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Das Rezensions-Archiv

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Cover: Dämon Modulok30.12.2011

Masters of the Universe
(21) Dämon Modulok (Erschienen: 1986)
Dauer: 43:16

Nach den lauwarmen Folgen (19) Das Dämonenpferd und (20) Die Rache des Schlangenfürsten ist Dämon Modulok wieder gelungener - allerdings muss ich auch hier wieder einige Sinnfragen in den Raum stellen.

Modulok ist sehr mächtig und kann mithilfe des Rings kontrolliert werden. So wird es zuerst erklärt. Dann stellt sich raus, dass Modulok schon davon gehört hat, dass er Hordak gefällig sein soll - was doch impliziert, dass der Ring nur dazu da war, Modulok zu rufen, statt ihn zu kontrollieren. Aber dann kommt der Knüller: Modulok gehorcht Skeletor und ist kurz davor, He-Man platt zu machen, als Skeletor den Ring fallen lässt. Nunja, der Ring mag nicht mehr als Skeletors Finger stecken, aber wieso hört Modulok auf, gegen He-Man zu kämpfen und warum ist er von diesem Moment an nicht mehr so mächtig? Der Ring ist nicht weg, er ist ja nur in irgendeiner Bodenspalte und OBWOHL Hordak den Ring am Finger trug, wollte Modulok ihn anfangs trotzdem bekämpfen, das heisst, er wusste ja nicht, dass Hordak der Ringträger ist - und das alles ergibt nunmal wenig Sinn, denn solange der Ring da ist, sollte Modulok, der ja quasi frei entschieden zu haben scheint, sich Skeletor anzuschließen, doch auch weiterhin mächtig sein - oder? Und wieso sollte die Macht von irgendwem davon abhängen, dass jemand anderes einen Ring trägt - sollte nicht genügen, dass der Ring existiert - und der Träger ist lediglich im Besitz der Loyalität dieser Macht?

Naja, im Wesentlichen fehlt in dem Hörspiel also eigentlich lediglich die Klarstellung, dass Modulok nur dann "gehorcht", wenn man im Besitz des Rings ist. Das aber hieße, dass Modulok sich auch sofort von Skeletor hätte abwenden müssen, aber das tat er nicht, wie spätere Folgen - z.B. (22) Spydor, die Monsterspinne oder (23) Die Zauberrüstung - belegen. Deshalb ist umso mehr schade, dass nicht klar erkennbar ist, ob man Francis' Skript zu sehr gekürzt hat, oder ob Francis selbst das Skript so ablieferte, wie es vertont wurde.

Ansonsten bin ich sehr zufrieden mit Dämon Modulok. Storyaufbau, Szenenwahl, Soundeffekte, Musik und wie immer die grandiosen Sprecher. Ankreiden will ich aber, dass Peter Lakenmacher (eigentlich ja immer Tri-Klops) hier den Beast Man gibt. Das macht er sogar ganz gut, aber sich an eine andere Stimme gewöhnen müssen, ist immer blöd, deshalb hätte man Lakenmacher auch einfach als Tri-Klops auftreten lassen können, ohne, dass dessen Text wesentlich geändert hätte werden müssen. Außerdem ist die Fright Zone nicht Skeletors Stützpunkt, sondern natürlich Hordaks! :)

Jedenfalls: Gute Folge!

Das Zitat der Folge kommt von Grizzlor: Ich werde ihn an seinen beiden Hälsen packen, wenn er frech wird!

Meine Wertung: 73%
Cover: Die Rache des Schlangenfürsten30.12.2011

Masters of the Universe
(20) Die Rache des Schlangenfürsten (Erschienen: 1986)
Dauer: 38:00

Wie auch bei (19) Das Dämonenpferd kann ich bei Die Rache des Schlangenfürsten im Grunde nur die Produktion loben. Denn die ist wie üblich astrein: Musik, Effekte, Sprecher/innen - bombig! Aber die Story... ...die Story...

Ich verstehe ja, dass Kobra Kahn sich an He-Man rächen will, aber Kobra Kahn will, dass He-Man von seinen Schlangen gebissen wird und dann ist He-Man in einer Schlagengrube und nichts passiert? Da sind dutzende Viecher und keines fühlt sich bedroht oder provoziert...? Wozu denn die Phantasie Kobra Kahns? Warum genügt es ihm, dass Skeletor das Schwert hat? Das Schwert hätte He-Man, nach SO einem Angriff, eh nicht allzu lange an sich halten können.

Aber auch sonst ist der Plot seicht. Man-At-Arms wird gefangen genommen, He-Man saust hinterher und fällt in eine - dafür vorgesehene - Grube, und ergibt sich seinem Schicksal, weil Teela gefangen genommen wurde... Ähm, warum Man-At-Arms entführen, wenn sie ohnehin He-Man zwingen könnten, Teela etwas anzutun? Ich meine, sie hätten doch sowieso die ganze Sache nur mit Arms oder nur mit Teela durchziehen können. Ich würde mir das gern erklären lassen, aber darauf verzichtet dieses Hörspiel leider, denn es könnte ja gut sein, dass Teela eher zufällig in die Quere geriet und Skeletor dachte sich "Sicher ist sicher, zwei Geiseln sind besser als eine", oder so.

Jedenfalls: Skeletor erpresst das Zauberschwert, zuckelt nach Grayskull - und sagt dann den magischen Spruch falsch auf. "...habe die ZauberMACHT". Oh man! Wie oft hat Skeletor den Spruch schon von He-Man gehört? Und dann kann er sich nicht merken, dass es ZauberKRAFT heisst heisst? Außerdem wird in früheren und späteren Folgen die Grayskull-Zaubertor-geh-auf-Formel desöfteren varriert. He-Man berührt das Tor mit dem Schwert, He-Man sagt einfach nur "Öffne dich!"... Und dann macht das Tor solche Zicken, weil Skeletor "Macht" statt "Kraft" sagt UND er stößt sogar mehrfach mit dem Schwert gegen das Tor, das ist deutlich zu hören - wieso geht die Zugbrücke nicht runter? Und WARUM sollte eine Boa das können, was Skeletor mit Zauberschwert nicht schafft? Wozu sollte Skeletor dann überhaupt das Zauberschwert benötigen, um Grayskull betreten zu können? Da hätte er doch gleich mal Beast Man irgendeinen Erdkrabbler an die Arbeit schicken lassen können.

Aber gut, es geht weiter. He-Man rennt dann Skeletor hinterher und nimmt ihm mühelos das Schwert ab - also platter und unspannender geht es kaum noch. He-Man ist ohne Waffen und hoffnungslos in der Unterzahl - wie übrigens auch beim Finale von (19) Das Dämonenpferd -, und schon ist Eternia ein weiteres Mal gerettet.

Und deshalb finde ich diese Story so lahm. Arms weg. He-Man fällt in Grube. Skeletor kriegt Schwert. He-Man nimmt Skeletor Schwert wieder weg. Ende. Das wäre nicht wirklich schlimm, denn es muss ja nicht alles immer überkompliziert sein, aber was dann als Konsequenz daraus resultiert, das finde ich schwach. Nur, weil ein unbewaffneter und fast auf sich allein gestellter He-Man eine ganze Meute von Dämonen des Bösen angreift - vorallem, wo gerade DIES das Grundkonzept von (17) Angriff der Magier war! -, rennen alle weg und Skeletor macht sich nicht nur wegen des vermasselten Zauberspruchs zum Deppen. Außerdem öffnet eine Boa das Tor und kann mal eben die magische Kraft der Burg überwinden - nicht zu vergessen, dass in (27) Zoar im Strudel der Zeit deutlich gemacht wird, dass Schlangen an der Kraft der Magie scheitern.

Nee, tut mir leid, Leute, aber was hier teils für Ungereimtheiten an den Tag gelegt werden - und DAZU dann dieser mehr als einfache Plot und das mehr als alberne Ende... Wäre die Produktion nicht, wäre das hier ein gaaaanz, gaaaanz fataler Fall von rausgeschmissenem Taschengeld. Andernfalls muss ich zugeben, dass mir all diese Dinge als Kind nie aufgefallen sind - mit Ausnahme der Zaubermacht/Zauberkraft-Problematik! -, doch wenn ich schon Hörspiele rezensiere, sollte ich dabei auch fair sein! ;)

Das Zitat der Folge kommt von Skeletor: Bei der Macht von Grayskull, ich habe die Zaubermacht!

Meine Wertung: 60%
Cover: Das Dämonenpferd28.12.2011

Masters of the Universe
(19) Das Dämonenpferd (Erschienen: 1986)
Dauer: 42:55

Wieso wissen die Masters nichts von Night Stalker? Es wurde doch in (13) Skeletors Sieg, gerade mal 6 Folgen zuvor, vorgestellt. Orko selbst sagte noch zu He-Man, dass Trap-Jaw auf einem schwer gepanzerten Robot-Pferd säße. Allein deshalb ist "Das Dämonenpferd" schon grober Unfug, denn es ist besagter Orko, der ein mechanisches, dämonisch aussehendes Pferd auf einer Weide(!) findet. Und auch Teela scheint kein bisschen alarmiert zu sein, dass solch ein Pferd, das Stridor soooo ähnlich ist, einfach so auf einer Weide rumsteht. ...und WARUM soll ausgerechnet Beast Man das Pferd wegbringen? Schliesslich ist das Pferd ja nicht nur ein Haufen Metall, sondern in ihm steckt einer der wichtigsten Feinde Skeletors...

Interessant ist dafür der Hintergrund um die Strahlenbombe; andererseits ist er ebenso geheimnisvoll. Woher hat Skeletor diese Bombe? Warum muss es ein Pferd sein? Wäre irgendein fliegendes Ding nicht sinnvoller gewesen? Das Ding wirft die Bombe und nebenbei fängt es den Geist von Grayskull ein und bringt ihn zu Skeletor. Und wäre eine normale Sprengkraft-Bombe nicht ohnehin effektiver gewesen? Einen Haufen TNT in den Gaul packen, es macht laut "BUMM" und - zack - alle sind erledigt. Und wie konnte Skeletor es anstellen, den Grayskull-Geist durch eine Explosion auf atomarer Ebene einzufangen? Oder hat die Explosion nichts damit zu tun?

Und wie hat Man-At-Arms den Geist befreien können? Wie es aussieht, hatte er doch nicht mal einen Schraubenzieher oder eine Feile zur Hand; wie also auf atomarer Ebene den Geist befreien, wo es sogar mit Werkzeug verdammt gefährlich wäre, diesen zu befreien?

Ganz wichtig ist hierbei besonders die Fragem woher kennt Skeletor die Warnung, welche in Castle Grayskull geschrieben steht, wenn selbst He-Man, Man-at-Arms und Teela sich nur am Rande an sie erinnern können. Denn Skeletors Plan fußt doch eindeutig darauf, "den Geist im Kreis der kleinsten Teile zu fangen", denn er, Skeletor, prophezeiht Hordak ja, dass eine Katastrophe hereinbreche, wenn man versuche, den Geist zu befreien! Also: Woher weiss er davon?

Tja, man liest es sicherlich heraus: Diese Folge ist nicht gerade mein Favorit. Die Story ist einfach viel zu seicht und jedwede Spannung wird durch zu viele übersimple Verhaltensweisen zunichte gemacht. Wirklich cool und vielversprechend war allerdings die Schwerterkampfszene zwischen Skeletor und Hordak, weil sich hier die ersten handfesten Animositäten anbahnten.

Bei all den offenen Fragen und negativen Punkten muss ich aber wie üblich die Produktion loben. Die Körting und ihre Leute haben einmal mehr gezeigt, wie ein Hörspiel klingen muss. Musik, Soundeffekte, Stimmen, Sprecher - top. Nur Beast Man klingt mir eine Spur zu weichlich (aber das tat er ja in den vorherigen Hörspielen auch schon).

Das Zitat der Folge kommt von Orko: Hü, Pferdchen! Lauf, Pferdchen!

Meine Wertung: 60%
Cover: Nachtwanderung mit Schrecken25.11.2011

Ein Fall für TKKG
(175) Nachtwanderung mit Schrecken (Erschienen: 2011)
Dauer: 1:34:36

Obwohl die letzten paar TKKG-Folgen ja durchaus gut waren, boten sie nicht unbedingt Anlass, in völlige Euphorie zu verfallen. Trotzdem war ich seit der Ankündigung von "Nachtwanderung mit Schrecken" dem Hype erlegen; ich hatte eine große Vorfreude. Denn der Untertitel lautet ja "Neue Abenteuer im Ferienlager!", und das ist ganz klar ein Verweis an Kenner/innen, dass wir es hier mit der indirekten Fortsetzung von (9) Abenteuer im Ferienlager zu tun haben, die sogar als Doppel-CD erscheint; also doppelte Spielzeit. Yay!

Dann kam die Folge und sofort landete sie im CD-Player. Der Anfang ist schon mal geil, Tim und Klößchen stänkern sich gegenseitig beim Packen für's Ferienlager an; und Klößchen gibt gut Contra, statt sich von Tim sturr Belehrungen stecken zu lassen. Sehr gut gemacht, nichts zu meckern. Auch die Fahrt im Zug ist toll. Aber dann schmackt die Folge ziemlich ab. Rasputin wirkt eher wie ein hilfsbedürftiger Greis: Er hält sich dauernd den Rücken, leidet an Bandscheibenvorfall, braucht Unterstützung beim Aufstehen, ständig tut ihm irgendwas weh... Sicher, in Realzeit sind über 20 Jahre vergangen, aber im TKKG-Universum, wenn wir jetzt mal diverse Paradoxien beiseite lassen, vielleicht maximal 2 Jahre. Dann wurde auch deutlich erklärt, dass Rasputin seinen Bart nicht mehr trüge - obwohl er diesen auf dem Cover gut sichtbar an seiner Kinnlade baumeln hat. Außerdem wirkt die Figur des Rasputin eher zweckmäßig, um einen Zusammenhang zu (9) Abenteuer im Ferienlager herstellen zu können.

Dann geht's langsam los, denn jemand stiehlt Wertgegenstände der anderen Teilnehmer/innen. Und nach nicht einmal 15 Minuten ist das auch schon vorbei, mit einer irgendwie albernen Bibi-Blocksberg-Lösung, wo auf einmal alles wieder gut ist. Sicher, einen versöhnlichen Abschluss begrüße ich natürlich, aber so, wie das da gelaufen ist, frage ich mich schon, ob sich Diebstahl nicht doch lohnt...

Dann kommt die Alibi-Teestunde bei Frau Brebeck, um an Oma Trüls zu erinnern. Auch hier sehe ich keinerlei Sinn in dieser 6-minütigen Szene. Oma Trüls wohnt jetzt im Altersheim und ihr geht's gut. Aber ihr Geld langt nur für das Heim, nicht noch für ihr altes Haus, was jetzt Frau Brebeck pflegt, obwohl die aber auch schon ihr eigenes Haus hat. Ich verstehe natürlich, dass man an seinem alten Haus hängt, aber es nur zu haben, um es zu haben (sie kann ja eh nicht mehr dort wohnen), das will mir nicht einleuchten - warum sich solche finanziellen Schwierigkeiten aufhalsen? Naja, währendessen wird erklärt, wie man an der Nordsee Tee trinkt (mit Kluntje, usw). Ist ja nett, das zu wissen, aber wieso wurde hier nicht wirklich irgendwas Sinnvolles gemacht, statt einfach nur eine lahme Teetrinke-Session zu bieten? Denn diese 6 Minuten haben sonst keinerlei Zusammenhang mit dem Rest der Folge.

Dann, gegen Ende von CD1, beginnt der wohl eigentliche Fall, um den offenbar noch auf die Schnelle diese Ferienlager-Sache gestrickt wurde. Denn Karl ist verschwunden und durch das Walkie-Talkie hört man nur noch seine verzweifelten Hilferufe. Und dieser "Karl-Fall" erstreckt sich dann über die gesamte CD2 und kann unterhalten. Mir will nur nicht einleuchten, warum die Polizei eine gemeldete Entführung eines Jugendlichen mit "Ach, der versteckt sich bestimmt nur - und jetzt lasst uns in Ruhe" abtun soll - obwohl man beteuert, dass dieser Jugendliche sowas niemals tun würde. Naja, vermutlich wollte Kai Schwind (Autor dieser Folge) die Polizei aus dem Fall raushalten und brauchte einen Grund dafür, dass sie sich nicht einschaltet - denn dann hätte man das Ganze nicht auf ca. 55 Gesamt-Minuten (Ende von CD1 + gesamte CD2) aufblähen können, welches sich zudem mal wieder als Doppelgänger-Verwechslung herausstellt; meine Güte - muss so ein Unsinn sein?

So kann ich leider nur sagen, dass "Nachtwanderung mit Schrecken" nicht der erhoffte Hörspaßbringer ist; zumindest storyseitig. Alles wirkt gewollt und auf Hängen und Biegen hingedeichselt, damit es "zum Jubiläum" eine Doppelfolge werden kann, die sich durch ihren erhöhten Verkaufspreis im Vergleich zu Einzelfolgen trotzdem gut verkauft - oder vielleicht auch gerade deshalb, damit es "besonders" wirkt -, weil man Parallelen zum Fanliebling (9) Abenteuer im Ferienlager deutlich macht. Die Szene mit Frau Brebeck ist sogar vollkommen witzlos, wenn man schon nicht Oma Trüls (die verstorbene Katharina Brauren) selbst ans Mikro bekommt, hätte man das lieber streichen sollen. Ebenso die Diebstahlsache, die ein gestelztes Friede-Freude-Eierkuchen-Ende hat.

Die Produktion ist dafür umso besser. Es kommt wirklich total viel Ferienlager-Feeling auf, obwohl es seltsam ist, dass die Stimmen der anderen Kinder im Lager viel, viel kindlicher klingen als die von TKKG! ;) Leider hat man Wolfgang Völz nicht wieder für den Rasputin-Part bekommen können, aber Douglas Welbat vertritt ihn großartig; lediglich das dauernde Gesinge mit Akkordeon-Begleitung geht mir auf den Senkel. Lutz Mackensy ist ebenfalls zu hören, hat jedoch insgesamt nur einen kleinen Sprechpart; selbiges gilt für Thomas Fritsch, Jürgen Thormann, Klaus Dickmann, Peter Weis und Luise Lunow. Ansonsten hört man neue oder noch verhältnismäßig unbekannte Stimmen, aber abgesehen von der "Klasse 7 b" für die "Kinder", liefern die allesamt eine gute Performance. Kurz: Bei der Produktion hat das Gespann "Körting und Minninger" wieder mal gezeigt, wie man es zu machen hat, anders lässt sich das nicht beschreiben. Top!

Um zum Fazit zu kommen: Hätte man in der Gesamt-Story 2-3 Szenen gestrichen oder gekürzt, hätte man die zweimal 47 Minuten (also 94) lockerstens auf 80 Minuten eindampfen und somit den Doppel-CD-Preis vermeiden können. Sovieles wirkt in-die-Länge-ziehend oder gar total unnötig, sodass ich das Gefühl nicht loswerde, es ginge wirklich nur darum, auf Krampf eine Doppelfolge zum Jubiläum anzubieten, die sich wegen des Retro-Verweises gut verkaufen soll. Dabei ist die zweite CD (für mich die Grundidee, um die der Rest mit dem Ferienlager und so drumherumgebastelt wurde) echt gut; wäre nicht die lächerliche "Wir halten uns raus"-Ausrede der Polizei sowie die tausendste Doppelgänger-Lösung am Ende nicht.

Ganz ehrlich: Mir wäre viel lieber gewesen, Europa hätte zum Jubiläum das alte Original-Buch komplett und neu vertont, wie einst bei den drei ??? mit dem Super-Papagei. Sicher, bei dieser Wolf'schen Buchvorlage war auch nicht alles total perfekt, aber DAS wäre wenigstens wirklich retro gewesen, hätte locker zwei, wenn nicht drei CDs gefüllt und wäre weit besser gekommen, als dieses Hörspiel mit unnötigen Szenen und seltsamen Retroverweisen.

Meine Wertung: 66%
Cover: Geisterbucht12.11.2011

Die drei ???
(150) Geisterbucht (Erschienen: 2011)
Dauer: 3:17:42

Die "Geisterbucht" ist nicht nur eine weitere ???-Folge, sondern auch eine Jubiläums- und eine Dreier-Folge mit über drei Stunden Laufzeit. Bei (100) Toteninsel war nicht nur das Dreier-Buch von André Marx total gelungen, sondern auch das Dreier-Hörspiel von Europa. Bei (125) Feuermond war's leider anders: schweinegeniale Buchvorlage, aber ein nur gutes Hörspiel. Und bedenkt man jetzt, dass die letzten ca. 30 ???-Hörspiele zumeist sowieso nur ok waren, könnte man meinen, dass Europa mit "Geisterbucht" eine Bauchlandung hinlegt - trotz des sehr guten Dreier-Buches von Astrid Vollenbruch.

Nix da! Das Europa-Team zeigt, dass es richtig klotzen kann. So hat André Minninger, dem ich ja häufiger vorwarf, nicht immer die richtigen Stellen aus dem Buch auf richtige Weise zu übernehmen, sogar einige Schwächen des Buches ausgemerzt, und das, was er dennoch über Bord warf, war nichts von Wichtigkeit, sodass man sagen kann, dass allein schon durch Minningers Skript, das Vollenbruch-Buch sehr gut zur Geltung kommt.

Doch es hört nicht beim Skript auf. Die Effekte sind hervorragend, die Musiken (von denen einige vollkommen neue Titel sind!) sind klasse - diese düstere Pfeiffmelodien-Atmo, die immer mal wieder eingespielt wird, gefällt mir besonders gut -, und auch alle Sprecher/innen sind, trotz "Starpower", sehr gut gecastet. Gerade das mit der Starpower ist mir besonders wichtig zu erwähnen, denn in der jüngsten Vergangenheit wurden öfters mal Promis genommen, die dann aber gern mal enttäuschten; nicht so hier. Namen wie Olli Dittrich, Oliver Kalkofe, Bernhard Hoecker, Sky du Mont oder Dirk Bach finden sich im Inlay wieder - und niemand von ihnen haut daneben, alle "Stars" liefern sehr gute Arbeit ab!

Ebenso, wie diejenigen, die wir schon lange kennen und häufiger hörten: Holger Mahlich, Traudel Sperber, Andreas von der Meden, Henry König, Konstanze Ullmer, Harald Dietl, Wolfgang Condrus oder Gaby Libbach. Wun-der-bar! Nicht verschwiegen werden soll auch die Leistung von Sprechern und Sprecherinnen, die relativ selten oder relativ neu in der Hörspielszene sind: auch hier habe ich nichts zu beanstanden!

Das Einzige, was nahtlos alle falsch machen, ist den zentralen Namen dieser Folge vollkommen falsch auszusprechen: "Harry Shreber". Immer wieder wird unisono "Herri Schriiba" gesagt, statt "Herri Schrebba" - das stört natürlich diejenigen, die das Buch nicht kennen, überhaupt nicht, doch da ich leider das Buch schon kenne, nervt es mich schon etwas, dauernd diese Falschprononcierung zu hören; doch das schwindet mit jedem Hören mehr und mehr. Dennoch erneut ein Regiefehler, den ich leider ankreiden muss.

Am Buch missfallen hat mir immer ein wenig, dass einige Szenen etwas zu schnell vorbei waren, denn die drei ??? sind andauernd in irgendeiner Lebensgefahr, aus der sie nur ganz knapp entkommen, und keine 5 Seiten später waren sie wieder ganz normal am Fall dran. Einige dieser Szenen gibt es auch im Hörspiel noch, es gelang allerdings ziemlich gut, zu kaschieren, dass die Detektive diese äußerst brenzligen Situationen mal eben so wegstecken, weil es hier nicht sooo viele dieser Szenen gibt und weil Vertonung weniger schnelllebig passiert, als das Lesen im Buch. Ebenso missfiel mir immer, dass das Ende, wenn man mit Lesen fertig war, dann doch recht offensichtlich und wenig überraschend war - auch das wirkt im Hörspiel etwas weniger plausibel.

Fehlen tut mir im Hörspiel: Onkel Titus, Tante Mathilda und die Figur des Jim, der im Buch quasi Patrick und Kenneth auf dem Schrottplatz ersetzt (aber am Ende wieder aus dem ???-Universum verschwindet). Kann man auf Titus und Mathilda verzichten, ist es um Jim durchaus schade. Nicht, dass er eine wirklich tragende Rolle im Fall hätte, aber er hat ein wenig von "Dick Perry", dem detektivischen Gegenspieler der drei ???, und das lockerte den Fall ein wenig auf.

Letztlich verbleibt mit Geisterbucht ein spannendes, flott erzähltes Hörspiel, das nur gegen Mitte des letzten Drittels ein wenig an Fahrt verliert, was allerdings nach dann beinahe 3 Stunden Spielzeit in Ordnung ist und man so als Hörer/in auch die Möglichkeit bekommt, über einige Dinge des Falls nachzudenken. Umso plötzlicher kommt mir allerdings das Ende. Nach über drei Stunden ist ein kleiner Dialog mit sofortigem Einsetzen der Endmusik etwas mager...

Meine Wertung: 89%
Cover: High Strung - Unter Hochspannung11.11.2011

Die drei ???
High Strung - Unter Hochspannung (Erschienen: 2011)
Dauer: 52:35

Also mit Die drei ??? ist es schon ein Kreuz. Selbst, wenn mehrere Folgen erscheinen, die relativ mäßig sind, kommt immer mal wieder eine, die echt richtig gelungen ist - deshalb kann man nie wirklich sagen, dass diese Serie endlich eingestellt werden oder abgeschrieben werden sollte. High Strung ist so eine Folge.

Die dem Fall zugrundeliegend Idee, dass man mal nicht einem Schatz nachjagt, sondern Utensilien für ein Gewinnspiel, die Justus gestohlen wurden, finde ich ziemlich genial. Es ist mal was anderes, die Motivation der drei ist eigentlich dieselbe, aber rein persönlicher Natur, ohne, dass sie am Ende nur wieder mal benutzt und hinter's Licht geführt wurden.

Zwar krankt High Strung daran, dass man den Ausgang sowie die Übeltäter und ihr Motiv schon sehr bald erahnt, doch andererseits stört das kein Stück, weil die Folge einfach gut durch den Gehörgang flutscht. Dazu natürlich allem voran die Musik, die man beinahe immer aus alten Europa-Produktionen kennt - zuzüglich zur ???-Vocoder-Titelmusik am Anfang und am Ende. Doch es gibt noch mehr! Neben Frau Körting - als Papagei Blacky -, Reinhilt Schneider - als Rosie -, Marek Harloff - als Eric - und Krystian Martinek - als Doktor Ax Me -, ist Peters Freundin Kelly zu hören, und zwar mit der Stimme von Juliane Szalay, die schon damals (fast) immer die Kelly sprach und auch heute noch beinahe 100%ig so klingt wie damals.

Wäre es nicht schon toll genug, diese "alten Hasen" mal wieder zu hören, ist Juliane Szalay in einem Hörspiel des Jahres 2011 fast schon ein Wunder! :) Natürlich hört man deutlich, dass gerade Frau Schneider längst nicht mehr so klingt, wie in den 80ern und 90ern, aber allein sie zu hören, macht - zumindest mir - viel Spaß.

Daneben gibt es auch noch kleine Eastereggs zu entdecken, wenn man etwas für Details übrig hat. So haut Justus z.B. mit dem Hammer auf einen Stein, um zu verdeutlichen, dass Kristalle darin sind, was natürlich sowieso schon an die Käfigstangen-Klopferei aus (15) ...und der rasende Löwe erinnert, doch klingt das Steingehämmere auch exakt wie jenes bei den Käfigstangen. Dieserlei Retroaufgriffe finde weitaus besser, als die teils plumpen Anspielungen und Satz-Zitate vergangener Fälle.

Aber nicht nur die Akustik ist sauber und geht gut rein, auch inhaltlich passt es gut - und der vollkommende Verzicht auf einen Erzähler ist mir sogar erst nach dreimaligen Hören aufgefallen Sicher, ja, der Fall ist nicht der Spannendste, aber es macht dennoch Spaß, ihm zuzuhören. Außerdem sind mir Logiklöcher nicht aufgefallen und gerade die "Alltäglichkeit" und "Quasi-Normalität" des Hintergrunds finde ich irgendwie erfrischend. Ironie, dass ausgerechnet ein über 20 Jahre alter Fall, der erst heute erscheint, erfrischend ist, während dies bei nagelneuen Fällen kaum noch so ist.

Lange Rede, kurzer Sinn: Nicht wirklich essentiell für's Hörspiel-Allgemeinwissen, aber in eine gut sortierte Hörspiel-Sammlung gehörend.

Meine Wertung: 80%
Cover: Bedrohung aus dem All24.10.2011

Jack Slaughter
(15) Bedrohung aus dem All (Erschienen: 2011)
Dauer: 58:21

Was passiert, wenn Wesley Crusher, Data, B'Elanna Torres und der Phaser von James Bond, sowieso James Bond selbst, sich ein Stelldichein geben? Tja, findet das mal selbst heraus, aber wie clever man all diese verhältnismäßig subtilen Star-Trek-Anspielungen verpackte, ist den Schreiberlingen wirklich gelungen.

Denn wie bei so vielen Star-Trek-Episoden (egal, welche Crew dabei nun im Fokus steht), entpuppt sich der Plot dieser Jack-Slaughter-Folge am Ende als eine gemeine Invasion von Außerirdischen, die die Menschheit als Wirtsorganismen für sich selbst ausnutzen, und hier dann dauernd, als Insider-Gag quasi, die Stimmen von Wesley Crusher, Data, B'Elanna Torres zu hören, ist besonders witzig, wenn man einen Sinn für ausgefeilte Details hat, denn ich glaube keineswegs, dass man bei der Produktion nur rein zufällig Michael Pan (Datas Stimme) und Sven Plate (Wesleys Stimme) neben Arianne Borbach (B'Elannas Stimme, die bei Jack Slaughter ja sowieso immer Dr. Kim Novak mimt) mit an Bord holte, und sogar noch eine Trekkie-Convention und einen Phaser mit ins Spiel bringt. Insofern: Genial gemacht - mir ist erst beim zweiten und dritten Hören wirklich bewusst geworden, wie sehr der Plot ins Star-Trek-Gesamtbild passt.

An der Story einzig schade finde ich das versuste Outing vom videofilmbesessenen Bob, der ausnahmsweise ganz normal sprechen darf und mit der deutschen Stimme des Daniel-Craig-James-Bond (Dietmar Wunder) seine wahre Identität preisgibt. Denn so geht diese kleine Überraschung doch etwas unter und verpufft beinahe zu einer Randnotiz. Hier hätte ich mir stattdessen einen Zweiteiler gewünscht, bei dem auch die Spannung noch hätte erweitert werden können.

Denn als am Ende alles aussichtslos erscheint, ohne, dass man als Hörer das Gefühl hätte, hier säße die Menschheit jetzt aber arg in der Bredouille, taucht dann doch noch jemand auf, der mal eben nebenbei reinen Tisch macht und die Außerirdischen abfertigt. Und so rundum gekonnt, spaßig und witzig das hier alles geschrieben, produziert und eingesprochen wurde, wäre es mir lieber gewesen, wenn CD1 mit einem Cliffhanger geendet wäre und der Überraschungs-Weltretter in der zweiten Hälfte von CD2 sich den Aliens stellt und vernichtet; so hätte auch Bob alias Robert Stark länger brillieren können.

Ansonsten aber bin ich sehr, sehr zufrieden, der Humor ist optimal eingestreut und das kleine Formtief in (14) Draculas großes Comeback ist vergeben und vergessen. 88%

Das Zitat der Folge kommt von Jack: Mensch, Bob, du klingst ja auf einmal wie James Bond. Die Welt is' voller Wunder!

Meine Wertung: 88%
Cover: Der namenlose Gegner20.10.2011

Die drei ???
(149) Der namenlose Gegner (Erschienen: 2011)
Dauer: 1:01:41

Als ich damals in der Ankündigung nur den Titel las, erinnerte mich das seltsamerweise sehr, sehr stark an (117) Der finstere Rivale und ich dachte sofort daran, dass bestimmt Skinny Norris hier mitmischen würde. So kam also Kari Erlhoff auf die Idee, dass Bob, wie einst ähnlich in (24) ...und die silberne Spinne, einem Gedächtnisverlust erliegt, sich nicht mehr daran erinnern kann, wer er ist und wer seine Freunde sind. Ohne zu sehr auf Details einzugehen, verweise ich hier nur kurz darauf, dass Skinny, wie schon gemutmaßt, auch wieder mit dabei ist - und dann kriegt man vermutlich schon eine vage Vorstellung, wohin diese Folge schippert. :)

Aber falsch gedacht! Ja, Bob lässt sich mit Skinny ein, weil er ihn nicht (er)kennt, doch statt aus dieser großartigen, großartigen Grundidee etwas Spannendes und Interessantes zu machen, unterhalten sich Bob und Skinny nur stundenlang und man hört ihnen dabei zu. Nun sollte man annehmen, dass Skinny Bob vielleicht ausnutzt, bzw. benutzt, aber das ist hier eigentlich gar nicht Fall. Er füttert ihn zwar mit teils unwahren Informationen, doch wirklich gravierend ist dabei nur, dass er seine Kollegen Peter und Bob als Bösewichte hinstellt, die eine Tracht Prügel verdienen würden.

Drumherum gesponnen wird eine ziemlich alberne Story zwischen zwei Streitparteien, die ähnlich simpel und nichtig gestrickt ist, wie die Sache mit dem Pflanzenausreißen aus (60) Dopingmixer. Doch das wäre mir sogar fast egal, denn irgendwie muss so eine Sache ja beginnen und enden, aber der restliche Inhalt selbst ist einfach zu dünn. Dabei wäre soviel möglich gewesen. Etwa ein fieses Ränkespiel, z.B., dass Bob die Detektei "Die drei ???" ausspielt, sie sabotiert, oder so tut, als wäre er der gute, alte Bob, der aber insgeheim für Skinny arbeitet. Doch nichts von alledem. Bob klatscht einmal böse mit dem Rad auf den Boden, verliert sein Gedächtnis, schwafelt ewig lange mit Skinny rum, prügelt sich dann einmal kurz mit Peter, wobei Bob gegen einen Baum knallt und sich dann wieder an alles erinnern kann. Nicht zu vergessen, dass am Ende diese alberne und ???-untypische Moral der Sorte "Auch Skinny sucht eigentlich nur Freunde für's Leben", kurz vor dem Abschlusslacher eingebracht wird.

Daneben stört mich, dass Andreas Fröhlich (alias Bob Andrews) eine Spur zu affektiert und ZU sehr geistig verwirrt spielt. Es ist wie mit der Rolle eines Betrunkenen; wenn man nicht genau den Punkt trifft, wirkt es zu wenig oder zu viel - und deshalb nicht glaubhaft. Und Herr Fröhlich legte, finde ich, etwas zu viel in seine Rolle. Zudem klingt Andreas von der Meden mittlerweile viel zu alt. Die meiste Zeit trifft er den "alten Drecksack Skinny Norris" recht gut, doch hört man nicht selten auch, dass seine Stimme nicht mehr die eines 30jährigen ist. Von der Meden beherrscht sein Fach auch heute noch tadellos, das hört man mit jedem Wort, aber seine Stimme will nicht mehr so ganz zu Skinny Norris passen. ICH persönlich höre zwar lieber weiterhin Andreas von der Meden als jemand anderes, aber dass einige sich daran reiben könnten, will ich dennoch erwähnt haben.

Und allmählich richtig auf den Wecker gehen mir diese andauernden Meta-Botschaften und Fananbiederungen, mit denen ständig versucht wird, Anspielungen zu altbekannten und bei Fans beliebten - aber im Grunde völlig irrelevanten - Personen vergangener Fälle, Insider-Gags und besonderes Fan-Wissen eingebracht wird, oder in denen man sich bemüht, vermeintlich subtil die "vierte Wand" zu durchbrechen. Liebe Autoren und Autorinnen, Kosmos, Europa: Das nervt gewaltig, ist nicht lustig und ist auch nicht hip, in und auch wirkich nicht mehr originell. Hin und wieder bei einem Live-Auftritt - ja meinetwegen, wenn's denn unbedingt sein muss -, oder in einer Sonderfolge, aber so langsam kann ich echt nicht mehr darauf!

Vom technischen Standpunkt ist hier aber eigentlich alles töffte. Verdammte gute und stimmige Musiken, hervorragende Hintergrundbemalung und der Erzähler (Thomas Fritsch) wird genau richtig eingesetzt. Macht unter'm Strich noch eine Gnadenwertung, weil die Produktion super ist, Altmeister wie Von der Meden, König und Lunow mitmachen, und weil die restliche Stimmen-Crew darauf verzichtet, unnatürlich sanft und weich zu sprechen. Aber inhaltlich wirklich nicht der Burner, obwohl man das Potenzial förmlich riechen kann.

Meine Wertung: 54%
Cover: Verschleppt ins Tal Diabolo09.10.2011

Ein Fall für TKKG
(137) Verschleppt ins Tal Diabolo (Erschienen: 2003)
Dauer: 53:28

Ich erinnere mich noch haargenau daran, wie ich mich damals über das Buch ärgerte; Himmel, was für ein Schundbuch. Lustigerweise geht es im Hörspiel um etwas vollkommen anderes. Wieso das so ist, weiss ich zwar nicht, aber irgendwie ist das Hörspiel akzeptabler als das Buch, auch, wenn das wirklich nicht schwierig ist.

Worum es hier geht, kann ich eigentlich gar nicht sagen, denn es ist ein Mischmasch aus alten TKKG-Geschichten. Tim hat einen Jungen gerettet, steht deshalb in der Zeitung und dann wird er... Na? Wollt Ihr raten? genau! ...und dann wird er mit einem anderen Jungen verwechselt. Und NOCH ein Doppelgänger in der Millionenstadt. Dann werden gegen Ende Tim, Gaby und eine Frau entführt, und bis dahin hören wir minutenlang, wie die Verbrecher sich untereinander unterhalten, irgendwas planen, et cetera, blabla, schwafel, schwafel... Zwischendrin wird noch eine "Mann und Frau lassen sich mit viel Gezänk scheiden"-Geschichte eingeflochten, die mit dem Hauptstrang aber eigentlich nichts zu tun hat.

Am Ende bleibt eine sehr seichte Folge, die äusserst vorhersehbar ist und die von Tims Superheldentum und schusseligen, unvorsichtigen Gangstern vollständig durchnässt ist und die mir, wegen der guten Produktion noch so geraaaaade eben 45% wert ist.

Meine Wertung: 45%
Cover: Argentinische Entführung09.10.2011

Ein Fall für TKKG
(136) Argentinische Entführung (Erschienen: 2003)
Dauer: 59:55

"Argentinische Entführung"? Klingt zwar seltsam, aber die Idee dahinter ist zumindest sehr originell. Weniger originell sind allerdings leider wieder einige Aspekt der Hörspielumsetzung dieser TKKG-Folge. So finde ich die Szene am Anfang, in der Hardy und Kati, die beiden entführten Mädchen, im Auto belauscht werden und sich haarklein gegenseitig erzählen, was sie sowieso schon wissen: ein doofer, gemeiner Mann hat sie gepackt, er roch wie eine Fischsemmel, und jetzt liegen sie im Auto unter einer Decke... Schon klar, ich weiss, es geht darum, die Zuhörer/innen in Kenntnis zu setzen, aber muss das immer wieder auf diese Weise geschehen?

Lustig auch, dass TKKG in einem Café hocken und natürlich sitzt zwei Tische weiter ein von der Polizei gesuchter Verbrecher und schlürft seelenruhig seinen Kaffee, und nicht zu vergessen, dass er sich mit Tim anlegt und damit auch noch zusätzliche Aufmerksamkeit auf sich zieht. Ist ja klar, dass dieser Kerl, übrigens sehr gut gemimt von Ilja Richter, nichts Besseres zu tun hat, als in aller Öffentlichkeit so auffallen zu wollen.

Eine Szene weiter hört man Andreas und Luis, in der die beiden ein Verbrechen planen - und wir sind erneut live dabei und hören zu. Später erfahren wir dann, wie Andreas und Luis die sogenannten Argentinos reinlegen wollen. Und der Kerl von eben, der schnallt natürlich, dass nur - und zwar nur! - Andreas dahinterstecken kann, weil angeblich nur er die Argentinos in Action gesehen haben kann; als gäb' es eine keine anderen Menschen, die so vor sich hinleben und mal zufällig was sehen.

Naja, ich breche die Seziererei an dieser Stelle mal ab und komme zu sonstigen Fakten. Der im Inlay aufgeführte Lars Lächel ist natürlich Oliver Rohrbeck, der sogar zwei Rollen spricht; einmal den Italiener und einmal einen der Argentinos - leider ist das viel zu deutlich hörbar, sodass sogar ich zunächst dachte, dass der Italiener sicher mit dahintersteckt. Neben Rohrbeck und Ilja Richter gehören zu den bekannteren Hörspiel-Stimmen noch Alexandra Doerk, Tobias Schmidt und Hans Sievers.

Die Produktion ist gut, die Musik mir insgesamt allerdings etwas zu modern gewählt und nur Wolfs schwaches Hörspiel-Skript vermießt den Hörgenuss, sodass ich am Ende 61% gebe; eine okaye Folge, die man nicht zu ernst nehmen sollte, dann kann man sie sich ab und zu anhören.

Das Zitat der Folge kommt von Tim: Keine Sorge, ich bin doch Spezialist für freundliche Verwarnungen! TKKG: *lachen*

Meine Wertung: 61%
Cover: Stirb schön mit Shakespeare09.10.2011

[unbekannt]
(5) Stirb schön mit Shakespeare (Erschienen: 2011)
Dauer: 47:40

Hier ist endlich die nächste Folge - nach beinahe einem Jahr! - von Professor van Dusen, dem übermäßig selbstbewussten, knarzigen und etwas egozentrischen Hobby-Kriminologen. Dieses Mal geht um das Theater. Bei einer Shakespeare-Aufführung ist plötzlich der große Star des Stücks spurlos verschwunden - Belinda Belmont ist weg, einfach weg.

Mit Hutchinson Hatch (Klaus Herrn), bei dem man sich schon fragen muss, warum er sich als Freund von Professor van Dusen sieht, fängt die Folge auch direkt an. Er sitzt bei Van Dusen und erklärt ihm alle Einzelheiten, die ihm bekannt sind - und schon in diesen ersten Minuten möchte man Van Dusen seine Arroganz austreiben. Das heisst, wieder einmal verstand es Friedrich W. Bauschulte, diesen Herren hervorragend zu spielen/sprechen. Natürlich ist der Rest des Ensembles ebenso großartig gewählt: Reinhard Kolldehoff (wieder als Caruso), Peter Schiff, Arnols Marquis (den viele wohl vorallem als "Bud Spencer" oder "Kirk Douglas" kennen), Otto Sander, Sabine Baruth, Horst Schön, Otto Czarski und Olga Demetriescu.

Wie soltte es anders sein, gelingt es Van Dusen natürlich, den Fall am Ende zu lösen und zu erklären, wie Belinda Belmont verschwunden sein konnte und wo sie war, doch ist am Ende wichtig, dass Hypnose eine Rolle spielt, und dass gleich drei Personen fähig sind, zu hypnotisieren, ist ein wenig unglaubwürdig; nicht zu vergessen, dass man als Hörer/in natürlich bedenken sollte, dass die Serie "van Dusen" im ersten Drittel des 20 Jahrhunderts stattfindet, sodass man nicht allzu wissenschaftlich oder kriminell-genial denken sollte, denn die Auflösung des Falles ist am Ende so simpel, dass man sich fast schämt, die Person, die dafür verantwortlich ist, nicht wirklich ernsthaft in Betracht gezogen zu haben, weil man sie für so offensichtlich hielt, dass sie es eigentlich gar nicht sein könne.

Andererseits schön, dass ein Hörspiel der ganz alten Schule auch heute noch auf's Glatteis führen kann. Insgesamt gebe ich gern 75%, aber es ist auch deutlich, dass da noch Luft nach oben ist.

Meine Wertung: 75%
Cover: Doppelgänger auf der Rennbahn28.09.2011

Ein Fall für TKKG
(174) Doppelgänger auf der Rennbahn (Erschienen: 2011)
Dauer: 58:01

Ich klappe das CD-Jewel-Case auf, um die CD zu entnehmen, da purzelt mir ein Flyer für eine neue Serie entgegen: "Kati & Azuro", die neue Hörspielserie. Oha. Und auf der Rückseite des Flyers zeigt man Gaby, die mit Kati telefoniert... OK, also wir haben es hier mit einer Art Promofolge für "Kati & Azuro" zu tun...? Mir schwante Übles! Ganz Übles, denn der Flyer wirkt schon richtig wie der typische Mädchen-Kitsch; sogar einen Typ-Test kann man ausfüllen, indem man Kreuzchen macht: "Welches Pferd passt zu dir?". Auweia.

Nun, ich atmete tief ein, hörte die Folge durch und war überrascht, dass Kati und ihr Vater im Grunde nur am Rande erwähnt werden, eher Cameo-Auftritte haben und keinen wirklichen Einfluss auf diese TKKG-Folge nehmen, bzw. nahmen. Guuuuut! Ist diese TKKG-Folge aber trotzdem eine vor Klischees triefende Kleine-Mädchen-Geschichte? Nein, absolut nicht. Es geht darum, dass das Pferd Vivaldi entführt und gegen ein Pferd, dass ihm sehr ähnelt, ausgetauscht wurde.

Aber keine Sorge, es handelt sich hier nicht um einen verqueren Aufguss von (33) Wer raubte das Millionenpferd??, sondern um eine wirklich neue Geschichte - leider nur ist sie so durchschaubar wie selten zuvor. Ich will hier nicht zu sehr ins Detail gehen, weil ich sonst unweigerlich das Ende verrate, aber mal wieder wird der Fall nur gelöst, weil die Verbrecher zu doof sind, sich geschickter anzustellen und weil Gaby einen Rückschluss zieht, der im Grunde aus purem Zufall zutreffen könnte (die Blasen könnten auch von tausend anderen Dinge herstammen).

Da Sprecher/innen wie Krystian Martinek, Henry König, Regina Lemnitz, Anja Topf, Carolin von der Groeben (u.a. Laura aus "Lauras Stern"), Oliver Böttcher oder Lutz Mackensy mitmachen, sollte man denken, dass eine leider nur mittelmäßige und vorhersehbare Folge durch dieses Ensemble merklich aufgewertet wird, aber bis auf Martinek, Von der Groeben und König will mir niemand wirklich gefallen. Sogar Frau Lemnitz wirkt sehr, sehr aufgesetzt und aufgedreht. Herr Mackensy hört sich auch nicht an, wie ein affektierter Friseur mit kleinen Starallüren, sondern eher wie ein Onkel, der kleine Mädchen anquatscht und ihnen Bonbons verspricht. Und die beiden Bösewichte Schnuller und Rösner klingen so auffällig und schusselig intoniert, dass man die einfach nicht ernstnehmen kann. Ich finde, hier wäre es Sache der Regie gewesen, die Sprecher/innen dazu anzuhalten, etwas passender zu spielen. Ich meine, wenn ich mir z.B. (11) Die Falschmünzer vom Mäuseweg anhöre, da klingen die Bösen doch auch "wie normale Leute", oder bei (16) X7 antwortet nicht trifft das doch auch zu. Warum müssen die finsteren Gestalten heutzutage alle mit diesem gewissen Fingerzeig in der Stimme interpretiert werden?

Ausserdem gehen mir allmählich diese freundschaftlich gestellten Entrüstungen von TKKG untereinander auf den Senkel. Vorallem Tim mimt dauernd den gespielt-eifersüchtigen Boyfriend von Gaby, wenn die irgendwas völlig Normales sagt und Tim es dann mit einem lahmen Gag kommentiert, damit Gaby dann sowas sagt wie "Maaaaan, Tiiiiiihim! DICH habe ich doch gar nicht gemeint, hahahaha".

Neenee, sorry, die Folge ist zwar keine "Hier, hört mal diese neue Serie"-Geschichte, und sie bedient auch keinerlei Reiterhof-Klischees, aber dennoch ist sie aus anderen Gründen nicht so der Bringer. Zu unspannend und viel zu vorhersehbar. Bisher waren die "neuen TKKG" immerhin so gut, dass ich wenigestens fast immer 70er-Wertungen geben konnte, aber "Doppelgänger auf der Rennbahn" ist mir nicht mal 60 wert! Kann man sich halt mal anhören, aber ein zweites oder drittes Mal wird's sicherlich nicht werden.

Meine Wertung: 53%
Cover: Der Meisterdieb und seine Feinde15.09.2011

Ein Fall für TKKG
(135) Der Meisterdieb und seine Feinde (Erschienen: 2003)
Dauer: 49:57

Ich mag die Folge. Ja, echt. Heidi Schaffrath, Henry König, F.J. Steffens, Lothar Grützner... Mjam! Ohrenkino, anyone?! :) Die Story ist soweit auch originell und könnte sogar sehr spannend sein, wenn es nicht in 50% der Zeit um Rottleben und dessen Mafiabeziehungen ginge, denn das nimmt den Fokus doch arg weg vom Meisterdieb-Plot, aber das verzeihe ich bei dieser soweit guten Folge gern.

Echte Schwächen hat diese Folge allerdings nicht, es sind vielmehr Kleinigkeiten, die den Spaß beim Hören leicht trüben. So gibt es z.B. fast 2 Minuten am Stück, in denen Wolfgang Kaven als Erzähler rumschwafelt und beschreibt, was in Kulses Bude abgeht. Das wäre ja eigentlich nicht so schlimm, aber Kavens immer mal wieder leicht pausierende und bei harten Konsonanten überdeutlich betonende Art kann hier ganz schön nerven.

Auch fällt bei genauerem Hinhören deutlich auf, dass dieses Hörspiel ganz klar in Kapitel unterteilt ist, denn es gibt keinen einzigen sanften Szenenwechsel, weil mit jedem Kapitel stets die Figuren und die Örtlichkeiten wechseln und die Kapitel auch immer für sich allein stehen; fast so, als wären dies zwei TKKG-Fälle in einem, wobei der Meisterdieb-Strang nur durch einen Zufall ganz am Ende gelöst wird, ohne, dass TKKG überhaupt davon wussten.

Und auch das - reiiiiiin zufällige - Abgreifen der Mafia-Info von Gaby ist irgendwie blöd. Lucia, natürlich ein glutäugiges(!) Mädchen, verplappert sich, und Tim will eine "Bresche in die Mauer des Schweigens schlagen", Lucia lässt sich daraufhin vollkommen bereitwillig ausquetschen... Naja, das überhören wir mal einfach gutmütig. Allerdings stößt mir jedes Mal auf, dass Lucia nicht in der Lage ist, das Wort Euro ordentlich auszusprechen, denn es klingt bei ihr wie "Ii-juo-ro", und auch ihr Italienisch hört sich nicht sehr südländisch an. Und abschliessend ist natürlich mal wieder das TKKG'sche Weltbild, dass unsympatische Menschen natürlich alle Verbrecher sind, voll im Bilde.

Doch, wie ich schon erwähnte, ich mag die Folge trotzdem. Inmitten all der Mittelmäßigkeit vieler vorheriger und kommender TKKG-Folgen ist das hier fast schon sowas wie ganz großes Kino. Dafür sorgen auch die tollen Sprecher/innen und die optimale Produktion. Kann man gut hören. 75%.

Das Zitat der Folge kommt von Erzähler: Wenk konnte mit vollem Mund sprechen, ohne, dass es nervte. Er spuckte nicht und es klang auch nicht zum Davonlaufen.

Meine Wertung: 75%
Cover: ...und die feurige Flut27.08.2011

Die drei ???
(148) ...und die feurige Flut (Erschienen: 2011)
Dauer: 1:06:33

Als ich diese Folge die ersten beiden Male hörte, fand ich sie eigentlich gar nicht so übel und hätte vermutlich so um die 70-75% vergeben. Doch beim 3. und 4. Mal fielen mir viele Dinge auf, die mir doch echt auf den Wecker gehen. Zuerst war das vorallem der Einbau von Allie Jamison. Die Fans wollten immer eine weitere Allie-Folge und alle Autoren riefen stets unisono, dass sie an der Figur nichts Tolles fänden, aber wenn sich das mal anböte und Sinn macht, dann käme Allie auch zurück. Und? Macht es hier Sinn? Naja, nur so halb. Die einzige Verbindung zu Allie sehe ich in dem Okkulten, das man drumherum verbaut hat, denn Allies Tante ist ja sehr okkult/esoterisch gestrickt, wobei das mit Allie allerdings rein gar nichts zu tun hat. Ansonsten hätte die Auftraggeberin in diesem Fall jeden x-beliebigen Namen tragen können. Löblich aber, dass man zumindest wieder Katrin Fröhlich als Allie verpflichten könnte - die jedoch nach so vielen Jahren, ohne, dass man sie konstant als Allie hören konnte, irgendwie fremd klingt.

Dann gibt es am Ende gleich drei Knaller, die auf einmal kommen: Justus tauscht natürlich von allen unbemerkt schnell was aus, dann kommt natürlich mal wieder per Notfall-SMS Cotta zum Showdown und rettet die Chose - und wie zu erwarten, hat Justus auch gleich schon wieder einen Peilsender angebracht, was ebenfalls keinem auffiel. Wo bitte bleiben denn die Überraschungen? Ich meine, es ist mittlerweile in jeder 2. bis 3. Folge so, dass die drei ??? auf irgendeine Weise in einer verdammt verzwickten Klemme stecken und sie sogar zu sterben drohen, aber urplötzlich ist dann Cotta da, der erzählt, man hätte ihn im letzten Moment ja noch schnell per Handy informiert. Ebenso Justus, der andauernd irgendwie irgendwas von allen Unbemerktes tut. Das wirkt keineswegs spannend - im Gegenteil: mittlerweile erwarte ich das neuerdings in jeder dieser Situationen und muss dauernd feststellen, dass meine Erwartungen "nicht enttäuscht" wurden. ...nicht zu vergessen, dass man es bei alledem natürlich auch noch mit Zwillingen zu tun hatte. Bin ich bei all den direkten Andeutungen aber auch eh sehr bald von allein drauf gekommen, die Indizien hierfür fliegen einem von Beginn an ja nur so um die Ohren: Gesichtserkennungsschwäche, innerhalb von 24 Stunden MUSS der Ring gefunden werden, Erbrechts-Geschichte...

Was aber wirklich den Vogel abschoss, war Allie selbst, die angeblich echt nicht sonderlich gesund zu seien schien und mal locker-flockig den Rat der drei ???, dass sie lieber mal zum Arzt gehen sollte, wegwischte. Da hat sie es möglicherweise mit gefährlichen Personen zu tun, die sie möglicherweise binnen 24 Stunden umbringen werden, und sie hat auf einen Arzt einfach keinen Bock. Ja, Allie nennt nicht mal eine plausible Erklärung für diese Bocklosigkeit...? Allie vermutet ja selbst noch, dass das alles ganz sicher von Medikamenten herrühren würde - warum also mal nicht einen Arzt fragen, Blut abnehmen lassen, vielleicht auch ein paar Gegenmedikamente...? Haaaaaaalloooooooooooooooooo! Liebe Autorin, ist da jemand zuhause?

Dazu kommt mal wieder der strunzdoofe Titel: "...und die feurige Flut". Welche Flut? Die Szene im Keller, in der Justus eine Öllache auf dem Wasser - ungewollt - entzündet, kann man zwar so deuten, aber das sind vielleicht 10-15 Sekunden, dann ist das wieder gegessen - und als Bob zur Rettung eilt, ist das Feuer eh schon aus gewesen - und warum eigentlich!? Aber egal, jedenfalls: Es geht die ganze Zeit um einen Ring, Chemie und eine 24-Stunden-Frist - und der Titel suggeriert wie üblich etwas ganz anderes. Hinzu kommt, dass auch das Covermotiv mir unpassend scheint, denn es zeigt meinen Augen nach eine Art hochdeckiges Gewolbe, wobei die Flammen eindeutig weit hinter der gefährdeten Person sind. In der Geschichte aber ist Justus in einem Keller des WG-Hauses von den Flammen umringt - und später wird er von Bob mit Leichtigkeit nach oben hin hinaufgezogen. Alles klar!

Um mal langsam zum Ende zu kommen: Die Produktion ist soweit wirklich, wirklich gut, der Erzähler wurde optimal eingesetzt, grundsätzlich viele Verdächtige und über mehrere, kleine Strecken gefällt mir auch der Fall an sich. Aber es gibt so viele Schnitzer, von welchen ich einige weitere hier jetzt mal nur anreiße: Allie keucht mir zu viel, Emerald klingt mir nicht fertig genug. Allie ist bei weitem nicht kratzbürstig genug. Woher weiss Justus(!) vom Kreditproblem?

Fazit: Sehr gut Idee, sehr guter Ansatz, aber bei vielem mangelt es einfach an Konsequenz, Stringenz und bei einigen Stellen vorallem an Logik und Überraschungsmomenten. Gerade noch eine knappe Wertung im 50er-Bereich.

Meine Wertung: 53%
Cover: House of Horrors - Haus der Angst24.08.2011

Die drei ???
House of Horrors - Haus der Angst (Erschienen: 2011)
Dauer: 2:12:38

Hier haben wir den zweiten Teil der Top-Secret-Fälle von "Die drei ???". Wie auch beim ersten Fall (Brainwash) ist das Besondere hieran, dass diese Geschichte schon mehrere Jahre alt ist, aber in Deutschland bislang nie veröffentlicht wurde - weder als Buch, noch als Hörspiel -, und darum erst heute für deutsche Fans zugänglich ist. Allerdings bietet "House of Horrors" etwas, was ihn von den anderen Fällen abhebt: Er ist ein Mitratefall - der funktioniert genauso wie "Hotel Luxury End" aus der ???-Interimsserie "DiE DR3i".

Und ich kann vorab sagen, dass er WESENTLICH BESSER funktioniert als Hotel Luxury End. Und das liegt an etwas ganz Wichtigem. Bei HLE war es so, dass man, sobald man sich für die nicht vorgesehene Marschrichtung entschied, mit dem Fall sofort durch war. Das heisst, man hatte eigentlich immer nur die "Trial and Error"-Methode, bis man irgendwann am Ziel und der Fall somit auch sauber aufgelöst war. Es fehlte also die Möglichkeit, sich einfach nur mal so für Entweder oder Oder zu entscheiden, einfach, weil einem danach war. Schliesslich stirbt man ja nicht gleich, nur, weil man nicht einem Auto hinterher läuft, sondern vielleicht lieber an Ort und Stelle nach Indizien sucht. Wieso also den Fall nicht mal auf diese oder mal auf jene Weise angehen?

Umso erfreulicher ist, dass House of Horrors hierbei kaum Fehler macht, denn beinahe alles, was an HLE so störte, wurde hier richtig gemacht. Man bekommt in der Regel 2 oder 3 Alternativen geboten, springt dann zum passenden Track und es geht weiter. Nur selten endet der Fall dann sofort aus irgendeinem Grund, denn in den allermeisten Fällen ist es so, dass man sich z.B. dafür entscheidet, Spur A oder Spur B nachzugehen, und wenn man A wählt, hat man den direkten Weg, und wenn man B wählt, kann man, je nach Folgealternativen, dann eventuell trotzdem irgendwie zurück zu A kommen, sodass man, je nach Entscheidungen, auch den gesamten Fall lösen kann, ohne jemals einen "Hier endet der Fall"-Fehler zu machen, wobei man aber Gefahr läuft, dass man sich verzettelt und 2-3x auch dieselben Alternativen durchgeht, weil man nicht aufmerksam war. Denn es ist recht wichtig, sich zu merken/notieren, welchen Track man bereits hörte und welche wichtigen Fakten hier genannt wurden, sodass man Rückschlüsse ziehen kann und oft klar entscheiden kann, dass man Alternative X gar nicht erst zu folgen braucht.

Letztlich gibt es zwar nur ein goldenes Ende, bei dem man das Geheimnis um das House of Horrors 100% aufdeckt und die Gangster ins Kittchen schickt, aber es gibt ausreichend andere Alternativen, die den Fall zumindest zufriedenstellend lösen können, sofern man sich vorher für die entsprechenden Tracks entschied. So kann man also schon nach einigen Minuten an den Punkt kommen, dass beispielsweise Tony für immer in Mexiko leben muss - oder auch erst nach 45 Minuten oder mehr. Es gibt natürlich auch wieder Wege, die dahin führen, dass die drei ??? und Tony das Zeitliche segnen, oder aus irgendeinem Grund den Fall genervt abbrechen. Doch bei 80% der Wahlmöglichkeiten kann man immer irgendwie zurück in den Fall finden, ohne jemals in einer "Sackgasse" zu landen.

Allerdings hat HOH auch einige Negativpunkte von HLE übernommen. So weiss man bei der Auswahl einer Alternative NIE, wohin diese führen mag. Nicht in einer Sackgasse zu landen ist demnach nicht detektivischer Spürsinn, sondern einfach Glück. Klaro, schliesslich weiss man nie, was jemandem in 2 Minuten passieren wird, aber ab und zu muss ich mich schon fragen, warum man nur die genannten Alternativen zur Auswahl hat, wo doch wenigstens eine weitere viel sinnvoller wäre, aber nicht zur Verfügung steht. Ferner ist dabei das Problem, dass ich nicht ganz verstehe, warum der Fall an einem gewissen Punkt z.B. entscheidet, das Geschenk eines Fremden anzunehmen, was so oder so dann nur zu einem fatalen Ende führen wird, egal, welche Folgealternativen man danach noch wählt. Hiervon gibt es ganze 3 Wege. Hat man deren Routen unwissenderweise eingeschlagen, kommt man nicht mehr heraus und kann letztlich nur noch mitanhören, wie man auf die eine oder andere Weise das Ende des Falles besiegelte.

Apropos Detektiv-Folge. Ich habe mir die Mühe gemacht und ewig lange alles ausgekundschaftet und weiterverfolgt, mitnotiert, Routen aufgeschrieben, pipapo, und habe mir den längstmöglichen Pfad bis zum goldenen Ende herausgesucht - ich kam am Ende auf 29 Tracks (ohne irgendeine Widerholung!) und eine Gesamtlaufzeit von etwas mehr als 77 Minuten. Bei HLE kam man damals noch nicht mal auf die Hälfte der Zeit, wenn man sich die Folge so zusammenschnitt, dass man sie direkt in einem Stück als "normalen Fall" anhören kann. Sicherlich kann man auf die Lösung auch mit weniger Tracks kommen, aber MEHR als 29 Tracks, bzw. 77 Minuten sind nicht machbar, ohne sich irgendwo zu wiederholen, oder falsch zu entscheiden.

Sehr gut auch, dass man alle Tracks klar nummerierte. So hält CD1 die Tracks 1 bis 27 und CD2 die Tracks 28 bis 58, ohne dass CD2 im Player für Track 28 eine 1 anzeigt, denn die ersten 27 Tracks auf CD2 sind hier nur leere Platzhalter, damit es logisch weitergeht, ohne, dass man mathematische Kunststückchen vollziehen muss, wenn man von Track 16 zu Track 28 und dann zu Track 36 springt: CD1 hat die Tracks 1 bis 27, CD2 alle anderen - gut gemacht, Europa. Ferner ist unter all diesen Tracks irgendwo noch ein Bonustrack versteckt, der einen Outtake präsentiert und noch einen Link im Web verrät, unter welchem man weitere Dinge über diese Folge erfahren kann. Ein wenig detektivischen Spürsinn gilt es also definitiv zu nutzen.

Das Konzept der Folge sieht übrigens keinen eigentlichen Erzähler-Part vor, weshalb Thomas Fritsch hier völlig fehlt. Allerdings gibt es sowas wie eine Off-Sprecherin, die nicht erzählt, was Die drei ??? gerade sehen, oder wohin sie fahren, etc., sondern sie spricht direkt mit der Hörerschaft und bietet die Alternativen à la "wähle Track 15 um dieses zu tun, wähle Track 45 um jenes zu tun" an. Löblich auch, dass jene "Erzählerin" flott auf den Punkt kommt, denn bei HLE ging es mir durchaus auf die Nerven, dass Herr Fritsch immer gefühlte 20 Minuten brauchte, bis er mir sagte, wofür ich mich entscheiden könne, wobei er die Alternativen auch immer noch mal wiederholte. Bekritteln will ich allerdings, dass jene Sprecherin mir ab und an etwas zu sehr betont und unnatürlich spricht. Das stört eigentlich überhaupt nicht, aber für diese Rezension möchte ich das durchaus festgehalten wissen.

Ebenfalls festgehalten wissen will ich auch den Titel der Folge, der zwar durchaus passt, denn letztlich geht es immer um das "House of Horrors - Haus der Angst", einer Geisterbahn, die diesen Namen trägt, aber es wird zu keiner Zeit gruselig und die allermeiste Zeit ist man irgendwo unterwegs - verfolgt, telefoniert usw. -, statt in der Geisterbahn zu sein. Aber gut, so ist das nunmal auf einer Kirmes - da heissen die Attraktionen halt auf diese Weise -, weshalb ich ausnahmsweise den etwas reisserischen und nicht voll zutreffenden Titel nicht wirklich bemängele.

Kurz und knapp: Sehr viel besser kann man so eine Mitrate-Folge technisch, auf CD, kaum noch machen, denn die ist ja mit maximal 99 Tracks und maximal 74 Minuten Spielzeit (eventuell auch 80 bei Ausreizung der Spezifikationen) so "begrenzt" (um eine höchstmögliche CD-Player-Kompatibilität zu gewähren), dass ich Europa dazu nur beglückwünschen kann. Und selbst, wenn man sich innerhalb eines Strangs mal irgendwo wiederholt, wirkt das nicht unsauber oder "reingeklebt", sondern stringent und "passend".

Der Fall für sich ist auch ok, die Produktion (Geräusche, Musik, etc.) ist absolut top und die "Erzählerin" streut hier und da sogar ein paar kleine Witzeleien mit ein. Den nächsten Mitrate-Fall bitte auf dieselbe Weise. 79% - kaufen.

Das Zitat der Folge kommt von Erzählerin: Was ist denn mit DIR los? Vielleicht sollten wir die drei Detektive damit beauftragen, dein verlorenes Denkvermögen aufzuspüren.

Meine Wertung: 79%
Cover: Mekaneck und das Erbe des Grauens28.07.2011

Masters of the Universe
(18) Mekaneck und das Erbe des Grauens (Erschienen: 1986)
Dauer: 40:03

Erneut eine richtig gute MOTU-Hörspiel-Folge, die auch gar nicht viel Zeit schindet. In wenigen Minuten ist man mittendrin in der Story, so soll es sein. Prächtige Atmo, grandiose Specher/innen und vorallem Douglas Welbat liefert hier eine Performance ab, die jeder Beschreibung spottet; einfach nur klasse, wie er den "Ich bin ein Siegertyp"-Mekaneck mimt!

Nicht so sein sollten allerdings Verständnisprobleme hier und dort. Sicher, mit dem Plot ist an und für sich alles in Ordnung und man versteht alles wunderbar. Mekaneck holt sein Erbe, Hordak stiehlt es ihm und gibt es Skeletor, Grayskull klein, Grayskull wird gesucht, gefunden, vergrößert, fertig. Aber jetzt kommt's! Mekaneck reitet verärgert in die Wüste und erinnert sich - der Erzähler betont es extra noch! - an etwas, was er selbst schon fast vergessen hatte, nämlich sein Erbe. Und Mekaneck selbst erklärt sogar noch, dass das schon lange her sei.

Nun frage ich ich mich also, woher weiss Hordak, wohin Mekaneck reiten wollte, denn Mekaneck wusste es ja selbst nicht - er ritt einfach nur so vor sich hin um sich abzureagieren. Obwohl: hier könnte man noch vermuten, dass Hordak ihm einfach folgte - wobei dann aber die Frage wäre, warum er ihm folgte. Nunja, viel wichtiger ist allerdings, woher Hordak von dem Erbe weiss - und auch, woher er weiss, von wem Mekaneck etwas erbt! Denn Mekaneck hatte ja selbst schon nicht mehr daran gedacht und konnte es in der jüngsten Zeit darum wohl auch keinem erzählt haben, und Hordak ist ja selbst erst seit kurzem (wieder) auf Eternia. Woher weiss er also davon? Und noch mehr: Woher weiss Hordak, wie die Waffe funktioniert? OK, er könnte die Waffe in der Zwischenzeit eventuell einfach mal auf gut Glück ausprobiert haben, schon klar.

Sicherlich, man könnte jetzt sagen: Jaaaaa, Mekaneck war vor dem Wüstenritt noch in einer Taverne und hat sich dort an sein Erbe erinnert, darüber mit irgendwem geplaudert und Hordak hat das mitbekommen, oder es wurde ihm zugetragen, und der Erzähler hat das aus irgendwelchen Gründen einfach mit "...erinnerte er sich plötzlich(!) an etwas, was er schon fast vergessen hatte" zusammengefasst. Doch wirkt das etwas unwahrscheinlich, denn bei aller Freude über sein Erbe und der Tatsache, vermutlich in der Taverne schon seinen Ärger losgeworden zu sein, würde er nicht beim Ritt in die Wüste immer noch vor sich hin murmeln, dass er niemals etwas übersehen würde.

Ausserdem bleibt zu überlegen, warum Hordak nicht selbst diese Waffe benutzte. Sowohl gegen Skeletor und seine Helfer als auch gegen die Masters. Mekaneck selbst sagte zu He-Man, dass Hordak und Skeletor eines Tages darum kämpfen würden, wer die Dämonen des Bösen anführen werde, was heisst, das Francis dieses Rivalitäten-Detail kannte und keineswegs übersah - und wir MOTU-Fans wissen von dieser Fehde ja sowieso. ;) Also: Warum gab Hordak Skeletor diese Waffe, statt sie selbst zu nutzen? Und kannte er wirklich den Verstorbenen, wie er ja Mekaneck gegenüber behauptet?

Es wäre also sehr, sehr hilfreich gewesen, uns diese 2-3 Zusammenhänge zu verklickern. Etwas schade, wenngleich auch nicht wirklich problematisch ist eventuell noch, dass man von Hordaks Schergen noch nichts zu hören bekommt. Darum wage ich einmal die kühne Vermutung, dass man Francis informierte, dass bald "Die wilde Horde" erscheinen werde, dass Hordak der Anführer sei und dass man später noch weitere Infos folgen werden. Oder Francis sah für Hordaks Horde einfach noch keine Verwendung in dieser Story - was natürlich ebenfalls sehr gut möglich ist, denn bei (17) Angriff der Magier werden sie auch nur knapp am Rande erwähnt, ohne genau auf die einzugehen. :)

Nunja, ich muss zugeben, die allermeisten von mir aufgebrachten Fragen kann man sich selbst irgendwie befriedigend beantworten - einzig die Fragen, woher Hordak von dem Erbe weiss und warum er es nicht für sich selbst nutzt, werden nicht beantwortet und kann auch nicht selbst beantwortet werden. Und das heisst, Francis hat nicht aufgepasst oder sein Skript wurde gekürzt und eine entsprechende Szene war eigentlich von Francis vorgesehen.

Alles in allem aber wirft dieses Hörspiel weit weniger unlösbare, wichtige Fragen auf, als viele seiner Vorgänger. Und weil diese Vorgänger ja schon ob dieser kleinen Mankos grandiose Folgen sind, ist es diese Folge natürlich ebenfalls! ;)

...oh, aber eine Sache noch: Wenn das verkleinerte Grayskull soooo schwer ist, dass sogar He-Man das bemerkt, wie kann dann der Wind Raider mit Grayskull im Schlepptau fliegen? ;)

Das Zitat der Folge kommt von Mekaneck: ...immerhin bin ich ein Siegertyp!

Meine Wertung: 88%
Cover: Angriff der Magier28.07.2011

Masters of the Universe
(17) Angriff der Magier (Erschienen: 1986)
Dauer: 47:04

Dass die Europa-Hörspiele zu Masters of the Universe eine grandiose Symbiose aus "Werbung" und tollen und produktgetreuen Geschichten sind, beweist unter anderem der "Angriff der Magier". Es werden nämlich nicht nur stumpf alle Figuren runtergerattert, die man für Geld kaufen kann, sondern die Story ringsrum ist wieder mal einfach super. Super produziert, super geschrieben, super eingesprochen.

Dennoch bleiben leider wieder mal einige Fragen offen. 1) Die Idee, He-Mans Freunde gefangen zu nehmen, damit He-Man am Ende allein darsteht, ist gut. Doch andererseits könnte man ihn ja auch einfach aus der Ferne mit einem Laser abknallen - doch in diesem Punkt drücke ich gern ein extragroßes Auge zu. 2) In der Vergangenheit - und auch der Zukunft - langte ganz häufig schon, dass He-Man bei einer Schlacht auftauchte, und die Monsterkämpfer flohen aus Angst vor He-Man. Warum sollte also ein isolierter He-Man plötzlich keine Gefahr mehr sein?

3) Warum murkst Skeletor die gefangenen Freunde He-Mans nicht einfach ab, sondern geht das Risiko ein, dass die Magier durch ihre Lebensenergie zurückkehren? Na klar, ok, es ist ein Jugendhörspiel und da bringt man nicht mal eben massenweise Leute um, doch das ist gar nicht mal der Punkt. Der Punkt ist vielmehr, dass Skeletor sich mal fragen sollte, wieso er die Leute an eine Maschine anschliessen sollte, wenn es doch genügt, sie von He-Man zu trennen (also z.B. einfach nur in ein Verlies zu sperren), wenn dadurch die Magier erstarken? 4) Warum sind Arms, Orko, Teela und Co. am Ende wieder völlig bei Kräften, wo sie doch die ganze Zeit "ausgebeutet" wurden?

5) Wieso weiss Hordak, dass Skeletor in den Vulkan fallen wird? Und noch mehr: Woher weiss er, an welcher Stelle genau er warten muss, um ihn zu aufzufangen? Der Radius einer Vulkanöffnung dürfte mehrere dutzend Meter umfassen, der sich nach unten hin mehr und mehr ausdehnt. Außerdem: Wie kann Hordak Skeletor auffangen? Er wird ja steil nach unten fallen, da der Radius aber eben nach unten hin größer wird, kann Hordak Skeletor also eigentlich nur - wenn überhaupt - am Rand stehend auffangen. Oder Hordak müsste unterhalb der Öffnung über der Lava schweben oder in einem Fluggerät sein. Kann Hordak also zaubern und/oder in die Zukunft sehen? Oder wie ist das sonst zu erklären? Und mehr noch. Hätte er Skeletor in die Glut stürzen lassen, wäre er sofort die Nummer #1 bei den Dämonen gewesen und hätte gar nicht erst groß mit Skeletor rummachen müssen. Obwohl, hier könnte man ja noch argumentieren, dass es mit Skeletor an der Seite zunächst leichter ist, sich auf Eternia einzuleben und die Dämonen des Bösen unter sich zu bringen.

6) Als letzten kleinen Schnitzer möchte ich noch fragen, warum Adam nicht als He-Man in Snake Mountain eindringt, denn es wäre doch sehr wohl möglich, dass er bereits auf dem Gelände entdeckt wird und dann - als Adam - in arge Bedrängnis geriete.

Nunja, diese Fragen lassen sich zwar nicht alle einwandfrei auflösen, dennoch bleibt dieses Hörspiel grandios und vorallem die Überraschung um Hordak, als er ganz am Ende plötzlich auftaucht, ist großartig. 93% - must hear!

PS: Erinnert Euch die Stelle, in welcher Skeletor zu He-Man spricht, während er im Wind Raider sitzt, auch immer an das Mikrofon-Feature des alten Snake-Mountain-Playsets?

Das Zitat der Folge kommt von Hordak: Nicht doch, nicht doch, Skeletor. Wir haben Zeit.

Meine Wertung: 93%
Cover: Draculas großes Comeback16.07.2011

Jack Slaughter
(14) Draculas großes Comeback (Erschienen: 2011)
Dauer: 1:06:20

Normalerweise war ich bis jetzt mit meinen Rezensionen zu neuen Jack-Slaughter-Hörspielen ja immer sehr, sehr schnell bei der Hand, aber für "Draculas großes Comeback" brauchte ich wirklich Zeit. Zeit, um sicher zu gehen, wie ich dieses Hörspiel finden soll... Denn, ja, ich habe diese Folge jetzt seit beinahe vier Wochen schon im CD-Player und werde nicht so wirklich warm damit.

Es dauert geschlagene 30 Minuten, bis überhaupt einmal wirklich die Rede von Dracula ist, und dann ist er auch schon nach nur weiteren 4 Minuten direkt dabei. Dann vergehen weitere 3-4 Szenen, in denen zwar die Geschichte selbst peu à peu vorschreitet, aber mit Dracula hat das selbst nicht so wahnsinnig viel zu tun, und erst in den letzten 15 Minuten sind Vampire und Dracula dann mal präsent.

Die letzten 15 Minuten sind dafür zwar wirklich unterhaltsam und nehmen reichlich Fahrt auf, nur bleibt irgendwie am Ende die Frage offen, was man in den ersten 50 Minuten eigentlich alles erlebt hat. Denn diesen 50 Minuten passiert nichts anderes, als dass Sunset vampirisiert und Dracula beschworen wird. Schade auch, dass man Professor Doom immer noch nicht so recht als echte Bedrohung einbauen mag.

Zwar sind die Dialoge zwischen ihm und Basil wie eh und je unverändert witzig, aber so irgendwie verlagert sich das allmählich mehr und mehr auf klassische Comedy-Gags, die teils eine sexuelle Schlagseite inne haben. Schade, denn die Kaffeesucht, Machtgier und Egozentrik Dooms sowie Ar...kriecherei Basils gegenüber Doom geht dabei arg unter. Nicht, dass die beiden immer dieselben Sätze sagen sollen, aber das alles als eine Art Basis für ihre Dialoge zu nehmen, wie es damals der Fall war, gefiele mir besser, weil man einfach ein "echtes" Gespräch zweier Personen mit kleinen Pointen unterstrich, wohingegen sich beide jetzt eigentlich nur noch Sprüche hin- und herschieben.

Dass "Jack Slaughter - Die Tochter des Lichts" unter anderem auch Comedy- und Sitcom-Elemente aufweist, war seit Folge 1 immer schon ausdrücklich erwähnt und auch stets ein Teil der Geschichten, doch es besteht eben ein Unterschied zwischen Comedy- und Sitcom-Elementen und dem dauernden Versuch, einen Witz als solchen, statt einer kleinen witzigen Fussnote, in die Geschichten zu bringen - und das bezieht sich eigentlich nicht nur auf Doom und Basil, sondern ist in "Draculas großes Comeback" in beinahe allen Szenen/Dialogen der Fall.

Somit ist dieses Hörspiel immer noch wunderbar von allen Stimmgebern und -geberinnen performt, super produziert, mit allem drum und dran - und doch verloren die Macher hier ein wenig den typischen Jack-Slaughter-Faden, wie ich meine. Zuviele Szenen/Dialoge, die mit dem eigentlichen Inhalt recht wenig zu tun haben (Jacks Suche nach seiner Identität und seinen Eltern, Doom, der die Welt unterjochen will, Draculas Auferstehung, etc.), und zuviele Witzereien, die ich auch leider größtenteils nur bemerke, als vielmehr darüber zu lachen oder wenigstens zu schmunzeln; mit Ausnahme von Dracula's Aussagen, denn die waren stets wunderbar pointiert...

Mehr als 74% sind da leider nicht drin - tut mir leid. Ich finde Jackie lustiger, wenn er nicht wirklich krampfhaft lustig sein will, sondern es einfach so ist.

Das Zitat der Folge kommt von Jack: Ja, mir geht's viel besser. Das wirkt wirklich Wunder. Was war'n das für'n Gelee? White Silk: Mmmmhmhmmmm, das willst du jetzt nicht wissen, hähä, glaub' mir!

Meine Wertung: 74%
Cover: Die Skelettbande11.07.2011

Ein Fall für TKKG
(173) Die Skelettbande (Erschienen: 2011)
Dauer: 56:55

Die "neuen TKKG" bieten viele Elemente aus den anfänglichen TKKG-Tagen. Leider nur kann ich diese nicht wirklich so wahrnehmen, weil das Drumherum zu modern klingt. Vorallem bei "Die Skelettbande" wird mir das besonders deutlich. Die Specher/innen, die heute die Kinder und Jugendlichen in den Hörspielen spielen, wirken so gekünstelt, und vorallem die Mädchen klingen so übertrieben weich und sanft in den Betonungen; es fehlt mir das Natürliche, wie es z.B. von einer jungen Veronika Neugebauer, einer jungen Alexandra Doerk oder einer jungen Kerstin Draeger. Die haben sich an's Mikro geklemmt und einfach gesprochen, ohne irgendwie affektiert zu klingen.

Es ist doch so: Bei den ganz alten Folgen waren viele, viele junge Stimmen dabei, weil sich praktisch alles immer irgendwie im Internat abspielte. Dann war es laaaaange Zeit nicht mehr so, und erst jetzt geht das wieder zurück in die alten Tugenden. Und wenn man, wie ich, Altfan ist, bemerkt man das, fühlt sich aber seltsam verwirrt, weil alles so, ja, modern und die Jugend (im Hörspiel) so sehr nach "Sprachtraining" klingt.

Und genau das kommt bei "Die Skelettbande" leider zu sehr durch, weil diese Folge nunmal einen hohen Sprachanteil von jungen Stimmen aufzeigt, und das verleidet mir die soweit eigentlich gute Folge viel zu sehr. Denn die Prouktion ist, wie ich bereits schrieb, wunderbar, verdrängt durch ihre moderne Art und Weise nur leider die warme Atmosphäre der frühen 80er Jahre, weshalb man als Fan "umfühlen" und diese "Stimmweichheit" überhören können muss.

Ungewohnt ist auch, dass TKKG jetzt irgendwie pädagogischer geworden ist, was ich aber begrüße. So haben Karls Eltern Eheprobleme (wenngleich es seltsam ist, dass vorallem Karls(!) Mutter SO naiv sein soll), was in die heutige Zeit reinpasst, ohne aufgesetzt zu wirken. Blöd ist allerdings, dass hier nicht konsequent zu Ende gedacht wurde. Die Mutter fühlt sich vernachlässigt und beginnt "egoistischer" zu werden, weil sie Sinn in den Büchern sieht, die sie liest. Und nur, weil der Typ, der die Bücher schrieb, sich nicht ganz korrekt verhält, ergeben seine Bücher selbst auch keinen Sinn mehr, und alles das, was man in den letzten Monaten so dachte und empfand, ist urplötzlich Humbug und vergessen?

Dennoch, alles in allem eine sehr solide Folge, die gut geschrieben, optimal inszeniert, aber ZU "schauspielerisch" dargeboten wird.

Meine Wertung: 70%
Cover: Grusel auf Campbell Castle07.07.2011

Die drei ???
(147) Grusel auf Campbell Castle (Erschienen: 2011)
Dauer: 1:02:32

Grusel? Wecher Grusel? Ein kleines Bisschen Okkultismus kommt zwar durch, aber im Titel von Grusel zu schreiben, ist doch ein wenig stark. Gruselig wäre allenfalls das Folgende. Wenn man mal nachrechnet, von wegen Tod des Vaters und Adoption und soweiter, dann müsste, wenn der Brand 15 Jahre zurückliegt, der gute Herr Spongebob (Santiago Ziesmer) doch ungefähr genauso alt sein, wie die drei ??? selbst es sind...?

Ebenfalls etwas gezwungen klingen mir auch mehr und mehr die Rätselverse. Wieso zum Teufel sollte ich meinem Sohn eines Tages etwas mit einem völlig verkappten Chiffre-Text vererben, was der niemals im Leben lösen könnte; schliesslich sind einige Dinge auch mannigfaltig zu lösen. Und wenn ich erst einen Justus Jonas benötige, läuft da doch einiges falsch.

Nicht zu vergessen: Wenn ein Justus Jonas das lösen kann, kann das auch noch jemand Zweites und jemand Drittes, der ein wenig pfiffig ist. Deshalb ist all das verschlüsselte Zeug eigentlich unnötig, denn man will doch sicherstellen, dass nur diese eine bestimmte Person das Rätsel knacken kann. Doch wenn die selbst es nicht kann und die sich einen von den vielen Profis besorgen muss, könnte auch ein Gauner das Rätsel sich irgendwem knacken lassen.

Irgendwie erheiternd ist dann noch, dass im Finale plötzlich alle möglichen Leute ins Hörspiel stoßen. Und zwar nacheinander, häppchenweise. Aber diese Leute haben mit dem Hörspiel vorher gar nichts zu tun gehabt. Sogar Skinny Norris ist darunter, obwohl man den genauso gut einfach "Max Meyers", "Ronald Jones" oder sonstwie hätte nennen können. Nein, man hätte es sogar so tun müssen, denn Skinny ist nicht mehr Skinny. Herr von der Meden ist mittlerweile einfach zu alt für diesen jungen, rotzfrechen Knaben.

Doof gelaufen ist auch, dass eigentlich spannende Szenen häufig zerredet werden. Loben muss ich allerdings die Produktion, denn die Effekte und all das sind absolut erste Sahne; ebenfalls die Idee von Minninger mit der Flöte (auch, wenn er die sich von den Simpsons abgeguckt hat) gefällt mir gut, denn der Einfall ist toll.

Meine Wertung: 65%
Cover: Der Biss der Bestie07.07.2011

Die drei ???
(146) Der Biss der Bestie (Erschienen: 2011)
Dauer: 56:54

Ich bin etwas hin- und hergerissen. Die Geschichte ist gar nicht übel, ist nachvolliehbar und löst sich erst am Ende wirklich sinnvoll auf. Blöd ist allerdings, dass Frau Erlhoff eine wichtige Sache nicht aus dem Wege räumen kann. Es ist doch so: Bei den drei ???-Geschichten passiert NIEMALS irgendwas, was einfach so passiert.

Alles passiert immer in irgendeinem Zusammenhang mit dem aktuellen Fall. Alles, was man sagt, alles, was man tut - letztlich dient es Justus immer als Indiz oder Beweisgrundlage. Aus diesem Grunde bin ich immer hellhörig bei Dingen, die scheinbar nur so nebenbei gelabert werden und nicht per se mit dem Fall in Verbindung zu stehen scheinen. Denn einfach nur so nebenbei gelabert wird ja nie! ;) Jedenfalls: Als eines der Kinder im Zusammenhang mit "Tiger" das Wort "Hügene" sagte, klingelte es sofort bei mir, denn der Tick mit dem "Säbelzähnetiger"-Versprecher sollte ja nur verwirren, damit andere Dinge nicht so auffallen! ;)

Und wenn man das in diesem Kontext betrachtet, verpulvert "Der Biss der Bestie" in den ersten paar Minuten sofort sein Geheimnis; mir jedenfalls konnte Frau Erlhoff nicht weismachen, es handele sich um Hygiene! ;) Wie dem auch sei, ich mag diese Folge eigentlich - sie verrät sich nur selbst viel zu schnell.

Das Zitat der Folge kommt von Bob: Peter, Du Vollidiot. Das ist Hundefutter!

Meine Wertung: 72%
Cover: Der Mann ohne Kopf10.06.2011

Die drei ???
(106) Der Mann ohne Kopf (Erschienen: 2002)
Dauer: 1:10:31

Was ist diese Folge in der Schusslinie - auweia, auweia und nochmals auweia! Für viele steht "Der Mann ohne Kopf" auf einer Stufe mit (92) Todesflug. Und DAS will was heissen, nicht wahr? :) Die Folge sei zu trendig, zu trashig, der Minninger tauge nichts als Autor, die damals erfolgreiche Jugendband "Echt" sei eine Anbiederung an die Popkultur und ausserdem Hörspiel-unfähig, und wenn es noch mehr Folgen diese Art gäbe, ginge "Die drei ???" den Bach runter...

Harter Tobak, oder? Nun ja, ganz so schwarz sehe ich das alles zwar nicht, doch muss ich gestehen, dass "Der Mann ohne Kopf" keine Meisterleistung darstellt. Die drei Detektive handeln insgesamt zu untypisch in vielen Dingen und dass einfache Diskotheken-Musik wirklich derart extatisch auf Menschen wirken kann, glaube ich absolut nicht, denn dazu ist solch eine Musik viel zu treibend, kreischig und laut, und meditativ geht es in einer In-Disco ja auch nicht gerade zu, es sei denn, man wäre eventuell wirklich bis oben hin voll mit hartem Alkohol oder anderen Drogen.

Deshalb halte auch ich die Story dieser Folge für vollkommenen Humbug, da unglaubwürdig. Zudem muss auch ich leider sagen, dass "Echt", und Kim Frank in der Rolle von Jeffrey im Besonderen, nicht geeignet für Hörspiele sind.

Bei allem Anderen tu' ich gern kleine Mecker-Brötchen backen. Die Thematik "DJ, der was Böses tut" ist zwar zeitgemäß und trendy, doch hin und wieder ein aktuelles Thema stört mich keineswegs - solange es halt gut verpackt wurde; wurde es nur leider nicht, das ist alles. Und auch sonst würde ich nicht so weit gehen, dass die ganze Folge von vorne bis hinten totaler Bockmist wäre, denn sooo super-hundsmieserabel ist sie einfach nicht.

Bleibt unter'm Strich eine ???-Folge, die tatsächlich nicht unbedingt empfehlenswert ist, jedoch auch nicht der letzte Dreck, wie von vielen Fans beschrieben. Der Plot für sich ist nachvollziehbar und logisch strukturiert und allzu viele Endlosdialoge bleiben auch aus. Wirklich, wirklich ankreiden will ich aber, das mir seit Längerem zu häufig vorkommende Finale, in dem die ??? in einer Falle sitzen und zu sterben drohen, und schwupps kommt Inspector Cotta im letzten Moment, weil der irgendwie noch schnell per Handy informiert wurde, das was im Busch ist...

Meine Wertung: 43%
Cover: ...und der Nebelberg09.06.2011

Die drei ???
(105) ...und der Nebelberg (Erschienen: 2002)
Dauer: 1:14:09

"Schön spukig und sehr, sehr klassisch!" Das ist das Erste, was mir einfiel, als ich überlegte, was ich in diesem Text hier über diese Folge schreiben könnte. Dazu kommt Bob, der hier quasi den Erzähler mimt, was ich durchaus als eine willkommene Idee und Abwechlung empfinde. Mich ärgert lediglich etwas, dass Bob nicht einfach sauber vorliest, sondern seine Tagebucheintragungen so intoniert, als lese er laut mit, was er in diesem Moment schreibt. Das mag man so oder so sehen - mich aber stört das ein wenig; andersherum hätte es mir besser gefallen.

Doch ansonsten ist "...und der Nebelberg" 'ne gute Folge. Sicherlich, es gibt wenig Orts- und Szenenwechsel und ab der zweiten Hälfte flaut der Spannungsbogen von Minuten zu Minute spürbar ab, aber auch dann ist es zum Ende hin noch gute Ohrenkost. Nur wird es ein wenig verwirrend, wenn es darumgeht, wer warum hinter alledem steckt und wer wie zu wem steht; doch wenn man aufpasst und vielleicht noch ein 2. oder 3. Mal die Folge hört, kriegt man das gut hin. Einzig das Ende, wo der piepende Wecker die Bösewichter - und auch noch im richtigen Moment! - ablenkt und sie dann überrumpelt werden können, das ist mir zuviel Zufall...

Aber davon ab: Ne gute, solide Neuzeitfolge im Stil der Klassiker. Gut gemacht!

Meine Wertung: 82%
Cover: Gift per E-Mail09.06.2011

Die drei ???
(104) Gift per E-Mail (Erschienen: 2002)
Dauer: 1:08:33

Dick Perry ist der optimale Gegenpart zu den drei ???. Der Typ ist so penetrant, opportunistisch und verleumderisch, dass sogar ich dem am liebsten durch die Lautsprecher einen Kommentar an die Rübe gepfeffert hätte - so muss das sein. Dazu die sehr gut passende Stimme von Ernst Hilbich... Wirklich gut gecastet, Frau Körting! :)

Leider nur war es das ansonsten mit den großen, positiven Aspekten dieses Hörspiels. Denn vom Buch ist nur wenig übrig geblieben: Die Verfolgung Perrys, Kelly als Hausmädchen, die Tauchszene, das Finale am Boot... Stattdessen wird viel zu viel geschwafelt und erst irgendwo im letzten Drittel geht die Action dann mal los. Ich habe weiss Gott nichts gegen "langsame" Hörspiele, aber hier ist es so, dass einiges dadurch sogar noch verwirrender ist; und wenn man weiss, was das Buch alles bietet, dann ist die Enttäuschung sogar noch größer - und dann kommt Just am Ende daher und löst die Chose so nebenbei auf, als wäre doch alles glasklar gewesen.

Bleibt im Kern eine nette Folge, die man durchaus hören kann - mehr allerdings nicht. Einzig erwähnenswert ist, dass Thomas Fritsch ab sofort den Erzählerpart übernimmt und Matthias Fuchs somit ablöste.

Meine Wertung: 69%
Cover: Nacht über Castle Grayskull25.05.2011

Masters of the Universe
(16) Nacht über Castle Grayskull (Erschienen: 1986)
Dauer: 49:49

Hmmm, eigentlich beginnt mit dieser Folge eine Art Trilogie; die Folgen (16), (17) Angriff der Magier und (18) Mekaneck und das Erbe des Grauens greifen nahtlos ineinander, trotzdem ist jede Folge irgendwie für sich selbstständig und hinterläßt am Ende nicht das Gefühl, dass irgendetwas "fehlt".

Dennoch stellt sich mir eine ganz elementare Frage: Wie kamen diese Spiegel in den Weltraum? Und wieso demontieren die Masters die Spiegel nicht einfach oder schiessen von der Rückseite gegen sie? Sollte das aus irgendeinem Grund nicht möglich sein, wäre es gut zu wissen, warum. Jedenfalls: Das Wasser steigt ja wegen der Spiegel, weil die das Sonnenlicht reflektieren. Wozu dann die Maschine? Was genau tut sie, wenn sie aktiviert wurde? Reguliert sie die Anziehungskräfte zwischen Spiegel und Planten? Und was geschieht, wenn sie deaktiviert wurde? Offenbar werden davon ja die Spiegel zerstört, bzw. die stürzen einfach ab.

Naja, vielleicht wissenschaftler ich hier zuviel herum, ist ja immerhin eine Fantasy-Geschichte, in der auch Magie eine Rolle spielt - da drücke ich gern ein Auge zu! Aber dann erkläre man mir wenigstens folgendes: WIE SCHNELL sinkt der Wasserspiegel auf Eternia denn bitte? Das viele Eis ist jetzt flüssig und es sollte eigentlich 'ne gaaaanze Weile dauern, bis nennenswerte Mengen davon wieder zu Eis an den Polen werden können. Man hätte wenigstens eine Sequenz einbauen können, in der die Macht der Zauberin von Grayskull, die ja jetzt nicht mehr unter dem Bann steht, dafür sorgt, dass es so schnell geht. Oder He-Mans Zauberschwert tut seine Wirkung, oder irgendsowas... Aber gut, ich seh drüber hinweg... Und wieso kann He-Man nur ein paar Minuten tauchen? War gerade einfach keine volle Sauerstoff-Flasche zu finden? Aber auch hier drücke ich gern eine Auge zu...

Doch bei zwei Dingen komme ich echt nicht mit. Nummer 1: Warum ist Mer-Man in jedem Fall verloren, wie Skeletor zu Webstor ja sagt!? An Land kann er leben (wenn die Maschine wieder aus ist) und unter Wasser sowieso (wenn die Maschine anbleibt). Zudem wendet sich Mer-Man ja auch gegen Skeletor, da er ja vorhat, die Maschine anzulassen, hier hätte also prima erklärt werden können, warum das nicht gut für ihn wäre...

Nummer 2: Beast Man hat Angst vor einer normalen Waldspinne? Der Herr über die Monster und alle sonstigen abscheulichen Kreaturen fürchtet sich wie ein kleines Kind, wenn man ihm eine Spinne auf den Arm setzt und glaubt sogar ernsthaft, sterben zu müssen, weil sie ihn biss? Also bitte, Herr Francis, das ist echt starker Tobak. Ganz zu vergessen, dass Beast Man mir hier ganz allgemein zu zahm dargestellt wird. Wo ist der Beast Man aus (1) Sternenstaub oder (5) Höhle des Schreckens? Andererseits denke ich aber, dass das vorallem an Christian Rodes Inerpretation liegt. Mit etwas anderer Intonation hätte man einen etwas glaubhafteren Beast Man hören können. Umso mehr lobe ich mir, dass Webstor hier als intelligent und autark vermittelt wird - wunderbar gemacht. Dafür ist aber widerum schade, dass das nun entstandene Konfliktpotenzial zwischen Skeletor und Mer-Man nicht für spätere Folgen genutzt wurde.

Ansonsten ist diese Folge aber wie immer 1A produziert! Geile Cast, geniale Musiken und spannend ist sie auch durch und durch. Einzig die von mir ins Spiel gebrachten Fragen nach der Maschine und dem Meeresspiegel werfen Dinge auf, die man mit wenigen halbwegs beiläufig eingestreuten Sätzen ganz leicht hätte ausmerzen können. Trotzdem sind sie nichts, was den Hörgenuss sonderlich trüben würde.

Übrigens, wer gute Ohren hat, kann bereits hier schon Jörg Gillner, der ja den Kobra Kahn spricht, heraushören... Heiteres Herausfinden! ;)

Das Zitat der Folge kommt von Beast Man: Ah, nein, nicht die Spinne! Ich habe Angst vor ihr!

Meine Wertung: 91%

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