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Das Rezensions-Archiv

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Cover: Das unheimliche Haus13.06.2012

Ein Fall für TKKG
(143) Das unheimliche Haus (Erschienen: 2004)
Dauer: 1:03:02

Der Titel klingt nach Retro, ja sogar ein wenig nach "Die drei ???" - aber der Inhalt ist klassischer Wolf-will-krampfhaft-modern-sein-Trash. Es ist so schlimm wie bei (105) Vermißte Kids und Killerpflanzen - nein, es ist schlimmer! Es ist wirklich unglaublich, dass wir nach den Killerpflanzen nun auch ein Yokototi vorgesetzt bekommen. Was das ist, ein Yokototi? Nun, das ist "ein japanischer Monsterfisch - eine Mischung aus Muränen, Mini-Haien und Seeschlangen". Zuerst mutet es wie Satire auf die Bollevardpresse an - aber Wolf meint es vollkommen ernst! Es gibt dieses Wesen (im Hörspiel!) wirklich - und es futtert sogar Tims von 1400 auf 1200€ runtergehandeltes Fahrrad; au backe!

Da erübrigt sich eigentlich jetzt schon alles weitere, aber es gibt den üblichen Wahnsinn gleich dazu: 7minütige Gangsterdialoge, Zufall auf Zufall, Tim blickt mal wieder alles in Windeseile - und das Yokototi, das für die Story aber eigentlich gar keine wirkliche Relevanz hat...

Sollte man ganz schnell vergessen und nicht mal drüber nachdenken, ob der Kauf lohnt! Setzen, sechs!

Meine Wertung: 13%
Cover: Bankräuber mit Supertrick13.06.2012

Ein Fall für TKKG
(142) Bankräuber mit Supertrick (Erschienen: 2004)
Dauer: 58:05

Es beginnt damit, dass TKKG die Idee aufgreifen, Stellenausschreibungen an Verkehrsmasten zu sondieren, natürlich im Sinne der Verbrechensbekämpfung. Tim, natürlich wieder Mr. Alleswisser und Super-Dauerchecker in Personalunion, will aber keine halben Sachen, oh nein, er will einen "Big Fish", etwas "richtig verdächtiges"... Und TKKG scheinen auch direkt an der stellenausschreibungsdichtesten Verkehrszone der ganzen Welt zu sein. Nicht nur, dass sie offenbar aus dutzenden Angeboten schöpfen können - das muss ein echt großer Mast sein! -, Tim hat nach einigen Momenten gleich was gefunden: "Tüchtiger Jugendlicher für hochbezahlten, einmaligen Kurierdienst - innerstädtisch - gesucht!". Wenn das nicht nach der puren Verbrechensessenz klingt - da werden garantiert Drogen, gefälschte Waren, oder sonst was gemeint sein, na klar!

Aber dann muss Gaby noch bei der Bank 200€ einzahlen, und wie immer, wenn bei TKKG Banken im Spiel sind: es kommt zu einem Überfall, alle werden mit Waffen bedroht, aber Tim ist cool wie 'ne artiksche Robbe bei -20° und Karl hat den Nerv, sich in aller Ruhe Merkmale des Verbrechens einzuprägen. Komisch allerdings, dass vor, während und nach des Überfalls niemand sonst zu hören ist - außer einem Bankangestelten, TKKG (vorallem Tim!), dem Bankräuber und der Geisel ist dort Totenstille!

Und dann kommt der Oberhammer: TKKG entern das Taxi einer auf den Kunden wartenden Fahrerin und sagen ihr, sie solle sofort losfahren, Polizeieinsatz, Geld wird erstattet, blabla, der Audi muss unbedingt verfolgt werden. Und was macht die Fahrerin? Die startet den Wagen, blinkt raus und dampft ab, während sie ihre halbe Lebensgeschichte erzählt. ALLES KLAR!

Naja, ich kürz' es mal ab: Wolf hat offenbar Vorurteile gegen Polen, am Ende fädeln sich die 2-3 Handlungssträne natürlich zusammen, TKKG lösen alles, die Verbrecher sind eingetütet und natürlich gab es wieder mal eine Doppelgängerin... Kommissar Zufall, ick hör dir trapsen!

59%, aber nur, weil die Produktion klasse ist und alle Sprecher/innen hervorragend Arbeiten - wenngleich das Inlay sich einen Faux-pas leistet: Der gute Andreas von der Meden wird mit "h" zwischen dem "e" und dem "d" aufgeführt - naja, ok, kann ja mal passieren.

Meine Wertung: 59%
Cover: Hai-Alarm im Aquapark08.06.2012

Ein Fall für TKKG
(178) Hai-Alarm im Aquapark (Erschienen: 2012)
Dauer: 49:50

Bereits zwei Jahre zuvor, in 2010, erschien Hai-Alarm im Aquapark in einer Doppel-Box, zusammen mit (159) Böses Spiel im Sommercamp für schlappe 9,99€ - allerdings noch ohne Nummerierung und dem Vermerk, es handle sich um eine "exklusive Folge".

Mittlerweile ist die Folge also scheinbar nicht mehr so ganz exklusiv - oder? Naja, also der bloße Inhalt des Hörspiels ist von der ersten bis zur letzten Sekunde unverändert - keinerlei Änderungen drangen an mein Ohr - auch die Spieldauer ist exakt gleich; abgesehen davon, dass die Nicht-Tchibo-Version insgesamt 360 Millisekunden länger dauert, und dass die CD-Tracks #1 und #3 einige Winzigkeiten länger, bzw. kürzer sind - vermutlich ist das den Lead-ins oder Lead-outs geschuldet.

Aber das sind rein technische Aspekte, die beim Hören absolut keinen Unterschied machen. Deshalb auch die etwas wissenschaftlichere Herangehensweise mit dieser Rezension - wozu sollte ich die zweimal schreiben!? :)

Nun, beim Hören gibt es also keinerlei Unterschied, wenngleich von der Pressung der CDs kleinste Differenzen auszumachen sind. Und sonst? Nun, das Cover-Motiv ist haargenau dasselbe, allerdings ist der Bildausschnitt etwas kleiner, weil das Motiv um wenige Millimeter herangezoomt wurde. Ebenso fehlt bei der 2012er-Ausgabe natürlich das Tchibo-Logo, aber dafür bekam sie die Folgen-Nummer (178) und auch einen ganz neuen Produktions-Code.

Die Sprecherliste und der Kladdentext sind ebenfalls unverändert, wenngleich die Zeilenabstände bei der 2012er-Version deutlich größer sind. Die vier kleinen Miniaturbilder sind auch verändert, bzw. ausgetauscht worden. Das Bildchen mit Klößchen und das mit dem Hai bekam, wie das Cover-Motiv, einen anderen Ausschnitt, wohingegen die Bildchen mit dem brechenden Glas und dem entsetzten Karl ersetzt wurden - ebenso fehlen jetzt die Zusätze "GROARRR" und "KRRRKS".

Somit haben es diejenigen, die einfach nur an den Geschichten interessiert sind, sehr einfach: Wer die Tchibo-Version hat, braucht die Neuauflage von "Hai-Alarm im Aquapark" nicht mehr, und wer sie noch nicht hat, braucht nicht mehr horrende Summen dafür einzukalkulieren, weil sie ja jetzt auch regulär zu erstehen ist.

TKKG-Sammler/innen aber sollten sowohl die 2010er- und auch die 2012er-Version besitzen, denn die Unterschiede sind, wenn auch nicht im Audio-Material selbst, durchaus zahlreich und nicht bloß mit der Lupe zu erkennen. Und das ist für Sammler/innen sicher ein Grund, oder? :)

Meine Wertung: 73%
Cover: ...und der Schatz der Mönche22.05.2012

Die drei ???
(107) ...und der Schatz der Mönche (Erschienen: 2002)
Dauer: 1:03:09

Mein Eindruck nach dem ersten Durchlauf war damals: "Gott, ist das eine textlastige Folge. Also mir gefällt's!". Im Ernst, mag den Schatz der Mönche. Es wird zwar viel geschwafelt und oft dauert ein und derselbe Dialog mitunter mehrere Minuten, aber es passt trotzdem alles zusammen: eine relativ gemächliche Folge und nur hin und wieder eeeetwas Hektik, dazu jede Menge Atmosphäre.

Das unterstreichten vorallem auch die authentischen Sprecher für die Asiaten: gebrochenes Deutsch, passender Akzent - und vorallem der Lama klingt erhaben, weise und bedächtig. Hier hat Europa sich sehr, sehr viel Mühe gegeben! Auch bei der Musik und der restlichen Produktion machte Europa alles richtig.

Obwohl sie nie meine Lieblingsfolge wurde, höre ich sie dennoch sehr gern immer mal wieder - solltet ihr auch tun! :)

Meine Wertung: 84%
Cover: Botschaft aus der Unterwelt20.05.2012

Die drei ???
(154) Botschaft aus der Unterwelt (Erschienen: 2012)
Dauer: 1:10:18

Der Justus-Monolog kommt dieses Mal direkt am Anfang; man wird einfach ins kalte Wasser geworfen und Justus ist gerade mittendrin. Allerdings ist das nur das Ende eines Falles, der mit dieser Geschichte nicht wirklich viel zu tun hat - tolle Idee. Auch, endlich einmal Sherlock Holmes mit dem ???-Universum zu verquicken finde ich einen super Einfall und gut umgesetzt. Der Fall ist außerdem logisch nachvollziehbar und schmeckt fast wie die Klassiker der niedrigeren Nummern.

Dazu die optimalen Musiken, die "das England vergangener Jahre"-Gefühl passend rüberbringen. Ebenso gibt es ein Wiederhören mit alten - aber nicht mehr so oft eingesetzten - Bekannten wie Hans Meinhard (Andreas Beuermann), Karin Lieneweg, Wolfgang Draeger, Fabian Harloff oder Achim Schülke. Gefreut hatte ich mich außerdem über Christine Pappert, als ich den Namen im Inlay fand, aber sie hat gerade mal 1-2 kurze Sätze - schade. Die Produktion leistet sich also keinerlei Schwächen.

Leider: es gibt trotz der soweit guten Vorlage von Frau Erlhoff und den Qualitäten der Körting'schen Produktionskunst kleine Dämpfer. Aber ich warne vor! Wer jetzt weiterliest, wird einige Dinge aus der Geschichte vorgekaut bekommen!

Die Szene, in der Peter betäubt wird, aufwacht und sich dann sicher ist, alles wäre in Ordnung, ist zu auffällig, dass die Betäubenden hier offenbar etwas an Peter manipuliert haben müssen, ist so offensichtlich, dass man sich fragen muss, warum vorallem Justus' Instinkt erst zu spät schaltet. Es ist fast so, als wollten die drei ??? auf Gedeih und Verderb das Offensichtliche nicht sehen, um der Autorin nicht in die Suppe zu spucken. Doch auch die Verbrecher taten einen Fehler: Warum statt eines Senders nicht lieber ein Sender-/Wanzenkombination - das wäre viel logischer gewesen, weil die anderen Wanzen total offensichtlich waren; ich dachte zunächst, die ??? sollten sie finden und sich in Sicherheit wiegen...

Schick auch, wie Frau Erlhoff am Ende das Bild der Todesszene von Holmes und Moriarty aufbaut (Wasserfall, etc.) und dieses Motiv auch als Bedrohung geschickt einsetzt. Aber es ist nicht optimal umgesetzt worden, und ich bin nicht sicher, ob das an der Vorlage, an einer Nicht-Umsetzbarkeit oder an Herrn Minninger (der das Buch ja in ein Hörspielskript umgesetzt hat) liegt... Das mit dem Schachspiel mag ich, auch die Idee, dass Justus sich zwischen Peter und Bob entscheiden soll und wie das dann alles weitergeht. Aber es geht alles so schnell, viel zu schnell, der Spannungsmoment verpufft einfach. Zuerst bibbert man, warum nicht Bob Schach spielen soll, sondern Peter, weil Bob ja ein besserer Schachspieler sei, und plötzlich bietet Peter offenbar gut Paroli - dann stürzt auch schon die Brücke ein und die Polizei kommt angebraust.

Ich hatte ja in den letzten Rezensionstexten immer mal wieder angekreidet, dass mir dieses "...und plötzlich tauscht Inspektor Cotta auf und rettet die Chose"-Zeug auf den Sack geht - aber dass gerade Kari Erlhoff sich dieses Spannungskillers bedient, finde ich sehr schade. Das allein hat bei mir schon einige Spaß-Punkte eingebüßt. Wieso müssen die drei ??? andauernd in Lebensgefahr sein und die Polizei rettet das Ganze? Brauchen die drei Jungs nicht langsam mal einen Psychiater, weil sie das ständige und knappe Springen von der Schippe des Teufels nicht mehr verkraften?

Fazit: Alles in allem verbleibt ein sehr positiver Eindruck, weil das allermeiste stimmt, aber 2-3 Szenen sind nicht sauber zu Ende gedacht worden, bzw. sie sind mir eine Spur zu simpel gelöst - und das Ende ist etwas lahm. Schade - für mich hatte die Folge über weite Strecken das Klassiker-Prädikat an der Brust heften!

Meine Wertung: 76%
Cover: Todesbiss der schwarzen Mamba22.04.2012

Ein Fall für TKKG
(141) Todesbiss der schwarzen Mamba (Erschienen: 2004)
Dauer: 56:04

Stefan Wolf hätte kaum einen reißerischeren Titel wählen können, als "Todesbiss der schwarzen Mamba". Denn diesen gibt es zu keiner Zeit. Und ohne Euch zu viel zu verraten, kann ich eh nur schreiben, was alle schon wissen: Tim - wer sonst!? - verhindert den Biss, indem er sich die Schlange packt und Gaby versucht sogar, die Schlage zu beschwören, indem sie pfeifft. Wespe, der anwesende Kriminaler, steht derweil daneben und drückt Tim die Daumen. Witzig aber auch, dass die Szene auf dem Cover vollkommen nicht zum Hörspiel passt. Erstens trifft das gewählte Opfer nie auf die Mamba und außerdem gibt es keine Szene, in der weder das Opfer noch die Mamba im oder auf dem Bett sind.

Zwischendurch rotzt Klößchen pausenlos Kirschkerne an Straßenschilder, was beim Rest von TKKG offenbar - und unverständlicherweise - nicht zu Entrüstung führt, alle vier maulen erst lauthals rum, dass es ein Unding sei, das Briefgeheimnis zu schänden, tun es dann aber selbst sehr fleißig (weil natürlich wie immer der Zweck die Mittel heiligt); ganz zu schweigen davon, wie oft TKKG schon in der Vergangenheit fremde Briefe lasen. Karl seinerseits hat natürlich stets und ständig sein Dietrichset dabei, um mal schnell irgendwo einbrechen zu können und alles in allem ist das fast schon Science Fiction, wie überzeichnet und auch inkonsequent TKKG an diesem Punkt ihrer Karriere sind.

Man kann ja über dieses und jenes hinwegsehen, und ja, weiss Gott, es ist ja auch nur 'n Hörspiel, aber meine Herren. Was hier an Zufällen, Supermanheldentum und Doppelmoral mitschwingt, geht auf keine Kuhhaut. Dazu immer diese verbalen Polemiken: Höllenpfuhl, Pfuhl der Hölle, mit Schlangen überfluten, unermesslicher Schaden, blabla... Je öfter man sie hört, desto mehr nutzen sie sich ab und man kann eigentlich nur noch darüber lächeln. Nicht zu vergessen, dass wir Postboten, die andere mit der auszutragenden Post erpressen und auch den Einsatz von Giftschlangen zu Erpressungs- oder Rachezwecken, schon diverse Male hatten, ebenso wie Tim, der sie alle, wie sie da sind, auf die Matte knallt, ohne auch nur leicht außer Atem zu sein oder wenigstens mal ein blaues Auge oder eine schmerzende Rippe zu haben. Optimal ist nur das Stimmenensemble, das kein einziges Mal enttäuscht, und auch die Produktion ist großartig.

Nee, sorry, ist nicht so dolle, wirklich nicht...

Meine Wertung: 47%
Cover: Die Spur der Wölfin19.04.2012

Ein Fall für TKKG
(177) Die Spur der Wölfin (Erschienen: 2012)
Dauer: 1:03:36

Seltsames Hörspiel. Die ersten 30 Minuten - und das ist keine geschätzte Übertreibung, sondern Fakt! - geht es darum, ob TKKG denn nun einen Wolf gesehen haben, oder nicht. Und das ist kein Stück spannend. Egal, ob es nun wirklich ein Wolf war oder nicht - ja und? Seltsam auch, wie empört TKKG sich dauernd geben, weil niemand ihnen glauben will, dass sie angeblich wirklich einen Wolf sahen, obwohl sie mehrfach von Tier- und Wald-Experten hören, dass man sich leicht täuschen kann, wenn man meint, einen Wolf gesehen zu haben, und dass das schon vielen so ging. Nun, dann kommt also endlich mal raus, ob es wirklich ein Wolf war - und der "eigentliche Fall" beginnt, obwohl er bis dahin gar nicht mal auf dem Plan stand, er ergab sich einfach von selbst.

Gefallen tun mir dafür die Sprecherleistungen. Niemand enttäuscht, und gerade Tim Kreuer als Hank Zacher gefällt mir sehr, sehr gut. Lobenswert auch, dass wir nicht pausenlos mit Gangster-Dialogen penetriert werden und dass, bei TKKG wie neuerdings üblich, alle einen etwa gleich großen Sprachanteil haben. Super ebenfalls, dass Christine Pappert, Utz Richter und Achim Schülke für diese Produktion gewonnen werden konnten. Auch erbot uns auch Edgar Bessen die Ehre, ihn ein allerletztes Mal als Kommissar Glockner zu hören (danke für die vielen schönen Momente!).

Der Rest der Produktion ist ebenfalls gewohnt Europa. Tolle Musiken, tolle Effekte und Geräusche. Das Wald-Feeling kommt klasse rüber und auch, wenn man deutlich spürt, dass diese TKKG-Generation eine jüngere Zielgruppe anspricht und dass man nicht durch übertriebene Todesgefahren und dem dauernden Erwähnen von todbringen Substanzen, giftigen Tieren, fiesen Erpressern oder skrupellosen Lumpen eine gewisse Spannung aufkommen lassen will. Das gelingt auch relativ gut, aber hier leider überhaupt nicht.

Ja, durchaus: es ist leicht zu vernehmen, was Frau Hampl (Buchautorin dieses Hörspiels) hier versuchte, und ich begrüße diese Richtung. Mir gefällt es grundsätzlich schon einmal, wenn man auch die kleinen Dinge im Leben mit Neugier wahrnimmt. Und die Frage "War das nun ein Wolf oder nicht?" ist auch in Ordnung, aber doch bitte nicht die halbe Geschichte lang. Zumal es letzten Endes auch gar nicht wirklich relevant war, ob es denn nun tatsächlich ein Wolf war.

Die Kladdentext-Behauptung, die Vier vom TKKG würden "einen spannenden Fall aufdecken" empfinde ich also maßlose Übertreibung. 30 Minuten lang passiert absolut rein gar nichts, im Gegenteil, es wurde mir nach 10 Minuten vollkommen egal, ob es denn nun ein Wolf war, und nach diesen endlosen 30 Minuten hauen Tim und Karl einem die Kriminal-Fall-Auflösungs-Fakten um die Ohren, dass man sich am Ende auch nicht mehr darum schert, wie jemand - mehr oder weniger - überraschend mal eben die allerletzten Fragen im Detail aufklärt.

Meine Wertung: 49%
Cover: ...und das Fußballphantom14.04.2012

Die drei ???
(153) ...und das Fußballphantom (Erschienen: 2012)
Dauer: 53:48

"Fußballphantom"... Ganz ehrlich, liebe Kosmos-Leute, mir geht das Thema Fußball langsam wirklich auf den Wecker, um es sehr gemäßigt zu formulieren! Ich weiss, die Serie ist mittlerweile eine deutsche (wenn man so will), aber sie spielt nunmal in Amerika. Football, Baseball, Basketball und Ice Hockey sind da angesagt - sogar Golf steht recht hoch im Kurs. Okidoki, einige da drüben mögen auch "Soccer" ganz gern, einverstanden, aber wie oft können denn bitteschön drei USA-Kids in fußballbezogene Fälle verstrickt sein, aber nie z.B. in einen Baseball-Fall...!? Vorallem, wo die Zusammenhänge immer loser und behelfsmäßiger werden.

Nun gut, genug vom Titel, kommen wir zum Inhalt. Ich erinnere mich daran, im RRP-Publikum zu sitzen und bei der Szene, in der Peter Jeffrey anrufen will, dann nicht verstand, warum er, Peter, auf einmal in einer Konferenzschaltung ist. Ich beschloss aber, das nicht weiter zu hinterfragen, denn vielleicht hatte ich ja irgendwas überhört oder war einen Moment unaufmerksam... Alles, was nach diesen ersten 3-4 Minuten kam, war nämlich ganz ordentlich und mal was anderes, sogar der Bezug zum Sport war gelungen - mich störte nur, dass es nicht z.B. Baseball war. Denn mir fiel auf, wie voll das Stadion im Hörspiel wirkt. Sicher, die Produktion ist soweit sauber und man fühlt sich im Grunde wirklich wie in einem Fußball-Stadion. Aber es ist schon seltsam genug, dass die drei ??? immer wieder Fußball-Fälle lösen, und dann sind in dieser Folge "nur" zwei Highschool-Mannschaften involviert... ...und dann tönt es in dem Stadion, als wäre gerade England-Italien im WM-Finale einer europäischen Arena los - ob das so realistisch ist - in Amerika?

Wie dem auch sei. Mir gefiel zuerst, was ich hörte, die Idee war gut und auch nett umgesetzt. Aber es passiert nach und nach Zufall auf Zufall und dauernd werden Rätselverse vorgelesen, und auch noch im selben Atemzug gelöst. Aber was mich am meisten irritiert: WARUM überhaupt diese Rätselverse? Wenn man sein Opfer, das eh schon unter Zeitdruck ist, mit derart komplexen Reimen begegnet, warum verlangt man nicht gleich sowas wie: "Ich denke an eine Zahl zwischen 0 und 1000000 - sag mir, welche, sonst...!"??? Nur Justus brilliert mal wieder und in wenigen Augenblicken ist alles geknackt, welcher Täter räumt seinem Opfer in so einer Situation denn überhaupt eine Chance auf Lösung ein? Und das Ende... Das Motiv ist irgendwie... naja... und wie die drei ??? ganz am Schluß mal wieder den Tag retten - tze. Ach ja: Und ein/e [Spoilervermeidung] mit Schußvorrichtung? Wie zielgenau und effektiv kann eine so verbaute Schußwaffe denn sein, dass sie einen Ball derart zerfetzt - geschweigedenn überhaupt trifft (ist ja nicht so, als würde der in Zeitlupe durch's Stadion tippeln)!? Und noch mehr: NIEMAND von all den Zuschauern, Spielern, Schiedsrichtern, Trainern, Ärzten, Vorständen und Stadionkräften wundert sich offenbar, wie ein Ball, der gerade aus der Luft auf den Boden kommt, urplötzlich einfach so "puff" macht und wie ein Matschhaufen zu Boden klatscht?

Ich erhielt dann die Folge und hörte mir vorallem den Anfang einige Male an, um sicher zu gehen, nichts verpasst zu haben, aber es war wirklich so: Peter will Jeffrey anrufen und plötzlich ist er in einer Konferenzschaltung. Aber wieso? Hat er sich verwählt? Benutzt er denn keine Schnellwahl oder Telefonbuchfunktion? Gerade bei seinem besten Freund? Oder hat der Provider Mist gebaut? Gab's ein Zuweisungsproblem? Oder hat derjenige, der den Anruf entgegennahm, das Handy von Jeffrey gefunden und an sich genommen? Oder hat Jeffrey es dieser Person gegeben? Ich weiss es nicht und es wird auch in der ganzen Folge nicht aufgeklärt, was genau das Problem war. Wären insbesondere hierfür denn nicht 1-2 Sätze zur Erklärung schön gewesen? Meinetwegen hätte die Person das Handy auf der Straße finden können und wollte später recherchieren, wem es gehört, um es zurückzugeben. Sicher, ok, Peter kann auch einfach die ganze Rufnummer eingegeben und sich dabei verwählt haben, aber hätte man Peter dann nicht murmeln lassen können, wie er die Zahlen eintippt, damit man das beim Hören nachvollziehen kann? Ebenso frage ich mich: Wieso wurde aus Kelly (im Buch) denn Jeffrey (im Hörspiel)? Ja, es wird oft gemault, dass die Freundinnen nicht erwünscht wären, ok, aber man kann doch ruhig eine haben und ihren Namen erwähnen, ohne, dass sie dauernd eine wichtige Rolle in den Fällen spielt, oder? Warum hat André Minninger wieder mal diese komische Änderung vorgenommen?

Tja, bevor ich hier jetzt noch weitere Fragen und Unzulänglichkeiten aufwerfe - ja, es gibt noch weitere! - breche ich mal ab. Aus einer saugeilen Grundidee wurde eine seltsame Mischung aus Rätselversruntergebete und Zeitdruckgehetze, die aufgrund von verschiedenen Rahmenfaktoren so nicht funktionieren, zumal nicht einleuchten will, warum diese Verse überhaupt ins Spiel kommen, irgendwelche anderen schier unmöglichen Dinge hätten ebenso gefordert werden können. Dazu das hanebüchene Ende und das unerklärte Verbindungsproblem (im Kladdentext ja kryptischerweise "Fehlverbindung" genannt). Alles in allem: nicht gut! Gar nicht gut! Nur die sehr gute Cast (Rüdiger Schulzki - yay!) reisst das Hörspiel aus dem Gröbsten raus.

Meine Wertung: 55%
Cover: Draculas Erben10.04.2012

Ein Fall für TKKG
(140) Draculas Erben (Erschienen: 2004)
Dauer: 51:05

Schon wieder mal 'ne TKKG-Folge, in der diejenige Person, die den Kladdentext verfasst hat, maaaaßlos übertreibt: "TKKG decken ein verbrecherisches Netzwerk auf und geraten in höchste Gefahr." Ein Netzwerk ist ja nun doch eine Spur größer und komplexer, als einfach Ware zu stehlen und die letztlich weiterzuverticken. Und diese höchste Gefahr, in die TKKG angeblich geraten? Nun, Supermann Tim ist natürlich dabei und somit bringen TKKG höchstens die Verbrecher in Gefahr, denn wenn Tim die erwischt, dann macht er Mus aus ihnen...

Allerdings sieht Tim schon einen Unterschied zwischen bösen Verbrechern und netten Verbrechern: Er sieht davon ab, Verena sofort an die Polizei zu verpfeifen, sondern er tut das lieber erst morgen, denn Fluchtgefahr besteht bei ihr ja nicht. Warum tut er das? Nun, weil es für sie ziemlich schlimm wäre, wenn sie sich heute schon vor Gericht dafür verantworten müsste, eine Verbrecherin zu sein, denn schließlich war sie in dieser Folge ja auch das Opfer von anderen Verbrechern - das schlaucht ganz schön, da muss man sich erstmal ausruhen. Tim, der alte Gutmensch hat's mal wieder voll geblickt!

Gefallen tut mir dafür, wie souverän Sascha Draeger seine Tim-Rolle wieder spielt (das meine ich NICHT sarkastisch!) und auch Thomas Karallus (prominenteste Rolle ist wohl seine Stimme als Kevin James) hat echt eine geile Performance auf's Parkett geschmettert. Die Produktion ist ebenfalls gewohnt gut, typisch Körting eben, und macht einiges wett.

Alles in allem: Diese Geschichte als hanebüchen zu beschreiben wäre noch untertrieben. Wie hier der gute Kommissar Glockner von seinem Kollegen Kommissar Zufall in Rente geschickt wird, sucht seinesgleichen. Aber wie Tim hier den großen Brummi fährt, erinnert mich notgedrungen an Tom Conradi (Tom & Locke, (5) Flammen um Mitternacht), was einfach geil ist. Deshalb und wegen der guten Produktion, bin ich gewillt, nochmal auf 62% raufzugehen.

Meine Wertung: 62%
Cover: Whisky in den Wolken09.04.2012

[unbekannt]
(7) Whisky in den Wolken (Erschienen: 2012)
Dauer: 52:44

Ich muss gestehen, dass ich bereits beim Titel dachte, zu wissen, wie der Fall gelöst werden wird. So dachte ich, dass besonders hochprozentiger Whisky z.B. entzündet werden könnte, damit der Ballon explodiert oder irgendsowas. Aber da habe ich das Buch leider nach seinem Umschlag beurteilt. Es geht weniger darum, wie es geschah, sondern, wer es warum tat - das wird schon nach wenigen Minuten klar.

Natürlich kommt der süffisante Professor van Dusen hinter des Rätsels Lösung und überrascht auch heute noch, wo man durch viele, viele kriminalistische Serien und Filme der letzten 30 Jahre eigentlich meinen müsste, man hätte längst alles gesehen und gehört und eine Serie wie "van Dusen", die vor eiiiiniger Zeit urerschien, könnte demnach nicht überraschen. Aber daneben. Sicherlich: Die Motive sind immer ähnlich und auch der Tathergang ist kaum etwas, auf das man nicht selbst kommen würde, aber wie van Dusen kombiniert und worauf er achtet, ist, obwohl man quasi mit der Nase draufgestoßen wird, teils beachtlich.

Im Gegensatz zu den anderen bisher erschienenen van-Dusens ist Whisky in den Wolken stark musikuntermalt und man geizt auch nicht mit Effekten. Was bei van Dusen zuerst ungewohnt ist, aber durch andere Serien natürlich etwas, mit dem man vertraut ist. So hört man häufig einen Dudelsack spielen - schließlich sind wir gerade in Schottland -, oder Menschentrauben, die jubeln, schwatzen, schreien. Gefällt mir sehr gut. Ein vielleicht nicht unwichtiges Detail ist, dass nebenbei oft auf Gebräuche und Sitten der Schotten eingegangen wird, was stark dazu beiträgt, dass man die Highlands quasi vor sich sieht, während man einfach nur zuhört.

Kurzum: erneut eine van Dusen, die nicht enttäuscht und das gewohnte Niveau nicht nur spielend hält, sondern sogar nach oben ausschlägt.

Meine Wertung: 83%
Cover: Oskar jagt die Drogendealer04.03.2012

Ein Fall für TKKG
(139) Oskar jagt die Drogendealer (Erschienen: 2003)
Dauer: 1:03:37

Ich bin wirklich dafür, Kinder und Jugendliche geistig stark zu machen, damit sie gar nicht erst anfangen, Drogen zu konsumieren oder die Kraft finden, wieder damit aufzuhören - aber das hier ist voller Plattitüden und schlaffer Parolen. Versteht mich richtig: Die Aussagen für sich sind allesamt in Ordnung, aber man kann sie auch weniger plakativ verpacken und vor allem kann man eine schöne Geschichte drumherumbasteln; vielleicht mit dem Hintergrund eines Menschen, der ein Drogenproblem hat, oder so.

Aber "Oskar jagt die Drogendealer" ist nicht zum aushalten. Zunächst mal klingt der Titel völlig banane und dann jagt Oskar überhaupt gar nichts, nicht mal einen schönen Knochen. Ansonsten jagt eher Martin Kunert den Dealer, der seine Schwester Tanja mit Drogen versorgt, und will ihn zu Klump schlagen - aber er verbrüdert sich lieber mit ihm. Stattdessen will er, zusammen mit seiner Schwester, lieber die halbe Stadt mit Heatstroke zu Suchtis machen. Warum? Nun, er will zuerst den Bölke (der Dealer) verschonen und ihn auch nicht anzeigen - sondern lieber 10000€ in Bar! -, weil seine Schwester nicht will, dass er Selbstjustiz ausübt und vielleicht in den Knast wandert; aber stattdessen planen die Geschwister dann, den Hauptkommissar Glockner mit seiner Tochter zu erpressen und mit Drogen einen Fruchtpunsch abzurunden - voll ohne Selbstjustiz und so, ist ja klar!

Abgesehen von der flachen Story, bleibt wenigstens die Anti-Drogen-Message - auch, wenn sie total untergeht! - und die gute Produktion; mit Ausnahme von, wie so oft, Klößchens Lache und Karls Quasi-Nicht-Anwesenheit - sowie die schlechte Leistung von Julia Demtröder in der Rolle von Tanja Kunert.

Finger weg!

Das Zitat der Folge kommt von Rattig: Na logo! Wenn ich was einfädele, dann geht auch ein Kamel durch's Nadelöhr!

Meine Wertung: 39%
Cover: Raubzug mit dem Bumerang04.03.2012

Ein Fall für TKKG
(138) Raubzug mit dem Bumerang (Erschienen: 2003)
Dauer: 52:26

Worum geht es hier eigentlich? Eifersucht und Rosenkavaliere oder Erpressungen oder Raubzug mit einem Bumerang? Nun, zu Letzterem sei gesagt, dass es hier nicht einen einzigen Überfall oder Diebstahl gibt und dass der Bumerang praktisch keinerlei Rolle spielt; der Bumerang ist für rein gar nichts von Belang. Er kommt zwar ein-, zweimal zum Einsatz, aber das hätte eigentlich genauso gut ein Stock, Baseballschläger oder sonstwas sein können.

Der Rest ist, wie schon angedeutet, ein arg durchschaubarer und unspannender Mischmasch aus Tims Eifersucht - die, Wolf ist Wolf, natürlich gerechtfertigt ist und natürlich von Anfang an den Richtigen verdächtigte! - und einer Erpressung. Wie üblich prescht Tim vor, und, auch, wenn sein Verdacht ja durchaus berechtigt ist, droht Roderich über die Maßen mit körperlicher Züchtigung. TKKG waren ja noch nie Vorbilder, aber wie kann man den Kids heute klarmachen: "Lernt Kampfsport und knallt bei schlechter Laune einfach die anderen auf die Matte!"...?

Die Sprecher/innen liefern allesamt gute bis sehr gute Leistungen, allerdings nervt Klößchens hohles Gelächter und Karl (also Niki Nowotny) klang auch schon mal natürlicher. Vorallem Sascha Draeger als Tim ist aber wie immer zu loben; wie gut, glaubhaft und hörbar er diesen Supermann mit Hang zu Schlägereien mimt, kann man nicht oft genug betonen und hervorheben.

Alles in allem eine der okayeren TKKG-Folgen aus dieser Ära, aber davon entfernt, ein Must-Have zu seinl.

Das Zitat der Folge kommt von Karl: Auch andere Eltern sehen ihren Nachwuchs durch die rosarote Brille. Wenn's nach den Eltern ginge, gäb' es nur Genies und Hochbegabte. Aber die Wirklichkeit handelt von Pisa-Schlusslichtern mit Interesse für gar nichts.

Meine Wertung: 59%
Cover: Skateboardfieber04.03.2012

Die drei ???
(152) Skateboardfieber (Erschienen: 2012)
Dauer: 55:59

Ich habe bei dieser Folge im Vorfeld auf absolut gar nichts geachtet. Weder, wer das Buch geschrieben hat oder wann es veröffentlicht wurde, noch habe ich den Kladdentext gelesen oder mir auch nur das Covermotiv großartig angeschaut. Als die CD dann hier eintrudelte habe ich nicht einmal die Sprecherliste studiert, sondern sie einfach vollkommen unbefangen in den CD-Player eingelegt. Und mein allererster Eindruck, nachdem die Folge durchgelaufen war, war: "Wow, das war richtig spannend!".

Aber nach dem zweiten Durchlauf relativierte sich dieses Gesamtbild ein wenig. 1) Den Erzähler nach(!) der Endmusik nochmal einen abschließenden Kommentar machen zu lassen, halte ich für sehr unglücklich. Ich war ausnahmsweise lediglich zu faul aufzustehen und zum CD-Player zu gehen, aber normalerweise schalte ich bei Erklingen der Endmusik immer direkt ab, das heisst: In der Regel hätte ich diesen Endkommentar nie im Leben wahrgenommen. 2) Dieser Kommentar verrät letztlich ohnehin nur vollkommen offensichtliche Details, die schon beim ersten Durchlaufen der Folge klarwerden: Wer, wenn nicht die Rolle von Gaby Libbach, sollte wohl der Maulwurf sein? Dass sie nur in dieser Folge auftaucht, aber ansonsten keinerlei Funktion einnimmt, als Justus am Telefon zu sagen, Cotta sei nicht da, ist mehr als nur ein Indiz für die Hörerschaft. Außerdem ist die Erklärung in diesem Kommentar nicht hieb und stichfest, finde ich.

3) Alles in allem erscheint mir dieser Fall für die drei ??? zwei, drei Nummern ZU groß; ähnlich vielleicht bei (100) Toteninsel (wobei sich das hier noch durch den Jubiläumsumstand erklären lässt). Hier kann ich aber nicht auf Details eingehen, denn sonst müsste ich Euch hier ohne Ende spoilern. Aber, um es grob zu formulieren: Warum will die USA offenbar keine weiteren Schritte gegen Peter einleiten? Angeblich sei er doch ein Vaterlandsverräter. Warum hier also nichts nachkommt, ist ähnlich fadenscheinig wie am Ende von (100) Toteninsel mit der Festplatte. Denn vorallem in "Skateboardfieber" wurde wunderbar gezeigt, wie leicht man die drei ??? drankriegen könnte.

Nun, trotzdem fand ich die Folge, gerade beim allerersten Mal, wirklich richtig, richtig spannend. Alles ist sehr undurchsichtig und die Vertonungen von Peters Fluchten und seiner offenkundigen Ahnungslosigkeit in alledem, sind Frau Körting und Herrn Minninger SEHR gelungen. Die Folge wäre perfekt, wenn das Ende ungefähr so abgelaufen wäre, dass ein Agent nochmal die drei ??? kontaktiert, ihnen alles in Ruhe erzählt und dabei versichert, dass man eingesehen habe, dass Peter nichts damit zu tun gehabt hätte, weil [hier Erklärung einfügen]. Die Rolle von Frau Libbach hätte man, wenn sie (im Hörspiel) ohnehin keine große Rolle spielt, einfach weglassen können, denn ein Präsidiums-Kollege von Cotta, den die drei ??? kennen, hätte ihnen auch sagen können, dass er nicht da ist.

Es bleibt also ein wirklich sehr gelungenes Hörspiel, das aber beim zweiten und dritten Hören, wenn man den Fall und seine Verwirrungen schon kennt, einige Details offenlässt, die leicht hätten geklärt werden können. Die Produktion ist großartig und die Sprecherliste im Inlay liest sich wie ein Who-is-who: Gaby Libbach, Horst Stark, Sascha Rotermund, Reent Reins, Henry König, Utz Richter... Leider versäumte diese Folge dennoch ein wichtiges Detail: Warum heisst sie "Skateboardfieber"? Man hätte sie genauso gut "Urlaub an der Ostsee" oder "Brötchenfrühstück" nennen können...

Das Zitat der Folge kommt von Peter: Ich weiß. Oktopus!

Meine Wertung: 83%
Cover: Verbrechen im Rampenlicht22.02.2012

Ein Fall für TKKG
(176) Verbrechen im Rampenlicht (Erschienen: 2012)
Dauer: 57:02

Schon den Titel finde ich ziemlich plump und unspezifisch: "Verbrechen im Rampenlicht", und den Inhalt irgendwie lahm-popo-ig. Die Idee, Kritik an Casting-Shows zu äußern, finde ich richtig und wichtig; aus vielen verschiedenen Gründen. Gerade für Kids von heute ist es sicher gut, wenn sie gezeigt bekommen, dass es zum dort versprochenen Ruhm niemals kommen wird und dass man eigentlich nur Spielfigur der Medien und Sender ist. Doch hier versagt das Hörspiel.

Einerseits kritisiert es Casting-Shows auf eine ironische Weise, indem die Verbrecher sich z.B. "von Mumpitz" nennen. Ansererseits: so sehr die Kritik immer wieder durchschimmert, so wirklich präzise wird "Verbrechen im Rampenlicht" nicht. Mehr noch! Am Ende, als sich rausstellt, dass die Jungs und Mädels alle nur benutzt und hereingelegt wurden, wird allzu deutlich, dass sie für ein gewöhnliches Kapital-Verbrechen benutzt werden sollten, und nicht als TV-Grinsebacken mit unvorteilhaften Verträgen, die für einen Sommer Pseudo-Idole für Teenies darstellen sollen. Noch dazu, wo man ihnen verbietet, mit Erlaubnis der Eltern Verträge zu unterschreiben. Denn a) sind die Kids noch nicht berechtigt, solcherlei Verträge zu unterschreiben und b) warum sollte man seinen Eltern dies nicht sagen dürfen? Wie naiv sind denn diese Kinder, hm!?

Und gerade deshalb verliert diese Folge viel von seiner Glaubwürdigkeit. Zum Einen, weil eben die Kids wohl denken werden: "Naja, bei der Show XY im Fernsehen wird bestimmt keiner gezwungen, einzubrechen, das gibt's nur in der Phantasie!". Statt also, wenn schon kritisiert wird, zumindest teilweise über die wahren Beweggründe und Fallstricke (für die Kandidaten) dieser Shows aufzuklären, kommt diese simple Auflösung, und die vorweggehende Kritik ist keine mehr. Da hätte man lieber kleine Brötchen backen sollen und sich den Kritik-Kram sparen sollen. Dann wäre das wenigstens noch eine einigermaßen glaubhafte Geschichte gewesen, bei der man wie schon bei manchen TKKG-Folgen, einfach mal den lieben Gott 'nen guten Mann sein lässt und sich herzlich bei der Geschichte beömmelt.

Denn zum Anderen ist das zweite Problem, selbst ohne Casting-Show-Kritik und die Beweggrunds-Auflösung am Ende, dass "Verbrechen im Rampenlicht" extrem unglaubwürdig ist. Zwei Casting-Show-Redakteure rennen durch die Fußgängerzonen und quatschen Jugendliche an, und diese Jugendlichen werden kein Stück stutzig, bei all dem Kram, den sie machen sollen? Doch noch schlimmer ist, dass man als Zuhörer/in sofort weiss, dass hier offenbar kein Publikum, keine Jury-Mitglieder und keine Kameras im Spiel sein werden. Wie soll das denn bitteschön spannend sein?

Außerdem, wie denken sich die "Verbrecher" das eigentlich? Man würde die Kids statt ihrer erwischen, ok, aber was denn? Wenn da vier Kinder so viele genaue Angaben über das Warum machen, wird man sich doch eh denken können, was los ist. Das ist wie ein Banküberfall ohne Maskierung und gleichzeitig hält man noch gut sichtbar seine Visitenkarte mit Anschrift und Telefonnummer in die Überwachungskameras; und statt dann zu fliehen, legt man sich auf den Boden, um auch gleich schon mal zu kapitulieren, damit die Polizei nicht soviel Arbeit hat.

Dann missfällt mir die doch sehr flache Kritik am Namen "Klößchen", am Rauchen und all sowas. Sicher, ja, man sollte keine Witze über Übergewichtige machen und Rauchen ist schädlich und so weiter, aber es wirkt hier so plakativ und abgeschmackt, dass es beinahe wie ein satirisches Pro-Rauchen- und Pro-Mobbing-Statement rüberkommt. Ohne es zu wollen und ohne die klassischen Parameter der meisten Folgen zwischen (90) und (150) zu kopieren, klingt sie oft genau wie aus eben jener Periode: plumpe Plattitüden-Kritik am Zeitgeist der Gesellschaft, die mit der Hau-Ruck-Methode in die Ohren gelöffelt wird, und gleichzeitig wirkt diese Kritik auch noch inkonsequent... Und dann diese schlappen Versuche, an alte Zeiten zu erinnern, indem man z.B. Klößchen das Buch "Die rasende Hängematte" erwähnen lässt. Autsch!

Wenngleich dieses Mal die Musiken irgendwie keine rechte Atmosphäre vermitteln, ist die Produktion dennoch sehr gut; allem voran natürlich die Sprecher, die größtenteils noch recht unbekannt und/oder neu im Geschäft sind; trotzdem freute es mich sehr, auch Old-School-Profis wie Gaby Libbach oder Anja Topf mal wieder zu hören.

Das Zitat der Folge kommt von Tina: Ich bin Tina Magerburg, die Projektmanagerin, du kannst einfach Tina zu mir sagen. Und das ist mein Kollege Gerd von Mumpitz.

Meine Wertung: 62%
Cover: Asmodianas Todesring26.01.2012

Jack Slaughter
(16) Asmodianas Todesring (Erschienen: 2012)
Dauer: 1:04:31

Wrestling ist Euch zu brutal? Und besonders Ultra Violent Wrestling ist nur was für gestörte Emotionsphobiker? Wie wäre es dann mit Asmodianas Todesring? Hier gibt's nicht nur die sicksten Bumps und die ekelhaftesten Moves, sondern hier werden Arme ausgerissen, Gedärme perforiert, Seelen genommen, Leben ausgelöscht... Knochen brechen nicht nur - sie zerbersten geradezu!

Nun, wie konnte es dazu kommen? Asmodiana lässt sich von ihrem Mann scheiden: dem Teufel in Person! Wie das bei Scheidungen so ist, bekommt SIE die Hälfte SEINES Vermögens; das betrifft vorallem die Hölle selbst und 50% aller bislang geernteten Seelen. Aber Asmodiana langt das nicht. Sie beauftragt ihren Hohepriester Chang damit, dafür zu sorgen, dass mehr Leute Asmodiana kennen sollen - ihr Tempel soll von Fussküssern nur so wimmeln. Und ein Wrestling-Event, bei dem ausnahmsweise mal nicht alles ein Fake ist, soll dafür sorgen. Promotion!

Damit sich aber auch welche finden, die irre genug sind, gegen die furchteinflößende Asmodiana anzutreten, winkt dem Gewinner ein von ihr gewährter Wunsch. Was es auch sei, sie erfüllt alles. Aber Gewinner wird es eh nicht geben. Niemand ist stark genug für Asmodiana! Oder...? Naja, um sich vollends abzusichern, stehen im Kleingedruckten auf der Rückseite des Werbeposters vorsichtshalber noch ein paar rechtliche Hinweise (wem dieser kleine Gag eingefallen ist: Daumen hoch!). Und am Ende gewinnt zwar natürlich das Gute - aber der dafür gezahlte Preis, der ist vielleicht einigen zu hoch, denn Tony... naja, hört das mal schön selbst! ;)

Jedenfalls: was soll ich noch schreiben...!? Die Idee für die Folge ist so witzig und (in ihrem möglichen Handlungsrahmen) so realistisch, dass die Schreiber von mir dafür eine hiermit ausgestellte Auszeichnung erhalten. "Asmodianas Todesring" trifft genau meine Art von Humor. Keine flache Schenkelklopfer-Komik, sondern subtil-lustig mit einer Prise Augenzwinkern gegenüber dem typischen Kleinkinderverhaltens der Menschen. Keine derben Zoten, sondern Unwillen des Alltags in Ironie verpackt. Viele Gags, wie z.B. die Spitze, dass doch vereinbart gewesen wäre, nur noch über den Anwalt zu kommunizieren, sind so ein Beispiel dafür. Oder eben auch das Kleingedruckte auf der Rückseite des Posters.

Naja, vielleicht interpretiere ich das aber auch alles nur in die Folge hineien und es war gar nicht so gedacht? ;) Aber wie dem auch so sei: Geile Folge mit gutem Cliffhanger! Die Sprecher/innen liefern wie immer die richtige Mischung aus theatralischer Affektiertheit und spaßiger Ernsthaftigkeit. Obendrauf die Musik. Dafür gibt's von mir die bisher beste Hörspiel-Request-Wertung für ein Jack-Slaughter-Hörspiel: 93%!

Das Zitat der Folge kommt von Tony Bishop: Menschenfresser sind echt scheisse!

Meine Wertung: 93%
Cover: Die Perlen der Kali25.01.2012

[unbekannt]
(6) Die Perlen der Kali (Erschienen: 2012)
Dauer: 52:22

Van Dusen auf Weltreise mit seinem guten Freund Hatch, klingt interessant - ob das was werden kann? Jau, in der Tat. Obwohl Effekte oder Musiken wie üblich recht wenig bis gar nicht eingesetzt werden, entsteht im Hintergrund des Falles das angenehme Gefühl, man wäre an Bord eines Schiffes. Was deutlich zeigt, dass man auch allein nur durch Dialoge und die Art, wie eine Geschichte verläuft, eine gewisse Atmosphäre vermitteln kann.

Das spricht für das Händchen von Michael Koser, der ab diesem Fall also nicht nur selbst Van-Dusen-Geschichten schrieb, sondern auch gleich eine große Änderung einführte: van Dusen verlässt seine Heimat und erlebt neben ein paar Krimis auch immer mal ein Abenteuerchen nebenbei. Der Krimi, dem "Die Perlen der Kali" zugrunde liegt, erscheint im ersten Moment ein wenig simpel, denn die Denkmaschine kommt sehr schnell auf die erste Lösung - um dann festzustellen, dass er nur an einem losen Ende zog und er weitersuchen muss. ...und natürlich tut er dies auf recht unorthodoxe Weise, zum Beispiel mit einem Chronographen und einer Fragestunde.

Das Ensemble ist natürlich wieder erst Sahne und lässt auch nicht den leisesten Hauch einer Kritik zu. Und so hören wir Heinz Giese, Gerd Duwner, Klaus Miedel, Manfred Schuster, Ilse Holtmann, Klaus Jespen, Helga Lehner, Thomas Frey - sowie natürlich Friedrich Bauschulte (van Dusen) und Klaus Herm (Hatch).

Fazit: Am Ende erscheint die Schlussfolgerung und die damit verbundene Lösung des Falles zwar nicht völlig überzeugend, aber durch das Geständnis erübrigt sich natürlich ein Zweifel. Dennoch überrascht van Dusen allein schon sehr durch seine Idee, der Lösung auf seine Weise auf die Spur zu kommen.

Meine Wertung: 77%
Cover: Schwarze Sonne22.01.2012

Die drei ???
(151) Schwarze Sonne (Erschienen: 2012)
Dauer: 1:05:43

Was mich an dieser Folge arg wundert, ist der äußerst konträre Titel; "Schwarze Sonne". Ohne allzu viel vom Ende verraten zu wollen, aber nur ein paar Sekunden im Lexikon brachten zu Tage, wofür unter anderem der Begriff der schwarzen Sonne steht, bzw. stand. Und dass dann ausgerechnet ein dunkelhäutiger Mensch ein Symbol diesen Namens als seine Signatur wählt, wo ja noch sogar die aktive Bekämpfung von Rassendiskriminierung im Hintergrund mit der Auflösung steht, ist sehr suspekt, oder?

Nunja, was mich aber wirklich etwas stört, ist, dass dieser Fall sich quasi von Kapitel zu Kapitel erzählt, und nicht als eine Geschichte, die einfach aufgegliedert wurde. Ebenso gibt es einen ganzen Haufen Dinge, die so schon mal passiert sind. Wie etwa der Maler, der für seine Familie nie Zeit hatte, weil er zu sehr in die Kunst verliebt war - und dann stellt sich nach einer Ewigkeit raus, dass er die Familie ja doch total geliebt hat, blabla und dann sogar ein entsprechendes Bild malte. Warum ist es Künstlern im ???-Univerum nicht möglich, ihren Verwandten schon zu Lebzeiten ein wenig Liebe und Zeit zu widmen?

Oder der Verbrecher, der am Ende nicht durch einen klugen Plan oder eine raffinierte Finte, oder sonst einen tollen Gedanken am Ende noch überrumpelt wird, sondern mal wieder sitzt man in der Patsche, es gibt keinen Ausweg, alles ist verloren und dann gelingt das Happy End (mal wieder) durch einen Zufall, der in lahmer Erpressung gipfelt. Als Randnotiz sei noch ein kleiner Regiefehler zu vermerken, denn z.B. Justus sagt ein paar Mal "Goldi" (deutsch ausgesprochen) statt "Goldie" (englisch ausgesprochen); nicht wirklich wild, aber ein solcher Profi wie Herr Rohrbeck... Tzetzetze... ;)

Aufgefallen sind mir noch drei Dinge, bei denen ich nicht sicher bin, ob sie als Anspielung gemeint waren, oder ob es sich während Planung und Produktion einfach zufällig so ergab. Zum Einen spricht die - wundervolle! - Regina Lemnitz mit. Die Person, die sie mimt, hat eine Katze, die Rosie genannt wird (Regina Lemnitz synchronisiert unter anderem die Schauspielerin Roseanne Barr, und hat natürlich auch in der TV-Serie "Roseanne" eben jene gesprochen!). Zum Anderen empfanden meine Ohren das Quietschgeräusch von Dorothys Spielzeug ähnlich dem Lachen des Schattens aus (13) ...und der lachende Schatten. Und zum Letzten die diversen Musiken, die aus alten Serien ihren Weg in dieses Hörspiel fanden; ob das Absicht war oder eben doch nur die "passende Musik für eine Szene", wissen nur die Europas! ;)

Der Fall per se ist ok. Der Erzählerstrang ist nachvollziehbar und bietet diverse Fragen, die sich nach und nach beantworten. Hier machte Marco Sonnleitner (Autor) also nichts falsch, dennoch mangelt es an echten Überraschungen oder neuen Dingen; wie ich ja oben erwähnte. Deshalb bleibt eine durch und durch geniale Wertung verwehrt. Es fehlt dieses gewisse Etwas, etwas Pepp. Dennoch empfinde ich eine 70%-Wertung als völlig ausreichend, um zu unterstreichen, dass dieses Hörspiel ruhig gekauft werden darf.

Meine Wertung: 70%
Cover: Spydor, die Monsterspinne05.01.2012

Masters of the Universe
(22) Spydor, die Monsterspinne (Erschienen: 1986)
Dauer: 42:14

Skeletor entführte mithilfe Spydors Marlena und Randor. He-Man will das wieder richten, ist ja klar. Seltsam ist nur, WIE er das will.

Er schnappt sich den Talon Fighter und scheppert durch den Boden - ist ja völlig klar, dass das a) funktioniert und b) der Talon Fighter an der richtigen Stelle herauskommt. Mehr als den Hinweis "unserer Zeit entzogen" hat He-Man nicht. Aber welche Zeit? Vergangenheit? Zukunft? Und wie weit in dieser Zeit vor oder zurück? Und wieso weiss He-Man, dass er sein Leben, und auch das von Man-At-Arms und Teela, mal eben so auf's Spiel setzen muss? Gäbe es definitiv nur diesen einen Weg, würde ich das ja verstehen, aber He-Man vermutet das alles nur und über Alternativen denkt er gar nicht groß nach. Und für den Rückweg gilt das gleiche. Wieso ist sich He-Man so sicher, dass der Landsegler vom Talon Fighter quasi "mitgerissen" wird?

Was ich auch komisch finde ist die Szene mit dem Höckerdrachen. Er greift Man-At-Arms und Teela an und dann kriecht er beiden dermaßen in den Popo, dass man sich fragt, wer hier eigentlich das große, gefährliche Lebewesen dieses Dreiers ist. Ich vermeine aber, dass der Sprecher des Drachen diesen so angelegt hat. Denn achtet man ganz allein auf die Worte, hört man heraus, dass der Drache auch mit etwas mehr Würde und viel freundschaftlicher hätte klingen können - statt wie ein "Zäpfchen", wenn Ihr versteht! ;)

Und es gibt eine gaaaaanz, gaaaaaanz große Kontinuitätslücke. He-Man (also wirklich He-Man, nicht Prinz Adam!) redet im Beisein von Teela immer wieder von seinen Eltern(!), wenn er von Marlena und Randor spricht. Hätten sich bei Teela hier nicht mal so langsam ein paar Fragen stellen müssen?

Interessant finde ich darüberhinaus, dass man sich selbst am Ende gar nicht die Mühe machte, das ganze Zipp und Zapp irgendwie zu erklären. Denn He-Man, Man-At-Arms und Teela sprechen kurz darüber, wie das wohl alles möglich war und man denkt an Magier, Zauberei und dergleichen, nur, um sich darauf zu einigen, dass man auch später noch darüber nachdenken könne. Mich allerdings hätte schon interessiert, wie das möglich war. Lag es an Spydor...?

Alles in allem ist diese Geschichte also auch wieder nur Mittelmaß, bei dem eine eigentlich spannende Geschichte durch viele, viele Nicht-Sinnhaftigkeiten und offene Fragen brüchig wird. Wie immer sind dafür aber die Sprecher/innen (mit Ausnahme des fehlinterpretierten Höckerdrachen) einsame Spitze und die Produktion ebenso. Und besonders hervorheben will ich auch das "Spydor-Geräusch", das einen hohen Wiedererkennungswert hat und perfekt passt...

Meine Wertung: 66%
Cover: Dämon Modulok30.12.2011

Masters of the Universe
(21) Dämon Modulok (Erschienen: 1986)
Dauer: 43:16

Nach den lauwarmen Folgen (19) Das Dämonenpferd und (20) Die Rache des Schlangenfürsten ist Dämon Modulok wieder gelungener - allerdings muss ich auch hier wieder einige Sinnfragen in den Raum stellen.

Modulok ist sehr mächtig und kann mithilfe des Rings kontrolliert werden. So wird es zuerst erklärt. Dann stellt sich raus, dass Modulok schon davon gehört hat, dass er Hordak gefällig sein soll - was doch impliziert, dass der Ring nur dazu da war, Modulok zu rufen, statt ihn zu kontrollieren. Aber dann kommt der Knüller: Modulok gehorcht Skeletor und ist kurz davor, He-Man platt zu machen, als Skeletor den Ring fallen lässt. Nunja, der Ring mag nicht mehr als Skeletors Finger stecken, aber wieso hört Modulok auf, gegen He-Man zu kämpfen und warum ist er von diesem Moment an nicht mehr so mächtig? Der Ring ist nicht weg, er ist ja nur in irgendeiner Bodenspalte und OBWOHL Hordak den Ring am Finger trug, wollte Modulok ihn anfangs trotzdem bekämpfen, das heisst, er wusste ja nicht, dass Hordak der Ringträger ist - und das alles ergibt nunmal wenig Sinn, denn solange der Ring da ist, sollte Modulok, der ja quasi frei entschieden zu haben scheint, sich Skeletor anzuschließen, doch auch weiterhin mächtig sein - oder? Und wieso sollte die Macht von irgendwem davon abhängen, dass jemand anderes einen Ring trägt - sollte nicht genügen, dass der Ring existiert - und der Träger ist lediglich im Besitz der Loyalität dieser Macht?

Naja, im Wesentlichen fehlt in dem Hörspiel also eigentlich lediglich die Klarstellung, dass Modulok nur dann "gehorcht", wenn man im Besitz des Rings ist. Das aber hieße, dass Modulok sich auch sofort von Skeletor hätte abwenden müssen, aber das tat er nicht, wie spätere Folgen - z.B. (22) Spydor, die Monsterspinne oder (23) Die Zauberrüstung - belegen. Deshalb ist umso mehr schade, dass nicht klar erkennbar ist, ob man Francis' Skript zu sehr gekürzt hat, oder ob Francis selbst das Skript so ablieferte, wie es vertont wurde.

Ansonsten bin ich sehr zufrieden mit Dämon Modulok. Storyaufbau, Szenenwahl, Soundeffekte, Musik und wie immer die grandiosen Sprecher. Ankreiden will ich aber, dass Peter Lakenmacher (eigentlich ja immer Tri-Klops) hier den Beast Man gibt. Das macht er sogar ganz gut, aber sich an eine andere Stimme gewöhnen müssen, ist immer blöd, deshalb hätte man Lakenmacher auch einfach als Tri-Klops auftreten lassen können, ohne, dass dessen Text wesentlich geändert hätte werden müssen. Außerdem ist die Fright Zone nicht Skeletors Stützpunkt, sondern natürlich Hordaks! :)

Jedenfalls: Gute Folge!

Das Zitat der Folge kommt von Grizzlor: Ich werde ihn an seinen beiden Hälsen packen, wenn er frech wird!

Meine Wertung: 73%
Cover: Die Rache des Schlangenfürsten30.12.2011

Masters of the Universe
(20) Die Rache des Schlangenfürsten (Erschienen: 1986)
Dauer: 38:00

Wie auch bei (19) Das Dämonenpferd kann ich bei Die Rache des Schlangenfürsten im Grunde nur die Produktion loben. Denn die ist wie üblich astrein: Musik, Effekte, Sprecher/innen - bombig! Aber die Story... ...die Story...

Ich verstehe ja, dass Kobra Kahn sich an He-Man rächen will, aber Kobra Kahn will, dass He-Man von seinen Schlangen gebissen wird und dann ist He-Man in einer Schlagengrube und nichts passiert? Da sind dutzende Viecher und keines fühlt sich bedroht oder provoziert...? Wozu denn die Phantasie Kobra Kahns? Warum genügt es ihm, dass Skeletor das Schwert hat? Das Schwert hätte He-Man, nach SO einem Angriff, eh nicht allzu lange an sich halten können.

Aber auch sonst ist der Plot seicht. Man-At-Arms wird gefangen genommen, He-Man saust hinterher und fällt in eine - dafür vorgesehene - Grube, und ergibt sich seinem Schicksal, weil Teela gefangen genommen wurde... Ähm, warum Man-At-Arms entführen, wenn sie ohnehin He-Man zwingen könnten, Teela etwas anzutun? Ich meine, sie hätten doch sowieso die ganze Sache nur mit Arms oder nur mit Teela durchziehen können. Ich würde mir das gern erklären lassen, aber darauf verzichtet dieses Hörspiel leider, denn es könnte ja gut sein, dass Teela eher zufällig in die Quere geriet und Skeletor dachte sich "Sicher ist sicher, zwei Geiseln sind besser als eine", oder so.

Jedenfalls: Skeletor erpresst das Zauberschwert, zuckelt nach Grayskull - und sagt dann den magischen Spruch falsch auf. "...habe die ZauberMACHT". Oh man! Wie oft hat Skeletor den Spruch schon von He-Man gehört? Und dann kann er sich nicht merken, dass es ZauberKRAFT heisst heisst? Außerdem wird in früheren und späteren Folgen die Grayskull-Zaubertor-geh-auf-Formel desöfteren varriert. He-Man berührt das Tor mit dem Schwert, He-Man sagt einfach nur "Öffne dich!"... Und dann macht das Tor solche Zicken, weil Skeletor "Macht" statt "Kraft" sagt UND er stößt sogar mehrfach mit dem Schwert gegen das Tor, das ist deutlich zu hören - wieso geht die Zugbrücke nicht runter? Und WARUM sollte eine Boa das können, was Skeletor mit Zauberschwert nicht schafft? Wozu sollte Skeletor dann überhaupt das Zauberschwert benötigen, um Grayskull betreten zu können? Da hätte er doch gleich mal Beast Man irgendeinen Erdkrabbler an die Arbeit schicken lassen können.

Aber gut, es geht weiter. He-Man rennt dann Skeletor hinterher und nimmt ihm mühelos das Schwert ab - also platter und unspannender geht es kaum noch. He-Man ist ohne Waffen und hoffnungslos in der Unterzahl - wie übrigens auch beim Finale von (19) Das Dämonenpferd -, und schon ist Eternia ein weiteres Mal gerettet.

Und deshalb finde ich diese Story so lahm. Arms weg. He-Man fällt in Grube. Skeletor kriegt Schwert. He-Man nimmt Skeletor Schwert wieder weg. Ende. Das wäre nicht wirklich schlimm, denn es muss ja nicht alles immer überkompliziert sein, aber was dann als Konsequenz daraus resultiert, das finde ich schwach. Nur, weil ein unbewaffneter und fast auf sich allein gestellter He-Man eine ganze Meute von Dämonen des Bösen angreift - vorallem, wo gerade DIES das Grundkonzept von (17) Angriff der Magier war! -, rennen alle weg und Skeletor macht sich nicht nur wegen des vermasselten Zauberspruchs zum Deppen. Außerdem öffnet eine Boa das Tor und kann mal eben die magische Kraft der Burg überwinden - nicht zu vergessen, dass in (27) Zoar im Strudel der Zeit deutlich gemacht wird, dass Schlangen an der Kraft der Magie scheitern.

Nee, tut mir leid, Leute, aber was hier teils für Ungereimtheiten an den Tag gelegt werden - und DAZU dann dieser mehr als einfache Plot und das mehr als alberne Ende... Wäre die Produktion nicht, wäre das hier ein gaaaanz, gaaaanz fataler Fall von rausgeschmissenem Taschengeld. Andernfalls muss ich zugeben, dass mir all diese Dinge als Kind nie aufgefallen sind - mit Ausnahme der Zaubermacht/Zauberkraft-Problematik! -, doch wenn ich schon Hörspiele rezensiere, sollte ich dabei auch fair sein! ;)

Das Zitat der Folge kommt von Skeletor: Bei der Macht von Grayskull, ich habe die Zaubermacht!

Meine Wertung: 60%
Cover: Das Dämonenpferd28.12.2011

Masters of the Universe
(19) Das Dämonenpferd (Erschienen: 1986)
Dauer: 42:55

Wieso wissen die Masters nichts von Night Stalker? Es wurde doch in (13) Skeletors Sieg, gerade mal 6 Folgen zuvor, vorgestellt. Orko selbst sagte noch zu He-Man, dass Trap-Jaw auf einem schwer gepanzerten Robot-Pferd säße. Allein deshalb ist "Das Dämonenpferd" schon grober Unfug, denn es ist besagter Orko, der ein mechanisches, dämonisch aussehendes Pferd auf einer Weide(!) findet. Und auch Teela scheint kein bisschen alarmiert zu sein, dass solch ein Pferd, das Stridor soooo ähnlich ist, einfach so auf einer Weide rumsteht. ...und WARUM soll ausgerechnet Beast Man das Pferd wegbringen? Schliesslich ist das Pferd ja nicht nur ein Haufen Metall, sondern in ihm steckt einer der wichtigsten Feinde Skeletors...

Interessant ist dafür der Hintergrund um die Strahlenbombe; andererseits ist er ebenso geheimnisvoll. Woher hat Skeletor diese Bombe? Warum muss es ein Pferd sein? Wäre irgendein fliegendes Ding nicht sinnvoller gewesen? Das Ding wirft die Bombe und nebenbei fängt es den Geist von Grayskull ein und bringt ihn zu Skeletor. Und wäre eine normale Sprengkraft-Bombe nicht ohnehin effektiver gewesen? Einen Haufen TNT in den Gaul packen, es macht laut "BUMM" und - zack - alle sind erledigt. Und wie konnte Skeletor es anstellen, den Grayskull-Geist durch eine Explosion auf atomarer Ebene einzufangen? Oder hat die Explosion nichts damit zu tun?

Und wie hat Man-At-Arms den Geist befreien können? Wie es aussieht, hatte er doch nicht mal einen Schraubenzieher oder eine Feile zur Hand; wie also auf atomarer Ebene den Geist befreien, wo es sogar mit Werkzeug verdammt gefährlich wäre, diesen zu befreien?

Ganz wichtig ist hierbei besonders die Fragem woher kennt Skeletor die Warnung, welche in Castle Grayskull geschrieben steht, wenn selbst He-Man, Man-at-Arms und Teela sich nur am Rande an sie erinnern können. Denn Skeletors Plan fußt doch eindeutig darauf, "den Geist im Kreis der kleinsten Teile zu fangen", denn er, Skeletor, prophezeiht Hordak ja, dass eine Katastrophe hereinbreche, wenn man versuche, den Geist zu befreien! Also: Woher weiss er davon?

Tja, man liest es sicherlich heraus: Diese Folge ist nicht gerade mein Favorit. Die Story ist einfach viel zu seicht und jedwede Spannung wird durch zu viele übersimple Verhaltensweisen zunichte gemacht. Wirklich cool und vielversprechend war allerdings die Schwerterkampfszene zwischen Skeletor und Hordak, weil sich hier die ersten handfesten Animositäten anbahnten.

Bei all den offenen Fragen und negativen Punkten muss ich aber wie üblich die Produktion loben. Die Körting und ihre Leute haben einmal mehr gezeigt, wie ein Hörspiel klingen muss. Musik, Soundeffekte, Stimmen, Sprecher - top. Nur Beast Man klingt mir eine Spur zu weichlich (aber das tat er ja in den vorherigen Hörspielen auch schon).

Das Zitat der Folge kommt von Orko: Hü, Pferdchen! Lauf, Pferdchen!

Meine Wertung: 60%
Cover: Nachtwanderung mit Schrecken25.11.2011

Ein Fall für TKKG
(175) Nachtwanderung mit Schrecken (Erschienen: 2011)
Dauer: 1:34:36

Obwohl die letzten paar TKKG-Folgen ja durchaus gut waren, boten sie nicht unbedingt Anlass, in völlige Euphorie zu verfallen. Trotzdem war ich seit der Ankündigung von "Nachtwanderung mit Schrecken" dem Hype erlegen; ich hatte eine große Vorfreude. Denn der Untertitel lautet ja "Neue Abenteuer im Ferienlager!", und das ist ganz klar ein Verweis an Kenner/innen, dass wir es hier mit der indirekten Fortsetzung von (9) Abenteuer im Ferienlager zu tun haben, die sogar als Doppel-CD erscheint; also doppelte Spielzeit. Yay!

Dann kam die Folge und sofort landete sie im CD-Player. Der Anfang ist schon mal geil, Tim und Klößchen stänkern sich gegenseitig beim Packen für's Ferienlager an; und Klößchen gibt gut Contra, statt sich von Tim sturr Belehrungen stecken zu lassen. Sehr gut gemacht, nichts zu meckern. Auch die Fahrt im Zug ist toll. Aber dann schmackt die Folge ziemlich ab. Rasputin wirkt eher wie ein hilfsbedürftiger Greis: Er hält sich dauernd den Rücken, leidet an Bandscheibenvorfall, braucht Unterstützung beim Aufstehen, ständig tut ihm irgendwas weh... Sicher, in Realzeit sind über 20 Jahre vergangen, aber im TKKG-Universum, wenn wir jetzt mal diverse Paradoxien beiseite lassen, vielleicht maximal 2 Jahre. Dann wurde auch deutlich erklärt, dass Rasputin seinen Bart nicht mehr trüge - obwohl er diesen auf dem Cover gut sichtbar an seiner Kinnlade baumeln hat. Außerdem wirkt die Figur des Rasputin eher zweckmäßig, um einen Zusammenhang zu (9) Abenteuer im Ferienlager herstellen zu können.

Dann geht's langsam los, denn jemand stiehlt Wertgegenstände der anderen Teilnehmer/innen. Und nach nicht einmal 15 Minuten ist das auch schon vorbei, mit einer irgendwie albernen Bibi-Blocksberg-Lösung, wo auf einmal alles wieder gut ist. Sicher, einen versöhnlichen Abschluss begrüße ich natürlich, aber so, wie das da gelaufen ist, frage ich mich schon, ob sich Diebstahl nicht doch lohnt...

Dann kommt die Alibi-Teestunde bei Frau Brebeck, um an Oma Trüls zu erinnern. Auch hier sehe ich keinerlei Sinn in dieser 6-minütigen Szene. Oma Trüls wohnt jetzt im Altersheim und ihr geht's gut. Aber ihr Geld langt nur für das Heim, nicht noch für ihr altes Haus, was jetzt Frau Brebeck pflegt, obwohl die aber auch schon ihr eigenes Haus hat. Ich verstehe natürlich, dass man an seinem alten Haus hängt, aber es nur zu haben, um es zu haben (sie kann ja eh nicht mehr dort wohnen), das will mir nicht einleuchten - warum sich solche finanziellen Schwierigkeiten aufhalsen? Naja, währendessen wird erklärt, wie man an der Nordsee Tee trinkt (mit Kluntje, usw). Ist ja nett, das zu wissen, aber wieso wurde hier nicht wirklich irgendwas Sinnvolles gemacht, statt einfach nur eine lahme Teetrinke-Session zu bieten? Denn diese 6 Minuten haben sonst keinerlei Zusammenhang mit dem Rest der Folge.

Dann, gegen Ende von CD1, beginnt der wohl eigentliche Fall, um den offenbar noch auf die Schnelle diese Ferienlager-Sache gestrickt wurde. Denn Karl ist verschwunden und durch das Walkie-Talkie hört man nur noch seine verzweifelten Hilferufe. Und dieser "Karl-Fall" erstreckt sich dann über die gesamte CD2 und kann unterhalten. Mir will nur nicht einleuchten, warum die Polizei eine gemeldete Entführung eines Jugendlichen mit "Ach, der versteckt sich bestimmt nur - und jetzt lasst uns in Ruhe" abtun soll - obwohl man beteuert, dass dieser Jugendliche sowas niemals tun würde. Naja, vermutlich wollte Kai Schwind (Autor dieser Folge) die Polizei aus dem Fall raushalten und brauchte einen Grund dafür, dass sie sich nicht einschaltet - denn dann hätte man das Ganze nicht auf ca. 55 Gesamt-Minuten (Ende von CD1 + gesamte CD2) aufblähen können, welches sich zudem mal wieder als Doppelgänger-Verwechslung herausstellt; meine Güte - muss so ein Unsinn sein?

So kann ich leider nur sagen, dass "Nachtwanderung mit Schrecken" nicht der erhoffte Hörspaßbringer ist; zumindest storyseitig. Alles wirkt gewollt und auf Hängen und Biegen hingedeichselt, damit es "zum Jubiläum" eine Doppelfolge werden kann, die sich durch ihren erhöhten Verkaufspreis im Vergleich zu Einzelfolgen trotzdem gut verkauft - oder vielleicht auch gerade deshalb, damit es "besonders" wirkt -, weil man Parallelen zum Fanliebling (9) Abenteuer im Ferienlager deutlich macht. Die Szene mit Frau Brebeck ist sogar vollkommen witzlos, wenn man schon nicht Oma Trüls (die verstorbene Katharina Brauren) selbst ans Mikro bekommt, hätte man das lieber streichen sollen. Ebenso die Diebstahlsache, die ein gestelztes Friede-Freude-Eierkuchen-Ende hat.

Die Produktion ist dafür umso besser. Es kommt wirklich total viel Ferienlager-Feeling auf, obwohl es seltsam ist, dass die Stimmen der anderen Kinder im Lager viel, viel kindlicher klingen als die von TKKG! ;) Leider hat man Wolfgang Völz nicht wieder für den Rasputin-Part bekommen können, aber Douglas Welbat vertritt ihn großartig; lediglich das dauernde Gesinge mit Akkordeon-Begleitung geht mir auf den Senkel. Lutz Mackensy ist ebenfalls zu hören, hat jedoch insgesamt nur einen kleinen Sprechpart; selbiges gilt für Thomas Fritsch, Jürgen Thormann, Klaus Dickmann, Peter Weis und Luise Lunow. Ansonsten hört man neue oder noch verhältnismäßig unbekannte Stimmen, aber abgesehen von der "Klasse 7 b" für die "Kinder", liefern die allesamt eine gute Performance. Kurz: Bei der Produktion hat das Gespann "Körting und Minninger" wieder mal gezeigt, wie man es zu machen hat, anders lässt sich das nicht beschreiben. Top!

Um zum Fazit zu kommen: Hätte man in der Gesamt-Story 2-3 Szenen gestrichen oder gekürzt, hätte man die zweimal 47 Minuten (also 94) lockerstens auf 80 Minuten eindampfen und somit den Doppel-CD-Preis vermeiden können. Sovieles wirkt in-die-Länge-ziehend oder gar total unnötig, sodass ich das Gefühl nicht loswerde, es ginge wirklich nur darum, auf Krampf eine Doppelfolge zum Jubiläum anzubieten, die sich wegen des Retro-Verweises gut verkaufen soll. Dabei ist die zweite CD (für mich die Grundidee, um die der Rest mit dem Ferienlager und so drumherumgebastelt wurde) echt gut; wäre nicht die lächerliche "Wir halten uns raus"-Ausrede der Polizei sowie die tausendste Doppelgänger-Lösung am Ende nicht.

Ganz ehrlich: Mir wäre viel lieber gewesen, Europa hätte zum Jubiläum das alte Original-Buch komplett und neu vertont, wie einst bei den drei ??? mit dem Super-Papagei. Sicher, bei dieser Wolf'schen Buchvorlage war auch nicht alles total perfekt, aber DAS wäre wenigstens wirklich retro gewesen, hätte locker zwei, wenn nicht drei CDs gefüllt und wäre weit besser gekommen, als dieses Hörspiel mit unnötigen Szenen und seltsamen Retroverweisen.

Meine Wertung: 66%
Cover: Geisterbucht12.11.2011

Die drei ???
(150) Geisterbucht (Erschienen: 2011)
Dauer: 3:17:42

Die "Geisterbucht" ist nicht nur eine weitere ???-Folge, sondern auch eine Jubiläums- und eine Dreier-Folge mit über drei Stunden Laufzeit. Bei (100) Toteninsel war nicht nur das Dreier-Buch von André Marx total gelungen, sondern auch das Dreier-Hörspiel von Europa. Bei (125) Feuermond war's leider anders: schweinegeniale Buchvorlage, aber ein nur gutes Hörspiel. Und bedenkt man jetzt, dass die letzten ca. 30 ???-Hörspiele zumeist sowieso nur ok waren, könnte man meinen, dass Europa mit "Geisterbucht" eine Bauchlandung hinlegt - trotz des sehr guten Dreier-Buches von Astrid Vollenbruch.

Nix da! Das Europa-Team zeigt, dass es richtig klotzen kann. So hat André Minninger, dem ich ja häufiger vorwarf, nicht immer die richtigen Stellen aus dem Buch auf richtige Weise zu übernehmen, sogar einige Schwächen des Buches ausgemerzt, und das, was er dennoch über Bord warf, war nichts von Wichtigkeit, sodass man sagen kann, dass allein schon durch Minningers Skript, das Vollenbruch-Buch sehr gut zur Geltung kommt.

Doch es hört nicht beim Skript auf. Die Effekte sind hervorragend, die Musiken (von denen einige vollkommen neue Titel sind!) sind klasse - diese düstere Pfeiffmelodien-Atmo, die immer mal wieder eingespielt wird, gefällt mir besonders gut -, und auch alle Sprecher/innen sind, trotz "Starpower", sehr gut gecastet. Gerade das mit der Starpower ist mir besonders wichtig zu erwähnen, denn in der jüngsten Vergangenheit wurden öfters mal Promis genommen, die dann aber gern mal enttäuschten; nicht so hier. Namen wie Olli Dittrich, Oliver Kalkofe, Bernhard Hoecker, Sky du Mont oder Dirk Bach finden sich im Inlay wieder - und niemand von ihnen haut daneben, alle "Stars" liefern sehr gute Arbeit ab!

Ebenso, wie diejenigen, die wir schon lange kennen und häufiger hörten: Holger Mahlich, Traudel Sperber, Andreas von der Meden, Henry König, Konstanze Ullmer, Harald Dietl, Wolfgang Condrus oder Gaby Libbach. Wun-der-bar! Nicht verschwiegen werden soll auch die Leistung von Sprechern und Sprecherinnen, die relativ selten oder relativ neu in der Hörspielszene sind: auch hier habe ich nichts zu beanstanden!

Das Einzige, was nahtlos alle falsch machen, ist den zentralen Namen dieser Folge vollkommen falsch auszusprechen: "Harry Shreber". Immer wieder wird unisono "Herri Schriiba" gesagt, statt "Herri Schrebba" - das stört natürlich diejenigen, die das Buch nicht kennen, überhaupt nicht, doch da ich leider das Buch schon kenne, nervt es mich schon etwas, dauernd diese Falschprononcierung zu hören; doch das schwindet mit jedem Hören mehr und mehr. Dennoch erneut ein Regiefehler, den ich leider ankreiden muss.

Am Buch missfallen hat mir immer ein wenig, dass einige Szenen etwas zu schnell vorbei waren, denn die drei ??? sind andauernd in irgendeiner Lebensgefahr, aus der sie nur ganz knapp entkommen, und keine 5 Seiten später waren sie wieder ganz normal am Fall dran. Einige dieser Szenen gibt es auch im Hörspiel noch, es gelang allerdings ziemlich gut, zu kaschieren, dass die Detektive diese äußerst brenzligen Situationen mal eben so wegstecken, weil es hier nicht sooo viele dieser Szenen gibt und weil Vertonung weniger schnelllebig passiert, als das Lesen im Buch. Ebenso missfiel mir immer, dass das Ende, wenn man mit Lesen fertig war, dann doch recht offensichtlich und wenig überraschend war - auch das wirkt im Hörspiel etwas weniger plausibel.

Fehlen tut mir im Hörspiel: Onkel Titus, Tante Mathilda und die Figur des Jim, der im Buch quasi Patrick und Kenneth auf dem Schrottplatz ersetzt (aber am Ende wieder aus dem ???-Universum verschwindet). Kann man auf Titus und Mathilda verzichten, ist es um Jim durchaus schade. Nicht, dass er eine wirklich tragende Rolle im Fall hätte, aber er hat ein wenig von "Dick Perry", dem detektivischen Gegenspieler der drei ???, und das lockerte den Fall ein wenig auf.

Letztlich verbleibt mit Geisterbucht ein spannendes, flott erzähltes Hörspiel, das nur gegen Mitte des letzten Drittels ein wenig an Fahrt verliert, was allerdings nach dann beinahe 3 Stunden Spielzeit in Ordnung ist und man so als Hörer/in auch die Möglichkeit bekommt, über einige Dinge des Falls nachzudenken. Umso plötzlicher kommt mir allerdings das Ende. Nach über drei Stunden ist ein kleiner Dialog mit sofortigem Einsetzen der Endmusik etwas mager...

Meine Wertung: 89%
Cover: High Strung - Unter Hochspannung11.11.2011

Die drei ???
High Strung - Unter Hochspannung (Erschienen: 2011)
Dauer: 52:35

Also mit Die drei ??? ist es schon ein Kreuz. Selbst, wenn mehrere Folgen erscheinen, die relativ mäßig sind, kommt immer mal wieder eine, die echt richtig gelungen ist - deshalb kann man nie wirklich sagen, dass diese Serie endlich eingestellt werden oder abgeschrieben werden sollte. High Strung ist so eine Folge.

Die dem Fall zugrundeliegend Idee, dass man mal nicht einem Schatz nachjagt, sondern Utensilien für ein Gewinnspiel, die Justus gestohlen wurden, finde ich ziemlich genial. Es ist mal was anderes, die Motivation der drei ist eigentlich dieselbe, aber rein persönlicher Natur, ohne, dass sie am Ende nur wieder mal benutzt und hinter's Licht geführt wurden.

Zwar krankt High Strung daran, dass man den Ausgang sowie die Übeltäter und ihr Motiv schon sehr bald erahnt, doch andererseits stört das kein Stück, weil die Folge einfach gut durch den Gehörgang flutscht. Dazu natürlich allem voran die Musik, die man beinahe immer aus alten Europa-Produktionen kennt - zuzüglich zur ???-Vocoder-Titelmusik am Anfang und am Ende. Doch es gibt noch mehr! Neben Frau Körting - als Papagei Blacky -, Reinhilt Schneider - als Rosie -, Marek Harloff - als Eric - und Krystian Martinek - als Doktor Ax Me -, ist Peters Freundin Kelly zu hören, und zwar mit der Stimme von Juliane Szalay, die schon damals (fast) immer die Kelly sprach und auch heute noch beinahe 100%ig so klingt wie damals.

Wäre es nicht schon toll genug, diese "alten Hasen" mal wieder zu hören, ist Juliane Szalay in einem Hörspiel des Jahres 2011 fast schon ein Wunder! :) Natürlich hört man deutlich, dass gerade Frau Schneider längst nicht mehr so klingt, wie in den 80ern und 90ern, aber allein sie zu hören, macht - zumindest mir - viel Spaß.

Daneben gibt es auch noch kleine Eastereggs zu entdecken, wenn man etwas für Details übrig hat. So haut Justus z.B. mit dem Hammer auf einen Stein, um zu verdeutlichen, dass Kristalle darin sind, was natürlich sowieso schon an die Käfigstangen-Klopferei aus (15) ...und der rasende Löwe erinnert, doch klingt das Steingehämmere auch exakt wie jenes bei den Käfigstangen. Dieserlei Retroaufgriffe finde weitaus besser, als die teils plumpen Anspielungen und Satz-Zitate vergangener Fälle.

Aber nicht nur die Akustik ist sauber und geht gut rein, auch inhaltlich passt es gut - und der vollkommende Verzicht auf einen Erzähler ist mir sogar erst nach dreimaligen Hören aufgefallen Sicher, ja, der Fall ist nicht der Spannendste, aber es macht dennoch Spaß, ihm zuzuhören. Außerdem sind mir Logiklöcher nicht aufgefallen und gerade die "Alltäglichkeit" und "Quasi-Normalität" des Hintergrunds finde ich irgendwie erfrischend. Ironie, dass ausgerechnet ein über 20 Jahre alter Fall, der erst heute erscheint, erfrischend ist, während dies bei nagelneuen Fällen kaum noch so ist.

Lange Rede, kurzer Sinn: Nicht wirklich essentiell für's Hörspiel-Allgemeinwissen, aber in eine gut sortierte Hörspiel-Sammlung gehörend.

Meine Wertung: 80%
Cover: Bedrohung aus dem All24.10.2011

Jack Slaughter
(15) Bedrohung aus dem All (Erschienen: 2011)
Dauer: 58:21

Was passiert, wenn Wesley Crusher, Data, B'Elanna Torres und der Phaser von James Bond, sowieso James Bond selbst, sich ein Stelldichein geben? Tja, findet das mal selbst heraus, aber wie clever man all diese verhältnismäßig subtilen Star-Trek-Anspielungen verpackte, ist den Schreiberlingen wirklich gelungen.

Denn wie bei so vielen Star-Trek-Episoden (egal, welche Crew dabei nun im Fokus steht), entpuppt sich der Plot dieser Jack-Slaughter-Folge am Ende als eine gemeine Invasion von Außerirdischen, die die Menschheit als Wirtsorganismen für sich selbst ausnutzen, und hier dann dauernd, als Insider-Gag quasi, die Stimmen von Wesley Crusher, Data, B'Elanna Torres zu hören, ist besonders witzig, wenn man einen Sinn für ausgefeilte Details hat, denn ich glaube keineswegs, dass man bei der Produktion nur rein zufällig Michael Pan (Datas Stimme) und Sven Plate (Wesleys Stimme) neben Arianne Borbach (B'Elannas Stimme, die bei Jack Slaughter ja sowieso immer Dr. Kim Novak mimt) mit an Bord holte, und sogar noch eine Trekkie-Convention und einen Phaser mit ins Spiel bringt. Insofern: Genial gemacht - mir ist erst beim zweiten und dritten Hören wirklich bewusst geworden, wie sehr der Plot ins Star-Trek-Gesamtbild passt.

An der Story einzig schade finde ich das versuste Outing vom videofilmbesessenen Bob, der ausnahmsweise ganz normal sprechen darf und mit der deutschen Stimme des Daniel-Craig-James-Bond (Dietmar Wunder) seine wahre Identität preisgibt. Denn so geht diese kleine Überraschung doch etwas unter und verpufft beinahe zu einer Randnotiz. Hier hätte ich mir stattdessen einen Zweiteiler gewünscht, bei dem auch die Spannung noch hätte erweitert werden können.

Denn als am Ende alles aussichtslos erscheint, ohne, dass man als Hörer das Gefühl hätte, hier säße die Menschheit jetzt aber arg in der Bredouille, taucht dann doch noch jemand auf, der mal eben nebenbei reinen Tisch macht und die Außerirdischen abfertigt. Und so rundum gekonnt, spaßig und witzig das hier alles geschrieben, produziert und eingesprochen wurde, wäre es mir lieber gewesen, wenn CD1 mit einem Cliffhanger geendet wäre und der Überraschungs-Weltretter in der zweiten Hälfte von CD2 sich den Aliens stellt und vernichtet; so hätte auch Bob alias Robert Stark länger brillieren können.

Ansonsten aber bin ich sehr, sehr zufrieden, der Humor ist optimal eingestreut und das kleine Formtief in (14) Draculas großes Comeback ist vergeben und vergessen. 88%

Das Zitat der Folge kommt von Jack: Mensch, Bob, du klingst ja auf einmal wie James Bond. Die Welt is' voller Wunder!

Meine Wertung: 88%

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