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Das Rezensions-Archiv

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Cover: Mekaneck und das Erbe des Grauens28.07.2011

Masters of the Universe
(18) Mekaneck und das Erbe des Grauens (Erschienen: 1986)
Dauer: 40:03

Erneut eine richtig gute MOTU-Hörspiel-Folge, die auch gar nicht viel Zeit schindet. In wenigen Minuten ist man mittendrin in der Story, so soll es sein. Prächtige Atmo, grandiose Specher/innen und vorallem Douglas Welbat liefert hier eine Performance ab, die jeder Beschreibung spottet; einfach nur klasse, wie er den "Ich bin ein Siegertyp"-Mekaneck mimt!

Nicht so sein sollten allerdings Verständnisprobleme hier und dort. Sicher, mit dem Plot ist an und für sich alles in Ordnung und man versteht alles wunderbar. Mekaneck holt sein Erbe, Hordak stiehlt es ihm und gibt es Skeletor, Grayskull klein, Grayskull wird gesucht, gefunden, vergrößert, fertig. Aber jetzt kommt's! Mekaneck reitet verärgert in die Wüste und erinnert sich - der Erzähler betont es extra noch! - an etwas, was er selbst schon fast vergessen hatte, nämlich sein Erbe. Und Mekaneck selbst erklärt sogar noch, dass das schon lange her sei.

Nun frage ich ich mich also, woher weiss Hordak, wohin Mekaneck reiten wollte, denn Mekaneck wusste es ja selbst nicht - er ritt einfach nur so vor sich hin um sich abzureagieren. Obwohl: hier könnte man noch vermuten, dass Hordak ihm einfach folgte - wobei dann aber die Frage wäre, warum er ihm folgte. Nunja, viel wichtiger ist allerdings, woher Hordak von dem Erbe weiss - und auch, woher er weiss, von wem Mekaneck etwas erbt! Denn Mekaneck hatte ja selbst schon nicht mehr daran gedacht und konnte es in der jüngsten Zeit darum wohl auch keinem erzählt haben, und Hordak ist ja selbst erst seit kurzem (wieder) auf Eternia. Woher weiss er also davon? Und noch mehr: Woher weiss Hordak, wie die Waffe funktioniert? OK, er könnte die Waffe in der Zwischenzeit eventuell einfach mal auf gut Glück ausprobiert haben, schon klar.

Sicherlich, man könnte jetzt sagen: Jaaaaa, Mekaneck war vor dem Wüstenritt noch in einer Taverne und hat sich dort an sein Erbe erinnert, darüber mit irgendwem geplaudert und Hordak hat das mitbekommen, oder es wurde ihm zugetragen, und der Erzähler hat das aus irgendwelchen Gründen einfach mit "...erinnerte er sich plötzlich(!) an etwas, was er schon fast vergessen hatte" zusammengefasst. Doch wirkt das etwas unwahrscheinlich, denn bei aller Freude über sein Erbe und der Tatsache, vermutlich in der Taverne schon seinen Ärger losgeworden zu sein, würde er nicht beim Ritt in die Wüste immer noch vor sich hin murmeln, dass er niemals etwas übersehen würde.

Ausserdem bleibt zu überlegen, warum Hordak nicht selbst diese Waffe benutzte. Sowohl gegen Skeletor und seine Helfer als auch gegen die Masters. Mekaneck selbst sagte zu He-Man, dass Hordak und Skeletor eines Tages darum kämpfen würden, wer die Dämonen des Bösen anführen werde, was heisst, das Francis dieses Rivalitäten-Detail kannte und keineswegs übersah - und wir MOTU-Fans wissen von dieser Fehde ja sowieso. ;) Also: Warum gab Hordak Skeletor diese Waffe, statt sie selbst zu nutzen? Und kannte er wirklich den Verstorbenen, wie er ja Mekaneck gegenüber behauptet?

Es wäre also sehr, sehr hilfreich gewesen, uns diese 2-3 Zusammenhänge zu verklickern. Etwas schade, wenngleich auch nicht wirklich problematisch ist eventuell noch, dass man von Hordaks Schergen noch nichts zu hören bekommt. Darum wage ich einmal die kühne Vermutung, dass man Francis informierte, dass bald "Die wilde Horde" erscheinen werde, dass Hordak der Anführer sei und dass man später noch weitere Infos folgen werden. Oder Francis sah für Hordaks Horde einfach noch keine Verwendung in dieser Story - was natürlich ebenfalls sehr gut möglich ist, denn bei (17) Angriff der Magier werden sie auch nur knapp am Rande erwähnt, ohne genau auf die einzugehen. :)

Nunja, ich muss zugeben, die allermeisten von mir aufgebrachten Fragen kann man sich selbst irgendwie befriedigend beantworten - einzig die Fragen, woher Hordak von dem Erbe weiss und warum er es nicht für sich selbst nutzt, werden nicht beantwortet und kann auch nicht selbst beantwortet werden. Und das heisst, Francis hat nicht aufgepasst oder sein Skript wurde gekürzt und eine entsprechende Szene war eigentlich von Francis vorgesehen.

Alles in allem aber wirft dieses Hörspiel weit weniger unlösbare, wichtige Fragen auf, als viele seiner Vorgänger. Und weil diese Vorgänger ja schon ob dieser kleinen Mankos grandiose Folgen sind, ist es diese Folge natürlich ebenfalls! ;)

...oh, aber eine Sache noch: Wenn das verkleinerte Grayskull soooo schwer ist, dass sogar He-Man das bemerkt, wie kann dann der Wind Raider mit Grayskull im Schlepptau fliegen? ;)

Das Zitat der Folge kommt von Mekaneck: ...immerhin bin ich ein Siegertyp!

Meine Wertung: 88%
Cover: Angriff der Magier28.07.2011

Masters of the Universe
(17) Angriff der Magier (Erschienen: 1986)
Dauer: 47:04

Dass die Europa-Hörspiele zu Masters of the Universe eine grandiose Symbiose aus "Werbung" und tollen und produktgetreuen Geschichten sind, beweist unter anderem der "Angriff der Magier". Es werden nämlich nicht nur stumpf alle Figuren runtergerattert, die man für Geld kaufen kann, sondern die Story ringsrum ist wieder mal einfach super. Super produziert, super geschrieben, super eingesprochen.

Dennoch bleiben leider wieder mal einige Fragen offen. 1) Die Idee, He-Mans Freunde gefangen zu nehmen, damit He-Man am Ende allein darsteht, ist gut. Doch andererseits könnte man ihn ja auch einfach aus der Ferne mit einem Laser abknallen - doch in diesem Punkt drücke ich gern ein extragroßes Auge zu. 2) In der Vergangenheit - und auch der Zukunft - langte ganz häufig schon, dass He-Man bei einer Schlacht auftauchte, und die Monsterkämpfer flohen aus Angst vor He-Man. Warum sollte also ein isolierter He-Man plötzlich keine Gefahr mehr sein?

3) Warum murkst Skeletor die gefangenen Freunde He-Mans nicht einfach ab, sondern geht das Risiko ein, dass die Magier durch ihre Lebensenergie zurückkehren? Na klar, ok, es ist ein Jugendhörspiel und da bringt man nicht mal eben massenweise Leute um, doch das ist gar nicht mal der Punkt. Der Punkt ist vielmehr, dass Skeletor sich mal fragen sollte, wieso er die Leute an eine Maschine anschliessen sollte, wenn es doch genügt, sie von He-Man zu trennen (also z.B. einfach nur in ein Verlies zu sperren), wenn dadurch die Magier erstarken? 4) Warum sind Arms, Orko, Teela und Co. am Ende wieder völlig bei Kräften, wo sie doch die ganze Zeit "ausgebeutet" wurden?

5) Wieso weiss Hordak, dass Skeletor in den Vulkan fallen wird? Und noch mehr: Woher weiss er, an welcher Stelle genau er warten muss, um ihn zu aufzufangen? Der Radius einer Vulkanöffnung dürfte mehrere dutzend Meter umfassen, der sich nach unten hin mehr und mehr ausdehnt. Außerdem: Wie kann Hordak Skeletor auffangen? Er wird ja steil nach unten fallen, da der Radius aber eben nach unten hin größer wird, kann Hordak Skeletor also eigentlich nur - wenn überhaupt - am Rand stehend auffangen. Oder Hordak müsste unterhalb der Öffnung über der Lava schweben oder in einem Fluggerät sein. Kann Hordak also zaubern und/oder in die Zukunft sehen? Oder wie ist das sonst zu erklären? Und mehr noch. Hätte er Skeletor in die Glut stürzen lassen, wäre er sofort die Nummer #1 bei den Dämonen gewesen und hätte gar nicht erst groß mit Skeletor rummachen müssen. Obwohl, hier könnte man ja noch argumentieren, dass es mit Skeletor an der Seite zunächst leichter ist, sich auf Eternia einzuleben und die Dämonen des Bösen unter sich zu bringen.

6) Als letzten kleinen Schnitzer möchte ich noch fragen, warum Adam nicht als He-Man in Snake Mountain eindringt, denn es wäre doch sehr wohl möglich, dass er bereits auf dem Gelände entdeckt wird und dann - als Adam - in arge Bedrängnis geriete.

Nunja, diese Fragen lassen sich zwar nicht alle einwandfrei auflösen, dennoch bleibt dieses Hörspiel grandios und vorallem die Überraschung um Hordak, als er ganz am Ende plötzlich auftaucht, ist großartig. 93% - must hear!

PS: Erinnert Euch die Stelle, in welcher Skeletor zu He-Man spricht, während er im Wind Raider sitzt, auch immer an das Mikrofon-Feature des alten Snake-Mountain-Playsets?

Das Zitat der Folge kommt von Hordak: Nicht doch, nicht doch, Skeletor. Wir haben Zeit.

Meine Wertung: 93%
Cover: Draculas großes Comeback16.07.2011

Jack Slaughter
(14) Draculas großes Comeback (Erschienen: 2011)
Dauer: 1:06:20

Normalerweise war ich bis jetzt mit meinen Rezensionen zu neuen Jack-Slaughter-Hörspielen ja immer sehr, sehr schnell bei der Hand, aber für "Draculas großes Comeback" brauchte ich wirklich Zeit. Zeit, um sicher zu gehen, wie ich dieses Hörspiel finden soll... Denn, ja, ich habe diese Folge jetzt seit beinahe vier Wochen schon im CD-Player und werde nicht so wirklich warm damit.

Es dauert geschlagene 30 Minuten, bis überhaupt einmal wirklich die Rede von Dracula ist, und dann ist er auch schon nach nur weiteren 4 Minuten direkt dabei. Dann vergehen weitere 3-4 Szenen, in denen zwar die Geschichte selbst peu à peu vorschreitet, aber mit Dracula hat das selbst nicht so wahnsinnig viel zu tun, und erst in den letzten 15 Minuten sind Vampire und Dracula dann mal präsent.

Die letzten 15 Minuten sind dafür zwar wirklich unterhaltsam und nehmen reichlich Fahrt auf, nur bleibt irgendwie am Ende die Frage offen, was man in den ersten 50 Minuten eigentlich alles erlebt hat. Denn diesen 50 Minuten passiert nichts anderes, als dass Sunset vampirisiert und Dracula beschworen wird. Schade auch, dass man Professor Doom immer noch nicht so recht als echte Bedrohung einbauen mag.

Zwar sind die Dialoge zwischen ihm und Basil wie eh und je unverändert witzig, aber so irgendwie verlagert sich das allmählich mehr und mehr auf klassische Comedy-Gags, die teils eine sexuelle Schlagseite inne haben. Schade, denn die Kaffeesucht, Machtgier und Egozentrik Dooms sowie Ar...kriecherei Basils gegenüber Doom geht dabei arg unter. Nicht, dass die beiden immer dieselben Sätze sagen sollen, aber das alles als eine Art Basis für ihre Dialoge zu nehmen, wie es damals der Fall war, gefiele mir besser, weil man einfach ein "echtes" Gespräch zweier Personen mit kleinen Pointen unterstrich, wohingegen sich beide jetzt eigentlich nur noch Sprüche hin- und herschieben.

Dass "Jack Slaughter - Die Tochter des Lichts" unter anderem auch Comedy- und Sitcom-Elemente aufweist, war seit Folge 1 immer schon ausdrücklich erwähnt und auch stets ein Teil der Geschichten, doch es besteht eben ein Unterschied zwischen Comedy- und Sitcom-Elementen und dem dauernden Versuch, einen Witz als solchen, statt einer kleinen witzigen Fussnote, in die Geschichten zu bringen - und das bezieht sich eigentlich nicht nur auf Doom und Basil, sondern ist in "Draculas großes Comeback" in beinahe allen Szenen/Dialogen der Fall.

Somit ist dieses Hörspiel immer noch wunderbar von allen Stimmgebern und -geberinnen performt, super produziert, mit allem drum und dran - und doch verloren die Macher hier ein wenig den typischen Jack-Slaughter-Faden, wie ich meine. Zuviele Szenen/Dialoge, die mit dem eigentlichen Inhalt recht wenig zu tun haben (Jacks Suche nach seiner Identität und seinen Eltern, Doom, der die Welt unterjochen will, Draculas Auferstehung, etc.), und zuviele Witzereien, die ich auch leider größtenteils nur bemerke, als vielmehr darüber zu lachen oder wenigstens zu schmunzeln; mit Ausnahme von Dracula's Aussagen, denn die waren stets wunderbar pointiert...

Mehr als 74% sind da leider nicht drin - tut mir leid. Ich finde Jackie lustiger, wenn er nicht wirklich krampfhaft lustig sein will, sondern es einfach so ist.

Das Zitat der Folge kommt von Jack: Ja, mir geht's viel besser. Das wirkt wirklich Wunder. Was war'n das für'n Gelee? White Silk: Mmmmhmhmmmm, das willst du jetzt nicht wissen, hähä, glaub' mir!

Meine Wertung: 74%
Cover: Die Skelettbande11.07.2011

Ein Fall für TKKG
(173) Die Skelettbande (Erschienen: 2011)
Dauer: 56:55

Die "neuen TKKG" bieten viele Elemente aus den anfänglichen TKKG-Tagen. Leider nur kann ich diese nicht wirklich so wahrnehmen, weil das Drumherum zu modern klingt. Vorallem bei "Die Skelettbande" wird mir das besonders deutlich. Die Specher/innen, die heute die Kinder und Jugendlichen in den Hörspielen spielen, wirken so gekünstelt, und vorallem die Mädchen klingen so übertrieben weich und sanft in den Betonungen; es fehlt mir das Natürliche, wie es z.B. von einer jungen Veronika Neugebauer, einer jungen Alexandra Doerk oder einer jungen Kerstin Draeger. Die haben sich an's Mikro geklemmt und einfach gesprochen, ohne irgendwie affektiert zu klingen.

Es ist doch so: Bei den ganz alten Folgen waren viele, viele junge Stimmen dabei, weil sich praktisch alles immer irgendwie im Internat abspielte. Dann war es laaaaange Zeit nicht mehr so, und erst jetzt geht das wieder zurück in die alten Tugenden. Und wenn man, wie ich, Altfan ist, bemerkt man das, fühlt sich aber seltsam verwirrt, weil alles so, ja, modern und die Jugend (im Hörspiel) so sehr nach "Sprachtraining" klingt.

Und genau das kommt bei "Die Skelettbande" leider zu sehr durch, weil diese Folge nunmal einen hohen Sprachanteil von jungen Stimmen aufzeigt, und das verleidet mir die soweit eigentlich gute Folge viel zu sehr. Denn die Prouktion ist, wie ich bereits schrieb, wunderbar, verdrängt durch ihre moderne Art und Weise nur leider die warme Atmosphäre der frühen 80er Jahre, weshalb man als Fan "umfühlen" und diese "Stimmweichheit" überhören können muss.

Ungewohnt ist auch, dass TKKG jetzt irgendwie pädagogischer geworden ist, was ich aber begrüße. So haben Karls Eltern Eheprobleme (wenngleich es seltsam ist, dass vorallem Karls(!) Mutter SO naiv sein soll), was in die heutige Zeit reinpasst, ohne aufgesetzt zu wirken. Blöd ist allerdings, dass hier nicht konsequent zu Ende gedacht wurde. Die Mutter fühlt sich vernachlässigt und beginnt "egoistischer" zu werden, weil sie Sinn in den Büchern sieht, die sie liest. Und nur, weil der Typ, der die Bücher schrieb, sich nicht ganz korrekt verhält, ergeben seine Bücher selbst auch keinen Sinn mehr, und alles das, was man in den letzten Monaten so dachte und empfand, ist urplötzlich Humbug und vergessen?

Dennoch, alles in allem eine sehr solide Folge, die gut geschrieben, optimal inszeniert, aber ZU "schauspielerisch" dargeboten wird.

Meine Wertung: 70%
Cover: Grusel auf Campbell Castle07.07.2011

Die drei ???
(147) Grusel auf Campbell Castle (Erschienen: 2011)
Dauer: 1:02:32

Grusel? Wecher Grusel? Ein kleines Bisschen Okkultismus kommt zwar durch, aber im Titel von Grusel zu schreiben, ist doch ein wenig stark. Gruselig wäre allenfalls das Folgende. Wenn man mal nachrechnet, von wegen Tod des Vaters und Adoption und soweiter, dann müsste, wenn der Brand 15 Jahre zurückliegt, der gute Herr Spongebob (Santiago Ziesmer) doch ungefähr genauso alt sein, wie die drei ??? selbst es sind...?

Ebenfalls etwas gezwungen klingen mir auch mehr und mehr die Rätselverse. Wieso zum Teufel sollte ich meinem Sohn eines Tages etwas mit einem völlig verkappten Chiffre-Text vererben, was der niemals im Leben lösen könnte; schliesslich sind einige Dinge auch mannigfaltig zu lösen. Und wenn ich erst einen Justus Jonas benötige, läuft da doch einiges falsch.

Nicht zu vergessen: Wenn ein Justus Jonas das lösen kann, kann das auch noch jemand Zweites und jemand Drittes, der ein wenig pfiffig ist. Deshalb ist all das verschlüsselte Zeug eigentlich unnötig, denn man will doch sicherstellen, dass nur diese eine bestimmte Person das Rätsel knacken kann. Doch wenn die selbst es nicht kann und die sich einen von den vielen Profis besorgen muss, könnte auch ein Gauner das Rätsel sich irgendwem knacken lassen.

Irgendwie erheiternd ist dann noch, dass im Finale plötzlich alle möglichen Leute ins Hörspiel stoßen. Und zwar nacheinander, häppchenweise. Aber diese Leute haben mit dem Hörspiel vorher gar nichts zu tun gehabt. Sogar Skinny Norris ist darunter, obwohl man den genauso gut einfach "Max Meyers", "Ronald Jones" oder sonstwie hätte nennen können. Nein, man hätte es sogar so tun müssen, denn Skinny ist nicht mehr Skinny. Herr von der Meden ist mittlerweile einfach zu alt für diesen jungen, rotzfrechen Knaben.

Doof gelaufen ist auch, dass eigentlich spannende Szenen häufig zerredet werden. Loben muss ich allerdings die Produktion, denn die Effekte und all das sind absolut erste Sahne; ebenfalls die Idee von Minninger mit der Flöte (auch, wenn er die sich von den Simpsons abgeguckt hat) gefällt mir gut, denn der Einfall ist toll.

Meine Wertung: 65%
Cover: Der Biss der Bestie07.07.2011

Die drei ???
(146) Der Biss der Bestie (Erschienen: 2011)
Dauer: 56:54

Ich bin etwas hin- und hergerissen. Die Geschichte ist gar nicht übel, ist nachvolliehbar und löst sich erst am Ende wirklich sinnvoll auf. Blöd ist allerdings, dass Frau Erlhoff eine wichtige Sache nicht aus dem Wege räumen kann. Es ist doch so: Bei den drei ???-Geschichten passiert NIEMALS irgendwas, was einfach so passiert.

Alles passiert immer in irgendeinem Zusammenhang mit dem aktuellen Fall. Alles, was man sagt, alles, was man tut - letztlich dient es Justus immer als Indiz oder Beweisgrundlage. Aus diesem Grunde bin ich immer hellhörig bei Dingen, die scheinbar nur so nebenbei gelabert werden und nicht per se mit dem Fall in Verbindung zu stehen scheinen. Denn einfach nur so nebenbei gelabert wird ja nie! ;) Jedenfalls: Als eines der Kinder im Zusammenhang mit "Tiger" das Wort "Hügene" sagte, klingelte es sofort bei mir, denn der Tick mit dem "Säbelzähnetiger"-Versprecher sollte ja nur verwirren, damit andere Dinge nicht so auffallen! ;)

Und wenn man das in diesem Kontext betrachtet, verpulvert "Der Biss der Bestie" in den ersten paar Minuten sofort sein Geheimnis; mir jedenfalls konnte Frau Erlhoff nicht weismachen, es handele sich um Hygiene! ;) Wie dem auch sei, ich mag diese Folge eigentlich - sie verrät sich nur selbst viel zu schnell.

Das Zitat der Folge kommt von Bob: Peter, Du Vollidiot. Das ist Hundefutter!

Meine Wertung: 72%
Cover: Der Mann ohne Kopf10.06.2011

Die drei ???
(106) Der Mann ohne Kopf (Erschienen: 2002)
Dauer: 1:10:31

Was ist diese Folge in der Schusslinie - auweia, auweia und nochmals auweia! Für viele steht "Der Mann ohne Kopf" auf einer Stufe mit (92) Todesflug. Und DAS will was heissen, nicht wahr? :) Die Folge sei zu trendig, zu trashig, der Minninger tauge nichts als Autor, die damals erfolgreiche Jugendband "Echt" sei eine Anbiederung an die Popkultur und ausserdem Hörspiel-unfähig, und wenn es noch mehr Folgen diese Art gäbe, ginge "Die drei ???" den Bach runter...

Harter Tobak, oder? Nun ja, ganz so schwarz sehe ich das alles zwar nicht, doch muss ich gestehen, dass "Der Mann ohne Kopf" keine Meisterleistung darstellt. Die drei Detektive handeln insgesamt zu untypisch in vielen Dingen und dass einfache Diskotheken-Musik wirklich derart extatisch auf Menschen wirken kann, glaube ich absolut nicht, denn dazu ist solch eine Musik viel zu treibend, kreischig und laut, und meditativ geht es in einer In-Disco ja auch nicht gerade zu, es sei denn, man wäre eventuell wirklich bis oben hin voll mit hartem Alkohol oder anderen Drogen.

Deshalb halte auch ich die Story dieser Folge für vollkommenen Humbug, da unglaubwürdig. Zudem muss auch ich leider sagen, dass "Echt", und Kim Frank in der Rolle von Jeffrey im Besonderen, nicht geeignet für Hörspiele sind.

Bei allem Anderen tu' ich gern kleine Mecker-Brötchen backen. Die Thematik "DJ, der was Böses tut" ist zwar zeitgemäß und trendy, doch hin und wieder ein aktuelles Thema stört mich keineswegs - solange es halt gut verpackt wurde; wurde es nur leider nicht, das ist alles. Und auch sonst würde ich nicht so weit gehen, dass die ganze Folge von vorne bis hinten totaler Bockmist wäre, denn sooo super-hundsmieserabel ist sie einfach nicht.

Bleibt unter'm Strich eine ???-Folge, die tatsächlich nicht unbedingt empfehlenswert ist, jedoch auch nicht der letzte Dreck, wie von vielen Fans beschrieben. Der Plot für sich ist nachvollziehbar und logisch strukturiert und allzu viele Endlosdialoge bleiben auch aus. Wirklich, wirklich ankreiden will ich aber, das mir seit Längerem zu häufig vorkommende Finale, in dem die ??? in einer Falle sitzen und zu sterben drohen, und schwupps kommt Inspector Cotta im letzten Moment, weil der irgendwie noch schnell per Handy informiert wurde, das was im Busch ist...

Meine Wertung: 43%
Cover: ...und der Nebelberg09.06.2011

Die drei ???
(105) ...und der Nebelberg (Erschienen: 2002)
Dauer: 1:14:09

"Schön spukig und sehr, sehr klassisch!" Das ist das Erste, was mir einfiel, als ich überlegte, was ich in diesem Text hier über diese Folge schreiben könnte. Dazu kommt Bob, der hier quasi den Erzähler mimt, was ich durchaus als eine willkommene Idee und Abwechlung empfinde. Mich ärgert lediglich etwas, dass Bob nicht einfach sauber vorliest, sondern seine Tagebucheintragungen so intoniert, als lese er laut mit, was er in diesem Moment schreibt. Das mag man so oder so sehen - mich aber stört das ein wenig; andersherum hätte es mir besser gefallen.

Doch ansonsten ist "...und der Nebelberg" 'ne gute Folge. Sicherlich, es gibt wenig Orts- und Szenenwechsel und ab der zweiten Hälfte flaut der Spannungsbogen von Minuten zu Minute spürbar ab, aber auch dann ist es zum Ende hin noch gute Ohrenkost. Nur wird es ein wenig verwirrend, wenn es darumgeht, wer warum hinter alledem steckt und wer wie zu wem steht; doch wenn man aufpasst und vielleicht noch ein 2. oder 3. Mal die Folge hört, kriegt man das gut hin. Einzig das Ende, wo der piepende Wecker die Bösewichter - und auch noch im richtigen Moment! - ablenkt und sie dann überrumpelt werden können, das ist mir zuviel Zufall...

Aber davon ab: Ne gute, solide Neuzeitfolge im Stil der Klassiker. Gut gemacht!

Meine Wertung: 82%
Cover: Gift per E-Mail09.06.2011

Die drei ???
(104) Gift per E-Mail (Erschienen: 2002)
Dauer: 1:08:33

Dick Perry ist der optimale Gegenpart zu den drei ???. Der Typ ist so penetrant, opportunistisch und verleumderisch, dass sogar ich dem am liebsten durch die Lautsprecher einen Kommentar an die Rübe gepfeffert hätte - so muss das sein. Dazu die sehr gut passende Stimme von Ernst Hilbich... Wirklich gut gecastet, Frau Körting! :)

Leider nur war es das ansonsten mit den großen, positiven Aspekten dieses Hörspiels. Denn vom Buch ist nur wenig übrig geblieben: Die Verfolgung Perrys, Kelly als Hausmädchen, die Tauchszene, das Finale am Boot... Stattdessen wird viel zu viel geschwafelt und erst irgendwo im letzten Drittel geht die Action dann mal los. Ich habe weiss Gott nichts gegen "langsame" Hörspiele, aber hier ist es so, dass einiges dadurch sogar noch verwirrender ist; und wenn man weiss, was das Buch alles bietet, dann ist die Enttäuschung sogar noch größer - und dann kommt Just am Ende daher und löst die Chose so nebenbei auf, als wäre doch alles glasklar gewesen.

Bleibt im Kern eine nette Folge, die man durchaus hören kann - mehr allerdings nicht. Einzig erwähnenswert ist, dass Thomas Fritsch ab sofort den Erzählerpart übernimmt und Matthias Fuchs somit ablöste.

Meine Wertung: 69%
Cover: Nacht über Castle Grayskull25.05.2011

Masters of the Universe
(16) Nacht über Castle Grayskull (Erschienen: 1986)
Dauer: 49:49

Hmmm, eigentlich beginnt mit dieser Folge eine Art Trilogie; die Folgen (16), (17) Angriff der Magier und (18) Mekaneck und das Erbe des Grauens greifen nahtlos ineinander, trotzdem ist jede Folge irgendwie für sich selbstständig und hinterläßt am Ende nicht das Gefühl, dass irgendetwas "fehlt".

Dennoch stellt sich mir eine ganz elementare Frage: Wie kamen diese Spiegel in den Weltraum? Und wieso demontieren die Masters die Spiegel nicht einfach oder schiessen von der Rückseite gegen sie? Sollte das aus irgendeinem Grund nicht möglich sein, wäre es gut zu wissen, warum. Jedenfalls: Das Wasser steigt ja wegen der Spiegel, weil die das Sonnenlicht reflektieren. Wozu dann die Maschine? Was genau tut sie, wenn sie aktiviert wurde? Reguliert sie die Anziehungskräfte zwischen Spiegel und Planten? Und was geschieht, wenn sie deaktiviert wurde? Offenbar werden davon ja die Spiegel zerstört, bzw. die stürzen einfach ab.

Naja, vielleicht wissenschaftler ich hier zuviel herum, ist ja immerhin eine Fantasy-Geschichte, in der auch Magie eine Rolle spielt - da drücke ich gern ein Auge zu! Aber dann erkläre man mir wenigstens folgendes: WIE SCHNELL sinkt der Wasserspiegel auf Eternia denn bitte? Das viele Eis ist jetzt flüssig und es sollte eigentlich 'ne gaaaanze Weile dauern, bis nennenswerte Mengen davon wieder zu Eis an den Polen werden können. Man hätte wenigstens eine Sequenz einbauen können, in der die Macht der Zauberin von Grayskull, die ja jetzt nicht mehr unter dem Bann steht, dafür sorgt, dass es so schnell geht. Oder He-Mans Zauberschwert tut seine Wirkung, oder irgendsowas... Aber gut, ich seh drüber hinweg... Und wieso kann He-Man nur ein paar Minuten tauchen? War gerade einfach keine volle Sauerstoff-Flasche zu finden? Aber auch hier drücke ich gern eine Auge zu...

Doch bei zwei Dingen komme ich echt nicht mit. Nummer 1: Warum ist Mer-Man in jedem Fall verloren, wie Skeletor zu Webstor ja sagt!? An Land kann er leben (wenn die Maschine wieder aus ist) und unter Wasser sowieso (wenn die Maschine anbleibt). Zudem wendet sich Mer-Man ja auch gegen Skeletor, da er ja vorhat, die Maschine anzulassen, hier hätte also prima erklärt werden können, warum das nicht gut für ihn wäre...

Nummer 2: Beast Man hat Angst vor einer normalen Waldspinne? Der Herr über die Monster und alle sonstigen abscheulichen Kreaturen fürchtet sich wie ein kleines Kind, wenn man ihm eine Spinne auf den Arm setzt und glaubt sogar ernsthaft, sterben zu müssen, weil sie ihn biss? Also bitte, Herr Francis, das ist echt starker Tobak. Ganz zu vergessen, dass Beast Man mir hier ganz allgemein zu zahm dargestellt wird. Wo ist der Beast Man aus (1) Sternenstaub oder (5) Höhle des Schreckens? Andererseits denke ich aber, dass das vorallem an Christian Rodes Inerpretation liegt. Mit etwas anderer Intonation hätte man einen etwas glaubhafteren Beast Man hören können. Umso mehr lobe ich mir, dass Webstor hier als intelligent und autark vermittelt wird - wunderbar gemacht. Dafür ist aber widerum schade, dass das nun entstandene Konfliktpotenzial zwischen Skeletor und Mer-Man nicht für spätere Folgen genutzt wurde.

Ansonsten ist diese Folge aber wie immer 1A produziert! Geile Cast, geniale Musiken und spannend ist sie auch durch und durch. Einzig die von mir ins Spiel gebrachten Fragen nach der Maschine und dem Meeresspiegel werfen Dinge auf, die man mit wenigen halbwegs beiläufig eingestreuten Sätzen ganz leicht hätte ausmerzen können. Trotzdem sind sie nichts, was den Hörgenuss sonderlich trüben würde.

Übrigens, wer gute Ohren hat, kann bereits hier schon Jörg Gillner, der ja den Kobra Kahn spricht, heraushören... Heiteres Herausfinden! ;)

Das Zitat der Folge kommt von Beast Man: Ah, nein, nicht die Spinne! Ich habe Angst vor ihr!

Meine Wertung: 91%
Cover: Die lachende Brücke24.05.2011

Masters of the Universe
(15) Die lachende Brücke (Erschienen: 1986)
Dauer: 42:08

Das Konzept dieser Folge ist meiner Meinung nach einfach nur genial! Die Idee mit dem spiegelnden Wasser ist klasse, ebenso wie die Produktion und selbstverständlich - wie immer - alle Sprecher/innen in dieser Folge, als Bonus gibt's eine schön mystische Musikkulisse.

Es gibt nur einen großen Schnitzer dieser Folge: all die vielen Fragen!

Was zum Henker will Mer-Man mit dem Geheimnis von Man-E-Faces? Wie wir ja später in (24) Skeletors Meisterplan erfahren, gibt es eigentlich gar kein Geheimnis. Und mal im Ernst, dass Man-E-Faces mit seinen drei Gesichtern auch mehr oder weniger drei Charaktere verkörpert, ist quasi MOTU-Basiswissen, das kleine He-Man-Einmaleins. Das ist weder ein Geheimnis, noch eine große Enthüllung. Und warum hält sich Skeletor an das Versprechen, für Mer-Man das Geheimnis zu stehlen? Er ist der Herr des Bösen, verflixt nochmal, sollte Skeletor da nicht nach der Rettung drauf pfeiffen? Und wieso vertraut Mer-Man darauf, dass Skeletor sein Wort halten würde? Seltsam auch, wie Doros darauf anspielt, dass man Man-E-Faces ja helfen müsse, bei ihm sei es etwas Anderes. Öhm, ja, aber warum? Ist er ein armes Würstchen, das sehr bedürftig ist, und alle wissen davon? Oder ist er bei allen Völkern Eternias einfach sehr, sehr beliebt und alle helfen gern? Warum wäre es gerade bei 'Faces so anders? Gibt es also doch ein Geheimnis?

Und warum begibt sich Skeletor in/unter die Brücke? Wieso brachte er 'Faces nicht nach Snake Mountain? Was ich ebenso nicht verstehe, ist, wieso die Dämonen des Bösen mitsamt 'Faces überhaupt in dieser geheimnisvollen Höhle sind. Was wollen sie da? Dann beherrscht Skeletor eben diese Höhle mithilfe des Diamanten - ja und dann? Was verspricht Skeletor sich davon? Oder wollten sie He-Man in die Höhle locken und dort besiegen, weil sie sicher waren, gerade hier nicht geschlagen werden zu können? Dazu gesellt sich die Frage nach der Macht Skeletors in dieser Höhle. Von Anfang an triumphierte Skeletor und war von sich selbst überzeugt, wieso konnte er also die Höhle betreten und sie sogar beherrschen?

Ferner verstehe ich nicht, wenn doch Skeletor, wie sich ja 9 Folgen später herausstellt, an Man-E-Faces' Schicksal Schuld ist - oder zumidest eine große Teilschuld hat -, wieso entführt er also 'Faces, um Mer-Mans Forderung zu erfüllen? Denn er weiss doch schon, was Sache ist. Ganz davon zu schweigen, wenn es wirklich ein Geheimnis gäbe, was will irgendjemand mit diesem Wissen? Nicht zu vergessen, wenn es Battle Bones nicht gäbe, wie wären die Masters dann in die Höhle gekommen? Doros und auch die Zauberin sprechen ja doch recht deutlich von Battle Bones - aber dass die Masters den haben, ist nur eine Art Zufall...

Nun, worauf ich hinaus will, ist, dass entweder Francis selbst nicht wusste, wohin er mit dieser 'Faces-Mythologie wollte und einfach ohne Ende Geheimniskrämereien einfügte, damit die Geschichte ganz doll mystisch ist - denn auch mit (24) Skeletors Meisterplan werden ja nicht nur keine Fragen beantwortet, sondern sogar noch zusätzlich weitere aufgeworfen - dazu aber erst an geeigneter Stelle mehr -, oder dass sein Skript eventuell so ungeschickt gekürzt wurde, dass am Ende von seinem roten Faden nur noch die eigentliche Grundidee übrig blieb. Und das führt eben zu diesen vielen, vielen Fragezeichen. Insofern wäre es viel simpler gewesen, der Eisvogel entführt Man-E-Faces, die anderen Masters verfolgen das Ganze, lösen das Geheimnis um das Lachen der Brücke, dringen dort ein und befreien die entführte Person. Dabei stellt sich heraus, dass Skeletor eine gemeine Falle aufgestellt hat, die nur durch Bestehen der Bescheidenheitssprüfung verlassen werden kann - und fertig ist die Laube. Und Skeletor hat eben überlebt, weil z.B. Beast Man im letzten Moment mit dem Roton vorbeigeflogen ist, oder sowas.

Versteht mich richtig: Die lachende Brücke ist ein grandioses Hörspiel und sehr spannend. Auch all die Fragen, die aufkommen, bergen viel Potenzial und sorgen für jede Menge Spaß beim Hören. Dass am Ende nicht alles verständlich erscheint, damit KÖNNTE man leben, wenn denn etwas später für klare Verhältnisse gesorgt werden würde. Doch stattdessen liefert man mit (24) Skeletors Meisterplan so etwas wie eine indirekte "Die lachende Brücke, Teil 2"-Folge und schaufelt nur noch viel mehr Fragen in unsere Köpfe. Deshalb bleibt mir leider, leider nichts übrig, als jede Menge Prozentpunkte abzuziehen...

Das Zitat der Folge kommt von Doros: Das Lachen kann man nicht hören, sondern nur sehen!

Meine Wertung: 85%
Cover: Das Erbe des Meisterdiebes14.05.2011

Die drei ???
(103) Das Erbe des Meisterdiebes (Erschienen: 2002)
Dauer: 1:02:10

Ich finde es einfach ein Bisschen unglaubwürdig, dass Justus einem Mädchen - bei aller Verliebtheit - einen solch großen Gefallen tut, zumal es eine Straftat ist, und Justus das auch ganz genau weiss...

Ich mag jetzt gar nicht mal darüber philosophieren, ob ein Jugendlicher, der ein Schlaukopf ist, etc. pp., der immer stets an der Logik festhielt, immer aufforderte, sachlich und rational zu handeln und denken, usw. usf., und in dieserlei Situation - zumal sie ja für ihn ganz neu ist - ein wenig die Fassung verliert und unbdeacht handelt, doch im Falle von Justus finde ich es unglaubwürdig, oder sagen wir lieber: unpassend. Denn egal, ob realistisch oder nicht, Justus ist mir hier einfach zu untypisch, zu menschlich - ZU menschlich. Natürlich sollen die drei ??? keine emotionslosen Roboter sein, aber hier geht mir das irgendwie zu weit, weil ich der Meinung bin, dass das zur Serie "Die drei ???" nicht wirklich passt. Und so geil die Idee ist, dass man die drei austrickst und indirekt zu Handlangern macht, so abgenudelt ist sie über Jahre auch wieder geworden, weil es einfach viel zu häufig passierte.

André Marx' Idee ist, bei aller Liebe, nicht der wahre Jakob. Für mich sind die drei ??? einfach drei jugendliche Detektive, die professionell ihre Fälle lösen; mit ein bisschen Zickerei, etwas Generve von den Eltern, bzw. Mathilda und Titus, und so, aber alles, was darüber hinausgeht, ist mir zu viel Gefummel an der Formel.

Und darum muss ich leider, leider eine allzu großzügige Wertung verwehren. Ich gestehe, lässt man mal die Grundidee aussen vor, dann ist die Folge eine spannende Jagd nach dem Erbe, mit tollen Einfällen und Winkelzügen, und Wilbur Graham als Unsympath ist auch eine super Idee! Darüberhinaus ist die Produktion top, alle Sprecher/innen machen einen wunderbaren Job und Minninger hat auch optimal das Buch zu einem Hörspielskript umgeschrieben, aber mir stößt die Grundidee von Marx einfach sauer auf - tut mir leid.

MIR hätte es genügt, die drei ??? fühlen sich durch Hugenays Brief zu einer Art sportlichem Wettkampf herausgefordert und wollen es ihm, wenn auch posthum, zeigen, und gegen Ende mischt sich jemand ein und will ihnen die Bilder stibitzen, oder sowas. Aber das ganze Tamtam um Brittany sorgt bei mir nur für Kopfschütteln. Dafür allerdings räume ich ein, dass Brittany für spätere Folgen dann eine tolle Widersacherin ist - wie ja auch dann etwa bei (125) Feuermond geschehen. Ich gebe, meiner Abneigung zur Grundidee zum Trotze, noch 70%, weil ansonsten einfach alles töfte umgesetzt wurde.

Meine Wertung: 70%
Cover: Doppelte Täuschung12.05.2011

Die drei ???
(102) Doppelte Täuschung (Erschienen: 2002)
Dauer: 59:00

Wirklich bedauernswert finde ich nur, dass die Autoren/innen die drei ??? in vielen Folgen in eine wirkliche Bredouille bringen und sie sogar oft zu sterben drohen, und plötzlich kommt die Polizei, rettet die drei, Justus fragt, wie das möglich war, und dann verraten Bob oder Peter, dass sie schon mal vorsorglich die Polizei informierten, oder mal schnell eine SMS abgesandt haben. Das ist eine Sache, auf die ich so langsam aber sicher keine Lust mehr habe. Zum Ersten wegen der Einfallslosigkeit, zum Zweiten wegen der Häufigkeit und zum Dritten wegen der krampfhaften Modernität an vielen Ecken.

Aber sonst? Tja, ich weiss nicht recht, was ich über "Doppelte Täuschung" schreiben soll. Ich mag dieses Hörspiel und die Auflösung ist echt mal was anderes, und vorallem gefällt mir irgendwie auch, dass der Titel mal nicht übertrieben reisserisch daherkommt und auch, dass das Covermotiv sehr schlicht gehalten ist. Nicht zu vergessen Wolfgang Condrus, dem es gelingt, den Kings ähnliche aber trotzdem andere Stimmen zu geben, ohne, dass es irgendwie bemüht oder imitiert klingt.

Eine gutklassige ???-Hörspiel-Folge, die unspektakulär und unkapriziös daherkommt, aber trotzdem nicht langweilt oder vorhersehbar ist - dazu die gewohnt gute Produktion und fertig ist die Laube.

Meine Wertung: 74%
Cover: ...und das Hexenhandy12.05.2011

Die drei ???
(101) ...und das Hexenhandy (Erschienen: 2001)
Dauer: 1:10:17

Hmmmm.... Schwierig, schwierig. Ich weiss nicht recht, ich weiss nicht recht. Wir befinden uns im Jahre 2001 - Handys boomen geradezu. Viele wollen eines, viele haben eines, alle wollen immer das neueste Modell - Handys überall, Handys liegen im Trend. Also macht sich André Minninger daran, dieses Thema ???-kompatibel zu machen. Und die Idee, auf die er dieses Abenteuer basieren lässt, ist auch gar nicht so übel.

Aber es hakelt an einigen wichtigen anderen Punkten. Vorallem Bastian Pastewka. Oh ja, er macht das hier alles super, ehrlich - Pastewka ist DIE Besetzung für diese Rolle. Allerdings erkennt man ihn dann später als Mister Cade auch sofort wieder, weil seine Stimme einfach viel zu charakteristisch ist. Nicht zu vergessen, er ist neben Mister Acer der einzige (männliche) Erwachsene in dieser Folge - wer also sollte wohl sonst die Hexe sein?

Dass Monique Carrera es nicht ist, ist ebenfalls klar, denn ihre Stimme käme niemals so hoch, wie die der Hexe es ist. Umso mehr möchte ich auch betonen, dass ich es äusserst schade finde, dass Minninger einerseits in die Bresche springt und die Thematik der unkonformen sexuellen Orientierung einbaut, wie es für ihn ja häufig charakteristisch in seinen Geschichten ist, und ich finde das auch gut - vorallem in Zusammenhang mit Mrs. Jones, gespielt von der wundervollen Marianne Kehlau, die so herrlich die ablehnende Haltung mimt -, doch andererseits wird der Charakter der Monique Carrera eher als Gimmick verkommen lassen. Denn dass sie früher mal ein Mann war und ansonsten ein ganz normaler Mensch ist, ist eine Sache, die man gern mal erwähnen kann, doch hier im Hörspiel wird es sehr bald schon so dargestellt, dass sie als Hexe nicht infrage kommt - also nicht mehr von großer Relevanz für den Fall ist - und obendrauf kommt natürlich der alberne Spaß der Marke: "Ups, Peter hat's nicht gerafft und wird nun verlegen"... War das nötig? Hätte Monique Carrera nicht einfach früher mal ein Mann gewesen sein können, und für den Fall zunächst verdächtig - und sonst gar nichts?

Ich komme mal zur Produktion: das "Es ist Nacht und wir sind im Wald"-Feeling kommt gut auf und die Jagden nach der Hexe bringen eine kleine Portion Rasanz mit ein. Zum ersten Mal akzeptiere ich auch Peters Gewinsel und Gejammer voll und ganz. Man muss sich mal vorstellen: Nacht, allein, eingesperrt, von einer "Hexe" traktiert und man muss vielleicht um sein Leben fürchten - da würde ich sicher auch nicht gerade den Helden spielen.

Allerdings plätschert diese Folge die meiste Zeit relativ unspannend und vorhersehbar vor sich hin ("die Schramme im Gesicht von der Carrera ist garantiert eine falsche Spur, etc."), wenngleich die Effekte und Musiken optimal ausgesucht worden sind und auch alle Sprecher/innen einen verdammt guten Job machen, und ich finde, dies liegt an den über 70 Minuten Gesamtspielzeit. Ohne gewisse Längen wäre diese Folge weit stringenter und etwas spannender.

Meine Wertung: 66%
Cover: Der feurige Eisvogel04.05.2011

Masters of the Universe
(14) Der feurige Eisvogel (Erschienen: 1986)
Dauer: 46:32

Bämm! Was für ein Paukenschlag diese Folge ist... Ober-super-duper-ultra-genial produziert - ein Lehrstück für Atmosphäre für Hörspiele. Toller Plot, per-fek-te Produktion und eine Cast, die ihresgleichen sucht. Aber von Anfang an...

Wir hören erstmal, worum es geht: Die königliche Familie will sich auf einer kleinen Kreuzfahrt erhohlen. Mer-Man bekommt davon Wind und ergreift die Gelegenheit beim Schopfe. Er mag Skeletor nicht und weiss jetzt schon, dass er ihn einiges Tages verraten wird, doch im Moment ist er noch auf seine Hilfe angewiesen. Also informiert er Skeletor und die beiden schmieden einen Plan... Allmählich wird den Passagieren an Bord kalt und ein seltsames Gekreische in der Ferne sorgt für Unbehagen. Dann folgt die Zwischensequenz mit Webstor an Bord der Seeadler, der große Angriff und He-Mans Plan mit dem Vulkan. Und als Dessert noch das kleine Gefecht mit dem Eisvogel und zum Abschluss gibt's noch Mer-Man, der Skeletor sich selbst überlässt - allein auf einer Eisscholle mitten auf dem Meer...

Mmmmmmmmmmmjam! Was für ein tolle Folge. Man hört den Wind sausen, wenn man die Masters an Deck sprechen hört, in ihren (engen) Kabinen klingen die Stimmen etwas gedrückt - wie es sein soll -, Mer-Man, der davon träumt, eines Tages König von Eternia zu sein, mit Wasserglucksen und Halleffekten - und dazu die Einleitung vom Erzähler ("im grünen Halbdunkel..."), die Verzweiflung der Besatzung (übrigens gesprochen von den "drei ???" themselves), als sie erfährt, dass es der Eisvogel ist, mit dem sie es zu tun hat, der kleine Wechsel nach Snake Mountain mitsamt Videokonferenz... Ach, ich weiss gar nicht, wo ich anfangen und wo ich aufhören soll... Einfach nur super, was Europa hier bietet.

Viele Szenenwechsel, viel Action, viel Spannung, viel Atmosphäre, optimal effektuntermalt, super Soundtrack, flott erzählt, keine Logiklöcher... Da brauch ich gar nicht viel zu reden: Einfach ein Meisterwerk in allen Belangen - Punkt! Nur eine Frage quält mich seit Jahren: Wer, verflixt nochmal, spricht den Krakor? Ich tippe ja sehr, sehr stark auf Michael Grimm, eventuell auch auf Gottfried Kramer, bin da aber nie wirklich 100%ig sicher gewesen. ;)

PS: Meine Theorie für diese Geschichte war übrigens immer, dass der Eisvogel eigentlich Screeech (das Skeletor-Gegenstück von Zoar, hier aber nicht offiziell erschienen!) sein sollte...

Das Zitat der Folge kommt von Skeletor: Warum habe ich dich an den Bildtransmitter gesetzt? Du bist zu dumm zum Knöpfe zählen!

Meine Wertung: 93%
Cover: Skeletors Sieg04.05.2011

Masters of the Universe
(13) Skeletors Sieg (Erschienen: 1986)
Dauer: 44:20

Die Anfangs-Sequenz in Snake Mountain, in der Beast Man mal eben alle damals vorhandenen Bösen vorstellte... Einfach toll und voller Atmosphäre! Doch werfen viele Fans dieser Folge - und gerade wegen dieser Szene - vor, sie sei eine reine Werbefolge - nur sehe ich das ganz anders. Zum Einen ist die ganze Hörspielserie im Grunde nur der Werbung wegen veröffentlicht worden, und zum Anderen dauert Beast Mans Vorstellungspalaver keine 4 Minuten und ist darüberhinaus sogar logisch und spannend integriert: Wir belauschen die fiesen Gestalten, die wie hohe Gäste gepriesen werden, und die gemeinsam mit Skeletor darum kämpfen, die Guten zu bezwingen, wie sie Pläne schmieden und sich vornehmen, den Palast anzugreifen.

Unbedingt erwähnen will ich an dieser Stelle aber, dass Francis die Begleitsätze bei jeder Vorstellung aus einem alten Katalogheft entnahm und fast immer 1:1 herausschrieb. Leider nur machte Francis zwei derbe Patzer. Zwar sind die nicht unbedingt von großem Belang, dennoch ergeben sie wenig Sinn in der Kontinuität. Zuerst wird Night Stalker (hier als Knightmare eingeführt - offenbar damals als Name geplant gewesen) vorgestellt, und besonders Orko lernt das Robotpferd kennen, denn er beschreibt es He-Man ja als "Er sitzt auf einem mechanischem Pferd. Ebenso ein Robotpferd wie deins. Und es ist schwer gepanzert!", doch in (19) Das Dämonenpferd schnappt er sich den Blechgaul und ahnt nicht, wem dieser gehört? Doch nicht nur das. Man-at-Arms erfand bereits in (12) Der Herr der Wespen den guten Stridor und er wurde dafür gelobt, wie toll sein neues Werk ist. Und hier, in "Skeletors Sieg", erfindet er es glatt nochmal neu - und wird wieder dafür gelobt... Ähem, ähem, ähem! ;)

Nun gut, kommen wir jetzt mal zum eigentlichen Inhalt: Tolle Folge, einfach toll - durch und durch Masters-Feeling. Keine fremden Magier, keine Zaubersteine, keine plötzlich auftauchenden Artefakte - nur die Guten gegen die Bösen, wobei die Bösen sich treffen und beraten, wie sie die Macht erringen könnten. Ein wenig ungeschickt ist da nur, dass der Plan, der am Ende dabei rauskommt, sehr unoriginell ist: "Wir gehen einfach alle zusammen los und greifen direkt den Palast an!". Skeletor sperrt He-Man zwar in eine Energieglocke, aber es ist schade, dass man die restlichen Masters so schwach darstellt, dass sie ohne He-Man offenbar keine Chance haben - und schlimmer noch: Die Bösen rennen sofort weg, einfach nur, weil He-Man aufgetaucht ist - was für eine mutige Bande von geschickten Kriegern, nicht wahr? Und dann noch meckern, dass Zodac gelogen hätte. Die sollten sich lieber überlegen, warum sie einfach stiften gehen.

Diesbezüglich ein wenig bekritteln muss ich auch, dass die in den Hörspielen oft als "Dämonen des Bösen" titulierten Personen einen Anflug von Großherzigkeit haben, als sie am Ende gerettet wurden und dafür He-Man nicht angreifen. Aber naja, immerhin war die Folge ja auch für Kinder... Allerdings: Der kluge Spruch "Skeletor, ich habe gesagt, dass Du EIN Sieger sein wirst, der Sieger über Dich selbst..." war damals für mich als Kind nicht wirklich verständlich, mit 6 Jahren konnte ich mir nur schwer vorstellen, was es bedeutet, über sich selbst zu siegen, das Böse in sich zu besiegen, und wieso es so wertvoll sei, dies zu schaffen... Andererseits aber toll, dass Francis uns Kids ernst nahm und uns nicht eine trübe Gut-Mensch-Plattitüde runterleierte.

Affengeiles Hörspiel mit purem MOTU-Flair. Jedoch wäre mir lieber gewesen, Skeletors Schergen hätten die Schlacht um den Palast nur um eine Haaresbreite durch eine klugen List der Masters verloren, und nicht deshalb, weil He-Man plötzlich am Horizont auftaucht. Wenn man davon absieht - einfach goil! :)

PS: Bei Clawful meine ich, Beate Hasenau herauszuhören. Ich bin nicht 100%ig sicher, aber doch so ziemlich!

Das Zitat der Folge kommt von Orko: Sieh dich vor, Klops!

Meine Wertung: 88%
Cover: Der Herr der Wespen04.05.2011

Masters of the Universe
(12) Der Herr der Wespen (Erschienen: 1986)
Dauer: 41:11

Eine der Folgen, die ich "für Zwischendurch" empfehlen würde. Nicht gut, nicht schlecht - ein solides Mittelding.

Zunächst mal aber muss man "Der Herr der Wespen" eine originelle Idee attestieren. Die Sache mit den Wespen als Feinde ist soweit gut ausgedacht, hakelt aber hier und dort an Kleinigkeiten und einer ganz besonderen Ungereimtheit. Ich frage mich nämlich beizeiten, warum die Wespen überhaupt "angreifen". Wieso attackieren die Wespen zu Beginn den Palast? Später, beim Wespenfelsen, wird das so erklärt, dass Skeletor und Beast Man Honigbomben abwerfen. Aber zu Beginn? Benutzte Skeletor Honig? Oder eine Art Zauber? Zwang Skeletor Buzz-Off dazu, seine Wespen Eternos angreifen zu lassen? Und wo ist überhaupt Buzz-Off in der Anfangsszene? Denn Teela meinte ja, er sei vorhin noch dagewesen, sei dann aber aufgebrochen. Wenn er also im Palast war, wieso wusste er nichts von dem Angriff, bzw. wieso nahm er sich, nachdem er von dem Vorfall erfuhr, der Sache nicht sofort an? Stattdessen wird er irgendwo in der zweiten Hälfte gefangen genommen und eingesperrt, von Orko befreit und scheint überaus überrascht zu sein, als er erfährt, dass seine Wespen Schindluder im Namen des Bösen treiben... Nun, ich unterstelle einfach mal, dass das Skript von Francis entsprechend gekürzt wurde, sodass diese Lücken entstanden sind, und fülle diese einfach damit, dass Skeletor, wie gegen Ende, die Körbe mit den Königinnen der Wespen zum Anlocken benutze, Buzz-Off danach quasi zufällig im Palast war, er von allem in Kenntnis gesetzt wurde, sich aufmachte zu helfen und dann lauerte Whiplash ihm auf.

Geglückt finde ich dafür wieder die Einführung von fünf Neuheiten (zur damaligen Zeit) im Masters-Universum; scheinbar parallel zur damals neu veröffentlichen Figuren-Wave am Markt, denn die Folge (13) Skeletors Sieg - gleichzeitig erschienen - legt ja in ihrem Intro-Segment noch eine dicke Schippe drauf. Interessant ist hierbei allerdings ein kleines Detail am Rande, durch das Kobra Khan als "komplett schwarz" beschrieben wird. Möglicherweise hatte Francis damals Konzeptzeichnungen oder Bilder eines Prototypen vorliegen...? Daneben gibt es noch Buzz-Off, den Dragon Walker, Stridor und Whiplash. Wobei ich mich schon immer arg wunderte, warum man diese beiden Namen so frappierend falsch ausspricht ("Wai-Plähsch" und "Striedohr"); aber naja, das tat man ja auch schon immer beim "Wind Raider"; statt "Räider" zu sagen, sagt man einfach "Raider" ("ei" gesprochen). ;) Lustig ist nur, dass, durch die Hörspiele, diese Falschaussprachen sich so sehr in mein Hirn einfrästen, dass ich sie, trotz besseren Wissens, anstelle der korrekten Ausspreche ständig benutze.

Aber gut, weiter im Plot. Ansonsten verläuft diese Folge alles in allem durchaus spannend und stets nachvollziehbar, obwohl mich eine Sache immer etwas irritiert: Orko macht sich doch auf die Suche nach Buzz-Off. Er ruft "Buzz-Off, Buff-Off"... Doch als Buzz-Off ihm antwortet, sagt er nicht etwas wie "Hier bin ich, bitte hilf mir...", sondern "Wer ruft mich...!?" - irgendwie passt das nicht, findet Ihr nicht!? ;)

Nun, wie schon erwähnt: Eine gute, solide Folge, die allerdings etwas daran krankt, dass man im Dunkeln gelassen wird, wie Skeletor am Anfang die Wespen in seine Gewalt bringt und für sich arbeiten lässt.

Oh, und PS: Findet noch jemand, dass Norbert Langer im Anfangs-Dialog mit Orko zunächst etwas gekünstelt klingt?

Das Zitat der Folge kommt von Man-at-Arms: Ja, ja, das seh' ich ein!

Meine Wertung: 65%
Cover: Wer stoppt die Weihnachts-Gangster?19.04.2011

Ein Fall für TKKG
(134) Wer stoppt die Weihnachts-Gangster? (Erschienen: 2002)
Dauer: 56:58

Eine sehr geile Folge, wirklich. Ich weiss, bei den letzten paar Folgen habe ich viel gemeckert, aber "Wer stoppt die Weihnachts-Gangster?" finde ich großartig.

Es beginnt schon beim Studieren der Sprecherliste im Inlay: Henry König, Brigitte Böttrich, Thomas Schüler, Steffi Kirchberger, Nico König und geht dann über zur Story, bei der man TKKG mal wieder beim Ermitteln zuhört, anstatt immer die bösen Buben zu belauschen. Es gibt zwar einige Szenen, in denen wir z.B. Oswald von Sulzheim zuhören, wie er mit seiner Geliebten shakert, aber das geht in Ordnung und stört fast gar nicht. Weiter geht's dann bei der Produktion, die wie üblich sehr gut, sowie schön winter- und weihnachtlich ausfällt.

Nur 2-3 Dinge sind etwas störend. Zuerst, ist mir die Songausahl etwas zu kitschig ausgefallen, denn Weihnachts-Flair kann man sicherlich auch ohne ständige Weihnachtslieder vermitteln. Dann ist es verwunderlich, auf wieviele unterschiedlich Arten "Jewel & Nugget" ausgesprochen wird: Djuhl and Nagget, Juhl and Nätschett... Hier hätte die Regie ein wenig auspassen müssen. Und als letzter Punkt stört mich Wolfs Doppelmoral. Einerseits stellt er klar, dass "das Protzgeschenk" zu Weihnachten kein Ersatz für eine ordentlich geführte Ehe ist, andererseits lässt er Tim sich in horrende Unkosten stürzen, um Gaby Ohrschmuck zu kaufen, um seine Wertschätzung für sie auszudrücken. Natürlich bekommt Tim die Dinger am Ende zwar völlig umsonst (als Belohnung für den gelösten Fall), aber sein Vorsatz ist derselbe: Sauteures Geschenk für die Allerliebste; vorallem, wo Tim praktisch keine Kohle hat und Gaby finanziell ja nun wirklich recht gut darsteht. Hier greift offenbar Wolfs Weltbild, dass man seiner "Flamme" bei aufrichtiger Liebe am besten deftig Zucker in den Hintern pustet, wohingegen man bei einer zerrütteten Ehe ruhig schimpfen darf, wenn man (bzw. Mann) bei seiner Frau mit viel Barem "Abbitte leistet".

Naja, sieht man darüber hinweg, bleibt im Kern trotzdem eine tolle Folge, die ich mit 84% bedenke - könnt Ihr ruhig kaufen, Leute!

Das Zitat der Folge kommt von Claudia Maiwald: Warum wollen sie die Leute bestehlen? Notsch: Diese Frage ist so dämlich, dafür müssten sie einen Preis kriegen. Vielleicht einen Gutschein für den Christkindlmarkt.

Meine Wertung: 84%
Cover: Auf vier Pfoten zur Millionenbeute18.04.2011

Ein Fall für TKKG
(133) Auf vier Pfoten zur Millionenbeute (Erschienen: 2002)
Dauer: 59:35

Schon wieder eine Entlaufener-Hund-Entführung-mit-Erpessung-Geschichte? Nein, der Titel klingt nur so, weil Wolf sich nichts Gescheiteres hat einfallen lassen. Dasselbe gilt erneut für den Kladdentext: Die Hälfte davon befasst sich nur mit der Entführung des Hundes "Wuff", obwohl der eher zweitrangig ist.

Und natürlich ist alles das repräsentativ für den Inhalt des Hörspiels: Zufall jagt Zufall, wir sind stets und ständig über alles im Bilde, weil die Verbrecher einfach 's Maul nicht halten können, wenn wir bei denen lauschen, und Tim kriegt alles binnen Sekunden auf die Kette, einfach, weil er gut im Raten ist... So macht das einfach gar keinen Spaß.

Ich freue mich zwar über alte Bekannte wie Stefan Brönneke oder Michael Quiatkowski, die übrigens eine klasse Leistung bringen, und finde auch den Namen "Rudi von Schniffingen" voll genial, aber im Schnitt bleibt dieses Hörspiel weit unter dem, was man als Altfan kennt... 57% - Produktion hui, Story pfui!

Meine Wertung: 57%
Cover: Homejacker machen Überstunden18.04.2011

Ein Fall für TKKG
(132) Homejacker machen Überstunden (Erschienen: 2002)
Dauer: 53:27

Anstatt uns ewig lang zu erklären, was Homejacking ist (man stiehlt/raubt die Wagenschlüssel, damit man das Fahrzeug stehlen kann), hätte man im Kladdentext lieber darauf eingehen sollen, worum es im Hörspiel eigentlich geht. Aber es wird nicht nur einfach eine kleine Bande, wie vielleicht noch bei (6) Angst in der 9a, entlarvt, sondern gleich eine ganze Mafia... TKKG tun zwar, wie damals, dasselbe, aber sie machen jetzt eine Homejacking-Mafia dingfest, statt eine KFZ-Schieberbande. Klingt ja auch cooler.

Weniger cool ist, dass wir mal wieder alles schon von den Verbrechern vorgekaut bekommen. Wie soll denn da bitteschön irgendeine Art von Spannung oder Interesse geweckt werden. Ich meine, es ist doch so: Früher haben TKKG ermittelt und alles das, was TKKG wussten, wussten wir auch. Doch in dieser Folgenregion? TKKG schaffen es am Ende sowieso immer wieder, weil Tim bei allem und jedem den totalen Durchblick hat, ohne, dass er seine Ahnungen wirklich begründen kann - also bleibt die Spannung auf der Strecke. Interessant ist's auch nicht mehr, weil wir eben einfach alles in minutenlangen Dialogen runtergeleiert kriegen. Und wenn man jetzt noch bedenkt, dass die Kladdentexte praktisch gar nicht wirklich auf den Inhalt eingehen, sondern sich lieber in Euphorismen ergehen, bzw. die Titel selbst schon megapeinlich klingen... *abwink* ...59%, weil die Produktion gut ist.

Meine Wertung: 59%
Cover: Die Rache der Samurai13.04.2011

Die drei ???
(145) Die Rache der Samurai (Erschienen: 2011)
Dauer: 1:01:58

Ich weiss, schon das Buch ist nicht super-ober-perfekt, aber insgesamt war es doch sehr ordentlich. Denn für das Hörspiel wurde sooooo viel Potenzial verschenkt, um die relativ schwache Story durch viel, viel Atmosphäre und Spannung aufzuwerten.

Es beginnt mit ca. 15 Minuten Geschwafel, das über 2-3 Szenen gestreckt wird aber immer nur das Eine wiederkaut: Justus, Peter und Bob sollen in das Samurai-Internat und quasi undercover tätig sein. Aber dann, wenn es losgeht und die drei ??? endlich im Internat sind, ist die Atmo soweit echt toll. Doof nur, dass das höchstens 5-6 Minuten anhält, denn statt dass man als Hörer/in mitbekommt, wie die drei Detektive versuchen, sich anzubiedern und Informationen zu sammeln, wird das in diesen wenigen Minuten kurz angerissen und plötzlich ändert sich das ablehnende Verhalten von Zeno ohne jeden Grund und er wird plötzlich kooperativ. Dann wird ein geheimes Treffen belauscht, es gibt 1-2 kleine Actionszenen, und das war's eigentlich auch schon fast, bis dann das Ende abgespult wird.

Irgendwie seltsam. Minninger übernimmt teilweise ganze Passagen 1:1 aus dem Buch, obwohl sie relativ entbehrlich wären, und dann streicht oder schrumpft er spannende, actionreiche oder interessante Szenen so sehr, dass es, meiner Meinung nach, dem Hörspiel schadet. Wieso ist ein Hörspiel heutzutage oft über 60 Minuten lang und oftmals ist dann der Gesamteindruck aber unter jeden Folgen anzusiedeln, die damals nur 40 oder 45 Minuten dauerten...!? Das könnte z.B. daran liegen, dass, wie hier der Fall, schon zu Beginn 15 Minuten lang erstmal ewig geschwafelt wird, und wenn dann Peters Bett voller Maden ist, wird das nur kurz erwähnt, wo doch so schön klargemacht wurde, dass Just und Peter dort nicht gern gesehen werden und dass man ihnen das Leben schwer machen will...

Tjaaaa, wie ich schon zu Beginn schrieb: Es gab sooo viele Dinge, die man mit wenig Aufwand hätte tun können, um die dünne Story durch viel Internat und Recherche-Probleme gegenüber den sich ablehnend verhaltenden Samurai-Schülern zu retten - aber man hat eben das nicht hinbekommen, obwohl das Buch genug solcher Szenen bot. Weniger Anfangsgelaber, etwas mehr Nachvollziehbarkeit, viel mehr "Internat", und im Zweifelsfalle die Spielzeit auf 70 Minuten schrauben, wenn es denn sein muss - und das hier hätte echt richtig nett sein können, aber es langt leider nur für "halbwegs akzeptabel"...

Meine Wertung: 56%
Cover: Brainwash - Gefangene Gedanken13.04.2011

Die drei ???
Brainwash - Gefangene Gedanken (Erschienen: 2011)
Dauer: 1:01:10

"Die drei ???" goes retro... Ob das was werden kann? Tja, aber worum geht's eigentlich? Nun, wir alle wissen, dass die ???-Hörspiele auf Buchvorlagen basieren. Zuerst wurden die Bücher aus dem Amerikanischen übersetzt und später dann wurden die Bücher direkt auf Deutsch geschrieben. Und aus der Zeit der Übersetzung blieben einige Bücher aus, die nicht übersetzt, bzw. nicht als Hörspiel vertont wurden. Und "Brainwash" ist eines dieser Bücher, bzw. Hörspiele, das erst heute, über 20 Jahre später, "auf Deutsch" erscheint.

Und, taugt "Brainwash" was? Tja, mal schauen. Einerseits finde ich es total supergeil, dass Europa in diesem Hörspiel sehr, sehr viele Old-School-Musiken einbaut, von denen man z.B. viele aus den "Masters of the Universe" kennt - und sogar für das Intro benutzte man die Vokoder-Stimme-Musik aus den 90ern. Auch merkt man an allen Ecken und Kanten mehr als deutlich, dass diese Geschichte eigentlich aus einer früheren ???-Periode stammt, was ich ebenfalls sehr erfreulich finde. Ebenfalls beglückt mich sehr, viele gute, alte Stimmen zu hören, die man teilweise sogar schon länger nicht mehr hörte (vorallem bei den ???), wie beispielsweise Stefan Brönneke, Fabian Harloff, Peter Kirchberger, Nico König oder Edgar Bessen. Die Sprecherliste im Inlay ist wirklich sehr lang und umfasst sogar Heikedine Körting (Pamela Punti) und André Minninger (Michael Lampe), die, ganz retro!, ihre alten Synonyme ausgegraben hatten (die beiden sprechen übrigens zwei Fanatiker in der TV-Übertragung, die erklären, dass sie freiwillig in der Sekte wären). Ausserdem gibt es ein Wiederhören mit Sax Sendler und obendrauf verzichtete man 100%ig auf einen Erzähler, das heisst, alle Szenen laufen "von allein ab"...

Andererseits gibt's leider auch ein paar negative Aspekte. Vor allem, dass das Buch mal 1:1 adaptiert wird, und dann werden wieder mehrere Kapitel ausgelassen... Dumm nur, dass die übernommenen Passagen häufig entbehrlich gewesen wären, und dass die gestrichenen dem Hörspiel meistens sehr gut getan hätten. Stellenweise wirkt die Folge auch etwas zu sehr gewollt, wenn es um die Retrohaftigkeit geht. Manchmal werden haufenweise 80er-Schlagworte runtergerattert, ohne, dass es einen rechten Zweck dafür gäbe. Zudem ist Justs Rede am Ende zwar in sich logisch und gut nachvollziehbar, andererseits ist fraglich, wieso die SynRea-Anhänger sich mal eben davon "ködern" lassen, wo sie doch von dieser Heilslehre total überzeugt sind; zumindest der Großteil von ihnen. Ich muss mich zudem ernsthaft fragen, wie dieser Pejo reich werden kann, wenn alle Mitglieder/innen sowieso kein Geld haben, weil Pejo ja ihnen sogar noch Geld zahlt und nur einen kleinen Teil des Lohns für sich behält, damit die Mitglieder/innen ihre Aufnahmegebühr abstottern können. Wie kann der Gute also einen solchen Palast aufbauen und sich seine Konten füllen? Das will mir nicht einleuchten. Oder bekommt die Sekte für ein bisschen Straßengebaue gleich Millionen vom Staat? Möglich wäre auch, dass diese Sekte hundertausende Mitglieder/innen hat, die zwischen 200 und 500 Dollar direkt bezahlten... Aber das ist irgendwie unwahrscheinlich, wo doch die meisten nur wenig Kohle haben und ihr bisheriges Leben hinter sich lassen wollten. Kurz: Ich verstehe das nicht so recht! :)

Kann ich aber die "Justus"-Rede am Ende noch verknusen, denn bei TKKG gibt's mit (13) Die Bettelmöche aus Atlantis ja eine ähnliche Folge, bei der ich die überzogene Rettungsaktion sogar kultig finde, verstehe ich nicht so recht, wieso SynRea so viel Kohle haben soll, wo die Mitglieder/innen ja sogar noch bezahlt werden, wohingegen die Bettelmönche sich ja vorallem durch Betteleien und Spenden von Sympathisanten finanzieren.

Summasummarum: Eine wirklich gute Folge, die nur durch kleine Schwächen in der Nachvollziehbarkeit hier und da ihren guten Eindruck trübt. Hätte man nicht kapitelweise quasi "Wort für Wort" das Buch übernommen, wo es nicht wirklich nötig gewesen wäre, nur, um dann wieder mehrere Kapaitel gar nicht zu übernehmen, obwohl das Sinn gemacht hätte, hätte man hier SEHR viel mehr draus machen können. Ich plädiere wieder einmal für "Doppelte Spielzeit"!

Das Zitat der Folge kommt von Bob: ...und desto höher ist Dein Kontostand.

Meine Wertung: 75%
Cover: Der Ponyhof des Grauens11.04.2011

Jack Slaughter
(13) Der Ponyhof des Grauens (Erschienen: 2011)
Dauer: 1:01:33

Professor Doom hat seine Eier wieder, wie er Basil und Flopper beteuert und ballert zum Beweis gleich mal die Apokalypse heraus. Er schwört sogar, erst aufzuhören, Böses zu tun, wenn alle Menschen tot sind. Na, das klingt doch verheißungsvoll...

Es fängt auch sehr Slaughter-typisch an. Ein kleines Traum-Streitgespräch zwischen Jackie und Grandma Abigail, Doom kriecht bei Basil und Flopper mit Kaffee und Kuchen zu Kreuze und statt den vier apokalyptischen Reitern erscheinen nur ihre beiden Praktikanntinnen auf Ponys sitzend, weil Doom beim Beschwören der Verfluchungsformel sich nicht 100%ig korrekt artikulierte. Doch die beiden Mädels beweisen zum Auftakt, dass sie mächtig Aua machen können. Allerdings wollen sie nur die Menschen umbringen, die Tiere nicht - denn sie lieben Tiere und sind ausserdem Veganerinnen.

Kurz: Was die Gaghaftigkeit anbelangt, ist "Der Ponyhof des Grauens" absolut gelungen. Und wir erfahren sogar so Manches über den Verbleib von Jacks Eltern und haben gleichzeitig ein Wiederhören mit Lutz Mackensy, der ja bislang immer die Rolle des Teufels verkörperte, was also auch hier den roten Faden weiterspinnt und ein gewisses Maß an Spannung aufkommen lässt.

Allerdings hakt es ebenso auch wieder beim Thema Spannung, denn die Kampfszenen bestehen im Wesentlichen eigentlich nur aus einigen Sätzen des Erzählers und diverser Situationskomik - und schon ist die Action auch wieder vorbei. In dieselbe Kerbe haut auch die Sache mit Lutz Mackensys Charakter "Lloyd Skinner", der zwar bedrohlich tut, aber nicht wirklich so rüberkommt. Ein wenig ungelungen finde ich zudem Tonys Bemerkung über sich selbst mit direktem Bezug auf die Folge (3) Das Tor zur Hölle und Dooms und Basils Bewusstsein darüber, dass das alles nur eine Hörspielserie ist, denn sie freuen sich auf weitere Folgen und stoßen auf ihre Fans an. Ist nicht wirklich ein Negativ-Punkt, aber ich finde dieserlei Humor immer etwas gezwungen und fananbiedernd. Oh, ach ja, wo ich schon mal dabei bin, liebe Dialogbuchschreiber: Der Begriff "veganisch" ist falsch, es heisst "vegan"! ;)

Fazit: Alles in allem bekommt man als Jackie-Fan was man braucht. Im Wesentlichen aber sind die Actionszenen mal wieder nur kurz und dann auch noch runtererzählt - es mangelt, gerade dei den spannenden und bedrohlichen Szenen, leider immer etwas an Spannung und Bedrohlichkeit. In DIESEM Punkt muss das Team hinter "Jack Slaughter - Tochter des Lichts" nochmal ans Reissbrett treten, wenn die kommenden Folgen bislang ähnlich geplant sein sollten. Ansonsten, liebe Jackie-Fans, besorgt Euch Folge 13.

Das Zitat der Folge kommt von Professor Doom: Ich will nur zeigen, ja... dass mir wieder... Eier gewachsen sind.

Meine Wertung: 88%
Cover: Anti-Eternia05.04.2011

Masters of the Universe
(11) Anti-Eternia (Erschienen: 1985)
Dauer: 39:59

Insbesondere die ersten 15 Minuten sind durch und durch düster - nur eine Spur ZU düster, wenn es um die Masters geht, finde ich. Francis versuchte bei "Anti-Eternia" seine für ihn typischen Gruseleffekte einzubauen und ebenfalls seine Vorlieben für Science Fiction und Wissenschaft im Allgemeinen unterzubringen. Dazu dann eine Gegenwelt zu Eternia, die Anti-Eternia heisst, die von "Höllenwesen" bewohnt wird, ein Anti-Welten-Akzelerator, ein Todestrichter, ein Schwarzfeld-Mutulator... ...alles sehr Francis-like. Wenn man andere Serien von ihm kennt, wird man H.G.'s Handschrift sofort erkennen.

Insbesondere die Dialoge in Snake Mountain zwischen Beast Man, Trap Jaw und Skeletor. Oder wie die Zauberin ohne großes Palaver klarmacht, dass das hier kein Kindergeburtstag ist, indem sie die Metapher "Er (Skeletor) ahnt nicht, was das Feuer anrichten kann, mit dem er spielt... ...die Wesen, die auf dieser Welt leben, sind so grauenvoll und mächtig, dass sie Tod und Verderben über uns bringen können" benutzt. Dazu dann die unheilsschwangere Sound-Atmo während des Gesprächs zwischen He-Man und der Zauberin. Insofern toll, dass man gleich zu Beginn ein Maximum an Spannung bietet. Nur eben, wie gesagt, alles in allem ist mir das etwas ZU düster - für Masters-Verhältnisse, wohlgemerkt.

Und so interessant die Idee mit der Gegenseite auch ist, so sehr gibt es zwei große Logiklücken im Konzept. Nummer 1: Anti-He-Man, Anti-Man-at-Arms, Anti-Orko, Anti-Wind-Raider, Anti-Grayskull... Aber was ist mit Anti-Skeletor? Anti-Beast-Man? Anti-Trap-Jaw? Wäre es nicht nur logisch, dass es auch "gute Wesen" auf Anti-Eternia gibt, die auf Eternia eben den Bösen entsprächen...?

Nummer 2, was mich noch viel mehr verwundert: Das Ende. Wieso sind die Anti-Wesen verschwunden, nur weil die Maschine, die quasi das Portal öffnete, zerstört wird? Wenn ich von Hamburg nach Berlin geflogen bin, bin ich auch nicht plötzlich wieder zurück in Hamburg, nur, weil das Flugzeug verschrottet wurde, oder? Wäre es nicht weitaus logischer gewesen, die Wesen schrittweise in ihre Heimat zurückzudrängen, während jemand DANACH die Maschine zerstört? Und, was ich mich frage: Da kommen hunderte Wesen auf Eternia, aber KEINES von ihnen will verhindern, dass die Maschine zerstört wird? He-Man lenkt zwar sozusagen Anti-He-Man ab, doch was ist mit den anderen? Anti-Teela zum Beispiel? Oder Anti-Man-at-Arms? Wo sind die alle? Probieren die den Kammerdiener-Service im königlichen Palast aus?

Hier wird mehr als nur deutlich, dass die Zeit einfach nicht ausgereicht hat. 40-45 Minuten, und mehr ging damals eben nicht, wie es aussieht. Schade aber, dass man keinen 2- oder 3-Teiler aus Anti-Eternia machte: Erst kommen die Wesen nach Eternia, dann kämpft man gegen sie und schafft die ersten Angriffe nur mit großer Mühe. Doch die Wesen gewinnen mehr und mehr die Überhand, weshalb man mit Anti-Skeletor paktiert einen verwegenen Plan schmiedet. Nun kämpft man eine große Schlacht gegen die Anti-Wesen, drängt sie gemeinsam zurück und zerstört dann die Maschine... DAS wäre es doch gewesen, oder!?

Tja, schade. Die Gruseleffekte kann ich gut verkraften; ich finde sie zwar nicht wirklich passend, aber warum soll es nicht mal eine "Ausnahmefolge" geben, wenn alles andere einfach super ist...? Und bei doppelter Spielzeit hätte man eine "Anti-Skeletor-Fraktion" optimal unterbringen und auch noch eine Schlacht miteinbeziehen können, statt einfach nur mal eben die Maschine zu demolieren und - schwupps - ist alles vorbei.

Warum ich trotzdem eine so hohe Wertung gebe? Weil die Folge trotz allem einfach perfekt produziert wurde und sehr, sehr spannend ist, und weil man deshalb über die Logiklöcher hinwegsehen kann.

Das Zitat der Folge kommt von Man-at-Arms: Skeletor hat noch nie soetwas wie eine Ehre gehabt!

Meine Wertung: 72%
Cover: Stundenlohn für flotte Gangster25.03.2011

Ein Fall für TKKG
(131) Stundenlohn für flotte Gangster (Erschienen: 2002)
Dauer: 49:37

"Stundenlohn für flotte Gangster"? Entschuldigung, aber: *LOL* - ist das nicht der geilste Titel für eine TKKG-Geschichte, den man sich vorstellen kann? Aber ok, worum geht es: TKKG kennen mal wieder die heisseste Tante dieses Planeten, Anna Riedel - und sogar der Unterricht bei ihr ist eine Freunde! - und dieser äusserst sympathische, aber leicht labile und scharfe Feger wird natürlich von einem geistigen Zwerg geärgert. Kurz: Der Kerl ist die Ausgeburt des Bösen, denn wie auch dieser Schurke ist Anna Riedel mal wieder so richtig schön eindimensional.

Und was heisst das alles? TKKG helfen wieder einmal einer übersympathischen und hilflosen Lehrerin gegen einen ganz gemeinen Mann... Der Typ ist auch noch Italiener, und natürlich hoffnungslos in die Dame vernarrt. Dafür ist es schön, Hochkaräter/innen wie Svenja Pages, Claus Fuchs, Helgo Liebig, Utz Richter und Lutz Mackensy zu hören. Wären diese und andere Leute nicht in diesem Hörspiel, wäre es unhörbar, so strunzdoof ist dieser Fall. Und natürlich gibt es wieder mal eine Tätowierung - neben 1000 anderen Zufällen, Ganovenbelausch- und Sofort-Durchblick-Momenten -, und TKKG sind eh die ganze Zeit im Bilde...

Meine Wertung: 61%

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