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Cover: Skeletors Roulette18.03.2013

Masters of the Universe
(28) Skeletors Roulette (Erschienen: 1987)
Dauer: 40:51

Ähnlich wie in (27) Zoar im Strudel der Zeit störte mich zwar kein Sprecherwechsel, denn Tung Lashor hatte ja vorher noch keine Sprechrolle, aber warum lässt man Eric Vaessen den Tung Lashor sprechen, und nicht den Hordak? Meine Vermutung ist, weil Tung Lashor ja sowieso nur diesen einen, kurzen Satz hat, dass er (also Herr Vaessen) diesen schon irgendwann vorher für irgendeine andere Europa-Produktion einsprach. Auch Beast Man, der spätestens mit (24) Skeletors Meisterplan viel von seinem ehemaligen Ich eingebüßt hatte, erneut den Oberdussel abgibt, und gepaart mit der scheuen, naiven Interpretation von Michael Grimm, geht mir mit jeder Satz dieses "neuen" Beast Man tierisch auf den Keks. Aber ok, Tung Lashor und Beast Man haben beide nur kurze Auftritte, weshalb das zu verkraften ist. Denn der Rest ist insgesamt einfach nur geglückt.

King Hiss hat seinen ersten richtigen Auftritt und zeigt, dass er so hinterhältig und schlau ist, wie man es Schlangen im Allgemeinen andichtet. Extendar und Snout Spout landen auf Eternia und sofort hat Hiss eine Idee, die er geschickt umsetzt, indem er zunächst Vertrauen aufbaut und dann allmählich das Gespräch zu seinen Gunsten dreht. Somit spielt er auch die ihm als Spielzeug vergebene Rolle wunderbar: Ein scheinbar aufrichtiger Mensch, der plötzlich seine wahre Gestalt zeigt.

Den Plot, He-Man einfach in grenzenloser Überzahl zu begegnen, ist zwar absolut nicht neu, denn das hatten wir unter anderem schon in (17) Angriff der Magier, (19) Das Dämonenpferd, (21) Dämon Modulok oder (25) Teelas Verrat, aber hier klappt es seltsamerweise mal ohne besondere Hilfsmittel. Andererseits hat in (13) Skeletors Sieg oder (21) Dämon Modulok bereits genügt, dass He-Man einfach nur erschienen ist und schon haben alle Bösewichte haste-was-kannste das Weite gesucht; hier hätte H.G. Francis sich also mal einig sein sollen, was denn nun gilt! ;)

Zu guter Letzt bleibt nur die Frage am Ende offen: He-Mans Zauberkräfte gingen auf Skeletor über - in Ordnung, kann man nachvollziehen. Aber dann sagt He-Man völlig außer Atem die bekannte Zauberformel auf und schon ist all seine Kraft wieder da und Skeletor hat keine Chance mehr? Was war denn mit der Energie, die bereits auf Skeletor übergegangen war? Ist die mit He-Mans Zauberspruch von Skeletor zurück auf He-Man gegangen, oder hat He-Man sozusagen "neue Zauberkraft" vom Schwert erhalten?

Dennoch: Gutes Hörspiel!

PS: Als kleinen Extrahinweis möchte ich noch anmerken, dass Man-At-Arms, nachdem er in (27) Zoar im Strudel der Zeit schon so wortkarg war, hier kein einziges Mal zu hören ist, und dass Orkos Flötenspiel unter anderem auch in "Die drei ??? (41) ...und das Volk der Winde" Verwendung fand.

Das Zitat der Folge kommt von Mantenna: Weglaufen wolltet ihr, häh?

Meine Wertung: 76%
Cover: Zoar im Strudel der Zeit18.03.2013

Masters of the Universe
(27) Zoar im Strudel der Zeit (Erschienen: 1987)
Dauer: 39:02

Eine Folge, bei der ich immer meine Probleme hatte. Sie ist recht spannend, flott erzählt, es gibt viel Action und die Produktion stimmt auch. Aber es sind die Details, die mich hier und da stören. Es beginnt damit, dass Buzz-Off nicht von Lutz Mackensy gesprochen wird, dass Hordak schon wieder nicht zu hören ist, immerhin ist das nun bereits seit (24) Skeletors Meisterplan der Fall und bleibt bis (30) Das Zepter der unendlichen Macht auch noch so und auch die Sache mit Zoar gefangen im Strudel der Zeit ist irgendwie seltsam untypisch für MOTU.

Gerade, dass Hordak nicht zu hören ist, ist einer der herbsten Schnitzer. Zunächst ist super, dass hier, nach (18) Mekaneck und das Erbe des Grauens (wo Mekaneck erwähnt, dass Hordak und Skeletor eines Tages darum kämpfen werden, wer die Dämonen des Bösen anführen wird) und (19) Das Dämonenpferd (Hordak fordert Skeletor zum Kampf - angeblich war es aber nur ein Scherz) erneut kurz darauf hingewiesen wird, dass Skeletor zuerst Hordak provoziert (weil er King Hiss auf dessen Platz sitzen lässt), was Hordak in der Tat verärgert, und vielleicht ist es passend, dass man als Hörer/in keinen Dialog hört, sondern nur den knappen Kommentar vom Erzähler, damit man sich seine eigenen Gedanken machen kann. Aber wo Hordak nun schon so lange nicht mehr zu hören war, aber in (29) Das ewige Feuer richtig aufdreht, und auch dort nicht zu hören ist, ist er in (30) Das Zepter der unendlichen Macht plötzlich wieder Skeletors bester Kumpel? Es mag für diese Folge hier nicht wirklich relevant sein, aber am Ende enttäuscht nun mal, dass die Fehde zwischen Hordak und Skeletor praktisch nie aufgelöst wird, wir aber hier ihren Quasi-Anfang erleben; und da fühle ich mich einfach irgendwie betrogen.

Schwerwiegender ist aber die Sache mit den Magiern, dem Magnum-Skorpion, dem Strudel der Zeit und Zoar. Natürlich waren die Masters schon immer Fantasy und so, aber auch damals schon störten mich immer die Hörspiel- und Cartoon-Folgen, die nicht viel mit Skeletor, Hordak und dergleichen zu tun hatten, sondern wo ein x-beliebiger böser Zauberer, ein gemeiner Drache oder irgendwas ähnliches den Antagonisten mimte. Und so kommt mir der Plot rund um den Strudel der Zeit vor, der sogar noch titelgebend ist.

Der Strudel als solcher hat keinen Einfluss auf die Folge: Zoar hätte in jedem stinknormalen Käfig Gefangener sein können, was die ganze Sache darum nur noch mehr vom typischen Masters-Flair entfernt. Nicht nur hat der Strudel wenig mit Skeletor zu tun, nein, er ist eigentlich nur ein Franchise-fremder Euphemismus für etwas, dass im Grunde bloß ein "schwarzer Kasten" ist. Als Alternative wäre mir weit lieber gewesen, wenn z.B. Hordak und die Horde sich Zoar geschnappt hätten (durch den Abschuss am Anfang) und ihn dann in der Fright Zone einsperrten. Die Idee dahinter hätte sein können, das Hordak an Skeletor vorbei die Macht an sich bringen wollte - in Eigenregie, sozusagen.

Wie schon eingangs geschrieben, sind dies Punkte, die MICH beim Hören schon immer etwas störten, andere mögen diese Ansichten nicht teilen, was natürlich ok ist, aber um noch einmal hervorzuheben: Die Folge an sich ist super in allen Punkten, sie macht nur falsch, was ich nannte - und diese Dinge sind für mich eben Dealbreaker, was zu einem Punktabzug führt. Eine perfekte Wertung muss halt auch einer perfekten Folge zugrunde liegen - und das bietet "Zoar im Strudel der Zeit" einfach nicht.

PS: Der Fright Fighter auf dem Cover sieht aus wie ein Schlauchboot mit Düsen, nicht wie das Spielzeug, das ich als Kind hatte... ;)

Das Zitat der Folge kommt von He-Man: Sie soll still sein, Orko!

Meine Wertung: 72%
Cover: Geheimnisvolle Botschaften02.03.2013

Die drei ???
(160) Geheimnisvolle Botschaften (Erschienen: 2013)
Dauer: 1:03:40

Da höre ich diese neue ???-Folge 160, "Geheime Botschaften" genannt. Sie gefällt mir durchweg, sie ist sehr klassisch gehalten - es fehlen eigentlich nur noch die jugendlichen Stimmen der drei Protagonisten und schon könnte sie zwischen den Gespensterschlössern, den gefährlichen Erbschaften und ähnlichen Fan-Favoriten stehen. Alles immer schön logisch, einige Rätselverse müssen gelöst werden und man lernt als Hörer/in sogar was Neues über Papyrus - gutes Hörspiel.

...bis diese eine Stelle kommt, wo die drei ??? schon wieder urplötzlich durch Inspector Cotta am Ende gerettet werden, weil er kurz bevor es gefährlich wurde, benachrichtigt wurde. AAAAAAAAAAARGH! Und da hörte meine Akzeptanz wirklich auf. Dieses wirklich schöne, schöne Hörspiel wird durch den lästigen Fakt getrübt, dass am Ende, als die drei Detektive gehörig in der Patsche sitzen, weil sie von den Verbrechern in die Ecke gedrängt wurden, auf einmal Inspector Cotta auftaucht und seinem Kollegen Godween die Order gibt, die Herrschaften abzuführen. Wie oft denn noch? Das ist SOOOO einfallslos, unoriginell und zur Gänze ausgelutscht. Wieso müssen Justus, Peter und Bob am Ende permanent von den Fieslingen gestellt werden und dann das Schlimmste befürchten - und DANN kommt "unerwartet" die per Handy vorher noch benachrichtigte Rettung um die Ecke?

Mache ich aus einer Mücke einen Elefanten? Nein, finde ich überhaupt nicht, denn wo ich gern mal bei der ein oder anderen Schwachstelle ein Auge zudrückte, werden mir diese immer gleichen ???-Final-Situationen wirklich lästig. Wenn das Hörspiel eh nicht so dolle ist, fällt das ja nicht so sehr ins Gewicht, aber wenn das Hörspiel, wie bei "Geheime Botschaften", wirklich Spaß macht, dann ist die Enttäuschung umso größer, mit sowas abgespeist zu werden.

Wäre das abgeschmackte Ende nicht, und vielleicht nicht, dass Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczek und Andreas Fröhlich in den ersten paar Minuten sehr nach Schauspiel klingen, Andreas Fröhlich und Simon Jäger zu ähnlich klingen und Shu Liin übertrieben pronouciert artikuliert, wäre alles gut. Die neuen Zwischenmusiken gefallen mir gut, die Atmosphäre auch, die Produktion ist gewohnt "Körting" und die Cast lässt auch keine Wünsche offen. ...um das zu würdigen, aber gleichzeitig meine Enttäuschung auszudrücken, gebe ich noch gutklassige 70% - doch es hätten 90 oder mehr sein können!

Meine Wertung: 70%
Cover: Der vertauschte Koffer14.02.2013

Ein Fall für TKKG
(181) Der vertauschte Koffer (Erschienen: 2013)
Dauer: 1:05:15

"Wenn jemand freiwillig auf eine Viertelmillion Euro verzichtet - dann muss er entweder verrückt sein, oder er hat etwas zu verbergen." - so steht es im Kladdentext... Wieso muss bei TKKGs immer irgendwas mit den Menschen nicht stimmen, wenn sie vielleicht auch einfach ehrlich und bescheiden sein können?

Aber naja, was gibt's zum Hörspiel zu sagen? Ich bin unsicher. Als Kriminalfall für Kinder ist das Hörspiel eigentlich recht ok geschrieben. Doch als TKKG-Fall sind mir im Besonderen die Dialoge zu hölzern. Einerseits, weil die allermeisten Sprecher/innen - auch die von Karl, Klößchen und Gaby! - nicht gerade selten hörbar affektiert schauspielern, und andererseits, weil die Dialogsätze TKKG-untypisch klingen, sowie bisweilen ebenfalls so formuliert (und geschauspielert), dass man direkt hören kann, wann jemand eine verdächtige Äußerung macht und wer sympathisch und wer unsympathisch für die Zuhörer/innen sein soll.

Und wenn z.B. die Rolle Elfriede Düsberg weint, dann ist das so schlecht gemacht, dass man fast nicht glauben kann, dass TKKG merken, dass die Frau tatsächlich traurig ist. Sogar Sascha Draeger, den ich ja häufig lobte, wie toll er den großko_zigen Supermann Tim immer hinbekam, sieht man öfters mal in einem Tonstudio vor dem Mikro einsprechen, wenn man ihm zuhhört. Und, auch, wenn es keine allzu große Sache ist, aber dass Karl in einer Tour "Professor" genannt wird, geht mir wirklich auf den Senkel.

Für mich ist recht eindeutig, dass das hier ein Hörspiel für die Zielgruppe Kinder ist, denn damit Kinder solche Feinheiten bemerken können, muss man beim Schauspielern und Dialogschreiben eben "etwas dicker auftragen" - und das wird in vielen Szenen getan, was mir missfällt. Ich habe mich sogar bei dem Gedanken erwischt, dass ich die Wolf'sche TKKG-Pseudocool-Phantasie-Sprache mit Worten, die niemand sonst benutzen würde, im Vergleich hierzu besser finde.

Die übrige Produktion ist ansonsten gewohnt gut. Passend platzierte, glaubhafte Effekte, nette Zwischenmusiken und Erzähler Wolfgang Kaven wird auch sparsam eingesetzt. Fazit: Als Kriminalfall für sich wäre die Geschichte in Ordnung, aber dieses Hörspiel hat leider den Makel, dass man deutlich hören kann, dass es ein Hör-SPIEL ist.

PS: ...und dann wird auch noch Gaby entführt! ...wurde ja auch langsam mal wieder Zeit, nicht wahr? Hätten es nicht wenigstens Karl oder Willi sein können?

Meine Wertung: 61%
Cover: Der finstere Rivale11.02.2013

Die drei ???
(117) Der finstere Rivale (Erschienen: 2004)
Dauer: 1:00:20

Kurz und schmerzlos? Geile Folge. Für mich eine der besten ??? überhaupt. Mysteriöse Zusammenhänge, spannend - und Andreas von der Meden hat quasi die Hauptrolle als Skinny Norris, und gibt dem Ganzen den letzten Pfiff.

Der Aufbau des Falls erinnert ganz stark an die guten, alten Anfangstage des Detektivsbüros, und die gesamte Klangkulisse, die Frau Körting und Herr Minninger dem Ganzen verpasst haben: grandios. Dazu Leute wie Thormann und Welbat - mjam!

Und ich finde es schade, schade und nochmals schade, dass diese Folge nur eine Stunde andauert; denn das Buch gefällt mir noch einen Ticken besser als dieses Hörspiel, weshalb ich bedaure, dass einige Dinge gekürzt wurden, was zwar der Spannung keinen Abbruch tut, weil gut zusammengestrichen wurde, aber ich hätte eben jener Spannung und Atmosphäre gern noch weitere 30 Minuten gefröhnt.

Tja, André Marx mal wieder, einfach super!

Meine Wertung: 94%
Cover: Codename: Cobra11.02.2013

Die drei ???
(116) Codename: Cobra (Erschienen: 2004)
Dauer: 1:01:42

Ach ja! Die drei ??? und die Computer-Fälle sind immer so eine Sache. Andauernd kann ich immer nur den Kopf schütteln, wenn Justus mit vermeintlicher Sachkenntnis Viren eine Chance gibt oder beim ersten, zweiten oder dritten Versuch immer gleich das richtige Passwort errät, und auch nie Probleme hat, die korrekte Groß- und Kleinschreibung auch gleich parat zu haben...

Aber hier wird es auf die Spitze getrieben, und ich will gar nicht mal alle Details nennen, die mir in die Sinn kommen, vor allem die computerbezogenen, aber wie kann Justus nur anhand des Gehäuses erkennen, dass Julias Computer das derzeit Schnellste und Beste auf dem Markt ist? WIE GEHT DAS? Und WARUM ist die obergeheime Spezialfunktion, die Teddy in das Programm einbaute, auf die Escape-Taste gelegt worden? Sowas Offensichtliches wie die Escape-Taste? Wie naiv sind den diese Supergangster, dass sie da nicht merken, dass man sie an der Nase herumführt? Wenn es z.B. Strg+Alt+Shift+G oder sowas gewesen wäre, in Ordnung, aber einfach nur Esc drücken zu müssen? Und der große Burner ist, dass Justus keine Schwierigkeiten hat, das Hauptterminal zu programmieren, das natürlich das gesamte Gebäude kontrolliert; welch Zufall.

Aber unabhängig von den Details gibt es dicke, fette Logiklöcher. Teddy täuscht seinen Tod vor und will nicht, dass seine Schwester Probleme bekommt (warum sollte ein kleines Mädchen eingentlich Probleme mit Verbrechern bekommen, wenn ihr Bruder tot ist?) und schickt Julia über Umwege zu den drei ???. Warum hat er die drei ??? nicht selbst kontaktiert? Wenn er sowieso in einem Internet-Café sitzt, kann er doch selbst gleich Justus, Peter und Bob um Hilfe bitten - oder? Wieso hat er überhaupt seinen Tod vorgetäuscht, statt einfach gleich zur Polizei zu gehen, wenn er sowieso tief im Dreck sitzt? Und wieso erlauben die Entführer dem Opfer, nochmal das Grab der Mutter zu besuchen?

Tut mir leid, aber immer, wenn ich die drei ??? mit ihrem Nichtwissen über Computer philosophieren höre, dann geht es mit mir durch, doch wenn auch noch der Plot einem Schweizer Käse gleicht, also dann kann ich einfach nicht mehr an mich halten.

Produktion gut, Ensemble auch, und gerade Sophie Lechtenbrink, die bei den Aufnahmen ca. 12-13 Jahre alt gewesen sein muss, macht einen tollen Job. Aber alles andere? Autsch.

Meine Wertung: 54%
Cover: Auf tödlichem Kurs11.02.2013

Die drei ???
(115) Auf tödlichem Kurs (Erschienen: 2004)
Dauer: 1:09:37

Ich weiss nicht, was es ist, aber ich mag dieses Hörspiel. Vielleicht liegt es daran, dass es auf seine Art so angenehm ruhig abläuft, dass Kommissar Reynolds ein dickes Comeback feiert - sogar mit der Stimme von Wolfgang Draeger! - und dass auch Hitstimmen Ingeborg Kallweit, Rolf Jülich und Peter Weis mitmachen?

Möglich, denn die Geschichte selbst ist im Wesentlichen nur ein einziger endloser Dialog zwischen verschiedenen Personen. Die Folge labert und labert, so angenehm das auch ist, dass man irgendwann einfach nicht mehr wirklich hinhört - dieses Hörspiel muss man sich über viele Male Anhören wirklich erarbeiten, sonst hat man keinen blassen Schimmer, was eigentlich genau los ist.

Ist man dann aber an dem Punkt angelangt, alle Zusammenhänge verstanden zu haben, muss man feststellen, dass sich die Zufälle hier die Klinke in die Hand geben. Sehr peinlich ist auch, wie Peter plötzlich und unnötiger Weise am Ende noch auftaucht, um beim Abschlusslacher mitmachen zu können: Polizeihubschrauber! Das ist weder originell noch witizg, selbst mit rosaroter Fanbrille nicht.

Doch, wie gesagt, ich mag die Folge, ich kann es nicht ändern. Immer, wenn ich sie höre, kann ich trotz der genannten Kritikpunkte dieses Hörspiel nicht schlecht finden. Klingt blöd, ist aber so.

Meine Wertung: 75%
Cover: Die Villa der Toten11.02.2013

Die drei ???
(114) Die Villa der Toten (Erschienen: 2004)
Dauer: 1:07:47

Ich weiss noch, wie ich die Folge damals zum ersten Mal hörte - zusammen mit meiner Freundin. Wir hockten auf der Couch, hörten zu, und machten, so etwa nach der Hälfte, eine kurze Hörpause und besprachen, was genau los sein könnte, wer wem was anhaben will und so weiter und so fort. Wir lagen ja sowas von daneben!

Denn in der zweiten Hälfte taucht dann die traschtsüchtige Nachbarin auf und wirft urplötzlich einige Fakten in den Topf, die man vorher unmöglich auch nur erahnen hätte können, nicht zu vergessen, die Sache mit der Sprachaufnahme, die direkt nach der Nachbarinnen-Szene kommt. Schlagartig wird einem dann alles doch ziemlich klar, denn da wurde ja garantiert irgendwas manipuliert.

Und daran krankt "Die Villa der Toten". In der ersten Hälfte passiert im Grunde nichts und innerhalb von wenigen Minuten bekommt man dann doch recht deutlich die Auflösung aufgetischt, wobei das Hörspiel selbst aber nochmals weitere 20 Minuten läuft - letzten Endes wartet man also nur noch darauf, das Wieso erklärt zu bekommen.

Die Produktion selbst wunderbar, tolle Atmosphäre, nette Sprecher/innen-Cast - lediglich der Plot kommt nicht wirklich in die Gänge.

Meine Wertung: 65%
Cover: Das Scheusal aus dem Meer07.02.2013

Jack Slaughter
(18) Das Scheusal aus dem Meer (Erschienen: 2013)
Dauer: 58:20

Was mir gleich beim allerersten Anhören auffiel, war, dass viele der Gags in dieser Folge etwas zu abgegriffen wirken, den Dialogen mangelt es außerdem an einer gewissen Ernsthaftigkeit, denn praktisch alle Sätze bestehen aus dem Versuch, irgendwie einen Lacher aus den Hörenden herauszukitzeln - leider gelingt das nicht. Auch nicht nach dem nun mittlerweile 10. Durchlauf.

Wenn Vater und Mutter von Jack in einem Sextraum von Grandma Abigail überrascht werden, und als sie wieder weg ist, hat Barbara (also die Mutter) keine Lust mehr, weil sie sich plötzlich hässlich fühlt - fand ich nicht sonderlich witzig, solche Gags gab es mittlerweile einfach zu oft. Oder wenn Kim erzählt, dass ihre Antifaltencreme aus Mäusevorhäuten besteht, reagieren meine Mundwinkel irgendwie nicht, denn auch dieserlei Gags gab es nun schon zu häufig. Ideen wie das Dämonen-Quartettspielchen wären andererseits ein ulkiger Einwurf, werden aber überstreckt und sind nach dem zweiten, dritten Satz dazu einfach nicht mehr lustig, schon gar nicht, wenn Professor Doom seinen Quartett-Sieg mit einem "näh-näh-näh-näh-näh-näääääh" garniert.

Auch scheinen viele Figuren im Hörspiel dem Tourette-Syndrom verfallen zu sein. Ständig werden Personen mit Unflat, promiskuitiven Frauen und ähnlich zotigem gleichgesetzt, und auch sonst wird recht viel geflucht. Der Humor wirkt insgesamt einfach zu forciert und auch das Overacting vieler Sprecher/innen trägt seinen Teil dazu bei, dass keine natürliche Situationskomik entstehen will; beispielsweise als Jack sich bemüht, Tony zu helfen, Rose zu beschimpfen. Ähnliche Beispiele sind Silverfishs "Spieglein, Spieglein..."- und Professor Dooms "Flopper schaut zum Fenster raus..."-Reime, oder auch der Zungenbrecher des Erzählers, als er sich zu beruhigen versucht.

Die Handlung selbst kommt leider auch nicht so recht in die Gänge. Es ist nicht so, dass rein gar nichts passieren würde, aber viele Szenen werden durch Einleitungen und Gespräche zu sehr gestreckt; was noch ok wäre, wenn der Humor stimmen würde. Aber durch nicht allzu lustige und schon dagewesene Gags (Flopper will Sex, etc.) und eine nicht allzu spannende Story, die auch sonst keinen nennenswerten roten Faden vorheriger Folgen aufgreift (z.B. will Rose immer noch Tony heiraten), fühlt sich Folge Nummero 18 eher wie ein akzeptabler Lückenfüller an; wenn man von den letzten 5 Minuten absieht, die einen Cliffhanger einleiten.

Wie immer gelungen ist allerdings die Soundkulisse: Musiken, Atmos und Effekte sind vorzüglich. Doch alles in allem wurde meine große Vorfreude auf dieses Hörspiel leider nicht erfüllt. Etwas mehr Inhalt, weniger "Bitte JETZT lachen!"-Humor, weniger Tourette, und ein Spritzerchen mehr Action, dann wär's das gewesen. "Das Scheusal aus dem Meer" setzt auf zuviele Dinge, die mir schon an früheren Folgen nicht gefallen wollten - tut mir leid.

Das Zitat der Folge kommt von Devon: Cool!

Meine Wertung: 65%
Cover: Nacht der Tiger11.01.2013

Die drei ???
(159) Nacht der Tiger (Erschienen: 2013)
Dauer: 1:05:31

Ich ging völlig ohne Vorbehalte an diese Folge heran. Und was soll ich sagen? Die Folge ist in fast allen Dingen total vorhersehbar. Ich warne gleich vor: ich werde spoilern, bzw. spoilern müssen! Ich grenze es ein, aber es geht nicht ohne ein paar Fakten zu nennen! Also: You've been warned! :)

Wenn Bob direkt am Anfang, und einmal auch kurz zwischendurch, den Bauchredner mimt - welchen anderen Zweck sollte das haben, als später, in einer notwendigen Situation, irgendwelche Leute abzulenken oder zu überrumpeln? Das kam mir bereits in den Sinn, als ich die ersten 90 Sekunden des Hörspiels hörte - und es stellte sich als richtig heraus.

Wenn eine geheimnisvolle Person nachts in die Zentrale eindringt und eine PC-Fernsteuerungssoftware installiert (wobei ich hier jetzt mal aussen vorlasse, wie fahrlässig Justus nur aufgrund seiner Neugier und seines gutgläubigen Vertrauens in eine fremde Person, den PC nicht erstmal sofort vom Netz nimmt, oder ihn weiter untersucht oder WENIGSTENS den Virenscanner startet!), und dann ein paar Szenen später Cotta sich total herablassend verhält, während ihm Zeugen beiwohnen, als die ??? ihn besuchen, na, wer könnte wohl diese geheimnisvolle Person sein? Nicht zu vergessen, dass die Rätsel recht offensichtlich sind. Wenn Begriffe wie "Stiere" fallen, ist die Assoziation zur einer gewissen amtlichen Behörde nicht allzu weit hergeholt. Sicher, WIR raffen den Zusammenhang sofort, aber Justus, Peter und Bob fallen im Laufe des Falls zig Gründe ein, warum es eine andere Person sein muss, obwohl diese Gründe in der Tat fadenscheinig und reine Mutmaßungen sind; nicht mal für eine Zehntelsekunde wird von den drei Detektiven in Erwägung gezogen, dass es die Person ist, die auch wir Hörer/innen sofort als Verdächtige/n im Sinne haben! So könnte Cottas Wutanfall ja auch einen anderen Grund haben, als einfach nur schlechte Laune abzureagieren - oder? So könnte die gefundene Maske im Hause ja auch einen anderen Grund haben, z.B., dass diese Maske einfach im Verlauf der Ermittlungen gefunden wurde - oder? Und, diese Frage sei gestattet: Wieso schickt Cotta überhaupt verschlüsselte Botschaften, er hätte, wenn er schon Verse verfasst und gar PCs fernsteuert, sicher etwas deutlicher machen können, was los ist.

Auch finde ich die Katze, deren Name kurz genannt wird, und die eine kleine Miniszene bekommt, als erfahrener ???-Leser und -Hörer natürlich sofort "verdächtig", in dem Zusammenhang mit dem gefundenen Haar - warum sonst liest und hört man in einem ???-Fall etwas von Tieren oder Personen, "die rein zufällig auftauchen", wenn sie nicht irgendwie von Relevanz sind?

Ebenso frage ich mich, wie schnell man bitte von "Gnade" auf "Mercedes" kommen kann? Sicher, wenn man es weiss, macht es Sinn, aber bei einem Wortspiel, das ohnehin eigentlich englischer Natur ist, da wir ja als Deutsche in den USA nur zu Besuch sind, hapert es etwas, wenn man überlegt, wie schnell diese Nuss geknackt wird.

Nun, ich könnte noch weitere solcher Dinge nennen, aber das sähe so aus, als wollte ich mich nur selbst profilieren, aber ich verspreche hoch und heilig, dass ich wirklich noch gar nichts über diesen Fall wusste und dass ich auch wirklich gleich sofort beim ersten Anhören auf viele Dinge gekommen bin; ich rechnete damit, vielleicht auf eine falsche Fährte geführt worden zu sein, aber hat sich was mit falscher Fährte! Sehr, sehr schade!

Um es kurz zu machen: Da steht ein riesiger grün-gelb-gestreifter Elefant mitten im Raum, aber Justus, Peter und Bob bemerken von ihm nicht das Geringste - und auch der Buch-Autor (Marco Sonnleitner) setzt offenbar voraus, dass die Leser/innen, bzw. Hörer/innen keinerlei Notiz davon nehmen, nur, damit man am Ende total überrascht ist. Sehr schade, eine eigentlich tolle Geschichte wird so nämlich fast vollständig ruiniert. Einerseits, weil man immer gleich weiss (nicht ahnt, sondern weiss!), was kommen wird, und andererseits, weil man Justus, Peter und Bob am liebsten fragen möchte, was um Himmels Willen mit denen los ist, weil man es einfach nicht fassen kann.

Die Produktion selbst gefällt mir allerdings sehr gut, die Geschichte ist soweit ebenso ok und kommt flott rüber, keine Längen, ebenso sind die Sprecher/innen wunderbar. Aber anmerken möchte ich, dass Bobs Bauchrednerei ja nun wirklich nicht nach Gollum klingt, wie Justus anmerkt (Andreas Fröhlich spricht in den HDR-Filmen ja den Gollum - übrigens: eine wunderbare Arbeit, Herr Fröhlich!)!

ALLERDINGS, Europa, wieder mal ein technischer Patzer, denn plötzlich wird mitten im Gespräch die Stimme von Justus ganz seltsam wackelig. Was ist denn da nur los, bei Euch, hm?

Meine Wertung: 60%
Cover: ...und der Feuergeist04.12.2012

Die drei ???
(158) ...und der Feuergeist (Erschienen: 2012)
Dauer: 56:20

Hmmm, schon bei TKKG-Folge (180) Alarm im Raubtierhaus hatte ich es erwähnt, und ich muss es auch hier erwähnen: Die vermeintlichen Beweise, die hier teilweise genannt werden, finde ich desöfteren schon sehr aufgebauscht. Das sind allenfalls Dinge, auf die man vielleicht mal achten sollte, weil sie einem aufgefallen sind, aber aus all diesen "Indizien" gleich ein fertiges Konstrukt für die Auflösung zu machen? Außerdem schaffte Sonnleitner es nicht, ausreichend verdächtige Personen zu nennen - man KANN nur zu dem Schluss kommen - und das ziemlich früh! -, dass es Person A oder Person B gewesen sein MUSS.

Allerdings fällt es schon schwer, der Geschichte zu folgen - SEHR SCHWER! Ich gebe zu, beim allerersten Durchhöhren war ich mit was anderem beschäftigt, und habe dem Hörspiel nicht so recht zugehört. Aber auch, nachdem ich es vier-, fünfmal mit Konzentration versuchte, finde ich einige Zusammenhänge verwirrend. Gäbe es nicht die Szenen, in denen Justus, Peter und Bob wie so oft üblich immer mal wieder die letzten paar Geschehnisse und Fakten für sich selbst aufzählen und sortieren, würde ich nicht wissen, wie Justus am Ende auf die Lösung kommt. Das heisst, das weiss ich am Ende trotzdem nicht, aber wenigstens erfährt man so, wieso das Ganze wenigstens für Justus einen Sinn ergibt, denn, wie gesagt, die angeblichen BE-weise sind für mich allenfalls HIN-weise. Außerdem passieren am Ende plötzlich fünfzig Dinge auf einen Schlag, und man kommt gar nicht mehr mit.

Ein wenig übertrieben finde ich auch die klischeehaften Karrikaturen von Theaterangehörigen: Herr A kann nicht ohne Affektiertheit sprechen, Herr B gäbe für die Kunst sein Leben, Frau C ist dauernd mit den Nerven runter, Frau D ist eine überkandidelte Diva, Herr E ist permanent überfordert oder nervös... Nur haben einige Charaktere dieser Geschichte oft gleich mehrere dieser "Angewohnheiten" in sich vereint.

Gut gefallen mir an dieser Folge nur die Produktion (Geräusche und vorallem viel Klassiker-Musik!), nebst dem Ensemble. Dort findet man nicht nur eine gute Leistung, sondern auch illustre Namen - und Stimmen! -, die man in Hörspielen heute etwas seltener hört. Wie etwa Heidi Schaffrath (danke, Europa!) oder Claus Fuchs (nochmals danke, Europa!). Überhaupt schön zu hören, dass wir aus dem Studio in Hamburg nicht immer nur dieselben drei Dutzend Stimmen kredenzt bekommen, die man heute permanent in Kino und Fernsehen bekommt, sondern dass es auch mal ein paar nicht ganz so häufige Stimmen sind, oder auch mal wieder welche, die man schon aus der Hörspiel-Kindheit in den 70ern und 80ern kennt! :)

Und ich komme auch wieder nicht umhin, mal wieder den Kladdentext und auch besonders den Titel zu dieser Folge zu kritisieren. Wieder mal der Versuch uns weissmachen zu wollen, es gäbe ein "seltsames Wesen" und "mysteriöse Dinge" - glaubt tatsächlich noch ein/e Hörer/in oder Leser/in der drei ???, dass da WIRKLICH mal was Übernatürliches geschieht? Und überhaupt: "...und der Feuergeist"? Wieso heisst die Geschichte nicht "Die drei ??? und der Opernfall", "Komische Beweise" oder "Theaterklischees"?

Meine Wertung: 56%
Cover: Das Auge des Drachen03.12.2012

Die drei ???
(113) Das Auge des Drachen (Erschienen: 2003)
Dauer: 59:46

Was soll ich lange drumrumschreiben? Die Folge ist einfach gut. Nicht phantastisch gut, aber gut.

Sie hat keine Schwächen und es mangelt ihr eigentlich nur ein wenig an Action. Doch der Rest passt wunderbar zusammen, ist realistisch, nie langweilig, immer nachvollziehbar und eine mal wieder etwas andere Auflösung, ohne, dass man den Versuch vermittelt bekommt, es läge etwas Mystisches oder Übersinnliches dahinter.

Also: Gute Folge, 82!

Meine Wertung: 82%
Cover: Schlucht der Dämonen03.12.2012

Die drei ???
(112) Schlucht der Dämonen (Erschienen: 2003)
Dauer: 58:25

Hmpf, Schlucht der "Dämonen"... Zwar spielt das Hörspiel in einer Schlucht, die (im ???-Universum) so genannt wird, aber wie Peter richtig erwähnte: Die Folge könnte ebenso "Häschenwiese" heißen; denn der Name der Folge ist wie leider so oft nicht Programm und dient nur dazu, die Folge als spannender darzustellen, als sie ist.

Und obwohl das Hörspiel ganz ok ist, hat es Spannung dringend nötig. Nicht, dass Spannung allgegenwärtig sein muss, aber in dieser Folge wird pausenlos versucht, Gefahr und Hektik zu signalisieren, ohne, dass das gelingt. Stattdessen ist die Geschichte ganz angehnehm zu hören, ohne, dass sie einen übermäßig positiven oder übermäßig negativen Eindruck hinterlässt. Auch der Versuch, diese Folge als westernhaft zu verpacken, gelingt nur allein über die Musik; aber das gelingt nicht über das ständige Erwähnen von Bohnen, Indianern und ähnlichem Zeug, dazu ist die Folge in ihrem Gesamtbild nicht "Western" genug.

Auch wundert mich über die Maßen, dass man einen Pferdesachverständigen, der viel, viel Zeit mit diesen Tieren verbrachte, durch die einfache Umfärbung eines einziges Flecks auf der Stirn täuschen können soll - noch dazu bei seinem eigenen Pferd! Das ist so, als würde eine Mutter ihre Zwillinge nicht mehr auseinanderhalten können, weil sie ihre Namensschilder nicht tragen. Tiere wie Menschen habe ihre eigene Körpersprache, eigene Merkmale im Verhalten... Ein Laie mag keinen Unterschied sehen, aber ein Pferdeprofi soll das nicht merken? Niemals!

Ebenso gibt es einige andere Merkwürdigkeiten oder Logiklöcher. Warum z.B. so einen Zinober veranstalten und den Gaul umständlich in der Wüste stehlen wollen? Man hätte das Tier auch einfach bei Nacht und Nebel in seinem Stall austauschen können. Wenn der Pferdeprofi eh keine Ahnung von seinem ach so geliebten Tier hat, wozu dann der Aufwand?

Naja, die Folge kann man hören, muss man aber nicht...

Meine Wertung: 56%
Cover: Alarm im Raubtierhaus02.12.2012

Ein Fall für TKKG
(180) Alarm im Raubtierhaus (Erschienen: 2012)
Dauer: 1:03:03

In "Alarm im Raubtierhaus" ist alles schon zig mal dagewesen, oft hanebüchen zusammenhängend und manchmal treten Personen ins Geschehen, die direkt einen fetten "absolut tatverdächtig"-Pfeil aufgestempelt bekommen: Tiere laufen frei herum, die Menschen sind bedroht (kennen wir z.B. aus (22) In den Klauen des Tigers oder (126) Teddy Talers Höllenfahrt) - und natürlich ist das kein Zufall, sondern jemand will sich rächen, bzw. eigentlich nur vom eigentlichen Grund ablenken.

Aber ok, wie passt das alles nun zusammen? Tiere werden freigelassen, darunter auch Elefanten, Schimpansen - und vorallem Geparden. Natürlich ist die Polizei und die Feuerwehr da praktisch gar nicht groß involviert - und auch die Presse geht da relativ ruhig mit um. Letztlich scheren sich nur die Zoo-Mitarbeiter darum.

Aber Gott sei Dank hat Karl sein Smartphone dabei - und ganz ehrlich: das Ding geht mir auf den Senkel. Karl fotografiert und filmt praktisch ALLES - und natürlich ist überall ein wichtiges Detail zu sehen und sofort ist die Sache klar. Person X muss was damit zu tun haben, und Person Y war garantiert auch daran beteiligt; nicht zu vergessen, dass Umstand Z ganz deutlich zu erkennen ist. Das geht so die ganze Zeit. Karl knipst und filmt, später gucken er oder Tim nochmal alles durch, und finden wieder irgendwas. Ich weiss, heute hat jeder so'n Teil in der Tasche, aber ich kenne niemanden, der einfach alles damit festhält - zumal das für mich keine richtige Detektivarbeit mehr ist.

Und wirklich ulkig wird's dann, wenn man TKKGs Rückschlüsse hört: Der "Mann mit Hut" hat nur deshalb "Wer ist denn da?" gerufen, weil er selbst was damit zu tun hat und genau weiss, dass es kein Tier sein könnte. Auf die Idee, dass nicht alle Menschen immer jeden Hype mitmachen, oder auch sonst nicht bei allem gleich ausflippen, kommt bei TKKG niemand. Außerdem könnte dieser Mann aus irgendwelchen Gründen auch einfach noch nicht die Zeitung gelesen oder ferngesehen haben - auch SOLCHE Menschen gibt es!

Außerdem können Glasscherben genauso gut auch einfach in sich zusammenfallen, je nach Punkt und Wucht des Aufschlags, sodass die Scherben danach nicht unbedingt alle drinnen oder draußen liegen müssen - nicht zu vergessen, dass NUR TKKG darauf gekommen sind, aber niemand bei der Polizei - und ich muss mich außedem fragen: Gibt's im Zoo keine Kameras?! Der Knaller war aber der folgende Rückschluss: Wo bringt man heimlich(!) Tiere hin und zieht ihnen entgegen des Gesetzes das Fell ab? Natürlich NUR im Schlachthof - nirgends sonst. Nur dort kann man das machen. Ja klar! Grinsen musste ich dann, als der Showdown selbstverständlich beim Schlachthof passiert und auch die Polizei blitzschnell vor Ort ist. Und warum? Na, kommt jemand drauf? Ich gebe einen Tipp: Es hat etwas mit Telefonieren zu tun!

Und so geht es die ganze Zeit. Es wird nicht wirklich ermittelt, weil Karl immer zur rechten Zeit etwas mit dem Smartphone festhält. Dann hocken TKKG zusammen und entdecken auf dem Smartphone irgendwas, es folgt ein halbgares Indiz anhand der Bilder und natürlich treffen sie ins Schwarze. Dann passiert wieder irgendwas, Karl filmt sicherheitshalber mal alles mit, dann wissen TKKG nicht weiter und gucken sich nochmal das Smartphone an, ziehen sich angebliche Beweise aus den Popöchen - dann passiert wieder irgendwas... dann wieder das Smartphone... Wie in einer Spirale...

Witzig sind aber auch einige Dinge am Rande. So sind Tim und Klößchen dabei, wie jemand eine Wildsau abknallen will (weil Tims Handy - schon wieder so ein Ding! - klingelt, kommt es aber nicht zum Schuss). Aber das in totaler Eintracht, und nicht, um dem Kerl etwas von Tierschutz und Moral zu predigen. Oder herzhaft lachen musste ich, als mir bewusst wurde, dass Tim und Klößchen sich hauptsächlich bei einem Bauern aufhalten, während Karl und Gaby die meiste Zeit beim Zoodirektor mit dem Namen Bauerfeind (Bauer / Bauerfeind) rumgammeln. Ebenso macht sich der Tierpfleger noch gleich in den ersten paar Sekunden selbst mehr als verdächtig; dass man als Hörer/in diesen Verdacht bestätigt bekommt, fällt bei diesem Hörspiel schon gar nicht mehr wirklich ins Gewicht. Auch nicht, dass Karl über 12000 Tiere im Zoo der Stadt fast schon mit Namen kennt, oder dass der Zoodirektor - jemand, der Tiere in Gefangenschaft hält und damit sein Geld verdient! -, zynisch anmerkt, dass man eigentlich die Menschen einsperren sollte, um die Tiere zu schützen!

Was Herr Hofstetter (Autor) sich hier zusammengeschrieben hat, ist ein Rückfall in die eigentlich vergangenen Zeiten von Granaten wie (105) Vermißte Kids und Killerpflanzen oder (114) Die Sekte Satans; wenngleich Hofstetter allerdings nicht absichtlich übertreibt, sondern wohl eher unbewusst, und hier auch nicht ganz so tief fällt, wie bei den genannten beiden Folgen.

Die Produktion, also die Vertonung, ist dieses Mal leider etwas durchwachsen. Effekte und Musik sind wunderbar. Die Sprecher/innen machen zum Teil einen großartigen Job (auch Wolfgang Kaven als Erzähler finde ich hier sehr gut!), zum Teil aber auch einen echt grottigen (vorallem der Bauers-Sohn Joachim!), bzw. hier und dort klingen die Dialoge wie "einzeln aufgenommen und später zusammengefügt". Beim Studieren des Inlays fiel mir dann noch auf: wo sind die genannten Rollen von "Frau" und "Kind"?

Um es kurz zu machen: Die Geschichte ist auf ihre eigene Weise ein großer Spaß. Aber man muss wirklich mit dem Gedanken zuhören, dass man das bloß nicht ernst nehmen darf, denn sonst kann man nur den Kopf über all das hier schütteln.

Meine Wertung: 48%
Cover: "Die Originalmusik"03.10.2012

Die drei ???
(29) "Die Originalmusik" (Erschienen: 1981)
Dauer: 49:40

"Die Originalmusik" ist eine der ???-Folgen, die immer irgendwie irritierte... ...weil sie eine Nummer innerhalb der generellen Reihe hat, die (29). Doch außer Musik, die teils mit Sprachgesang, Soundeffekten oder kleinen Dialogen unterlegt wurde, bietet sie nichts, was an ein Hörspiel erinnern würde. ...oder? Doch, nämlich die tollen Musiken, die immer wieder in den ???-Hörspielen eingesetzt wurde!

Wichtig zu wissen ist aber, dass, wie bei den ???-Hörspiel-Neuauflagen auch, ab Mitte der 90er neue Musiken auf der Neuauflage zu finden snd. Kurz: Die (29)-Version von 1996 unterscheidet sich in den Musiken vollständig von denen der Original-Version aus dem Jahre 1981. Allerdings ist es einfach, beide Versionen zu erkennen, denn die von '81 zeigt die bübisch grinsenden Gesicher der drei Sprecher von Justus, Peter und Bob, wohingegen die Fassung von '96 die drei ??? in Mikrofone singend zeigt.

Beiden "Die Originalmusik"-Ausgaben ist natürlich gemeinsam, dass die Musiken zweifelsfrei und durchweg großartig sind - jedenfalls finde ich das. :) Und natürlich sind die Stücke jeweils in voller Länge zu hören, im Gegensatz zu den Hörspielen, wo das ja immer nur einige Sekunden sind/waren. Allerdings störte mich bei beiden Ausgaben immer, dass es zum Einen eben immer auch Musiken mit eingefügtem Sprachgesang gibt, was die tolle Musik immer automatisch ruiniert, wollte man sie doch endlich in Ruhe und in ihrer vollen Länge genießen, und jetzt wurden da "lustige" Texte von Rohrbeck, Wawrczek und Fröhlich reingequasselt. Zwar sind die Texte für sich ja wirklich schmissig und einigermaßen witzig gemacht, doch wurde bei den entsprechenden Musikstücken immer darauf verzichtet, selbige auch nochmal völlig instrumental anzubieten - schade!

Doch zum Anderen, und auch hier trifft das Wort "instrumental" voll zu, wurden eigentlich alle Musiken an verschiedenen Stellen mit Sounds oder Zitaten aus den Hörspielen unterlegt. Mal ist es ein Satz aus Folge X, mal ein Schrittgeräusch, mal brüllt/schreit/ruft ein Tier, mal hört man das typische "Schrottplatztreiben", oder, oder, oder... Europa mag es gut gemeint zu haben, doch mir trübte das immer den Hörgenuss ein wenig.

Sicher, die Stücke haben deshalb nichts von ihrer eigentlichen Faszination eingebüßt, aber was nützt einem die tollste HiFi-Anlage und die beste Musik der Welt, wenn einem dauernd jemand in Hörgenuss reintrötet?

Neufassung von 1996Anmerken möchte ich noch, dass im Vergleich zur 81er-Ausgabe zwar längere, aber dafür auch weniger Stücke auf der 96er-Fassung zu hören sind, allerdings hätte Europa durchaus die Gelegenheit beim Schopfe packen können, und für die 96er-Ausgabe ruhig 70 bis 80 Minuten Spielzeit gehen können; MCs und CDs boten dieses Spielzeitvermögen zu dieser Zeit mit Leichtigkeit....

Nun, der Vollständigkeit halber hier noch die Tracklisten beider Ausgaben:

Die Originalmusik, 1981:
1. Titelmelodie der drei ???
2. Die drei Detektive
3. Mit Patricks Auto zum Tatort
4. Justus Jonas' Jump
5. Was, Banküberfall?
6. Auf dem Schrottplatz
7. Die silberne Spinne
8. Bobs Recherchen
9. Der grüne Geist
10. Drei "drei" kommen
11. Gespensterschloß
12. Hier geht's lang
13. Die erste Spur der drei ???
14. Fragen, Fragen
15. Aztekenschwert
16. Sieg der drei ???
17. Der alte Lastwagen
18. Bob Andrews' Walk
19. Flammende Spur
20. Verfolgung um jeden Preis
21. Happy Peter
22. Zauberspiegel
23. Der lachende Schatten
24. Finale der drei ???

Die Originalmusik, 1996:
1. Die drei ??? - Titelsong
2. Der heimliche Hehler
3. Tatort Zirkus
4. Geisterinsel
5. Musikpiraten
6. Schüsse aus dem Dunkel
7. Drei ??? Rap
8. Der riskante Ritt
9. Der lachende Schatten
10. Stimme aus dem Nichts
11. Die verschwundene Seglerin
12. Die bedrohte Ranch
13. Diamantenschmuggel
14. Die drei ??? - Titelsong ('96er-Remix)

Meine Wertung: 72%
Cover: ...und die Geisterlampe03.10.2012

Die drei ???
...und die Geisterlampe (Erschienen: 2012)
Dauer: 2:50:46

Ich war neugierig, wie das Konzept mit den 12 Kurzgeschichten funktionieren soll; vorallem, wo eine CD doch höchstens 80 Minuten bietet, das wären pro Folge also nicht mal 7 Minuten - das wäre etwas arg wenig. Doch Europa machte einfach eine 3er-Box daraus. Die kürzeste Geschichte dauert 9 Minuten, die längste 22 Minuten, und der überwiegende Rest ist fast immer 11-15 Minuten lang.

Stellt sich jetzt nur noch die Frage, ob diese 12-Kurzgeschichten-Chose aufgeht, und ich bin da nicht so ganz sicher, wenn ich ehrlich bin. 9 der 12 Geschichten sind wie eine typische ???-Folge produziert, mit Hintergrundgeräuschen, Dialogen, geheimnisvollen Briefen, seltsamen Auftraggebern, und ähnlichem. Die übrigen 3 Geschichten werden von Justus, Peter und Bob vorgelesen, wenn man so will, wie bei einem Hörbuch, sozusagen. Und obwohl ich die Justus-Vorleserei ja noch als recht angenehm empfinde, bin ich bei Bob und Peter nach je einigen Minuten einfach zur nächsten Folge gesprungen; gerade bei Bobs Part kommt das einfach nicht in die Gänge, weil Andreas Fröhlich viel zu viel "Natürlichkeit" hineinlegt und er, also vielmehr Bob, beim Vorlesen der Geschichte dauernd durch das Telefon oder ähnliche Dinge abgelenkt wird, er an seiner Tasse nippt, oder was auch immer, sodass man sich irgendwann wünscht, er möge bitte bald fertig sein.

Die auf die übliche Art vertonten Kurzgeschichten sind allesamt befriedigend bis gut, wenn auch manchmal leicht vorhersehbar; gerade bei "Entführt" keimt rasch der Verdacht eines einfachen Missverständnisses beim Hören auf. Folgen wie "Das Lehrstück" sind in sich gut, aber es ist sind wie so oft kleine Details, die an der Hörlust nagen. Warum kann Peter nach Jahren noch so gut Klavier spielen? Wäre nicht Bob, oder vielleicht auch Justus, viel besser dafür geeignet? Aber das sind wirklich nur Details, die noch dazu die Folgen nicht ad absurdum führen, ich würde sie eher "Schönheitsfehler" nennen.

Keine Wünsche offen lässt wie so oft die Produktion. Bis auf die typischen Charaktere wie Inspector Cotta (Mahlich), der Erzähler (Fritsch), Tante Mathilda (Lieneweg) und natürlich der drei ??? selbst, kommt keine Stimme mehr als einmal vor, das heisst, die 12 Geschichten stehen allesamt für sich allein und auch wurde nicht in Geschichte 1 Charakter A und in Geschichte 2 Charakter B von ein und derselben Person gesprochen, was ich auf jeden Fall als gut ansehe. Ferner gibt es allein schon Grund zur Freude über das Ensemble dieses Sonderfolgen-Dreierpacks, denn so hören wir unter anderem Gaby Libbach, Eckart Dux, Anja Topf, Kerstin Draeger, Achim Schülke, Rhea Harder, Helgo Liebig und sogar Juliane Szalay in ihrer Rolle als Peters Freundin Kelly.

Einen Makel haben aber alle 12 Geschichten - sie sind, auch wenn der Name es schon sagt, mir persönlich zu kurz. Oft wäre mir lieber gewesen, dass diese oder jene Geschichte doch bitte nur der Teil des Handlungsstrangs einer eigentlich vollwertigen Folge wäre. Häufig sind die Kurzgeschichten so aufgebaut, dass es zuerst eine kleine Heranführung an den Fall mit den allernötigsten Fakten gibt, dann hört man zu, wie die ??? Rätsel lösen oder jemanden/etwas verfolgen/beobachten, und dann gibt's auch schon die Auflösung. Aber das kann auch nur an mir liegen, denn ich fand schon immer kurze Geschichten, Comics, Filme, Bücher und ähnliches nicht sonderlich lohnend - nur im Falle von Sketchen oder lehrreichen Medien sehe ich eine Ausnahme berechtigt. Da ich die 12 Kurzgeschichten als Buchform nicht kenne, weiss ich nicht, inwieweit André Minninger für die Hörspiele gekürzt und verändert hat, aber bei 3 CDs mit einer Gesamtmaximallänge von bis zu 240 Minuten Spielteit, ist schade, dass man auf "nur" insgesamt 170 Minuten kommt und wenigstens für mich die Frage im Raume stehen bleibt, ob die meisten Kurzgeschichten nicht allesamt um einige Minuten hätten aufgestockt werden können, sodass je wenigstens 15-20 Minuten möglich wären, denn so habe ich manchmal den Eindruck, dass "für die paar Minuten" das Anhören gar nicht wirklich lohnt.

Alles in allem sind diese 12 Kurzgeschichten handwerklich gut gemacht, sie mögen für Kurzgeschichten auch gut geschrieben und erzählt worden sein, aber mir geben sie, eben wegen ihrer Kürze, einfach nicht viel; deshalb sehe ich sie eher als eine Art Vervollständigungs-Goodie für's CD-Regal.

PS: Auf dem Inlay von CD 3 befindet sich ein Angabefehler. Die 12. Geschichte heisst "Jagd auf den Weihnachtsmann" und nicht "Das Rätsel der schwarzen Nadel".

Meine Wertung: 65%
Cover: Im Zeichen der Schlangen02.10.2012

Die drei ???
(157) Im Zeichen der Schlangen (Erschienen: 2012)
Dauer: 1:14:21

Man merkt, dass Hendrik Buchna (Autor des Buches) sich bemühte, den alten ???-Stil zu rekreieren, weil er viele Elemente, gerade aus der Anfangszeit, einbaute, und das hat auch gut geklappt. Doch ich glaube, das fällt mir nur deshalb so deutlich auf, weil ich es einfach nicht mehr gewohnt bin, diese in den höheren ???-Folgennummern zu hören - nicht zu vergessen, dass es seit Längerem mal keine ewiglangen Schwafeldialoge gibt; die fehlen einem zuerst doch etwas, aber dann ist es auch diesbezüglich wie in alten Zeiten... ;)

Nun, es gibt einen Auftraggeber, der bei den drei ??? vorstellig wird, und ihnen auf relativ mysteriöse und ziemlich dreiste Weise einen Auftrag vergibt. Natürlich siegt nach der ersten Skepsis die Neugier und Justus, Peter und Bob machen sich an die Arbeit ihres somit akzeptierten Klienten. Ihren ersten und einzigen Hinweis, ein Kartenspiel, zu dechiffrieren, gelingt und die erste Spur ist vielversprechend. So nach und nach erknobeln die drei Detektive dann mehr und mehr Spuren; aber auch Verwirrendes kommt hinzu, vorallem, weil zudem Skinny Norris (jawohl, gesprochen von Andreas von der Meden, der etwas weniger brüchig klingt, als in den 1-2 Skinny-Folgen zuvor) durch einen zweiten Fall ins Spiel kommt...

Alles in allem ist an der ganzen Chose sehr auffällig, wie Sheila den drei ??? andauernd vorschwärmt und sie über ihre Gefühle und Erwartungen in Kenntnis setzt; kam mir fast schon vor, als gebrauche sie die Detektei als ihr Tagebuch. Nicht zu vergessen, dass kein Skinny Norris in einem ???-Fall anteilig wird, wenn er nicht auch eine irgendwie tragende Rolle hat - nie wünscht der einfach nur mal so einen guten Tag und taucht nicht mehr auf; darum ist das sehr rasch sehr verdächtig, sodass wirkliche Überraschungen für ???-Langzeithörer/innen leider ausbleiben. Aber es ist einfach schön, mal wieder einem "klassischeren" Fall lauschen zu können.

Etwas lästig, aber für das Hörspiel Gott sei Dank arg zurückgeschraubt, wurde Bobs Eifersuchtsgetue (das im Buch echt störendere Ausmaße hatte), weil ihm die hübsche Sheila wohl den Kopf verdreht hat. Ich habe echt nichts gegen menschliche Gefühlsregungen bei den drei ???, aber dieses ganze Liebesgeknilche geht mir doch etwas auf den Keks - zumal es auch rein gar nichts zum Fall oder der Spannung beiträgt, sondern bei mir eben immer zu Augenrollen führt. Aber, wie erwähnt, im Hörspiel ist das verkraftbar und beschränkt sich auf 3-4 Szenen, wo Bob eher hintergründig grantig ist.

Negativ ist am Hörspiel nur, dass Inspector Cotta am Ende mal wieder den Tag rettet. Auch fällt nach dem Hören auf, dass der ganze betriebene Aufwand eigentlich völlig unnötig ist, denn man hätte das Ziel viel simpler - wenn auch etwas dreister - erreichen können; aber ich nehme hier jetzt mal keine Inhalte vorweg.

Jedenfalls: Cotta und der Aufwand drücken den Gesamteindruck zwar herab, doch alles in allem genügt es, um mit diesem Hörspiel zufrieden zu sein und es zukünftig das ein oder andere Mal einzulegen und sich mit dieser gut gelungenen Hörspiel-Folge zu beschallen, die von Frau Körting wunderbar produziert und sogar mit vielen alten ???-Hitmusiken unterlegt wurde. "In the middle of the night", anyone? :)

PS: Musste dieses Geseier von wegen "Strudel gefährlicher Ereignisse" im Kladdentext wirklich sein? Und der Titel der Folge hatte auch mal wieder nur am Rande was mit dem Inhalt zu tun...

Meine Wertung: 71%
Cover: Orkos schwerste Stunde01.10.2012

Masters of the Universe
(26) Orkos schwerste Stunde (Erschienen: 1987)
Dauer: 39:05

Liebe Teela, in (25) Teelas Verrat fabrizierst Du selbst noch den größten Mist, aber jetzt lehnst Du Dich weit aus dem Fenster und fragst Adam entrüstet, wo er war, als ihr um eure Leben gekämpft habt... Tze, tze, tze... Aber gut, lassen wir das! :) Denn diese Folge ist Gott sei Dank wieder eine der guten!

Allerdings ist hier etwas nicht so ganz logisch! Skeletor, der wie fast jeder Eternianer das Geheimnis He-Mans nicht kennt, sagt zu King Hiss sinngemäß: "Ich weiß, dass ich gegen He-Man nicht kämpfen muss!"... Das lässt darauf schließen, dass er offenbar doch vom Geheimnis He-Mans weiß. Denn das hieße, er hätte gewußt, dass Adam sich durch dem Hexenturm im Land der Grauen nicht mehr in He-Man verwandeln kann! Denn wenn er es nicht wusste, warum war er im Land der Grauen, um den Hexenturm zu manifestieren? Der Hexenturm ist ja magisch und sollte einen positiven Effekt für Skeletor haben - nämlich, dass er die Masters behindert, wenn man so will. Aber was sollte er behindern, wenn alles, was sich änderte nur ist, dass Orko nicht mehr zauben kann und Adam nicht zu He-Man werden kann. Das mit Adam konnte Skeletor nicht wissen, und ob Orko zauben kann, sollte Skeletor relativ egal sein...

Nochwas, was mir ein kleinwenig aufstößt: Wie um alles in der Welt kann Prinz Adam ein Katapult spannen, dass eigentlich von 10 Männern gespannt werden müßte. Das impliziert doch, dass Adam wenigstens so stark wie 10 Männer ist. Wofür braucht er denn da ein Zauberschwert, welches ihn in He-Man verwandelt? Adam sagt ja selbst, er sei als Adam nur halb so stark wie He-Man - und wenn das heisst, dass er so stark wie wenigstens 10 Männer ist, dann ist das doch wirklich gar nicht so übel, hm? Dann dürfte er doch locker auch stärker als die meisten anderen Masters sein. Darüberhinaus wird doch von den Masters mal jemand wissen wollen, was im Land der Grauen passierte, wie sollen Orko, Adam und Man-at-Arms dann also erklären, wie einer allein, im Besonderen Adam, dieses Katapult spannen konnte?

Und noch was spielt da hinein. Adam spannt also das Katapult, der Turm wird zerstört und Adam verwandelt sich sofort in He-Man. Vor den Augen der Grauen, und den Augen Stonedars und Rokkons, wohlgemerkt! Sicher, Stonedar und Rokkon können gewiss den Mund halten, aber was ist mit den Grauen?

Nun, unabhängig davon habe ich eigentlich nur noch eine einzige Sache zu Meckern: Beast Man! Grauenhaft, was hier aus ihm gemacht wurde, in (24) Skeletors Meisterplan und (25) Teelas Verrat missfiel er mir bereits, aber das hier ist die totale Grütze. Er freut sich wie ein pubertierendes Kind, weil Orko nicht mehr zaubern kann, obwohl der (5) Höhle des Schreckens-Beast Man ihm sicher seine Peitsche zu spüren gegeben hätte. Stattdessen unterhält er sich ganz cool mit Orko und scherzt sogar mit ihm. Nicht zu vergessen, dass Beast Man sich mehr als nur äußerst dämlich benimmt und natürlich alles Wissenswerte ausplaudert. Warum hat man nicht Beast Man hier ganz rausgelassen und Zoar oder irgendein Bote hätte die Masters informiert?

Abschließend: Trotz der Kritikpunkte, allen voran Beast Man, ist diese Folge gelungen und hörenswert. Lediglich das Cover verstehe ich bis heute nicht: Was macht Adam da? Schattenboxen!? Versucht er Orko auszuknocken? Oder symbolisiert es den Faustkampf gegen die Grauen, die man dann zumindest schemenhaft hätte darstellen können...?

Das Zitat der Folge kommt von Beast Man: Nein, klug bin ich nicht. Skeletor sagt, ich bin ein bisschen dumm im Kopf. Orko: Jaja, wenn man dumm ist, dann meistens im Kopf.

Meine Wertung: 73%
Cover: Teelas Verrat30.09.2012

Masters of the Universe
(25) Teelas Verrat (Erschienen: 1987)
Dauer: 40:50

Dieses Hörspiel ist wohl die "Mutter aller schlechten Hörspiele". Selten habe ich so einen Schmuh gehört. Dass Teela etwas naiv sein soll, wurde ja schon öfter in den Hörspielen gezeigt, aber dass sie derartig blöd sein soll...

Die Hexe Mala kommt vorbei, und erzählt Teela, sie solle das Zauberschwert He-Mans stehlen und dann für eine Nacht in der Wüste vergraben, damit sie das Geheimnis He-Mans erfährt: Woher kommt er, wo geht er immer wieder hin, wenn er gerade fort ist, wer ist er und so weiter... Das Vergraben des Schwertes sei unbedingt nötig, weil es mit seiner magischen Ausstrahlung verhindert, dass sich ihr (Teela) die Geheimnisse öffnen können. Und wenn Mala Teela das alles erklärt, dann müsste sie doch schon einiges darüber wissen, sonst könnte sie Teela ja nicht diesen Floh ins setzen, welch positive Dinge all das mit sich brächte. Warum kann dann Mala also nicht selbst schon einiges über diese Dinge sagen?

Und wenn Teela ewigen Frieden für Eternia wolle, dann MÜSSE sie es einfach tun. Ist ja auch total logisch: Wenn das Schwert in der Wüste versteckt wurde und Teela weiss, wer He-Man ist, dann hat das Böse keine Chance mehr - das macht total Sinn. Nun, Teela tut wie ihr eingeredet wurde, und kommt zu keiner Zeit auf die Idee, dass man sie vielleicht grandios an der Nase herumführen will, oder dass vielleicht irgendjemand das Schwert aus der Wüste holen wird, wenn sie wieder abgezogen ist. Kurz: Das Schwert ist also futsch, Teela ist ganz allein dafür verantwortlich, und He-Man kommt alsbald in die Situation, sein Schwert zu benötigen...

Derweil fädelt nämlich ein falscher Diener des Königs ein, dass He-Man ohne lange nachzudenken sofort losstürzt, als ihm dieser Verräter erzählt, der König und die Königin würden vor Castle Grayskull von Skeletors Monstern überfallen. Was sollen König und Königin vor Castle Grayskull? Warum checkt He-Man nicht mal eben ab, ob König und Königin nicht vielleicht doch im Palast sind? Wieso hört er nicht im Geringsten auf die mahnenden Worte Orkos? Er könnte zumindest aus der Ferne erst einmal 1-2 Minuten beobachten, was da vor sich geht? Da haben die Flugzeuge, Laser, sogar Magie, aber keine Ferngläser? Und warum geht niemand sonst von den Masters mit, wie z.B. Battle Cat, Ram Man, Mekaneck oder sagen wir Stratos?

He-Man schafft es dann noch gerade eben in Castle Grayskull Schutz zu finden. Die Zauberin wirft ihn allerdings mehr oder weniger sofort wieder raus, und erklärt ihm nochmal: "Hüte dich vor Skeletor. Er hat eine Falle aufgebaut, die dir (He-Man) zum Verhängnis werden kann... Eternia steht am Abgrund, ich warne dich noch einmal. Noch nie war Skeletor so nah davor, dich (He-Man) zu besiegen", als wenn das Spannung in diese lahme Folge brächte. Wie wäre es mit: "Sorry He-Man, Du kannst nicht lange hierbleiben, ist einfach nicht möglich, aber Dein Schwert hat Teela versteckt, und das hat die Hexe Mala nun, um es Skeletor zu geben. Da ich eine mächtige Zauberin bin, habe ich hier einige magische Nüsse, die Dich unsichtbar machen können... ups, nee, gib die Nüsse wieder her, die kommen erst in (35) Skeletor - König von Eternia, hab' mich vertan. Du musst stattdessen den vergammelten Sportdrachen nehmen, der oben auf den Zinnen rumliegt. Ich weiss nicht, wie der da hinkommt und Du wirst auch garantiert abgeschossen werden, aber was soll's - und jetzt raus hier!".

So wird He-Man also gefangen genommen und soll in eine Teleportermaschine gestopft werden, die ihn auf einen weit, weit entfernten Planeten beamen soll. Nun, ich will ja nicht blutrünstig sein, aber wäre eine Laserwaffe oder ein Schwert nicht viel wirkungsvoller und unkomplizierter, um sich He-Mans zu entledigen? Aber ok, das ist das Einzige, was ich den Hörspielen schon immer verziehen habe, weil es eben einfach ZU definitiv und in der Tat etwas ZU brutal wäre. Es ist aber seltsam, dass Skeletor in früheren Folgen immer davon spricht, He-Man töten oder zumindest demütigen zu wollen, und jetzt langt es ihm, diesen wegzubeamen.

Aber es ist nicht nur, dass man sich andauernd gegen die Stirn patscht oder den Kopf schüttelt, wenn man diese Folge hört. Es ist auch, dass ansonsten vieles so ganz anders ist, als in früheren MOTU-Hörspielen: Teela ist dümmer als vertrocknetes Brot, die Zauberin spricht nicht mehr telepathisch mit Teela, sondern mit einer sich drehenden Scheibe, Webstor ist nicht mehr Manfred Steffen, Beast Man ist nicht mehr Christian Rode, Skeletor holt nicht selbst das Schwert aus der Wüste, sondern lässt das Mala tun, die nicht selbst das Schwert nutzt, sondern es Skeletor tatsächlich bringen will, es jedoch letztlich noch abgenommen bekommt, nämlich von Orko, der nun plötzlich doch mit dem Schwert beamen kann, obwohl er es in (6) Im Kerker Skeletors nicht konnte, und dann gibt es eben noch so seltsame Dinge wie Sportdrachen, allzu wissenschaftliche Experimente, kein Tri-Klops, kein Trap Jaw, kein Battle Cat, kein Hordak... Denn, ja, WO ist eigentlich Hordak und seine wilde Horde? Schlimm genug, dass all diese Charaktere und ihre Sprecher schon in (24) Skeletors Meisterplan fehlen.

Es scheint, als ob fast gesamte Gefolgschaft Skeletors und He-Mans für zwei Folgen Betriebsferien macht, oder so. Denn auch Teelas Verrat wirkt - wie der Vorgänger (24) Skeletors Meisterplan - nicht nur sehr untypisch, sondern auch vollkommen kahl, und der Plot ist äußerst flach. Wie soll man Teela jetzt je wieder ernstnehmen? Wie unintelligent kann denn eine Person sein, die immerhin die Oberbefehlshaberin der königlichen Wachen ist - UND der Zauberin Tochter!?

Keiner war auch nur den kleinsten Funken enttäuscht von Teela. Auch die "neuen" Stimmen für Webstor und Beast Man gefallen mir absolut nicht, denn das verfälscht das Charakterbild, das man früher immer hatte, viel zu sehr; im Besonderen ist Beast Man der Obertrottel vom Dienst geworden. Man hätte für die Stimmen lieber andere MOTU-Charaktere wählen sollen, oder irgendwelche namenlosen Laufburschen Skeletors, dann wäre das mit den Stimmen nicht wirklich tragisch gewesen.

Naja, somit verbleibt immerhin eine schöne Moral für Kinder ("Vertraue keinem Fremden einfach so") und wir haben mit (24) Skeletors Meisterplan und Teelas Verrat endlich unseren Masters-Hörspiel-Tiefpunkt gehabt, den ja jede Serie haben muss, und jetzt wird's wieder viel, viel besser! Ärgerlich nur, dass der Tiefpunkt SO tief sein muss. Diese Folge ist einfach total öde, über die Maßen untypisch und leerwirkend. Ich habe fast den Eindruck, als wären das hier eigentlich gar keine Masters-Skripte gewesen, sondern als hätte man sie einfach so umgeschrieben, dass die Namen und Ortsbeschreibungen auf die Masters-Welt passen, und dann ab an die Mikrofone...

Das Zitat der Folge kommt von He-Man: Was ist das für ein Käfig? Skeletor: Ein Transmitter. Eine von mir entwickelte Maschine. Steige hinein und du erfährst, wie sie funktioniert. Los doch, hinein mit dir! He-Man: Nicht, bevor ich weiss, was dann mit mir geschieht.

Meine Wertung: 15%
Cover: Skeletors Meisterplan28.09.2012

Masters of the Universe
(24) Skeletors Meisterplan (Erschienen: 1987)
Dauer: 43:57

Nach (25) Teelas Verrat, ist Skeletors Meisterplan die enttäuschendste Masters-Folge, weil sie Fragen über Fragen aufwirft und voller Unlogiken ist, die auch in späteren Folgen nicht aufgeklärt werden. Nicht zu vergessen, dass dies hier auf eine ganz gewisse Weise der zweite Teil von (15) Die lachende Brücke ist, bei der ich ja ebenfalls schon mehrere Man-E-Faces-Unlogiken auf den Tisch brachte.

Skeletor und Beast Man unterhalten sich darüber, was sie damals mit Man-E-Faces gemacht haben, und Beast Man erinnert sich sogar daran; nebenbei sei erwähnt, dass mir diese Interpretation von Beast Man überhaupt nicht gefällt. Er klingt nicht wie jemand, der roh, brutal, aber etwas dämlich ist, sondern wie ein armer Depp, der nicht mal mehr weiss, wie alt er eigentlich ist. Aber gut, weiter. Im Laufe der Folge stellt sich wohl heraus, dass ein Kutanier einen Geist, Roboter und Menschen gekreuzt hat - das Ergebnis ist Man-E-Faces. Ist Skeletor dieser Kutanier? Nebenbei bemerkt: "kutan" ist ein weiterer Hinweis auf Francis' Faible für Wissenschaft und heisst übersetzt "Haut". Aber weiter: Nimmt man das Gespräch von Skeletor und Beast Man auf, kann es ja nicht anders sein, dass Skeletor dieser Kutanier wäre. Nicht zu vergessen, dass auch He-Man selbst in (15) Die lachende Brücke Bezug darauf nimmt, als er meint, Man-E-Faces solle nicht noch einmal durchleben, was ihm widerfahren sei, es wäre allzu grausam. Weiss also He-Man von der Kreuzung durch den Kutanier/Skeletor? Und falls es nicht Skeletor war, was hat er dann mit Man-E-Faces gemacht? Es bleibt ja eigentlich nur noch, dass er Man-E-Faces' Tochter in den Trichter stieß, oder er ihren Schatten stahl. Seltsame Zusammenhänge.

Denn, wenn 'Faces weiss, dass seine Tochter im Trichter ist, und er sie trotzdem nicht dort suchte oder sich bemühte, sie zu befreien, warum soll dann He-Man in die Vergangenheit reisen und 'Faces unbedingt mitnehmen? Es verschwinden Dinge in Castle Grayskull, aber warum? 'Faces Tochter ist seit Jahren im Trichter und auch schon lange ihren Schatten los, wieso passieren dann erst jetzt plötzlich komische Dinge in Grayskull? Und wieso sollte das damit zusammenhängen? Warum um alles in der Welt schickt der Geist von Grayskull unsere Freunde in die Vergangenheit!? Sie spricht von einer Gefahr, die durch die Zeitreise gebannt würde, aber es geht wohl nur darum, dass Man-E-Faces' Tochter gerettet wird, oder wie!? Ich seh' darin keinen Sinn...! Denn es ist ja nicht so, dass die Masters in dieser fremden Welt etwas Besonderes tun. Sie dringen ein in das Schloss, 'Faces denkt darin eine Weile nach, will dann am liebsten sofort wieder abhauen, weil die Wände ihm die Botschaft von Leben und Tod durch ihre Bauart vermitteln, dann springt He-Man in den Trichter, holt die Tochter heraus - und plötzlich soll auf Eternia und in Grayskull alles wieder gut sein... *räusper*

Aber, und jetzt das, was das alles noch viel weniger sinnvoll macht: Skeletor prahlt damit, er habe einen Meisterplan entwickelt. Doch was tat er? Die Tochter ist doch schon seit Jahren im Trichter, das ist nicht erst seit einigen Tagen so. Und wenn er damit meinte, dass er clever genug war, He-Man in die Vergangenheit zu locken, weil dieser gewiss in den unbezwingbaren Trichter springen würde und wohl nie mehr heraus käme, wie hat er He-Man in die Vergangenheit gelockt? Denn die Zauberin von Grayskull sagt doch, He-Mans Leben wäre in großer Gefahr, er müsse in die Vergangenheit, um etwas zu korrigieren, könne ihm aber nicht noch mehr dazu sagen. Ja, wieso denn nicht? Der hat da doch sowieso nichts anderes gemacht, als die Tochter aus dem Trichter zu hieven. Welchen Grund hat also die Zauberin, He-Man ausgerechnet jetzt in die Vergangenheit zu schicken? Ob da jetzt plötzlich Dinge verschwinden oder nicht, was hat das damit zu tun? Kurz: Ich raff's einfach nicht.

Ebenso verstehe ich absolut nicht, warum die Roboter-Trolanerin gebaut wurde, bzw. warum sie Orko davon abhalten sollte, mit He-Man und den anderen zu reisen? Selbst, wenn Orko dabeigewesen wäre, es hätte nichts an den Sachverhalten in dem merkwürdigen Schloss geändert, denn selbst mit einem zufällig erfolgreichen Zauberspruch Orkos hätte dort nichts Wichtiges passieren können, außer vielleicht die Rettung der Tochter zu vereinfachen. Aber ob das in Zusammenhang steht, wissen wir alle ja nicht.

Fazit: HÄH? Die Folge ist unytpisch von vorne bis hinten. Wo sind die anderen Mitstreiter Skeletors? Wo die wilde Horde? Warum klingt die ganze Folge, als wäre sie eigentlich gar nicht für Masters of the Universe verfasst worden?

Das Zitat der Folge kommt von Orko: Habt ihr Probleme? Gut, gut, das ist kein Problem.

Meine Wertung: 25%
Cover: Die Zauberrüstung28.09.2012

Masters of the Universe
(23) Die Zauberrüstung (Erschienen: 1986)
Dauer: 41:09

"Die Zauberrüstung" ist eher ein Mittelding. Nicht gut, nicht schlecht! Mit dem Plot ist soweit alles in Ordnung, auch, wenn er recht simpel ist: Spydor fängt Zoar ein, der gerade über Snake Mountain herumschwirrt, Skeletor greift daraufhin Castle Grayskull an und scheitert in letzter Sekunde. Auch die Atmosphäre, bedingt durch die sehr gute Produktion Frau Körtings, ist astrein; vorallem die Musikauswahl gefällt mir toll, im Besonderen die Entscheidung, die Folge nicht mit der für die allermeisten MOTU-Folgen bekannten Thema zu starten, sondern gleich mit dem "Skeletor-Theme" loszulegen, dazu die Szene in den Bergen - super!

Es sind darum eher wieder die Details am Rande, die mir die Folge etwas vermiesen, weil viel, viel Potenzial verschenkt wurde. Gleich zu Beginn erklärt Modulok, er könne vermutlich auch durch den Boden grabend in Castle Grayskull gelangen - wurde aber nie versucht!? Auch die Idee, Modulok und Two Bad als bittere Konkurrenten anzusiedeln, mag ich sehr, aber es wurde leider nichts daraus gemacht.

Achja: Two Bad! Dieser belauscht die Masters, und wird sogar "Der Stratege des Schreckens" genannt; aber wo kommt er her? Warum ist er auf Eternia, oder war er schon immer da? Wieso will er Skeletor helfen? Und wenn er ein so genialer Stratege ist, wieso kann er in dieser Funktion nicht brillieren, sondern agiert eher als eine Art Spion? Stattdessen machen die Dämonen des Bösen nichts besonders geniales - sie stürmen stumpf auf Castle Grayskull zu und geben alles, was sie haben.

Bei Stinkor ist es ähnlich. Er hat eine alte Rechnung mit dem König von Eternia zu begleichen? Welche denn? Warum ist ihm die Allianz mit Skeletor so wichtig? Und wieso taucht er so plötzlich auf? Wie bei Two Bad muss man sich außerdem fragen, woher er kommt, oder ob er nicht schon immer da war. Schade, dass diese beiden Dämonen nicht besser vorgestellt wurden, statt sie einfach als gegeben einzuflechten.

Abschließend die folgende Frage: Warum bespritzt der Drache He-Mans RÜSTUNG, nicht seine Arme oder das Gesicht? Wenn das ein so gefährliches Gift ist, sollte es nicht auf die Haut, Augen oder in die Atemwege gelangen? Ferner, wenn gespritzt wird, spritzt es nunmal, wie die Bezeichnung schon sagt, ist denn da kein Tropfen mal neben die Rüstung gegangen, z.B. auf einen Oberarm He-Mans?

Bleibt mir als Fazit nur zu nennen, dass ich diese Folge einfach sehr gerne mag, weil bis auf die genannten Details, einfach alles stimmt und ein super Feeling rüberkommt.

Das Zitat der Folge kommt von Skeletors Dämonen: Ja, Stinkor soll in seiner Höhle bleiben. Schlimmer als er kann der Teufel auch nicht stinken.

Meine Wertung: 67%
Cover: Abzocke im Online-Chat14.09.2012

Ein Fall für TKKG
(179) Abzocke im Online-Chat (Erschienen: 2012)
Dauer: 1:00:16

Bei TKKG ist es aktuell etwas schwierig, sich zurechtzufinden, was den Stil, auf den man sich einstellen soll, betrifft. Sind das nun Abenteuer? Mitratefälle? Großstadtbanalitäten? Pädagogische Ratgeber? Schon seltsam, aber ich komme nicht umhin, die "Abzocke im Online-Chat" ähnlich wie (176) Verbrechen im Rampenlicht empfinden zu müssen, und das in vielerlei Dingen.

Zuerst mal ist die Idee ja gar nicht schlecht, den Kids zu erklären, dass man im Internet vorsichtig sein muss, mit dem, was man anklickt und über sich preisgibt. Aber es ist sehr auffällig, dass es dieser Geschichte nicht gelingt, Fahrt aufzunehmen, weil sie sich zu sehr in ihrer Rolle als erhobener Zeigefinger gefällt und dabei den Realismus außen vor lässt - was insbesondere bei der Aufklärung aller Zusammenhänge am Ende zu Kopfschütteln der Hörerschaft führen wird, denn rein zufällig hängen der Chat, die Abzockerfirma, die Drahtzieher und die für diese Folge davon betroffenen Kids alle in derselben Stadt rum und stammen sogar aus dem selben Einzugsgebiet, und es ist natürlich gaaaaanz einfach, der gemeinen Abzocker-Sache so mir nichts, dir nichts den Saft abzudrehen, weil die Adresse im Impressum des Chats tatsächlich die richtige ist? Auweia!

Das Hörspiel bleibt in allen Punkten vollkommen alltäglich, somit ohne jede Spannung, ohne jede Action oder Rasanz, und verzichtet dabei aber nicht darauf, ständig den Pädagogen raushängen zu lassen. Ja, ich weiss, ich habe schon sehr oft Realismus bei TKKG gefordert, aber ich bezog mich immer auf Dinge in der Art wie "Tim knallt alle mal eben so auf die Matte" oder "Gaby wird schon wieder mal wieder entführt", doch hier ist es nicht nur realistisch (wenn auch sehr übertrieben alltäglich), sondern eben einfach nur noch banal und unspektakulär, gleichzeitig aber auch irgendwie lahm in der Aufklärung: Karl, der immerhin "Der Computer" heißt, wie er selbst in dieser Folge extra nochmal hervorhebt, benutzt im Browser nicht den Textvergrößerungszoom, sondern eine Handlupe zu Entschlüsselung kleiner Texte; ferner gibt es seit Anfang August 2012 nun "das Gesetz zum Schutz der Verbraucher vor Abofallen", oft auch "Das Button-Gesetz" genannt, das besagt, dass Bestell-Buttons ab sofort eindeutig und gut sichtbar gekennzeichnet werden müssen, damit die damit verbundene Bezahlpflicht des Kunden deutlich erkennbar ist; diese Folge ist also außerdem eine ganze Weile zu spät dran; obendrauf gilt: viele Jugendliche sind ohnehin nicht geschäftsfähig. Wobei ich mir natürlich gewahr bin, dass solche Abzock-Versuche sicherlich weiter gemacht und auch Erfolge haben werden.

Nicht zu vergessen, dass man auch darauf hätte hinweisen können, dass man sich bei so einer Verlade lieber erstmal einen Anwalt sucht, bevor man irgendwas bezahlt. Der Autor der Geschichte (Synonym: Herbert Friedmann) hat es zwar so aussehen lassen, als ginge das in diesem speziellen Fall nicht (weil der Sohnemann mit dem Vater Stress hat), aber gerade deshalb versagt diese Folge so sehr in ihrem pädagogischen Ansatz: da wird auf die Gefahr hingewiesen, auf die Notwendigkeit, sich aufmerksam im Web zu verhalten, und dann werden aber mögliche Lösungen verschwiegen, der Hinweis auf das neue Gesetz ebenso, und das, was als Lösung herhalten muss, ist schlecht zusammengeklebt.

Wenn diese Folge also realistisch sein will, dann soll sie bitte auch realistisch sein. Weitere Beispiele gefällig? Klößchen wird mit dem Messer am Hals drohend vor den Augen von vier Zeugen entführt, aber zur Polizei wird nicht gegangen, ohne das zu begründen... Oder gegen Ende sagt Tim zu Gaby in einer zeitdrängenden Situation: "Du verständigst jetzt die Polizei!", darauf Gaby zu Tim: "Aber mein Papi ist doch gerade in London!"... Ja, Himmel nochmal, ist der Glockner denn der einzige Polizist auf der Welt, der was zustande bringt? Oder TKKG lassen ein Taxi entkommen - aber warum? Gibt's keine Fahrräder? Keine Busse oder Straßenbahnen? Früher haben TKKG sich einfach die Taxinummer gemerkt, oder sowas und dann recherchiert... Aber heute ist das ein Problem? Obendrauf die sprechenden Nachnamen, wie Johann Leihmer, Benno Gierig oder der Lehrer Maulig.

Jedenfalls: Ich mag die Art und Weise, wie die neuen TKKG strukturiert sind und erzählt werden, aber mir missfällt sehr, wie die Fakten diverser Fälle zusammenhängen und welche Prioritäten TKKG desöfteren festlegen. Entweder die Supermann-Truppe der vorherigen Generation, in der vor allem Tim ordentlich austeilt und immer alles checkt, oder nicht, aber diese Dinge einfach zu negieren und so zu tun, als wäre alles nun realistischer, ohne, dass es das ist, kommt nicht gut an, Herr Friedmann. Abschliessend ein Lob an das Europa-Team, das eine saubere Produktion hingebogen hat, mitsamt sehr hörbarer Cast, die Namen wie Reent Reins, Manfred Liptow oder Oliver Böttcher umfasst.

Fazit: Hat man sich bei der letzten TKKG-Generation darüber geärgert, dass der Realismus der Folgen vor allem durch den Supertypen Tim und dauerdämliche Ganoven zerstört wurde, wird er nun dadurch zerstört, dass alltägliche Situationen so dargestellt werden, dass niemand sich darin wiederfinden kann.

Meine Wertung: 60%
Cover: Im Netz des Drachen29.08.2012

Die drei ???
(156) Im Netz des Drachen (Erschienen: 2012)
Dauer: 1:11:50

Ich habe dieses Hörspiel seit nun gut einer Woche, habe es täglich durchlaufen lassen - an manchen Tagen sogar zwei- oder gar dreimal... ...aber nichts. Auch nach nun ca. 15 Durchläufen bleibt kaum was haften. Ich war sogar an einem Punkt, wo ich verstohlen den Kladdentext las, um zumindest einen Einstieg zu finden, um eine Art Basiswissen zu haben...

Aber es half alles nichts - ich verliere immer irgendwo zwischen dem 5. und dem 8. CD-Track den Faden und schnappe nur noch Gesprächsfetzen und Teile der Handlung auf, die sich aber bei all den Durchläufen, die ich nun hatte, auch nicht ansatzweise mosaikartig zusammenfügen wollen, um ein verständliches Ganzes zu ergeben. Es folgt Szenenwechsel auf Szenenwechsel und eine ellenlange Ortsbeschreibungt jagt die nächste. Mal sitzen die drei Detektive am Computer, mal laufen sie durch eine reale Umgebung.

Alles was ich wirklich verstehe ist, dass zu Beginn eine Frau fliehend und schreiend etwas von einem Monster faselt, als sie zufällig auf die drei ??? stößt, dann gehen die drei ??? zur Polizei, weil auch ihnen etwas seltsames in der Gegend widerfahren ist, aber da sieht man das gelassen und nimmt es nicht ernst. Und plötzlich sitzen die Justus, Peter und Bob am Computer und spielen ein Online-Rollenspiel, um in der Realität irgendwas zu finden, weil das Online-Rollenspiel irgendwie mit der Realität verknüpft ist. Und irgendwie wechseln sich die Realität und das Videospiel ständig ab - oder!?!?!?

Lachen musste ich, als ich nach genauer Betrachtung des Kladdentextes die Tracktitel der CD beguckte, denn der 14. Track lautet tatsächlich "???" - vermutlich steht dieses "???" für die Verwunderung der Hörerschaft, die beim besten Willen nicht durchsteigt. Was allerdings haften blieb, war mal wieder, dass Peter etwas völlig Belangloses von sich gibt und dass Justus ein begeistertes "Peter! WAS hast Du da eben gesagt? Ja natürlich, so ist es!" retourniert. Nimmt man nun noch die Frau am Anfang, die auf die drei ??? zurennt und um Hilfe schreiend überzeugt ist, ein echtes Monster gesehen zu haben, muss man sich fragen, warum man immer wieder dieselben ollen ???-Stil-Kamellen ausgräbt. Komisch, nicht? Da kriege ich von der Folge nicht viel mit, und das Einzige, an das ich mich konkret erinnere, sind diese beiden Beispiele - wahrscheinlich, weil ich es schon vorher so gut kannte...

Sicherlich sind die Buchvorlage und auch dieses Hörspiel aus Sicht von Marco Sonnleitner (Buchautor) und André Minninger (Hörspielskriptverfasser) nachvollziehbar und in sich logisch, aber als Außenstehender blicke ich einfach nicht durch. Es tut mir leid, ich kapiere dieses Hörspiel nicht - wirklich nicht. Das meine ich völlig ohne Häme: ich kann dieser Geschichte nicht folgen, sie ist konfus und zieht deshalb einfach an den Ohren vorbei, weil sich das Bewusstsein zwangsläufig mit anderen Dingen beschäftigt: "Ich könnte mal wieder saugen!", "War ich heute schon am Briefkasten?"...

Ich war zeitweise nicht mal sicher, ob ich dieses Hörspiel bewerten soll, denn ich habe ja nichts davon verstanden. Aber letzten Endes bewerte ich ja auch eigentlich nicht das Hörspiel, sondern, wieviel Spaß es macht, ihm zuzuhören, und deshalb macht eine Wertung durchaus Sinn.

35%! ...und wahrscheinlich bin ich noch viel zu gutmütig!

Meine Wertung: 35%
Cover: Wettbewerb der Detektive26.08.2012

[unbekannt]
(8) Wettbewerb der Detektive (Erschienen: 2012)
Dauer: 53:06

Sherlock Holmes ist wie Augustus van Dusen reine Fiktion, darum sollte man das nicht ZU ernst nehmen, und sicherlich ist diese Folge auch ein Stück weit eine Hommage an das britische Vorbild Sherlock Holmes (der aus rechtlichen Gründen nicht seinen Originalnamen tragen darf), doch bereits zu Beginn wird Homes/Holmes von van Dusen an die Wand detektiviert, und das macht vieles kaputt!

Zunächst mag das alles noch als Austausch von Spitzen zu verstehen sein, oder als wollten die beiden Herren sich einfach nur gegenseitig testen, doch Shemlock hat in praktisch allen Punkten Unrecht, bzw. wenn er mal doch mal im Recht ist, hat van Dusen immer noch einige Details oder Korrekturen anzumerken - ganz davon zu schweigen, dass Shemlock mit seiner Zusammenfassung aller Vorgänge und Zusammenhänge mehr als nur daneben liegt, während van Dusen nicht nur alles haarklein aufklärt, sondern auch noch eine Überraschung präsentiert.

...und das ist das Problem: Man würde gern darüber hinwegsehen, dass van Dusen hier dem guten Shemlock überlegen wäre, zumal sich beide in ihrer Überheblich- und Eitelkeit nichts schenken und beide als äußerst geniale Köpfe angesehen werden, aber van Dusen wird einfach als ZU überlegen dargestellt; und Shemlock/Sherlock als zu untypisch. Besser hätte mir, wenn schon, gefallen, wenn man den Fall so gelassen hätte, wie er ist, ohne aber Shemlock auch nur im Geringsten zu erwähnen (also ohne diesen Wettbewerbskrams), denn 95% aller Zeit ist man ohnehin bei van Dusen und Hatch dabei, während Homes praktisch nur zu Beginn und am Ende zu hören ist. Deshalb kommt zu keiner Zeit das Gefühl eines Wettbewerbs oder Kräftemessens auf. Keine Spannung, und letztendlich ist Holmes vollkommen irrelevant für den vorliegenden Fall, da er nicht einmal zu seiner Lösung beiträgt.

Lobenswert aber wie üblich das Ensemble, das die Protagonisten Bauschulte und Herm ergänzt - Marnitz, Blumhagen (großartig!), Schmitt, Melikyan, Spitzner und Herzog -, und auch der etwas nüchterne Produktionsstil, der, im Gegensatz zum Vorgänger (7) Whisky in den Wolken, wieder etwas sparsamer mit Geräuschen und Musiken auskommt. Somit würde mir diese van-Dusen-Folge eigentlich sehr, sehr gut gefallen, da van Dusen wie üblich streng empirisch und forensisch vorgeht und in der Art der Schlussfolgerungsfindung zu verdutzen fähig ist.

Zudem verdutzt van Dusen in dieser Folge umso mehr, da es hier keinerlei Möglichkeit für die Hörerschaft gibt, mitzuraten. Warum tut van Dusen dieses, warum tut er jenes, warum schlußfolgert er dieses, warum ist ihm jenes bekannt...? Das alles erfährt man beinahe nie, weil er nur selten seine Rückschlüße mitteilt oder man erfährt kaum, dass er überhaupt recherchiert - sodass man erst ganz am Ende alles erfährt. Und bei einer Folge, die zwei große Detektive in Wettbewerb stellt, wäre es quasi Pflicht, finde ich, die Zuhörer/innen ebenfalls Mutmaßungen anstellen und Rüchschlüße ziehen lassen zu können, indem sie beide Detektive quasi "ab und zu belauschen dürfen" - immerhin bei van Dusen in geringen Maßen so gemacht; von Holmes bekommt man gar nichts mit.

So liegt meine etwas verhaltene Wertung allein an der Art der Einbringung des Sherlock-Holmes-Faksimiles, das von Lothar Blumhagen zwar wunderbar dargestellt, aber von van Dusen mit scheinbarer Leichtigkeit an die Wand gespielt wird; nicht zu vergessen, dass Homes/Holmes nicht nur versagt, sondern dass van Dusen sowieso alles, was nötig ist, für sich allein kombiniert. Hier wurde viel Potenzial verschenkt.

Meine Wertung: 64%
Cover: Gedankenspione25.08.2012

Jack Slaughter
(17) Gedankenspione (Erschienen: 2012)
Dauer: 57:30

Der Teufel ist ein ungeduldiger Zeitgenosse: er will Jacks Seele nicht erst in einigen Jahren, sondern sofort haben. Aber wie kommt er da nur ran? Sein Vertrag verbietet ihm, selbst nachzuhelfen, aber er darf ja jemanden bitten, für ihn nachzuhelfen... Also klopft er mal bei Professor Doom an, um ihn zu fragen, ob er ihm helfen würde - Doom würde natürlich auch etwas dafür bekommen...

Gleichsam treffen Jack und Tony auf eine attraktive Politesse, die gerade dabei ist, Jack einen Strafzettel auszustellen, was Tony aber verhindern kann, indem er all seinen Charme spielen und der Dame ein paar wirklich flache Anmachsprüche zukommen lässt, die - Tony kann es selbst kaum glauben! - tatsächlich darauf anspringt und ihn mit zu sich nach hause nimmt. Außerdem trifft Jack zum ersten Mal seine Eltern, die ihm erklären, warum sie gingen und wo sie all die Jahre waren.

Ein wenig enttäuscht bin ich von der Idee des Tony-Rose-Aufhängers, denn das wäre sicherlich auch etwas weniger konventiell gegangen. Das Klischee aufzugreifen, dass die Frau direkt nach dem ersten gemeinsamen Akt in Gedanken schon die Hochzeit plant und die Gästeliste durchgeht, während der Mann einfach nur seinen Spaß wollte, sich aber jetzt (wo's ernst wird) lieber verkrümeln will, ist nämlich der älteste Beziehungs-Witz, den es gibt - und ist daher wenig überraschend.

Allerdings kann ich das hier verschmerzen, denn Marie Bierstedt und David Nathan spielen ihre gemeinsamen Szenen schön überspitzt, und dass Rose nicht einfach nur streng romantisch veranlagt ist, lässt das Hörspiel ebenfalls durchblicken. Aber es gibt noch weitere Dinge, die kaum wirklich überraschen, doch dafür wenigstens von ihrem Wortwitz in den Dialogen leben (Gesprächsverlauf zwischen Lucy und Doom, wer ist der Schläfer und wer ist es nicht...).

Insgesamt verbleiben wie immer ein positiver Gesamteindruck und mehrere interessante Cliffhanger. Es ist grundsätzlich alles vorhanden, was "Jack Slaughter" ausmacht. Die Produktion ist wie immer, die Sprecher/innen sind wie immer, die Art des Humors ist wie immer. Auch Cliffhanger gibt's wie immer: Wie geht's weiter mit Jack und seinen Eltern? Wie mit Russland und den USA? Wie mit Tony und Rose? Wie mit Doom und Lucy? Wie mit Basil und HASS?

Es ist aber schade, dass es keinen Höhepunkt in dieser Folge gibt - außer dem, den Tony hat (Witz komm raus... *zwinker*). Es werden mehrere Handlungsfäden begonnen oder fortgeführt, aber keiner wird beendet... So gesehen dürfte ich diese Folge eigentlich erst bewerten, wenn ich die Folgen 18, 19, 20 auch schon kenne, um beurteilen zu können, ob "Gedankenspione" ihren Job als "Aufbaufolge" gut gemacht hat, bzw. ob der Verzicht auf etwas Action und echte Überraschungen/Wendungen wirklich nötig und lohnenswert war.

Deshalb vergebe ich eine 84%-Sicherheitswertung. Solide, gute, aber nicht zuuu gute Wertung, damit klar wird, dass mir irgendetwas fehlt, weshalb dann die Wertung hätte höher ausfallen können.

Das Zitat der Folge kommt von Professor Doom: Jack ist schon ein ziemlicher P*sser.

Meine Wertung: 84%

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