des Sterbens sie wären. Nicht so Tim! Der geht den Fall in Gedanken nochmal durch und weiss binnen Zehntelsekunden, was wie warum geschehen ist und wer der wahre Bösewicht sein muss. Und, schwupps, klettert er die Stange hoch - für Gaby, natürlich! ...und wie er sich, bei -20° im Tiefschnee liegend, mannhaft die Schmerzen im Bein verkneift... Pures Hörspielgold!

Den Plot selbst sollte man übrigens ebenfalls nicht zu ernst nehmen, denn auch der ist reichlich wackelig: Wegen eines grünen Helmes mit weißen Zeichen darauf, erinnert sich Karl an eine Entführung Anfang der '90er, und natürlich kann es grüne Helme mit weißen Zeichen nur in diesem Zusammenhang geben. Schließlich benutzen alle Militärtruppen dieser Welt keine grünen Helme, und falls darauf mal irgendetwas geschrieben steht, dann niemals in weiß! Und auch Motorradfahrer haben noch nie grüne Helme benutzt! Solcher Art Helme sind absolute Unikate! Wie unglaublich dreist es ist, diesen Zufall und die damit verbundene reine(!) Mutmaßung(!) als Faktum vorauszusetzen - Wow!

Nun, ich höre hier mal auf. Aber ich bitte Euch: Kauft dieses Hörspiel! Es ist großartig. Und ich meine das vollkommen ohne hämischen Gedanken. Bei dieser Folge kommt Ihr ganz und gar auf Eure Kosten. Ich habe selten so gelacht, wie bei "Geheimnis im Tresor" - wirklich, ganz im Ernst, ich MAG dieses Hörspiel. ...wenn auch nicht deswegen, weil es so super spannend wäre... Ach ja, fast vergessen: Warum müssen Jugendkrimis immer mit Todesgefahren und skrupellosen Unholden gespickt sein? Wo sind die Abenteuer, die einfach Abenteuer sind, und deshalb interessant und spannend? Diese James-Bond-Nummer ist auf jeden Fall zu krass!

Die Produktion ist übrigens erst Sahne, bietet viele Musiktracks, die man schon sehr lange nicht mehr hörte (bitte ruhig öfter so, Herr Minninger! :), und alle Sprecher/innen leisten saubere Arbeit. Besonders hervorheben will ich unbedingt Sascha Draeger. Was er aus seiner Rolle als Tarzan/Tim immer wieder rausholt - und das vorallem in dieser Folge -, ist sagenhaft. Sehr, sehr gut!

Meine Wertung: 90%
Cover: Der Rote Retter
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Peter Kaempfe
Anwohner 1 Alexander Rieß
Anwohner 2 Junis Grossrnann
Anwohner 3 Robert Knorr
Gabriele "Pfote" Glockner Liza Ohm
Herr Schmidbauer Achim Schülke
Journalist Frank Gustavus
Justin Scherflinger Holger Urnbreit
Karl "Computer" Vierstein Felix Strüven
Kommissar Glockner Michael Bideller
Margot Glockner Christine Kutschera
Peter "Tarzan / Tim" Carstens Sebastian Fitzner
Polizist 1 Robert Kotulla
Polizist 2 Wolfgang Riehm
Roter Retter Patrick Stamme
TV-Reporterin/Polizistin Nadine Schreier
Willi "Klößchen" Sauerlich Julian Greis
Rezension vom: 15.12.2018

TKKG Junior
(4) Der Rote Retter
Erschienen: 2018
Dauer: 1:01:37


Ein Superheld in der Millionenstadt: Als der Supermarkt überfallen wird, eilt er in roter Maske und Umhang herbei, stellt die Täter und gibt die Beute zurück. TKKG ist das Ganze nicht geheuer. Spätestens nach der ersten Begegnung mit dem Roten Retter ist ihr detektivisches Gespür geweckt. Wer steckt hinter der Maske?

Mein Kommentar: Die erste Folge der TKKG-Junioren, die mir nicht ganz so dolle gefällt. Es ist bereits viel zu früh offensichtlich, dass die Sache mit dem Roten Retter von langer Hand geplant und choreografiert ist. Und es wird so offensichtlich darauf hingedeutet, dass man als Hörer/in schlicht keine Wahl hat, als nur eben genau das zu vermuten.

Ferner ist der Rote Retter eigentlich auch gar kein Superheld im eigentlichen Sinne - bereits auf dem Cover hebt er einen der Bösewichte mit nur einer Hand und ohne Mühe hoch! -, sondern er ist lediglich etwas im Bereich der Kampfkünste bewandert, und etwas anderes wird den Menschen, mitsamt Presse, auch nie suggeriert.

Dabei wäre es toll gewesen, wenn man erstmal hätte mitraten können, was es mit dem Roten Retter auf sich hat, und wie jemand tatsächlich diese oder jene Superkräfte oder Spezialausrüstung haben kann, um dieses oder jenes übersinnliche Manöver vollziehen zu können. Stattdessen geht es sehr bald nur noch darum herauszufinden, warum das alles gestellt wird und wer noch dahintersteckt. Schade.

Hier wurde wirklich viel Potenzial für einen sehr spannenden Fall verschenkt. Nichtsdestotrotz ist Der Rote Retter ein Hörspiel, das angenehm durch die Ohren geht. Das liegt an den gut aufgelegten Sprechern und Sprecherinnen, den gut hörbaren Musiken und dem angenehmen Tempo der Story. Denn es gibt regelmäßig Ortswechsel und die eine oder andere Verfolgungsjagd...

Meine Wertung: 60%
Cover: Geheimnis des Bauchredners
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Axel Milberg
Bob Andrews Andreas Fröhlich
Bryan Bonfanti Frank Roder
Frank Corman Lutz Werner Mackensy
Henson Constantin Stahlberg
Justus Jonas Oliver Rohrbeck
Miller Birte Kretschmer
Mr Giggles Lutz Werner Mackensy
Osiris Wolfgang Kaven
Patricia Osborne Barbara Focke
Peter Shaw Jens Wawrczeck
Sunshine Dagmar Dreke
Trixie Stiles Anne Moll
Vandaan Andreas Birnbaum
Rezension vom: 15.12.2018

Die drei ???
(196) Geheimnis des Bauchredners
Erschienen: 2018
Dauer: 1:18:26


Patricia Osborne hat Probleme mit ihrem neuen Mitbewohner Mr. Giggles. Er bereitet ihr schlaflose Nächte. Denn statt in seinem Sessel zu bleiben, wandelt er zur Abendstunde durchs Haus. Ein Fall von Ruhestörung? Das klingt nicht nach einem Fall für die drei Detektive. Doch dann erfahren Justus, Peter und Bob, dass Mr. Giggles eine Bauchrednerpuppe ist! Und für Patricia Osborne steht fest: Mr. Giggles ist vom bösen Geist seines Puppenspielers besessen.

Mein Kommentar: Ich bin jedes Mal unschlüssig, aber irgendwas als seine Mitautoren/innen macht André Marx anders. Um nicht zu sagen: Besser. Mit welcher Dichte er immer wieder gute ???-Geschichten abliefert... Und hier schon wieder. Das kann nicht nur daran liegen, dass man sich bei Europa mit seinen Büchern mehr Mühe bei der Vertonung gäbe...

Nun, bevor ich hier aber jetzt nur dem geschätzten Herrn Marx Honig ums Maul schmiere: Die Geschichte ist wirklich gelungen und hat sowohl Elemente der Moderne als auch welche aus den Klassikertagen von Die drei ???. Das liegt nicht nur daran, dass einerseits Figuren aus eben dieser Klassikerzeit - genauer: (25) ...und die singende Schlange - erwähnt werden oder vorkommen, wie Allie oder Patricia Osborne, und Sprecher/innen dieser Folge mitwirken, wie Barbara Focke, Lutz Mackensy, und - hört, hört! -, sogar Wolfgang Kaven (der damals nur eine Statistenrolle im 25. ???-Hörspiel bediente).

Nein, das liegt mitnichten daran, sondern ist lediglich ein willkommener Fanservice-Bonus. Es liegt daran, dass diese Geschichte einen interessanten Aufbau bietet, und nie zuviel vorweg nimmt, oder übertrieben bedrohlich wird. Hier wird im Grunde einfach nur ein Fall gelöst, ohne, dass es zum Ende hin wieder mal um Kopf und Kragen geht. Etwas, dass mir übrigens immer mehr auf den Senkel geht. Dieses Stilmitttel der dauernden Lebensgefahr und Zeitknappheit. Heute wird meist zu irgendwem hingefahren, dabei ergibt sich dann irgendwas und schon ist man mittendrin und alles passiert einfach nur noch, während die ??? Zeugen werden... Doch hier: Im Gegenteil, Justus, Peter und Bob, nutzen auch mal wieder herkömmliche, beinahe schon altmodische Methoden. Wie jene des Fingerabdrucknehmes und -vergleichens, oder des tatsächlichen Besprechens von Fakten und dem Verteilen von Aufgaben untereinander.

Allerdings hat dieses Hörspiel auch einen Makel - mehrere Szenen hätte man sicherlich eindampfen können, um Zeit einzusparen. Denn normalerweise mag ich Hörspiele mit Überlänge - hier sind es immerhin über 78 Minuten! -, doch es wird jede Menge Zeit geschunden. Unnötigerweise. Allein die ersten 15 Minuten hätte man früher in 5 durchgebracht. Und ich bin mir sicher, das wäre hier auch gegangen, ohne, dass es sich hektisch angefühlt hätte. Und so ist das in mehreren Szenen, die man teilweise auch etwas umschreiben hätte können, um etwas mehr Tempo zu haben. Nicht, dass das Hörspiel dadurch wesentlich schlechter würde, aber es hätte mit etwas mehr Tempo besser sein können.

Meine Wertung: 88%