www.Hoerspiel-Request.de

Das Rezensions-Archiv

<< < <1> <2> <3> <4> <5> <6> <7> <8> <9> <10> <11> > >>
Cover: Ein Mörder bei Madame Tussaud30.10.2014

[unbekannt]
(9) Ein Mörder bei Madame Tussaud (Erschienen: 2013)
Dauer: 55:52

Zu Beginn wird der Täter leider so schnell ermittelt, dass klar ist, dass van Dusen sich zunächst einmal irrt. Als das deutlich wird, geht der Fall erst richtig los.

Leider nur spricht der sympathische Hutchinson Hatch in seiner Eigenschaft als Erzähler zwei-, dreimal so offenkundig über Nebensächlichkeiten, dass man als Hörer/in nicht anders kann, als auf diese vermeintlichen Nebensächlichkeiten aufmerksam zu werden und sie direkt verdächtig zu finden. Einerseits gut, weil man so selbst auch etwas mitraten kann, anderereseits schade, weil van Dusen ohnehin wie üblich viele Dinge in Betracht zieht, die uns Hörer/innen erst genannt werden, wenn van Dusen sie in seiner Beweisführung erklärt; was dann dazu führt, dass man als Hörer/in da also ein Indiz hat, damit aber nichts anfangen kann, weil es zumeinst ohne Zusammenhang bleibt.

Das ist aber auch der einzige echte Makel an diesem ansonsten guten - und typischen! - van-Dusen-Fall. "Typisch" ist daher natürlich die Produktion. Nur wenige Effekte, es klirrt mal ein Glas, oder sowas, Musik gibt es beinahe gar keine - also ruht die Atmosphäre vor allem auf den Sprechern und Sprecherinnen, welche jene Atmosphäre allerdings problemlos zu tragen wissen. Im Besonderen die Szene mit der Telefonisten gefällt mir, weil Liane Rudolph-Amacha und Friedrich Bauschulte eine feine Nuance des "Wir tun mal so, als ob...!" einbringen - klasse.

Meine Wertung: 83%
Cover: Phonophobia - Sinfonie der Angst [DVD]16.10.2014

Die drei ???
Phonophobia - Sinfonie der Angst [DVD] (Erschienen: 2014)
Dauer: 5:00:00

Phew... Ich bin in einer seltsamen Lage. Ich beginne zuerst mal so: Die DVD/Blu-ray "??? - Phonophobia" ist gelungen. Die Boni sind super, vor allem natürlich der optional einschaltbare Audio-Kommentar (mit Jens Wawrczeck, Corinna Wodrich und Jan-Peter Pflug) zum rund zweistündigen Live-Event und das gut 40-minütige "Making of Phonophobia". Sehr informativ, wie immer bei den ???-Boni: Blicke hinter die Kulisse, ein wenig Alltag vom Tourleben... Und allein mit dem Bonus-Material kommt man auf gut 3,5 Stunden Film-Material. Also: Die DVD/Blu-ray "??? - Phonophobia" ist gelungen.

Aber die Show "??? - Phonophobia" ist schwierig zu bewerten. Das Negative: Was sich bei ...und der seltsame Wecker 2009, LIVE [DVD] schon andeutete, wird hier auf die Spitze getrieben. Man mag es als Publikum vor Ort vielleicht anders sehen, weil da das Happening als solches im Vordergrund steht, und man achtet viel mehr auf die Stimmung, freut sich darüber, dabei zu sein und so weiter... Aber sitzt man nicht im Publikum und betrachtet die Show im Nachhinein, ist die Sicht für das Gesamte viel deutlicher, weil hier der eigene Hype nicht über allem anderem steht. So kommt zum Beispiel kaum eine Szene ohne irgendeine Blödelei aus, die die einzelnen Szenen kurz unterbrechen, wie der Boy-Group-Tanz, die Fish-Eye-Kamera, die Schrottpresse... Dabei gibt es gelungene Dinge, wie die Schrottpresse oder die Seilbahn-Einlage, und Dinge, die von der Idee nett sind, aber vollkommen übertrieben wurden, wie die Fish-Eye-Kamera-Sache: Die ist die ersten 20-30 Sekunden noch nett, aber das Segment zieht sich über 5 Minuten hin!

Es gibt auch Elemente wie "Der Mund". Schauspielerisch (Traudel Sperber) und visuell wunderbar gemacht, aber Der Mund wirkt wie eine Star-Trek-Phantasie, die (zumindest noch?) nicht in unsere Zeit passt. Da fehlt mir einfach die Gutmütigkeit, das gelassen durchzuwinken, weil es unpassend, ja, übertrieben fortentwickelt wirkt. Denn man muss sich wundern: Da pocht Justus seit Dutzenden von Fällen darauf, dass es Dinge wie Geister und Magie nicht gibt und dass alles rational erklärbar ist, aber bei Der Mund wird das einfach hingenommen? Auch die Sinfonie der Angst selbst ist mir eine Spur zu hoch gegriffen. Es mögen bestimmte Emotionen bewusst oder unbewusst durch Farben, Gerüche, Klänge auslösbar/abrufbar sein, aber das Endsegment ist mir eine Spur zu dick aufgetragen. Man mag nun argumentieren, dass das Live ist, da muss man dicke Geschütze auffahren und so weiter, trotzdem kann ich nicht aus meiner Haut: Mir ist das viel zu viel.

Nun, nochmal was zu den "Gags". Das alles ist fast fast nie lustig. Bei ...und der seltsame Wecker 2009, LIVE [DVD] war's mir häufig schon viel zu albern und klamaukig, das wurde hier wieder zurückgefahren, vor allem die Sex-Kalauer, aber dafür bekommt man nun am laufenden Band "Gags", die offenbar nur um ihrer selbst willen vorkommen, einfach, weil man es kann. Ich jedenfalls musste allermeistens nicht einmal leicht schmunzeln - und das lag nicht daran, dass ich die Show von Anfang an hätte unlustig finden wollte. Ich für meinen Teil finde, die Macher und Macherinnen haben sich zu viele Gedanken gemacht, gerade weil die "Gags" erzwungen platziert sind. Lustig ist es nämlich immer dann, wenn die Sprecher/innen aus irgendwelchen Gründen mal kurz aus der Rolle fallen und deshalb eine ungezwungene Situationskomik entsteht. Der Rest besteht aus quasi vorberechneten Fan-Insidern, Reminiszensen, Anspielungen (wie Peter und Bob, die sich knutschen) und dergleichen - man merkt es auch daran, dass die Sprecher/innen geflissentlich und mittem im Dialog Sprechpausen einlegen, weil sie dem Publikum zumindest Gelegenheit bieten wollen, jetzt zu applaudieren oder zwischenzurufen. Es mag vielleicht für Live-vor-Ort-Publikum funktionieren, aber für Fernseh-Publikum - oder jedenfalls bei mir vor dem Fernseher - funktioniert es nicht. Ich bleibe also dabei: Die "Gags" sind nicht lustig und zu sehr gewollt, bei Master of Chess, LIVE & UNPLUGGED [DVD] und ...und der Super-Papagei LIVE [DVD] war mir der Humor viel lieber, vor allem, weil die Shows einfach nur das sein wollten, was sie auch waren (Live-Hörspiele), da war die gute Laune von ganz allein mit dabei und das führt automatisch zu einer amüsanten Atmosphäre und diversen Lachern.

Doch trotz der genannten Schwächen ist Phonophobia gut guckbar. Wobei einschränkend zu sagen ist: Die TV-Ausstrahlung unterscheidet sich gewaltig von der Veröffentlichung auf DVD und Blu-ray! Es ist immer dieselbe Show, aber im TV fehlen ziemlich genau 30 Minuten vom Gesamten. Und zwar nicht bloß mal hier ein Satz und da ein Satz, sondern teils fehlen ganze Segmente - wie das mit Fran an der Orgel - völlig, oder sie wurden stark gekürzt. Das mag wichtige, spezielle Gründe haben, die das TV-Wesen betreffen, aber ich schaute mir also zuerst die TV-Fassung an und fand "??? - Phonophobia" nicht gerade gelungen, um es vorsichtig zu formulieren: Alles wirkte wie eine einzige Unlustiger-Gag-folgt-auf-unlustiger-Gag-Veranstaltung, und aufgrund der Kürze, war fast jedes Segment wie durch irgendeine Einlage unterbrochen, sodass es sehr schwer war, der Story zu folgen, weil sie nicht stringent erzählt wurde. Jetzt, nach zweimaligem Gucken der DVD-Version, und ein weiteres, drittes Mal mit Audiokommentar, kann ich nicht anders, als meinen ersten Eindruck, fußend auf der TV-Ausstrahlung, zu revidieren. Die Show finde ich nach wie vor nicht großartig, denn die "Gags" sind einfach unlustig und gewollt, und einige Dinge, wie Der Mund oder die Sinfonie der Angst, sind über's Ziel hinausgeschossen, aber alles in allem geht die Show in Ordnung. Über die "Gags" kann man hinwegsehen, meistens jedenfalls, und die Story - auf DVD und Blu-ray! - nur für sich ganz allein, ist absolut nicht so konfus, wie es laut TV-Fassung den Anschein hat.

Wichtig zu erwähnen ist mir hierbei: Eine nicht sonderlich lustige Show mit zwar nachvollziehbarer, aber nicht sonderlich starker Geschichte, langt nicht aus, um "Geht in Ordnung!" zu sagen. Warum also geht sie in Ordnung? Wegen des Bühnen-Ensembles! Die sechs sind in Top-Form und allesamt Könner/innen. Rohrbeck, Wawrczeck, Fröhlich, Sperber, Fornaro und Krause zuzuhören und zuzugucken, ist eine Freude. Auch nicht unerheblich ist der durchaus angenehme Schnitt, denn hier wird nicht alle 1-3 Sekunden der Blickwinkel geändert, sodass eine hektische Sache daraus würde - nur bei der TV-Fassung hat man durch die allgemeine Verkürzung einige "sprunghafte Kamerawechsel" zu ertragen! Auch die Musik, die zu großen Teilen direkt von der Bühne aus live gespielt vorgetragen wird, gefällt mir, da sie nie zu präsent und außerdem gut arrangiert ist. Selbst die Leinwand im Hintergrund wird sinnvoll genutzt; auch hier ging man im Vergleich mit ...und der seltsame Wecker 2009, LIVE [DVD] wieder einige Schritte zurück.

Fazit: Ich empfehle den Kauf von "??? - Phonophobia" als DVD oder Blu-ray; vor allem die Boni lohnen sich. Die Show selbst ist ein Mischding: Story akzeptabel, Gags meistens nicht lustig, Sprecher/innen, Musik, Bühne und Schnitt wunderbar. Die TV-Fassung sollte man zumindest nicht als Gradmesser dafür nehmen, ob einem "Phonophobia" gefällt oder nicht, da sie zu sehr gekürzt ist und so die Schwächen der Show unterstreicht, ja, hervorhebt.

Meine Wertung: 80%
Cover: ...und das Phantom aus dem Meer05.10.2014

Die drei ???
(171) ...und das Phantom aus dem Meer (Erschienen: 2014)
Dauer: 1:07:20

Himmel die Berge, was für eine verworrene Kiste. Aaaaber man muss sagen, dass das nicht an André Minningers Buch-zu-Skript-Arbeit liegt, denn diese hat das Buch sogar noch verbessert, weil vieles daraus entfernt wurde; wie z.B. Peter, der mit einem Filmstar verwechselt wird und deshalb bei seiner Flucht vor den Fans beinahe in den Tod stürzt, aber sich an einem Baum hängend vor dem Sturz in die Tiefe bewahren kann, ruft dann allerdings nicht die Polizei oder Feuerwehr, sondern er tätigt - hängend! - ganze zwei Anrufe bei Justus und Bob. Was zum...???

Allerdings ist auch beim Hörspiel noch deutlich spürbar, wie konstruiert dieser Fall ist. Laufend tauchen bei dieser Geschichte entweder bereits bekannte oder neue Figuren auf, die plötzlich mit einer vermeintlich unerklärlichen Ungereimtheit daherkommen, nur, damit man als Hörer/in denken soll: "Ich will unbedingt wissen, wie's weitergeht!" Nur kommt dieses Gefühl einfach nie auf, stattdessen wundert man sich, wie - ich benutze den Begriff an dieser Stelle erneut - konstruiert das alles wirkt. Selbst der Aufhänger mit dem Phantom als solchem, das wie auf Stufen aus dem Meer steigt, wirkt zu keiner Zeit mystisch oder spannend, weil man direkt spürt, dass hier versucht wurde, einen Fall um ein unerklärliches Phänomen zu stricken, damit eine Stimmung wie bei den "guten, alten" ???-Klassikern aufkommen würde.

Wenn man dann aber die Auflösung hört, fühlt man sich betrogen, dass man viele Anläufe lang tapfer bei der Stange blieb, um dieses Durcheinander halbwegs nachvollziehen zu können, doch man bekommt später Zusammenhänge und Motive geboten, die für die Hörerschaft fast ausschließlich aus dem Nichts kommen, weil sie im Verlauf des Falls nicht genannt oder konkret angedeutet wurden. Erst seeehr gegen Ende baut sich das Tatmotivkonstrukt allmählich zusammen, aber das ist so spät, dass es dann auch egal ist.

Man hört also die ganze Zeit eine arg verbaselte Geschichte, kommt mit dem Nachvollziehen kaum hinterher - nicht, weil es so unerklärbar, aber spannend wäre, sondern weil es schlicht nicht nachvollziehbar ist, was genau mit wem wann passiert -, hält tapfer bis zum Ende durch, hat dort angekommen von nichts eine Ahnung, und dann werden laufend Dinge aus dem Hut gezaubert, von denen man vorher nichts gewusst haben konnte. Allerdings ist einem irgendwie auch egal, wenn man an dieser Stelle überhaupt merkt, dass hier aus dem Hut gezaubert wird, weil es genauso gut sein könnte, dass es zum Rest des Falls wunderbar passt, aber man zwischendurch einfach viel zu oft mit den Gedanken abschweifte und nur deshalb am Ende nicht mehr mitkommt.

Zuviele Personen, die irgendwie mit der Geschichte zu tun haben und deshalb quasi "wichtig" sind und die man sich darum merken sollte, zuviele zufällige Entdeckungen und Rückschlüsse, und - ich schrieb es bereits - man spürt sehr deutlich, dass aus einer im Kern einigermaßen simplen Story eine mit Absicht stark verkomplizierte Sache gestrickt wurde, damit immer wieder Cliffhanger zwischen den Kapiteln eingebettet werden können, die bei der Stange halten sollen.

Aber nichts davon erweckte in mir Spannung oder ausreichend Neugier, jetzt unbedingt erfahren zu wollen, wie das alles ausgehen wird. Man findet sich einfach damit ab, der Geschichte gerade nicht so recht zu folgen und stört sich ansonsten nicht weiter daran.

Die Produktion entspricht dem Körting-Standard. Alles klingt gut. Mit Ausnahme einiger Sprecher/innen, bei denen ihre Rollen, etwa "Jimmy Blue Eye", nach Schauspielerei oder teils auch nach Ablesen klingen. Wäre die Story insgesamt interessanter und nachvollziehbarer, wäre mir das vermutlich nicht unbedingt aufgefallen, aber irgendwann hört man nur noch irgendwelche Personen irgendwas sagen und dann bemerkt man solcherlei Dinge.

Meine Wertung: 40%
Cover: ...und die Entführung im Skigebiet29.09.2014

Fünf Freunde
(108) ...und die Entführung im Skigebiet (Erschienen: 2014)
Dauer: 53:26

Nee, das hier ist ein Satz mit X! Ein richtig laaanger und langweiliger sogar! Nach drei Hörversuchen gelang es mir endlich, der Story zu folgen und zu verstehen, was genau nun eigentlich los ist, denn ehrlich gesagt hört man immer nur den Jungen Fin, ab und zu seine Mutter und dazwischen jede Menge Skifahren.

Nimmt man es aber genau, arbeitet diese merkwürdige Monotonie sogar FÜR die Story, denn es gibt so manches, das für Kopfkratzen sorgt. So begreift man dann irgendwann doch mal, was los ist, aber fragt sich dann umso mehr, wie dieses und jenes sein kann.

Beispiel: Fin ist verschwunden, entführt - wie der Titel der Folge bereits sagt! -, und wird am Ende befreit. Und statt aber völlig durch den Wind zu sein, ist er urplötzlich quietschfidel, und seine Eltern haben ein mit der heißen Nadel gestricktes Heile-Welt-Ende, und die Familie ist wieder glücklich vereint? Wer soll das denn bitteschön glauben?

Anderes Beispiel: Warum will Fins Mutter nicht die Polizei rufen? Eventuell mag sie ihre Gründe haben, man wittert als Hörer/in natürlich eine unangenehme Scheidungsphase, aber dennoch, man ey! Da ist einiges im Argen und sie will einfach nicht die Polizei rufen? Selbst, als die Kids mit Fins Vater Kontakt hatten, und dieser sich mehr als nur komisch benimmt, denkt niemand mal darüber nach, dass da irgendwas nicht stimmen kann?

Noch ein Beispiel: Da hat jemand derbe Bauchschmerzen, aber außer den Fünf Freunden ist da sonst niemand auf der Skipiste, der helfen oder zumindest Hilfe herbeiholen könnte? Das führt zur nächste Frage: Warum haben die Fünf Freunde kein Handy/Smartphone, um zumindest zu versuchen, Hilfe zu rufen? Die Serie "Fünf Freunde" hat in den letzten Jahren vermehrt Themen der heutigen Zeit aufgegriffen, aber noch immer haben die Kids kein Handy? Wenigstens hätte man es doch so machen können, dass auf dem Abfahrtsgelände kein Empfang oder der Akku leer wäre, oder das Gerät ist irgendwie im Schneegestöber verloren gegangen - zumindest irgendeine doofe Erklärung, warum ein Telefonat gerade nicht möglich ist.

Der Fall bietet im Wesentlichen typische Fünf-Freunde-Kost, aber er wirft mit nicht beantworteten Fragen nur so um sich, und auch die Fünf Freunde selbst benehmen sich allzu häufig nicht so, wie man es von ihnen kennt. Das wäre zu ertragen, wenn es irgendeinen Sinn machte, aber dem ist nicht so.

Wenigstens technisch ist alles in Butter. Sprecher/innen, Musiken und so weiter - wunderbar. Insgesamt nur kommt mir zu wenig Winterfeeling auf. Das heißt, es fehlt mir das Gefühl von Schnee und klirrender Kälte, das beim Hören einfach nicht aufkommen will.

Meine Wertung: 56%
Cover: Die blauen Schafe von Artelsbach17.09.2014

Ein Fall für TKKG
(188) Die blauen Schafe von Artelsbach (Erschienen: 2014)
Dauer: 55:40

Bis vor wenigen Jahren waren TKKG-Geschichten oft so gestrickt, dass wir nur noch den Genoven zuhörten und Tim alles und jeden mühelos niederstreckte. Nicht zu vergessen, dass Tim immer jeden noch so losen Zusammenhang direkt erkannte. Das nervte mich oft.

Mittlerweile sind TKKG wieder anders - und das lobte ich häufig. Diese Folge geht aber einen seltsamen Weg. TKKG sind mir zu kindisch, zu brav. Schwer, das zu erklären. Aber wie TKKG in dieser Folge gezeichnet sind, erinnert mich das ganz stark an alte Fünf Freunde. Dieses "Packen wir's an!"-Ding fehlt, das - in Ermangelung eines besseren Wortes - "Draufgängerische", wenn man so will.

Auch der Rest des Falls schmeckt irgendwie nach den älteren "Bibi Blocksberg" (so die Folgen um 20-40 ungefähr). Die Ermittlungen sind keine Ermittlungen, sondern eher 2-3 simple Beobachtungen, und der Fall für sich mag eine schwerwiegende Tragweite in sich bergen, doch sie kommt nicht sonderlich zum Vorschein. Alles wirkt eher wie "Wer kann es wie und warum gewesen sein?", nur nicht TKKG-like, sondern Bibi-like. Im Besonderen das Ende klingt wie eben eines dieser genannten Blocksberg-Enden, bei denen sich später plötzlich alle wieder ganz doll lieb haben, die Unstimmigkeiten sind ganz vergessen und man hält umso stärker zusammen.

Dagegen ist im Grunde nichts einzuwenden, denn gegen eine "Heile Welt" habe ich überhaupt nichts, doch dieser TKKG-Folge fehlt an allen Ecken und Kanten die Legitimierung, als TKKG-Folge durchgehen zu können. Es gibt die typische Titelmelodie, die vier Protagonisten werden mit Tim, Karl, Klößchen und Gaby angesprochen, aber das war es auch schon. Der Rest befasst sich mit dem Leben "verschrobener" Dörfler. Und dazu tragen auch die Namen bei, wie "Bauer Butzmann", "Bauer Weidinger", "Josephine Unstern"...

Es ist schlicht nicht möglich, Personen, die diese Folge nicht kennen, zu erklären, was für eine Atmosphäre man beim Hören wahrnimmt, aber "Die Blauen Schafe von Artelsbach" klingt wirklich wie eine Mixtur aus (ganz alte) Fünf Freunde und (ziemlich alte) Bibi Blocksberg. Dass eben jene Wahrnehmung entsteht, scheint Absicht, denn wie aus einem Ratgeber für Pädagogen entnommen ist etwa die Szene, in der TKKG beschließen, mit Xaver zusammenzuarbeiten, was "TKKG+X" genannt wird, dazu der "Das ist ein Fall für TKKG"-Ausruf, und im Anschluss direkt die Titelmelodie... ...kitschiger geht's kaum noch.

Alles das könnte man allerdings wohl noch verkraften, wenn die Story spannend und unterhaltsam wäre. Aber allzubald wird klar, dass der vermeintliche Täter nicht ins Bild passt und dass darum eigentlich nur jemand anderes es gewesen sein kann, der zwar schön im Hintergrund gehalten wird, aber das so auffällig, dass man mehr als nur ahnt, wer es wirklich war.

An der Produktion ist per se nichts zu bemängeln, außer, dass diese das Fünf-Freunde-meets-Bibi-Blocksberg-Ding unterstreicht. Das liegt selbstverständlich vor allem an der Location, schließlich sind wir auf dem Lande und darum häufig auf Bauernhöfen oder in Kneipen, und darum passt die Geräusch- und Klangkulisse perfekt. Dennoch trägt diese Ländlichkeit sehr dazu bei, dass die ohnehin stark nach Alle-ham-sich-lieb-Pädagogik schmeckende Geschichte durch jede Menge Friede, Freude, Eierkuchen einfach nicht wie ein spannendes Jugendabenteuer wirken will...

Meine Wertung: 58%
Cover: Straße des Grauens01.09.2014

Die drei ???
(170) Straße des Grauens (Erschienen: 2014)
Dauer: 1:20:16

Tja, Straße des Grauens - welche Straße, bitteschön? Es geht zu keiner Zeit um irgendeine Straße im Speziellen. Oder ist eine metaphorische Straße gemeint, eine Art Abenteuer-Pfad, sozusagen...?

Vermutlich ist wohl zweiteres gemeint, aber auch dann geht mir das Kosmos'sche Titelschema echt wirklich und wahrhaftig auf den Wecker. Müssen denn echt dauernd solche Titel vergeben werden, Kosmos? Immer nur Grauen, Schrecken, Horror, Todes-Irgendwasse... Das NERVT!

Nun, zum Inhalt! Das Hörspiel basiert natürlich wie immer auf dem gleichnamigen Buch, allerdings hat Minninger hier einige Dinge spürbar... hmmm, sagen wir mal... abgemildert. Beispiele? OK! Im Buch will Peter mit den neuen Ausweisen erstmal kräftig einen heben, im Hörspiel will er die Ausweise nutzen, um Horrorstreifen zu gucken, die für sein eigentliches Alter sonst nicht geeignet wären. Dann die Szene, in der Justus mit vorgehaltener Pistole droht - im Hörspiel hört man nur, wenn auch eher hintergründig, wie entsichert/geladen wird, und Justus dabei Informationen fordert. Eine zweite, sehr ähnliche Szene folgt später nochmal, in welcher der Ganove meint, Justuts hätte eh kein Mittel, ihn zum Sprechen zu bringen, und woraufhin Justus - im Hörspiel - den Ganoven eher genervt und flehend fragt, was genau eigentlich los ist, und der Ganove antwortet einfach so und erklärt alles detailliert. Kennt man das Buch, bemerkt man die "Abmilderung" deutlich, aber im Hörspiel kann man sich nur fragen, warum der Ganove erst feixt und dann ohne Angabe von Gründen plötzlich doch alles erzählt... Das kann man alles natürlich so und so sehen, aber ich finde diese Dinge nicht sooo wahnsinnig schlimm - im Gegenteil, wenn ich drüber nachdenke, kann man argumentieren, dass Justus im Hörspiel mehr er selbst ist, als er es im Buch ist.

Sieht man von dieserlei Dingen ab, wurde das Buch aber doch ziemlich akurat übernommen - da spricht auch die Spieldauer von 80 Minuten wieder eine deutliche Sprache (siehe auch (169) Die Spur des Spielers), denn selbst die Titelmelodie am Anfang blendet nach ca. 15 Sekunden direkt aus, und gekürzt wurde das Buch recht wenig. Nichtsdestotrotz bleiben einige Dinge im Hörspiel enthalten, bei denen man sich fragt, was da bei den drei ???, vor allem Justus, im Kopf vorgeht. Reynolds wurde entführt, schön und gut, Bob später auch noch, in Ordnung, aber Justus dreht im Buch fast völlig ab und im Hörspiel ist er zumindest immer noch gewillt, das Gesetz zu übertreten, weil er lieber die Regeln bricht, statt Reynolds' Leben zu gefährden.

So gesehen macht das Hörspiel einen seltsamen Spagat. Dass das Buch nämlich ein Experiment wagt, ist einerseits in Ordnung, andererseits nicht unbedingt in allem geglückt, aber durch die Abmilderungen bleibt im Hörspiel von diesem Experiment nur noch das Grundgerüst übrig, bei dem die eigentliche Motivation der drei ??? über den üblichen detektivischen Eifer zwar hinausgeht, aber weitestgehend unverständlich ist. Justus knallen im Buch gewissermaßen die Sicherungen durch - das ist seltsam und untypisch, aber immerhin eine Art Motivation. Im Hörspiel ist davon kaum was zu merken - was also treibt Justus an?

Ist man als Hörer/in aber entgegenkommend und denkt sich das alles selbst zusammen und berücksichtigt, dass Minninger das Hörspiel eventuell einfach nur kinderfreundlicher machen wollte, muss man zugeben, dass das zugrundeliegende Abenteuer soweit gelungen ist.

Gerade die erste Stunde ist fast durchweg interessant und spannend - um gegen Ende hin einen alten Bekannten serviert zu bekommen. Umso mehr schade ist dann, dass man diesen Bekannten nicht so sieht, wie man z.B. einen Hugenay sieht. Den kennt man, der ist präsent - und das nicht nur am Ende einer Folge. Hier aber erinnert man sich zwar an diesen alten Bekannten einer vergangenen Folge, aber wenn man es genau nimmt, hätte es genauso gut irgendein x-beliebiger Untergrundboss sein können, der hinter allem steckt. Ganz einfach, weil das Profil, die Charakterzüge, die Persönlichkeit dieser Person, einfach nicht zum Tragen kommen. Wenn Kari Erlhoff (Autorin des Buches) hier also eine Art zweiten Hugenay in der Serie etablieren will - was ich absolut in Ordnung fände! -, dann sollte sie diese Person deutlicher zeichnen und mehr von dessen wahrer Motivation und ihren Methoden in einen Fall einbeziehen, denn es ist nun der zweite Fall, wo besagte Person auftaucht und hinter allem steckte, aber es ist das zweite Mal, wo es keinen Unterschied macht, welcher Verbrecherboss es war - weil man diese Person schlicht und ergreifend nicht genug kennenlernt, da sie ansonsten nicht in den Fallverlauf involviert ist.

Die Produktion ist gewohnt "Körting". Nichts zu meckern. Alles sitzt und passt hervorragend. Auch die Sprecher/innen machen ihre Jobs wunderbar, und als Randnotiz sei auf altbekannte Größen wie Peter Lakenmacher und Henry König hingewiesen. Sie haben nur kleine, kurze Auftritte, aber das langt schon, um sich darüber zu freuen, dass man sie hören darf.

Summasummarum: Ein Hörspiel mit kleinen Story-Schwächen beim Hörer/innen-Verständnis für die Motivation diverser Rollen in bestimmten Szenen, doch kann man sich das meistens selbst dazudenken und die Sache ist in Ordnung. Gute Folge, kaufen!

Meine Wertung: 80%
Cover: Der Meister-Zauberer18.08.2014

Masters of the Universe
(32) Der Meister-Zauberer (Erschienen: 1987)
Dauer: 45:45

Ich finde die Grundidee, die letztlich zur Rettung Eternias führt, sehr geil - also das mit den sogenannten Trickbällen -, doch verstehe ich einiges nicht. Die Bälle fliegen also von selbst, schön und gut. Aber auf welche Weise fliegen sie? Sind es kleine Flugaparate, also sowas wie Modellflugzeuge? Und wie werden diese Bälle aktiviert? Ich meine, fliegen sie unentwegt, oder werden sie durch irgendwas zuerst noch aktiviert? Denn beim Jonglieren wirft man einen Ball von einer Hand in die andere, dann gehen sie hoch, fallen in einer Art Kreisbewegung wieder herab, etc. Wie also wissen die Bälle, wie sie in welchem Augenblick zu fliegen haben? Werden sie elektrisch/mechanisch, magisch oder telekinetisch gesteuert? Oder haben diese Bälle quasi die Fähigkeit, zu erahnen, was man nun von ihnen verlangt? Ich wundere mich nämlich darüber, wie Orko seinerseits die Bälle an sich nehmen und zum Beispiel unter seinem Mäntelchen verstecken konnte, um mit ihnen zu beamen, ohne dass die Bälle fliegen oder schweben. Und wieso weiss oder ahnte Orko, dass er vier Bälle zum Beamen benötigt, statt vielleicht 2 oder 6? Einfach mal ausprobiert und Glück gehabt? Naja, ich gebe zu, man könnte auch schlicht sagen: "Was soll's, es sind magische Bälle, leb' damit und fertig!". Trotzdem schade, dass man sich als Hörer/in allzu oft mit "Denk Dir die Unstimmigkeiten irgendwie selbst zurecht!" abgespeist wird.

Bas Erwähnen der Charakter-Unstimmigkeiten in dieser Doppelfolge, will ich auch hier nicht außen vor lassen, denn ich finde den Einsatz von Douglas Welbat als Jongleur, der ansonsten immer den Mekaneck innerhalb dieser Hörspielreihe sprach, verwirrend. Welbat macht das natürlich wunderbar, aber seine Stimme ist einfach so sehr mit Mekaneck verwoben, dass mich das durchaus ein wenig stört - ähnlich ist es ja mit dem Priester aus (2) Das Todestor (Christian Rode, der ja sonst immer Beast Man sprach).

Und auch Multi-Bot wird gleich zweimal aus dem Kontinuitätsstrang geworfen. So wird er also bereits in (29) Das ewige Feuer erwähnt, taucht dann in (31) Die Pyramide der Unsterblichkeit plötzlich als neuer Charkater auf, weil das Universum, aus welchem er stammt, stirbt, doch in diesem Teil der Doppelfolge erklärt er, er wäre gekommen, um Skeletor zu helfen. Man könnte mit Wohlwollen allerdings behaupten, das Universum lag zwar im Sterben, und weil er nun schon mal fliehen musste, schlug Multi-Bot zwei Fliegen mit einer Klappe und kam eben auf Eternia, um Skeletor zu helfen.

Also gilt auch jetzt, was ich bereits für (31) Die Pyramide der Unsterblichkeit schrieb: Wenn man eh schon eine Doppelfolge schreibt und produziert, dann kann und sollte man besser darauf achten, welche Charaktere und Sprecher/innen man einsetzt!

Insgesamt bringt "Der Meister-Zauber" den Zweiteiler mehr als nur zufriedenstellend zum Ende. Alles in allem geht es unterhaltsam und spannend weiter, ohne dass man auf Logiklöcher stößt, sofern man vom Charakterwirrwarr absieht und das mit den Trickbällen als "It's magic!" abhakt, was in einer Fantasy-Welt nicht GAR zu schwer fällt...

Das Zitat der Folge kommt von Orko: Geduld ist, wenn man einen Wasserhahn solange zudreht, bis er kräht!

Meine Wertung: 90%
Cover: Die Pyramide der Unsterblichkeit18.08.2014

Masters of the Universe
(31) Die Pyramide der Unsterblichkeit (Erschienen: 1987)
Dauer: 45:17

Diese Doppelfolge (31 und (32) Der Meister-Zauberer) ist an und für sich sehr gelungen und ich habe an der Rahmenhandlung eher wenig zu kritisieren, lediglich, dass man etwas genauer hätte erklären können, wie und von wem genau King Hiss die Information erhielt, dass Unsterblichkeit möglich sei. Er bezieht sich lediglich auf "einer unserer Spione verriet mir". Außerdem interessant ist noch, wie dieser Spion an diese Information gelangte. Hat Prinz Adam überall im Palast Plakate aufgehängt und darauf verkündet, es gäbe ein tolles Buch in der Bibliothek, das Skeletor auf keinen Fall in die Hände fallen dürfe? Wie genau also dem Spion diese Info zugespielt wurde, hätte man ruhig in wenigen Sätzen in die Geschichte einbringen können.

Merkwürdig finde ich auch, dass Man-at-Arms meint, Hordak und die anderen hätten sicher nicht die Absicht gehabt, jemanden zu verletzen. Und wieso sollte Hordak den Angriff in die Länge ziehen? Offenbar waren er und seine Mithelfer doch in der Überzahl und He-Man war auch nicht zu sehen, da hätten sie doch kurzen Prozess machen können, vielleicht sogar müssen, denn ob es das Buch nun gäbe oder nicht, eine solche Chance, den Masters großen Schaden zuzufügen, gab es vermutlich noch nie. Und um die Bibliothek kümmert sich dann erst recht niemand, wenn man sich um die Verletzten und sonstigen Schäden hätte kümmern müssen. Hier finde ich darum äußerst seltsam, dass Hordak und Co. wohl ganz bewusst nur zum Schein angriffen, denn das macht schlicht keinen Sinn. So oder so: Sie hätten in jedem Fall einen "richtigen Angriff" starten können, um von Skeletor und den anderen abzulenken.

Doch auch in Bezug auf die Charaktere gibt es mehrere Unstimmigkeiten. Evil-Lyn beispielsweise taucht einmal in (13) Skeletors Sieg auf, und erst jetzt noch einmal in der ersten Hälfte dieser Doppelfolge. Ich habe nichts gegen Evil-Lyn, und ich hätte sie sogar gern viel häufiger gehört, aber ihr Auftritt wundert mich dennoch, zumal sie ja sogar ein Teil der Covergestaltung ist. Merkwürdig ist das eben deshalb, weil sie zwar mit Skeletor, Hordak und Co. von Anfang an dabei ist, alles plant und durchführt, aber ab Beginn von (32) Der Meister-Zauberer ist sie auf einmal spurlos verschwunden und stattdessen ist dann urplötzlich Stinkor mit dabei - obwohl von ihm vorher nie die Rede war, hat nur in der Tunnelgleitszene zu Beginn einige wenige und kurze Sätze und verstummt danach für den Rest der Folge.

Ebenso erklärt der Erzähler, dass auch Kobra Khan mit an Skeletors "Sterbebett" stünde. Er wird nur hier einmal kurz genannt, spricht aber in der gesamten Doppelfolge keinen einzigen Satz, beziehungsweise wird danach nie mehr erwähnt. Wenn man also schon eine Doppelfolge schreibt und vertont, wieso achtete man nicht stärker auf die Charaktere, die genannt werden und/oder Sprechrollen haben?

Für die Kontinuität gilt ähnliches auch für Multi-Bot, der bereits in (29) Das ewige Feuer - neben Leech, Modulok, Mantenna und Dragstor - von Grizzlor zu sich gerufen wird, um die Fright Zone zu verteidigen, doch hier wird er plötzlich als Wesen beschrieben, dass vermeintlich von Orko hergezaubert wurde und das zuvor noch nie jemand gesehen haben will. Zu erwähnen ist dann noch Mantisaur, der zum einzigen Mal in dieser Folge zu hören ist; er wird in der Sprecher/innen-Liste des Hörspiels nicht offiziell aufgeführt, aber sein Sprecher ist Wolf Rathjen. Dies ist deutlich an einzelnen Phrasierungen, der Atmung und natürlich eben an der Stimme zu erkennen; auch, wenn Herr Rathjen sie sehr verstellt.

Doch sieht man davon ab, und das ist nicht sonderlich schwer, weil die Story einfach unterhaltsam und spannend ist, kann man nicht viel mehr kritisieren. "Die Pyramide der Unsterblichkeit" ist eine sehr gelunge Hörspielfolge mit für die Story fast keinen Logiklöchern, doch das Drumherum, also vor allem die Sprecher/innen und Charaktere, kann bisweilen etwas verwirren...

Das Zitat der Folge kommt von Skeletor: Ich spüre den Tod bereits. Er klopft mir auf die Schulter.

Meine Wertung: 89%
Cover: Die Spur des Spielers04.07.2014

Die drei ???
(169) Die Spur des Spielers (Erschienen: 2014)
Dauer: 1:21:50

Ich staunte, als mein CD-Player beim ersten Einlegen die Spieldauer der CD anzeigte: Beinahe 82 Minuten! Wow! Europa hat eine neue Bestmarke für die Spieldauer einer Einzelmedium-Folge vorgelegt. Aber sind 82 nicht viel zu viel? Wie oft schon habe ich bei Einstündern moniert, es wäre langweilig, zu sehr in die Länge gezogen, die unnötigsten Stellen wurden drinbelassen, während die besseren gestrichen wurden...? Würde dieses Hörspiel bei mir an seiner Länge scheitern? Nein! Der Zweifel wich in dem Augenblick, als ich beim Anklingen der Titelmelodie das Inlay überflog: "Erzählt von André Marx"! Mit einem Mal waren meine Bedenken wie weggewischt. Selbst eine für Marx-Verhältnisse schlechte Geschichte wäre immer noch gut genug, dass man zumindest beim ersten Mal gern zuhört.

Und so war es dann auch tatsächlich. "Die Spur des Spielers" gefällt mir außerordentlich gut - so gut, dass ich nach dem ersten Durchlauf, noch während die Titelmelodie im Abspann lief, gleich wieder zurück zu Track 1 sprang, um von vorn zu beginnen - und dann dasselbe nochmal, sodass ich mir drei Durchläufe auf einen Sitz gönnte. Marx schafft es einfach immer wieder, auch beiläufige Dinge so zu platzieren, dass man sie entweder als beiläufig wahrnimmt, oder man davon ausgeht, dass mehr dahinter steckt, und am Ende entpuppt es sich als etwas ganz anderes. Auch Dinge, bei denen man hinterher meint: "Man, war doch logisch, warum ist mir das nicht gleich aufgefallen!?", gibt es bei einigen seiner Geschichten. Ferner sind seine Fälle stets logisch, nachvollziehbar und nicht so mit Charakteren überfrachtet, dass man die Übersicht dabei verlöre, nachzuvollziehen, wer jetzt wie zu wem steht und wer da jetzt gerade spricht...

Und "Die Spur des Spielers" macht hier keine Ausnahme. Es geht gleich interessant mit einer Versteigerung los, und ehe man sich's versieht, steckt man mitten in einem Fall, der trotz seiner Spieldauer keine spürbaren Längen hat, sondern interessant und recht spannend bleibt. Und schwupps ist man am Ende des Falls und die Lösung wird präsentiert. Marx-üblich fällt der eigentliche Beweggrund etwas detaillierter aus, aber für die eigentlich Lösung ist das irrelevant, weil man selbst ohne die übergenaue Schilderung der Zusammenhänge ausreichend im Bilde ist.

Aber genug von Marx, kommen wir zu Körting, Minninger und Osten: Top! Gott sei Dank keinerlei Patzer auf dem Tonträger - und das sogar trotz (technischer) Überlänge! - oder in der Produktion. Die Musik gefällt mir sehr gut, und selbst die kleinen, nicht direkt wahrnehmbaren Hintergrunddudelein passen toll ins Gesamtbild, wirken anfangs aber ungewohnt, denn sowas kam bei "Die drei ???" ja bislang nie vor. Der Rest ist ebenfalls wunderbar mit Effekten und Klängen unterlegt - es passt ganz einfach alles.

Und die Liste mit den Sprechern und Sprecherinnen schlägt in dieselbe Kerbe. Insgesamt klingen alle Dialoge sehr natürlich und es gibt keinerlei Overacting. Illustre Namen wie Nicolas "Nico" König, Wolf Frass, Monika Werner - und... Trommelwirbel... Astrid Kollex (DANKE, Europa, schön, sie nach so langer Zeit mal wieder zu hören!) finden sich hier ein. Nicht zu vergessen, dass Stephan Schad, Holger Mahlich und sogar Karin Lieneweg und Andreas Beurmann ihrerseits ebenfalls wunderbar sprechen. Selbiges gilt auch für Tim Helssen und den Ullmer-Kids - aber bei ihnen hört man phasenweise ein gaaanz kleinwenig das Schauspielern heraus, aber das wird mit der Zeit sicher noch besser, darum ist das kein echter Kritikpunkt, sondern eher der klägliche Versuch, über diese Folge zumindest ETWAS "Negatives" zu berichten. :)

Fazit: Ist "Die Spur die Spielers" bei all den positiven Worten das beste ???-Hörspiel aller Zeiten? Nein, das wohl nicht, aber in meine persönliche ???-Top-15 gehört es definitv. Es wurde hier einfach so viel richtig und - wie ich finde - nichts falsch gemacht...

PS: Herr Marx muss bitte wieder mehr ???-Fälle beisteuern und Frau Kollex ruhig auch wieder öfter mitsprechen! :)

Meine Wertung: 90%
Cover: ...im alten Turm09.06.2014

Fünf Freunde
(9) ...im alten Turm (Erschienen: 1979)
Dauer: 41:07

"Im alten Turm" ist eine polarisierende Folge. Die Einen finden sie aufgrund ihrer Atmosphäre schlichtweg unschlagbar, die Anderen lassen kein gutes Haar an ihr und nahezu alles ist großer Mist. Woran es liegt, weiss ich nicht, aber zumindest mich polarisiert diese Folge nicht. Ich finde sie "ganz gut" und sehe gute wie auch schlechte Eigenschaften.

Am meisten bleibt mir nur immer wieder im Gedächtnis haften, wie die Mutter abgeht und betont, ihre Tochter hätte die Peitsche verdient. Und wie reagieren die vier Kids? Sie geben der Frau recht und bekräftigen indirekt sogar, dass dieses Mädchen es irgendwie verdient hätte. Da kann ich auch nach dem tausendsten Mal des Hören immer nur den Kopf schütteln. Alte Zeiten hin oder her, erzieherische Maßnahmen ja oder nein - DAS ist ziemlich harter Tobak.

Naja, wer sich überwinden und das beiseite hieven kann, bekommt ein in der Tat sehr atmosphärisches Hörspiel, das die Creme de la Creme der deutschen Stimmen zu bieten hat. Die Story für sich ist wie eh und je relativ flach und verläuft wie alle anderen der ersten 21 Fünf-Freunde-Abenteuer...

Meine Wertung: 70%
Cover: ...und ein Zigeunermädchen09.06.2014

Fünf Freunde
(8) ...und ein Zigeunermädchen (Erschienen: 1979)
Dauer: 36:01

Schön, dass Alexandra Wilcke wieder mitspricht, zwar ist weitaus zahmer als in (6) ...helfen ihrem Kameraden und ihre Rolle ist auch nicht unbedingt unerheblich, aber trotzdem ergibt der Titel überhaupt gar keinen Sinn, weil es im Kern um etwas völlig anderes geht, als um ein Zigeunermädchen. Man könnte den Titel höchstens so interpretieren, dass hier die fünf Freunde UND ein Zigeunermädchen als Team arbeiten, um ein Abenteuer zu lösen. Doch auch DANN gäbe es gewiss treffendere Titel für das achte Hörspielabenteuer.

Wenngleich, das muss man schon zugeben, die ersten 21 Fünf-Freunde-Abenteuer allesamt nach demselbem Schema laufen, und inhaltlich ohnehin alle Abenteuer beinahe gleich verlaufen. So finden auch hier wieder fast alle Zutaten wieder, lediglich geschmuggelt wird nicht.

Meine Wertung: 60%
Cover: ...und die Nacht im Safari-Park09.06.2014

Fünf Freunde
(107) ...und die Nacht im Safari-Park (Erschienen: 2014)
Dauer: 54:19

Fünf-Freunde-typisch beginnt alles zunächt harmlos, baut sich bald einigermaßen spannend auf und am Ende geht natürlich alles gut aus. Zu bemängeln habe ich nur, dass der Elefant zu stark geschärfte Sinne hat, doch was ich damit im Einzelnen meine, lasse ich an dieser Stelle aussen vor, um nicht zuviel zu verraten, denn soooo wahnsinnig schlimm ist es auch wieder nicht - unnötig ist es dennoch, das möchte ich betonen. Doch so oder so - aufgewogen wird das ohnehin, durch diverse Hinweise hier und dort, wie sehr und warum Tierdressur schaden kann, was ich sehr begrüße.

Soweit also alles im grünen Bereich und Fünf-Freunde-Freunde können bedenkenlos zugreifen.

Meine Wertung: 77%
Cover: GPS-Gangster05.05.2014

Die drei ???
(168) GPS-Gangster (Erschienen: 2014)
Dauer: 1:17:35

Herrje, ist das verwirrend. Man bekommt zwar die gröbsten Fakten rund um das Geocaching genannt, aber wie das wirklich funktioniert, muss man entweder schon wissen oder sich irgendwie anders selbst zusammensuchen. Begriffe wie Koordinaten, Tracker, Cache und Stash fallen, aber wie wendet man die Koordinaten mit den GPS-Gerät an? Wie findet man sich zurecht? All das wird einfach vorausgesetzt. Somit hört man diese Dinge und findet sich beim Hören damit ab, dass sie halt auf irgendeine Weise verflixt wichtig sind. Justus ist sich sonst auch nie zu schade, selbst die simpelsten Kleinigkeiten zu erläutern, aber hier wird permanent mit Vokabeln hantiert, deren Bedeutung doch wohl zumindest in einem "Für die Hörer auf die Schnelle"-Crashkurs erklärt werden könnte.

Und zu alldem Gewirr kommt eine verquirrlte Story mit vielen Figuren, von denen die meisten einen sehr kurzen Part einehmen. Wieso hier wer irgendwas tut und warum und wieso, das erfährt man zwar, doch braucht es 2-3 Anläufe, bis man wirklich durchblickt, wer jetzt zu wem gehört und wer was getan hat, denn wenn man die Stimmen und Namen immer nur mal so knapp nebenbei hört, bleiben sie kaum im Gedächtnis, werden sie später aber erneut genannt, weiss man schon gar nicht mehr, wer das jetzt war und wie er/sie zu wem stand. Besonders flach ist allerdings die tatsächliche Auflösung um das "Warum das Ganze?", denn das hat viel von Telenovela-Simplizitität. Nicht, dass gegen "romantische Beweggründe" was zu sagen wäre, doch wenn jemand so derbe "Beklemmungen" hat, also, naja... da passt die Art und Weise, wie alle anderen bei der Auflösung darauf reagieren, kein bisschen. Schließlich und endlich war das, was da alles gemacht wurde, auch nicht gerade astrein.

Dass außerdem wichtige Fakten für die Hörerschaft nicht sichtbar sind, sondern nur von Justus, ohne irgendjemanden darüber in Kenntnis zu setzen, festgestellt und am Ende aus dessen Hut gezogen werden, sorgt für weitere Unbefriedigung. Und wenn Justus dabei erwähnt: "Mir ist das schon letzte Woche [...] aufgefallen!" fehlen einem die Worte. Denn so wirkt die vermeintliche Überraschung über die Täter-Person und ihrer Motive kein Stück, weil man ohnehin bei fast allem im Dunkeln tappt, bzw. der Geschichte wegen mangelnder Stringentheit nicht folgen kann. Da bemerkt man den "Überraschungseffekt" überhaupt nicht. Dass dazwischen auch noch Rätselpassagen eingestreut sind, die bei ihrer Auflösung Koordinaten preisgeben, habe ich zuerst gar nicht bemerkt, zumal die Rätsel gleich bei Entdeckung ohne Umschweife geknackt werden.

Allgemein ist mir außerdem aufgefallen, wie oft diverse Sprech-Passagen abgelesen klingen, gerade die beiden männlichen Rodman-Rollen bieten hier ein Paradebeispiel, weil sie einigermaßen häufig zu hören sind. Und selbst die von mir so gern gehörte und rar gewordene Gabi Libbach ist nicht bei jedem ihrer Sätze in Bestform. Auch, und gerade deshalb, klingen die letzten 5 Hörspielminuten affektiert und unnötig pathetisch: Sie triefen vor Telenovelaklischees und man merkt, wie die Augen das Textblatt zum Einsprechen fixieren. Keine gute Kombination. ...und wenn dann wieder mal ein Schnittfehler zu hören ist - weil Justus zweimal hintereinander im exakt selben Tonfall "Inspektor Cotta!" antwortet - ich dachte zuerst, mein CD-Player würde springen, aber nein, auch auf dem PC dasselbe und die CD war in tadellosem, fabrikneuen Zustand -, dann ist das sowas wie das I-Tüpfelchen für den "Keine sonderlich gute Folge"-Eindruck, der durch teils zu laute und teils zu leise Passagen auch noch bestätigt wird.

Fazit: Das war wohl nichts. Der Story ist kaum zu folgen, das Trendthema ist für Nicht-Englischkundige und/oder Geocaching-Unwissende nicht klar nachzuvollziehen, die Auflösung des Falls ist keine wirkliche Auflösung, weil man die ganze Zeit eh nur Fragezeichen im Kopf hat und man mit der Auflösung umso weniger anfangen kann. 78 Minuten lang eine solch verworrende und oft als abgelesen erkannbare Mixtur, dazu der "doppelte Cotta"... *kopfschüttel* ...wieso bemerkt das beim Pre-Masteringprozess niemand? So oft schon wurden essentielle oder einfach nur tolle Buch-Passagen für das Hörspiel überkomprimiert oder ganz gestrichen, obwohl auf dem Tonträger noch ausreichend Platz gewesen wäre, aber hier füllt man eine CD komplett bis zum Rand mit diesem Murks...

PS: Findet noch jemand, dass "Nicola Melissian" (siehe Sprecherliste) sehr wie "Frau Körting mit mehr Höhen" klingt?

Meine Wertung: 31%
Cover: ...und das geheimnisvolle Polarschiff22.04.2014

Fünf Freunde
(106) ...und das geheimnisvolle Polarschiff (Erschienen: 2014)
Dauer: 56:41

Ein wenig künstlich geht es im 106. Hörspiel der fünf Freunde zu. Schon bei den allerersten Hörspielen in den 70ern wirkte mir das unbefangene Lachen und Tollen der Kids irgendwie aufgesetzt, aber immerhin war die Zeit, in der die Geschichten eigentlich spielten, ziemlich hart, da freute man sich wahrscheinlich über etwas heile Welt.

Doch hier sind mir Julian, Dick, Anne und George am Anfang wirklich etwas zu fröhlich, denn die neueren Hörspiele finden ja durchaus in der heutigen Zeit statt - und dann so dermaßen aus dem Häuschen zu sein? Hmm, naja, ok, etwas kindliche Abenteuerlust soll ruhig mitschwingen, ich drücke mal ein Auge zu, aber dass die Kids noch nie einen Dudelsack sahen? Und dass Schotten keine Röcke sondern Kilts tragen, wussten sie auch noch nicht...? Sicher, vielleicht wissen die Zuhörer es nicht, aber dann hätte man die Dialoge auch etwas umstricken können, sodass nicht vermittelt wird, Julian, Dick, Anne und George wüssten es ebenfalls nicht, stattdessen hätte man sie es den Zuhörern erklären lassen können.

Ein netter Bonus, wenn man so will, ist, dass der Song von Gwen Leo-Allen am Ende der Folge nochmal in voller Länge zu hören ist. So kann man ihn bequem überspringen, wenn man ihn nicht hören will, oder aber ihm in aller Ruhe lauschen.

Ansonsten gibt es nicht viel zu erwähnen. Wie immer ist alles ein klitzebisschen konstruiert, ab und an hilft der Zufall auf die Sprünge, doch ansonsten bekommt man eine hübsch abenteuerliche, einigermaßen Spannende Geschichte mit einem interessanten Twist am Ende geboten, die wie üblich hervorragend bis in die Soundeffekte vertont wurde.

Meine Wertung: 73%
Cover: Ausspioniert!11.04.2014

Ein Fall für TKKG
(187) Ausspioniert! (Erschienen: 2014)
Dauer: 1:03:22

An sich 'nen echt guter Fall für den Millionenstadt-Vierer. Stringente Story, gute Produktion (Körting eben!) und so weiter und so fort...

Aaaaaber menno, was man da aus Karl macht, das passt mir gar nicht. Ich hörte "Ausspioniert!", als plötzlich die Rede davon ist, dass Karl sich doch mal ins Netzwerk von Herrn Sauerlichs Firma einhacken könnte, um zu erkennen, ob sich Datenspione breitmachten. Na klar! KARL! Ein dreizehnjähriger, zugegebenermaßen intelligenter, fähiger, computeraffiner Junge, hackt sich in ein Firmennetzwerk ein und scannt das Netzwerk, ja sicher! Ist ja auch ein Kinderspiel - jeder könnte das. Ich ahnte an dieser Stelle schon was - und leider bewahrheitete sich meine Ahnung. Karl hackt sich also ein, und prüft offenbar einen einzigen PC auf Trojaner! Wie bitte? Selbst, wenn er alle PCs gescannt hätte, was haben Trojaner damit zu tun? Sicher, es KÖNNTE ein Trojaner gewesen sein, aber jemand, der professionell Datenspionage betreibt, wird vermutlich mehr machen, als einen offensichtlichen EXE-File in den Autostart zu pfuschen. Wie sonst soll ich mir erklären, dass Karl nach Trojanern sucht? ...und wie schnell das bei ihm ging. Sowas kann Stunden oder gar Tage dauern. Zig Rechner im Gebäude, Firewalls, Logs, Protokolle, Backups, Portsniffer, Paketfilter, und ich weiss nicht, was noch alles, kann man überprüfen. Und es gibt da noch zig andere Wege, wenn man wirklich gut ist, einen PC von außen lockerflockig auszuspionieren. Zum Beispiel kann man auch eindringen, sich dann fleißig umgucken, ein paar Daten kopieren/auslesen und wieder abhauen. Dazu braucht man nicht zwangsweise einen Trojaner. Ferner könnte ein Trojaner sich auch einfach selbst wieder löschen.

Aber gut, ich will hier nicht den IT-Profi raushängen lassen. Doch, wie geht es weiter? Karl findet also nichts und DARUM ist für alle sonnenklar, dass es keinen Hacker gibt oder gab, die Daten müssen auf andere Weise durchgesickert sein. Öhm... Natürlich, das ist vollkommen logisch! *hüstel*

Desweiteren, etwas später im Hörspiel, kapern TKKG einen verdächtigen Laptop. Der war selbstverständlich nur auf Stand-By, sie klappen ihn auf und sofort sieht man den Desktop. Was? Es wird kein Passwort verlangt? Ja, ok, man kann das Betriebssystem so einstellen, aber wer professionell Daten stiehlt, sollte nicht so leichtfertig mit seinen Daten umgehen - und wird das vermutlich auch nicht tun. Hier hat der Autor den Kommissar Zufall echt zu sehr walten lassen.

Moment! Der Autor! Da waren doch in der jüngsten Vergangenheit schon mal zwei Fälle von TKKG, wo mit dem Thema Computer irgendwas nicht so ganz koscher war! Und richtig, die Folgen (179) Abzocke im Online-Chat und (185) Der unsichtbare Dieb stammen vom selben Autoren. Lieber Herr Autor, bitte kriegen sie ihre Computer-Fakten besser auf die Reihe, denn gerade, wenn man als Hörer/in etwas von der Materie versteht, kann man nur den Kopf schütteln. Wären es Randfakten, meinetwegen, ok, aber es sind oft ja Dinge, die den Fall in eine bestimmte Richtung gehen lassen und DANN wird's einfach hakelig.

Und tja, was soll ich sagen: Hätten TKKG einfach von Herrn Sauerlich versichert bekommen, man hätte die gesamte IT-Ebene nach allen Regeln bereits ohne Spuren durchkämmt, wäre ich als Hörer zufrieden gewesen, aber dass Karl sich 1-2 Stunden an einen PC hockt, keine verdächte Datei/en findet und darum meint, dass da nie was gewesen wäre, ist wirklich schwach. Auch das mit dem Laptop hätte man eleganter erklären können. Somit vermasselt sich das Hörspiel durch diese wirklich lahmen Erklärungen seine gute Note von selbst, weil alles andere echt gut kommt und ohne sonstige Schwächen erzählt wird. Es ist nur, wie man computerseitig an notwendige Rückschlüsse gelangt ist. Hmm, wobei, als Klößchen meinte, ER könnte genauso gut an der Misere schuld sein, und wie er das erklärt, ist doch gar nicht soooo weit hergeholt. Zumindest in Betracht ziehen hätte man das können, statt gleich zu behaupten, dass das alles Unfug sei.

Als Bonus obendrauf freue ich mich tierisch über Peter "Tri-Klops" Lakenmacher, der mal wieder in einer Europa-Produktion mitwirkt. Auch Henry König und Brigitte Böttrich sind bei mir stets gern gehörte Gäste. :) Eine Gnaden-60%, um meinen guten Willen zu zeigen.

Meine Wertung: 60%
Cover: ...und das magische Spinnennetz26.02.2014

Fünf Freunde
(105) ...und das magische Spinnennetz (Erschienen: 2014)
Dauer: 52:59

Ein "magisches" Spinnennetz? Übersinnliches oder Aberglaube? Am Ende doch nur ganz rational erklärbar? Letzteres trifft zu, und innerhalb der Geschichte wird auch nie der Verdacht erhoben, dass da irgendwas magisches involviert sei, im Gegenteil, Onkel Quentin erklärt fast zu Anfang, was genau es damit auf sich hat. Dennoch schade, dass auch "Fünf Freunde" sich dem Trend von Euphemismen im Titel so allmählich anzunähern scheint.

Doch betrifft dieser kleine Rüffel ganz allein den Titel, denn im Grunde mag ich das 105. Abenteuer für die Kirrin-Kids sehr gern. Auch Onkel Quentin ist etwas mehr er selbst, also etwas ruppig im Umgangston, allerdings wirkt er hier für die Hörerschaft durchaus verständlich genervt, statt wie damals oft unausstehlich ekelig und fast reichlich egozentrisch. Daher mein Lob vor allem an Gordon Piedesack, der meiner Meinung nach der bessere Onkel Quentin ist. Allerdings unterläuft Onkel Quentin, oder, naja, eigentlich ja doch eher Katrin McClean (Autorin) ein Fehler, denn ein Spinnennetz besteht nicht aus einem einzigen Faden. Das hat Peter Lustig uns schon vor Jaaaahren beigebracht! :)

Aber naja, drücken wir ein Auge zun, weil der Rest einfach passt: Ich am Enemble dieser Folge nichts zu bemängeln, selbiges gilt für Musik und Soundeffekte. Kurzum: Das "Team Körting" hat's also immer noch drauf.

Darum kann ich auch nicht wirklich viel zu diesem Hörspiel schreiben. Rundum sehr, sehr ordentlich, erfahrene Hörer/innen ahnen natürlich bald, dass da jemand ein doppeltes Spiel treibt, aber das stört die geile Atmosphäre überhaupt nicht...

Meine Wertung: 75%
Cover: ...und das blaue Biest24.02.2014

Die drei ???
(167) ...und das blaue Biest (Erschienen: 2014)
Dauer: 1:11:43

Eine Geschichte, die schön flott erzählt wird. Zwar gibt es keine wirklich spannenden Szenen, sodass selten Fahrt aufgenommen wird, aber es gibt dafür auch keine Hänger oder Logiklöcher.

Seltsam mutet nur das namensgebende "blaue Biest" an, dass irgendwie wenig mit dem Fall zu tun hat. Sicher, es spielt durchaus eine Rolle, allerdings eine sehr untergeordnete. So untergeordnet, dass man das Biest komplett aus der Folge streichen könnte, ohne, dass es etwas am Fallverlauf ändern würde - das ist im Buch allerdings auch so. Im Buch wird aber wenigstens sehr deutlich gemacht, dass das blaue Biest keine simple Verkleidung oder irgendein optischer Trick ist, sondern es werden massig Dinge ausgeschlossen, die die Erscheinung des Biests umso unerklärlicher machen. Im Hörspiel wird lediglich von Andy 2-3x bekräftigt, dass es sich seiner Meinung nach wirklich um eine riesenhafte Katze handeln müsse. Das bedeutet, im Hörspiel wird das blaue Biest noch nebensächlicher, als es eigentlich eh schon ist.

Doch sieht man davon einmal ab, bekommt man einen gutklassigen, homogenen ???-Plot geliefert, mit massig Referenzen zu Film und Theater, wie Star Wars, Star Trek, Spiderman und so weiter und so fort. In diesem Zusammenhang möchte ich aber auf die Figur der Alyssa eingehen. Ich erwähne oft, wie sehr Hörspielskrpite in wichtigen Details von ihren Büchern abweichen und dass mich das bisweilen stört. Hier hat André Minninger beim "Verhörspielen" allerdings die Szenen mit Alyssa eins zu eins belassen, wie sie im Buch auch waren - und das hätte in diesem Fall echt nicht sein müssen. Alyssa ist mir zwei, drei Spuren zu schrullig und schräg - ich empfinde die Szenen, in Buch und Hörspiel, mehr als nur seltsam UND sie bringt die Geschichte selbst im Grunde kein Stück voran. In diesem Zusammenhang hätte Minninger das Ganze ruhig gern auf das Allernötigste beschränken können: Bob trifft zufällig auf Alyssa, die ist redselig und erzählt dem charmanten Bob alles, was er wissen will.

Ich bin mir bewusst, dass jemand wie Alyssa in den Klassikerfällen gar nicht aufgefallen wäre, denn da gab es tonnenweise Leute mit komischen Ansichten, Hobbies und Verhaltensweisen. Aber hiervon hat sich "Die drei ???" in der Zwischenzeit einfach zu sehr wegbewegt. Doch bleiben wir bei "Klassikerfällen", denn diese Geschichte baut minimal auf (4) ...und die schwarze Katze, wenn man so will. Wir treffen Andy Carson wieder und erkennen ihn sofort an seiner Stimme und seiner markanten Art, Worte zu betonen wieder, denn erfreulicherweise hat Europa Stefan Schwade ein weiteres Mal für ihn gewinnen können. Und obwohl viiiiiele Jahre seit damals vergingen, hört man nur wenig heraus, dass Herr Schwade nicht mehr in dem Alter von Anno '79 ist.

Als Gag am Rande wird die Figur "Tarzan" von Sascha Draeger gesprochen. Auffällig ist aber, dass er in "seiner Szene" nur wahnsinnig wenig spricht und etwas zu aufgesetzt klingt.

Letztlich verbleibt es bei diesem Hörspiel aber, wie ich eingangs erwähnte, bei einer insgesamt guten Folge, was neben den den guten Effekten auch durch die durchweg sehr guten Sprecher/innen-Leistungen und tollen Musiken erreicht wird. Lediglich für Darth Vader hätte man vielleicht Rüdiger Schulzki rekrutieren kriegen können - da er ja auch schon häufiger für Europa im Einsatz war. Aber naja, für die 1-2 Sätzchen ersah man das wohl nicht als erachtenswert, was ich absolut nachvollziehen kann; auffällig ist es in diesem Moment dann aber dennoch. :)

Meine Wertung: 77%
Cover: Das Rätsel der Sieben21.02.2014

Die drei ???
Das Rätsel der Sieben (Erschienen: 2014)
Dauer: 2:41:12

Eine Überraschung sind die Verwirklichungen von Konzepten wie "Das Rätsel der Sieben" mittlerweile ja nicht mehr - in den letzten Jahren gab es sowas häufiger mal, gerade bei den ???. Ideen, die innerhalb des regulären Laufs einer üblichen ???-Folge nicht denkbar wären, werden auf diese Weise umgesetzt. So kommt es zu einem Tag, der dreimal anders abläuft (...und der dreiTag), zu Ersterscheinungen vergangener Klassiker (Brainwash - Gefangene Gedanken & Co.) und so weiter...

Mit "Das Rätsel der Sieben" wurden, wie bei ...und die Geisterlampe, Kurzgeschichten umgesetzt. Jede dieser Geschichten steht für sich ganz allein, dauert im Schnitt 20 Minuten und bietet jedes Mal etwas anderes, mit einer Ausnahme: Immer geht es irgendwie um die Zahl 7 - direkt oder indirekt.

Im Wesentlich laufen die Geschichten aber doch gleich ab: Man bekommt kurz und knapp den Aufbau geschildert, also das, worum es geht, und dann hört man in restlichen ca. 12-15 Minuten mehr oder weniger den Showdown. Das funktioniert erstaunlich gut und tatsächlich ertappt man sich selbst oft dabei, mitzuüberlegen, wer es wie oder warum gewesen, beziehungsweise, was dahinter stecken sein könnte.

Nur gibt es leider auch 2-3 Geschichten, um nicht zu spoilern, verrate ich jetzt keine Details, bei denen hört man direkt raus, worum es mit sehr, sehr hoher Wahrscheinlichkeit geht und dass das, was quasi augenscheinlich abläuft, nur ein Missverständnis sein kann, nein, muss. Ferner liefern die Listen mit den Rollen und Sprechern/innen im Inlay, die zu jeder Folge stets separat genannt werden, manchmal starke Rückschlüsse darauf, wer die Täter/in ist, beziehungsweise, wer es ganz sicher nicht ist.

Ganz besonders gelungen finde ich die Idee von Hendrik Buchna, dessen Grundidee für "Bobs schwerste Stunde" eigentlich nur eine Lapalie behandelt, aber die Hörer/innen dazu anregt, anhand von kleinen Rätseln oder Hinweisen zu überlegen, welcher vergangene ???-Fall jeweils gemeint sein könnte. Ich habe nach jedem Rätsel oder Hinweis immer gestoppt, überlegt, mich festgelegt und dann erst weitergehört. Nicht, dass es für die Geschichte wichtig ist, denn Justus, Peter und Bob kommen natürlich auch immer von selbst auf die Lösungen, aber dennoch ein sehr schöner Einfall, der ruhig noch einige Minuten in diesem Schema hätte weitergehen können. Dass dann die Auflösung geradezu lächerlich ist, ist absolut unwichtig, denn es geht rein um den Selbstzweck der Rätsel-oder-Hinweis-führt-zu-???-Fall-Konstrukte.

Eine nette Sache ist auch, dass vermehrt mit Meta-Botschaften und Insider-Gags gearbeitet wird, denn hier klappt das erstaunlich gut, weil es fast nie forciert wirkt, wie etwa bei (159) Nacht der Tiger, wo Bob (Andreas Fröhlich) seine Stimme verstellt, und Justus merkt dann an, das klänge ja wie Gollum. Nein, hier geschieht es auf andere Weise, wie "Die rote Sieben", wo der Kapitän von Horst Naumann gesprochen wird (welcher ja laaaaaange bei "Das Traumschiff" mitwirkte).

Lediglich die Geschichte "Bis um sieben zurück" will sich mir nicht überhaupt gar nicht erschließen. Die Idee ist gut, aber in 20 Minuten lässt sich sowas nicht plausibel umsetzen und erklären, sodass klar ist, dass das lediglich ein Experiment ist, ein Autorinneneinfall, der sich beim besten Willen nicht in einen Standardfall umsetzen ließ, weshalb man kurzerhand einen Minifall daraus bastelte. Das ist in Ordnung, aber Bobs Ohnmacht kann niemals einen Bezug dazu haben, dass da etwas scheinbar Unerklärliches abgeht, denn selbst Bob weiss, dass er ausrutschte und eigentlich nur "träumend" auf dem Boden liegt...

Alles in allem kann man "Das Rätsel der Sieben" doch als gelungen ansehen. Zwar ist da noch viel Luft nach oben bei den Geschichten, doch im Gegensatz zu ...und die Geisterlampe empfinde ich das Gesamtpaket als viel runder und gelungener.

Zum Eindruck mag aber auch beitragen, das will ich gern zugeben, dass sehr, sehr viele alte Europa-Musiken zum Einsatz kommen, gerade die bei mir Hoch im Kurs stehenden Orchesterstücke finden viel Verwendung. Noch dazu hört man massig Bekannte, die heute eher selten dabei sind, wie eben Horst Naumann, Henry König, Regina Lemnitz, Ben Hecker, Michael Grimm, Stefan Brönneke... Schade aber, dass bei "Bobs schwerste Stunde" niemand der genannten Personen aus den alten Fällen zum Zuge kommt, der Erzähler erklärt kurz, die drei ??? riefen dortunddort an und fasst den Gesprächsverlauf nur kurz zusammen, wie cool wäre es gewesen, die zugehörigen Sprecher/innen noch mal zu hören, vor allem bei den ganz alten Fällen? Lediglich bei "Die verschwundene Torte" kommt tatsächlich jemand altbekanntes hörbar zum Einsatz...

Empfehlung von mir; keine Super-mega-tipp-topp-auf-jeden-Fall-kaufen-muss-Empfehlung, aber eine "geht mehr als in Ordnung"-Empfehlung allemal.

Meine Wertung: 80%
Cover: Die schlafende Chinesin19.02.2014

Ein Fall für TKKG
(186) Die schlafende Chinesin (Erschienen: 2014)
Dauer: 1:06:22

Die Folge missfiel mir beim ersten Mal Anhören doch sehr - obwohl ich es nicht begründen konnte. Doch von Mal zu Mal wich der negative Eindruck um einige Nuancen - und pendelte sich dann auf meiner nun gefestigen Meinung ein.

Dennoch heißt das nicht, dass die Folge durch und durch super ist. Sie geht durchaus in Ordnung, hat aber an diversen Stolplern zu knabbern. Gleich zu Anfang kommt eine absolut spannende Szene, die vom Erzähler stimmungsvoll dargeboten wird. Man hat den Eindruck, Klößchen versuche über einen Internatsflur zu flitzen, um wieder ins Adlernest zurück zu gelangen, oder zu einem Fenster, um aus dem Internat herauszukommen. Und das hat mächtig eingestimmt auf: "Yeah, sauber, eine Internatsszene!". Doch dann stellt sich allzubald heraus, dass Klößchen lediglich keinen Bock hatte, seiner Tante zu begegnen, die gerade die Sauerlichs besucht, weil Klößchen seine Tante total nervig findet. Vielleicht ist es engstirnig, aber diese Auflösung der Szene sorgt bei mir jedes Mal auf's Neue für Missstimmung - und das gleich direkt am Anfang. Na, vielen Dank auch!

Dann, um bei der Tante zu bleiben: Ja, viele Kids sind von ihren Anverwandten genervt, man mault über sie, macht sich über ihre Eigenheiten lustig und ist froh, wenn sie wieder weg sind. Aber wie oft kann man solche Szenen in einem Hörspiel bringen? Wie häufig müssen wir als Hörer ertragen, dass Klößchen die Tante nachäfft, überdeutlich betont, sie sei gar nicht seine echte Tante, sondern er nenne sie nur "Tante"? Es gibt kaum eine Szene im Hörspiel, in der nicht wenigstens ein Hinweis auf diesen Umstand erfolgt. Das ist schlicht ermüdend. Realismus hin oder her, in einer Geschichte von Pi-mal-Auge einer Stunde Spielzeit fällt eine solche Häufigkeit einfach ins Gewicht und wird anstrengend.

Und dann schon wieder eine "Gefangen im Bunker"-Aktion. Lieber Himmel, wie oft wurden TKKG - oder Teile davon - in letzter Zeit eigentlich in Bunker, Verliese oder Hütten eingesperrt? Und immer gab es dann doch noch irgendeinen glücklichen Umstand, sodass sie mehr oder weniger sofort wieder herauskamen. Doch dann geht ausnahsweise überhaupt nichts mehr, und Oskar, ein spürsinnlich nicht ausgebildeter und körperlich nicht gerade gut trainierter Hund, rennt viele Kilometer durch die Stadt, bellt sich heiser, und rennt dann dieselbe Strecke auch noch wieder zurück? Zugegeben, nicht völlig unmöglich, dennoch entbehrt es einer gewissen unfreiwlligen Komik nicht.

Und da musste ich einfach an Lassie denken. Lassie: "Wuff, wuff, kläff!" Timmy: "Was sagst du, Lassie? Opa hat sich bei einer Schlägerei im Saloon den rechten, großen Zeh verstaucht? Der Arzt war schon da und hat gegipst, aber auf dem Rückweg ist Opa beim Humpeln dann einen Hang hinabgestürzt? Und jetzt liegt er bewusstlos auf dem Boden? Und dann haben Passanten ihm auch noch die Taschen geleert? Ja, ich komme sofort und rette ihn!" Als Glockner die Vier dann zurechtweist, von wegen gefährlich und so, kommt mal wieder Tim, macht auf easy, leiert ein paar Fakten runter und Glocker ist beruhigt? Danach machen TKKG natürlich locker weiter, obwohl Glockner ihnen einschärft, das Haus nicht zu verlassen - darauf pfeiffen TKKG natürlich. Glockner mag ja ein guter Polizist sein, aber als Rolle der Vaterfigur muss ich mich fragen, wieso Gaby nicht suizidgefährdert ist, denn die kann machen, was sie will, ohne, dass sie irgendeine Konsequenz zu fürchten hätte. Glockner gibt ständig sofort nach - oder hat der seine Sorgen nach 5 Minuten immer gleich wieder vergessen? Als TKKG noch unter Wolfs Fuchtel waren, war man daran gewöhnt und nahm es meistens einfach hin, aber jetzt ist die Serie TKKG etwas anders, "kindlich-jugendlicher", nenne ich es mal, und es ist immer noch dasselbe Spielchen?

Und unter diesem Aspekt wirkt die "Bunker-Szene" reichlich albern, denn Glockner ist hier letztlich nichts anderes als ein Türöffner - da hätte man sich die gesamte Szene auch schenken können - oder Tim tritt die Tür einfach ein. Noch dazu diese Lassie-Anleihen... Da wäre mir fast noch lieber gewesen, Karl hätte mit dem Handy einfach Hilfe gerufen.

Nimmt man das alles mal beiseite, geht dieser Fall aber in Ordnung. Er ist nachvollziehbar, schlüssig und bietet eine Wendung, die man zwar erahnen kann, aber die man auch nicht unbedingt direkt auf dem Radar hat. Auch die Musik ist super, die Atmosphäre klasse und die Sprecher/innen klingen wunderbar.

Nur, wenn man TKKG schon anpasst, moderner und "realistischer" macht, dann bitte einerseits im rechten Maß, und andererseits bei den damals immer so oft kritisierten Dingen, nicht unverändert belassen.

Meine Wertung: 70%
Cover: ...und die brennende Stadt03.02.2014

Die drei ???
(166) ...und die brennende Stadt (Erschienen: 2014)
Dauer: 1:07:23

Ich habe das Hörspiel nun einige Male gehört und weiss immer noch nicht, wie ich dazu stehen soll. Schön ist zum Beispiel, dass Wolfgang Draeger mit dabei ist, als Kommissar Reynolds, versteht sich. Doch den Fall, den er den drei ??? anbietet, durschaut man bereits, wenn Reynolds zu Anfang gerade erklärt, worum es geht: Sein Bruder war immer das schwarze Schaf der Familie, lernte dann eine Frau kennen, überfiel kurz darauf eine Bank, kam ins Gefängnis, verriert seinen Komplizen nie - und nach seiner Haftstrafe waren er und seine Frau weiterhin ein Paar. Jetzt die Quizfrage: WER war wohl der Komplize? Direkt beim ersten Mal Anhören wird klar, wie der Hase läuft.

Reynolds liest außerdem einen Brief vor, in dem es grob heißt, wenn Reynolds was an seinem Bruder läge, würde er auch dem Rätsel (seines Bruders) nachgehen - dumm nur, dass das Rätsel mal wieder zu kryptisch ist, dass kein normaler Mensch dahinterkommen könnte. Dabei muss ich wieder zugeben, von einem Detail angetan zu sein, denn der Dreh mit den Elfen ist eine grandiose Idee gewesen.

Die Idee, recht wenige Szenenwechsel zu machen, gefällt mir außerdem, zumal ich "Laber-Folgen" an und für sich sehr gern mag, selbst, wenn sie, wie hier, an der 70-Minuten-Marke kratzen würden. Es ist nur so, dass diverse Szenen mitunter 10-15 Minuten dauern, was eigentlich auch in Ordnung wäre, wenn man eben nicht von Reynolds direkt erklärt bekommt, was quasi des Rätsels Lösung ist, bzw. der Rätseltext nicht wieder Mal wie ein Mittel zum Zweck anmuten würde. Hinzu kommt, dass bei dieser Länge auch nicht genug Verdächtige mitmischen, was die Sache mit dem Komplizen von Reynolds Bruder nur noch eindeutiger macht.

Die Atmosphäre hat das Körting'sche Team wunderbar eingefangen. Man "hört" sozusagen die Einsamkeit von Centralia - weshalb ich theoretisch auch die langen Laber-Szenen diese Folge im Grunde gut und sehr spannend fände - wenn man nicht eh schon wüsste, was los ist. Musikalisch ist ebenso alles in Butter.

So verbleibt mit "Die brennende Stadt" ein besseres ???-Hörspiel der aktuellen Epoche, schade nur, dass sie so offensichtlich und stellenweise unnötig retro-aufgesetzt wirkt (Rätseltexte).

PS: Mir hätte es hier besser gefallen, wenn Reynolds, um seiner Polizisten-Ehre willen, einfach nur "den Schatz" seines Bruders finden wollte, für den er Hinweise in einem Brief fand, den der Bruder einst seiner Frau schickte, als er im Gefängnis saß, oder sowas. Dann wäre vieles kaum ins Gewicht gefallen.

Meine Wertung: 69%
Cover: Erpresser fahren Achterbahn06.01.2014

Ein Fall für TKKG
(156) Erpresser fahren Achterbahn (Erschienen: 2007)
Dauer: 50:07

Dies ist es also, das allererste TKKG-Hörspiel, dass nicht von Stefan Wolf verfasst oder zumindest als Buch vorbereitet wurde. Und man merkt den Unterschied sofort. Keine Böse-Buben-Dialoge mehr, die wir unendlich lange belauschen, sondern wir hören TKKG, wie sie ermitteln, die Gangster sind nicht sowieso schon direkt unsympathisch und verdächtig, und wir bekommen sogar ein kleinwenig Internats-Atmosphäre serviert.

Vielleicht liegt es daran, dass man von TKKG, bedingt durch die letzten Dutzend Hörspiele, ohnehin nicht so wirklich was besonderes erwartet, aber trotz dieser eben genannten durchaus positiven Änderungen, kommt "Erpresser fahren Achterbahn" nicht so recht in die Pötte. Mein nicht schlechter Eindruck lebt fast allein davon, dass "Erpresser fahren Achterbahn" nicht mehr mit den Hauptproblemen der vorherigen Folgen zu kämpfen hat, und dass gerade das Rummelplatz-Feeling gut rüberkommt.

Weiterhin diverse Kleinigkeiten, wie Kommissar Glockner, der mal wieder einen etwas längeren Sprecheinsatz hat, die, wenn auch seltsam reingequetscht wirkend, mal wieder auftauchende Frau Klamm, die streitbare Lehrerin aus (2) Der blinde Hellseher, oder liebgewonnene Helden und Heldinnen wie Utz Richter (hier als Lutz Richter im Inlay!), Traudel Sperber, Wolf Frass, Nico König oder eben auch Edgar Bessen. Alles nette Boni, die dem Gesamteindruck zuträglich sind.

Fazit: Das 156. reguläre TKKG-Hörspiele ist sicher kein Hit, aber es geht aufgrund seiner Kardinalfehlervermeidungen und gewohnt guten Produktion ganz gut durch's Ohr.

Meine Wertung: 73%
Cover: ...und die Jagd nach der Diebesbande23.12.2013

Fünf Freunde
(104) ...und die Jagd nach der Diebesbande (Erschienen: 2013)
Dauer: 59:15

Der doch eher nicht sehr aussagekräftige Titel dieser Folge verspricht eigentlich nicht viel Spannung; auch der Kladdentext reißt es nicht raus. Geht man nämlich nach den Titeln, müsste eigentlich jede Fünf-Freunde-Folge "...finden die geheime Höhle", "...fangen die Schmuggler" oder "...jagen die Diebe" heißen; denn nichts anderes tun sie ja in 98% ihrer Fälle.

Aaaaaaaber, dieses Hörspiel entpuppt sich dann als weitaus unterhaltsamer, abenteuerlicher und spannender; Gott sei Dank! :) Die Fünf Freunde jagen nämlich beileibe nicht einfach so irgendwelche Diebe, sondern befinden sich sozusagen auch selbst in deren Fängen und... naja, hört einfach selbst! :) Mir gefällt übrigens ganz besonders, dass dieses Fünf-Freunde-Abenteuer noch in anderen Dingen etwas aus dem Rahmen fällt, denn wie die Kids es schaffen, die Diebe dingfest zu machen, ist durchaus glaubhaft und nicht so einfach vorherzusehen. Und wenn der Fall dann gelöst ist, kommt eine plötzliche Wendung ins Spiel und die Sache geht weiter...

Wunderbar auch die Sprecher und Sprecherinnen, die sich durch die Bank keinerlei Blöße geben, was nicht leicht ist, wenn anderhalb Dutzend Personen in knapp einer Stunde Hörspiel zu hören sind, denn da kann man leicht mal durcheinander kommen, wer jetzt gerade wen spricht. Also super! ...und die Musik mitsamt Effekten sind vom selben Schlag.

Einfach ein gut produziertes, spannendes Hörspiel, das ruhig auch Nicht-Fünf-Freunde-Sammer/innen mal hören können, da keinerlei Vorkenntnisse über die Serie notwendig sind.

Meine Wertung: 85%
Cover: Im Schatten des Giganten10.12.2013

Die drei ???
(165) Im Schatten des Giganten (Erschienen: 2013)
Dauer: 1:09:57

Puuuuuh... Wieder mal ein Titel, der eine Banalität aufbauscht. Sicherlich, einen großen Berg als Giganten zu bezeichnen, ist nicht weit hergeholt, aber der Berg hat im Grunde genommen eher wenig mit dem Fall zu tun. Mensch, echt, Kosmos, seid doch da endlich mal kreativer, oder sollte ich vielleicht lieber sagen: "Seid weniger kreativ!"...?

Leider hört es aber nicht beim Titel auf, denn beim ersten Hören flutschte das Hörspiel total an mir vorbei, weil bereits im ersten Drittel mehr als deutlich wird, wie der Hase laufen wird: Steven redet keinen Unfug und an seiner Sache ist was dran. Die Erwachsenen beachten es nicht, aber Justus, Peter und Bob - und natürlich wir Hörer/innen -, wissen sofort, dass das der eigentliche Aufhänger der Story ist.

Auch Randy, der immer mal wieder erwähnt, dass ihm da so einiges sehr schräg vorkommt, wird von seiner Mutter kein Stück ernst genommen. Somit ist doch eindeutig, dass Randys und Stevens Aussagen eigentlich wichtig für den Fall sind - zumindest sehen wir Hörer/innen das so.

Auch wird rasch deutlich, was - zumindest ungefähr! - die Gründe für all die Vorkommnisse in der letzten Zeit sind. Es ist einfach nicht gelungen, diese Dinge so zu platzieren, dass man als Hörer/in nicht sofort aufmerksam wird und alles umgehend in Frage stellt.

Und dann, beim zweiten Hören, wird neben all den offensichtlichen Dingen auch noch deutlich, dass einiges im Fall beinahe schon an Absurditäten grenzt. Das offensichtlichste Beispiel: Steven erzählt tagein, tagaus merkwürdige Dinge, schießt sogar auf einen Menschen, malt äußerst bizarre Bilder und was tut die Mutter? Überhaupt keinen Finger rührt sie. Der Junge ist halt anders als die anderen und dann braucht man auch keinen Pfifferling darauf geben, was er sagt oder tut. Erst am Ende wird ihr urplötzlich klar, dass sie ihren lieben Kleinen total gern hat und dass es nichts wichtigeres für sie gibt - wie kann dieser gemeine Kerl nur sowas mit ihrem Steven tun? Sie möge ihn doch so sehr und er könne ihr doch alles sagen, wie sie dann am Schluss nochmal beteuert.

Doch nicht nur das: Die Figur des Steven ist im Grunde irrelevant für den Fall, denn alles, was er tut, ist mehr oder weniger, Anderen mit "seltsamem Zeug" in den Ohren zu liegen, während es Randy und die drei ??? sind, durch die sich der Fall aufklärt. Würde Steven in dieser Geschichte völlig fehlen, würde das absolut nichts verändern. Die Motive nicht, die Taten nicht, die Entdeckungen von Randy nicht, die "Ermittlungen" der ??? nicht... Allerdings sind das ohnehin keine echten Ermittlungen, weil Justus, Peter und Bob streng genommen immer nur zufällig zur rechten Zeit am rechten Ort sind.

Ich könnte hier jetzt noch zig weitere Spoiler reinpfeffern, aber ich unterlasse das mal, denn ich denke, die hier genannten Schnitzer unterstreichen meine Wertung mehr als ausreichend, bzw. der Rest (z.B. mit der Presse und so weiter) ist so ersichtlich, dass ich das hier nicht auch noch groß breittreten muss.

Das war leider wieder nichts. Dabei ist das nicht Europas Schuld, denn die Produktion ist super, im wunderbaren Ensemlbe tummeln sich illustre Leute wie Henry König, Katja Brügger, Marek Harloff, Detlef Bierstedt und Rüdiger Schulzki und alles sitzt, passt, wackelt und hat Luft.

Meine Wertung: 57%
Cover: Der unsichtbare Dieb09.12.2013

Ein Fall für TKKG
(185) Der unsichtbare Dieb (Erschienen: 2013)
Dauer: 1:01:39

An und für sich eine gut gemachte Folge, aber dann, so ab der zweiten Hälfte, wird's mir zu aufgesetzt; in Bezug auf das Familiendrama (Karls Vater ist irgendwie verdächtig, Karl aber glaubt bedingungslos an ihn) und die Auflösung des Falls. Ich warne vor, dass ich fette Spoiler verwenden werde - das muss sein, um zu erklären, was mir missfällt. Also, ich habe Euch gewarnt! :)

Jedenfalls: Es ist so, dass mir der Fortschritt der Technik viel zu weit ist, wenn es nach dieser TKKG-Folge geht. Der künstliche Vogel, dieses Roboter-Ding, ist mir zu komplex und perfekt. Wie leise ist dieses Gerät eigentlich? Ich stelle es mir schwierig vor, es bei all den Diebstählen dauernd zu überhören. Aber noch schwieriger stelle ich mir vor, wie geschickt der Apparat sich steuern lässt. Und sogar gezielt Schmuck, also etwa einen Ring, kann man damit greifen/stehlen, ohne gehört zu werden, oder irgendwelche Dinge umzustoßen, sobald der Roboter-Vogel in ein Gebäude eingedrungen ist. Merkwürdig auch, wie sauber offenbar die Bildübertragung funktioniert - immerhin geht das ja über das Internet - nebst Tonübertragung. Kurz: Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ein solches Wunderwerk der Technik so perfekt fliegen/schweben kann, ohne dabei je gehört zu werden, bzw. dass dieses Wunderwerk sich so butterweich steuern lässt. Das grenzt doch arg an Science Fiction. Klaro gibt es ähnlich Drohnen heute schon, aber in Form einer Krähe, die der Natur täuschend ähnlich sein soll? In Optik, "Verhalten" (Flügeschlag) und so weiter... Hmmmmnaja...

Aber nehmen wir mal an, dass ich mich irrte und ein solches Ding gäbe es heute wirklich, bzw. wäre wirklich heute schon problemlos möglich, dann bleibt immer noch, wie Karl sich scheinbar so mir nichts, dir nichts in ein Computer-Netzwerk einhacken kann. Natürlich, Kids, die technisch was auf der Pfanne haben, gibt es massenhaft, auch welche, die sich in Firmen-Netzwerke einhacken können, aber erstens war Karls technische Bewandnis bislang kaum in Aktion zu sehen und seine "Computer-Fähigkeiten" waren eher auf "viel Wissen" ausgelegt, als auf Computer-Know-How. Ich erinnere mich z.B. am (179) Abzocke im Online-Chat, wo er z.B. den Text im Browser auf Noob-Niveau zoomt (mit einer Lupe vor dem Monitor); jeder wahre Computer-Kenner hätte einfach ein paar Mal "Strg und +" gedrückt, oder meinetwegen per Screenshot in der Bildverarbeitung gezoomt, als nach einer Lupe zu greifen. Naja... Aber selbst, wenn Karl wirklich so super hacken könnte, stellt sich mir die Frage, was für eine hochtechnisierte Firma das ist, die nicht merkt, dass irgendwer gerade im System ist und Hürden aushebelt, bzw. frage ich mich, wie Karl die Datensätze von bestimmten Mitarbeiten lesen können will. In einer Datenbank öffnet man ja nicht einfach so einen Textfile und hat dann plötzlich einen Terminplan im Reintext vorliegen, sondern einen Haufen Textmatsch, den man erstmal in einen Kontext bringen muss, wenn man die Software nicht hat, die diese Datensätze erst für die Lesbarkeit formatiert - bzw. auch ohne Datenbank haben verschiedene Files unterschiedlich Formate und sind entsprechend kodiert. Aber ok, selbst wenn auch DAS noch für Karl machbar wäre, macht er sich hochgradig strafbar - stört das bei der Polizei eigentlich niemanden? Man hört ja eindeutig in der Abschlussszene, dass die Polizei weiss, dass Karl sich einhackte. Und woher hat Karl die Tools für solche Machenschaften? Einfach so findet man die im Web auf keinen Fall.

Obwohl ich hier also schon arg an der Grenze meine Gutmütigkeit bin, setze ich auch DAS noch als machbar voraus - und die Polizei kennt TKKG halt sehr gut und übersieht Karls kriminelle Handlungen wohlwollend. Aber das Ende ist einfach Kappes! Hier zeigt Karl dann also mal wieder, dass er eigentlich nicht sehr viel Ahnung von Computern hat. Wieso die Daten direkt auf einen Stick speichern? Warum nicht die Daten von der Festplatte auf den Stick kopieren, um damit die Teichtl auf jeden Fall matt setzen zu können? Und DANN zeigt sich mal wieder die Perfektion der Roboter-Krähe, die dann TKKG umhaut und außerdem einen im Tumult irgendwo hingeschleuderten USB-Stick aufgabelt und bei der Teichtl abliefert; sorry, ich kann das einfach nicht glauben.

Und eine Frage noch: Wieso nimmt die Übertragung des Laptops an den künstlichen Vogel den Ton auf, der beim Laptop erzeugt wird, bzw. wie können TKKG beim Ausspähen hören, was die Teichtl vor sich hinquasselt?

Alles in allem wäre das echt ein gutes Hörspiel, aber die Geschichte, der Fall selbst, verlangt viel zu viel Gutmütigkeit beim Hören. Man muss dauernd beide Augen und alle Hühneraugen zudrücken, um nicht stattdessen den Kopf zu schütteln.

Die Produktion ist dafür umso gelungener. Die Sprecher/innen sind allesamt durchweg top, nur Angela Roy und Alexandra Doerk klingen mir - mal hier, mal da - eine Spur zu aufgesetzt in ihren Rollen: man hört manchmal das Schauspiel zu sehr heraus. Musikalisch gibt die Folge sich keine Blöße und auch vom Fluss her passt alles zusammen.

...wären nur die Mängel in der Story nicht. Wäre diese Folge im Stil der "vorherigen TKKGs" gehalten, wäre das nicht unbedingt der Rede wert, doch im Gewand der aktuellen TKKGs ist das alles etwas zuviel verlangt! Schade!

Meine Wertung: 64%
Cover: Gefangen im Spukhaus03.12.2013

Ein Fall für TKKG
(155) Gefangen im Spukhaus (Erschienen: 2007)
Dauer: 46:10

Der Aufhänger ist derselbe wie bei (22) In den Klauen des Tigers: Zirkus Sarani ist in der Stadt und ein ehemaliger Angestellter wollte sich am Zirkus rächen, und hat den Tiger im Wald freigelassen. Ob der Ex-Angestellte wohl Carlo Tomasino heißt? :)

Naja, die Idee, eine Folge mal nur auf einem engen Raum stattfinden zu lassen, mag ich. Aber was daraus gemacht wurde, ist teils arg albern, da nur auf Stereotypen fußend. TKKG sind ja ohnehin die unfehlbaren, überpflichtbewussten, lauteren Vorbilder, und wer deshalb die anderen in diesem Fall sein müssen, kann man sich darum denken, denn sehr viele weitere Personen gibt es ja nicht.

So kommt es, dass TKKG nicht viel zu ermitteln haben, denn dafür haben wir ja die Brathähnchen-Szene, bei der "zufällig" rauskommt, dass die sich sowieso verdächtig benehmenden Leutchen auch noch doofe Egoisten sind, zumal Paul statt eines Dankes für Tims Mutmachung und Tür öffnens direkt mal frech und pampig wird - und sogar noch eine Pistole bei sich führt, wie er stolz verrät.

Waren bei den letzten Produktionen ja immerhin noch die Sprecher/innen und Musiken gut, ist das hier nur bedingt der Fall. Die Figur Helga klingt arg gekünstelt, bei Figur Paul ist es ähnlich... Selbst mit der Musik ist es so 'ne Sache. Einige nette Sachen dabei, aber auch vieles, das irgendwie nicht zur notwendigen Stimmung passt.

Fazit: Nee!

Meine Wertung: 20%

<< < <1> <2> <3> <4> <5> <6> <7> <8> <9> <10> <11> > >>
© http://www.hoerspiel-request.de