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Die aktuellsten Rezensionen, Seite 2

Cover: Teuflische Kaffeefahrt12.05.2018

Ein Fall für TKKG
(205) Teuflische Kaffeefahrt (Erschienen: 2018)
Dauer: 1:09:36


Tim, Karl, Gaby und Klößchen kommen einem Betrüger auf die Schliche: Auf Gratiskaffeefahrten nimmt der Geschäftsmann Hagen Teufel gutgläubige, ältere Menschen aus, indem er ihnen wertlose Heilmittel zu schamlos überteuerten Preisen verkauft. Aber TKKG haben einen Plan, heften sich an Teufels Fersen und sind kurz davor, den Betrüger samt seinem Busfahrer Harry Henkel dingfest zu machen. Leider läuft der Plan aus dem Ruder, denn was TKKG nicht wussten: Der ehemalige Boxchampion Harry Henkel spielt sein eigenes Spiel...

Mein Kommentar: Die Idee, mal die abzockerischen Kaffeefahrten auf's Korn zu nehmen, gefällt mir. Auch der Aufbau der Geschichte ist ansich sehr gut. Allerdings nur grob bis zur Hälfte der Spielzeit. Denn ab dann passiert nichts, mit dem man nicht gerechnet hätte, beziehungsweise, es passiert teils auch schlicht gar nichts.

Ab dem Punkt, wo der Halunke das Weite sucht und man ihm auf dem Fersen ist, ist die Spannung und das Tempo komplett raus. Er wird ertappt, er türmt, Tim springt hinten an den Bus, aber letztlich verliert er den Bösewicht aus den Augen. Man findet ihn zwar wieder, wartet aber ab, weil er sicherlich im Höhlengangsystem verduften würde, wenn man ihm zu nahe käme - also wartet man ab... und wartet...

Währendessen gibt es einige Diskussionen bezüglich des Vertrauens zum Komplizen des Halunken. Würde er wirklich helfen, oder würde er nicht? Lügt er, oder lügt er nicht? Ganz ehrlich: Hier habe ich mir den alten Tim gewünscht. Der schlimme Finger ist aufgeflogen, rennt dann sofort zum Bus, setzt sich ans Steuer, gibt Gas, Tim springt gerade noch hinten an den Bus, klettert während der Fahrt in den Bus, knockt den anderen nieder - alle jubeln.

FAZIT: Ein zweischneidiges Schwert. Thema super, Anfang toll, aber die zweite Hälfte kommt nicht aus dem Quark, weil die Geschichte eigentlich schon vorbei ist, oder genauer: vorbei sein könnte. Die Sprecher und Sprecherinnen liefern allerdings hervorragende Arbeit ab, und Frau Körting und Herr Minninger haben ebenfalls alle Register gezogen (Musiken, Effekte und Co. sind klasse)... ...aber hey, der Titel, auweia... Wer hat denn den bitteschön durchgewunken!?

Meine Wertung: 64%
Cover: Im Bann des Drachen15.03.2018

Die drei ???
(192) Im Bann des Drachen (Erschienen: 2018)
Dauer: 1:07:42


Peter ist spurlos verschwunden und seine beiden Freunde sind ziemlich ratlos. Was Justus und Bob nicht wissen: Der zweite Detektiv wird etliche Kilometer von Rocky Beach entfernt festgehalten. Wer hat ihn verschleppt und wieso? Können seine Freunde ihm zu Hilfe kommen? Und was hat der geheimnisvolle Drachensohn mit all dem zu tun? Justus und Bob müssen sich auf eine gefährliche Reise begeben, um all diese Fragen beantworten zu können.

Mein Kommentar: Nein! Einfach nein! Die Folge is' nix! Ich weiß auch gar nicht, wo ich anfangen und wo ich aufhören soll, weil das alles ein einziges Durcheinander und Aneinanderreihen von Blödsinn ist.

Dabei fängt es durchaus vielversprechend an. Wir hören Peter zu, wie er feststellt, an einem fremden Ort aufzuwachen, ohne zu wissen, wie er hinkam - oder warum. Doch dann kommt eine Dame herein, die Katara genannt wird. Hier ist nicht nur seltsam, dass der Name durchweg englisch pronounciert wird (zudem mit anmerikanisch gerolltem "R"), was Quatsch ist, denn wir sind in Shanghai, sonderrn was jetzt an Erklärungen folgt, ist derart hanebüchen - auweia!

Peter wurde entführt, weil er die chinesische Mafia gewissermaßen retten soll. Es dauert dann auch nicht lang und Justus und Bob, die sind derweil noch in Rocky Beach, erfahren ebenfalls, was los ist und düsen schnurstracks Richtung China, um Peter zu befreien. Da gleich mal die erste Frage: Wie kann man einen Jungen, noch dazu betäubt, also leblos, einfach so außer Landes bringen? OK, vielleicht hat da jemand jemanden bestochen, mag sein. Aber das ist ja nur eine vielen der Fragen, die man im Kopf einfach nicht klar kriegt.

Stattdessen macht man es sich in einer Tour unendlich leicht, indem behauptet wird, der Oberboss hätte eben einfach "gewisse Möglichkeiten". Dieser Art Antwort erhält man als Hörer/in ständig. Wie konnte irgendetwas seltsames, abstruses passieren oder möglich gemacht werden? Ganz einfach: Der Oberboss ist nunmal der Oberboss - der hat es eben irgendwie geschafft.

Dann entspinnt sich allmählich der halbwegs verständlich Plot. Halbwegs, weil man bei all den Namen und Gründen nicht mehr begreift, wer jetzt wie zu wem steht. Aber immerhin, wir verstehen: Die chinesische Mafia bekriegt sich untereinander. Die jeweiligen Familien feinden sich mehr und mehr an, weil irgendein Junge keine Lust mehr hat, bei alledem mitzumachen und deshalb einfach nur aussteigen will. Was dieser Junge damit zu tun hat, dass die anderen zig Mitglieder/innen der Untergründler deshalb einen auf GZSZ zu machen? Das erfahren wir wieder nicht: "Es ist eben so! Das hat euch auch nicht weiter zu interessieren! Wäre außerdem zu kompliziert, das zu erklären!"... So einfach ist das. Überhaupt verbringen alle Akteure und Akteurinnen wahnsinnig viel Zeit damit zu ekrlären, wie geheimnisvoll und mächtig sie sind. Wehe, man versuche wegzulaufen, man würde es nicht überleben. Wehe, man versuche dieses, dann geschehe jenes. Wehe, man... Dauernd geht das so!

Doch was tun Justus, Peter und Bob? Die machen da mit! Diese Menschen handeln tagtäglich in vielerlei Hinsicht nicht nur illegal, sondern im Besonderen vor allem stark amoralisch. Aber, was soll's!? Unwichtig! Die drei Detektive helfen natürlich gern. Zum Einen, weil sie eh keine Wahl haben, zum Anderen aber, weil es sie auch gar nicht zu stören scheint, WEM sie da eigentlich behilflich sein wollen. Noch dazu: Was wollen drei Jugendliche aus Amerika, und seien sie noch gewitzt und erfahren, gegen derartig organisierte Banden ausrichten, beziehungsweise für diese tun, was sie nicht selbst tun könnten?

Doch in einer Tour werden Gesinnung und Taten dieser Menschen hoffnungslos untertrieben und romantisiert. Gerade von Zuko, der gern erklärt, wie sehr ihm das alles (die Triaden) fehlen werden, obwohl er aber natürlich nicht so werden will wie sein Vater. Was mich aber am meisten irritiert: Wieso denkt man nicht zumindest darüber nach, die Polizei in irgendeiner Weise zu informieren? Justus, Peter und Bob scheinen zu keiner Zeit in einem Gewissenskonflikt zu stecken. Sie äußern sich durchweg hilfsbereit und verständnisvoll - und sollte das dennoch alles nur Fassade sein, erfährt man es als Zuhörer/in nie.

Ich breche hier jetzt lieber ab, obwohl ich noch lange nicht am Ende mit Kopfschütteln und Gesicht in den Händen vergraben bin... Kurz: Diese Geschichte ist totaler Murks!

Immerhin: Die Produktion, also die Europa-Seite, ist allerdings gelungen. Alle Sprecher/innen liefern gute Arbeit ab und die Musiken klingen stimmig.

Meine Wertung: 37%
Cover: ...und die gemeine Falle26.02.2018

Fünf Freunde
(125) ...und die gemeine Falle (Erschienen: 2018)
Dauer: 54:08


Große Aufregung in Kirrin! Am Meeresufer verunglücken nacheinander zwei Schiffe. Doch als hätte Constable Wilbert mit der Aufklärung nicht schon genug zu tun, verteilt er auch noch unberechtigte Strafanzeigen. Sogar George wird grundlos wegen gestohlener Äpfel beschuldigt. Das lassen die Freunde nicht auf sich sitzen. Sie beginnen nachzufragen und kommen schon bald immer größeren Ungereimtheiten auf die Spur, bis sie schließlich einen ganz gemeinen Betrug aufdecken.

Mein Kommentar: Schwierig, schwierig... ...dieses Hörspiel meine ich. Im Grunde mag ich es. Die Produktion ist top (Körting eben), alle Sprecher/innen machen einen tollen Job und selbst der Plot ist unterhaltsam, ja sogar einigermaßen spannend.

Doch ist es vor allem eine Auffälligkeit, die mir das Hörvergnügen vermasselt: Dass niemand den Kids Glauben schenken will. Es ist ohnehin schon offensichtlich, dass ein Komplott gegen Constable Wilbert laufen muss, wenn soviele komische "Strafanzeigen" vorliegen, die niemand so wirklich verstehen kann. Aber wenn die Kirrin-Kids mal darauf aufmerksam machen, dass dieses oder jenes doch schon ein bisschen seltsam wäre, wird ihnen der Mund verboten, man schickt sie weg und hört ihnen nicht zu - noch dazu ohne erkennbaren Grund. Niemand hört ihnen nicht zu - einfach so! Was spräche dagegen, ihnen einen Moment zuzuhören? Mal ein, zwei kleine Nachforschungen anzustellen? Oder wenigstens die Meinung von Constable Wilbert zu alledem einzuholen? Eben - nichts spräche dagegen.

Der einzige Grund dafür kann sein, dass die Story noch eine Weile weiter durchlaufen kann, denn sonst wäre der Fall ja nach spätestens 20 Minuten Spielzeit abgehakt. Und das ist, was mich so wurmt. Innerhalb des Hörspiels werden die Kinder konsequent von Erwachsenen - selbst der Polizei! - abgekanzelt. Und niemand, absolut niemand, kommt auf die Idee, wenigstnes mal bei Wilbert abzurufen und ihn zu fragen, was es mit diesen ganzen Anzeigen auf sich hat? Zumindest diese eine Sache zu tun, ist so naheliegend, dass ich beim Anhören einfach nur den Kopf schütteln kann. Da spricht jemand ohne Grund haufenweisen Anzeigen aus, auf dem Revier guckt niemand in die Akten, was es damit auf sich hat, oder um potenzielle Zeugen zu ermitteln, und Personen, die diese Anzeigen in Auftrag gaben, gibt es auch keine - außer Constable Wilbert. Und der kann nicht bei allen "Verbrechen" immer anwesend gewesen zu sein, um das bezeugen zu können. Kommt denn niemandem im Ort das auch nur ein bisschen merkwürdig vor? Offenbar nicht.

Außerhalb des Hörspiels ist das aber derartig offensichtlich ist, dass es beim Hören keinen Spaß mehr macht, sondern man sich ärgert, was denn das bitteschön soll. Es kann doch nicht so schwer gewesen sein, sich 1-2 plausible Gründe auszudenken, warum die Polizei hier keine Nachvorschungen anstellen kann oder will. Oder man hätte auch einfach nicht so wahnsinnig viele Strafanzeigen verteilen können, damit es nicht zu einer solch schieren Dringlichkeit kommt und die Sache eine Spur subtiler hätte ablaufen können...

Hätte man eine verständliche Begründung dafür genannt, dass niemand den Kids zuhören kann oder will, oder Constable Wilbert gerade nicht kontaktiert werden kann, wäre dieses Hörspiel sehr unterhaltsam. Aber so steht eine an sich gute Story sich selbst im Wege...

PS: Die im Titel genannte "gemeine Falle" ist im Grunde genommen ein Pleonasmus, oder immerhin eine unnötige Redundanz. Ist denn nicht jede Falle gemein? Ist es nicht die Gemeinheit dahinter, die eine Falle erst zu einer Falle macht? Sonst wäre es doch keine Falle - oder?

Meine Wertung: 62%
Cover: Verschwörung auf hoher See26.02.2018

Ein Fall für TKKG
(204) Verschwörung auf hoher See (Erschienen: 2018)
Dauer: 1:01:20


Mitten im Januar genießen Tim, Karl, Gaby und Klößchen angenehme 26 Grad und strahlenden Sonnenschein! Auf dem Sonnendeck eines Kreuzfahrtschiffs in der Karibik stehen die Zeichen auf Erholung. Wäre da nicht diese gemeine Diebstahlserie eines blinden Passagiers, von der Sicherheitsoffizier Claas Holthusen vertraulich erzählt. Eigentlich ein leichter Fall für TKKG. Doch als das Schiff die sagenumwobenen Gewässer des Bermudadreiecks erreicht und ein furchtbarer Sturm aufzieht, werden alte Seemannsgeschichten wahr...

Mein Kommentar: Gute Folge! Die Schiffsatmosphäre kommt toll rüber, der Plot ist stringent und nachvollziehbar. Wirklich: Gute Folge! Ich habe nur an Kleinigkeiten hier und dort etwas zu bekritteln.

So sieht die Kapitänin Linda Hansen auf dem Covermotiv jung und sehr freundlich aus. Im Hörspiel wirkt sie eher mittleren Alters und nicht unbedingt an Smalltalk mit den Passagieren interessiert. Oder Kommissar Glockner, der doch tatsächlich erleichert ist, dass Luxuskreuzfahrten heutzutage so günstig seien, dass auch sie (die Glockners) sich sowas leisten könnten. Öhm, der Herr ist das Ass der Millionenstadtpolizei und verdient bestimmt ganz ordentlich. Andererseits bleibt er hier im Großen und Ganzen außen vor und muss sich in 1-2 Situationen sogar eher simple Schlussfolgerungen von den TKKGs erklären lassen... Naja...

Seltsam mutet mir auch Frau Glockner an, die offenbar am Tante-Fanny-Symdrom leidet. Viel zu oft quengelt sie mir herum, dass man doch bitte keinen Fall lösen, sondern den Urlaub genießen solle, oder sie ist bei der allerkleisten Ungereimtheit gleich nervös und muss von ihrem Emil erstmal zur Haltung ermahnt werden. Gerade bei Frau Glockner wundert mich sowas doch sehr, da diese in all den Jahren zuvor stets als nervenstarke Frau zu vernehmen war.

Und Tim, naja... Der geht also tatsächlich auf eine Luxusreise und beschwert sich aber gleich zu Beginn, dass ja nichts los sei und er sich nur langweile... Was hat er denn vor Reiseantritt erwartet - bei einer Kreuzfahrt auf dem Luxusdampfer? Bei Karl fällt mir noch ein, dass er bei der Bermudadreieck-Diskussion ruhig von 2-3 Theorien hätte berichten können, durch welche sich das Verschwinden von Schiffen und Flugzeugen möglicherweise nachweisen ließe. Doch sagt er im Grunde eigentlich nichts dazu - sehr schade.

Soweit also alles Kleinigkeiten, die mir zwar auffielen, aber nicht wirklich stören. Zwei Dinge gibt es aber dennoch: 1) Die Bösewichte sind direkt als eben diese zu erkennen. Alle Charaktere sind vom Fleck weg so angelegt/interepretiert, dass man sie umgehend identifizieren kann. 2) Ein Luxusschiff mit mehreren hundert Passagieren und Kabinen, aber die Unholde sind sofort ausgemacht und werden am Ende auch ohne große Schwierigkeiten dingfest gemacht?

Bleibt ein alles in allem gutes TKKG-Hörspiel mit kleinen, leicht verschmerzbaren Schwächen, das ich gern weiterempfehle.

Meine Wertung: 77%
Cover: Verbrechen im Nichts30.01.2018

Die drei ???
(191) Verbrechen im Nichts (Erschienen: 2018)
Dauer: 1:11:06


Schluss mit der Verbrecherjagd! Justus, Peter und Bob müssen ihre Sommerferien im beschaulichen Dörfchen Nothing verbringen und sind entsetzt. Der Name ist Programm: Hier passiert rein gar nichts. Auf den ersten Blick. Denn auf den zweiten birgt auch Nothing zahlreiche Geheimnisse. Schneller als es den drei ??? lieb ist, werden sie in eine Schatzsuche verstrickt und lenken die Aufmerksamkeit eines mysteriösen Verfolgers auf sich...

Mein Kommentar: Oft schon waren die drei ??? damit konfrontriert, einfach nur eine erholsame Zeit erleben zu wollen. So ganz normal eben. Nachmittags am Strand relaxen, im Ausland Urlaub machen, eine Zirkusvorstellung anschauen... Nie ist etwas daraus geworden. Glaubt nach insgesamt über 200 Folgen also noch irgendjemand, dass es bei "Verbrechen im Nichts" ausnahmsweise anders sein würde?

Entspannen die drei wirklich nur ein wenig und genießen dabei die ruhige Zeit? Denkste! Keine 5 Minuten im Hörspiel schon spricht jemand die ersten seltsamen Sätze. Als aufmerksame/r Hörer/in merkt man sich derlei Äußerungen natürlich, weil sie später garantiert irgendwie wichtig und darum gedeutet werden müssen. Doch bereits eine Szene weiter kommen Blut, Schreie und andere Dinge hinzu - hier ist ganz eindeutig irgendein Fall zu lösen. Na, dann mal los!

Doch als dann schon wieder kryptische Rätselverse vorgelesen werden, bin ich echt genervt. Wie oft denn noch? Meine Güte. Ja, ich weiss, früher war das cool und in, und niemand zweifelt ernsthaft an der Qualität der frühen Tage. Aber einerseits gab es früher auch sehr, sehr viele Folgen ohne Rätsel und zweitens ergaben sie in gewisser Hinsicht Sinn. Doch heute scheint nichts mehr zu gehen, ohne, dass nicht irgendjemand aus seiner Tasche einen Zettel zieht, auf dem irgendein verwirrter Käse geschrieben steht, den Justus auch noch im Handumdrehen dechiffriert. Im Gegenteil, gleich mehrere Folgen gab es in den letzten Jahren, die exakt das sogar als Fall-Prämisse aufgriffen.

Ich schreib's darum, wie es ist, schließlich ist an dieser Stelle ja meine Aufgabe, meine Eindruck zu schildern: Ich hörte die Folge zweimal durch, die Auflösung am Ende ist mal ein bisschen was anderes, wenn auch nicht unbedingt konsequent, und die Produktion ist von der Klangkulisse her top. Doch klingen Brian und Ashlyn nicht natürlich, sondern zu sehr nach Blatt-Papier-und-Mikrofon-vor-der-Nase-Situation.

Allerdings stören mich weder das inkonsequente Ende noch die beiden nur okayen Sprechleistungen - weil mich viel mehr stört, dass es schon wieder Rätselverse gibt. Es tut mir leid, aber an dieser Stelle habe ich sehr mit den Augen gerollt. Ein wenig mehr Abwechslung, bitte, liebe Autoren und Autorinnen. Bitte auf absehbare Zeit keine "Eigentlich wollten die drei ??? ja nur ein bisschen entspannen, aber..."- und "Löst bitte die folgenden Zeilen auf diesem Blatt Papier"-Szenarien mehr!

Meine Wertung: 64%
Cover: Der Räuber mit der Weihnachtsmaske28.12.2017

Ein Fall für TKKG
(203) Der Räuber mit der Weihnachtsmaske (Erschienen: 2017)
Dauer: 1:05:58


Früher Schneefall hat die Millionenstadt bereits Anfang Dezember in ein idyllisches Winterwunderland verwandelt. Aber die friedliche Stimmung währt nur kurz, denn Karl wird Zeuge eines gemeinen Verbrechens. Am Institut für Musikwissenschaft wird Prof. Tilmann Zobel ein 200 Jahre altes Notenblatt gestohlen. TKKG haben schnell einen Tatverdächtigen und heften sich an seine Fersen. Sie ahnen nicht, dass sie an der Nase herumgeführt werden...

Mein Kommentar: Sehr ungewöhnlich ist, dass wir die ersten rund 13 Minuten erstmal nur Karl vom Millionenstadt-Vierer hören. Gab es noch nie - oder gab es doch schon einmal eine etwas längere Szene, in der Karl ohne Tim, Klößchen oder Gaby auftrat? Ich kann mich nicht erinnern, dass so eine Szene länger als 30 Sekunden dauerte (beispielsweise (49) Bombe an Bord (Haie an Bord) oder (93) Die Opfer mit der kühlen Schnauze). Darum schön, dass der Computer mal ein wenig ins Rampenlicht gerückt wird - find ich echt gut!

Danach aber wird's mehr und mehr mau. Allein schon der Zusammenhang mit Bitcoins und "den geheimen Ecken des Internets", sowie TOR (steht für The Onion Routing), mutet nicht nur unnötig modern an, sondern es wäre auch völlig ohne dies gegangen. Statt Bitcoins hätte es meinetwegen auch ein Koffer voller Geld getan, denn diese "digitale Währung" wird lediglich ein-, zweimal genannt und spielt ansonsten keinerlei Rolle. Darum verwirrt das eher, als dass es beim Hören weiterhilft, oder es die Sache unterhaltsamer machen würde.

Auch verdächtigen TKKG eine Person nach der anderen, und als sei das nicht schon unspannend genug, kommt Kommissar Zufall nicht allein, sondern er bringt das gesamte Revier mit. Es hagelt Zufall auf Zufall - und nur deshalb sind TKKG überhaupt auf der richtigen Spur, beziehungsweise können nur deswegen am Ende den Täter überführen. Es wird nicht ermittelt und nicht geschlussfolgert - es sei denn, man nennt das permanente eher zufällige Beobachten von Personen Ermittlungsarbeit.

Doch gesellt sich zu alledem der Kladdentet hinzu. Der nimmt vorweg schon mal jede Menge Spannung raus, da er in seinen letzten beiden Sätzen genau verrät, was los ist! Wieso nicht gleich auch noch Namen des Täters mitsamt des Grunds für seine Tat dazuschreiben?

Meine Wertung: 43%
Cover: ...und die Kammer der Rätsel28.12.2017

Die drei ???
(190) ...und die Kammer der Rätsel (Erschienen: 2017)
Dauer: 1:03:54


Ein Auftrag der seltsamen Art: Die drei ??? sollen bei einer Wette behilflich sein. Gesucht ist ein Team aus klugen Köpfen, die sich in weniger als fünf Stunden aus fünf verschiedenen Rätselräumen befreien können. Wer wäre da geeigneter als Justus, Peter und Bob? Doch was zunächst als Spaß beginnt, entpuppt sich bald als gefährlicher Ernst...

Mein Kommentar: So oft schon lösten die drei Jungs aus Rocky Beach Rätsel. Unzählige sind es gewesen. Mal, um eine Erbschaft zu finden, mal, um einen Hinweis auf einen Täter zu erhalten, und mal, ja, mal sogar einfach nur zum Selbstzweck; einfach nur um des Rätsellösens willen. Zwar wurde am Ende doch irgendwie ein Fall daraus, weil die drei zum Beispiel nur benutzt wurden, was sie aber nicht wussten, aber der Aufhänger war zunächst erstmal: Löst die Rätsel, einfach nur, um sie eben zu lösen.

Das Thema "Escape Room" greift eben jene Grundidee erneut auf: Rätsel lösen, einfach, weil es Spaß macht, Rätsel zu lösen. Allerdings wird hier versucht zu erklären warum. Denn es geht dem Auftraggeber um eine Wette. Nur wirkt dieses Anliegen reichlich hanebüchen - zumindest, wenn man die ??? schon eine Weile in Büchern und Hörspielen begleitet. Denn natürlich ist an der Sache irgendetwas faul. Nie im Leben geht es einfach nur so um eine Wette - wäre ja gelacht.

Und genauso ist es auch! Schon, als es darum geht, dass Peter ihrem Auftraggeber für die Mithilfe dessen alte Kutsche abverlangt, und der Herr sich darauf einlässt, ist klar, dass das längst nicht alles ist. Auch die Rolle der Sandy macht gleich während ihrer ersten 2 Minuten klar, dass etwas nicht stimmen muss - die soll einfach nur Schiedsrichterin sein? Dafür meckert und nöhlt sie aber gewaltig zu viel rum. Da muss demnach mehr dahinter stecken! Leider nur ist Auflösung für das Drumherum am Ende merkwürdig kramphaft auf Nachvollziehbarkeit getrimmt. Der Böse ist gar nicht der Böse, dann doch wieder - und dann doch wieder nicht. Schließlich haben sich alle ganz doll lieb und der wahre Schurke wird leider nicht gefasst werden können... *achselzuck*

Das heißt, direkt zu Beginn merkt man - und soll man wohl auch merken -, dass da später eine Wendung kommen wird, nur ist diese Wendung dünn und unspannend. Mir wäre es zigmal lieber gewesen, wäre es tatsächlich einfach nur um eine schnöde Wette unter Kumpels gegangen, und am Ende äße man gemeinsam ein Eis und freut sich über den schönen Tag.

Hinzu kommt nur, dass auch die Löserei der Rätsel nicht greifen will. Das ist jedoch nicht die Schuld der Europas. Im Gegenteil, als Hörspiel gewinnt die Geschichte (aus dem Buch) sogar noch hinzu, weil alles sehr stimmungsvoll vertont wurde und auch alle Sprecher/innen einen super Job machen. Nein, es ist die Geschichte selbst. Die Rätsel werden nacheinander je geschildert, dann gibt's die typischen Pflichtsekunden der "Man, was eine harte Nuss"-Äußerungen, gefolgt von einem Geistesblitz, der direkt die Lösung aufzeigt, oder jemand sagt gedankenverloren etwas vor sich hin und Justus bringt seine Trademark-Satzfolge "WAS hast du da eben gesagt!? Aber natürlich doch, das ist es!"... Es kommt keine Spannung auf. Die drei Detektive latschen routiniert von Rätsel zu Rätsel, von Abenteuergeist und jugendlicher Begeisterung ob der Herausforderung keine Spur.

Mit anderen Worten: Die Rätsel werden recht zügig runtergespult. Gepaart mit der gleich am Anfang schon spürbaren - und dann auch leider sehr lahmen - Wendung am Ende, führt das dazu, dass das eigentlich interessante vor Potenzial triefende Thema "Escape Room" nicht wirklich genutzt, sondern lediglich für das ???-Universum abgehakt wurde.

Meine Wertung: 65%
Cover: Die Welt der drei Fragezeichen - Hintergründe, Fakten und Kuriositäten aus 50 Jahren30.11.2017

«Verschiedenes»
Die Welt der drei Fragezeichen - Hintergründe, Fakten und Kuriositäten aus 50 Jahren (Erschienen: 2017)


Wusstet ihr, dass Skinny Norris und Morton etwas gemeinsam haben? Dass Bobs Vater ganze vier und seine Mutter gar keinen Vornamen hat? Wer den Ausdruck "spezialgelagerter Sonderfall" erfand? Und ob Hugenay eigentlich noch einmal aus dem Gefängnis kommt? Die drei ??? haben sich in einem Zeitraum von mehr als 50 Jahren von einer ursprünglich US-amerikanischen Jugendbuchserie zu einem generationenübergreifenden Massenphänomen in Deutschland entwickelt. Dieses Buch fasst nun endlich (fast) alles zusammen, was über die drei Detektive aus Rocky Beach und ihre abenteuerlichen Erlebnisse bekannt ist: Wissenswertes zu allen wichtigen Figuren der Serie, die Hintergründe der Entstehung, Fakten und kuriose Gegebenheiten wie etwa die hypothetische Frage "Wie groß müsste die 'Kleinstadt' Rocky Beach eigentlich wirklich sein?". Ein spannendes Buch für alle Fans von Justus, Peter und Bob.

Mein Kommentar: Ich habe "Die Welt der drei Fragezeichen" dreimal gelesen. Denn für mich ist es etwas schwierig einzuordnen. Ich habe es jedes Mal gern gelesen, aber trotzdem wusste ich nicht so recht, was ich mit dem damit enthaltenen Wissen anfangen soll. Das allermeiste wusste ich bereits. Seien es die Mutmaßungen und Fakten zum "Die drei ???"-"DiE Dr3i"-Rechtsstreit, Charakterskizzen von Justus, Peter, Bob und vielen mehr, Infos zu praktisch allen Buch- und auch Hörspiel-Autoren und -Autorinnen, Unterschiede zu allen Äras (von den Klassikern, über Find-Your-Fate und den Crimebusters, bis ganz modern) und so weiter...

Ich denke, meine Verwirrung rührt daher, dass Rodenwald (Autor dieses Buches) einen sehr angenehmen Schreibstil hat und man mit jeder gelesenen Zeile die akribische Recherche wahrnimmt - und vor allem auch die persönliche Nähe zum ???-Universum. Das nötigt mir einerseits ungeheuren Respekt ob der bewältigten Mühe ab, und andererseits ist es äußerst interessant, wie andere Fans das Gesamtwerk "Die drei ???" damals wahrgenommen haben und noch heute wahrnehmen. Rodenwalds Perspektive zu lesen, war das, was mir gefiel.

Obwohl er seine Perspektive eigentlich nur am Rande kundtut! Denn "Die Welt der drei Fragezeichen" ist und bleibt ein Werk voller Fakten, Fakten und nochmals Fakten - eingebettet in einen flüssig und angenehm lesbaren Text. Und seine Perspektive ist unschwer herauszulesen, wenn man darauf achtet, wie er welche Schilderungen gewichtet. Immer mal wieder mit dem Kopf zu nicken und ein schmnunzelndes "Ja, genau das ist mir auch schon aufgefallen" oder ein anerkennendes "Interessant, so hab' ich das noch gar nicht gesehen" vor sich herzumurmeln, passiert beim Lesen nicht selten.

Dennoch vergeht Rodenwald sich bisweilen etwas zu sehr in seiner Faktenschilderung. So empfinde ich beispielsweise die vielen Erläuterungen zu Justus' Einstellungen zu Essen und den damit verbundenen Diäten langatmig. Allerdings fällt es schwer, hier einfach mal einen Absatz zu überspringen, weil ständig Wissen eingestreut ist, dass man vielleicht mal in einem der Bücher las, aber längst vergessen hatte, oder man eben nicht wusste, weil man die Bücher nie liest, sondern nur die Hörspiele hört. Und dieserlei Wissen ist zumeist so verquickt worden, dass es im entsprechenden Kontext des Absatzes zu einem "Hmmm, ist ja interessant"-Gedanken führt... Wären also diese Infos weniger lang verklausuliert worden, hätte ich selbst an diesen Faktenschilderungen (also etwa Justus' Diätphasen) nichts auszusetzen.

In aller Fairness muss ich außerdem anführen, dass ich nicht einfach nur Fan von den drei Rocky-Beach-Jungs bin, sondern ich Hörspiele im Allgemeinen und auch das Synchrongeschäft sehr interessiert verfolge - mit fast allem, was mir vor die Augen und an die Ohren kommt. Und dass das nicht allen so geht, weiss ich natürlich.

Darum ist "Die Welt der drei Fragezeichen" gewiss für all diejenigen eine lesenswerte Lektüre, die nur die Hörspiele hören oder nur die Bücher lesen. Denn zwangsläufig entstehen so Wissenslücken... ...die mit diesem Buch sicherlich zu großen Teilen gefüllt werden. Wobei wichtig zu sagen ist, dass hier keineswegs die Hörspiele oder die Bücher im Vordergrund stehen, und sich auch nicht in ewigen Lobhudeleien darüber ausgelassen wird, wie sehr das Eine oder das Andere doch die eigene Kindheit geprägt habe. Hier steht das ???-Gesamtkunstwerk im Fokus. Und mir fällt spontan kein Bereich ein, der hier nicht durchleuchtet wird.

Dass das Gros der enthaltenen Informationen nicht exklusiv mit "Die Welt der drei Fragezeichen" veröffentlicht wurde, sondern vielmehr aus unzähligen Quellen (???-Hörspiele, ???-Bücher, ???-Fanwebseiten und mehr) stammt, ist für meinen Geschmack kein Problem, denn immerhin nimmt Rodenwald mir damit viel Recherchearbeit ab, und bringt alle relevanten Fakten in einem Band zusammen, den man nur noch aufzuschlagen braucht.

Bedenkt man den Preis von 14,99€ (Stand: Ende November 2017), kommt mir das beinahe schon zu wenig vor! Die 256 Seiten sind darum ihr Geld allemal wert, da sie für mich das beste ???-Nachschlag darstellen, das derzeit zu haben ist.

Meine Wertung: 90%
Cover: ...und der Zug im Dunkeln13.10.2017

Fünf Freunde
(123) ...und der Zug im Dunkeln (Erschienen: 2017)
Dauer: 57:00


Julian wurde von einem Mitschüler nach Frankreich eingeladen und nimmt seine besten Freunde natürlich mit auf die Reise. Die fünf steigen in einen Zug, der durch einen Tunnel unterm Meer nach Frankreich fährt. Schon nach wenigen Minuten bleiben sie stehen und das Licht geht aus. Eine ganz normale Panne? Warum ist plötzlich ein Fahrgast verschwunden? Die besorgten Freunde beginnen nach ihm zu suchen und stoßen dabei auf höchst merkwürdige Funde. Obwohl es im Zug stockfinster ist, geraten sie auf eine ganz heiße Spur.

Mein Kommentar: Mal was anderes im Fünf-Freundes-Universum: Sie reisen in einem Zug, dieser bleibt mitten im Tunnel plötzlich stehen und das Licht geht auch noch aus... Zuerst sieht es nach einer Panne aus, doch bald schon passieren seltsame Dinge... So ungefähr steht es ja auch im Kladdentext, und geht man allein danach, ist das eine sehr spannende Folge. Doch danach geht es leider nicht. Denn diese seltsamen Dinge sind in der Tat schlicht und einfach nur im merkwürdigen Sinne seltsam. Oft war ich wahrhaftig erstaunt, warum so vieles so aufgesetzt wirkt und so umständlich geschildert wird.

Als Beispiel soll hier jetzt einmal nur die Szene dienen, in der Dick das Gold einer Dame und eines Herren befühlt. Zuerst mal ist komisch, dass diese Personen jeweils ein Stück Gold bei sich tragen, zumal diese Stücke sich scheinbar auch noch völlig gleichen. Dass sie das nicht tun, erfahren wir dann von Dick, der in je einer Hand eines der Goldstücke hält und sie am Gewicht unterscheiden kann. Das mag man noch verknusen. Aber die Art, wie diese Szene dem Ohr präsentiert wird, ist das, was mir einfach nicht gefällt. Beinahe jede Einzelheit daran ist ungelenk ge-schrieben und wird bis zum Geht-nicht-mehr be-schrieben. Ich saß da und war so genervt davon, dass ich ein ärgerliches "Jetzt nimm einfach das Gold in die Griffel und halt's Maul. Labert da nicht so lange rum!" von mir gab.

Auch ist die Figur des Mason (Reent Reins) derartig auffällig im Tonfall, dass man schon die Finger in den Ohren haben muss, um nicht zu merken, dass mit Mason was nicht stimmt. Ein wenig subtiler hätte die Regie es schon verlangen können, finde ich.

Bleibt am Ende ein halbwegs hörenswertes Hörspiel, das in seiner Plotgrundidee an und für sich hinhauen würde - stünde der verquere Schreibstil dem nicht im Wege. Die Sprecher/innen machen einen guten Job und es tauchen viele gerngehörte Stimmen auf, wie jene von Reent Reins, Gerd Baltus, Horst Naumann oder Oliver Rohrbeck - der hier aber als "Oliver Rotermann" aufgeführt wird; warum auch immer...

Die Produktion ist sehr gut und es kommt ein tolles "Zug im Dunkeln"-Feeling auf - wäre eben nur nicht die umständliche Schilderung des Falls...

Meine Wertung: 59%
Cover: Ein Paradies für Diebe03.10.2017

Ein Fall für TKKG
(202) Ein Paradies für Diebe (Erschienen: 2017)
Dauer: 1:06:45


Gaby und Tim beobachten auf einem Marktplatz mitten in der Millionenstadt eine junge Diebin, die mit einem schnellen Griff einen Ring in ihrer Hosentasche verschwinden lässt. Als die beiden dem Mädchen folgen, wird Tim von einem Mann gestoppt, festgehalten und dann sogar selbst des Diebstahls bezichtigt! TKKG machen sich sofort an die Detektivarbeit und sind schon bald einem Gaunerduo auf den Fersen. Die Spur führt in die Internatsschule und ins Kaufhaus Paradies...

Mein Kommentar: Japp, na also, geht doch! Waren die letzten Folgen zum großen Teil eher "Naja, geht so" bis "Och, ist ganz nett", finde ich diese hier echt recht gelungen. Sicher, ja, sie hat diverse Parallelen zu (62) Terror aus dem "Pulverfass" und (84) Dynamit im Kofferraum (Himmel, ist das echt schon 28 und 24 Jahre her!?), nämlich in Hinblick darauf, einem Kaufhausdetektiv, der krumme Dinger dreht, auf die Spur zu kommen, aber trotzdem klingt sie keineswegs wie ein Abklatsch.

Was mir aber echt gewaltig auf den Keks geht, ist, dass wie immer so gut wie jede Person, die für die Polizei ihren Dienst tut, offenbar unfähig oder nicht vertrauenswürdig ist, wenn es sich nicht um Kommissar Glockner höchstpersönlich handelt. Henna Stier wird nicht nur als Unsympathin dargestellt, und das nur, weil sie TKKG - aus ihrer Sicht immerhin völlig zu Recht! - verdächtigt. Nein, zwischendurch wird sie sogar noch abgewatscht, als Herr Glockner bei ihr durchruft und durchgibt, sie solle TKKG zu ihm rüberschicken, und Gaby betont noch feixend, er sei ihr Vater... Mal ehrlich - wie viele Kinder als gutem Hause haben noch niemals irgendwelchen Mist gebaut, großen oder kleinen? Jedenfalls mehr als genug, aber hier wird es so dargestellt, als seien TKKG die fleischgewordene Unschuld, nur, weil Herr Glockner Gabys Vater ist...

Andererseits ist widerum merkwürdig, dass Frau Stier doch eigentlich Gaby und ihre Freunde zumindest vom Hörensagen her kennen sollte, denn schließlich haben TKKG in ihrer Stadt einen gewissen Bekanntheitsgrad, und zumindest auf dem Präsidium sollte sich herumgesprochen haben, dass die vier schon öfters mehr als nur hilfreich beim Fassen von Dieben und Co. waren. Deshalb hätte wenigstens ihr Ton gegenüber TKKG etwas laxer sein sollen.

Ansonsten gibt es hier und da noch einige Auffälligkeiten für diejenigen, die TKKG schon seit vielen Jahren kennen. Wie jemand, der Tim einfach so festhält, ohne dafür zumindest verbal vom "Häuptling" abgestraft zu werden (von angedrohten Handgreiflichkeiten gar nicht erst zu sprechen). Hätte es früher nicht gegeben. Natürlich ist es im Grunde unfair, sich immer über solche Dinge geärgert zu haben und sie heute, wo es eigentlich "richtig gemacht" wird, zu kritisieren. Aber das ist genau die Sache: Es wurde jaaaaahrelang so gemacht und auf einmal ist von dieserlei Charakterzügen, je nachdem, wie man sie gerade benötigt, nichts mehr vorhanden. Denn neuerdings wandeln sich die vier vom TKKG mal mehr in diese, mal jene Richtung; abhängig davon, wer gerade Autor/in für den vorliegenden Fall ist. Es gibt hier keine echte Konstante für "die neuen TKKG".

Dennoch, wie ich eingangs schrieb: Die Folge ist gut. Produktion, Sprecher/innen und Musiken (darunter sogar ein paar alte Klassiker) - alles passt.

Meine Wertung: 72%
Cover: ...und der unsichtbare Passagier01.10.2017

Die drei ???
(189) ...und der unsichtbare Passagier (Erschienen: 2017)
Dauer: 1:05:17


Justus, Peter und Bob steht ein tolles Abenteuer bevor: eine Reise mit dem Coast Imperial, dem berühmten Luxuszug! Doch kurz nach Fahrtbeginn verschwindet einer der Mitreisenden spurlos. Handelt es sich um eine Entführung? Die drei Fragezeichen nehmen die Ermittlungen auf. Es bleibt ihnen nicht viel Zeit. Der nächste Bahnhof wäre die perfekte Fluchtmöglichkeit...

Mein Kommentar: Ich habe schon lange nicht mehr ein mir noch unbekanntes Hörspiel angemacht, ohne dazu unfähig zu sein, es abzuschalten, selbst, als es eigentlich nötig war! Aber hier war es so. Abends angemacht, es war Schlafenszeit und ich ohnehin hundemüde. Aber ich dachte mir, naja, zum Zähneputzen und so, da kann ich ja schon mal ein bisschen reinhören. Pustekuchen! Ich konnte nicht abschalten, es ging einfach nicht; ich lag im Bett, zugedeckt und alles, aber ich konnte das Hörspiel nicht abschalten - und einschlafen ging auch nicht. Das gelang mir erst bei Anklingen der Abspannmusik.

Sicherlich, später, beim zweiten und dritten Hören, da fielen mir auch einige Schwächen der Folge auf, aber die sind nicht gravierend - mich jedenfalls stören sie nicht. Man könnte sich zum Beispiel fragen, ob Justus nicht schon früher darauf hätte kommen können, was es mit dem Namenszettelfetzen auf dem Boden wirklich auf sich hat - aber man könnte genauso gut argumentieren, dass er in diesem Fall einfach den Wald vor lauter Bäumen nicht sah und deshalb nicht gleich darauf kam.

Denn so ging es mir auch ganz am Ende, als aufgelöst wurde, wie der unsichtbare Passagier überhaupt unsichtbar werden konnte. Er ist offenbar tatsächlich wie vom Erdboden verschluckt. Er ist nirgends zu finden, alle Ritzen des Zuges werden akribisch gefilzt - nichts. Wo verflixt nochmal ist der gute Herr also abgeblieben? Doch, wie erwähnt, die Lösung ist so genial einfach, dass man sich selbst dafür die Ohren langziehen könnte, nicht dahinter gekommen zu sein.

Ich jedenfalls finde dieses Hörspiel großartig. Die Zugatmosphäre kommt super, die Musiken finde ich, bis auf einen einzigen Szenenwechsel, hervorragend gewählt (gegen Ende, als die Handlung "plötzlich" etwas an Hektik gewinnt) und auch die Sprecher/innen machen einen super Job. Axel Milberg als Erzähler gefällt mir immer besser und besser und es wimmelt von Hörspielurgesteinen, das es nur so eine Freude ist: Kallweit, Kaven, Dux, Stark, Schülke, Endemann... Herrlich!

Und, wie schon geschrieben, ich MUSSTE einfach wissen, wie der Fahrgast sich einfach so mir nichts, dir nichts in Luft auflösen konnte - sowas von spannend - einfach klasse!

Meine Wertung: 91%
Cover: ...und das kalte Auge25.09.2017

Die drei ???
...und das kalte Auge (Erschienen: 2017)
Dauer: 1:24:15


Eine rätselhafte Diebstahlserie erschüttert Rocky Beach! Der Dieb hat offenbar eine Botschaft: CROATOAN schmiert er in blutigen Buchstaben an die Wände der Tatorte. Kennt er die schreckliche, jahrhundertalte Geschichte, die sich hinter diesem Wort verbirgt? Und wer ist der Indianer mit den kalten Augen, der immer wieder auftaucht? Höchste Zeit, dass die drei ??? Licht ins Dunkel bringen... Ursprünglich als immersives Hörspiel für Vorführungen in Planetarien produziert, wird mit 'Die drei ??? und das kalte Auge' nun die letzte Produktion ersten Planetariums-Staffel als Stereofassung auf CD und MC veröffentlicht. Bereits erschienen sind die Produktionen 'Das Grab der Inka-Mumie' und 'und der Tornadojäger'.

Mein Kommentar: Was mir am "kalten Auge" sofort aufgefallen war, ist, dass die Sprecher/innen fast allesamt nicht gerade ihre besten Momente abliefern. Die drei ??? selbst klingen durch die gesamte Spielzeit geixt, sodass die Gespräche untereinander oder mit dem Rest der am Fall beteiligten Personen nicht glaubwürdig klingen, sondern im Tonfall stets aneinander vorbei. Skinny Norris (noch von Andreas von der Meden gesprochen) hört sich künstlich und aufgesetzt an, teilweise wie ein kleines, dummes Kind, wenn er versucht, Peter zu veralbern.

Und so geht das bei fast allen. Was da wohl los war, will sich mit nicht erschließen, denn Frau Körting achtet doch sonst auf solche Dinge, auch wenn es ab und zu schon mal etwas unnatürlich klang, aber praktisch alle Stimmen durch das gesamte Hörspiel hinweg...!? Vor allem wenn man bedenkt, dass die Planetariumsfolge davor (...und der Tornadojäger) auch schon dieses Problem hatte; wenn auch nicht so ausgeprägt. Als löbliche Ausnahme möchte ich aber Santiago Ziesmer nennen, der eine Doppelrolle mimt, nämlich die der Zwillinge Luke und Colin Havering. Die Stimmen klingen ähnlich und doch verschieden, sowohl im Timbre, als auch charakterlich.

Nochmal kurz zurück zu Skinny Norris. Was ist mit dem eigentlich los in letzter Zeit? Mit jedem neuen ???-Fall, in dem seine Person mitwirkt, werden seine Gaunerjobs immer bedeutender und größer. War das damals, beim (100) Toteninsel, alles noch sehr glaubwürdig zusammenhängend und auch bei (117) Der finstere Rivale noch realistisch, ging es von da an fast steil bergauf. Er motzt gegen alles und jeden, putzt verbal Behinderte runter und legt sich überhaupt mit fast allen an. Der kleine, klugscheißende Widersacher der ??? ist nun auf dem Weg zum monotonen, tumben Depp mit Hang zur Großkriminalität. Und das steht ihm einfach nicht, finde ich.

Der Fall als solches... hmmm... tja... der geeeeeht so gerade noch. Nähme man die Längen heraus und straffte diese Folge auf grob 50-60 Minuten, sähe es vielleicht anders aus, aber ich verlor regelmäßig den Faden. Immer nach etwa 30 Minuten war ich raus und bemerkte es nicht einmal. Meine Konzentration verlies mich und ich tat, was immer ich tat, ohne weiter groß auf das Hörspiel zu achten.

Doch hin und wieder aber nahm ich dennoch Gesprächsfetzen auf, die einfach nicht passten. Justus hört jemanden etwas stöhnen und bekommt plötzlich Muffensausen - wie bitte? Da gab es damals aber schon wesentlich härtere Momente im Leben des Justus Jonas, wo man es ihm nie übel genommen hätte, wäre er schreiend vor Angst in die Ferne gerannt. Aber bei so einem Kinderkram? Auch kriege ich nicht in die Hirnsülze, wieso Justus einige Male dazu drängt, den Schauplatz zu verlassen, weil es nichts mehr zu ermitteln gäbe. Woran macht er das fest? Und was ist mit der Neugier des "alten" Justus geschehen? Oder warum genau wollte Justus plötzlich "nochmal vor das Hotel"? Ist das hier ein vertontes Videospiel, bei dem man einfach alle Verben einmal durchklickt und überall alles einmal ausprobiert, damit man doch noch irgendwie auf die Lösung kommt?

Auch sonst empfand ich das Ende keineswegs überraschend, denn die Person, die es am Ende gewesen ist, ist schon zu Beginn klar zu erkennen, meine ich. Bedenkt man, dass ich es jedes Mal schon nach dem ersten Drittel nicht mehr schaffe, konzentriert hinzuhören, ist es schon erstaunlich, dass ich die übrigen 50 Minuten dazwischen nicht wirklich was verpasst habe...

Meine Wertung: 53%
Cover: Signale aus dem Jenseits30.07.2017

Die drei ???
(188) Signale aus dem Jenseits (Erschienen: 2017)
Dauer: 1:20:07


Mit den Toten Kontakt aufnehmen: An so etwas glauben die drei ??? nicht. Doch genau das scheint Astrala in "Karma Hour", der neuen Lieblingssendung von Tante Mathilda, tatsächlich zu gelingen. Was steckt hinter den Fähigkeiten der geheimnisvollen Spiritistin? Und weshalb kommt sie Bob so bekannt vor? Die drei Detektive setzen sich auf ihre Spur und geraten dabei in die Schusslinie eines äußerst mysteriösen Verbrechers...

Mein Kommentar: Europa hat offiziell die Schallmauer durchbrochen! Da zeigt mein CD-Player doch tatsächlich eine Spieldauer von 80:07 für den Tonträger an - wow! Doch kommen da gleich erste Gedanken der Skepsis auf. Wenn die Folge SO lang ist, taugt sie was? Wird da wieder nur rumgelabert, ohne auf den Punkt zu kommen?

Mitnichten. Die Folge ist richtig gut - jedenfalls bis kurz vor Schluss. Denn der Fall ist so spannend und facettenreich erzählt, dass man bis zum Ende dranbleibt und wissen will, was da los ist. Vor allem will man wissen, wie Astrala all diese Dinge über ihre Zuschauer/innen wissen kann. Echt ein gelungener ???-Fall...

Auch die Produktion (abgesehen von den TV-Studiotelefonaten, denn das klingt mir zu quäkig!) mitsamt Specher/innen-Leistungen ist sehr gut, Rüdiger Schulzki als Onkel Titus gefällt mir immer besser und besser - und Judy Winter killt mal wieder. Schade, dass sie aufgrund ihrer Franklin-Rolle nicht häufiger auch mal andere Rollen in anderen Fällen sprechen kann, dann hätten wir mehr von ihr.

Doch am Ende "springt die Folge über den Hai". Die Auflösung rund um Clarissa Franklin ist mir zu wischi-waschi; ja, gar unglaubhaft. Ich warne AB JETZT VOR SPOILERN! Eine solch intelligente und durchtriebene Person will sich rächen? An Bob? Sie müsste so clever sein und verstehen, dass sie sich an niemandem rächen müsste. Und auch noch damit, dass sie Bob einen Ödipuskomplex quasi-bescheinigt!? Ab dem Moment, auch, wenn es praktisch erst ganz am Ende ist, konnte ich die Story nicht mehr ernst nehmen. Nicht nur, weil es meiner Meinung nach unter der Würde von Fräulein Franklin ist, sondern auch, weil ihre ganze Bob-Andrews-Denunzierungsargumentation so unglaubwürdig ist. Doch selbst, wenn es glaubhaft WÄRE, beweist das noch lange nicht, dass Bob auch täte, was er angeblich getan haben soll.

Gefreut habe ich mich auch über die großartige Regina Lemnitz - die hier mal wieder in Höchstform ist. Ich hielt ihre Rolle zunächst für irgendeinen Charakter, der für diese Folge relevant ist, doch als sie noch bei einem ihrer ersten Sätze von einem "Wichtigpups" spricht, ist klar, als wen genau man sie da hört - und man fragt sich mit jeder Hörspielminute, wie Laura Stryker wohl in das gesamte Kontrukt passt. Dann stellt sich bei der Auflösung heraus, dass ihre Rolle im Grunde sehr nebensächlich ist. Zum Einen ist sie nur mäßig oft zu hören, und am Ende spielt sie zwar ihren Part in der "Wer ist es gewesen?"-Sequenz, nur ist der logisch nicht überzeugend. Zum Anderen wird zwar alles plausibel erklärt, doch wäre Laura Stryker gar nicht in dieser Folge vorgekommen, hätte man praktisch gar nichts an der Geschichte ändern müssen. Mit anderen Worten: Mir fehlt hier die tatsächliche Relevanz für diesen Charakter.

FAZIT: Eine gute Folge, wirklich sehr gut, bei der man am Ende aber nicht GAR so genau hinhören sollte, wenn es um die Tatmotive geht.

Meine Wertung: 70%
Cover: Vom Goldschatz besessen18.07.2017

Ein Fall für TKKG
(201) Vom Goldschatz besessen (Erschienen: 2017)
Dauer: 1:07:21


Tim, Karl und Gaby begleiten Familie Sauerlich an einen Alpensee und quartierten sich in einer einsam gelegenen Holzhütte ein. Klößchen will eigentlich nur alle Viere von sich strecken, aber stattdessen schlittern TKKG schon am ersten Tag in ein geheimnisvolles Abenteuer: ihr Nachbar, ein ergrauter Einsiedler packt eine uralte Goldsucher-Geschichte aus! Doch die einzigen Hinweise, dass der Goldschatz wirklich existiert, verschwinden noch bevor die vier sich ein Bild machen können. Und plötzlich scheinen nicht nur TKKG dem Gold auf der Spur zu sein...

Mein Kommentar: Erneut sind Ferien und erneut wartet auf die Kirrin-Kids ein Abenteuer, in dem sie einen Schatz such... ähm, nee, da steht ja "TKKG" drauf. Stimmt, jetzt merke ich auch, dass das gar nicht die Stimmen aus den Fünf-Freunde-Hörspielen sind.

Ja! In der Tat kann man das hier ganz, ganz leicht mit einer Fünf-Freunde-Geschichte verwechseln, denn wenn man einfach nur alle Namen austauschte, beziehungsweise gegen englische ersetzte, man müsste keinerlei Aspekt dieser TKKG-Folge umschreiben und es wäre ein Fall für die Kirrin-Kids - selbst das Hundegebell könnte enthalten bleiben. Nunja...

Ich habe lange gebraucht, bis ich eine Rezension zu diesem Hörspiel verfassen konnte. Denn es gefällt mir und es gefällt mir auch wieder nicht. Der Abenteueraspekt dieser Folge ist super - vor allem dank der tollen Produktion! -, und die Sprecher sind auch erste Sahne. Doch die Story ist mir viel zu simpel gestrickt. Sie zeigt sturr geradeaus. Keine Wendungen. Keine Überraschungen.

Und die vom Titel suggerierte Besessenheit an einem Goldschatz ist zwar schon vorhanden, aber niemand wirkt mir so recht besessen. Weder TKKG, noch der eigentliche Schatzjäger selbst. Ja, er schwärmt und ist schon lange hinter dem Schatz her, doch scheint mir "besessen" trotzdem nicht der korrekte Terminus hierfür zu sein.

Trotzdem hatte ich in all den Hörsessions nie das Gefühl, hier meine Zeit zu verplempern. Das Hörspiel läuft sauber durch die Ohren und das Ende ist, wenn auch unspannend und unspektakulär, voll ok. Ich komme nur einfach nicht dahinter, warum mir diese eher okaye Folge trotzdem gut ins Ohr geht. Sie ist nicht innovativ, nicht spannend, hat keine überraschende Wendung - und das Ende ist auch nicht gerade der wahre Jakob.

Ich habe nach all den Hördurchläufen darum entschieden, einfach zu akzeptieren, dass mir ein nicht-so-gutes Hörspiel ausnahmsweise trotzdem gefällt. Unter anderem mit der ???-Folge (63) Fußball-Gangster ist es ja genauso. Darum kann ich Euch hier mit einer Kaufentscheidung nicht so recht weiterhelfen. Aber vielleicht geht es Euch ja genauso wie mir!? :)

Meine Wertung: 61%
Cover: ...und der Tornadojäger01.07.2017

Die drei ???
...und der Tornadojäger (Erschienen: 2017)
Dauer: 1:11:39


Der bekannte Tornadojäger Dylan Harvey kommt zu einer Foto-Show nach Rocky Beach. Das lassen sich Justus, Peter und Bob natürlich nicht entgehen. Doch kurz vor dem angekündigten Auftritt werden dem Tornadojäger wichtige Aufnahmen gestohlen. Die drei Detektive ermitteln für Harvey. Sie wollen wissen, wer hinter dem Diebstahl steckt - und warum diese Fotos so wichtig sind. Aber plötzlich wirkt ihr Auftraggeber gar nicht mehr so unschuldig. Ist der Tornadojäger nur ein windiger Betrüger? Ursprünglich als immersives Hörspiel für Vorführungen in Planetarien produziert, wird mit "Der Tornadojäger" nun die zweite Produktion ersten Planetariums-Staffel als Stereofassung auf CD veröffentlicht. Fortgesetzt wird die Reihe mit "Das kalte Auge". Bereits erschienen ist die Produktion "Das Grab der Inka-Mumie".

Mein Kommentar: Warum man aus dem urprünglichen 90-Minüter (siehe Promo-Info des ersten Planetariumspecials) nun doch eine "normale" Folge gemacht hat, wissen nur die Produzenten und/oder die Finanzleute bei BMG/Europa. Aber es kann eigentlich nur zwei Gründe haben: Die Folge wäre zu lang gewesen und darum nicht stringent genug, und/oder sie war - als Doppel-CD - in der Produktion zu teuer, bzw. verkaufte sich so nicht gut genug.

Doch so oder so, was auch immer wirklich dahinter steckt, die Folge ist vorhersehbar. Und so manche Dinge am Rande der Unlogik sind leider auch mit von der Partie. So hat unser Tornadojäger, dessen wichtigstes Gut mitunter seine Fotos und Videos sind, KEINE Backup-Möglichkeiten? Keine Digitalkamera? Keine externe USB-Festplatte, oder sowas? Und andererseits nur Dias seiner Werke? Wie bitte? Oder nee, halt, stimmt, da fällt ihm plötzlich doch noch ein, dass er irgendwo zufällig ein Backup von den geklauten Dias (Bildern) hat - aber auch nur, weil die drei ??? nochmal nachhaken. Oh man!

Nunja, einen Aspekt, der der Fall an sich spannend macht, gibt es allerdings so irgendwie doch, nämlich das "Wer war es denn nun?", denn es gibt mehrere Verdächtige. Nur interessiert das einfach kein bisschen, weil die Folge nur mäßig vor sich hinplätschert und darüberhinaus die Dialoge nicht offensichtlicher hätten geixt worden sein können. Selbst die drei ??? klingen während ihrer Gespräche untereinander im Tonfall und vielen Betonungen sowas von aneinander vorbei, das reisst raus.

War bei der ersten Planetariums-Folge (Inka-Mumie) der Fall selbst zwar auch eher mau, aber als Experiment mit einigermaßen hohem - wenn auch langweilig vorgetragenem - edukativem Anteil noch akzeptabel, bleibt hier als Kerninfo lediglich, dass die Winde von Mutter Natur eine gewaltige Kraft haben, und das "Tornadojäger" sehr gefährlich leben. Und das die Dialoge hörbar zusammengeschnitten wurden, macht die Sache nicht gerade erträglicher, sodass also auch die Produktion ihr Schärflein zum eher mäßigen Gesamteindruck beiträgt.

Meine Wertung: 55%
Cover: ...und das silberne Amulett31.05.2017

Die drei ???
(187) ...und das silberne Amulett (Erschienen: 2017)
Dauer: 1:06:57


Eine rätselhafte Botschaft fliegt über den Zaun des Schrottplatzes: eine Dose, darin ein Schlüssel, ein Parkschein und ein silbernes Amulett. Was hat es damit auf sich? Und vor allem: Wer hat den drei ??? die Dose zugespielt? Justus, Peter und Bob müssen Antworten auf viele Fragen finden - und das schnell...

Mein Kommentar: Dieser Fall könnte echt spitze sein... Könnte! Vieles hier wirkt zu sehr konstruiert und auf Zufall hingebogen. Und Banalitäten, bei denen es den ??? offenbar an Sachkenntnis mangelt, lassen mich doch arg den Kopf schütteln.

Denn insbesondere Justus und Bob, zwei, die an Computern sicher viel Zeit verbringen, sind total aus dem Häuschen, als sie die "Alles markieren"-Funktion in einem Textverarbeitungsprogramm verwenden und plötzlich jeder Text, auch jener, der in derselben Farbe wie die des Hintergrunds ist, wird farblich (zumeist blau) hervorgehoben und somit explizit sichtbar. Justus, unser Computerspezi, und Bob, der große Rechercheur, wissen nichts davon? Nein, sie stehen sogar zuerst auf dem Schlauch, als sie eine mehrseitige Textdatei öffnen, die aber nur aus wenigen Worten besteht... Da drückt man doch zuerst mal COMMAND+A, bzw. STRG+A auf der Tastatur, schon allein, um sich keine Nachlässigkeiten nachsagen lassen zu müssen, und ganz einfach auch schon deshalb, weil man als Detektiv eben neugierig ist. Da muss ich mich schon arg wundern.

Naja, sieht man von derlei Vorkommnissen ab, die mit wenigen Handgriffen "logischer" gemacht hätten werden können, ohne, dass die Story selbst auch nur um einen Millimeter verändert worden wäre, läuft die Geschichte recht sauber durch, und die Produktion ist auch gelungen!

Ebenso gefällt mir Sarah Madeleine Tusk verdammt gut. Die bitte häufiger ins Studio einladen, liebe Europas. Auch Axel Milberg finde ich toll. Er macht es zwar anders als alle Erzähler vor ihm, nur ein wenig erinnert er an Peter Pasetti als Alfred Hitchcock, finde ich, aber seine Interpretation als ???-Erzähler finde ich sehr gelungen. Auch hier: Lob, Europa! :) Obendrein Schulzki, Jochmann, Hecker, Ackermann, von Rospatt... Einfach gut...

Also, wie ich schrieb: Der Fall KÖNNTE echt spitze sein, aber die Story ist einfach nicht wirklich rund...

Meine Wertung: 77%
Cover: ...und die verlassene Jagdhütte08.05.2017

Fünf Freunde
(121) ...und die verlassene Jagdhütte (Erschienen: 2017)
Dauer: 1:01:28


In einem abgelegenen Wald hat George geheimnisvolle Zeichen entdeckt. Schon am ersten Ferientag ziehen die Fünf Freunde los, um deren Bedeutung zu erkunden. Als sie am Abend in ein Gewitter geraten, schlüpfen sie gerade noch rechtzeitig in einer alten Jagdhütte unter. Und dort machen sie eine Entdeckung, die ihnen ganz neue Rätsel aufgibt. Doch die erste Frage lautet: Wie finden sie mitten in der Nacht aus diesem Wald heraus? Aber auch diesmal bringen die Fünf Freunde wieder einmal auf ihre ganz eigene Weise Licht ins Dunkel.

Mein Kommentar: Wieder einmal Ferien! Wieder einmal treffen die Geschwister bei ihrer Cousine George ein und schmieden Pläne! Und schon wieder gibt es in Georges Ort jede Menge Gegenden, die George nicht kennt... Ein wenig unglaugwürdig. Wenn die schon alle 2 Monate Ferien haben, sollte das Drumherum zumindest passender sein, finde ich.

Nunja, der Fall kommt relativ langsam in die Gänge, mündet dann aber, so nach grob 20 Minuten, ziemlich direkt in der Schlüsselszene. Nun folgen 2-3 spannende Minuten, aber dann erzählt Lutz Mackensy "...und atemete erleichtert auf. Der Rucksack war noch da!". Spätestens an diesem Punkt ist klar, was passiert war und auch, wer es war. "Spätestens" deshalb, weil auch vorher schon vage angedeutet wird, was wohl passieren wird. Aber um niemanden zu spoilern, gehe ich nicht auf Details ein. :)

Es ist also bereits nach grob an der Hälfte der Spielzeit klar, was los ist, und man denkt sich ein ums andere Mal, während man sich die restliche halbe Stunde anhört, warum niemand von den vier Kids auf das Naheliegende kommt, sondern ständig so tut, als gäbe es inmitten der vielen Bäume und Sträucher überhaupt keinen Wald - Basta!

Insgesamt geht die Folge dennoch in Ordnung, denn die Klangkulisse ist super, die Sprecher/innen sind es ebenfalls, und darum kommt ein schönes "Abenteuer im Wald"-Gefühl auf. Schade bloß, dass man als Hörer/in sehr schnell im Bilde ist...

Meine Wertung: 69%
Cover: Das Grab der Inka-Mumie19.04.2017

Die drei ???
Das Grab der Inka-Mumie (Erschienen: 2017)
Dauer: 1:29:03


Aus dem unterirdischen Schrein der Familie Paredes wurde eine Mumie gestohlen! Sofort machen sich Justus, Peter und Bob daran, das Rätsel hinter diesem Diebstahl aufzuklären. Wer steckt dahinter und vor allem: Was hat der Täter mit seiner Beute vor? Bei ihren Ermittlungen treffen die drei ??? auf geheimnisvolle Gestalten, die anscheinend nichts Gutes im Schilde führen. Oder will jemand sie nur auf eine falsche Fährte locken? 90 Min.-Special: Ursprünglich als immersives Hörspiel für Vorführungen in Planetarien produziert, wird mit Das Grab der Inka-Mumie die erste Produktion der Reihe der Planetariums-Specials als Stereofassung auf CD veröffentlicht. Fortgesetzt wird die Reihe mit den beiden weiteren Folgen der ersten Planetariums-Staffel "Der Tornadojäger" und "Das kalte Auge".

Mein Kommentar: Ursprünglich im Jahre 2013 für Planetariumsvorführungen produziert, erscheint "Das Grab der Inka-Mumie" nun auch als separate Veröffentlichung für daheim. Doch gerade das macht es so schwer, dieses Hörspiel zu bewerten. Auf der einen Seite ist es cool, als Sammler/in solche Sonderfolgen ebenfalls im Schrank stehen zu haben und möglichst alle Folgen gehört zu haben. Deshalb ist es sicher toll, dieses Hörspiel ganz regulär besitzen zu können. Andererseits ist der Fall nicht spannend, extrem linear und eigentlich bereits nach der ersten Hälfte wieder vorbei. Weshalb die Geschichte selbst als Kriminalfall nicht sonderlich viel hergibt. Doch es ist ja in erster Linie ein lehrhaftes Medium - oder doch nicht? Wie erwähnt: Es ist schwierig, das hier richtig zu bewerten.

So geht es damit los, dass eine junge Dame bei den ??? vorstellig und ihre Klientin wird. Sie sollen eine ihrer Familie gestohlene Inka-Mumie auffinden. Die drei Detektive machen sich so gleich an die Arbeit, haben die Übeltäter aber bereits nach 25 Minuten entlarvt - und das, ohne zu recherchieren, sondern durch simple Beschattung, die mehr oder minder zufällig die richtige Person betraf. Jetzt wird alles gestanden, die Beweggründe erklärt, und die drei ??? machen sich nun auf, die Mumie aus ihrem Versteck zu bergen, denn der Diebstahl geschah im Auftrag einer weiteren Person - wo sich die Mumie nun befindet. Die Mumie wird mühelos gefunden und zurückgebracht. Und das ist es eigentlich gewesen. Fall beendet. Oder?

Ohhhhh, nein! Justus sieht das ganz anders, denn der will auch wissen, warum die mysteriöse auftraggebende Person die Mumie in ihrem Besitz haben wollte. Jetzt folgen nochmal rund 50 Minuten, in welchen einige teils sehr interessante Fakten über die Inka erzählt werden, und wir erfahren auch, warum die Mumie gestohlen wurde. Zwar ist der Grund recht unspektakulär und mittlerweile auch völlig egal, aber das interessiert mittlerweile gar nicht. Denn alles in diesem Fall läuft zur Gänze reibungslos und kann in zwei Sequenzen aufgeteilt werden: Mumiewiederbeschaffung und Inka-Lehrstunde. Wobei der Begriff "Stunde" tatsächlich fast wörtlich zu nehmen ist.

Es gibt einfach keinerlei Spannung oder sonst irgendetwas, mit dem man nicht gerechnet hätte. Und all die Fakten wurden sicherlich bestmöglich in das Medium Hörspiel verpackt, sind aber eben genau das: Fakten, die mit der Fallauflösung selbst eher am Rande zu tun haben, und zudem stark ausgedehnt wirken: Das hätte man auch in 7-8 Sätzen auf den Punkt bringen können, statt es auf dieses ewige Dialog-Hin-und-Her auszuweiten. Als Fall also wirklich nicht so der Bringer.

Aaaaaber es ist nunmal kein typisches ???-Hörspiel, es ist dazu gedacht gewesen, Wissen zu vermitteln und dabei zu unterhalten. Und betrachtet man es unter diesem Aspekt, funktioniert es ganz gut. Sicherlich, daheim fehlt diese gewisse Atmosphäre, die von Orten wie Museen und Planetarien ausgeht, aber hört mit den Ohren einer an Inka interessierten Person zu, die nicht dröge irgendwelche Informationen runtergesprochen bekommen möchte, sondern das Ganze in einer... naja, nun... Geschichte vermittelt zu bekommen, dann klappt es auch in den eigenen vier Wänden ganz ordentlich.

Ansonsten gibt's nur noch die üblichen Dinge anzusprechen: Die Produktion ist wie immer klasse - Studio Körting eben! -, kommt erstaunlich gut ohne einen Erzähler aus, und Größen wie Kerstin Draeger, Theresa Unterberg, Eckhart Dux oder Katja Brügger runden das Gesamtbild ab.

Meine Wertung: 70%
Cover: Insel des Vergessens02.04.2017

Die drei ???
(186) Insel des Vergessens (Erschienen: 2017)
Dauer: 1:13:52


Peters Opa ist verschwunden! Angeblich soll Bennington Peck still und heimlich in ein Pflegeheim gezogen sein und wird nun vermisst. Peter ist fassungslos. Das kann doch unmöglich sein! Als der Zweite Detektiv plötzlich in den Lokalnachrichten entdeckt, wie der alte Herr eine Tankstelle überfällt, überstürzen sich die Ereignisse...

Mein Kommentar: Der Aufhänger ist ja, dass Ben Peck eine Tankstelle überfallen haben soll - wie die Aufnahmen der Überwachungskamera beweisen. Später wird das zu sehende aber anders erklärt, und man muss sich schon fragen, warum alle dermaßen blind zu sein scheinen. So, wie Peck es später erklärt, müsste das auf dem Videomaterial nämlich viel weniger eindeutig zu erkennen sein.

Etwas zu auffällig sind mir auch die für Krimis üblichen vermeintlichen Nebensächlichkeiten, welche sich später aber als fallrelevant herausstellen: Diese Nebensächlichkeiten sind zu offensichtlich. Denn natürlich kann Ben Peck den Überfall nicht begangen haben, und natürlich ist er auch nicht dement. Wahrscheinlich wäre es für eine relativ fröhliche Reihe wie Die drei ??? etwas zu dramatisch, wäre Ben Peck wirklich dement und hätte den Überfall aufgrund seines geistigen Zustands tatsächlich begangen. Aber gerade weil es um Die drei ??? geht, weiss man, dass das nur ein Aufhänger sein kann, und dass Ben Peck eine gute Seele ist und diese ganze Demenzgeschichte höchstens von ihm inszeniert worden sein kann (denn bei den ??? hat sich noch nie eine "WAS? Das kann einfach nicht wahr sein!"-Situation auch als wahr herausgestellt. Höchstens bei (14) ...und das Bergmonster gab es diese eine kleine Ausnahme, wobei aber zu sagen ist, dass es am Ende keinen Unterschied macht, ob es dieses Wesen gibt, oder es sich nur um einen Menschen in einem Kostüm gehandelt hätte).

Was ich aber nicht wirklich verstehe, und was auch nicht erklärt wird, ist, warum Peck, wenn er das alles also inszenierte, nicht seinen Enkel und dessen beste Freunde involviert. Denn das, was Ben da ganz allein tut, ist sehr gefährlich und könnte letztlich sehr böse für ihn enden - das hätte einem schlauen Kopf wie ihm eigentlich bewusst sein müssen, dass er das alles eventuell nicht überstehen würde. Zumal er um die Fähigkeiten des Detektivbüros weiss.

Deshalb kommt leider keine Spannnung auf, bei der man mitfieberen würde, sondern es ist "nur" Neugier. Denn so weiss man zwar, dass das alles so nicht sein kann, aber man weiss ja nicht, warum Ben Peck das nun alles veranstaltet. Das wird dann natürlich logisch und nachvollziehbar erklärt - aber trotzdem bleibt außen vor, warum unsere Lieblingsdetektei - oder sonst irgendwer - nicht gleich involviert wurde.

Die Produktion ist natürlich wunderbar, ankreiden möchte ich allerdings, dass es im Seniorenheim mal totenstill ist, und mal ist es dort so lebendig, dass es fast schon wie auf einem Flughafen zur Stoßzeit anmutet. Ob es dramaturgische Gründe hatte, die Klangkulisse ganz bewusst so oder so zu legen, kann ich nur vermuten, ist meiner Meinung nach aber die einzig passende Erklärung. Und die Sprecherliste, man, allein die zu lesen macht Spaß: Völz, Thormann, Pages, Dittmann...

Meine Wertung: 75%
Cover: Der große Coup31.03.2017

Ein Fall für TKKG
(200) Der große Coup (Erschienen: 2017)
Dauer: 2:03:21


In der Internatsschule, die Tim, Karl, Gaby und Klößchen besuchen, gibt es etwas zu feiern. Alle sind da: Schüler, Eltern, Lehrer, Politiker und Journalisten... sowie jemand, mit dem TKKG ganz und gar nicht gerechnet haben. Denn kaum haben die Festreden im Foyer begonnen, schleicht ein vermummter Mann in das Zimmer von Tim und Klößchen. Was zuerst wie ein normaler Diebeszug aussieht, verwandelt sich schnell in einen verzwickten Fall, in dessen Verlauf das eine oder andere Bandenmitglied kurzfristig oder gar für immer verloren geht...

Mein Kommentar: *seufz* Es tut mir leid - nein! Es passt sovieles nicht zusammen. Aber ich beginne mit dem Guten! Die Atmosphäre ist super, die Produktion auch, viele tolle ganz alte, alte und moderne Musiken wechseln sich ab, diverse Altmeister/innen sprechen mit und die Folge bemüht sich redlich um einen gewissen Nostalgiefaktor. Aber das gelingt ihr einfach nicht so recht.

Oh doch, es gibt Momente, da stimmt wirklich alles. Aber für jeden solcher Momente gibt es 4 oder 5, die alles wieder zunichtemachen, und zwar, weil vieles vollkommen überzeichnet wird. Diese Folge trieft vor Stereotypie der vier Protagonisten und ihrer Eltern, und manches ist derartig überzeichnet, dass man sich nur fragen kann, was das bitteschön soll... Ich warne an dieser Stelle vor, dass ich mit Spoilern arbeiten werde, große wie kleine - Weiterlesen auf eigenes Risiko! :)

Nun, da wird also Willi entführt, hatten wir ja schon in (54) Alarm! Klößchen ist verschwunden. Nicht, dass mich stört, dass es das schon mal gab, nee, das ist ok, mich stört, dass, WEIL es das schon mal gab, ein Vergleich möglich ist - nämlich bezüglich der guten Frau Sauerlich; Willis Mutter. In (54) Alarm! Klößchen ist verschwunden war sie zwar auch etwas fahrig, aber insgesamt doch sehr gefasst und eher rational. Hier ist sie überbesorgt, will unbedingt die Polizei einschalten, obwohl alle sie davon abbringen wollen, ruft dann letztendlich doch die Polizei an, und als die Verbrecher sich in diesem Moment melden, sagt sie am Telefon (zur Polizei!), nachdem sie bereits erklärte, Willi sei entführt worden: "Ups, Telefonstreich, hihi!" Was soll sowas? Soll das witzig sein? Hätte sie nicht a) einfach wie damals reagieren können, oder b) zumindest sagen können: "Oh, da ist er ja, entschuldigen sie bitte den falschen Alarm!"...?

Merkwürdig auch, wie der diensthabende Polizist am Telefon reagiert, als Frau Sauerlich anruft und ihr Leid klagt: Man sieht ihn förmlich genervt die Nase rümpfen. Eine Frau - noch dazu Erna Sauerlich! - ruft an, und erklärt, ihr Sohn sei entführt worden, und der Polizist reagiert abweisend und arrogant? Da fehlen mir einfach die Worte!

Was ich auch nicht begreife ist, warum Tim, Karl und Gaby einfach nicht sagen wollen, was mit Willi los ist, und warum Tim das Internat in der Nacht verlässt (eben wegen Klößchen). Es ergibt einfach keinen Sinn, niemandem von den ach so vertrauten Eltern davon zu erzählen! Warum haben TKG keinerlei Vertrauen in Kommissar Emil Glockner und seine Leute? Die werden doch sonst immer als Supervorzeigetruppe dargestellt!

Tim lässt sich praktisch klaglos von der Schule werfen, seine Mutter und ihr neuer Mann nehmen ihn mit nach Hause, und er, Tim, gerade angekommen, haut sogleich wieder ab, Richtung Millionenstadt; sein Zug gehe gleich. Und Susanne Carsten? Hat die etwa nichts dazu zu sagen? So als Vormund und Erziehungsberechtigte? Gibt's keine Leviten zu lesen? Kein Anpfiff a la "Ich reiße mir den Hintern auf, damit Du auf eine gute Schule gehen kannst...", oder sowas? Nein, keineswegs. Tim steht auf, erklärt, er müsse los und die liebe Frau Carsten tut so, als sei rein gar nichts gewesen.

Und dann ist die ganze Prämisse für den Eimer. Im Grunde fußt die gesamte erste CD darauf, uns zu erklären, was geschieht, bis zu dem Zeitpunkt, als Willi entführt wird und TKG dahinterkommen, dass alles, was geschah, von langer Hand geplant war. Alle Spuren, die sie aufnahmen, waren bewusst gelegt worden. Aber wozu eigentlich!? Zum Einen, gerade WEGEN der Spuren haben TKG überhaupt eine Chance, den Ganoven auf die Schliche zu kommen, denn jetzt haben sie Anhaltspunkte, Verdächtige, Namen und so. Schon deshalb war der Plan dumm. Aber es geht noch härter! Denn zum Anderen wäre sehr vieles sehr viel einfacher gewesen, wenn die Ganoven Willi einfach an irgendeiner Ecke einkassiert hätten; letzten Endes taten sie das am Friedhof ja sowieso. Was also soll das alles? Das will sich mit einfach nicht erschließen - es tut mir leid.

Auch muss vieles am Plan selbst kritisch beäugt werden. Denn ein Faktor war ja, dass Gaby zuhause bleiben soll, weshalb Oskar vergiftet wurde. Aber das ist bei weitem keine Garantie, denn Gaby hätte eigentlich trotzdem das Haus verlassen können. Und das ist jetzt nur EIN Beispiel!

Ebenso missfällt mir einiges am Drumherum: Hausmeister Mandl ein Griesgram? Karls Vater hat selbst in solchen Zeiten nichts besseres zu tun, als schwulstige Vorträge zu halten? Direktor Freund ein zauseliger, redseliger Typ? Oder am Ende die lasche Auflösung der Marke "Naja, du weisst sicher noch, wie wir in dem Alter waren?", bei der Direktor Freund viel zu leicht nachgibt.

Sorry, vieles an dieser Folge gefällt mir wahnsinnig gut, aber vieles eben auch nicht.

Meine Wertung: 58%

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