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Die drei ??? und die schwarze Katze (im Planetarium Bochum am 12.12.2017)

Dass eine ???-Veranstaltung in einem Planetarium schon ein wenig was anderes als die Record Releases Parties sein würde, war bereits eine Stunde vor Beginn deutlich. Kurz vor 18 Uhr angekommen war dort keine Menschschlange zu sehen. Auch im Foyer war niemand. Lediglich im Bereich für Erfrischungen saßen 5-6 Personen an runden Tischen und unterhielten sich bei Bier und Cola. Erst ab kurz nach halb sieben, also rund 30 Minuten vor Beginn, wurde es peu a peu etwas voller. Auch Heikedine Körting war übrigens unter den Anwesenden, gab bereits ein Interview und darauf gleich die ersten Autogramme. Sie bot sogar an, auf von ihr selbst mitgebrachten Autogrammkarten zu unterschreiben, wenn man es wünsche. Und natürlich wuchs die Menschentraube um Frau Körting schnell an, als die ersten Objekte signiert waren. Dann, kurz vor 19 Uhr, durfte der Kuppelbereich betreten werden, also den Ort, wo das Hörspiel stattfinden sollte.

Zuvor gab es allerdings noch eine kleine Begrüßung mit Hinweis auf die Anwesenheit von Frau Körting und zwei Herren von Ho3rraum. Diese drei erklärten ein wenig zum Verlauf des Projekts, dessen Aufnahme bereits 2015 durchgeführt wurde, und betonten, dass dieses Hörspiel immer ein Hörspiel bleiben werde, selbst wenn während des Hörvergnügens oben, unter der Kuppel gleich visuelle Unterstützung zu sehen sei, um die Szenerie ein wenig zu untermalen. Nachdem dann freundlich darauf hingewiesen wurde, währenddessen keine Fotos zu machen und das Handy stummzuschalten, ging es direkt los.

Und tatsächlich, unter der Kuppel erschienen Podeste und Karussels, leicht verfremdet dargestellt. Und als man vor dem Problem stand, wie jemand eine mehrere Meter hohe Wand überwinden könne, sah man eine Holzwand... Anfänglich waren diese Motive allesamt sehr irritierend, doch legte sich das nach etwa 10 Minuten und ein interessanter Effekt trat ein: Denn das Hören wurde tatsächlich durch das Sehen unterstützt. Das Gezeigte war niemals ein Film, sondern stets waren es leicht animierte Grafiken oder abstrakte Gebilde, die geflissentlich etwas heran- oder wegzoomten. Auffällig war dabei jedoch, dass sich alles, was oben zu sehen war, am Stil von Aiga Rasch orientierte. Klare Farben, alles deutlich voneinander zu unterscheiden, und als Grundtenor immer schwarz.

In der Tat empfand ich diese visuelle Dreingabe als sehr angenehm; schade nur, dass sie nicht im eigenen Wohnraum so zu machen ist, wie unter der runden Kuppel eines Planetariums. Andererseits gab mir der 3D-Sound gar nichts. Ja, die Stimmen waren mal etwas weiter links oder rechts zu hören, aber das Gefühl, "mittendrin zu sein", wie es ja versprochen wurde, hatte ich zu keiner Zeit. Im Gegenteil, manchmal sprangen mitten im Satz die Stimmen plötzlich weiter weg oder näher heran, statt sich leiser werdend zu entfernen oder lauter werdend zu nähern. Oder Justus hört man links von sich, als er einen Satz später plötzlich rechts steht - ohne, dass er sich "hörbar" bewegt hätte. Nicht, dass dies gestört hätte, in keiner Weise tat es das, aber für mich viel spannender war wirklich das unterstützende Sehen der Gebilde und Formen, aber nie das 3D-Hören.

Der Fall selbst ist natürlich ein Klassiker: Die schwarze Katze. Komplett neu aufgenommen und weitaus weniger gekürzt, als seinerzeit die Hörspielerstfassung. So ergeben viele Szenen und Handlungsverläufe in den 88 Gesamtminuten viel mehr Sinn und alles wirkt weniger zügig. Im Besonderen bemerkte ich das gleich in den ersten Minuten. Wo es im Original ja direkt mit der Ankunft beim Zirkus losgeht und beinahe sofort darauf die Löwenszene startet, fängt es hier auf dem Schrottplatz mit Tante Mathilda an, dann lassen sich Justus, Peter und Bob dazu überreden, zum Zirkus zu gehen, liefern die Podeste ab und so weiter. Auch der übrige Verlauf blieb in diesem unhektischen, sehr angenehmen Tempo. Spannende Szenen waren spannend, nicht zuletzt auch der tollen Orchester-Musiken wegen, aber man lies überall die dafür nötige Dauer verstreichen, statt alles auf das Nötigste zusammenzukürzen, damit es in 40-45 Minuten Platz finden könnte.

Zum eigentlichen Inhalt des Hörspiels belasse ich es hiermit, denn das folgt, wenn die Folge später auch als Download und CD erhältlich sein wird. Außerdem möchte ich die Gelegenheit nutzen, zu empfehlen, einen der diversen ???-Planetariums-Termine quer durch Deutschland unbedingt wahrzunehmen. Der Eintritt ist mit um die 15€ pro Person absolut gerechtfertigt und ob man die projezierten Bilder und den 3D-Sound nun gut findet oder nicht, allein schon der Atmosphäre wegen, in einem der zurückschiebbaren Sessel mehr oder weniger im Halbdunkel zu liegen, und kein Lachen und Klatschen zu hören, wenn Justus die Karte zückt, sondern alle lauschen gespannt dem Hörspiel, das ist schon etwas anderes, als die Record Release Parties - wie ich ja eingangs schrieb. :)

PS: Leider ausnahmsweise keine Bilder, da meine SD-Karte defekt ging. Großes Sorry! :)
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