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Cover: Der Duft des Vergessens
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Horst Naumann
Adora Carolin van Bergen
Angella Renate Pichler-Grimm
Bow Hans-Jürgen Dittberner
Catra Astrid Kollex
Clawdeen Marianne Kehlau
Flutterina Pia Werfel
Frosta Monika Gabriel
Glimmer Maritta Fliege
Loo Kee Lutz Werner Mackensy
Mermista Heidi Schaffrath
Peekablue Gabriele Libbach
Perfuma Reinhilt Schneider
She-Ra Carolin van Bergen
(EDIT)
Rezension vom: 28.08.2025

She-Ra
(5) Der Duft des Vergessens
Erschienen: 1986
Dauer: 42:00


Die Prinzessin der Wildblumen wird ein Opfer ihrer Leichgläubigkeit. Sie fällt auf eine intrige Catras herein und beschwört damit unabsehbare Gefahren für Adora und die anderen Prinzessinen herauf. Denn die Katzenfee streckt ihre Krallen nach Crystal Castle aus und selbst das Zauberschwert kann sie nicht davon abbringen.

Mein Kommentar: Perfuma sucht in ihrem Garten nach neuen Düften, als Catra auftaucht. Diese stellt sich komplett dumm und tut überrascht, von Perfuma angesprochen zu werden. Doch Perfuma ist sauer. Catra habe "alle Blüten zerdrückt". Catra spielt es herunter, es seien ja lediglich zwei Blumen gewesen, aber sie wolle es wieder in Ordnung bringen. Sie bietet Perfuma den betörendsten Duft an, der ihr je begegnet sei. Plötzlich Perfuma wie ausgewechselt; sie lobt sogar Catras ausgeprägten Geruchssinn. Und einen neuen Duft, den wolle sie unbedingt kennenlernen. Doch gerade als Catra vorschlägt, auch niemandem zu verraten, dass eigentlich nicht Perfuma den Duft entdeckte (sondern eben Catra), interveniert Perfuma und wittert eine Falle. Sie habe nicht vergessen, was sie mit Glimmer tat. Sie habe diese angelogen und behauptet, She-Ra würde sie im Stich lassen. Statdessen aber wurde sie von She-Ra gerettet. Catra hat sofort eine erstaundlich schnelle und nachvollziehbare Erklärung dafür, das muss ich zugeben. Perfuma glaubt aber kein Wort und bleibt standhaft. Aber dann... oh man... Catra erklärt, Perfuma könne She-Ra auf die Probe stellen und der Widerstand von Perfuma fällt in sich zusammen.

Ich könnte es ja verstehen, wenn es so weitergegangen wäre, wie gerade noch mit der nachvollziehbaren Erklärung bezüglich der Lügerei. Doch es wird so plump und doof, dass es schreit. Perfuma könne She-Ra doch auf die Probe stellen, wiederholt Catra. Sie könne She-Ra mit einem Duft aus Crystal Castle locken, aber nicht weit, nur ein wenig. Wenn She-Ra dann fort ist, könnte sie in der Zwischenzeit mit Bow flirten. Wenn She-Ra dann zurückkehrt, würde man sehen, wie sie darauf reagiert. Perfuma ist interessiert. Und Catra versichert, She-Ras Verhalten würde dann zeigen, wie sie (She-Ra) wirklich sei.

Also, hier erstmal: Häh!? Selbst, wenn She-Ra eifersüchtig und verärgert wäre, wenn ihre Freundin ihr den Typen auszuspannen versucht, bedeutet das nicht, dass She-Ra deshalb ein schlechter Mensch wäre, oder andere im Stich ließe. Und ob Bow da nicht genauso einen Anpfiff verdient hätte, weil er ja mitmachen würde, lasse ich mal großzügig außen vor. Aber es würde doch wohl vor allem Perfuma entlarven, und nicht She-Ra: Jemanden für einen Test sedieren und weglocken und außerdem mit dem Freund von jemand anderem rumshakern... Wie unsympatisch ist das denn bitte? Ungeachtet dessen, ob Bow wirklich She-Ras Beziehungs-Freund ist, ist nach wie vor ungewiss. Dass She-Ra also eifersüchtig reagieren würde oder auch nur sollte, ist mindestens zweifelhaft. Außerdem, warum müsste man She-Ra erst weglocken? Perfuma könnte auch einfach im Beisein von She-Ra losflirten - zu jeder x-beliebigen Zeit, She-Ras Reaktion sollte sich wohl nicht nennenswert zum genannten Plan Catras unterschieden. Wozu sollte man sie weglocken? Wir sind also wieder mittendrin in der schönsten, klebrigen und vor Klischees und Intrigen triefenden Daily-Soap-Soße.

Nun, Perfuma wolle es sich überlegen, sagt sie. Den Ausschlag gibt aber dann Loo Kee. Er erschuff Plastikblumen, über die Perfuma sich sehr aufregt - zu sehr, wenn ich ehrlich bin. Der Hauptkritikpunkt sei aber, dass sie nicht duften würden. Loo Kee bittet Perfuma, seine Blumen duftend zu machen. Aber sie echauffiert sich weiter. Die Szene geht noch ein wenig so weiter, endet dann aber in gemeinsamen Gelächter, weil diese doofen Plastikdinger doch für Catra gedacht seien. Sie habe keine echten und duftenden Blumen verdient.

Perfuma ging dann zu Catra - warum auch immer! - und jammert sich ihr Herz aus. Obwohl sie wusste, was es den Blumen auf sich hatte, und dann sogar mitlachte. Sie erklärt Catra, dass es sie ärgere, dass Adora/She-Ra sich nicht an den Plastikblumen störte. Aber sie könne nicht aufhören, an Catras Plan zu denken. Catra erklärt nochmal, was es für ein Plan ist und sagt zum gefühlt zehnten Mal, wie harmlos und ungefährlich das Vorhaben für Adora/She-Ra sei. Sehr unauffällig *hust, hust*

Szenenwechsel. Clawdeen und Catra unterhalten sich. Clawdeen ist beleidigt, aber Catra erklärt ihr ihren tollen Plan und feixt, dass Perfuma auf sie hereingefallen sei. Clawdeens Laune wird etwas lockerer, Catra spricht weiter. She-Ra werde vom Duft gefangen immer weiter weg von Crystal Castle laufen. Weiter und immer weiter. Bis sie vergessen habe, wer sie sei. Clawdeen freut sich, der Plan sei genial. Jetzt will sie Catra zu einem Versteck bringen, in welchem Catra "schon vor vielen Jahren eine Kapsel mit dem Duftstoff vergraben" habe.

Und nochmal: Häh!? Sie hat seit Jahren einen Duftstoff in petto, der andere Leute Dinge vergessen machen kann - und sie setzte ihn nicht schon längst ein? Einfach mal die ganze Bagage rund um She-Ra dorthin wo der Pfeffer schicken und dann auch noch dafür sorgen, dass sie alles vergessen - sogar sich selbst? Ach ja, was mir noch einfällt: Warum braucht sie dafür Perfuma? Das könnte sie auch ganz allein bewerkstelligen. Einfach den Duft zu Crystal Castle herüberwehen lassen; zur Not mit Magie.

Das ist allerdings gar nicht nötig. Wir hören nun, wie Perfuma ihre heldenhafte, arglose Freundin nach Strich und Faden belügt, diese immer weiter weg von Crystal Castle führt und sich dem geheimnisvollen Duft aussetzt. Allein diese eine Szene ärgert mich sehr. Was hier mitschwingt, geht weit über die üblichen "Auf Catra hereingefallen"-Klamotten hinaus. Denn Perfuma selbst verbindet mit ihrer Aktion zweifelsfrei boshafte und gänzlich unaltruistische Hinterlist. Das hat mit Naivität nichts mehr zu tun. Was mich aber genau daran ärgert? Mich ärgert daran, dass bis zu dieser Szene und auch danach wieder (in den noch kommenden Hörspiel-Folgen) beide wieder gut befreundet miteinander sind. Dass in beinahe jeder Folge irgendeine der Prinzessinnen erneut auf Catra hereinfällt, naja... ...aber wenigstens fallen sie auf Catra herein, sind naiv, sind gutgläubig, blauäugig. Es nervt mich zwar und lässt die Heroinnen in einem schlechten Licht darstehen, aber naja... Doch spätestens hier sollten Adora/She-Ra, und den anderen Damen gleich mit, eigentlich die Kragen platzen.

Jetzt gibt es recht eleganten Schwenk rüber zu Loo Kee und Bow. Sie haben Perfuma und Adora gerade verpasst. Loo Kee treibt seine Späße mit dem erkälteten Bow. Mit anderen Worten: Loo Kee nimmt die Düfte wahr, Bow nicht, aber beide ziehen sich dann zurück in Crystal Castle.

Clawdeen und Catra ihrereseits sehen sich schon am Ziel. Sie würden siegen, ganz sicher. Sie wollen Perfuma und Adora folgen. Doch Clawdeen stellt fest, dass Catra viel zu rücksichtslos ist. Sie riskiert wissentlich, dass Perfuma und Adora sterben würden und Clawdeen gefällt das ganz und gar nicht, es geht ihr zu weit. Nebenbei: Wie Astrid Kollex und Marianna Kehlau hier spielen, ist phantastisch. Vor allem Catras herrischer, drohender Tonfall, einfach klasse! Catra kann sich gegenüber Clawdeen herausreden und beide sprechen dann wieder versöhnlicher miteinander. Allerdings ist Catras Erklärung Humbug: Bow und die anderen Prinessinnen würden zur Rettung nacheilen, um zu verhindern, dass Perfuma und Adora/She-Ra sterben. Aber dann würden diese auch den Duft einatmen, ihm verfallen und alles vergessen. Hmm, okay, soweit schlüssig. Aber was geschieht denn danach? Werden die beiden - und mit ihnen alle anderen vor Ort - dann nicht trotzdem im Tteibsand versinken? Sie wären dann ja nicht außer Gefahr und nun könnte ihnen niemand mehr helfen, nicht wahr? Das heisst, Catras Erklärung macht es eigentlich noch viel schlimmer. WENN Clawdeen einen kleinen Moment mitgedacht hätte.

Wie dem auch sei. Wir hören wieder Loo Kee und Bow zu. Loo Kee öffnet eine Dose, damit Bow daran schnuppert. Doch der ist davon gar nicht begeistert, das stinke ja nach faulen Eiern - das kann er trotz seiner Erkältung riechen (den Zauberduft draußen aber nicht... ...ja klar!). Wenn das mal nicht der ultimative Hinweis darauf ist, wie Catra in ihre Schranken gewiesen werden wird... Peekablue kommt hinzu und Bow "hält daraufhin Ausschau" nach Adora/She-Ra. Das heisst, er geht zu Angella und Flutterina, denn diese sollen hochfliegen und nach Adora schaun - wo sie ist und was sie macht. Die zwei machen sich auf und fliegen der Duftspur nach. Währenddessen erfahren Loo Kee mit Peekablues Hilfe, dass Adora und Perfuma in Gefahr sind und drohen, in den Treibsand der Wüste zu geraten. Die drei machen sich sofort zur Rettung auf. Wie Catra es vorhersah.

Jetzt sind wir bei Adora und Perfuma. Sie beginnen erste Anzeichen des Vergessens zu zeigen. Wissen ihre Namen nicht mehr, nicht mehr, wer sie sind, nicht wo und warum sie sind. Adora erinnert sich, sie könne sich mit dem Schwert verwandeln und dann wäre alles ganz leicht für sie. Aber außer "Ich bin She" fällt ihr nicht mehr ein. Das "Ra" hat sie vergessen.

Catra und Clawdeen folgen den beiden in sicherer Entferung und Clawdeen stellt fest, dass diese am Treibsand vorbei seien, ohne, dass ihnen etwas passiert sei. Jetzt will Catra ihre Kapsel mit dem Duftstoff wiederhaben und sie verschließen. Und wieder sind Kollex und Kehlau großartig. Die kleinen Spitzen, die sie einander austeilen, sind toll gespielt. Catra tropft eine Winzigkeit von dem Duft auf den Boden und dann wird alles gut verschlossen fortgebracht, in Richtung Crystal Castle.

Dort ist Loo Kee, während Bow und die übrigen Prinzessinnen in die Wüste fliegen. Sie finden die beiden, aber haben schnell vergessen, warum sie in der Wüste sind. Komischerweise sagt der Erzähler nach dieser kleinen Szene: "Bow und die Prinzessinnen folgten Adora in die Wüste". Nur, wie können sie den beiden folgen, wenn sie nicht einmal mehr wissen, warum sie eigentlich in der Wüste sind? Sinnvoller wäre vielleicht gewesen, zu sagen, "Sie drangen immer tiefer in die Wüste und folgten der Duftspur", oder etwas ähnliches.

Catra frohlockt, sie habe es geschafft. Sie ist vor Crystal Castle, niemand ist da, niemand kann sie aufhalten. Sie wird den Crystal Castle betreten, ihn zu ihrem machen, indem sie ihre magischen Zeichen an Crystal Castle anbringt. Dann sei She-Ra endgültig entmachtet und sie, Catra, wäre für alle Zeiten die Herrin über Etheria. Ach ja, wäre das wirklich so? Nur, weil sie in Crystal Castle wohnt, macht sie das zur Herrin über einen ganzen Planeten? Niemand wählte sie, niemand erkennt sie an, Crystal Castle scheint auch keinen besonderen Kräfte oder Priviligien zu bieten - es ist handelt sich hier offenbar einfach nur um ein schlichtes, wenn auch wunderschönes, Gebäude! -, und Bow und alle Prinzessinen sind dumm wie Brot geworden. Was ist denn das für eine komische Herrschaft? Und was ist das für eine komische Begründung, diese Herrschaft erlangt zu haben? Hörspiel, erkläre Dich gefälligst! Das hier einer der wichtigsten Pfeiler für diese ohnehin schon löchrige Story und Du sagst einfach gar nichts dazu?

Catra bringt also ihre Zeichen an. Der Erzähler klärt uns danach darüber auf, dass Catra alle Zeit der Welt hatte, "um ihre Macht über Etheria zu festigen". Erst nach drei Tagen kehrten Adora, Bow und Co. aus der Wüste zurück. Hier schon mal die Frage: Wieso kehren sie zurück und warum sind sie so niedergeschlagen? Sie wissen doch noch gar nicht, was in der Zwischenzeit geschehen ist!? Und woher wissen sie, dass in der Zwischenzeit drei Tage vergingen? Es könnten mühlelos auch viele Tage mehr gewesen sein. Die Damen sind jedenfalls darin einig, dass Catra gewonnen hätte, sie könnten nichts mehr tun, es sei vorbei. Bow sieht das genauso.

Crystal Castles "Tür" (sic!) öffnet sind und Loo Kee erscheint. Niemand versteht, was los ist, wo Catra sei. Och, ganz einfach: Loo Kees Plastikblumen stinken offenbar bestialisch nach "nasser Hund" und darum ist Catra aus Crystal Castle geflohen. Hahahaha, wir haben gewonnen - the end!

Dass die Auflösung Quatsch mit Soße ist, versteht sich wohl von selbst. Catra hätte, zur Not mit einer Wäscheklammer auf der Nase, diese Blumen einfach hinaustragen/-werfen können. Oder jemanden beauftragen, dies zu tun. Nichtsdestotrotz sind da doch immer noch auch Catras magische Zeichen. Sind die wegen des Gestanks gleich mitgeflohen? Ich bitte darum, mich richtig zu verstehen. Ich habe rein gar nichts gegen ein leichtherziges Ende. Aber es wimmelt in diesem Hörspiel nur so vor Logiklöchern und dann ist das Ende derartig hingeschludert, dass man nicht deutlicher hätte sagen können, wie wenig Mühe man sich mit besagtem Ende gab. Selbst, wenn Catra fort ist, sind ihre ach so tollen Zeichen immer noch da. Oder nicht?

FAZIT: Auweia, auweia und nochmal auweia. Erneut ist die Story so stumpf und logiklochbefallen, dass es zum Himmel schreit. Aber erneut sorgt alles andere an diesem Hörspiel dafür, dass man es zumindest noch halbwegs anhören kann. Im Besonderen die Spielfreude von Astrid Kollex und Marianne Kehlau reißen das Hörspiel aus der absoluten Belanglosigkeit.


Meine Wertung: 38%
Cover: Schock im Bienenstock
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Peter Kaempfe
Amai Florentine Stein
Gabriele "Pfote" Glockner Liza Ohm
Hotelmanager Janis Zaurins
Karl "Computer" Vierstein Felix Strüven
Lola Beauty Sarah Madeleine Tusk
Peter "Tarzan / Tim" Carstens Sebastian Fitzner
Sylvia Knauss Traudel Sperber
Willi "Klößchen" Sauerlich Julian Greis
(EDIT)
Rezension vom: 25.08.2025

TKKG Junior
(38) Schock im Bienenstock
Erschienen: 2025
Dauer: 51:25


Eigentlich hatte Kommissar Glockner geplant, sich zusammen mit TKKG seinen absoluten Lieblingsfilm "Die Attacke der Monsterameisen" im Kino anzuschauen. Aber kurz bevor sie aufbrechen wollen, bekommt er einen "Notruf" von seiner ehemaligen Kollegin Sylvia. Diese ist völlig außer sich, weil irgendjemand einen hinterhältigen Anschlag auf ihre Bienenstöcke verübt hat! Für Kommissar Glockner und TKKG steht fest: die Monsterameisen müssen warten! Jetzt geht es nämlich erstmal darum, wer es auf Sylvias geliebte Bienen abgesehen hat! Und dass herauszufinden, wird schwieriger als gedacht!

Mein Kommentar: Ich geb ja zu, dass ich längst dem Zielgruppenalter entwachsen bin. Vielleicht vergesse ich deshalb auch hin und wieder, dass ich diese Folgen mit Kinderohren hören und diese ganze "Erwachsenenlogik" außen vor lassen sollte. Aber Himmel die Berge, diese Folge macht es mir WIRKLICH sehr, sehr schwer, eben ganz genau das zu tun. Es beginnt vielversprechend und Frau Knauss erklärt, was los ist. Damit aber auch die aller unbedarftesten unter uns, oder diejenigen, die eine zu kurze Aufmerksamkeitsspanne haben, mitkommen, bzw. dranbleiben, fasst man es erstmal mit "Da ist also ein Bienenkiller am Werk!" zusammen. Na gut, die Zeiten ändern sich. Es ist eben nicht mehr 1980, nicht wahr!? Aber muss man es denn so reißerrisch und plump formulieren?

Doch es ist in diesem Zusammenhang etwas anderes, was mich stört. Um das zu erklären, hole ich etwas aus: Es ist nämlich so, dass bei TKKG Junior immer dieselbe Schablone beim Schreiben der Bücher/Skripte verwendet wird. 1) Der/Die Böse gar nicht wirklich böse und hat doch eigentlich nur aus Verzweiflung gehandelt. Oder er/sie ist gar nicht wirkich Täter/in, sondern jemand anders. Für diesen Fall tritt Punkt 1b) in Kraft: Diese andere Person ist aber auch gar nicht wirklich böse, sondern handelte nur aus Verzweiflung. 2) Es wird immer ein Fried-Freude-Eierkuchen-Ende geben, wo die Bösen und die Opfer sich aussprechen und versöhnen, gegenseitiges Verständnis äußern und oft auch noch fortan zusammenarbeiten. Es ist praktisch IMMER so. Es ist derartig durchschau- und vorhersehbar, dass das jede Spannung oder Überraschung im Keim erstickt.

Es ist wird nochmals härter, wenn man nicht mit der Nase draufgestoßen, sondern mit voller Wucht hineingeschubst wird, wer es war und wer es nicht war: Jeder von Amais Auftritten brüllt es förmlich durch die Lautsprecher, und insbesondere die Sätze "Meine Omi hat sich seit dem nicht mehr um mich gekümmert!" und "Die Farbe ist aus meinem Schuppen" tun weh, weil die TKKGs einfach nicht wirklich zuhören, was ihnen da gesagt wird. Kurzum: Man weiss sofort, dass es Amai war und dass der Hotelmanager lediglich unsympatisch ist, aber mehr nicht. TKKG aber tun so, als wäre dieser Fall vollkommen mysteriös.

Und jetzt spanne ich den Bogen wieder zurück zu plumpen und reißerrischen Formulierungen: Die Rolle der Lola Beauty ist gewiss bewusst so plakativ affektiert und überzeichnet. Aber so derart albern, wie sie ist, reisst sie aus der Story raus. Und ob die Zielgruppen-Kinder diese Art ironischer Überdrehtheit heraushören können, wage ich zu bezweifeln, wenn man ihnen nicht mal zutraut, auch ohne Begriffe wie "Bienenkiller" durch die Story zu finden, oder man diese Kinder für derart unbedarf hält, dass sie tatsächlich nicht mitbekommen, wer es warum gewesen ist und dass man lediglich falsche Spuren legt?

Mensch, wirklich, diese Folge strapazierte meine Nerven und meine Augen - wegen des dauernden Rollens. Vor allem am Ende. Die letzen etwa 10 Minuten sind nur was für die ganz hartgesottenen Hörer/innen. Es folgt eine direkte Anspielung nach der anderen und Klößchen, der die Lösung plötzlich weiss, macht sich einen kleinen Spaß daraus, die Anderen auf die Folter zu spannen, obwohl besagte Lösung klar und deutlich vor diesen liegt. So hören wir abwechselnd Klößchen, der umständlich ausweichend erklärt, die Lösung noch nicht zu verraten, aber dabei weiter Andeutungen macht, und alle anderen, die Klößchen bitten, doch endlich zu sagen, was die Lösung ist. Viel anstrengender geht es einfach nicht mehr!

Fazit: Dass Amais Stimme (Florentine Stein) sehr künstlich auf Kind getrimmt, ja beinahe gepitcht klingt (spätestens am Ende, wenn sie weint, wird es überdeutlich), und dass auch Lola Beauty (Sarah Tusk) mehr als nur drüber performt, will ich lediglich erwähnen. Auch, dass mir das Dauergekicher der vier TKKG-Junioren auf den Keks geht. Aber die Story ist, so vielversprechend sie auch sein mag, äußerst anstrengend zu hören. Jedenfalls mit Erwachsenenohren. Die Produktion ist andererseits rundum wunderbar, sieht man eben von Amais und Lolas Stimmen ab.

PS: Warum weiss Karl über Bienen gar nichts - und Gaby so gut wie alles?


Meine Wertung: 57%
(Bemusterung erfolgt)
Cover: Das Diadem der Verlockung
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Horst Naumann
Adora Carolin van Bergen
Angella Renate Pichler-Grimm
Bow Hans-Jürgen Dittberner
Catra Astrid Kollex
Clawdeen Marianne Kehlau
Entrapta Katja Brügger
Flutterina Pia Werfel
Glimmer Maritta Fliege
Loo Kee Lutz Werner Mackensy
Mermista Heidi Schaffrath
Peekablue Gabriele Libbach
She-Ra Carolin van Bergen
Vulkan-Magier Jürgen Thormann
(EDIT)
Rezension vom: 23.08.2025

She-Ra
(4) Das Diadem der Verlockung
Erschienen: 1986
Dauer: 36:57


Für ihre Winkelzüge nimmt Catra auch die Magie zur Hilfe und das hat dieses Mal ungeahnte Folgen. Sie lässt die Hüterin des Lichts ein Blick in die Zukunft tun und sie erfährt, welch schreckliches Schicksal ihr bevorsteht!

Mein Kommentar: Der Erzähler fasst es selbst klar und deutlich gleich zu Anfang zusammen: Catra ist lediglich neidisch, eifersüchtig und missgünstig, und will einfach nur in Crystal Castle einziehen. Sonst nichts. Aber es klappt einfach nicht, weil Adora jedes Mal vor Ende das Schwert zieht und dann ist alles wieder vorbei. Es geht eher beiläufig, wenn überhaupt, um Begriffe wie Macht, Sieg, Vergeltung und dergleichen. Alles, was zählt, sind Ränkespiele. Aber diese sind weder clever noch durchtrieben - sondern einfach plump und auf der Naivität, fast schon Dummheit, möchte ich sagen, der Anderen basierend.

Jetzt will Catra also mal wieder Adora/She-Ra aus Crystal Castle vertreiben und selbst dort wohnen. Der Vulkan-Magier schlägt ihr vor, Adora zu schwächen, indem sie sie von den Prinzessinnen trennt. Und Catra freut sich. Das klingt nach einem tollen Plan. Endlich wird sie es Adora/She-Ra zeigen.

Tja, und ich denke mir: Was soll das bringen? Müsste man She-Ra nicht eigentlich von ihrem Schwert trennen (wobei das ja in bereits (2) Das magische Schwert misslang), denn die anderen Prinzessinnen fürchtet Catra ja angeblich nicht. Und ja, bislang hat eigentlich letztlich Adora/She-Ra so gut wie alle relevanten Taten vollbracht, und nicht irgendeine andere, die Catra das Handwerk legten. Was soll dieser Plan also bringen, wenn es darum geht, Adora/She-Ra zu besiegen? Schau'mer mal!

Wie soll also dieser Plan umgesetzt werden? Durch "eine Intrige, eine Lüge", sagt der Vulkan-Magier. Sollten die Prinzessinnen tatsächlich SCHON WIEDER auf irgendeinen Unfug, den Catra herumerzählt, hereinfallen? Spoiler: Ja klar, was denn sonst!?

Na gut. Catra geht zu Glimmer und es passiert, was nicht zu glauben ist. Zuerst ist Glimmer noch abweisend und erklärt auch deutlich das Warum. Aber dann erzählt Catra ihr eine derart blödsinninge Story (Glimmer und Bow werden - angeblich! - ein glückliches Paar), dass Glimmer einfach nicht anders kann, als Catra zu glauben. Davon ab, dass also schon wieder eine der Damen auf Catras Unfug hereinfällt und es unfassbar ist, wie leichtgläubig und naiv diese Damen sind, kommt mir eine Sache nicht in den Sinn: Nur mal angenommen, Glimmer und Bow würden wirklich ein Paar werden, wieso sollte Glimmer Catra die vermeintliche Gutmütigkeit abkaufen? Es könnte zufällig stimmen, was Catra erzählt - ganz egal, woher sie es wüsste! Warum sollte man ihr aber glauben, nach allem, was bislang passierte, dass sie eigentlich eine ganz liebe, nette Person ist!?

Nun, jetzt kommt die Szene, die vermutlich all das erklärt. Und auch die vorherigen und noch kommenden Folgen gleich mit vollauf legitimiert: Die Prinzessinnen und Bow sitzen in Crystal Castle beisammen. Und es herrschen ein Gegiggel und Albernsein vor, dass es nur so eine Freude ist. Mit dabei sind außerdem kindische Eifersüchteleien. Denn Bow hat Flutterina gar nicht richtig angesehen. Aber er könne doch nicht immer nur Augen für Flutterina haben, findet Peekablue. Ja, das könnte Peekablue so passen, kontert Flutterina. Haaaaaach... Würde Bows Herz nicht plötzlich so laut und eindringlich schlagen, wäre diese Zankerei wohl noch ewig weitergegangen. Allerdings ist auch das diesbezügliche Gespräch sehr... nunja... schräg. Man hört deutlich Bows Herz pumpern. Aber außer Adora bemerkt es niemand. Selbst Bow nicht. Als dann Adora erklärt, das Herz würde zu hören sein, sind alle irritiert, und mahnen sich nun gegenseitig zur Ruhe. Jetzt ruft Bow urplötzlich, dass jemand in Gefahr sei, sein Herzschlag würde es Adora verraten. Aber wer bloß sei in Gefahr? Wer? Adora solle es doch bitte sagen! Jetzt kommt man darauf, dass es Glimmer sein müsse, weil sie die Einzige sei, die nicht da wäre. Aber Entrapta sei auch nicht da, wird eingewendet. Aber nein, es könne nicht Entrapta sein, darum müsse es Gimmer sein, um die es gehe, ist sich Angella sicher. Man habe Glimmer zuletzt unten am Fluß gesehen. Schnell zu ihr, bevor etwas schreckliches passiere. Naja, das wahrhaft Schreckliche ist ja wohl eher, dass Glimmer unglaublicherweise auf Catra hereinfällt. Jedenfalls bestätigt Adora noch im selben Moment, dass Angella richtig läge, es gehe um Glimmer und es sei wahrscheinlich schon zu spät. Woher weiss Adora das eigentlich? Und wenn doch Bows Herz schlägt, wieso weiss es Adora und nicht Bow? Adora verwandelt sich jedenfalls in She-Ra, denn als She-Ra könne sie bestimmt auch dann noch helfen, wenn Adora es nicht mehr könnte. Warum das so sei, wird aber nicht erklärt.

Wir schwenken zurück zu Catra und Glimmer. Und Clawdeen. Clawdeen wartet vor einer Höhle, in welche die beiden anderen hinein gehen. Warum? Wenn doch schon klar ist, dass Bow sich in Glimmer verliebt, wieso soll diese dann noch in einer Höhle in die Zukunft schauen? Es ergibt einfach keinen Sinn. Und sogar noch weniger, wie Catra es Glimmer erklärt. Sie müsse in die Zukunft schauen, um Gewissheit zu haben. Um zu erfahren, wie sie Bow für sich gewinnen könne. Catra drängt Glimmer zur Eile. She-Ra sei auf dem Weg zur Höhle und sie wolle verhindern, dass Bow sich für Glimmer entscheide. Aber war nicht vorhin noch die Rede davon, dass Bow sich eh für Glimmer entscheiden würde? Dass beide ein Paar werden würden? Wieso muss Glimmer dafür in die Zukunft blicken, um zu erfahren, was sie dafür tun muss, damit die Zukunft tatsächlich Zukunft werden würde, damit Bow allein Glimmer gehört? Und wie sollte She-Ra das dann noch verhindern können? Ich komm' nicht mehr mir!

Trotz allem ist aber festzuhalten, dass Astrid Kollex und Maritta Fliege sehr gut spielen. Catras Stimmlage ist in jeder Sekunde hervorragend. Sie spiegelt die hintergründige Verschlagenheit und auch das Drängen zur Eile optimal wieder. Und Glimmers Unsicherheit, ob sie nicht doch eine Dummheit begeht, und das Leiden während des Blickens in die Zukunft kommen toll rüber.

Die Prinzessinnen treffen in der Höhle ein. Glimmer ist allein und liegt ohnmächtig auf dem Boden. Es gelingt, sie aufzuwecken. Doch Glimmer ist merkwürdig. Sie will mit ihrer Mutter Angella allein sein, und ist abweisend gegenüber She-Ra. Catra und Clawdeen freuen sich indes, dass alles so gut klappte. Und wenn Glimmer Angella erzählen würde, was sie sah, würde auch Angella sich gegen She-Ra stellen. Wow, also, die Prinzessinnen scheinen ja wirklich ganz fest miteinander befreundet zu sein, wenn sie einerseits immer auf Catra Quatsch hereinfallen, und aber andererseits einander so misstrauen, dass ein paar hingelogene Worte schon ausreichen, sich in den Rücken zu fallen. Es geht sogar so weit, dass, als Angella erklärt, She-Ra sei doch die Freundin von ihr und Glimmer und She-Ra sei sofort aufgebrochen, als sie hörte, Glimmer sei in Gefahr gewesen, diese ihrer Mutter(!) entgegnet: "Das glaub' ich Dir nicht!"... Ernsthaft: wow! Was ist denn bloß los auf Etheria? Aus welchem Grund kommt Glimmer eigentlich nicht für eine Sekunde auf den Gedanken, dass Catra ihr vielleicht nur irgendeinen Film vorgespielt haben könnte?

Glimmer erklärt nun Entrapta und Angella, was sie in der Zukunft sah. Kurzform: Glimmer stürzt herab, aber She-Ra und Bow lachen nur, und umarmen und küssen sich. Statt zu helfen, haben sie Glimmer einfach ertrinken lassen. Glimmer glaubt fest an das, was sie sah und lässt sich auch von ihrer Mutter nicht umstimmen. Es folgt ein Zeitsprung von zwei Tagen. Glimmer und auch Angella haben sich seit dem nicht mehr bei Adora/She-Ra gemeldet und diese weiss nicht, was eigentlich los ist. Peekablue geht also zu den beiden, um zu erfahren, was Sache ist, während Adora wartet. Sie hört Loo Kee dabei zu, wie er falsch Flöte spielt und einfach nicht damit aufhören will. Er ist zwar etwas unempfänglich für Adoras emotionale Lage, aber immerhin hat er ein paar wirklich witzige Sprüche parat. Abgesehen von einer kleinen sexistischen Entgleisung (Zitat: "Aber so sind die Frauen. Sie meckern nur rum, anstatt ein gutes Werk zu tun."). Peekablue und Bow kommen jetzt dazu und erklären, was los ist. Alle vier stehen nun da und kriegen nicht klar, wie Glimmer einen solchen Unfug glauben könne. Ich übrigens auch nicht! Bow hat aber die Lösung: She-Ra müsse sich bei Adora entschuldigen. Da musste ich erstmal pausieren und herzhaft lachen.

Aber mal ganz im Ernst. Da ist eine ach so gute Freundin, die von einer ausgewiesenen Lügnerin und Ränkeschmiedin auf das Glatteis geführt wird und welche lieber einer tumben Story glaubt, die noch dazu in der Zukunft stattfinden werden würde - statt auf eine seit Jahren bewährte Freundschaft zu vertrauen - und sich auch noch verleugnen lässt, statt wenigstens zu sagen, weshalb sie keinen Kontakt mehr wünscht... ...warum sollte She-Ra überhaupt daran interessiert sein, die Freundschaft zu kitten? Welchen Wert sieht She-Ra in so einer Person, in Bezug auf eine Freundschaft? Nicht zu vergessen, dass auch Angella dabei mitmacht. Dass diese etwas zwischen den Stühlen steht, und natürlich ihrer Tochter bestehen will, verstehe ich. Aber andererseits ist es ihre Aufgabe als Mutter, der Tochter mal gehörig den Marsch zu blasen, wenn sie so eine Nummer abzieht.

Tja. Wie dem auch sei. Wir sind unten am Fluss, bei Bow und She-Ra. Es regnet und windet nun plötzlich fürchterlich, als sie sehen, dass jemand den Fluss überqueren will, ausrutscht und droht, von der Strömung weggerissen zu werden. Sie rennen herüber, um die Person zu retten. Und, oh Wunder, es handelt sich um Glimmer! Die Rettung gelingt, und Glimmer kann es kaum glauben. Sie habe doch die Zukunft gesehen, in ihrem Diadem. Sie wollte eigentlich gerade zu Catra, um ihr ihre Freundschaft anzubieten. Ich musste ein weiteres Mal paussieren, um ein weiteres Mal herzhaft zu lachen. Selbst, wenn es gestimmt hätte, was Glimmer in der angeblichen Zukunft sah, ändert das doch nichts daran, was sie, Glimmer, bisher über Catra weiss. Oder hat sie die Geschehnisse aus (1) Im Schatten der Katze, (2) Das magische Schwert und (3) Das Herz des Bogenschützen schon wieder vergessen? Und mit so einer Person will sie befreundet sein? Ich fasse es nicht! ...es gibt dann noch einen kleinen Gag mit Loo Kee und alle lachen gemeinsam. Ende. PS: Habennsich Glimmer und auch Angella eigentlich entschuldigt?

Ich weiss gar nicht, wie ich das bewerten soll. Dass da mal eine schlechte Folge dabei ist, okay. Dass mal was unlogisch ist, okay. Dass ich nicht immer alles verstehe, okay. Aber das hier ist die vierte Folge, die nur durch die gute Produktion, guten Musiken und die guten Sprecher/innen noch gerade eben nicht totaler Mist ist. Alles andere sind ein Plot, der im Kern funktionieren könnte, wenn man ihn besser und länger aufgebaut hätte, und Fragen über Fragen über Fragen. Es würde ein wenig verständlicher werden, wenn es sich um einen Haufen 12jähriger verwöhnter, missgünstiger Gören handelte. Aber in meiner Wahrnehmung hätte ich die She-Ra-Leute immer so um die ungefähr 30-40 Jahre eingenordert, die an und für sich verantwortungsvoll miteinander umgehen. Habe ich mich soooo geirrt? Sind sie eigentlich alle 12 Jahre alt?

Bevor jetzt jemand argumentiert, dass es doch eine Kinderserie sei: Das stimmt. Aber darum sollte nicht alles überhaupt gar keinen Sinn ergeben. Und gerade dann sollte man den zuhörenden Kindern eine umso mehr nachvollziehbare Geschichte und ein paar Werte mit auf den Weg geben. Sie Verantwortung und Besonnenheit lehren, aufzeigen, dass es sich lohnt, sich für eine gute Sache einzusetzen und so weiter. Das Einzige, was ich bislang immer halbwegs heraushören könnte, wäre, nicht einfach jeden Qutasch, den manche Leute so von sich geben, zu glauben, weil man dann am Ende immer selbst der/die Dumme sein könnte. Andererseits geht damit aber einher, dass die Prinzessinnen - ausgenommen Adora/She-Ra - sich nicht als Vorbilder eignen, weil sie einfach wieder und wieder - und wider besseren Wissens! - auf dieselben abgeschmackten Lügen hereinfallen. Wieso sollte ich als Kind solchen Personen die Daumen drücken, damit am Ende alles gut ausgehen würde? Müsste ich nicht eigentlich denken: "Tze, das geschieht denen nur recht, selbst schuld!"...?


Meine Wertung: 44%
Cover: ...und der lebende Tresor
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Axel Milberg
Bob Andrews Andreas Fröhlich
Ernest Lubitch Till Hagen
Godween André Minninger
Horrice Francois Smesny
Inspector Cotta Holger Mahlich
Janet Madison Birte Kretschmer
Jasper Christian Rudolf
Justus Jonas Oliver Rohrbeck
Lucy Apple Anna Carlsson
Mandy Coolman Philine Peters-Arnolds
Peter Shaw Jens Wawrczeck
Ronald Fletcher Tobias Meister
(EDIT)
Rezension vom: 10.08.2025

Die drei ???
(234) ...und der lebende Tresor
Erschienen: 2025
Dauer: 1:21:08


Lucy Apple benötigt die Hilfe der Detektive, denn ihr Freund verbirgt etwas vor ihr. Bei den Ermittlungen stoßen die drei auf recht bizarre Vorkommnisse. Skeptisch beginnen die drei ??? mit den Recherchen zu Lucys Partner Ronald und heften sich an dessen Fersen. Doch bei ihren Ermittlungen geraten die Detektive nicht nur gehörig ins Schleudern, sondern in allergrößte Gefahr: Wer treibt hier mit wem ein übles Spiel? Ein mehr als außergewöhnlicher Fall für Justus, Peter und Bob. Können die drei ??? den lebenden Tresor knacken?

Mein Kommentar: Ich weiss ja nicht, ob es von André Minninger (Autor des Buches und des Hörspiels) so beabsichtigt war, aber meine Güte nochmal, Lucy Apple nervt ohne Ende! Ich meine, klar, es müssen nicht immer alle Personen in einem Hörspiel nett und sympathisch sein, aber so, wie Lucy Apple hier auftritt...!? Man kann das natürlich Frau Carlssons Spiel zurechnen, oder erklären, dass diese Person auch genauso rüberkommen soll, aber Lucy Apple verleidet mir durch ihre Art den Spaß am Hören. Sie ist einfach etwas zu sehr drüber, Herr Minninger. Diesem Umstand kommt hinzu, dass die erste Szene mehrere Minuten dauert. Und wie umständlich sie die drei Jungs engagiert, also, puuuuuhhhhh... Zudem ist es seltsam, wie auffällig schlagfertig sie direkt kontert, als die drei erst versuchen, den Fall abzulehnen. Der "Wir übernehmen jeden Fall"-Claim kam auch mir sofort in den Sinn, aber dieser wurde hier etwas zu plump ausgespielt. Man hätte ihn sogar einfach weglassen und mir diese 2 Minuten ersparen können. Wenn ich das aber mal beseite lasse, bleibt mir noch der Fakt, dass direkt beim allerersten Anhören, und gleich am Anfang, klar ist, dass nicht Ronald, sondern Lucy selbst diejenige Person sein muss, die gesucht wird. Man hört es und man weiss es einfach.

Was mir ansonsten auffällt, ist, dass gefühlt die Hälfte des Hörspiels über beispielsweise Wanzen oder durch Türen zugehört wird. Dieser bedingtermaßen quäkigere und leisere Sound zerrt auf die Dauer gewaltig am Gemüt. Das Hörspiel wirkt zudem über weite Strecken der insgesamt über 81(!) Minuten sehr passiv. Es passiert praktisch gar nichts. Man fährt hierhin und belauscht, man fährt dorthin und belauscht... Und es gelingt dem Hörspiel schlicht nicht, mich für die "Überraschung" und Zusammenhangsschliderungen am Ende zu interessieren. Es ist mir, und ich schreibe das ohne jede Boshaftigkeit, einfach egal geworden. 81 Minuten wären bei so manchem Klassikerfall hin und wieder wünschenswert gewesen, hier aber hätte eine radikale Eindampfung auf etwa 45-50 Minuten vermutlich Wunder bewirkt. Denn allgemeinhin beschäftigt mich auch der Gedanke, warum der Dreier vom Detektivbüro sich für den Fall überhaupt interessiert. Ihr übermäßiges Interesse wirkt auf mich unverständlich. Es wäre eigentlich an der Zeit, dass Die drei ??? mal einen Fall ablehnen, weil er ihnen zu langweilig wurde. Und "...und der lebende Tresor" wäre der Topkandidat gewesen.

Bemerkenswert ist ansonsten, dass gleich mehrere Synchrongrößen mitsprechen - abgesehen von Milberg, Rohrbeck, Wawrczeck und Fröhlich, versteht sich. :) Leider, ja, leider, bekam Till Hagen erneut den coolen und rücksichtslosen Gentleman-Oberbösewichtpart aufgedrückt. Erstens: Herr Hagen kann das sehr gut, keine Frage. Aber zweitens: Er kann auch andere Charaktere! Nur mal so als Tipp an das Besetzungsbüro. Es wird langweilig, wenn man schon beim Lesen der Namen im Inlay - oder beim ersten Vorkommen von Till Hagens Stimme - weiss, wie der Hase läuft.

Fazit: Die Produktion ist gut, die Besetzung erstklassig. Die Story ist etwas wirr, bei weitem viel zu lang(weilig) und Lucy Apple ist anstrengend.


Meine Wertung: 48%
(Bemusterung erfolgt)
Cover: Das Herz des Bogenschützen
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Horst Naumann
Adora Carolin van Bergen
Angella Renate Pichler-Grimm
Bow Hans-Jürgen Dittberner
Butterflyer Anika Pages
Catra Astrid Kollex
Clawdeen Marianne Kehlau
Flutterina Pia Werfel
Glimmer Maritta Fliege
Kampfrichter Karl Walter Diess
Loo Kee Lutz Werner Mackensy
Peekablue Gabriele Libbach
She-Ra Carolin van Bergen
(EDIT)
Rezension vom: 07.08.2025

She-Ra
(3) Das Herz des Bogenschützen
Erschienen: 1986
Dauer: 35:01


Catra die hinterlistige Katzenfee, greift zu einer geheimnisvollen Waffe, um die Macht über Chrystal Castle zu gewinnen und sie trifft Bow mitten ins Herz - doch nicht er scheint verwundet zu sein, sondern die zauberhafte Butterflyer. She-Ra kämpft verzweifelt mit den magischen Mächten. Kann sie gewinnen?

Mein Kommentar: Ein Bogenwettschießen ist anberaumt. Bow sagt allerdings, dass er nicht mitmachen möchte. Er nennt sogar sehr gute Gründe. Doch Adora quengelt, dass er doch bitte mitmachen solle. Er bleibt standhaft, doch bevor Adora oder Bow nachgeben können, wird Bow von einem Pfeil ins Herz getroffen - sogar "einige Blutstropfen" sind zu sehen; nur der Pfeil ist spurlos verschwunden! Bow ist kurz benommen, wacht aber schnell wieder auf, ist reichlich zickig und will nun doch am Wettbewerb teilnehmen. Er nennt die Prinzessinnen sogar "diese Weiber"!

Zwar ist ein Pfeil ins Herz reichlich aggressiv für diese bislang sehr gewaltfreie Serie, aber immerhin versprechen diese Geschehnisse etwas Action, Spannung und die unterhaltsame Plotidee, herauszufinden, wer das warum tat. Was dieser Serie zweifellos gut zu Gesicht stünde (Action, Spannung und eine unterhaltsame Plotidee, nicht das Töten!). Selbst nach über 5 Minuten Spielzeit ist kein einziger Kuchen in Sicht! Es könnte also echt was werden, dieses Mal. Warten wir's ab...

Bow düst ab, als schon die Hiobsbotschaft eintrudelt, dass es Butterflyer erwischt habe. Man eilt zu ihr, sie ist quasi bewusstlos, hat aber keinerlei Verletzungen und wirkt auch sonst nicht irgendwie krank. Wurde sie etwa auch von einem Pfeil getroffen? Jetzt hebt Adora ihr Schwert, ruft "Ich bin She-Ra!" und befiehlt ihrem Schwert, ihr zu zeigen, was geschah - klingt ein wenig albern, aber was solls!? Viel zu erkennen ist jedenfalls nicht. Beim Blick in die Vergangenheit ist Butterflyer offenbar einfach so zusammengebrochen. Jetzt legt She-Ra die Hände auf sie und faselt was von ihrer Macht und wie gut das dabei hilft, zu gesunden. Das klingt noch alberner als das vorherige. Aber was solls!? Nehmen wir es hin. Butterflyer bleibt unverändert liegen, doch Adora hat den Einfall, einen Arzt zu holen, der ihr Medikamente geben soll, falls (Zitat!) "die Macht meiner Hände nicht ausreichen sollte." Klar, She-Ras Superkräfte helfen nicht, aber vielleicht ja eine Spritze. Auch, wenn der Arzt gar weiss nicht, was die Situation hervorrief. Uiuiuiui, jetzt wird es aber doch immer quatschiger!

Es folgt ein Szenenwechsel, rüber zu Catra und Clawdeen. Die beiden freuen sich. Der Pfeil ist auf ihrem Mist gewachsen. Und jetzt würde Bow Catra gehören und nur noch Augen für sie haben, er solle der ihre sein, freut sie sich. Das habe ich aus (1) Im Schatten der Katze aber gaaanz anders in Erinnerung! Aber garniert wird diese Aussage damit, dass Adora gewiss vor Wut platzen würde. She-Ra selbst wirkte bisher immer besonnen, verständnisvoll und gütig, wieso sollte sie jetzt vor Wut platzen? Noch dazu, wo die Beziehung zwischen ihr und Bow eine eher platonische gewesen zu sein schien; jedenfalls klang es bisher so. Wir sind also wieder mittendrin im seichtesten Daily-Soap-Gestöber. Es geht erneut bloß darum, jemand anderem eins auszuwischen. Es wird auch nochmal betont, dass Clawdeen - die eigentlich eine Zauberin ist - sich "Catra zuliebe" in eine Reitkatze verwandelte. Das Wieso und Warum bleibt man allerdings schuldig. Ist vielleicht auch besser so. Denn eine Zauberin kann keinen guten Grund haben, sich für jemand anderes in eine Reitkatze zu verwandeln... ...selbst der Rest der Dialogs ist völiger Blödsinn. Naja, immerhin sorgt das für eine zusätzliche Dynamik zwischen Catra und Clawdeen.

Szenenwechsel. Bow steht am Schießstand und will gerade einen Pfeil auf die Reise schicken, als Loo Kee in seiner ihm eigenen, albernen und ausladenden Art andüst. Nachdem das vorbei ist, schießt Bow endlich. Aber sein Pfeil geht vorbei. Da stellt sich mir eine Frage: Warum traf der Meisterschütze das Ziel nicht?

Und wieder Szenenwechsel. She-Ra, Angella und Flutterina sind immer noch bei Butterflyer, die, She-Ra ist sich da "fast sicher", durch eine magische Kraft getötet wird. Das konkret von "töten" gesprochen wird, ist, wie zuvor der Pfeil, der in Bows Herz traf, ungewöhnlich aggressiv für diese Serie. Vielleicht bahnt sich eine Kurskorrektur an, weil man mit der Ausrichtung der ersten beiden Folgen nicht zufrieden war? Nein, offenbar nicht, denn gleich im nächsten Moment, Butterflyer scheint es plötzlich noch schlechter zu gehen, legt She-Ra ihr erneut die Hände auf und sagt dabei (Zitat!) "Butterflyer, ich bin She-Ra. Meine Hände beleben dich. Ich bin She-Ra." Das Schauspiel von Frau van Bergen ist dabei zwar tadellos, aber die Wortwahl ist so einfallslos, dass es weh tut! Es erinnert mich ein wenig an Sascha Draeger in seiner Rolle als TKKG-Tarzan/Tim, wo Sascha Draeger auch innerhalb eines großen Quatsches eine Topperformance abliefert. Aber! Es ertönt doch in der Tat das "She-Ra-Fanfare", und Butterflyer kommt ein wenig zu Kräften.

Derweil wundern sich Glimmer und Peekablue darüber, dass Bow vorbeischoss. Da könne etwas nicht stimmen. Habe man ihn verhext? Jetzt erscheint Catra, sie ruft Bow zu, er solle zu ihr kommen. Er kommt, setzt sich zu ihr auf Clawdeens Rücken. Catra feixt ein wenig und Clawdeen, Catra und Bow hauen ab. Das müsse man sofort She-Ra sagen, finden die Dagebliebenen und She-Ra hört "fassungslos" zu. Jetzt ist man sich endlich sicher: Es muss mit dem Pfeil zu tun haben, der Bow traf. Und wie zuvor bei Butterflyer schaut She-Ra in die Vergangenheit, um sich den Pfeil, der Bow traf, genauer anzusehen. Wieso tat sie das nicht sofort? Bow wird von einem Pfeil getroffen, welcher sofort verschwindet, Bow blutet und wird danach sehr zickig...!? Das ist kein Grund, sofort nachzugucken, was da gerade geschah? Na gut, nehmen wir es hin! Man blickt zurück und findet alles bestätigt: Ein Pfeil trifft Bow ins Herz und löst sich danach einfach auf. Aber es sei ein magischer Pfeil, erklärt She-Ra, so, als hätte ein Gedankenblitz Bow getroffen. Es müsse der Vulkan-Magier gewesen sein, und es müsse etwas mit Butterflyer zu tun haben. She-Ra öffnet jetzt zielstrebig ein Versteck auf Butterflyers Rücken und findet einen gläsernen Pfeil. Wie kam She-Ra darauf? Sie erklärt zwar, Butterflyer wäre ein wenig später zusammgesunken, als Bow vom Pfeil getroffen wurde, aber dazwischen können doch nur wenige Zehntelsekunden gelegen haben. Denn der Pfeil löste sich praktisch sofot auf, nachdem er Bow traf, denn einige waren ja nicht mal sicher, ob da überhaupt ein Pfeil gewesen sei. Wie also sieht She-Ra da irgendwelche Zusammenhänge, und wieso denkt sie, in Butterflyers Versteck sei etwas zu finden, das damit zu tun hätte? Ist mir echt ein Rätsel. She-Ra zerstört den Pfeil mit ihrem Schwert und Butterflyer ist wieder gesund. Sofern ich mich nicht vertue, war der Hieb mit dem Schwert gerade She-Ras erste Action - oder überhaupt die erste Action in dieser Serie überhaupt. Nein, Fehlalarm! Es war kein Hieb, sondern She-Ra berührte den Pfeil offenbar nur mit dem Schwert. Schade, denn etwas Action täte der Reihe wirklich gut!

Quizfrage an dieser Stelle: Wieso ist Butterflyer offenbar am Sterben, aber Bow ist quicklebendig? Wieso löst sich Bows Pfeil auf, aber der von Butterflyer nicht? Oder ist es ein und derselbe Pfeil? Aber wie kam der dann von Bow zu Butterflyer, wo ist die Verbindung? Und nähmen Catra und Co. tatsächlich den Tod von Butterflyer auf sich?

Der Erzähler erklärt nun, dass Catra nicht ahne, dass She-Ra hinter das Geheimnis ihres Anschlags gekommen ist. Nochmal: Wie kam She-Ra dahinter? Welchen Zusammenhang gibt es? Hat Butterflyer ebenfalls ein Pfeil getroffen? Oder verschwand Bows Pfeil in Butterflyers Versteck und hat diese dann geschwächt? Aber wieso und warum soll man einen Anschlag so planen? Warum nicht den Pfeil wieder zurück zum Vulkan-Magier holen, FALLS er es wirklich war. Dass der Pfeil bei Butterflyer gefunden wird, ist ein viel zu großes Risiko.

Jedenfalls erfahren wir Catras Plan: Sie will immer noch Crystal Castle für sich, sie wollte She-Ra offenbar bloß von dort weglocken. Und während She-Ra sich von dort fortbegibt, geht sie zurück zu Crystal Castle - und Bow soll Crystal Castle dann mit einigen weiteren magischen Pfeilen beschießen und versiegeln. Naja, sofern er überhaupt wieder in der Lage ist, anvisierte Ziele zu treffen, nicht wahr? Hing das mit dem Bann zusammen, unter dem er seit dem Treffer stand? Und ist der jetzt gebrochen, als She-Ra den gefundenen Pfeil vorhin zerstörte?

Nochmal zurück zu Catras She-Ra-soll-weggelockt-werden-Plan: Woher will Catra wissen, dass wirklich NIEMAND mehr sie daran hindern kann, Crystal Castle zu betreten? Weiss sie bereits jetzt schon, dass eh wieder alle Prinzessinnen mit She-Ra mitgehen werden? Müsste sie nicht damit rechnen, auf Widerstand zu stoßen? Und überhaupt, bislang hat Catra nichts gemacht, als mit bloßen Worten zu intrigieren. Sie scheint keine Kämpferin oder Magierin zu sein (alle "bösen" magischen Aktionen scheinen ja immer vom Vulkan-Magier auszugehen); jedenfalls keine besonders gute. Es sollte also kein Problem sein, sie am Betreten von Crystal Castle zu hindern. Seltsam also, dass Catra kurz darauf, als She-Ra fort ist, vor Crystal Castle meint, niemand könne sie aufhalten und die anderen Prinzessinnen fürchte sie nicht. Naja, okay, aber WARUM!? Außer niederträchtig daherzulabern, scheint sie zu nichts anderes fähig zu sein.

Die letzten Minuten vergehen so, dass Bow beginnt, mit den Pfeilen auf Crystal Castle zu schießen, was aber eine Panne von Loo Kee vereitelt und wobei auch der Bann, der auf Bow liegt, gebrochen wird - alle lachen, außer Catra und Clawdeen. Mich wurmt aber die Frage: Wieso erwacht Butterflyer beim Zerstören des Pfeils, aber Bow bleibt in dessen Bann? Und was genau lässt Bow letztlich aus diesem Bann zurückkehren?

FAZIT: Was für eine unsinnige Soße! Keine gute Geschichte, aber eine zum Kopfschütteln. Aber auch zum mild ärgerlich sein, denn es gibt zweifelsfrei einige vielversprechende Ansätze, die mehr als gründlich in den Sand gesetzt wurden. Die ganze Prämisse scheitert schon daran, dass Catra lediglich She-Ra aus Crystal Castle locken muss - oder warten, bis sie irgendwann von allein geht -, und dann selbst mit den Pfeilen auf Crystal Castle schießt. Wenn die anderen Prinzessinnen für sie wirklich keine Gefahr sind, wäre das eigentlich alles, was geschehen müsste. Es braucht keinen Meisterschützen, um etwas so großes wie Crystal Castle zu treffen. Jedenfalls wurde nicht ansatzweise geschildert, wozu Bow gebraucht wird. Noch dazu, wenn er - wir erinnern uns an den Wettbewerb zu Beginn - in seinem veränderten Zustand ohnehin droht, vorbeizuschießen...? Wer oder was auch immer den Pfeil auf Bow verschoss, hätte diese Person oder Macht nicht einfach direkt die entsprechenden Pfeile auf Crystal Castle schießen können? Und was sind das eigentlich für Pfeile? Woher kommen die? Und wenn die Macht darin über Pfeile "verschossen" werden kann, wieso nicht auch auf andere Weise?

Immerhin, wie üblich: Produktion, Sprecher/innen und Co., alles picobello; es ist nur die Story, die alles vermasselt!


Meine Wertung: 50%
Cover: Das magische Schwert
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Horst Naumann
Adora Carolin van Bergen
Angella Renate Pichler-Grimm
Catra Astrid Kollex
Clawdeen Marianne Kehlau
Entrapta Katja Brügger
Flutterina Pia Werfel
Frosta Monika Gabriel
Glimmer Maritta Fliege
Loo Kee Lutz Werner Mackensy
She-Ra Carolin van Bergen
Vulkan-Magier Jürgen Thormann
(EDIT)
Rezension vom: 02.08.2025

She-Ra
(2) Das magische Schwert
Erschienen: 1986
Dauer: 40:52


Catra, die Katzenfee, spinnt ihre Intrigen und es gelingt ihr das schier Unglaubliche: Sie kann Adora das Magische Schwert entwenden. Eine Katastrophe bricht über Etheria herein! Verzweifelt versucht Adora, das Schwert zurückzuholen. Doch Ihre Chancen stehen schlecht, denn da ist noch jemand, der die Macht über Etheria erlangen will - ein geheimnisvoller Fremder im Irrlicht.

Mein Kommentar: Catra will sich an Angella rächen, weil diese sie in (1) Im Schatten der Katze besiegte. Catra entschuldigt sich bei Angella, sagt, es täte ihr leid und sie soll einen Diamanten an Adoras Schwert anbringen. Und einfach so mir nichts, dir nichts tut Angella genau das. Weiter noch, Angella bittet Flutterina, Adora abzulenken, weil sie ein Geschenk für Adora in Crystal Castle verstecken wolle. Flutterina stellt keinerlei Fragen und schreitet direkt zur Tat. Sehr viel billiger geht es wirklich nicht mehr. Der Erzähler erklärt sogar explizit, dass Angella normalerweise misstrauisch gegenüber Catra wäre, aber jetzt sei sie es nicht. Wieso sie es jetzt aber nicht ist, verrät er nicht. Der gesamte Grund, warum Catras Plan funktioniert, ist doch, dass Angella Catra glaubt. Und trotz allem, was in (1) Im Schatten der Katze passierte, und wohl auch in den Jahren davor - denn es muss ja einen Grund geben, warum Catra von den anderen Prinzessinnen ausgeschlossen ist -, glaubt Angella den Unfug einfach. WARUM tut sie es also? Wieso?

Weiter im Text: Catra erklärt, Adora habe zwar einen Diamanten am Schwert, aber der von ihr sei ja noch viel schöner, obwohl er ja genauso aussähe, wie der, der bereits am Schwert sei. Adora würde sich bestimmt über den neuen Diamanten am Schwert freuen. Warum? Weil Adora oberflächlich ist? Weil sie einen neuen Diamanten hätte, der genauso aussieht, wie der, den sie schon hat? Jedenfalls, Angella bringt den Diamanten am Schwert an und dieses löst sich sofort in Luft auf. Doch Angella scheint es nicht für nötig zu halten, Adora sofort darüber zu informieren. Erst viel später, als Adora es ohnehin herausfindet, sagte sie, was geschah. Das macht sprachlos! Und: Woher hat Catra einen solchen Klunker eigentlich? Und wenn sie echt so wertvolles Ding besitzt, warum hat sie nicht schon längst einen prunkvollen Palast?

Egal! An exakt dieser Stelle endet jedenfalls Seite 1. Nach geschlagenen 20 Minuten, man kann sich hier schon ausrechnen, dass zu alledem jede Menge Hörspielzeit für Nebensächlichkeiten drauf geht.

Auf Seite 2 gehen Catra und Clawdeen in die Wüste, um zuzusehen, wie das Schwert dort vom herumwirbelnden Sand zermahlen wird. Ein magisches Schwert sollte vielleicht etwas widerstandsfähiger sein, finde ich. Aber gut, Phantasie und so... Catra und Clawdeen sehen gerade noch, wie das Schwert von jemanden mitgenommen wird. Sie erkennen aber nicht, wer es war, oder wohin diese Person ging. Seltsamerweise mault ausgerechnet Catra, dass das Schwert jetzt verloren sei. Wieso? Ist das nicht genau das, was sie wollte?

Jetzt sind wir bei Adora und Glimmer. Angella tritt zu ihnen und berichtet, Catra und Clawdeen in der "Wüste der stillen Winde" gesehen zu haben, mitten in einem Sandsturm. Aber da sei auch noch jemand unbekanntes gewesen, den sie nicht erkennen konnte. Vermutlich aber, das schlussfolgert man, waren Catra und Clawdeen wegen des Schwertes in der Wüste. Sie ziehen jetzt sofort in die Wüste, um nach dem Schwert zu suchen. Sie finden stattdessen aber Goldkörner. Entrapta muss hier gewesen sein und das Schwert genommen haben. Hmm, ja, klingt nachvollziehbar. Aber woher weiss Entrapta von der ganzen Sache, und wo genau in der Wüste das Schwert ist? Von Catra? Ein wenig später wird zumindest indirekt angedeutet, dass es so gewesen sein könnte. Wirklich wissen tun wir das aber nicht.

Mittlerweile sind nun noch grob 10 Minuten Spielzeit auf der Uhr, und es ist seit dem Seitenwechsel außer einer einzigen Erkenntnis, nichts passiert. Loo Kee ist jetzt übrigens auch ganz plötzlich Teil bei der Jagd nach dem Schwert. Aber das nur nebenbei. Man steht nun vor Entraptas Schloss und es gibt einen Wortwechsel mit Catra. Wieso sie vor Entraptas Padoge ist, wird nicht erklärt. Hat auch sie in der Wüste die Goldkörnchen gefunden und die richtigen Schlüsse gezogen? Naja, vielleicht. Jetzt kommt Catra mit einer weiteren Räuberpistole um die Ecke und Adora fragt sie daraufhin auf den Kopf zu, für wie dumm Catra Adora und die anderen Damen eigentlich halte. Ähm... ...offenbar für sehr dumm. Und das völlig zu recht, nicht wahr? Denn bis jetzt waren all die Prinzessinnen nur gut im Naiv-sein.

Besagte Prinzessinnen betreten nun Entraptas Palast, weil sie von außen sehen können, dass Adoras Schwert darin liegt. Aha, ist der gesamte Palast aus Glas oder Gittergebilden gebaut worden? Okay, vielleicht. Phantasie und so, richtig? Wir glauben diesen Teil mal, gutmütigerweise. Aber wie zum Henker können sie einfach so Entraptas Palast betreten. Schließt Entrapta nicht ab? Lässt sie die Zugbrücke immer unten? Keine Wachen? Keine anderen Bewohner/innen? Ist das eine Falle Entraptas?

Man stößt nun auf Entrapta, die versichert, Adora gerade das Schwert gebracht wollen zu haben. Angella flüstert Adora zu, dass Entrapta lüge, weil man sie erwischt habe. Stimmt, sehe ich auch so. Andererseits: Wie hätte Entrapta das mit dem Schwert vertuschen können, wenn sie es ohnehin in ihrem offenbar völlig durchsichtigen Palast zur Schau stellt? Auch Entrapta ist also dumm, genau, wie die anderen, wie mir scheint. Hätte sie das Schwert wenigestens irgendwo vergraben, oder eingeschlossen, wenn sie es tatsächlich behalten wollte.

Adora bekommt jetzt ihr Schwert zurück, verwandelt sich ungehend in She-Ra und vertreibt die dunklen Wolken. Etheria ist gerettet und man freut sich. Doch wo sind Catra und Clawdeen, die gerade eben noch da waren und doch ebenfalls den Palast hätten betreten können? Die sind einfach weg. Es wird aber erwähnt, dass beide gerade davonliefen, weil sie verloren hätten. Im Bewusstsein, einen großen Sieg errungen zu haben, will man diesen jetzt feiern gehen. Hmmm... Kann man einen Sieg feiern, wenn man eigentlich nur etwas verlorenes wiedergefunden hat? Und wenn doch eigentlich Angella sich eine ordentliche Standpauke verdieht hätte?

Fragen über Fragen über Fragen. Dabei ist die Folge in ihrem Grundkonstrukt soweit vielversprechend. Hätte man nicht massig Hörspielzeit mit Zeitverschwenden vergeudet und Zusammenhänge nachvollziehbarer erklärt, wäre wohl alles soweit in Butter.

Produktion hervorragend, Sprecher/innen top, Musiken gut ausgewählt. Nur der Plot, dieser teils haarsträubende Plot!

Abschließend noch eine allerletzte Frage: Wo war eigentlich Bow die ganze Zeit?


Meine Wertung: 56%
Cover: Im Schatten der Katze
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Horst Naumann
Adora Carolin van Bergen
Angella Renate Pichler-Grimm
Bow Hans-Jürgen Dittberner
Catra Astrid Kollex
Clawdeen Marianne Kehlau
Entrapta Katja Brügger
Flutterina Pia Werfel
Frosta Monika Gabriel
Glimmer Maritta Fliege
Loo Kee Lutz Werner Mackensy
Mermista Heidi Schaffrath
Peekablue Gabriele Libbach
Perfuma Reinhilt Schneider
She-Ra Carolin van Bergen
(EDIT)
Rezension vom: 01.08.2025

She-Ra
(1) Im Schatten der Katze
Erschienen: 1986
Dauer: 39:03


Catra hat einen heimtückischen Plan entwickelt, um Crystal-Castle zu erobern. Tatsächlich gelingt es ihr, Unfrieden in eine fröhliche Runde zu bringen und Adora eine Falle zu stellen. Obwohl Adora sich in She-Ra, die Princess of Power, verwandelt, triumphiert Catra. Crystal Castle scheint verloren...

Mein Kommentar: Den Anfang dieser Serie macht Im Schatten der Katze. Und die Liste der Sprecher/innen liest sich erstmal hervorragend: Kollex, Brügger, Werfel, Gabriel, Libbach, van Bergen und und und... Klasse! Die generelle klangliche Anmutung (Musiken, Soundeffekte, Sprechleistungen) ist jener der Masters-Schwesternserie sehr ähnlich und darum dem Ohr wohlgefällig.

Der Plot dreht sich um Catra und Clawdeen, die versuchen, Adora/She-Ra aus Crystal Castle zu vertreiben. Also im Grunde fast genau, wie bei den Masters, richtig? Nun...

Adora und Co. sitzen gemeinsam in Crystal Castle, mampfen Kuchen, himmeln dabei Bow an und Loo Kee spielt den Kasper zu Hofe. Catra und Clawdeen laufen unterdessen am Ufer des Silberflusses entlang und sind beleidigt, dass sie nicht ebenfalls eingeladen wurden. Catra schwört Rache, und Entrapta soll ihr dabei helfen. Sie soll die Anderen täuschen. Zwar ist Catras Motiv etwas flach und die Damen in Crystal Castle sind ein wenig zu ausgelassen und albern, aber okay, warten wir mal ab.

Adora verwandelt sich dann erstmal und erstmals in She-Ra, um Loo Kee zu trocknen. Der Arme fiel beim Faxen machen ins Wasser. Während der Verwandlung von Adora zu She-Ra staunen die anderen Damen aber nur darüber, wie schön She-Ra ist. Die eigentliche Verwandlung wird überhaupt nicht thematisiert. Auch nicht, inwiefern Adora und She-Ra sich unterscheiden. Aber immerhin: She-Ra ist wunderschön! Wir erfahren außerdem nicht, wie genau Loo Kee eigentlich getrocknet wird. Wir hören jedoch einen heftigen Windstoß. Wirbelt das Schwert um Loo Kee herum und der entstehende Wind sorgt für die Trocknung? Hält Adora das Schwert hoch und ein kräftiger Wind bläst Loo Kee entgegen? Wir wissen es nicht. Aber wir hören kurz darauf, dass sich alle köstlich amüsieren, weil die Trocknung geklappt hat. Jetzt interveniert Entrapta, erklärt das alles zu einem simplen Trick und erwähnt quasi nebenbei, Flutterina sei in Gefahr. Und der Blödsinn geht los!

Alle Prinzessinnen machen sich auf, Flutterina zu helfen. Und weil Crystal Castle jetzt ratzeputze leer ist, ist Catra drin. Jawohl! Es gibt offenbar keine Tür, keine Zugbrücke, keine Zauberkraft und keine Wachen, nicht einmal Bedienstete, die Crystal Castle schützen. Da ist also dieses wahnsinnstolle Schloss, das alle zu haben sich wünschen, aber es wird nicht beschützt, nicht bewacht, nicht einmal abgeschlossen, und von niemand anderem sonst bewohnt, als Adora!?

Catra meint nun, jetzt gewonnen und die Macht über Etheria zu haben. Einfach nur, weil sie in Crystal Castle hineinlaufen konnte. Wieso das, bitte? Wieso betritt man ein Schloss und ist plötzlich so mächtig, einen ganzen Planten zu beherrschen? Wenn das nunmal so ist, okay. Aber WIESO ist das so?

Catra will aber zur Sicherheit noch "Magische Zeichen" anbringen, die verhindern, dass Adora jemals wieder in Crystal Castle einkehren kann. Aha! Es gäbe also Mittel und Wege, Crystal Castle vor anderen zu verschließen. Wieso nutzt Adora nichts davon? Sie scheint im machtverleihendsten Schloss aller Zeiten zu wohnen und schließt nicht einmal die Eingangstür ab! Aua! Es geht im Grunde die ganze Zeit so weiter, und selbst der "Endkampf" ist lahm wie nichts: Es wird einfach nur besonders sonnig und Catra und Clawdeen suchen weinerlich das Weite.

Es ist ja völlig in Ordnung, dass die Europa-She-Ra-Hörspiele nicht derselben Formel folgen, wie die Europa-Masters-Hörspiele. Andererseits hätte dies in diesem Fall sicherlich gut getan, denn die Mischung aus Kaffeeklatschfrühstück und flachen Daily-Soap-Intrigen um ihrer selbst willen, ist nicht ansatzweise spannend zu nennen. Die Story verläuft deutlich zu platt und wirkt wie das allererste Drehbuch eines frisch am Set einer deutschen Standard-Daily-Soap im Vorarbendprogramm eingetroffenen Schulpraktikanten.

Warum wurde Catra nicht eingeladen? Warum verwandelt sich Adora in She-Ra; worin wird sie dadurch besser oder stärker? Catra will Macht, aber was würde ihr diese am Ende eigentlich nutzen? Dann hockt sie halt in Crystal Castle, na und? Dann gehen die übrigen Prinzessinnen eben woanders hin und feiern da weiter - immer noch ohne Catra. Was also bringt Ihr Crystal Castle? Es wird einfach nichts davon erklärt. Der Plot ist wahrhaftig, dass Catra nicht eingeladen wurde, sie die anderen Damen aus Rache aus Crystal Castle "herauslockt", es ihrerseits betritt und dann ohne Schwierigkeiten mit etwas Sonnenlicht wieder vertrieben wird. Der Rest ist Bow-Geschwärme, albernes Gekicher über mehr oder minder Witzigkeiten und massig geschundene Hörspielzeit, die man für Erklärungen oder Spannungaufbau verwenden könnte. Stattdessen hören wir Kaffeeklatsch und Catra und Clawdeen dabei zu, wie sich Rache schwören, sich als Siegerinnen betrachten oder sich gegenseitig misstrauen.

Darum, nochmal: Okay, das hier ist keine Masters-Hörspiel, na gut. Aber dieser lauwarme Käse wird nur durch die sehr gute Produktion, die großartigen Sprecher/innen und die tollen Musiken noch halbwegs hörbar.


Meine Wertung: 52%
Cover: Der Raubzug der Arche
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Patrick Messe
Adam David M. Schulze
Andon Andreas Niedermüller
Beast Man Thomas Balou Martin
Buzz-Off Patrick Kropp
Clawful Erik Schäffler
Evil-Lyn Maria Koschny
Extendar Mathias Renneisen
Grizzlor Christian Deutsch
Gwildor Ronald Spiess
He-Man David M. Schulze
Hordak Wolfgang Häntsch
Man-At-Arms Achim Buch
Man-E-Faces Peter Laupenmühlen
Mantenna Toni Sattler
Mekaneck Omid-Paul Eftekhari
Orko Matthias Brinck
Perkadon Peter Laupenmühlen
Skeletor Johannes Steck
Stratos Marc Schülert
Teela Lisa Cardinale
Trap Jaw Daniel Welbat
Tri-Klops Detlef Tams
Zauberin von Grayskull Kerstin Draeger
Zodac Jörg Schuler
(EDIT)
Rezension vom: 15.07.2025

Masters of the Universe
(7) Der Raubzug der Arche
Erschienen: 2025
Dauer: 1:06:43


Eine unheimliche Warnung aus dem All versetzt die Giganten des Universums in Alarmbereitschaft. Die Bedrohung lässt nicht lange auf sich warten, denn ein gewaltiges Raumschiff entsendet eine Armee von Robotern! Schon bald sind nicht nur die Verteidiger Eternias, sondern auch Skeletors Handlanger und die Wilde Horde in höchster Gefahr. Können He-Man und Hordak sie gemeinsam befreien?

Mein Kommentar: Ich mag die allgemeine Unaufgeregheit der Geschichte. Ausnahmsweise wird mal keine unnötige (und teils vermeintliche) Hektik ob der "Gefahr" erklärt, sondern es geht ungewöhnlich geradlinig vom Anfang zum Ende durch, ohne dass später eine unüberwindbare Bedrohung binnen Sekunden überwunden wird. Obwohl zumindest der Klappentext versucht, ebendies zu vermitteln. Man übertreibt hier deutlich mit der Gefahr, die im Hörspiel so einfach nicht rüberkommt; "alle" sind in höchster(!) Gefahr und so. Lieber kleinere Brötchen backen!

Dass mir die Folge insgesamt eher gefällt, könnte aber auch daran liegen, dass ich große, sehr große, Jan-Tenner-Vibes vernehme, im Klang der Produktion, in der Art, wie miteinander gesprochen wird... Im Besonderen verspüre ich aber vor allem einen Bezug zu "Das Totenschiff". Das gesamte Setting an Bord des Raumschiffs, mit den Statiskapseln und der etwas spukigen Atmosphäre, klingt fast wie eine Hommage an den Science-Fiction-Helden aus dem Hause Kiosk/Kiddinx.

Ob das mit Jan Tenner aber nun beabsichtigt oder Zufall ist, sei mal dahingestellt. Beabsichtigt sind aber ganz gewiss mehrere andere Anspielungen, die es wieder zu bemerken gibt. Beispielsweise ist die Rede von "Zeugnisse einer längst vergangenen Zeit" (Die lachende Brücke) - wer sich in der Welt der Masters also gut auskennt, wird erneut massig Reminiszenzen an vorherige Medien und Lines wahrnehmen.

Eine Sache hier ist auch, wobei das möglicherweise nur zufällig ist (sofern man nicht bewusst zielgerichtet gecastet hat), ist, wie ähnlich der Retrofabrik-Skeletor in dieser Folge jenem Skeletor aus dem MOTU2000-Cartoon (in der deutschen Synchro, von Klaus-Dieter Klebsch gesprochen) ähnelt. Man könnte fast meinen, dass Herr Klebsch es selbst sei.

Ansonsten fällt mit zum Thema "Sprechen" noch ein, dass ich den hiesigen Orko immer noch etwas zu anstrengend anzuhören finde, aber dieser dem Europa-Orko, gerade beim Lachen, immer näher zu kommen scheint (vielleicht ist es aber auch nur Gewohnheit). Und, naja, tut mir echt leid, aber der Erzähler geht mit seiner Stimme einfach viel zu tief runter, hört sich aufgesetzt an und klingt nicht nach Erzähler. Sondern nach Werbestimme für einen Bausparvertrag-TV-Werbespot, in welchem bedingungslose Zuverlässigkeit und die allerbesten Rendite- und Zinsmargen versprochen werden, natürlich zum Wohle der gesamten Familie, die fortan glücklich und zufrieden lebt und diesen Umstand der besten Bank der Welt verdankt.

Teela juvenilen Touch finde ich an und für sich völlig in Ordnung, aber sie ist mir zu hitzköpfig und unwissend, teils gar naiv. Klar, sie ist noch jung, das mag eine Erklärung sein. Aber sie bekleidet einen hohen Rang und trägt demnach Verantwortung. Hier sollte beim Schreiben also mehr darauf geachtet werden, die Balance mittiger zu treffen.

Dann sind mir noch He-Man und Hordak aufgefallen: Jemand schreit laut um Hilfe, aber He-Man zankt sich erst noch viele Sekunden mit Hordak. Als gäbe es in diesem Moment nichts wichtigeres zu tun. Seltsam auch, als He-Man und Hordak zueinander handgreiflich werden, aber Hordak eigentlich nur ein großes Maul hat und dann aber erklärt, man könne doch über alles reden. Erstens klingt mir das wie eine allzu irdische Floskel (wo doch ansonsten erdenfremde Begriffe eingestreut werden) und zweitens klingt mir das zu klamaukig. Der große, mächtige Hordak? Redet so? Und gibt klein bei? Ich hoffe, man will mir das nicht so verkaufen, als wolle Hordak He-Man ja nur in Sicherheit wiegen und über seine wahre Macht hinwegtäuschen.

Etwas läppsch erscheint mir auch die Situation, in der Hordak sich über die Nenoverbindungen seiner Rüstung mit den Schaltkreise verbindet. Einfach so? Da sind direkt zwei Buchsen mit der Aufschrift "Für Hordaks Rüstung", in die er bloß einzustecken braucht und, zack, steht die Verbindung? Und es gibt auch keinerlei Probleme mit der elektronischen/digitalen Verständigung? Und das Schiff tut dann auch sofort alles, was Hordak will? Sorry, aber das ist mir, ja, zu läppsch. Hier hätte es ruhig ein paar Komplikationen geben dürfen, oder eine Erklärung, wie es einem von Hordaks Handlangern gelang, die Kommunikation beider Seiten zu ermöglichen. Diese "Nimm es halt einfach hin!"-Elemente müssen echt nicht sein. Und bevor ich es vergesse, wieso will Hordak die Arche eigentlich wirklich übernehmen? Er meint, er sei dann unbesiegbar. Aber wieso? Was genau täte die Arche dann für ihn, wie würde sie für seine Unbesiegbarkeit sichern? Abermals "Nimm es hin!"!?

Abschließend, bevor ich dann zum Fazit komme, möchte ich erwähnt haben, dass mir mehr und mehr auffällt, dass seit Folge 1 permanent neue Charaktere eingeführt oder alte in neue verändert werden. Allerdings werden diese Charaktere zwar in die Masters-Welt hineingeboren, doch wir lernen sie nicht so recht kennen. Ja, die Randfakten werden fast schon plakativ genannt, aber der damalige Europa-Ansatz, in der viele (zugegebenermaßen auch nicht alle!) der Charaktere prominent hervorgehoben wurden, oder sie immer mal wieder ihre Szenen hatten, in denen sie quasi glänzen, ihre Gimmicks ausspielen konnten, gefällt mir deutlich besser. Bislang habe ich das Gefühl, dass der Plot sich auf zu viele Dinge gleichzeitig konzentriert (im Augenblick sind es drei Hauptfraktionen und mehrere Nebenplots), man alles immer so mitlaufen lässt, aber nichts sich so wirklich entwickelt. Das gilt dann eben auch für die Charaktere. Sie sind alle da, werden immer mal wieder brav genannt, dem Kader hinzugefügt und ihre Herkunft wird weitestgehend geschildert. Aber sie können das, was sie auszeichnet, nicht ausspielen, zur Geltung bringen. Seien es ihre Action-Features/Gimmicks oder Charaktereigenschaften. Wozu dann all die großen Kämpfer/innen und gefährlichen Monster, wenn sie eigentlich nur irgendwie existieren? Selbst ihre Namen werden fast immer einfach nur so genannt. Warum genau heißt den Perkadon nun Man-E-Faces? Wieso heißt Extendar eigentlich Extendar? Wieso Panthor Panthor? Als Fan weiss ich das natürlich, aber zur Origin gehört auch die Namensfindung. Zu jedem Namen gibt es immer eine Geschichte. Man benennt Kinder zum Beispiel oft in Ehren anderer oder im Gedenken an irgendwen. Selbst Nicknames im Internet haben fast immer einen Hintergrund. Wenn man sich schon die Mühe macht, alle Charaktere einzuführen und sie dabei meistens nicht einmal ins Spotlight setzt, dann sollte man immerhin erklären, wie ihre Namen entstanden sind. Ich finde es jedenfalls unbefriedigend, wenn haufenweise Leute vorkommen, die ich theoretisch nicht kenne. Bitte aber versucht nicht, mich mit einem "Ja, das kommt ja alles später" hinzuhalten. Ich brauche dieses Wissen jetzt, um eine Beziehung zur Welt und ihrer Bewohner aufbauen zu können. Ich muss wissen, was was und wer wer ist.

FAZIT: Eine okaye Folge, finde ich. Die Produktion ist gewohnt hochwertig, die Sprecher/innen sind größtenweils wunderbar. Allerdings könnte im Inlay die Auflistung der Sprecher/innen mitsamt ihrer Rollen doch bitte endlich mal besser farblich abgestimmt werden. Dunkelgrün auf dunkelgrünem und schwarzem Hintergrund kommt nicht so gut. Nach jetzt 7 Folgen kriegt man das einfach nicht in den Griff. Das Covermotiv finde ich gut gezeichnet, empfinde es in Bezug auf die Handlung aber als etwas nichtssagend: Fünf Gestalten posieren fast schon majestätisch, aber es fehlen Action, Dynamik und ein direkter Draht zum Inhalt. Der Kampf zwischen He-Man und Hordak, oder Perkadon, der sich gerade verwandelt, das wäre cool gewesen.


Meine Wertung: 68%
(Bemusterung erfolgt)
Cover: Das Geheimnis der Pirateninsel
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Peter Kaempfe
Gabriele "Pfote" Glockner Liza Ohm
Käpt'n Douglas Welbat
Karl "Computer" Vierstein Felix Strüven
Museumsmann Achim Schülke
Peter "Tarzan / Tim" Carstens Sebastian Fitzner
Piratin Katja Brügger
Polizistin Nadine Wöbs
Susanne Carsten Elena Wilms
Willi "Klößchen" Sauerlich Julian Greis
(EDIT)
Rezension vom: 28.06.2025

TKKG Junior
(37) Das Geheimnis der Pirateninsel
Erschienen: 2025
Dauer: 47:18


TKKG verbringen ein Wochenende auf einer Nordseeinsel, die früher ein Schlupfwinkel für Piraten war. Und schon stecken sie mitten im nächsten Abenteuer. Wer ist der schwarzbärtige Mann, der ihnen wertvolle Hinweise gibt? Ist auf der Insel wirklich ein Schatz versteckt? Was versucht die Frau mit der Ankertätowierung zu verbergen? Und spukt es im Wald? Die Juniordetektive geben ihr Bestes, um das Geheimnis der Pirateninsel zu lüften.

Mein Kommentar: Im Grunde ist Das Geheimnis der Pirateninsel typische TKKG-Junior-Kost. Die üblichen Anspielen zu Beginn, die geheimnisvoll wirken (bzw. wirken sollen), um aber eigentlich klar zu machen, dass es in der Tat einen Zusammenhang gibt. Wie wir dann spätestens am Ende erfahren werden. Gekichert und gescherzt wird auch wieder ohne Unterlass. Diese ausgelassene Fröhlichkeit zerrt echt etwas an den Nerven und stört die Immersion.

Richtig toll gefällt mir aber der Rückblick auf das, was damals mit dem Piratenschatz geschah. Achim Schülke spricht das hervorragend und die Geräuschkulisse ist vielleicht ein wenig übertrieben, wenn es um Blitz und Donner geht, aber insgesamt ist vor allem dieser Part aus dem Hörspiel am besten.

Aber, tja, insgesamt weiss ich wirklich nicht viel mehr zu berichten. Der Fall geht völlig in Ordnung, die Produktion ist gut - und das Gekicher weiß auf den Geist zu gehen.


Meine Wertung: 70%
(Bemusterung erfolgt)
Cover: K.I. Kriminelle Illusion
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Nic Romm
Dr. Lore Loewenheim Claudia Schermutzki
Frida Frey Julia Casper
Gabriele "Pfote" Glockner Rhea Harder
Karl "Computer" Vierstein Tobias Diakow
Lasse Hendrich Joshua Rudolf
Lisa Fuchs Sarah Madeleine Tusk
Markus Jannik Endemann
Peter "Tarzan / Tim" Carsten Sascha Draeger
Rainer Maiwald Robert Knorr
Rebekka Odebrecht Henrike Tönnes
Studienrat Alois Keismar Daniel Schröder
Tobias Nesselmüller Julian Greis
Wanda Weil Sofie Junker
Willi "Klößchen" Sauerlich Manou Lubowski
(EDIT)
Rezension vom: 09.06.2025

TKKG
(237) K.I. Kriminelle Illusion
Erschienen: 2025
Dauer: 58:28


Lasse Hendrichs Referat über Influencer war gut, fast schon zu gut. Denn die Schülerin Lisa Fuchs erkennt die Handschrift einer künstlichen Intelligenz und lässt Lasse auffliegen. In der folgenden Nacht verschwindet ein diamantbesetzter Armreif aus dem Zimmer von Wanda Weil, einer beliebten Influencerin aus dem Mädcheninternat. Genau in dieser Nacht wird Klößchen beim nächtlichen Toilettengang von einem Unbekannten fast die Nase gebrochen. Wie hängen diese Ereignisse zusammen? Welche Rolle spielt Grobian Rainer Maiwald aus der Oberstufe? Welche geheimen Informationen stecken im "Let's play"-Video von Gamerin Frida Frey aus der Tatnacht? Und wer entwendet 24 Stunden später 300 Euro aus Lasses Zimmer und hinterlässt eine rätselhafte Nachricht? Tim, Karl, Gaby und Klößchen müssen ihre ganze natürliche Intelligenz aufbringen, um diesen Fall zu knacken.

Mein Kommentar: Spannend ist der vorliegende TKKG-Fall meiner Meinung nach wirklich nicht. Gleich der erste Augenroller ist, dass mal wieder ein Trendthema aufgriffen wird. Es ist schon nervig genug, dass seit einigen Jahren immer häufiger die Smartphones gezückt werden, um Beweisfotos und -videos zu machen und so weiter, oder Social-Media-Posts für einen Fall wichtig sind. Ich weiss, ich weiss, das ist heute normal, sehr viele nutzen Smartphones, sehr viele nutzen Social-Media-Kanäle; allen voran Kinder und Jugendliche. In einem Abenteuer oder Kriminalfall aber stört es, weil es die Spannung nimmt und dadurch auch allzu alltäglich wird. Wenige hatten früher Wanzen, Dietriche, Walkie-Talkies oder direkten Kontakt zur Polizei. War sowas in einem Hörspiel, war das ein wenig eine andere Welt, direkt abenteuerlich. Man musste Leute beschatten, beobachten, sie verfolgen, aufpassen, nicht gesehen zu werden pi pa po. Bei TKKG aber wird jedes Problem nur noch mit einem Foto oder Video gelöst, alles wird direkt im Internet recherchiert, nichts wird mehr ermittelt. Lediglich so dann und wann ist mal der Akku leer oder ein Smartphone geht verloren, oder sowas, wenn man drigend mal Spannung erzeugen will. Das Doofe ist nur, dass genau dadurch die Fälle vorhersehbar und im Ablauf gleichförmig und simpel werden. Und ich dachte, dafür wären TKKG Junior gedacht: einfachere Struktur, einfachere Nachvolziehbarkeit, kindgerechtere Spannung. Wozu also die Junioren, wenn es sich bei den normalen TKKGs beinahe genauso verhält?

Jedenfalls: Der Fall ist in seiner Grundstruktur ausreichend und verständlich. Doch Voice-Cloning-KI ist im Konsumentenbereich noch nicht weit genug, um so überzeugend Stimmen zu immitieren. Man hört die Künstlichkeit trotz aller verblüffender Ähnlichkeiten mehr als nur deutlich heraus, selbst, wenn man kein geschultes Ohr hat. Nicht erklärt wird außerdem, wie das im Hörspiel technisch gemacht wurde. Aber wo sonst jede Kleinigkeit haarklein runtergebetet wird, hätte Karl zumindest oberflächlich erklären können, wie das mit dem KI-Tool und dem Voice Chat von technischer Seite funktioniert, sodass die Audioausgabe, beispielsweise jene vom Internetbrowser, als Mikrofonquelle übermittelt wird. Stattdessen wird nur gesagt, dass jemand mittels KI seine Stimme verfremdete, um im Voice Chat als jemand anderes durchzugehen. Kurz: Der Fallablauf ist theoretisch möglich, aber es wird mir erneut viel zu viel Augenzudrückerei meinerseits vorausgesetzt, weil all die eingesetzte Technik einfach noch nicht ausgereift genug ist, um jemanden so überzeugend zu täuschen. Warum lässt man bei den TKKGs nicht endlich diese kleinen Technik-Themen und geht gleich zu sprechenden Roboter-Karotten oder Zeitreise über? Da wäre jedenfalls direkt allen klar, dass das nicht wirklich ernst gemeint sein kann.

Nicht ernst gemeint sein kann übrigens auch das Schauspiel der erwachsenen Stimmen, welche als Jugendliche durchgehen wollen. Wohingegen das bei den Damen noch passt, ist es bei den Herren total aufgesetztes Halbstarkengewese mit Coolnessfaktor 15. Die männlichen Figuren Lasse Hendrich und Co. kann ich nicht ernst nehmen. Öfter schon fiel mir das bei den TKKG-Internatsszenen auf, aber hier ist es zu sehr übertrieben worden. Es muss doch möglich sein, zwar eigentlich schon erwachsen zu sein, aber in der Haltung trotzdem glaubhaft wie ungefähr 14 bis 16 Jahre zu klingen. Selbst, wenn man eine "unsympathische Rolle" inne hat. Nicht alle männlichen Jugendlichen machen auf missgünstigen, quasi-prollenden Macker.

Seltsam fühlt sich auch der Duktus, der auf dem Millionenstadt-Internat vorherrscht, an. Der ist total cringe. Mir jedenfalls gefällt er nur so semi, weil er so fake wirkt. Fame wird man damit jedenfalls nicht im TKKG-Universum. Ja, ernsthaft, so spricht man offenbar in der Millionenstadt. Schon zu Wolf-Zeiten hatte die Sprache bisweilen einen Beigeschmack, über den man gut lachen konnte. Niemand sprach wirklich so. Hier hätte es beinahe geklappt, wäre man nicht um eine Nuance zu spät dran mit diversen Begrifffen und würde diese überstrapazieren. Nicht zu vergessen, was ist in 2, 5 oder 10 Jahren, wenn die Jugendsprache sich abermals weiterentwickelte? Und, das wollen wir bitte nicht außer Acht lassen: Was ist mit den langjährigen TKKG-Fans? Sollen die Lachkrämpfe kriegen, bei diesen zum Scheitern verurteilten Authentizitätsversuchen? Mein Tipp: Sowas lieber den Jugendlichen der jeweiligen Zeit überlassen. Zumal, die verstehen auch die "normalen" Worte problemlos.

Ferner, die Sache mit Karl und Lisa mag ich und mag ich nicht. Es ist klar, dass daraus nie was werden wird - bestenfalls eine langanhaltende Freundschaft der beiden -, weil Karl sonst eine Charakterentwicklung durchmachen würde und weil "Freundinnen" nicht ins Serienkonzept passen. Aber dennoch hat der Gedanke was, gebe ich zu, auch, wenn ich weiss, dass die Rolle der Lisa Fuchs maximal eine ab und zu wiederkehrede sein wird. Ach ja: Dass Karl eine weitere Facette, so will ich es mal nennen, bekleidet, kann funktionieren. Aber nach weit über 200 Folgen plötzlich auf verletzliche Seele zu machen und für alle ja nur der komische Nerd zu sein, naja... ...auf einmal!? Es fühlt sich seltsam und unglaubhaft an, wenn Charaktere nach vielen Jahren dann plötzlich doch noch dreidimensional werden sollen.

Oh, und bevor das untergeht, Alois Keismar aus (64) Schwarze Pest aus Indien kehrt zurück. ...und noch immer kann Tim sich nicht erklären, warum dieser ihn hasst. Tja, Tim, woran kann das nur liegen? Wieso bloß könnte jemand Dich unsympatisch finden?

FAZIT: K.I. Kriminelle Illusion bekommt von mir ein "Ausreichend" attestiert. Man hört klar und deutlich, dass man beim Stöbern im Internet auf eine Seite mit Voice-Cloning-KI stieß, toll fand, wie das alles funktioniert und dann überlegte, wie man das in einen TKKG-Fall einbauen könnte. Aber die Nummer ist einfach nicht rund. Die Musiken, Atmos und Soundeffekte passen. Die Sprecher/innen sind eigentlich gut, wirklich überzeugen tun nebst TKKG aber nur die erwachsenen und die Mädchen-Rollen. Die Jungs sind alle gleich angelegt - und das nicht mal sonderlich glaubhaft.


Meine Wertung: 47%
(Bemusterung erfolgt)
Cover: Die Nacht der Gewitter
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Axel Milberg
Basil Noop Tim Grobe
Bob Andrews Andreas Fröhlich
Brad Oven Rainer Schmitt
Crockett Julian Greis
Hank Till Huster
Jimmy Tobias Schmitz
Jordy Ryker Robert Knorr
Justus Jonas Oliver Rohrbeck
Maddy Emilia Gebauer
Mann Kai Rake
Morland McFade Wolf Frass
Pebble Leni-Ava Vennewald
Peter Shaw Jens Wawrczeck
Sarah Knight Tina Eschmann
Sophia Maria Bruno
Ted Knight Christian Rudolf
(EDIT)
Rezension vom: 08.06.2025

Die drei ???
(233) Die Nacht der Gewitter
Erschienen: 2025
Dauer: 1:08:47


Helle Blitze und Donnergrollen überraschen die drei Detektive auf ihrem Weg nach Orange Bay, einem kleinen Ort direkt an der kalifornischen Pazifikküste. Nur mit viel Glück kommen die drei ??? endlich an, denn die Brücke in den von hohen Küstenklippen umschlossenen Ort wurde vom Unwetter zerstört. Niemand kann Orange Bay mehr erreichen, geschweige denn verlassen. Dennoch verschwindet kurz darauf ein 1967er Ford Shelby Mustang GT Super Snake aus seiner Garage. Wer hat den wertvollen Wagen gestohlen? Abgeschottet von der Außenwelt machen sich Justus, Peter und Bob auf die Suche nach dem seltenen Auto.

Mein Kommentar: Ich kenne das Buch nicht, darum weiss ich nicht, ob oder inwiefern für das Hörspiele Dinge umgeschrieben wurden. Deshalb kann es gut sein, dass einiges von dem, was ich hier erkläre, nicht auf die Ursprungsidee passt. Doch für das Hörspiel muss ich zuerst die Frage in den Raum stellen: Wieso heisst die Folge, wie sie heisst? "Die Nacht der Gewitter" klingt schön spannend, nach ständigem Gezucke von Blitzen, Windgeheule und jeder Menge Regen. Ein Fest für Ohren, allein nur wegen der Geräuschkulisse. Ich war voller Vorfreude. Doch dann...

Anfangs gewittert es und meine Vorfreude wächst immer weiter. Doch schon bald erklingt ein Nebengeräusch - das später immer mal wieder zu hören sein wird -, das nicht nach irgendetwas aus einem Gewitter klingt. Es erinnert mehr an ein Brutzeln oder Zischen. Egal, es klingt jedenfalls sehr künstlich. Ungewöhnlich für das Studio Körting.

Dann bricht die Szene auf und wir sind plötzlich in den Vorbereitungen einer Surfmeisterschaft und Peter wirft derart mit Surfbegriffen um sich, dass selbst Justus nachfragt, was denn X oder Y bedeutet. Eigentlich kein Problem, da sowas aber sonst nie vorkommt, wirkt es ein wenig fehl am Platz, weil es im Gesamtwerk von Die drei ??? wie ein Fremdkörper wirkt.

Ab dann geht es eigentlich nur noch um ein verschwundenes, offenbar gestohlenes Auto. Wieso nicht, kann man machen, oder!? Doch heisst die Folge nicht Die Nacht der Gewitter? Davon ist, nach der ersten Szene, praktisch nichts mehr wahrzunehmen, oder sagen wir besser: "...nur noch äußerst geringfügig wahrzunehmen". Nochmal, ich kenne das Buch nicht, aber zumindest beim Hörspiel stößt mir der Titel "Die Nacht der Gewitter" deshalb sehr sauer auf; schon auch, weil es beim Klappentext genauso abläuft: Stimmungsvoll ist von "hellen Blitzen" und "Donnergrollen" die Rede, doch im Rest des Textes ist davon nichts mehr vorhanden. Wieso stützt man sich also so stark auf den gewählten Titel, wenn eigentlich ein Auto titelgebend sein sollte? Da wird soviel versprochen und dann nicht im Geringsten gehalten. Aber ok, vielleicht ist das im Buch ja anders...

Wer aber ein wenig aufpasst, bekommt abseits des Falls noch ein paar Schmunzler mit auf den Weg. Denn ich werde das Gefühl nicht los, dass Marco Sonnleitner während des Buchschreibens ohne Ende Fernsehgeschichte konsumierte. Ein Charakter heisst Jordy Ryker (eine Mixtur aus Geordi La Forge und William Riker), ein anderer Pebble (allem Anschein nach eine Anlehnung an die Tochter der Familie Feuerstein), zwei andere heissen Sarah und Ted Knight (offenbar Knight Rider), Crockett (wahrscheinlich Miama Vice) haben wir ebenfalls... Haltet die Ohren auf, Ihr werdet fündig.

Doch auch auf andere Weise werden offene Ohren fündig. Es wurden so einige Sounds und Musiken verwendet, die schon laaaange nicht mehr zu hören waren. Eine Brise Masters of the Universe hier, ein wenig "TKKG der 90er Jahre" dort... Und sogar einige nigelnagelneue Sachen, die mir gefallen. Wunderbar, großartig.

Fazit: Der Fall ist okay. Ein wenig zu sehr durchgesprescht wird er erzählt und der Titel passt nur marginal zum Inhalt, aber der Fall ist okay.


Meine Wertung: 64%
(Bemusterung erfolgt)
Cover: Im Tal der Bestien
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Patrick Messe
Battle Cat Pat Zwingmann
Beast Man Thomas Balou Martin
Buzz-Off Patrick Kropp
Clamp Champ Tino Kiessling
Cringer Pat Zwingmann
Doodon Mathias Renneisen
Evil-Lyn Maria Koschny
Grizzlor Christian Deutsch
Gwildor Ronald Spiess
He-Man David M. Schulze
Jitsu Uve Teschner
König Randor Viktor Pavel
Königin Marlena Victoria Sturm
Leech Klaus Krückemeyer
Man-At-Arms Achim Buch
Mantenna Toni Sattler
Marle Christiane Werk
Mekaneck Omid-Paul Eftekhari
Modulok Enno Kalisch
Moss Man Bert Stevens
Orko Matthias Brinck
Prinz Adam David M. Schulze
Rala Katharina Koschny
Skeletor Johannes Steck
Teela Lisa Cardinale
Theydon Joachim Ziebe
Trap Jaw Daniel Welbat
Tri-Klops Detlef Tams
Whiplash Tim Grobe
(EDIT)
Rezension vom: 30.05.2025

Masters of the Universe
(6) Im Tal der Bestien
Erschienen: 2025
Dauer: 01:08


Skeletor greift erneut nach der Macht. Dieses Mal ist sein Ziel das Herz des Waldes, tief im geheimnisvollen Tal der Bestien. Verbunden mit diesem Ort voller unbändiger Magie spürt Battle Cat die Bedrohung und alarmiert die Verteidiger Grayskulls. He-Man und seine Gefährten dringen in eine neue, fremdartige Welt vor, in der sie vielen Wundern und Gefahren begegnen. Doch schon bald geht es nicht mehr nur um Eternia, sondern auch um das Leben eines Freundes.

Mein Kommentar: Gefielen mir die letzten beiden Folgen nicht sonderlich gut, weil Handlungsstränge arg gerafft und auch gefährliche und spannende Szenen zu flott gemeistert wurden, ist das mit Im Tal der Bestien anders. Für den Hauptteil der Story wird sich Zeit genommen; der Großteil der Folge spielt im Tal der Bestien. Nun gut, auch hier wurde für die 1-2 gefärlichen Kämpfe immer schnell eine Lösung gefunden, aber es wurde ausreichend charmant gelöst.

Lediglich der noch nebensächlich behandelte Plot rund um Theydon und Doodon, welcher hier gleich zu Beginn aufgegriffen wird, ist mir etwas zu knapp. Von Folge 1 an ist deutlich, dass diese beiden mit Hordak sympathisieren, damit sie zu Dragstor und Extendar werden können. Da dies ja bereits seit den 80ern Canon ist, werde ich hiermit wohl niemanden spoilern. Und es ist natürlich vollkommen in Ordnung, das auf mehrere Folgen verteilt voranzutreiben. Für meinen Geschmack allerdings, so erklärte ich es ja bei den vorangegangenen Folgen, will die Begründung für diesen Handlungsstrang nicht funktionieren. Oh, und ach ja, bevor das untergeht, weil der Name in den Hörspielen wohl bald nicht mehr verwendet werden wird. Es ist kein echter Kritikpunkt meinerseits, mehr ein aus Vollständigkeitsgründen erwähnen wollen: Die Aussprache von "Theydon" ist nicht ganz korrekt. Eigentlich würde ich das gar nicht erwähnen, aber bis jetzt gelang es soweit, alle Namen korrekt auszusprechen, doch bei "Theydon" wird auf den englischen TH-Laut gänzlich verzichtet. Ob das bewusst geschah, weil es sich im deutschen Sprachkontext ansonsten seltsam anhört...?

Noch eine weitere Frage zu besagtem Handlungsstrang: Warum kann Mantenna in seiner Verkleidung völlig normal sprechen, tut es aber nicht ohne? Und wie konnte er seine großen Ohren, mehrere Beine und sein insektenartiges Maul mit einer "Menschenmaske" verbergen? Bevor die Frage aufkommt: Ja, ich habe alle Ehapa-Comic-Vorlagen und kenne auch die entsprechende Szene - aber auch dort ist sie nicht wirklich schlüssig.

Moss Man weiss von Adams Geheimnis (dass er sich in He-Man verwandeln kann). Nett, wieso nicht. Kann man machen. Mir geht es aber weniger um diesen Fakt, als viel mehr um Moss Mans Sprecher. Ich finde den Klang der Stimme durchaus passend für den Hüter des Waldes. Doch geht Bert Stevens scheinbar oft - wortwörtlich - die Luft aus. An vielen Satzenden wird seine Stimme brüchig, holprig und leicht röchelnd. Einerseits spricht er seine Sätze zu sehr am Stück, ohne zwischendurch Luft zu holen, andererseits spricht er zu gepresst und kehlig. Offenbar keine gute Kombination. Denn Moss Man hört sich an, wie jemand, der sonst nicht so spricht. Und das sollte in einem Hörspiel nicht passieren.

Ähnlich ist es bei Orko, beziehungsweise Matthias Brinck. Orkos Stimme finde ich zunehmend hörbarer. Ob das an des Sprechers Leistung, oder einfach an Gewohnheit liegt, hmm, da bin ich noch nicht sicher. Dennoch verstellt Matthias Brinck seine Stimme oft so sehr, dass diese bei Satzenden hin und wieder wackelt oder hauchend wird. Auch hier hört man allzu deutlich, dass Matthias Brinck im Alltag nicht wie Orko spricht; und Orko selbst scheinbar auch nicht! ;)

Und, ja, so leid es mir tut, aber der Erzähler will mir einfach nicht gefallen. Mein Eindruck, den ich bei den 5 vorherigen Folgen schilderte, ist unverändert. Allzu künstlich und übertrieben kehlig klingt Patrick Messes Stimme.

Dafür ist Maria Koschny erneut herausragend. Ihre Evil-Lyn, vor allem deren herrischer Tonfall, gefällt mir unglaublich gut - naja, abgesehen vielleicht von ihren coolen Sprüchen. Allerdings gibt es in dieser Folge nur wenig davon zu hören: a) Evil-Lyn verspottet Beast Man als Mami einer Harpyie. Hmmm, ist mir zu albern. Erinnert mehr an eine Schulhofneckerei. b) Und an anderer Stelle fordert sie Beast Man und Co. mit einem legeren "Kommt, Jungs!" zur Flucht auf.

Immer wieder, auch nach nun 6 Folgen, irritiert mich das Verwenden irdischer Alltagsfloskeln (wie hier beispielsweise "eine Abreibung bekommen") und Feixereien, was nicht so recht passen will. Aber dann werden andererseits unnötigerweise erfundene Maßeinheiten genutzt, statt einfach von zum Beispiel "2 Stunden" oder "3 Tage" zu sprechen, was praktischer wäre, weil ich als Hörer dann zuordnen könnte, wie ein genannter Zeitraum zu interpretieren sei.

Ach ja, interpretieren: Am Ende bin ich nicht ganz sicher, wie ich die Neckerei zwischen Teela und Adam interpretieren soll. Sicher, beide sind noch jung und gut befreundet, da neckt man sich auch schon mal. Aber eine Spur zu albern ist es mir dennoch. Das einzig Positive, das ich dieser Szene abgewinnen kann, ist, dass Teela in einem Wortgefecht mal die Oberhand hat, statt immer nur als Naivchen abgekanzelt zu werden. Wie es ja häufig bei den Europa-MOTUs passierte.

Ich möchte an dieser Stelle übrigens noch ein wenig bei den Europa-MOTUs verweilen: a) Teela hat eine "Positronenleuchte", was eine Referenz zu Höhle des Schreckens (Positronenfeuer) ist. Interessanterweise wurde damals Teela gerettet, hier nutzt sie diese nun selbst. b) Teela sieht außerdem eine gewaltige "Kaverne"; der Begriff ist eine Anspielung auf Die Ebene der Ewigkeit. Doch das war es noch nicht, Teela kommt in dieser Folge reichlich Ehre zu, denn außerdem c) pfeifft sie Prinz Adam gegen Ende an und will wissen, "Wo warst Du, während wir um unser Leben gekämpft haben?" (beinahe ein 1:1-Zitat aus Orkos schwerste Stunde, aber auch diverse andere Europa-Folgen). Und d) Man-at-Arms darf Teela sogar abwiegeln und erklärt, es gäbe jetzt andere Dinge zu tun, statt Adam zu maßregeln (ebenfalls Orkos schwerste Stunde).

Ferner, e), He-Mans kerzengerader Fausthieb gegen Beast Man auf dem Cover erinnert mich sehr an das Motiv von Der Baum der sterbenden Zeit, wo He-Mans kerzengerader Hieb gegen Trap Jaw beinahe genauso aussieht. ...vielleicht geht es in diesem Fall aber nur mir so. :)

FAZIT: Alles in allem eine durchaus echt zufriedenstellende Folge, weil auch die Endminuten nicht unnötig auf "Das ist eine ganz krasse Gefahr, die wir wohl nicht bezwingen werden" gebürstet und dann aber doch im Nu abgehandelt wurden. Im Gegenteil, die Reise in und durch das Tal der Bestien nimmt den Großteil der Zeit ein, verläuft in angenehmem zeitlichen Rahmen und es ist währenddessen auch immer was los. Weiter so, liebe Macher/innen, bleibt bitte auf diesem Kurs. :)

Ach ja: Die Schriftfarbe (Khaki) der Figurennamen im Inlay ist etwas besser lesbar als bisher, könnte aber dennoch eine Spur heller sein, um wirklich optimal zu sein. Auch hier: Bitte auf diesem Kurs bleiben.


Meine Wertung: 72%
(Bemusterung erfolgt)
Cover: Schatten aus der Unterwelt
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Nic Romm
Bürgermeister Carlo Beddies
Bruno Ranze Patrick Bach
Chauffeur Johann Frank Meyer-Brockmann
Elvira Peschl Astrid Kollex
Erna Sauerlich Eva Columbina
Frank Boschetti Sebastian König
Gabriele "Pfote" Glockner Rhea Harder
Gräfin von der Lietzenburg Regina Lemnitz
Karl "Computer" Vierstein Tobias Diakow
Kommissar Glockner Achim Buch
Lukas Halm Patrick L. Schmitz
Peter "Tarzan / Tim" Carsten Sascha Draeger
Radiosprecher Till Huster
Rebekka Bellmann Anika Baumann
Tamina Salah Henrike Fehrs
Willi "Klößchen" Sauerlich Manou Lubowski
(EDIT)
Rezension vom: 01.05.2025

TKKG
(236) Schatten aus der Unterwelt
Erschienen: 2025
Dauer: 1:30:30


Die Stimmung bei der ersten Fahrt der neuen U-Bahnlinie tief unter der Millionenstadt ist fröhlich... bis ein dumpfer Knall durch den Tunnel hallt. Ein Stromausfall bringt die U-Bahn zum Stehen, Stille. Tim, Karl, Gaby und Klößchen verlassen den Wagen über den Notausstieg und laufen mit Taschenlampen zum gespenstisch dunklen Geisterbahnhof. Dort trauen sie ihren Augen nicht: Auf dem Bahnsteig klafft ein riesiges Loch, das direkt in den Keller des Stadtarchivs führt - und ein wertvolles Gemälde wurde gestohlen. TKKG nehmen die Spur auf und sind bald einem geheimnisvollen Bewohner der Unterwelt auf den Fersen. Aber niemand kennt die Schächte und Stollen, die die Erde unter der Stadt durchlöchern, besser als er und was nach oben ans Tageslicht dringt, ist immer nur sein Schatten...

Mein Kommentar: Die wohl wichtigste Info vorweg: Es handelt sich hier nicht um ein Livehörspiel, das während der Tour mitgeschnitten wurde, sondern um eine reguläre Studioproduktion auf zwei CDs, mit je grob einer Dreiviertelstunde Spielzeit.

Und wenn ich gerade dabei bin, will ich die Produktion direkt loben: Schöne Atmosphäre, passende Musiken (nicht wenige aus dem Hause Conrad), gute Sprecher/innen - und sogar Astrid Kollex ist dabei. Fein.

Alles in allem wäre ich mit diesem Hörspiel auch von Seiten der Story einigermaßen einverstanden. Es ist allerdings der Aufhänger, der einfach nicht passt. Gaby klemmt, vollkommend unwissend, jemandem eine Papierrolle unter den Arm - in der Annahme, behilflich zu sein. Nun hat sie also dazu beigetragen, dass Diebesgut verschwand. Kommissar Glockner ist ein wenig grummelig, weil TKKG sich einmischten, weiß aber nichts von Gabys versehentlicher Beihilfe, weil TKKG ihm ganz bewusst nichts davon sagen. Ah ja!

Wo sind Recht und Moral hin, wenn es die TKKGs dann mal selbst betrifft? Wird nicht seit Jahrzehnten immer und immer wieder gepredigt, dass man seine Fehler zugeben solle, man für den eigens verzapfen Bockmist geradestehen solle, dass Gaby ihrem Papi kein Verbrechen verschweigen könne und dass Selbstjustiz bei TKKG nicht drin sei? Aus dem Stehgreif könnte ich zig Zitate aus älteren und jüngeren Folgen bringen, wo derlei Dinge kund getan werden. Warum zieht man Herrn Glockner nicht ins Vertrauen? Nachtigall, ick hör dir trapsen!

Aber das ist ja noch gar nicht alles! Ich verstehe nicht nur nicht, warum man Papi Glockner nichts sagte, sondern A) warum dieser, bei ganzen zwei Gelegenheiten, in welchen es angebracht gewesen wäre, enttäuscht oder wütend zu sein, nur mild nöhlte. Wieso, zum Henker, steckt er dem Vierer nicht mal eine ordentliche Standpauke? Wie, bitte? Das hat er früher auch nicht getan? Stimmt, aber es wird deutlich genug darauf hingewiesen, dass Glockner unzufrieden ist. Wieso geht man dann nicht den ganzen Weg, wenn diese Serie in den letzten Folgen ohnehin eine, wenn auch larifari-hafte Wandlung durchmachte? Entscheidet Euch bitte mal, wehrte Macher/innen. Immer diese halben Schritte...

Und B) wieso argumentieren TKKG sich das alles so zurecht, wie sie es tun? Das ist doch Kokolores im Endstadium! Wäre Gaby kurz ein wenig ärgerlich mit sich, könnte ich das mühelos verstehen. Aber sie übertreibt maßlos, denn allem zum Trotz: das konnte sie einfach nicht wissen. Und Herr Glockner wäre vielleicht etwas zerknirscht und hätte für die Zukunft mahnende Worte gezetert, hätte es aber auf jeden Fall verstanden. Hier geht das aber so weit, dass die gesamte TKKG-Bande sich entsprechend hineinsteigert, Herrn Glockner nichts sagt und zudem meint, SIE müssten den Fall an Herrn Glockner vorbei auflösen, damit er ihnen, ob Gabys Faux-pas, nicht böse wäre. Denn sonst würde es die TKKG-Bande nicht mehr geben, er würde ihnen das alles verbieten und ihnen nie mehr heiße Infos verraten.

Sorry, aber das ist vollkommener Blödsinn. Hätte die Serie in den letzten Folgen eine glaubhafte und vollständigere Wandlung durchlebt, wäre das vielleicht anders. Aber es gibt immer nur halbgare Zugeständnisse an moderne Elemente und Neuerungen, sodass es kein Problem darstellt, sich auf ziiiiig TKKG-Fälle zu berufen, welche eindeutig belegen, dass der von mir eben geschilderte Sachverhalt schlicht, ja, vollkommener Blödsinn ist. TKKG, im Besonderen Tim, hätten vorgegeben, dass Gaby dafür nicht wirklich was gekonnt hätte, darauf vertraut, dass Papi Glockner voll hinter ihnen stünde und mit übergroßem Selbstbewusstsein einfach so den Fall geknackt, ohne weiteren extrinsischen Antrieb; einfach aus Abenteuerlust. Und Glockner hätte schon Dutzende Gelegenheiten gehabt, die TKKGs kräftig zur Schnecke zu machen - tat er aber nie. Ferner, bleiben wir mal in der Logik dieser Folge, wenn TKKG den Fall an Glockner vorbei lösen, trotz all seiner Worte, sollte er dann nicht erst recht böse mit ihnen sein? Weil sie ihm nicht vertrauten, trotz Verbot auf eigene Faust seine Ermittlungen zu sabotieren drohten und dergleichen mehr!? Kurzum: dieses ganze "...sonst gibt es kein TKKG mehr!"-Ding ist Unfug sondergleichen.

Als Bonus, und abseits von den sonstigen Kleinigkeiten hier und dort (wie etwa das TKKG-Jingle, das ohne Zusammenhang in der U-Bahn auf einer Trompete gespielt wird), verstehe ich die Rolle der Elvira Peschl (Astrid Kollex) nicht. Diese Rolle macht nichts anderes, als plump und eindimensional in etwas verworrenem Kauderwelsch zu sagen: "GEHT IN DEN UNTERGRUND!" - ohne aber zu erklären, warum sie es sagt, oder wieso die TKKGs ihrer Aufforderung Folge leisten sollten. Gab es keine nachvollziehbareren Ideen, TKKG auf Frau Peschl treffen zu lassen, die ihnen verständlich erklärt, dass sie vielleicht im Untergrund fündig werden würden?

Fazit: Die gute Produktion gefällt mir und der Fall ist im Schnitt ausreichend, bis teils gar an befriedigend grenzend. Aber die gesamte Argumentation der TKKG'schen Motivation ist hanebüchen und brechstangig hoch zehn. Entweder TKKG werden modern und machen eine Änderung durch - was zwar schade, aber okay wäre, und vor allem konsequent! -, oder sie tun es nicht - was auch okay und konsequent wäre. Aber diese "Wie es uns gerade in den Kram passt"-Mischpoke ist verwirrend und unglaubwürdig. Echt, manchmal wünsche ich mir Stefan Wolf als Autoren zurück - kaum zu fassen, oder!? Oh... ...ach ja, was soll dieses kindische T-K-K-G-Gerufe der vier Hauptcharaktere?

Ironischerweise ist ein Charakter dennoch konsequent, und das gleich zweimal: Klößchen! Immer mal wieder scheint er die Perspektive der Hörerschaft einzunehmen und lässt diverse Kommentare fallen, nur um sich von TKG anhören zu müssen, dass es doch sonst kein TKKG mehr gäbe und man das Vertrauen von Gabys Papi nicht verlieren wolle. Ferner, ganz am Ende, nennt Klößchen einen Grund, unbedingt nochmal in die tiefen Gewölbe eindringen zu wollen. Jener Grund ist tausendmal nachvollziehbarer und ehrlicher, als der Quatsch, der in dieser Folge sonst genannt wird.


Meine Wertung: 60%
(Bemusterung erfolgt)
Cover: Der rätselhafte Brandstifter
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Peter Kaempfe
Barbara Jodie Ahlborn
Gabriele "Pfote" Glockner Liza Ohm
Heike Stern Céline Fontanges
Herr Sauerlich Kai-Henrik Möller
Inga Schellhammer Karin Rasenack
Karl "Computer" Vierstein Felix Strüven
Kommissar Glockner Michael Bideller
Kommissar Schalavsky Wolfgang Häntsch
Michaela Schulze Arlette Stanschuss
Nina Weiß Katharina Gast
Peter "Tarzan / Tim" Carstens Sebastian Fitzner
Viktor Bieberbach Holger Umbreit
Werner Wendland Jens Wendland
Willi "Klößchen" Sauerlich Julian Greis
(EDIT)
Rezension vom: 19.04.2025

TKKG Junior
(36) Der rätselhafte Brandstifter
Erschienen: 2025
Dauer: 45:03


Im Villenviertel gibt es eine Serie von mysteriösen Bränden, die Polizei vermutet Brandstiftung. In der Internatsschule prahlt eine Schülerin zur gleichen Zeit mit selbstgemachten Videoclips der Brände und der gefährlichen Feuerwehrlöscheinsätze. Die Klicks auf ihrer Social-Media-Seite gehen durch die Decke, ihre Beliebtheit steigt und damit auch ihre Werbeeinnahmen. Während Tim, Karl, Gaby und Klößchen der Sache auf den Grund gehen, wird klar, dass in den geräumten Häusern auch Wertgegenstände verschwunden sind. Waren die gelegten Brände vielleicht nur dafür da, Spuren der Einbrüche zu vernichten? TKKG müssen alles geben, bevor der Brandstifter noch mehr Unheil anrichten kann!

Mein Kommentar: Ich mag den Fall, er hat einen gewissen Charme, das lässt sich nicht bestreiten. Dennoch ist er ein typischer TKKG-Junior-Fall, ohne Überraschungen und Plottwists. Und mit dem repräsentativen Dauergekicher. Und einem Bösewicht, der aber eigentlich ganz lieb ist. Aber auch mit der üblichen guten Produktion, mit guten Musiken und den guten Sprechern und Sprecherinnen. Aber eben auch wieder dem typischen schon nach 10-15 Minuten vorhersehbaren Ende.


Meine Wertung: 71%
(Bemusterung erfolgt)
Cover: Die Stadt aus Gold
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Axel Milberg
Abt Johannes Douglas Welbat
Barbara Mathewson Tanja Geke
Bob Andrews Andreas Fröhlich
Bruder David Tobias Diakow
Bruder Jakob Gordon Piedesack
Bruder Lukas/Harry Frank Roder
Faraday Eva Weißmann
Justus Jonas Oliver Rohrbeck
Peter Shaw Jens Wawrczeck
Professor Mathewson Stephan Schwartz
(EDIT)
Rezension vom: 12.04.2025

Die drei ???
(232) Die Stadt aus Gold
Erschienen: 2025
Dauer: 1:15:29


Eine Stadt, erbaut aus purem Gold. Das kann nicht mehr als eine Legende sein. Oder gibt es sie, verborgen in der Wildnis, etwa doch? Das möchte auch Professor Mathewson herausfinden, doch ausgerechnet seine eigene Tochter stiehlt ihm seine Forschungsunterlagen. Verzweifelt wendet er sich an die drei ???. Die Detektive kennen Barbara und können sich nicht erklären, warum sie ihren Vater hintergeht und dann spurlos verschwindet. Weiß Barbara mehr über die Landkarte, die angeblich den Weg zur sagenumwobenen Stadt weist? Justus, Peter und Bob übernehmen den Fall.

Mein Kommentar: Guter Fall. Interessante Grundidee, eine nur wenig vorhersehbare Handlung, gute Sprecher/innen, gute Produktion.

Allerdings fällt mir Tanja Gekes Spiel immer wieder auf. Dieses ist zwar per se gut, gibt der Rolle der Barbara aber eine seltsame Färbung. Als sie beispielsweise gerade aus der Entführung freigelassen wurde, kommt sie recht fröhlich auf die drei ??? zu und irgendwie klingt sie dabei so, als hätte sie lediglich den Haustürschlüssel verloren, ihn aber ganz schnell wiedergefunden. Keine Erleichterung, kein Verarbeiten des Schreckens, kein Innehalten und erstmal verschnaufen. Im Gegenteil. Barbara wirkt so, als wäre sie es gewöhnt, andauernd entführt zu werden. Sowohl ihre Stimme als auch ihre Worte klingen nicht nach jemandem, der gerade entführt wurde. Aber wie erwähnt, Barbara klingt allgemein immer ein wenig, als wäre sie gar nicht Teil eines ungewöhnlichen Abenteuers, sondern als hänge sie mit ihren Kumpels ab; selbst ihre Sprache (dafür kann Frau Geke natürlich nichts) ist manchmal doch sehr jugendhaft.

Die ersten 15 Minuten hätte man ebenfalls streichen können. Dieses unnötig verquere Gedusel rund um den von der Tochter bestohlenen Vater und dann wird die Tochter aber zur zweiten Auftraggeberin (und dazu all die "versteckten Hinweise" im Telefonat, welche die drei ??? allesamt sofort verstehen und korrekt deuten?), hätte man auf "Meine Tochter wurde entführt, die Entführer wollen Unterlagen. Hier sind sie, bitte übernehmt die Übergabe!" verkürzen können und für diese Zeit stattdessen einen Spritzer mehr Abenteuerlichkeit investieren können, denn die Szenenwechsel von Ort A zu Ort B sind praktisch immer direkt. Es gibt kein Hinfahren oder Rübergehen; lediglich eine kurze Musikunterbrechung.

Und wundern muss ich mich noch darüber, dass Peter eine merkwürdige Erhebung in einer Wand bemerkt, die aber all die vielen fachkundigen und interessierten Klosterbewohner, Forscher/innen und Gäste über all die Zeit nie bemerkten, obwohl sie gewiss gezielt nach solchen Dingen suchten? Mhm, ja!

Fazit: Eine Gute Folge mit verschmerzbaren Schwächen, wenn man ein Auge zudrücken kann.


Meine Wertung: 71%
(Bemusterung erfolgt)
Cover: Der Thron aus Eis
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Patrick Messe
Adam David M. Schulze
Battle Cat Pat Zwingmann
Beast Man Thomas Balou Martin
Buzz-Off Patrick Kropp
Cringer Pat Zwingmann
Doodon Mathias Renneisen
Evil-Lyn Maria Koschny
Fisto Jens Wendland
Gwildor Ronald Spiess
He-Man David M. Schulze
Iasos Daniel Schröckert
Jitsu Uve Teschner
König Randor Viktor Pavel
Königin Marlena Victoria Sturm
Man-At-Arms Achim Buch
Marle Christiane Werk
Mekaneck Omid-Paul Eftekhari
Orko Matthias Brinck
Raenius Tino Kiessling
Skeletor Johannes Steck
Teela Lisa Cardinale
Theydon Joachim Ziebe
Trap Jaw Daniel Welbat
Tri-Klops Detlef Tams
Whiplash Tim Grobe
Zetos Sean David Lowe
(EDIT)
Rezension vom: 08.04.2025

Masters of the Universe
(5) Der Thron aus Eis
Erschienen: 2025
Dauer: 1:04:28


Durch eine List gelingt es Skeletor, König Randor zu überwältigen. Der Herrscher von Eternis wird verschleppt und die Giganten des Universums folgen den Entführern bis ins Eistal des Todes. Dort stellen sie sich eisigen Herausforderungen. Die Freunde werden getrennt und es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Vor dem Thron aus Eis trifft He-Man ein weiteres Mal auf den Hexenmeister Skleletor und es kommt zum Kampf. Das Schwert von Grayskull gegen das Schwert der Verdammnis.

Mein Kommentar: Eine Sache, die mir entweder aufgrund mangelnder Aufmerksamkeit nicht aufgeht, oder wo tatsächlich die Erklärung fehlt, ist die folgende: Wieso kommen Skeletor und Evil-Lyn auf die Idee mit dem König und dem eisigen Thron? Nur, weil das im Buch steht? Ich verstehe nicht so ganz. Was genau ist der Plan? He-Man zu täuschen, damit er den König tötet - so, wie es im Hörspiel genannt wird? Aber dafür ist doch kein Zauberbuch notwendig, denn solche Zauber könnten Skeletor und Evil-Lyn locker hinkriegen. Was genau stand also im Buch? Wollte dieses auf eine andere Sache hinaus? Oder war es genau das? Andererseits mutmaßt Skeletor das alles doch nur und will halt einen König (also in diesem Fall Randor) haben. Ist das also ein Buch mit mächtigen Zaubern, oder mehr eine Ideensammlung dessen, wie man seine Feinde mit einer List besiegen könnte? Nehmen wir an, Skeletors Plan geht auf, der König stirbt. Und dann? Eröffnet sich große Macht? Oder... etwas anderes? In dem Buch wird kaum stehen: "Entführt einen König und lasst seinen Sohn ihn töten und Ihr habt gewonnen!".

Es ist vor allem dieser Punkt, der mir a) nicht einleuchtet, aber der mir b) einen Teil des Hörspaßes vermiest, denn c) die grundsätzliche Dramatik, dass der König entführt wird und sterben könnte, sogar durch die Hand aus seinen eigenen Reihen, ist ja gut gewählt. Aber wieso kommt Skeletor auf die Idee? Was genau sagt das Buch? Und wenn Skeletor den König doch eh bereits in Händen hat, wieso tut er es nicht einfach selbst? Wieso muss es jemand anderes tun? Oder soll es eine Schuld sein, mit der die Masters dann leben sollen? Oder steckt was anderes dahinter? Entweder wurde dieser Plotteil schlichtweg übersehen, oder aber es steckt etwas dahinter, was dann später noch aufgelöst wird? Nun, wie dem auch sei, ich merke an diesem Punkt jedes Mal, dass ich mich wohler damit gefühlt hätte, wenn man mir einfach gesagt hätte: "Skeletor, in dem Buch steht, lasst den König von seinen Freunden auf dem Eisthron töten und eine große Macht wird sich Dir offenbaren!". ZACK, Motivation erklärt. Doch von hinten durch die Brust ins Auge treffen zu wollen, und dann nicht mal zu treffen, ist schade.

Und überhaupt! Die mächtigen Kämpfer/innen rund um Randor, allen voran der erfahrere Man-at-Arms, fallen auf eine solch simple Finte herein? Der Plan war: "Wir lenken die alle ab, um eigentlich woanders zuzuschlagen." Kamen weder Randor, noch Arms, noch irgendwer sonst auf die Idee, generell um- und vorsichtig zu sein, statt alles, was man hat, an einen Punkt zu lenken? Sorry, das kann ich einfach nicht glauben. Der Plan hätte ja durchaus gelingen dürfen, aber dazu hätte er cleverer, raffinierter sein müssen. Und dann das Bedauern von Raenius, dass er es doch hätte verhindern können... Naja, vielleicht. Aber wieso blieb er dann nicht sowieso beim König? Ich verstehe nicht, wieso man auf solch einen einfachen Trick hereinfällt, wo man doch so viel Erfahrung und so etwas wie Kampfinstinkt haben müsste.

Ebenso finde ich den Plot um die Dorfbewohner und Hordak im Kern gut und vielversprechend. Ich habe allerdings zu vorherigen Folgen schon einiges dazu geschrieben, wieso es am Ende nicht so recht aufgehen mag. In dieser Folge spinnt man die Nebenstory etwas weiter und erneut gibt man Hordak und den Bewohnern mit allem recht. Es ist doch so: Auf der einen Seite sind Randor und Marlena besorgt und wollen den Menschen im Dorf helfen, sie betonen es überdeutlich. Aber auf der anderen Seite misstrauen alle Leute König und Königin und fühlen sich von ihnen im Stich gelassen. Wie passt das zusammen? Wissen König und Königin nicht, was da draußen los ist? Und wenn sie es wüssten, warum geht niemand zu den Bewohnern, sagt ihnen Hilfe zu und lässt den Worten einfach mal Taten folgen? Wieso das Zögern? Wieso keine klaren Aussagen? Warum kommen einige Folgen zuvor die Wachen, tun auf überheblich, labern was von "Abwarten, wir schauen uns das alles erstmal in Ruhe an" und nie passiert irgendwas, während König und Königin aber unbedingt helfen wollen? Diese pessimistische Sichtweise der Menschen auf König und Königin muss doch irgendwo herkommen - sie befürchten ja sogar, praktisch versklavt zu werden. Woher kommt das? Warum tun König und Königin nicht endlich was? Bauen Hütten, senden Essen, postieren Wachen...?

Kurz vor Ende ist die bis dahin flugs aufgebaute Bedrohung und Gefahr dann sofort wieder erledigt. Da ist ein Eismonster, zack, ist es besiegt. Orko warnt unter schlimmen Kopfschmerzen vor einer Falle, jemand anderes sagt He-Man, er solle vorsichtig sein, denn Orko habe wieder Schmerzen. Ich verstehe ja den gemeinten, kausalen Zusammenhang, aber die Art, wie hier die Charaktere miteinaner sprechen, ist immer wieder befremdlich. Doch auch sonst haben wir in Folge 5 wieder so manch "coole" Line, die für meine Ohren nicht so recht in den Kontext passt. Evil-Lyn kontert mit dem "Das-geht-Dich-gar-nichts-an-Gesetz", an anderer Stelle bemerkt man, dass es einen hinterhältigen Angriff gab und fasst das Chaos zusammen mit "Hier hat jemand derbe umgestaltet!", und Skeletor feixt "Ich liebe diesen Panzer. Los, Tri-Klops, knallen wir sie ab". Nee, das klingt ein wenig wie Erwachsene, die bei der heutigen Jugend anerkannt werden wollen.

Ganz zum Schluss, alles ist nochmal gut gegangen, wird Clamp Champ quasi "geboren". Nette Idee, das so zu machen. Doch erneut passen für mich einige Dinge nicht wirklich ineinander: Der König dankt zwar Man-at-Arms "und einer Gruppe tapferer Streiter", aber letztlich hebt er dabei lediglich den Waffenmeister heraus. Immerhin kommt Marlena noch auf Raenius zu sprechen und lobt ihn explizit. OK, dagegen ist nichts zu sagen, aber die Begründung ist etwas dünn, finde ich. Er war, wie alle anderen auch, vor Ort und kämpfte für die gute Sache. Und ja, er hatte die Idee, es mal mit dem Greifer zu probieren, als es um die Befreiung aus dem Eis ging. Aber dieser Moment wirkte mir weder dramatisch, noch so, als sei man kurz vor der Hoffnungslosigkeit. Raenius schien es einfach mal ausprobieren zu wollen, mehr nicht. Doch Marlena erklärt, er habe "im Angesicht größter Gefahr Mut, Umsicht und die nötige Ruhe bewiesen". Hmm, ja, ok, stimmt schon. Aber das gilt doch für alle anderen auch... Oder? Gerade Orko will He-Man doch sofort warnen, dass er nicht den vermeintlichen Skeletor angreifen soll. Und irgendwer, die Stimme ist in der Hektik nicht so recht auszumachen, meint dann, Orko hätte Schmerzen, es sei eine Falle... Müsste eine gehörige Portion Dank also nicht gerade auf Orko entfallen? Und ganz allgemein auf alle Beteiligten? Immerhin wurde durch das Zusammenarbeiten aller der König befreit.

Im Klappentext wird die gebotene Story übrigens erneut malerischer geschildert, als sie tatsächlich passiert. Randor wird "verschleppt ins Eistal des Todes", "ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt", und auch der allerletzte Satz klingt pompöser, als es letztlich passiert.

Fazit: Für meinen Geschmack hätte man der Story eine Doppelfolge spendieren müssen: Folge A beginnt mit Anfangsgeplänkel, dann Angriff, eine spannende Schlacht tobt, an dessen Ende stellt man fest, die Wachen rund um Randor wurden überrumpelt, Randor ist weg. Man macht sich auf den Weg, ihn zu suchen und zu befreien. In Folge B man ist auf dem Weg ins Eistal, viele Gefahren, zuviele Abzweigungen, die Zeit rinnt immer mehr davon, dann scheint man am Ziel, aber eine nicht erkannte Täuschung droht, alles scheitern zu lassen. Vielleicht ein wenig wie eine Mischung aus Höhle des Schreckens, Das Geheimnis der Mystic Mountains und Die lachende Brücke... Naja, vielleicht zerdenke ich das alles zu sehr, ich will das nicht ausschließen. Aber was soll ich machen: Immer wieder höre ich diese Folge und mir kommen ständig die Worte "Warum? Bitte erklären!" in den Sinn.

Ansonsten noch ein paar Worte zur Produktion: Die ist top. Einfach wunderbar. Erneut aber sticht der Erzähler heraus und hemmt meine Immersion mit jedem seiner Einsätze. Dafür fand ich Orko, oder genauer Matthias Brinck, in dieser Folge echt richtig gut. Vielleicht lag das daran, dass er zumeist mit dieser etwas schmerzerfüllten Stimme sprach und nicht dauernd Witzchen machen wollte? Ansonsten ist es ja eine nette Geste, Fans zu beteiligen. Doch bei so gut wie jedem Einsatz der nicht-professionellen Sprecher/innen, hört man diese überdeutlich heraus. Für Massenszenen, wo man schlicht ein Gewirr an Stimmen braucht, meinetwegen, aber richtige Dialoge sollte man vielleicht lieber nicht so gestalten. Fanservice ist das Eine, das Andere ist ein Hörspiel, bei welchem man häufiger mal aus der Story gestupst wird.

Die Covermotive fand ich bislang soweit immer mindestens gut. Aber dieses hier ist meiner Meinung nach einfach nur großartig. Vor allem Evil-Lyns Pose und Mimik sind einsame Spitze! Anbringen muss ich leider aber auch wieder die farbliche Gestaltung im Inlay: Die Namen der Rollen sind in diesem dunklen Lila-Ton auf Beinahe-Schwarz schwer zu lesen. Wieso sorgt man nicht wenigstens mit einem dünnen weißen Rand um die einzelnen Buchstaben für mehr Lesbarkeit?


Meine Wertung: 54%
(Bemusterung erfolgt)
Cover: Die Schoko Erpressung
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Peter Kaempfe
Erna Sauerlich Dagmar Dreke
Frau Rabe Karin Rasenack
Gabriele "Pfote" Glockner Liza Ohm
Hermann Sauerlich Kai Henrik Möller
Herr Schinkel Wolfgang Häntsch
Karl "Computer" Vierstein Felix Strüven
Kommissar Glockner Michael Bideller
Mike Kandel Alexander Merbeth
Peter "Tarzan / Tim" Carstens Sebastian Fitzner
Sandra Kandel Céline Fontanges
Svenja Kandel Jodie Ahlborn
Willi "Klößchen" Sauerlich Julian Greis
(EDIT)
Rezension vom: 25.03.2025

TKKG Junior
(35) Die Schoko Erpressung
Erschienen: 2025
Dauer: 50:16


Die Sauerlich-Schokoladenfabrik wird 75 Jahre alt, eine große Jubiläumsfeier ist geplant. Doch dann verschwindet plötzlich das Wahrzeichen der Fabrik. Der Täter nennt sich "Schokobär" und lange ist unklar, wer dahintersteckt. Zum Glück bringen TKKG Licht ins Dunkel. Mit Nachtsichtgerät, Strickleiter und Köpfchen kommen sie dem Dieb auf die Spur...

Mein Kommentar: Ich mag die Fallidee sehr, da sie so vielversprechend beginnt. Natürlich ist klar, dass die Junioren wieder massig kichern und final ein Friede-Freude-Eierkuchen-Ende mit nochmal Extrageckichere von sich geben werden. Aber dennoch klingt das vielversprechend.

Und der Fall selbst ist an und für sich auch gar nicht mein Problem. Obwohl ich durchaus festhalten will, dass ich nicht begreife, warum Schokobär Hinweise gibt, die deutlich machen, wo und wer er sein könnte. Und ja, auch das mit den 10000 Tafeln Schokolade ist, gelinde gesagt, dumm. Das ist eine derartige Menge an Gewicht und Volumen, dass man diese kaum unbemerkt davonbringen kann, wenn sie übergeben wurde. Die Verfolgung wäre ein leichtes, ja, babyleichtes Spiel. Selbst ohne Polizei. Und dass lieber TKKG den Schokobären schnappen sollen, und nicht die Polizei, hach, was soll's, okay, meinetwegen... *seufz* *abwink*

Aber dennoch: Der Fall ist okay. Mich wurmt aber immer wieder die - ich nenne es mal: denunzierende - Darstellung diverser Erwachsener, vor allem der Eltern der TKKGs. Allein in dieser Folge sind Herr und Frau Sauerlich derartig schusselig und verpeilt, also es würde jeder Beschreibung spotten, wenn ich versuchte, das in Worte zu fassen. Dazu hat Herr Sauerlich derart viel Laberwasser gesoffen, dass selbst seine Frau ihn bremst. Und als er dann bemerkt, dass ein ihm wichtiges Schild gestohlen wurde, ist er plötzlich voll und ganz bei sich und regt sich reichlich auf und er will den Termin (siehe Klappentext) absagen... Sollte Herr Sauerlich nicht präsentations- und geschäftserfahren genug sein, um sich zwar durchaus darüber zu ärgern und etwaige Schritte einzuleiten, aber zugleich nicht derart von Unsicherheit überwältigt zu werden? Ich meine, der gute, alte Henry-König-Hermann-Sauerlich wäre in dieser Situation völlig anders drauf gewesen (höre beispielsweise Gangster auf der Gartenparty). Der hätte direkt die Polizei eingeschaltet und für den Notfall schon mal sein PR-Team eine plausible Erklärung oder einen Workaround dafür erdenken lassen.

Auch Frau Sauerlich ist mehr als nur "schusselig". Für sie muss es Herr Schinkel gewesen sein. Ganz einfach. Bei all den viiiielen Angestellten, muss DER es gewesen sein. Aber als Gaby dann meint, er sei bestenfalls verdächtig, und nichts sei bewiesen, kommt von Willis Mutter nur ein sehr dispektierliches, leicht eingeschnapptes Jauchzen. Wieso, liebe Macher/innen? Was kommt als nächstes? Tims Mutter als kesse Diskomaus, die ständig "Jo, Digga!" und "Das finde ich nur so semi!" sagt? Im Ernst! Ist das ein Stilmittel, um die vier Kids beim Zielpublikum cooler und erfolgreicher darzustellen? Wenn ja: Bitte nicht mehr machen, es sorgt für Kopfschüffeln und es ist auch nicht lustig... ...ebenso wie das immerwährende Dauergekicher. Allein diese eine Stelle im Hörspiel: "Und schön die Tatzen über den Kopf!"... ...und Herr Sauerlich hebt die Hände! *stirnpatsch* Ganz im Ernst: "TKKG Junior" ist eine im Grunde befriedigende bis gute Hörspielserie mit oft guten Einfällen. Doch dieses aufgesetzte Gute-Laune-Ding ist mir ein Rätsel. Selbst der Erzähler macht mit, denn er erwähnt beispielsweise ständig, dass Klößchen jammert, weil er klettern, laufen, radfahren oder sich sonst wie bewegen soll. Wenn man bei den Junioren schon bemüht ist, dauernd alles zu verändern, damit es modern, zeitgemäßer und politisch korrekter wird, wieso zerrt der Erzähler immerzu Klößchens Übergewicht, bzw. dessen Bewegungsunlust ins Rampenlicht?

Wieso, bitteschön, ist der Regler des Scherz- und Comedyfaktors bei "TKKG Junior" stets so hoch eingestellt? Denn es ist nicht lustig, es ist nicht schmunzelig. Es nervt nur und lässt mich die Augen rollen, oder, bestenfalls, mich mal eines zudrücken. Ferner ist das mit den Eltern einfach auch schlicht revisionistische Geschichte... Oder nee, aus Sicht von TKKG Junior eher revisionistische Zukunft, nicht wahr? Die sind/waren doch nicht so.

Und, wo ich gerade dabei bin: Das Internat hat einen Mädchentrakt der Oberstufe? Ich dachte, das sei ein Nur-Jungs-Internat, bei dem Mädchen zwar am Unterricht teilnehmen können, aber nicht dort wohnen? Und das ist absolut unmissverständlich, denn es wurde in zahllosen TKKG-Büchern und -Hörspielen erklärt.

Die Produktion ist rund. Gute Sprecher/innen mit guten Leistungen, gute Soundeffekte, passende Musiken. Lediglich hätten 10-15 Minuten der Recherche und des Beschattens der Geschichte gut getan. Die erste Szene dauert eine Viertelstunde, dann passiert 30 Minuten eigentlich nicht so wirklich was, aber man hat jetzt einen Rätselvers, den man im Nu dekodiert und zack, weiss man plötzlich, wer dahintersteckt. Keine Detektivarbeit, keine echte Spannung.

Ach ja: Wieso weist der Titel der Folge einen so leicht bemerk- und vermeidbaren Tippfehler auf? Bitte, liebes PR-Team, erklärt das nicht mit: "So sieht es irgendwie flotter aus!". :)


Meine Wertung: 70%
(Bemusterung erfolgt)
Cover: Das Schwert der Verdammnis
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Patrick Messe
Adam David M. Schulze
Battle Cat Pat Zwingmann
Beast Man Thomas Balou Martin
Cringer Pat Zwingmann
Evil-Lyn Maria Koschny
Fisto Jens Wendland
Grizzlor Christian Deutsch
Gwildor Ronald Spiess
He-Man David M. Schulze
Hordak Wolfgang Häntsch
Jitsu Uve Teschner
König Randor Viktor Pavel
Königin Marlena Victoria Sturm
Leech Klaus Krückemeyer
Man-At-Arms Achim Buch
Mantenna Toni Sattler
Marle Christiane Werk
Mekaneck Omid-Paul Eftekhari
Modulok Enno Kalisch
Orko Matthias Brinck
Raenius Tino Kiessling
Skeletor Johannes Steck
Teela Lisa Cardinale
Trap Jaw Daniel Welbat
Tri-Klops Detlef Tams
Zauberin von Grayskull Kerstin Draeger
(EDIT)
Rezension vom: 15.02.2025

Masters of the Universe
(4) Das Schwert der Verdammnis
Erschienen: 2025
Dauer: 1:08:56


Auf der Suche nach dem Anführer der Wilden Horde geraten Prinz Adam und Teela in die Fänge gefährlicher Kämpfer: Tri-Klops, Trap Jaw und Jitsu stellen sich kurz darauf in Skeletors Dienste. Sie suchen nach der geheimnisvollen Schwarzen Kammer und ihrem größten Schatz: Klingsor, das Schwert der Verdammnis. Doch auch Hordak trachtet nach dieser mächtigen Waffe. Ein Pakt dunkler Mächte wird geschmiedet.

Mein Kommentar: Gleich zu Beginn der Folge wird Gwildor präsentiert. Und er hat diese nörgelige Art, über die Unwillen seines nicht mehr jugendlichen Körpers zu jammern und die gute, alte Zeit zu vermissen. Bitte, liebe Macher/innen, steckt Gwildor zurück in die Schublade. Und lasst ihn dort!

Das bringt mich gleich zur nächsten Szene. Adam will Teela beeindrucken. Er will beweisen, dass auch er kämpfen kann und kein Feigling ist. Das Dumme ist nur: Er kann ja tatsächlich nicht kämpfen. Orko hat dann eine Idee, er zaubert Trugbilder von Skeletor und Evil-Lyn herbei, die Adam mit Leichtigkeit "besiegen" kann. Allerdings laufen die falschen Zwillinge von Skeletor und Evil-Lyn beim allerkleinsten Mund-aufmachen wie die Hasen davon. Kein Kampf, nicht einmal eine markige Drohung notwendig. Soll Teela tatsächlich glauben, dass Adam (und Cringer) so leichtes Spiel hätten? Also, wenn sie es täte, wäre noch sie naiver als die Monika-Gabriel-Teela in Teelas Verrat. Jedoch ist auch direkt klar, dass es später eine Szene geben werden wird, in der es zu einer solchen Situation kommen muss, in welcher Adam eine dicke Lippe riskiert und dann stellt sich aber heraus, dass es gar keine Fakes sein würden... Wetten!? ...tja, die Wette habe ich bereits wenige Minuten später gewonnen. Doch bereits der Aufbau ist leider weder lustig, noch spannend, noch interessant. Als es dann zu besagtem Moment kommt, rennt Adam mit Volldampf in drei Bösewichte, im Glauben, Orko hätte diese gezaubert, damit er Teela beeindrucken könne. Doch laufen diese Gestalten weg? Natürlich nicht, stattdessen beginnt Adam mit einem sehr albernen, übertrieben geschauspielerten Gejammer. "Warum bin ich nicht bei meiner Mama geblieben?"-Goras lässt grüßen. Armer Adam. Wie soll ich den denn zukünftig noch ernst nehmen? Sonst spielte Adam den feigen, ungeschickten Schwächling nur, hier scheint er einer zu sein... Ich hoffe nicht.

Später gibt's eine weitere Szene, die ich nicht klar kriege. Orko beamt sich zu Adam und Teela, beziehungsweise in deren Zelle. Bald darauf hört man, wie von außen am Zellentürschloss herumgenestelt wird, jeden Moment würde diese Tür geöffnet werden. Doch zu dritt wegbeamen geht leider nicht. Also zaubert Orko Adam schnell unsichtbar. Doch statt auch Teela noch unsichtbar zu zaubern, wird ewig und umständlich rumgeplappert, ob Adam wirklich nur unsichtbar sei oder ganz verschwunden wäre. Während immer noch weiterhin am Türschloss genestelt wird. Hätte Orko Adam unsichtbar gezaubert und die Tür wäre nun aufgegangen, wäre das okay gewesen und die Szene hätte funktioniert. Aber durch das schier ewig dauernde Gefrickel am Türschloss ist das einfach nicht akzeptabel. Wer braucht denn bitte geschlagene 35 Sekunden, um einen Schlüssel ins Schloss zu stecken, diesen umzudrehen und dann die Klinke zu betätigen - und dabei unentwegt die eigentlich ja bedrohlichen "Schlüssel ins Schloss stecken und umdrehen"-Geräusche zu machen? 35 Sekunden lang? Und selbst das unnötige Zeitvergeuden rund um Adams Unsichtbarkeit sind unglaubliche 13 Sekunden. In der Zeit hätte Orko problemlos Teela und sogar noch eine weitere Person unsichtbar Zaubern können. Nein, das dauert alles viel, viel zu lang. Das Timing ist wirklich schlecht gewählt. Und wie bitte kann Skeletor seine Handlangerin Evil-Lyn via einer magischen Verbindung beobachten (übrigens ein mir zu simpel gewähltes Stilmittel, Skeletors vermeintliche(?) Überlegenheit und Macht darzustellen - eine, wie ich finde, unbefriedigende "Nimm es einfach hin, liebe/r Hörer/in"-Methode), aber er und auch Lyn sind beide nicht in der Lage, die Präsenz einer unsichtbaren Person wahrzunehmen? Und auch alle anderen nicht? Adam ist unsichtbar, okay, in Ordnung. Aber er kommt mühelos an mehreren Personen, die in und vor der Tür stehen, vorbei? Ohne jede Form von Narration, wie Adam dieses Kunststück gelang, soll ich mir vorstellen, dass er da einfach so an allen vorbeispazierte und nicht der allerleisete Lufthauch war zu spüren, Schritt war zu hören, niemand, den er streifte? Und das Zauberschwert nahm er zudem auch noch mit? Alles vollkommen unbemerkt vor mehreren Anwesenden? Wie auch schon in (3) Der Kristallschild verpufft ein an und für sich spannender Handlungsstrang: Adam ist entführt, ein eigentlich toller, "dramatischer" "Schockmoment", aber - ZACK -, nach wenigen Minuten ist er sogleich auf freiem Fuß, hat auch gleich das Zauberschwert wieder und die gesamte Sache ist abgehakt. Allein nur aus den Möglichkeiten dieser einen Szene hätte man fast eine ganze Folge machen können - allerdings wäre dann ratsam gewesen, Adams Entkommen knapper und glaubhafter zu erzählen. Vor allem: sie zu erzählen. "Adam schritt vorsichtig voran, beinahe hätte Skeletor ihn berührt...", statt die Szene im Grunde einfach enden zu lassen. Jedoch sind es nicht nur Tempo und Nichtspannung dieser Quasi-Nebenhandlung, sondern auch dessen Unglaubwürdigkeit.

Hierzu gehört auch die Szene mit dem Kampf gegen Modulok. Modulok ist unverwundbar, seine Wunden schließen sich sofort wieder und er meidet stets das Licht? Na gut, dann ist das in dieser Iteration der Masters eben anders, okay. Doch weil der Kampf so schnell wieder vorbei ist, und weil man ruckzuck bemerkt, dass Moduloks Schwäche das Licht ist, ist der Kampf praktisch sofort beendet und nimmt so jede Bedrohlichkeit aus potenziellen Spannungsmomenten. Wieso lebt man eine Gefahr nicht mal eine Weile aus? Wieso baut man sie nicht auf? Wieso lässt man die Unterlegenen nicht mal eine Weile die Unterlegenen sein? Das hier hat immer was von jenen Szenen der "Die drei ???"-Hörspiele, in denen Justus an einem mit Passwort geschützten PC sitzt und binnen Sekunden und bloßer Herumraterei das richtige Passwort errät...

Worauf ich hinaus möchte: Das mit Gwildor in der ersten Szene, find ich doof, ja, aber alles in allem ist das halb so schlimm und schnell wieder vorbei (aber bitte bringt Gwildor nicht mehr wieder!). Doch es sind die drei gerade zuletzt geschilderten Szenen - wichtige Szenen! -, die mir die Story dieser Folge versalzen. Die "üblichen Verdächtigen" habe ich allerdings auch wieder anzukreiden: Viel zu viele coole Sprüche, zu oft versuchen Charaktere, die guten wie die bösen, dem Gegenüber überlegen zu sein, souverän zu wirken, durch einen lockeren, flapsigen Spruch. Teela hätte "ein ganzes Dutzend Prinzen bei sich" und sie hätte eben gern "das Rampenlicht für sich allein". Skeletor sagt "Ich nehme die Prügel. Komm und schlag mich!" Und einer von den Bösen erklärt: "Er kann uns Tipps zur Rasenpflege geben, hahaha". Diese Sprüche wirken auf mich bemüht und verstärken meinen Eindruck, dass es mit den Charakteren selbst wohl nicht so viel auf sich hat (siehe meine Rezensionen zu (1) Im Netz des Bösen und (2) Die Burg der Zeitlosen), sodass man probiert, ihnen auf solche Art Tiefe, Coolness und Schlagfertig zu geben. Leider gelingt das für mein Empfinden nicht. Mehr noch: Für diverse Metriken nennt man fremde Maßeinheiten, bedient sich erfundenen Völkern und dergleichen, aber dann machen so viele Charaktere einen auf John McClane.

Mit dem eben zuletzt genannten Zitat (Rasenpflege) geht zudem einher, dass viele Charaktere zu ähnlich klingen. Gerade in Szenen mit vier oder mehr Sprechenden verliert man schnell den Überblick. Bei Skeletor, He-Man, Hordak, Teela und Evil-Lyn funktioniert es gut bis sehr gut, sie zu unterscheiden. Bei allen anderen gerate ich oft ins Schwimmen und bin froh, dass bei den jeweiligen Antworten oft der Name der Person dazugesagt wird, die direkt vorher sprach. Lasst neuen Charakteren ihre Momente, in denen sie durch ihre Eigenarten und Fähigkeiten glänzen können, sie ausreichend vorgestellt werden, man ihre Stimmen ein wenig hören kann, bevor man sie, nachdem man sie kurz namentlich erwähnte und oberflächlich ihre Gimmicks erklärt, tatsächlich in die Geschichten integriert. Diese Gruppenvorstellungen, wo alle immer nur kurz was sagen und dann als Pulk auftreten, hilft nicht dabei, sich die Stimmen und zugehören Charaktere einzuprägen. Gerade dann, wenn die Stimmen sich so ähneln und im Besonderen die Bösen alle auf eine engverwandte Weise intoniert werden.

Fazit: Eine, in Schulnoten ausgedrückt, gerade noch ausreichende Folge. Gute Produktion, tolle Musiken, häufig sehr glaubhaft klingende Sprecher/innen - wieder fallen für mich allerdings Teela, Orko und das Werbespottimbre des Erzählers aus dem Raster. Nett ist zudem auch der kleine Wink an die Europa-Masters mit den Schreckensantilopen. Auch hört man wieder die Fan-Liebe zu den Masters, die bei den Machern und Macherinnen vorhanden ist. Und diese goutiere ich voll und ganz! Leider nur scheint sie wohl nicht zu genügen, uns Fans mal so richtig mitzureißen. Ich hoffe, ich irre mich und die Zukunft möge für uns großes bereithalten. Vielleicht ist auch gerade das Korsett der Ehapa-Comics, auf welchen die Hörspiele ja lose basieren, der Casus Knacksus: Hier war auch immer alles schnell und schörkellos wieder vorbei, damit es auf eine Handvoll Seiten passt. Vielleicht sollte man diese Comics noch mehr wie eine Inspiration aufnehmen, eine Idee, was nun als nächstes passieren könnte. Und dann diese Ideen auf- und ausbauen, mit mehr Spannung und Unvorhersehbarkeit ausschmücken, sie länger als 5 (Hörspiel-)Minuten leben lassen.

Ich meine, der Klappentext liest sich richtig fett. Und am Ende heisst es noch: "Auch Hordak trachtet nach dieser mächtigen Waffe. Ein Pakt dunkler Mächte wird geschmiedet." Doch von einem Pakt dunkler Mächte kommt auf meiner Seite der Lautsprecher leider wirklich nichts an. Eher ein unglaubwürdiges Ränkespiel, würde ich sagen. Es fehlt die Bedrohung, Spannung, die gehalten wird, Glaubwürdigkeit der Charaktere. Ich höre die Fanherzen (der Macher/innen) in jeder Minute der Hörspiele schlagen. Herzen von Fans, die ihre Masters seit den 80ern in- und auswendig kennen. Bitte lasst mich nicht nur diese Herzen hören, sondern auch interessante Geschichten, die interessant sind, weil sie wirklich richtig gut sind, und nicht bloß "endlich neue MOTU-Hörspiele"... Das Potenzial ist zweifelsfrei vorhanden.

PS: Anmerken möchte ich auch noch einmal den nicht optimalen farblichen Kontrast der Rollennamen in der Sprecher/innen-Auflistung.


Meine Wertung: 55%
(Bemusterung erfolgt)
Cover: ...und der Dreiäugige Schakal
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Axel Milberg
Bankangestellter Martin Rowedder
Big Rock Patrick Baehr
Bob Andrews Andreas Fröhlich
Breezy Sonja Stein
Constantin Krueger Martin May
Hank Fabian Müller
Jana Anika Baumann
Joe Jürgen Holdorf
Justus Jonas Oliver Rohrbeck
Kelly Juliane Szalay
Kommissarin Lisa Merryweather Anne Moll
Luke Kingsbury Mars Saibert
Mick Manson Patrick Bach
Nina Radamus Astrid Kollex
Onkel Titus Erik Schäffler
Peter Shaw Jens Wawrczeck
Ryan Ford Michael Grimm
Travis Fabian Harloff
Wächter Achim Schülke
(EDIT)
Rezension vom: 09.02.2025

Die drei ???
(231) ...und der Dreiäugige Schakal
Erschienen: 2025
Dauer: 1:15:48


Peter sitzt mit Kelly im Park, als ihm mulmig zumute wird. Irgendetwas stimmt hier nicht: Bobachtet die Statue des Dreiäugigen Schakals sie etwa? Die beiden nehmen die Bronzefigur genauer unter die Lupe, als plötzlich etwas geschieht, mit dem niemand gerechnet hat! Peter und Kelly verlassen vor lauter Schreck fluchtartig den Park. Die Statue mit dem Schakalkopf hat eindeutig ein dunkles Geheimnis. Was verbirgt sich hinter der kalten Hülle? Justus und Bob stehen ihrem Freund zur Seite - Die drei ??? beginnen ihre Recherche.

Mein Kommentar: So la-la, finde ich. Auf der Habenseite sind zum Beispiel, dass alte Bekannte, wie Astrid Kollex, Michael Grimm, Achim Schülke, Fabian Harloff und auch mal wieder Juliane Szalay zu hören sind (auch, wenn man deutlich hört, dass Frau Szalay normalerweise nicht beruflich "spricht" - hier langt es aber aus), und Onkel Titus ist auch mal wieder zu hören.

Auf der anderen Seite hat das Hörspiel mit seiner Länge von deutlich über 70 Minuten ein Problem: diverse "Ist das etwa Euer Erns!t?"-Momente und eine Länge von deutlich über 70 Minuten. Beispielsweise Kommissarin Merryweather. In Folge (214) ...und der Geisterbunker eingeführt und hier wieder hervorgezaubert. Allerdings erzeugte dies bei mir keinerlei "Oh cool", oder "Mhm, eine nette Idee", oder etwas in der Art. Nur wegen einer mehr oder weniger beiläufigen Erwähnung im Hörspiel selbst, habe ich nochmal geguckt, in welchem Fall sie damals mit dabei war. Ansonsten hätte sie auch einfach irgendeine Polizistin mit Namen Merryweather sein können. Jedenfalls ist sie auf die drei Detektive nicht so wahnsinnig gut zu sprechen und ist ihnen gegenüber eher misstrauisch gestimmt, lässt sich allerdings wiederholt von Justus bequatschen, etwas im Sinne der ??? zu tun - ohne, dass ich das so recht nachvollziehen könnte.

Dann sind da viele Momente, in denen ich abschweife. Manches ist mir als Hörer schlicht egal, einiges wird zu verquer und langwierig geschildert oder von irgendwem nacherzählt. Ich bin sicher, dass das alles so richtig und in sich logisch ist, aber meine Aufmerksamkeit gleitet bei etwaigen Details jedes Mal ab. Auch, wo der Schakal nun ist, oder wer ihn hat, ja, das könnte eigentlich spannend sein, aber ich schweife beim Zuhören jedes mal gedanklich ab. Es sind ziemlich viele Charaktere, manche klingen ähnlich zueinander, und die Stimmen und Namen/Rollen jedes Mal zu sortieren, war mir bei jedem Anhören zu konfus. Wirklich herausstechen tun nur so dann Figuren, deren Stimmen ich gut kenne, doch selbst dann höre ich eher die Person hinter der Stimme und weniger die Rolle, oder wie sie in der Geschichte platziert wurde. Übrigens, ich weiss nicht mehr, welche weibliche Rolle es sagt, aber "Punk's not dead, yeah!" zu hören, war... ...zum Schmunzeln.

Dass ich keinerlei schlechtes Gewissen ob meiner unfreiwilligen, partiellen Unaufmerksamkeit beim Zuhören habe, liegt dann jedes Mal vor allem am Ende: Alles wird wieder haarklein nacherzählt, jede Figur wird in Relation gesetzt und es werden so viele Details geschildert, dass ich bei einigen sogar meine, dass man das jetzt gerade aus dem Hut zieht, ich das aber unmöglich wissen kann, weil es bislang nicht genannt wurde oder vorkam.

Vielleicht hätte geholfen, das Buch zu kennen - ich kenne es nicht -, aber nachdem Peter und Kelly ihre Strandszene hatten und sich das ganze Tam-Tam um die womöglich sich bewegende und dann verschwundene Schakal-Statue erstmal aufgelöst hat und weitestgehend erklärt wurde (nach grob 15 bis 20 Minuten Spielzeit), wird es mir persönlich zu überladen und langatmig. Und in den Momenten, in denen ich dann doch mal wieder voll in der Geschichte bin, fallen mir Ungereimtheiten zum Beispiel rund um Kommissarin Merryweather auf.


Meine Wertung: 40%
(Bemusterung erfolgt)
Cover: Der Kristallschild
Rolle Sprecher/in
-Erzähler/in- Patrick Messe
Adam David M. Schulze
Battle Cat Pat Zwingmann
Beast Man Thomas Balou Martin
Buzz-Off Patrick Kropp
Cringer Pat Zwingmann
Evil-Lyn Maria Koschny
Fisto Jens Wendland
Grizzlor Christian Deutsch
He-Man David M. Schulze
Hordak Wolfgang Häntsch
Leech Klaus Krückemeyer
Man-At-Arms Achim Buch
Mantenna Toni Sattler
Mekaneck Omid-Paul Eftekhari
Mer-Man Dirk Hardegen
Modulok Enno Kalisch
Orko Matthias Brinck
Raenius Tino Kiessling
Ram Man Christian Jungwirth
Skeletor Johannes Steck
Stratos Marc Schülert
Teela Lisa Cardinale
Whiplash Tim Grobe
Zauberin von Grayskull Kerstin Draeger
Zeitloser Engelbert von Nordhausen
(EDIT)
Rezension vom: 26.01.2025

Masters of the Universe
(3) Der Kristallschild
Erschienen: 2024
Dauer: 1:04:26


He-Man und den Verteidigern Eternias ist es gelungen, die Zerstörung Castle Grayskulls zu verhindern und den Fluss der Magie wieder in geordnete Bahnen zu lenken. Doch eine neue Bedrohung zwingt die Giganten des Universums zum Handeln. Freunde werden zu Feinden. Die verschollenen Teile des Kristallschildes müssen gefunden werden. Und dann treffen He-Man und Skeletor erstmals aufeinander. Doch auch der mysteriöse Hordak bleibt nicht untätig.

Mein Kommentar: Es geht weiter mit den Retrofabrik-Masters, mit Der Kristallschild. Wir sind wieder bei der Horde, wenn auch nur kurz, und erfahren dabei zugleich, dass sie in Form von Modulok Verstärkung bekommt. Auffällig finde ich nur die gesamte Szene in puncto Verständnis. Mantenna, Grizzlor und Leech sollten Hordak den Weg bereiten. Aber das hätte er doch selbst problemlos und vermutlich schneller tun können, oder nicht!? Schließlich weiss er doch, wo die Fright Zone sein müsste - wieso sollen also andere danach suchen? Zumal er ihnen ja sowieso nachlief. Wieso also der Umweg über seine drei neuen Rekruten, wieso geht er nicht einfach direkt zur Fright Zone? Oder ging es darum, Modulok zu finden? Aber auch dann: Er hätte das kleine Gerät auch selbst bedienen können. Er hatte ja offenbar nichts anderes oder besseres zu tun, wenn er Mantenna, Grizzlor und Leech eh verfolgte und keine Minute später zu ihnen aufschloss. Ach ja, kleine Randnotiz: Die "Fright Zone" steht also in der "Zone des Schreckens", oder wie ist Hordaks Erklärung zu verstehen?

Doch auch sonst ist der Vorspann mit der Horde so la-la. Denn wieder ein Handlungsstrang, der später erstmal keine Rolle mehr spielt. Wahrscheinlich wird darauf nochmal zurückgegriffen, aber es ist merkwürdig, wenn ich versuche, das als Hordak zu betrachten: Da ist Skeletor schon längst voll mit Grayskull und He-Man im Clinch und auch nicht mehr weit davon entfernt, die Macht an sich zu reißen. Und Hordak baut erst noch seine Festung auf. Klar, kann man machen. Sollen doch die Anderen sich erstmal gegenseitig auslaugen und dann kommt Hordak als triumphierender Dritter und übernimmt das Ganze. Aber aus erzählerischer Perspektive, also für mich als Zuhörer, ist das nicht sonderlich spannend oder interessant, denn: Es werden insgesamt um die 30 Folgen, das wurde bereits angekündigt. Skeletor und Evil-Lyn machen bereits jetzt schon gehörig Ärger und verlangen viele Kraftanstrengungen ab, Hordak baut erstmal seine Basis auf, wobei auch noch Mantenna, Grizzlor und Leech nicht sonderlich helle oder gefährlich auf mich wirken (siehe (1) Im Netz des Bösen). Doch wenn es jetzt schon quasi um alles geht (Grayskull steht zum zweiten Mal in schneller Abfolge kurz vor der Eroberung), könnte man denken, dass es doch super sei, wenn 30 Folgen lang immer Spannung und Action zu erwarten seien: Skeletor wird noch mächtiger, Grayskull erlangt bald auch seine volle Macht, Hordak will mitmischen, und die Snake-Men werden sicherlich auch noch kommen. Muss doch bestimmt total geil werden, oder!? Nun, vielleicht. Aber ich mache erstmal mit dem Rest des Hörspiels weiter und werde am Ende meiner Rezension noch einmal darauf zu sprechen kommen.

Die Handlung schreitet voran, und alsbald wird die Zauberin/Zoar befreit. Dann hören wir die Order: "Sucht in drei Regionen nach Fragmenten, um die Gefahr zu bannen!" Allerdings sind wir hier bereits 35 Minuten - also schon über die Hälfte - im Hörspiel und es ist eigentlich nicht so viel passiert. Es wurde nur recht viel Episches gesagt, ohne dass mir Dinge verständlich gemacht oder eingeführt wurden. Diese Fragmentensuche ist also bereits jetzt unspannend, weil bei drei Fragmenten und ca. 30 Minuten Laufzeit nicht ausreichend Hindernisse und entsprechende Lösungssuche generiert werden können, es sei denn, man dehnt die Suche auf mindestens noch die nächste Folge aus... Hier hätte man, spannende Ideen vorausgesetzt, locker einen Zwei- vielleicht sogar Dreiteiler allein aus der Suche machen können, stattdessen wird das leider runtergerattert und 15 Minuten später sind die Fragmente beisammen und ein Zeitloser meldet sich zu Wort. Dabei hätte es sooooo super sein können, wäre die Suche aufbereitet worden, wie "Ungefähr dreimal Das Geheimnis der Mystic Mountains". Man versucht dann zwar, Spannung zu erzeugen, indem zur Eile gedrängt wird und man sagt, "Okay, das Unheil ist jetzt erstmal abgewendet, aber wenn Ihr nicht ganz schnell macht, war all Euer Tun umsonst und das Unheil ist wieder da! Und um letztlich das Buch des Bösen bannen, müsst Ihr unzählige Hürden meistern." An und für sich wäre das vielversprechend, vielleicht sogar mehrteilerwürdig (ein wenig vielleicht wie bei Jan Tenner und seinem Stein-der-Macht-Zyklus)... ...es bleibt nur zu hoffen, dass hier nicht wie bei den drei Fragmenten zuvor verfahren wird und all diese genommenen Hürden wie im Schnellverfahren durchexerziert werden.

Ich hatte auch ganz allgemein häufiger mal das Gefühl, dass Spannung oder Dramatik eher "behauptet", als "erzeugt" wird. Zum Beispiel soll He-Man sich allein der Gefahr stellen, das sei wohl notwendig. Aber warum? Und schließlich und endlich war das Aufeinandertreffen mit Skeletor/dem Magus gar nicht so dolle gefährlich wirkend, schon auch, weil diese Szene von "Wir sind Freunde, wir halten zusammen!"-Aussagen getragen wird und weder Skeletor noch der Magus anstrengend niedergerungen, sondern eher durch einen Kniff zum Ende hin überrumpelt wurden. Oder auch die Szene mit der Horde zu Beginn. Ich habe immer noch nicht den Eindruck, dass diese Truppe mächtig ist oder einmal problematisch werden könnte: Hordak hat bislang immer nur geredet und die Anderen haben Dorfbewohner bestohlen. Selbst das Auftauchen von Modulok änderte an meiner Wahrnehmung nichts. Ähnlich auch an anderer Stelle: He-Man betont, Skeletor strahle etwas abgrundtief böses aus. Gefahr wird artikuliert, ohne sie tatsächlich wahrnehmbar zu machen. Denn wieder empfinde ich zwar, ja, okay, Skeletor ist ein Bösewicht, aber etwas "abgrundtief böses", nee, das kommt einfach nicht rüber. Skeletor will eben die Macht erlangen und liefert ansonsten nur Drohungen und dann und wann mal einen lockeren Spruch.

Die Produktion ist technisch einwandfrei. Gute Musiken und all das. Da kann man nichts beanstanden. Allerdings werde ich mit dem Erzähler einfach nicht warm (es hört eben viel zu sehr nach Werbespot an, und überhaupt nicht nach "Märchenonkel" oder "außenstehender Beobachter"). Und ebenso klingt Teela erneut zu sehr geixt und an Orkos Stimme mag ich wieder nur sein kicherndes Lachen. Immerhin: Evil-Lyn (also Maria Koschny) stiehlt abermals allen die Show! Trotzdem liefert auch sie, abermals, zu viele lässige Floskeln, wie etwa "Sprach der Vogel im Käfig". Ein Stilmittel, das mir nicht gefallen will. Weil auch das in die Richtung geht, dass Dinge wie Spannung oder Coolness eher behauptet als erzeugt werden. Statt Dramatik lieber (vermeintlich) memorable Sprüche.

Fazit: Ich denke, wenn einerseits sehr vielversprechende Teile der Handlung sehr schnell runtergespult und andere Teile der Handlung für längere Zeit immer hinten angestellt werden, also nichts so wirklich parallel verläuft (die Horde kam in (2) Die Burg der Zeitlosen z.B. gar nicht vor und taucht hier auch nur zu Beginn einmal kurz auf), wird es möglicherweise eher ein Hin- und Hergespringe innerhalb der Gesamthandlung, ohne, dass es auch mal gewisse Ruhephasen gibt, oder eine Bedrohung wirklich entstehen, sich anbahnen kann (siehe auch z.B. Evil-Lyns Hexenkräfte in (2) Die Burg der Zeitlosen). Und wenn es dann immer noch gleich direkt auf Grayskull geht, statt vielleicht "erstmal kleinere, strategische Teilsiege" erzielen zu wollen, macht das auch die noch 27 kommenden Folgen keinen Spaß. Weil es dann einfach ein permanentes "Und jetzt wieder volle Pulle auf die Burg und anschließend wird die Burg dann zurückerobert" wäre, das nutzt sich schnell ab. Ich hoffe darum sehr, dass man sich zukünftig etwas mehr Zeit für das Aufbauen der Charaktere und ihrer Fähigkeiten lässt, zukünftig wichtige, vielversprechende Teile der Handlung nicht mal mehr oder weniger flott zusammenfassst. Mir ist bewusst, dass es keine leichte Aufgabe ist, verschiedene Quellen zu einer kohärenten Geschichte zu verquicken. Doch das gelingt ja bislang im Großen und Ganzen ganz gut. Es ist nur das Tempo und wie die Charaktere gezeichnet werden. Vieles passiert zu schnell und/oder wird nicht erklärt und/oder wird mir als etwas, das man einfach hinzunehmen hat, vorgesetzt.

PS: Der Kontrast der Rollen- und Personennamen im Inlay ist erneut nicht gut abgestimmt.


Meine Wertung: 60%
(Bemusterung erfolgt)

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09.08.2025, 10:43:52 (ZULETZT)
30.08.2025, 10:11:46 (JETZT)