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Das Rezensions-Archiv

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Cover: Das Rätsel der Sieben21.02.2014

Die drei ???
Das Rätsel der Sieben (Erschienen: 2014)
Dauer: 2:41:12

Eine Überraschung sind die Verwirklichungen von Konzepten wie "Das Rätsel der Sieben" mittlerweile ja nicht mehr - in den letzten Jahren gab es sowas häufiger mal, gerade bei den ???. Ideen, die innerhalb des regulären Laufs einer üblichen ???-Folge nicht denkbar wären, werden auf diese Weise umgesetzt. So kommt es zu einem Tag, der dreimal anders abläuft (...und der dreiTag), zu Ersterscheinungen vergangener Klassiker (Brainwash - Gefangene Gedanken & Co.) und so weiter...

Mit "Das Rätsel der Sieben" wurden, wie bei ...und die Geisterlampe, Kurzgeschichten umgesetzt. Jede dieser Geschichten steht für sich ganz allein, dauert im Schnitt 20 Minuten und bietet jedes Mal etwas anderes, mit einer Ausnahme: Immer geht es irgendwie um die Zahl 7 - direkt oder indirekt.

Im Wesentlich laufen die Geschichten aber doch gleich ab: Man bekommt kurz und knapp den Aufbau geschildert, also das, worum es geht, und dann hört man in restlichen ca. 12-15 Minuten mehr oder weniger den Showdown. Das funktioniert erstaunlich gut und tatsächlich ertappt man sich selbst oft dabei, mitzuüberlegen, wer es wie oder warum gewesen, beziehungsweise, was dahinter stecken sein könnte.

Nur gibt es leider auch 2-3 Geschichten, um nicht zu spoilern, verrate ich jetzt keine Details, bei denen hört man direkt raus, worum es mit sehr, sehr hoher Wahrscheinlichkeit geht und dass das, was quasi augenscheinlich abläuft, nur ein Missverständnis sein kann, nein, muss. Ferner liefern die Listen mit den Rollen und Sprechern/innen im Inlay, die zu jeder Folge stets separat genannt werden, manchmal starke Rückschlüsse darauf, wer die Täter/in ist, beziehungsweise, wer es ganz sicher nicht ist.

Ganz besonders gelungen finde ich die Idee von Hendrik Buchna, dessen Grundidee für "Bobs schwerste Stunde" eigentlich nur eine Lapalie behandelt, aber die Hörer/innen dazu anregt, anhand von kleinen Rätseln oder Hinweisen zu überlegen, welcher vergangene ???-Fall jeweils gemeint sein könnte. Ich habe nach jedem Rätsel oder Hinweis immer gestoppt, überlegt, mich festgelegt und dann erst weitergehört. Nicht, dass es für die Geschichte wichtig ist, denn Justus, Peter und Bob kommen natürlich auch immer von selbst auf die Lösungen, aber dennoch ein sehr schöner Einfall, der ruhig noch einige Minuten in diesem Schema hätte weitergehen können. Dass dann die Auflösung geradezu lächerlich ist, ist absolut unwichtig, denn es geht rein um den Selbstzweck der Rätsel-oder-Hinweis-führt-zu-???-Fall-Konstrukte.

Eine nette Sache ist auch, dass vermehrt mit Meta-Botschaften und Insider-Gags gearbeitet wird, denn hier klappt das erstaunlich gut, weil es fast nie forciert wirkt, wie etwa bei (159) Nacht der Tiger, wo Bob (Andreas Fröhlich) seine Stimme verstellt, und Justus merkt dann an, das klänge ja wie Gollum. Nein, hier geschieht es auf andere Weise, wie "Die rote Sieben", wo der Kapitän von Horst Naumann gesprochen wird (welcher ja laaaaaange bei "Das Traumschiff" mitwirkte).

Lediglich die Geschichte "Bis um sieben zurück" will sich mir nicht überhaupt gar nicht erschließen. Die Idee ist gut, aber in 20 Minuten lässt sich sowas nicht plausibel umsetzen und erklären, sodass klar ist, dass das lediglich ein Experiment ist, ein Autorinneneinfall, der sich beim besten Willen nicht in einen Standardfall umsetzen ließ, weshalb man kurzerhand einen Minifall daraus bastelte. Das ist in Ordnung, aber Bobs Ohnmacht kann niemals einen Bezug dazu haben, dass da etwas scheinbar Unerklärliches abgeht, denn selbst Bob weiss, dass er ausrutschte und eigentlich nur "träumend" auf dem Boden liegt...

Alles in allem kann man "Das Rätsel der Sieben" doch als gelungen ansehen. Zwar ist da noch viel Luft nach oben bei den Geschichten, doch im Gegensatz zu ...und die Geisterlampe empfinde ich das Gesamtpaket als viel runder und gelungener.

Zum Eindruck mag aber auch beitragen, das will ich gern zugeben, dass sehr, sehr viele alte Europa-Musiken zum Einsatz kommen, gerade die bei mir Hoch im Kurs stehenden Orchesterstücke finden viel Verwendung. Noch dazu hört man massig Bekannte, die heute eher selten dabei sind, wie eben Horst Naumann, Henry König, Regina Lemnitz, Ben Hecker, Michael Grimm, Stefan Brönneke... Schade aber, dass bei "Bobs schwerste Stunde" niemand der genannten Personen aus den alten Fällen zum Zuge kommt, der Erzähler erklärt kurz, die drei ??? riefen dortunddort an und fasst den Gesprächsverlauf nur kurz zusammen, wie cool wäre es gewesen, die zugehörigen Sprecher/innen noch mal zu hören, vor allem bei den ganz alten Fällen? Lediglich bei "Die verschwundene Torte" kommt tatsächlich jemand altbekanntes hörbar zum Einsatz...

Empfehlung von mir; keine Super-mega-tipp-topp-auf-jeden-Fall-kaufen-muss-Empfehlung, aber eine "geht mehr als in Ordnung"-Empfehlung allemal.

Meine Wertung: 80%
Cover: Die schlafende Chinesin19.02.2014

Ein Fall für TKKG
(186) Die schlafende Chinesin (Erschienen: 2014)
Dauer: 1:06:22

Die Folge missfiel mir beim ersten Mal Anhören doch sehr - obwohl ich es nicht begründen konnte. Doch von Mal zu Mal wich der negative Eindruck um einige Nuancen - und pendelte sich dann auf meiner nun gefestigen Meinung ein.

Dennoch heißt das nicht, dass die Folge durch und durch super ist. Sie geht durchaus in Ordnung, hat aber an diversen Stolplern zu knabbern. Gleich zu Anfang kommt eine absolut spannende Szene, die vom Erzähler stimmungsvoll dargeboten wird. Man hat den Eindruck, Klößchen versuche über einen Internatsflur zu flitzen, um wieder ins Adlernest zurück zu gelangen, oder zu einem Fenster, um aus dem Internat herauszukommen. Und das hat mächtig eingestimmt auf: "Yeah, sauber, eine Internatsszene!". Doch dann stellt sich allzubald heraus, dass Klößchen lediglich keinen Bock hatte, seiner Tante zu begegnen, die gerade die Sauerlichs besucht, weil Klößchen seine Tante total nervig findet. Vielleicht ist es engstirnig, aber diese Auflösung der Szene sorgt bei mir jedes Mal auf's Neue für Missstimmung - und das gleich direkt am Anfang. Na, vielen Dank auch!

Dann, um bei der Tante zu bleiben: Ja, viele Kids sind von ihren Anverwandten genervt, man mault über sie, macht sich über ihre Eigenheiten lustig und ist froh, wenn sie wieder weg sind. Aber wie oft kann man solche Szenen in einem Hörspiel bringen? Wie häufig müssen wir als Hörer ertragen, dass Klößchen die Tante nachäfft, überdeutlich betont, sie sei gar nicht seine echte Tante, sondern er nenne sie nur "Tante"? Es gibt kaum eine Szene im Hörspiel, in der nicht wenigstens ein Hinweis auf diesen Umstand erfolgt. Das ist schlicht ermüdend. Realismus hin oder her, in einer Geschichte von Pi-mal-Auge einer Stunde Spielzeit fällt eine solche Häufigkeit einfach ins Gewicht und wird anstrengend.

Und dann schon wieder eine "Gefangen im Bunker"-Aktion. Lieber Himmel, wie oft wurden TKKG - oder Teile davon - in letzter Zeit eigentlich in Bunker, Verliese oder Hütten eingesperrt? Und immer gab es dann doch noch irgendeinen glücklichen Umstand, sodass sie mehr oder weniger sofort wieder herauskamen. Doch dann geht ausnahsweise überhaupt nichts mehr, und Oskar, ein spürsinnlich nicht ausgebildeter und körperlich nicht gerade gut trainierter Hund, rennt viele Kilometer durch die Stadt, bellt sich heiser, und rennt dann dieselbe Strecke auch noch wieder zurück? Zugegeben, nicht völlig unmöglich, dennoch entbehrt es einer gewissen unfreiwlligen Komik nicht.

Und da musste ich einfach an Lassie denken. Lassie: "Wuff, wuff, kläff!" Timmy: "Was sagst du, Lassie? Opa hat sich bei einer Schlägerei im Saloon den rechten, großen Zeh verstaucht? Der Arzt war schon da und hat gegipst, aber auf dem Rückweg ist Opa beim Humpeln dann einen Hang hinabgestürzt? Und jetzt liegt er bewusstlos auf dem Boden? Und dann haben Passanten ihm auch noch die Taschen geleert? Ja, ich komme sofort und rette ihn!" Als Glockner die Vier dann zurechtweist, von wegen gefährlich und so, kommt mal wieder Tim, macht auf easy, leiert ein paar Fakten runter und Glocker ist beruhigt? Danach machen TKKG natürlich locker weiter, obwohl Glockner ihnen einschärft, das Haus nicht zu verlassen - darauf pfeiffen TKKG natürlich. Glockner mag ja ein guter Polizist sein, aber als Rolle der Vaterfigur muss ich mich fragen, wieso Gaby nicht suizidgefährdert ist, denn die kann machen, was sie will, ohne, dass sie irgendeine Konsequenz zu fürchten hätte. Glockner gibt ständig sofort nach - oder hat der seine Sorgen nach 5 Minuten immer gleich wieder vergessen? Als TKKG noch unter Wolfs Fuchtel waren, war man daran gewöhnt und nahm es meistens einfach hin, aber jetzt ist die Serie TKKG etwas anders, "kindlich-jugendlicher", nenne ich es mal, und es ist immer noch dasselbe Spielchen?

Und unter diesem Aspekt wirkt die "Bunker-Szene" reichlich albern, denn Glockner ist hier letztlich nichts anderes als ein Türöffner - da hätte man sich die gesamte Szene auch schenken können - oder Tim tritt die Tür einfach ein. Noch dazu diese Lassie-Anleihen... Da wäre mir fast noch lieber gewesen, Karl hätte mit dem Handy einfach Hilfe gerufen.

Nimmt man das alles mal beiseite, geht dieser Fall aber in Ordnung. Er ist nachvollziehbar, schlüssig und bietet eine Wendung, die man zwar erahnen kann, aber die man auch nicht unbedingt direkt auf dem Radar hat. Auch die Musik ist super, die Atmosphäre klasse und die Sprecher/innen klingen wunderbar.

Nur, wenn man TKKG schon anpasst, moderner und "realistischer" macht, dann bitte einerseits im rechten Maß, und andererseits bei den damals immer so oft kritisierten Dingen, nicht unverändert belassen.

Meine Wertung: 70%
Cover: ...und die brennende Stadt03.02.2014

Die drei ???
(166) ...und die brennende Stadt (Erschienen: 2014)
Dauer: 1:07:23

Ich habe das Hörspiel nun einige Male gehört und weiss immer noch nicht, wie ich dazu stehen soll. Schön ist zum Beispiel, dass Wolfgang Draeger mit dabei ist, als Kommissar Reynolds, versteht sich. Doch den Fall, den er den drei ??? anbietet, durschaut man bereits, wenn Reynolds zu Anfang gerade erklärt, worum es geht: Sein Bruder war immer das schwarze Schaf der Familie, lernte dann eine Frau kennen, überfiel kurz darauf eine Bank, kam ins Gefängnis, verriert seinen Komplizen nie - und nach seiner Haftstrafe waren er und seine Frau weiterhin ein Paar. Jetzt die Quizfrage: WER war wohl der Komplize? Direkt beim ersten Mal Anhören wird klar, wie der Hase läuft.

Reynolds liest außerdem einen Brief vor, in dem es grob heißt, wenn Reynolds was an seinem Bruder läge, würde er auch dem Rätsel (seines Bruders) nachgehen - dumm nur, dass das Rätsel mal wieder zu kryptisch ist, dass kein normaler Mensch dahinterkommen könnte. Dabei muss ich wieder zugeben, von einem Detail angetan zu sein, denn der Dreh mit den Elfen ist eine grandiose Idee gewesen.

Die Idee, recht wenige Szenenwechsel zu machen, gefällt mir außerdem, zumal ich "Laber-Folgen" an und für sich sehr gern mag, selbst, wenn sie, wie hier, an der 70-Minuten-Marke kratzen würden. Es ist nur so, dass diverse Szenen mitunter 10-15 Minuten dauern, was eigentlich auch in Ordnung wäre, wenn man eben nicht von Reynolds direkt erklärt bekommt, was quasi des Rätsels Lösung ist, bzw. der Rätseltext nicht wieder Mal wie ein Mittel zum Zweck anmuten würde. Hinzu kommt, dass bei dieser Länge auch nicht genug Verdächtige mitmischen, was die Sache mit dem Komplizen von Reynolds Bruder nur noch eindeutiger macht.

Die Atmosphäre hat das Körting'sche Team wunderbar eingefangen. Man "hört" sozusagen die Einsamkeit von Centralia - weshalb ich theoretisch auch die langen Laber-Szenen diese Folge im Grunde gut und sehr spannend fände - wenn man nicht eh schon wüsste, was los ist. Musikalisch ist ebenso alles in Butter.

So verbleibt mit "Die brennende Stadt" ein besseres ???-Hörspiel der aktuellen Epoche, schade nur, dass sie so offensichtlich und stellenweise unnötig retro-aufgesetzt wirkt (Rätseltexte).

PS: Mir hätte es hier besser gefallen, wenn Reynolds, um seiner Polizisten-Ehre willen, einfach nur "den Schatz" seines Bruders finden wollte, für den er Hinweise in einem Brief fand, den der Bruder einst seiner Frau schickte, als er im Gefängnis saß, oder sowas. Dann wäre vieles kaum ins Gewicht gefallen.

Meine Wertung: 69%
Cover: Erpresser fahren Achterbahn06.01.2014

Ein Fall für TKKG
(156) Erpresser fahren Achterbahn (Erschienen: 2007)
Dauer: 50:07

Dies ist es also, das allererste TKKG-Hörspiel, dass nicht von Stefan Wolf verfasst oder zumindest als Buch vorbereitet wurde. Und man merkt den Unterschied sofort. Keine Böse-Buben-Dialoge mehr, die wir unendlich lange belauschen, sondern wir hören TKKG, wie sie ermitteln, die Gangster sind nicht sowieso schon direkt unsympathisch und verdächtig, und wir bekommen sogar ein kleinwenig Internats-Atmosphäre serviert.

Vielleicht liegt es daran, dass man von TKKG, bedingt durch die letzten Dutzend Hörspiele, ohnehin nicht so wirklich was besonderes erwartet, aber trotz dieser eben genannten durchaus positiven Änderungen, kommt "Erpresser fahren Achterbahn" nicht so recht in die Pötte. Mein nicht schlechter Eindruck lebt fast allein davon, dass "Erpresser fahren Achterbahn" nicht mehr mit den Hauptproblemen der vorherigen Folgen zu kämpfen hat, und dass gerade das Rummelplatz-Feeling gut rüberkommt.

Weiterhin diverse Kleinigkeiten, wie Kommissar Glockner, der mal wieder einen etwas längeren Sprecheinsatz hat, die, wenn auch seltsam reingequetscht wirkend, mal wieder auftauchende Frau Klamm, die streitbare Lehrerin aus (2) Der blinde Hellseher, oder liebgewonnene Helden und Heldinnen wie Utz Richter (hier als Lutz Richter im Inlay!), Traudel Sperber, Wolf Frass, Nico König oder eben auch Edgar Bessen. Alles nette Boni, die dem Gesamteindruck zuträglich sind.

Fazit: Das 156. reguläre TKKG-Hörspiele ist sicher kein Hit, aber es geht aufgrund seiner Kardinalfehlervermeidungen und gewohnt guten Produktion ganz gut durch's Ohr.

Meine Wertung: 73%
Cover: ...und die Jagd nach der Diebesbande23.12.2013

Fünf Freunde
(104) ...und die Jagd nach der Diebesbande (Erschienen: 2013)
Dauer: 59:15

Der doch eher nicht sehr aussagekräftige Titel dieser Folge verspricht eigentlich nicht viel Spannung; auch der Kladdentext reißt es nicht raus. Geht man nämlich nach den Titeln, müsste eigentlich jede Fünf-Freunde-Folge "...finden die geheime Höhle", "...fangen die Schmuggler" oder "...jagen die Diebe" heißen; denn nichts anderes tun sie ja in 98% ihrer Fälle.

Aaaaaaaber, dieses Hörspiel entpuppt sich dann als weitaus unterhaltsamer, abenteuerlicher und spannender; Gott sei Dank! :) Die Fünf Freunde jagen nämlich beileibe nicht einfach so irgendwelche Diebe, sondern befinden sich sozusagen auch selbst in deren Fängen und... naja, hört einfach selbst! :) Mir gefällt übrigens ganz besonders, dass dieses Fünf-Freunde-Abenteuer noch in anderen Dingen etwas aus dem Rahmen fällt, denn wie die Kids es schaffen, die Diebe dingfest zu machen, ist durchaus glaubhaft und nicht so einfach vorherzusehen. Und wenn der Fall dann gelöst ist, kommt eine plötzliche Wendung ins Spiel und die Sache geht weiter...

Wunderbar auch die Sprecher und Sprecherinnen, die sich durch die Bank keinerlei Blöße geben, was nicht leicht ist, wenn anderhalb Dutzend Personen in knapp einer Stunde Hörspiel zu hören sind, denn da kann man leicht mal durcheinander kommen, wer jetzt gerade wen spricht. Also super! ...und die Musik mitsamt Effekten sind vom selben Schlag.

Einfach ein gut produziertes, spannendes Hörspiel, das ruhig auch Nicht-Fünf-Freunde-Sammer/innen mal hören können, da keinerlei Vorkenntnisse über die Serie notwendig sind.

Meine Wertung: 85%
Cover: Im Schatten des Giganten10.12.2013

Die drei ???
(165) Im Schatten des Giganten (Erschienen: 2013)
Dauer: 1:09:57

Puuuuuh... Wieder mal ein Titel, der eine Banalität aufbauscht. Sicherlich, einen großen Berg als Giganten zu bezeichnen, ist nicht weit hergeholt, aber der Berg hat im Grunde genommen eher wenig mit dem Fall zu tun. Mensch, echt, Kosmos, seid doch da endlich mal kreativer, oder sollte ich vielleicht lieber sagen: "Seid weniger kreativ!"...?

Leider hört es aber nicht beim Titel auf, denn beim ersten Hören flutschte das Hörspiel total an mir vorbei, weil bereits im ersten Drittel mehr als deutlich wird, wie der Hase laufen wird: Steven redet keinen Unfug und an seiner Sache ist was dran. Die Erwachsenen beachten es nicht, aber Justus, Peter und Bob - und natürlich wir Hörer/innen -, wissen sofort, dass das der eigentliche Aufhänger der Story ist.

Auch Randy, der immer mal wieder erwähnt, dass ihm da so einiges sehr schräg vorkommt, wird von seiner Mutter kein Stück ernst genommen. Somit ist doch eindeutig, dass Randys und Stevens Aussagen eigentlich wichtig für den Fall sind - zumindest sehen wir Hörer/innen das so.

Auch wird rasch deutlich, was - zumindest ungefähr! - die Gründe für all die Vorkommnisse in der letzten Zeit sind. Es ist einfach nicht gelungen, diese Dinge so zu platzieren, dass man als Hörer/in nicht sofort aufmerksam wird und alles umgehend in Frage stellt.

Und dann, beim zweiten Hören, wird neben all den offensichtlichen Dingen auch noch deutlich, dass einiges im Fall beinahe schon an Absurditäten grenzt. Das offensichtlichste Beispiel: Steven erzählt tagein, tagaus merkwürdige Dinge, schießt sogar auf einen Menschen, malt äußerst bizarre Bilder und was tut die Mutter? Überhaupt keinen Finger rührt sie. Der Junge ist halt anders als die anderen und dann braucht man auch keinen Pfifferling darauf geben, was er sagt oder tut. Erst am Ende wird ihr urplötzlich klar, dass sie ihren lieben Kleinen total gern hat und dass es nichts wichtigeres für sie gibt - wie kann dieser gemeine Kerl nur sowas mit ihrem Steven tun? Sie möge ihn doch so sehr und er könne ihr doch alles sagen, wie sie dann am Schluss nochmal beteuert.

Doch nicht nur das: Die Figur des Steven ist im Grunde irrelevant für den Fall, denn alles, was er tut, ist mehr oder weniger, Anderen mit "seltsamem Zeug" in den Ohren zu liegen, während es Randy und die drei ??? sind, durch die sich der Fall aufklärt. Würde Steven in dieser Geschichte völlig fehlen, würde das absolut nichts verändern. Die Motive nicht, die Taten nicht, die Entdeckungen von Randy nicht, die "Ermittlungen" der ??? nicht... Allerdings sind das ohnehin keine echten Ermittlungen, weil Justus, Peter und Bob streng genommen immer nur zufällig zur rechten Zeit am rechten Ort sind.

Ich könnte hier jetzt noch zig weitere Spoiler reinpfeffern, aber ich unterlasse das mal, denn ich denke, die hier genannten Schnitzer unterstreichen meine Wertung mehr als ausreichend, bzw. der Rest (z.B. mit der Presse und so weiter) ist so ersichtlich, dass ich das hier nicht auch noch groß breittreten muss.

Das war leider wieder nichts. Dabei ist das nicht Europas Schuld, denn die Produktion ist super, im wunderbaren Ensemlbe tummeln sich illustre Leute wie Henry König, Katja Brügger, Marek Harloff, Detlef Bierstedt und Rüdiger Schulzki und alles sitzt, passt, wackelt und hat Luft.

Meine Wertung: 57%
Cover: Der unsichtbare Dieb09.12.2013

Ein Fall für TKKG
(185) Der unsichtbare Dieb (Erschienen: 2013)
Dauer: 1:01:39

An und für sich eine gut gemachte Folge, aber dann, so ab der zweiten Hälfte, wird's mir zu aufgesetzt; in Bezug auf das Familiendrama (Karls Vater ist irgendwie verdächtig, Karl aber glaubt bedingungslos an ihn) und die Auflösung des Falls. Ich warne vor, dass ich fette Spoiler verwenden werde - das muss sein, um zu erklären, was mir missfällt. Also, ich habe Euch gewarnt! :)

Jedenfalls: Es ist so, dass mir der Fortschritt der Technik viel zu weit ist, wenn es nach dieser TKKG-Folge geht. Der künstliche Vogel, dieses Roboter-Ding, ist mir zu komplex und perfekt. Wie leise ist dieses Gerät eigentlich? Ich stelle es mir schwierig vor, es bei all den Diebstählen dauernd zu überhören. Aber noch schwieriger stelle ich mir vor, wie geschickt der Apparat sich steuern lässt. Und sogar gezielt Schmuck, also etwa einen Ring, kann man damit greifen/stehlen, ohne gehört zu werden, oder irgendwelche Dinge umzustoßen, sobald der Roboter-Vogel in ein Gebäude eingedrungen ist. Merkwürdig auch, wie sauber offenbar die Bildübertragung funktioniert - immerhin geht das ja über das Internet - nebst Tonübertragung. Kurz: Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ein solches Wunderwerk der Technik so perfekt fliegen/schweben kann, ohne dabei je gehört zu werden, bzw. dass dieses Wunderwerk sich so butterweich steuern lässt. Das grenzt doch arg an Science Fiction. Klaro gibt es ähnlich Drohnen heute schon, aber in Form einer Krähe, die der Natur täuschend ähnlich sein soll? In Optik, "Verhalten" (Flügeschlag) und so weiter... Hmmmmnaja...

Aber nehmen wir mal an, dass ich mich irrte und ein solches Ding gäbe es heute wirklich, bzw. wäre wirklich heute schon problemlos möglich, dann bleibt immer noch, wie Karl sich scheinbar so mir nichts, dir nichts in ein Computer-Netzwerk einhacken kann. Natürlich, Kids, die technisch was auf der Pfanne haben, gibt es massenhaft, auch welche, die sich in Firmen-Netzwerke einhacken können, aber erstens war Karls technische Bewandnis bislang kaum in Aktion zu sehen und seine "Computer-Fähigkeiten" waren eher auf "viel Wissen" ausgelegt, als auf Computer-Know-How. Ich erinnere mich z.B. am (179) Abzocke im Online-Chat, wo er z.B. den Text im Browser auf Noob-Niveau zoomt (mit einer Lupe vor dem Monitor); jeder wahre Computer-Kenner hätte einfach ein paar Mal "Strg und +" gedrückt, oder meinetwegen per Screenshot in der Bildverarbeitung gezoomt, als nach einer Lupe zu greifen. Naja... Aber selbst, wenn Karl wirklich so super hacken könnte, stellt sich mir die Frage, was für eine hochtechnisierte Firma das ist, die nicht merkt, dass irgendwer gerade im System ist und Hürden aushebelt, bzw. frage ich mich, wie Karl die Datensätze von bestimmten Mitarbeiten lesen können will. In einer Datenbank öffnet man ja nicht einfach so einen Textfile und hat dann plötzlich einen Terminplan im Reintext vorliegen, sondern einen Haufen Textmatsch, den man erstmal in einen Kontext bringen muss, wenn man die Software nicht hat, die diese Datensätze erst für die Lesbarkeit formatiert - bzw. auch ohne Datenbank haben verschiedene Files unterschiedlich Formate und sind entsprechend kodiert. Aber ok, selbst wenn auch DAS noch für Karl machbar wäre, macht er sich hochgradig strafbar - stört das bei der Polizei eigentlich niemanden? Man hört ja eindeutig in der Abschlussszene, dass die Polizei weiss, dass Karl sich einhackte. Und woher hat Karl die Tools für solche Machenschaften? Einfach so findet man die im Web auf keinen Fall.

Obwohl ich hier also schon arg an der Grenze meine Gutmütigkeit bin, setze ich auch DAS noch als machbar voraus - und die Polizei kennt TKKG halt sehr gut und übersieht Karls kriminelle Handlungen wohlwollend. Aber das Ende ist einfach Kappes! Hier zeigt Karl dann also mal wieder, dass er eigentlich nicht sehr viel Ahnung von Computern hat. Wieso die Daten direkt auf einen Stick speichern? Warum nicht die Daten von der Festplatte auf den Stick kopieren, um damit die Teichtl auf jeden Fall matt setzen zu können? Und DANN zeigt sich mal wieder die Perfektion der Roboter-Krähe, die dann TKKG umhaut und außerdem einen im Tumult irgendwo hingeschleuderten USB-Stick aufgabelt und bei der Teichtl abliefert; sorry, ich kann das einfach nicht glauben.

Und eine Frage noch: Wieso nimmt die Übertragung des Laptops an den künstlichen Vogel den Ton auf, der beim Laptop erzeugt wird, bzw. wie können TKKG beim Ausspähen hören, was die Teichtl vor sich hinquasselt?

Alles in allem wäre das echt ein gutes Hörspiel, aber die Geschichte, der Fall selbst, verlangt viel zu viel Gutmütigkeit beim Hören. Man muss dauernd beide Augen und alle Hühneraugen zudrücken, um nicht stattdessen den Kopf zu schütteln.

Die Produktion ist dafür umso gelungener. Die Sprecher/innen sind allesamt durchweg top, nur Angela Roy und Alexandra Doerk klingen mir - mal hier, mal da - eine Spur zu aufgesetzt in ihren Rollen: man hört manchmal das Schauspiel zu sehr heraus. Musikalisch gibt die Folge sich keine Blöße und auch vom Fluss her passt alles zusammen.

...wären nur die Mängel in der Story nicht. Wäre diese Folge im Stil der "vorherigen TKKGs" gehalten, wäre das nicht unbedingt der Rede wert, doch im Gewand der aktuellen TKKGs ist das alles etwas zuviel verlangt! Schade!

Meine Wertung: 64%
Cover: Gefangen im Spukhaus03.12.2013

Ein Fall für TKKG
(155) Gefangen im Spukhaus (Erschienen: 2007)
Dauer: 46:10

Der Aufhänger ist derselbe wie bei (22) In den Klauen des Tigers: Zirkus Sarani ist in der Stadt und ein ehemaliger Angestellter wollte sich am Zirkus rächen, und hat den Tiger im Wald freigelassen. Ob der Ex-Angestellte wohl Carlo Tomasino heißt? :)

Naja, die Idee, eine Folge mal nur auf einem engen Raum stattfinden zu lassen, mag ich. Aber was daraus gemacht wurde, ist teils arg albern, da nur auf Stereotypen fußend. TKKG sind ja ohnehin die unfehlbaren, überpflichtbewussten, lauteren Vorbilder, und wer deshalb die anderen in diesem Fall sein müssen, kann man sich darum denken, denn sehr viele weitere Personen gibt es ja nicht.

So kommt es, dass TKKG nicht viel zu ermitteln haben, denn dafür haben wir ja die Brathähnchen-Szene, bei der "zufällig" rauskommt, dass die sich sowieso verdächtig benehmenden Leutchen auch noch doofe Egoisten sind, zumal Paul statt eines Dankes für Tims Mutmachung und Tür öffnens direkt mal frech und pampig wird - und sogar noch eine Pistole bei sich führt, wie er stolz verrät.

Waren bei den letzten Produktionen ja immerhin noch die Sprecher/innen und Musiken gut, ist das hier nur bedingt der Fall. Die Figur Helga klingt arg gekünstelt, bei Figur Paul ist es ähnlich... Selbst mit der Musik ist es so 'ne Sache. Einige nette Sachen dabei, aber auch vieles, das irgendwie nicht zur notwendigen Stimmung passt.

Fazit: Nee!

Meine Wertung: 20%
Cover: Das Geheimnis der Burgruine03.12.2013

Ein Fall für TKKG
(154) Das Geheimnis der Burgruine (Erschienen: 2007)
Dauer: 1:03:38

Tim haut all sein Geld auf den Kopf, leiht sich davon allerlei schweres Werkzeug (mit Stromaggregat!) und kriegt obendrauf eine genaue Beschreibung der Verbrecher vom Verleiher, weil die bei ihm ebenfalls das Werkzeug ausgeliehen haben. Alles klar! Der Verleiher sollte sich lieber mal fragen, was ein Kind mit solch schwerem und auch gefährlichem Werkzeug will - zumal der auch sich oder andere damit verletzen könnte und dazu auch noch nicht voll geschäftsfähig ist, da zu jung; er ist ja nichtmal 16 Jahre alt! Autsch!

Und der Oberhammer: Am Ende bereiten TKKG eine Sprengung vor und führen vor den Augen der Polizei eine solche durch!? WHAT!? REALLY? Auf was für ein Internat geht der TKKG-Vierer? Was lernen die da im Chemie-Unterricht? Woher haben die eigentlich den Sprengstoff?...und natürlich hat niemand was dagegen, dass Tim einen historischen Fund unterschlägt und lieber Gaby schenkt?

Das ist echt mal... also... dazu fällt mir echt nichts ein. Naja, weil das so ist, helfen die Verbrecher nach, denn die erklären und erklären und erklären sich einen Wolf, damit die Hörerschaft stets bescheid weiss. Aus einer eigentlich sehr vielversprechenden Idee wurde eine pseudo-spannende und vermeintlich actiongetränkte Geschichte, bei der man nur ungläubig den Kopf schütteln kann - oder man lässt sich drauf ein, und hat hin und wieder einen Grund, sich herzhaft kaputtzulachen.

Nur die Produktion für sich reißt es ein wenig raus, da Musik und Sprecher/innen sich durchaus hören lassen können.

Meine Wertung: 33%
Cover: Es geschah in einer Regennacht03.12.2013

Ein Fall für TKKG
(153) Es geschah in einer Regennacht (Erschienen: 2007)
Dauer: 56:50

Vorhersehbar! Das fällt mir zu dieser Folge als erstes ein: Vorhersehbar! Und das, obwohl nur wenig Gangster-Belausche stattfindet. Doch die paar Sätze genügen vollauf, die Hörerschaft über jeden wirklich noch so geringen Zusammenhang zur Gänze ins Bild zu setzen, damit auch ja keine Spannung aufkeimt - wo kämen wir denn da hin?

Natürlich schaukeln sich Gaby und im Besonderen Tim mit ihren Vermutungen gegenseitig hoch, sodass die beiden auf einer gigantischen Woge à la "Man, was bin ich doch genial!" nicht merken, dass ihre Mutmaßungen reine Glückstreffer sind, die nicht weiter hergeholt sein könnten.

Aber es passiert auch sonst nicht sonderlich viel, zumeist hört man tatsächlich nur TKKG zu, oder wie Tim und Wespe sich am Telefon gegenseitig den Popo küssen und dabei wie bei ihnen üblich "nette Gemeinheiten" austauschen - aber das muss wohl sein, denn wenn Wespe einfach so alles erklären würde, könnten sie auch gleich wie beim Rest ins Blaue schlussfolgern. So aber ist für die Hörerschaft erzwungenermaßen klar: "Das ist definitiv Fakt, denn die Polizei muss es ja wissen!".

Um es kurz zu machen: Produktion gut, ich freue mich sogar darüber, Kerstin Draeger und Helgo Liebig zu hören, die Musik hat sogar ein paar wenige Retrosounds zu bieten, doch alles in allem zieht die Story dieses Hörspiel einfach völlig in den Keller. Denn natürlich weiß Karl - Kommissar Zufall lässt grüßen! - gleich bescheid, denn er hat ja neulich erst einen Aufenthalt in Italien gehabt, ist doch logisch, findet Tim, dass der Künstler garantiert gekidnappt wurde. Tim nennt es sogar: "Die Fakten: Simonka wurde entführt... ...und muss jetzt Malochen als Goldesel!". Naja, zugegeben, es ist MÖGLICH, aber das jetzt gleich als gegebenen Fakt vorauszusetzen...? Und, wie immer: Die Polizei käme natürlich im Leben nicht darauf, ein Bild mal mit der Realität zu verlgeichen...

Oder anders formuliert: Nee, nee, das war nichts!

Meine Wertung: 45%
Cover: Max und Anna, ein diebisches Paar03.12.2013

Ein Fall für TKKG
(152) Max und Anna, ein diebisches Paar (Erschienen: 2006)
Dauer: 58:12

Wie bitte? TKKG schützen eine Mitschülerin, weil sie total gut in der Schule ist, OBWOHL sie vollbekifft Auto fuhr und einen Unfall verursachte? Ganz besonders ulkig ist, dass niemand sonst in der Nähe war und das bemerkte? Da wird einfach das Auto beiseitegeschoben und dann tut man so, als ob man niemals etwas gesehen und gehört hätte. Wie nett von Tim, Karl, Klößchen und Gaby. Gerade HIER wäre doch notwendig, das Mädel zu konfrontieren, damit sie Hilfe bekommt, sowas in Zukunft nicht mehr zu machen. Oder hat es etwa damit zu tun, dass die Figur "Sofie" sympathisch wirken muss/soll? Wäre interessant, wie es wäre, wenn es ein Mitschüler gewesen wäre, den Tim nicht leiden kann. Hier strickt Wolf sich wieder mal seine Moral so zusammen, wie er sie braucht, damit die Story sich einigermaßen erzählen lässt. Naja...

Dabei ist der Begriff "einigermaßen" äußerst vorsichtig zu gebrauchen, denn die Folge erklärt einem über 7 Minuten lang alles haarklein. Denn die Bösewichte haben mal wieder Laberwasser getrunken und verklickern ihre Pläne auf einem so niedrigen Niveau und mit derartig vielen Worten, dass man sich fragt, was das alles soll.

Anschließend passiert natürlich alles so, wie es zuvor erklärt wurde, wobei TKKG stets beschatten und darum am Ende den Tag retten. Bleibt noch zu erwähnen, dass Tim einen Einbruch nicht als Einbruch bezeichnen würde, sondern eher als "nur mal umsehen". Und als Gaby dann noch beim Ausspähen eine Person mit erfundenem Namen sucht, muss sie hinterher ihren TKK-Freunden auch noch den Gag lang und breit erläutern: "Ich hab' sie also nach Doktor Zug Zug gefragt!", worauf Klößchen damit angibt, dass er weiss, das Zug auf Englisch Train heißt.

Wirklich lobenswert ist der Nieser mit anschließender Entschuldigung von Gaby, der Veronika Neugebauer offenbar versehentlich beim Vortragen ihrer Rolle passierte und vermutlich aus Authentizitätsgründen drinbelassen wurde. Wenn man bedenkt, wie banal eigentlich ein Nieser ist, ahnt man schnell, wie flach die Story sein muss, wenn man davon gesteigerte Notiz nimmt.

Fazit: Die Musik finde ich wirklich gelungen, und sie steigert in der Tat den Spaß beim Hören - allerdings vollbringt sie, mit der öden Story im Hinterkopf, keine Wunder! Die Sprecher/innen sind eigentlich toll und lassen keinen bis sehr, sehr wenig Anlass zur Kritik. Es ist darum also allein der doppelmoraligen, vorhersehbaren und sich trotzdem ständig selbst erklärenden Geschichte geschuldet, dass man nichts falsch macht, wenn man hier nicht zulangt, sondern sein Geld spart!

Meine Wertung: 43%
Cover: Die ewige Finsternis08.10.2013

Ein Fall für TKKG
(184) Die ewige Finsternis (Erschienen: 2013)
Dauer: 1:00:21

Wie ich häufiger schon schrieb, mag ich das Konzept der neuen TKKGs: Tim ist nicht mehr der Superheld, Gaby nicht das hilflose Mädchen blablabla. Allerdings gehen mir hier die neuen Stereotypen doch fast schon mehr auf den Keks. Karl lässt den Computer-Besserwisser etwas zu sehr raushängen, Tims und Gabys Verliebtheit grenzt teils an Kitsch - und Klößchen hatte erst in (182) Im Bann des Übersinnlichen einen ausgewachsenen Anfall von Aberglaube; hier jetzt erneut, denn mit dem Maya-Kalender endet die Welt, meint Klößchen! Wobei das Quatsch ist, denn die Maya sagten niemals, die Welt ende im Dezember 2012, das wurde/wird nur allgemeinhin immer wieder behauptet.

Was das nächste Kuriosum auf den Plan ruft, denn diese Folge kommt gut ein Jahr zu spät. Zunächst wundert es, dass eine Weihnachts-Folge schon im Oktober erscheint, aber sich dann auf ein spezielles Jahr zu beziehen, doch die Folge erst ein Jahr später zu bringen, ist seltsam. Aber gut, sooo seltsam auch wieder nicht, ich geb's ja zu - trotzdem wundert es mich, denn immerhin hätte man für dieses Hörspiel diesen Maya-Kalender-Kram ganz am Anfang auch einfach weglassen können.

Der Fall selbst geht in Ordnung, es gibt viele Szenenwechsel, und eine per se logische Geschichte. Ob allerdings das gleichzeitige Anschalten vieler alter Elektroheizungen soooo verheerend ist? Hmmm, naja... Immerhin müsste die Stadt doch irgendwelche Spezialisten losschicken, Logs auswerten und was nicht noch. Gar nicht mal, um irgendein Verbrechen auszuschließen, sondern schon allein, um sicherzustellen, dass es keinen Fehler im System gibt. Schließlich passierte das ja nun mehr als nur einmal. Verwirrend ist der Titel, "Die ewige Finsternis". Das klingt wahnsinnig abenteuerlich und spannend, aber im Grunde geht es nur darum, dass die Nächte von Stromausfällen geplagt sind.

Zu den Namen einiger Personen. Ganz Wolf-typisch gibt es hier mehrere "sprechende Nachnamen", wie Klaus Schrauber (Handwerker) oder Karl-Walter Wichtigmann (Bürgermeister). Am witzigsten finde ich allerdings Bert Barf (Engl.: "to barf" = "ko_zen"; AKW-Befürworter). Doch checkt man die Namensliste aufmerksam genug, sollte "Leopold Odenhafer" herausstechen, denn der hat nach (125) Der Mörder aus einer anderen Zeit seinen zweiten Auftritt im TKKG-Universum.

Löblich finde ich ansonsten noch, dass auf die Gefährlichkeit von AKWs und die Stromverschwendung von Elektroheizungen hingewiesen wird; aber hier kommt es mir etwas zu sehr mit der Holzhammer-Methode, was den Nebeneffekt hat, auf die Lösung des Falls hinzuweisen, denn es ist leider mehrfach die Rede von den energiefressenden Elektroheizungen - und wie passt das wohl mit Stromausfällen und einem (natürlich unsympathsichen!) AKW-Lobbyisten zusammen!?

Natürlich lösen TKKG den durchaus unterhaltsamen Fall, der von Rüdiger Schulzki, Henry König und Wolfgang Draeger noch ein wenig Altmeister-Würze bekommt und eine gewisse Klassiker-Abenteuer-Note versprüht; was zum Teil auch der Musik geschuldet ist, die zum Einsatz kommt.

Bin zufrieden (bis auf Klößchens Aberglaube) und empfehle diese Folge gern weiter...

Meine Wertung: 74%
Cover: Fußball-Teufel08.10.2013

Die drei ???
(164) Fußball-Teufel (Erschienen: 2013)
Dauer: 1:08:26

Fußball? Schon wieder!? Naja, ich erspare uns allen langes Gerede um die "Drei ??? und Fußball"-Debatte und komme direkt zum Inhalt. Das allerdings geht nicht, ohne das Thema Fußball zumindest zur Sprache zu bringen, denn in diesem Hörspiel gibt es Fußball und einen Teufel - aber einen "Fußball-Teufel, bzw. Teufel des Fußballs" gibt es nicht, auch nicht im übertragenen Sinne.

Doch ohne einen Fußball-Teufel bleibt der Titel auch dann immer noch seltsam - denn um Fußball geht es die ganze Zeit nicht wirklich, sondern nur um einen Jungen, der den Hörspiel-Protagonisten mimt, und gern (und gut) Fußball spielt.

Abgesehen davon greift "Fußball-Teufel" auf diverse Elemente vergangener Tage zurück: (11) ...und das Gespensterschloß, (13) ...und der lachende Schatten und (21) ...und der tanzende Teufel. Diese drei ???-Abenteuer wurden verquirrlt, angereichert mit diversen eigenen Ideen, und heraus kam "Fußball-Teufel".

Gelten die eben genannten Geschichten unter Fans als Klassiker, schrammt diese neue Folge an jener Auszeichnung sicherlich vorbei. Ich frage mich z.B., wie verdaddert jemand sein muss, der einen mit Schmadder bekleckerten Heranwachsenden für ein Schlammmonster hält. Gleiches gilt für das Cumash-System mit der Schrittfolge und Verweildauer - garantiert gab es solche Mechanismen, aber soooviele Steinplatten, die alle verschiedene Pausezeiten benötigen, und wenn man einen Fehler macht, fällt man in die Tiefe...? Das ist mir doch etwas arg komplex, um für ein Naturvolk glaubhaft zu sein. Nicht zu vergessen, dass garantiert auch mal einige Wanderer diese Höhle entdeckt haben dürften - oder?

Doch es hapert auch anderswo: Ein Rätseltext, der nicht durch harte Recherche, sondern quasi aus dem Stehgreif heraus gelöst wird - das passiert mittlerweile auch in so gut wie jeder neuen ???-Geschichte und ist wenig glaubhaft. Überhaupt wird nie wirklich ermittelt und nachgeforscht, sondern eigentlich schlittern Justus, Peter und Bob eher zufällig an benötigtes Wissen.

Die Produktion ist dafür sehr gelungen und Douglas Welbat, Krystian Martinek und Achim Schülke mal wieder zu hören, ist mir sowieso eine Freude. Und wenn ich gerade dabei bin, Tim Kreuer möchte ich ebenfalls loben.

Eine "Jo, ganz ok"-Folge, die nichts wirklich falsch macht, sondern eher vergisst, die wichtigen Dinge richtig zu machen.

Meine Wertung: 61%
Cover: ...und der 5. Advent05.10.2013

Die drei ???
...und der 5. Advent (Erschienen: 2012)
Dauer: 2:50:24

Dass es inhaltlich doch ein so gelungenes Hörspiel wird, das hätte ich nach den vielen sehr oft nur halbgaren bis okayen ???-Neuerscheinungen der letzten 2-3 Jahre wirklich nicht gedacht, auch in Anbetracht des Titels, der in der Tat Sinn macht. Allerdings sei mein Lob nicht als Heiligenschein-Vergabe gedacht, denn leider ist auch hier nicht alles perfekt - obwohl ich gewillt bin, bei einigen Schnitzern hinwegzusehen. Warum? Weil es anders nunmal einfach nicht geht. Bei einem Fall, der sich über 24 Tage erstreckt, um als Adventskalender-Türchen-Folge Schritt für Schritt aufgebaut werden zu können, bleibt es konzeptionell nicht aus, dass einige Dinge nicht vollkommen Sinn ergeben.

So stellt sich z.B. die Frage, wieso der Fall 24 Tage andauert, aber immer nur in den paar Momenten und Augenblicken, in denen man als Hörer/in dabei ist, etwas von Justus, Peter und Bob erledigt wird - in unserem Fall immer um die 5-10 Minuten pro Part. Futtern die den Rest der Zeit nur Lebkuchen und ballern sich mit dem weihnachtlichen TV-Programm voll? Sind die drei ??? wirklich immer nur 1-3 Stunden pro Tag in dem Fall aktiv!? Aber wie erwähnt, damit die Folge inhaltlich UND konzeptionell funktioniert, muss man als Hörer/in in diesem Punkt dranvorbeidenken, was ich beim "5. Advent" bereitwillig mache. Ein Problem gibt es allerdings dennoch. Im, oder vielmehr als Adventskalender, so toll die Idee ist, ist eine so lange Geschichte (immerhin über 170 Minuten!) schwer zu verfolgen. Man hat am 7. Tag bereits Fakten vom 3. Tag vergessen und am 17. Tag weiss man schon nicht mehr, was am 9. Tag passierte oder wer was sagte. Da aber die Aktion jetzt sowieso vorbei ist, macht das keinen Unterschied mehr, da jetzt ohnehin alle die Folge am Stück hören werden.

Was mir allerdings echt etwas auf den Wecker ging, war das permanente Gerede darüber, wie Weihnachten in Deutschland gefeiert wird. Es vergeht kaum ein Tag im Hörspiel, wo nicht wenigstens einmal von deutschen Keksen, deutschen Kuchen oder deutschen Weihnachtsbräuchen die Rede ist. Außerdem wird mir insgesamt auch ein wenig zuviel gefuttert und gemampft. Ich verstehe, wenn man sich bemühte, ein wenig Festlichkeit entstehen zu lassen, und trotz aller Übertreibung in diesem Aspekt, erdrückt es das Hörspiel nicht, sondern ist alles in allem noch erträglich, dennoch: Die Hälfte dessen hätte auch genügt.

An mehreren Stellen ist mir zudem etwas zu sehr die Metaebene wahrzunehmen. Peter will beispielsweise "...mit Mord... ...mit Mord!... ...nichts zu schaffen haben" - eigentlich verständlich, allerdings meldet er seine Bedenken wohl einige Abenteuer zu spät an, oder!? Außerdem bekennt Peter sich ganz von sich aus dazu, an Wiederauferstehung und ähnliche Dinge zu glauben. Somit ist zweimal deutlich hervorgehoben worden, dass Peter der Angsthase der Truppe ist. Bob ist der Charmeur, auch das wird hier und dort hervorgehoben. Und Justus betont, dass er selbst ja eher rational als emotional veranlangt sei, als er versichert, dass sogar ihn die Erzählungen von Mrs. Candle erschütterten. Und er verspricht, ohne, dass Bob und Peter etwas sagen, dass der Fall, wenn er zu heikel wird, sofort an die Polizei abgegeben wird! Seit wann das denn!?

Umso mehr wundere ich mich, dass die drei ??? von Cotta und seiner Kollegin mehrfach klar und deutlich nahegelegt bekommen, den Fall sausen zu lassen, weil der, um den es geht, sehr, sehr gefährlich sei, und sich den Ratschlag nicht zu Herzen nehmen. Wobei ich hier den detektivischen Stolz und die jugendliche Neugier als Ausrede akzeptiere - obschon nichts davon genannt wird. Doch gerade WEIL Justus, Peter und Bob den Fall nicht zu den Akten legen, und vorallem gerade die Polizistin ab und zu von den dreien arg gefoppt wird, frage ich mich, warum nicht ein paar Cops bei den drei Detektiven vorstellig werden und denen mal so richtig die Leviten lesen. Denn so witzig die Szenen mit der Polizistin sind, aber die drei ??? zeigen ihr immer, dass sie sie absichtlich haben alt aussehen lassen und mit Stolz hereingelegten. Wieso also gibt es da kein Trara mit Cotta und seinen Kollegen? Mir als Polizeiinspektor würde da jedenfalls der Kragen platzen. Denn es ist eine Sache, dass die Polizistin sich so an der Nase herumführen lässt, aber es ist eine andere, eine Beamtin so vorzuführen, noch dazu, wo Cotta und die drei ??? doch eigentlich sehr gut miteinander können.

Die CD-Fassung, die fast ein Jahr nach den Adventstürchen-Downloads aus 2012 erschien, ist ungekürzt und je acht Tage wurden auf eine CD gebannt. Da nun aber natürlich sicherlich niemand die CD über den Advent hinweg Stück für Stück anhören wird, entsteht ein wesentlich flüssigeres Gesamtbild, da Dinge, wie ich sie zuvor beschrieb (man weiss z.B. am 20. Tag nicht mehr, was am 5. Tag geschah), nicht mehr passieren, allerdings ergibt sich bei der CD-Fassung somit auch das Problem, dass man sich häufiger fragt, warum manche Szenen vielleicht 5-10 Minuten eines Tages abdecken, aber die drei ??? ansonsten nichts weiter unternehmen und bis zum nächsten Tag warten, im Fall fortzufahren - das sollte man sich also stets vor Augen, oder vielmehr Ohren halten!

Bevor ich jetzt den allerletzten Punkt anspreche, komme ich vorab zum Fazit, um niemanden über das Ende zu spoilern. Also: Ich mag das Hörspiel - echt! :) Ich habe es bereits mehrfach gehört und finde einfach nichts, was ich WIRKLICH ERNSTHAFT negativ kritisieren könnte. Denn als Folge, die außerhalb der Nummerierung läuft und mit der Idee im Hintergrund, auf Weihnachten einzustimmen und über den Advent häppchenweise zu funktionieren, macht sie ihre Sache gut. Die Produktion ist ebenfalls typisch Europa, und mit Janina Richter und Katja Brügger hört man sogar zwei alte Bekannte wieder, was mich sehr freut.

Hier noch der erwähnte Spoiler über das Ende, also: Wie konnte Edward sich 3 Wochen lang im Hause seiner Großmutter verstecken, ohne, dass diese oder sonst irgendjemand etwas merkt? Und wie konnte er all die Zeit dort überleben oder z.B. seine Notdurft verrichten? Und ich muss mich auch fragen, warum er seiner Großmama nicht einfach früher begegnete und ihr erklärte, wie sich alles verhält, wenn er doch eh schon im Haus war - wieso das Getue mit den Hinweisen und allem anderen? Hier wäre etwas Erklärung für die Hörerschaft wirklich gut gewesen, denn das wirft durchaus einige Fragen auf, weil die meisten Ereignisse (Botengänge, etc.) in diesem Zeitraum somit eigentlich völlig unnötig gewesen wären.

Meine Wertung: 81%
Cover: Der satanische Gral04.10.2013

Jack Slaughter
(20) Der satanische Gral (Erschienen: 2013)
Dauer: 58:15

Wer hätte das gedacht. ...und ohne jede Vorankündigung. Selbst, während das Hörspiel läuft, spürt man es bis zum Ende nicht. Jack Slaughter gibt es nicht mehr!

Das heißt, ihn selbst gibt es noch, aber wir Hörer und Hörerinnen kriegen keine weiteren Abenteuer mehr von ihm - zumindest vorerst jedenfalls. Denn nachdem Doom im Endkampf besiegt wurde (er ist tot!), gibt es diverse Happy-End-Floskeln der Protagonisten zueinander, Grandma Abigail verschwindet endgültig ins Reich der Verstorbnen, da ihre Aufgabe nun erledigt sei und der Erzähler Namens Charles McCain erklärt endlich, wer er ist und nimmt seinen Hut.

Oder ist das alles nur eine raffinierte Plotidee, mit der man uns Hörer/innen hinters Licht führen will, plötzlich erscheint Folge 21, Doom ersteht wieder auf und Charles McCain gibt kleinlaut zu, sich offenbar geirrt zu haben? Ich hoffe es! Das Ende wirkt jedenfalls sehr, sehr glaubhaft in Bezug auf die Entgültigkeit des Endes der Serie - vermutlich, um sowohl ein Weiterführen oder eben Ruhenlassen in jedem Fall möglich ist; denn gerade das Weiterführen lässt sich durch schräge Einfälle ja ohnehin bei jeder Serie irgendwie realisieren, man denke nur an Ewing-Sache aus Dallas.

Etwas seltsam ist und bleibt aber, dass weder in den Folgen zuvor, noch in dieser, bis kurz vor Ende nichts davon zu spüren ist, dass hiernach (vorerst?) Schluss ist. Kein "Es geht um die Wurst!", "Alles oder nichts!" oder "Nur einer von uns verlässt diese Area!". Die Folge verläuft Jack-Slaughter-typisch, mündet im Endkampf mit den üblichen Gags während der Action, plötzlich ist Doom besiegt, und offenbar WIRKLICH tod!

Das ist es, was die Folge für mich nach jedem Hören erneut runterzieht. Es kommt so plötzlich und dieses "Höhepunkt, es geht ums Ganze"-Feeling kommt absolut nicht auf, ja, wird nicht einmal ansatzweise erwähnt. Bis dahin aber unterhält die Folge auf dem gewohnten Jack-Slaughter-Niveau: Produktion, Sprecher/innen, Musik, Effekte - Top-Notch, sieht man, wie ich ja schon oft ankreidete, von diversen flachen Kalauern hier und dort ab, über die ich wie immer großmütig hinweg sehe.

Mein Fazit fiele daher im Grunde nicht anders aus, als bei anderen Jackie-Hörspielen, wenn nur das Ende nicht wäre, das viel, viel zu plötzlich und unspektakulär daherkommt, diese paar Minuten vermiesen den Hör-Spaß leider nachträglich.

Meine Wertung: 80%
Cover: Der schwarze Skorpion22.09.2013

Die drei ???
(120) Der schwarze Skorpion (Erschienen: 2005)
Dauer: 58:28

Es fängt grundsätzlich gar nicht mal so übel an, doch flacht die Folge allmählich ab, bis etwa zur Hälfte der Hörspielzeit und hält dann bis zum Schluss dieses geraaaaade noch mittelmäßige Niveau. Denn es geschehen jede Menge Dinge, bei denen man sich spätestens beim zweiten Hören nur noch die gerunzelte Stirn verwundert kratzen kann.

Wie kommt der Skorpion an den Strand, wie zum Spielfeld - niemand der hunderten von Anwesenden merkt das? Wieso zum Henker tauscht man geschmuggelte, also illegale(!), Ware in quasi öffentlichen Räumen, noch dazu, wo sie in Kisten transportiert wird? Wieso die Ware auch nach dem erfolgreichen Einführen ins Land mit den gefährlichen Tieren übergeben? Und warum guckt der Zoll NIEMALS in eine der Kisten? Wie sollte der Skorpion aus einem Loch in der Box entkommen, das zum Boden zeigt, auf dem die Box steht? Selbst, wenn das Wachs schmilzen WÜRDE, wäre immer noch der Kofferraumboden im Weg? Warum sollte der Skorpion danach ausgerechnet zum Strand gelangen - ohne bemerkt/gesehen zu werden!? Wie hat McQuire, bevor er Robinson zum Schmuggel zwang, geschmuggelt? Wie kann Robinson andauernd das Land verlassen und wieder einreisen - wie geht das zeitluch und vor allem finanziell? Fällt das am Institut keinem auf, oder wer gibt das Geld für die dauernden Auslands-Reisen für einen Professor?

Aber mal abgesehen von den vielen Fragen - von denen ich nur vielleicht 10% hier niederschrieb! - zur Storyline als solche, gibt es auch an der Produktion ein paar Dinge zu bemängeln, denn die fröhnen fast alle dem Overacting, bzw. es klingt aufgesetzt. Und Mrs. Bancroft? Autsch! Viel zu häufig quatscht mir der Erzähler auch in Szenen rein, die man viel besser hätte "spielen" sollen.

Und wieso verändert André Minninger, der aus dem Buch das Hörspielskript machte, den Namen Deep Voice zu Deep Throat? Davon ab kann man den Namen sicherlich als Hommage an die X-Files verstehen, gleichermaßen aber auch mit etwas in Verbindung bringen, dass für Kinder und Jugendliche gänzlich ungeeignet ist.

Ganz besonders blöd ist Justus' Zusammenfassung. Er kombiniert ohne Anhaltspunkte für die Hörerschaft völlig an diesen vorbei die Lösung, und auf die Frage, wie er auf alles das kommt, antwortet er schlicht: "Eingebung!" - danke auch!

In Anbetracht der Tatsache, dass diese Folge die letzte vor dem (lange unbekannten!) Rechtstreit war, könnte man rückwirkend annehmen, dass die Qualität dieses Hörspiels der Grund für die Pause war - wie ja auch nach außen hin zuerst kommuniziert wurde, denn es wurde behauptet, man lege nur "eine kreative Pause" ein.

Mein Fazit: Murks. Nicht unhörbar schlecht, aber trotzdem Murks!

Meine Wertung: 34%
Cover: ...und die giftigen Feuerquallen16.09.2013

Fünf Freunde
(103) ...und die giftigen Feuerquallen (Erschienen: 2013)
Dauer: 1:01:27

Mmmmmjoa! Sitzt, passt, wackelt und hat Luft (nach oben). Ich habe die 103. FF-Folge jetzt viermal gehört und habe praktisch nichts, an dem ich Kritik üben könnte. Nur vielleicht der Zusammenhang zwischen Streitgespräch und die für diese Ortschaft äußert unüblichen Quallen ist mir eine Prise zu offensichtlich - aber so schlimm ist das nicht, die "Fünf Freunde" ist eben keine richtige Krimi-Reihe, sondern eine für Abenteuer, Erlebnisse und Ferien-Atmosphäre.

Jedenfalls fühlte ich mich gut unterhalten und kann mich höchstens an Details festhalten, wie Onkel Quentin, der, wie in (102) ...und die goldene Maske des Pharao auch bereits, sehr gut von Gordon Piedesack darstellt wird, dass die Musik toll ist, die Soundeffekte spitze, die Sprecher/innen sind top...

Fazit: Schicke Folge, die stringent und nie langweilig werdend erzählt wird - vielleicht eine winz'ge Spur zuviel "Drei ???" als Stilmittel, aber sonst? Gut!

Meine Wertung: 72%
Cover: Der geheime Schlüssel13.09.2013

Die drei ???
(119) Der geheime Schlüssel (Erschienen: 2004)
Dauer: 1:07:21

Das Ende mag man als zu rührselig oder gar kitschig betrachten, aber wie oft haben wir in den Klassiker-Folgen solche Fälle gehabt, in denen es nur darum geht, dass ein schrulliger Mensch seinen Spleen auslebt oder seine Verwandten ärgern will? Eben! :)

Den Einfall für die Geschichte dazu, finde ich grundsätzlich gelungen, ich finde nur, dass der Aufwand viel zu kompliziert ist. Es ist wohl offensichtlich, dass die drei Kinder des Felix nicht von ganz allein auf die Lösung, oder auch nur die Idee einer Versöhnung gekommen wären. Sicher, Mr. Quinn hat hier dem Zufall etwas auf die Sprünge geholfen, und auch hat André Marx (Autor des Buches) durch einen Teil in der Handlung darauf hingewiesen, dass die drei ??? nicht mehr weiterhelfen sollen, da sonst der eigentliche Sinn des Rätsels keinen Sinn mehr gemacht hätte, aber ohne im Besonderen Justus hätten Caitlin, Jeremy und Graig das Rätsel wohl nie im Leben gelöst.

Das Ende finde ich insgesamt voll in Ordnung, auch der Verlauf der Story ist mal wieder etwas anderes, da sie bewusst auf Action und Zeitdruck-Spannung verzichtet. Sie baut auf die Neugier, die Auflösung des Falls zu erleben. Was ihr gelingt. Mich stört eben einfach nur, dass mal wieder jemand anderen eine Botschaft vermitteln wollte, die diese aber niemals allein hätten verstehen können.

Meine Wertung: 70%
Cover: Das düstere Vermächtnis13.09.2013

Die drei ???
(118) Das düstere Vermächtnis (Erschienen: 2004)
Dauer: 1:06:14

Hmmm, ich weiss nicht, ich weiss nicht... Im Großen und Ganzen finde ich "Das düstere Vermächtnis" so einigermaßen, aber in den Details gibt es stets jede Menge Zeug, das mich richtig stört.

Gleich zu Beginn etwa, die Szene, in der Gina Justus und Bob als vermeintliche Einbrecher dingfest macht, kommt mir zu konstruiert vor. So, also hätte meine keinen rechten Einfall gehabt, wie man den Einstieg in den Fall machen soll und hätte sich dann dafür entschieden, Gina am Rande der Hysterie ausflippen zu lassen. Als dann noch Ralph dazukommt, geht es ähnlich weiter. Zwei Jungen, die verdächtig sind, etwas misstrauisch anzuranzen, in Ordnung, aber wie Gina, und kurz darauf auch Ralph, loslegen, ist doch etwas derbe.

Oh ja, die Angst, dass mit dem wichtigen Manusskript was nicht stimmen könne, könnte ich nachvollziehen, aber so knapp vor der Premiere kennt die Theatergruppe weder den Text, noch haben alle Beteiligten nicht ihren für sie kopierten Teil vorliegen, sondern alle gucken immer in das Original? Und Gina hatte noch nicht einmal mal die Inhaltsangaben vorliegen, um die Presseerklärung zu formulieren? Die Gruppe hat also das Manusskript und plant ein Theaterstück dazu, lädt auch jede Menge Leute zur Premiere ein, aber niemand hat eine Ahnung, worum es in dem Stück geht? Nee, nee, das ist mir zu konstruiert, denn dass dann ausgerechnet die "wichtigste Seite" mit dem Rätsel fehlt, die nun händeringend beschafft werden muss - und dann zufällig ein Geheimnis beinhaltet?

Eigentlich mag ich dafür die Idee, dass Bob mal mit Justus den Platz tauscht, sehr, doch dass Justus am Ende trotzdem mal wieder derjenige ist, der alles in Windeseile auflöst und jeden noch so kleinen Zusammenhang überblickt, finde ich echt blöd. Hätte man hier nicht konsequent Peter und Bob das machen lassen können, während Justus eher hier und da einige gute Kombinations-Einfälle liefert?

Wundern muss ich mich auch, dass Peter, wenn er schon nicht umfassend Spanisch versteht, nicht zumindest soviel Grundwissen über diese Sprache hat, um wenigstens zu erkennen, dass etwas auf Spanisch formuliert ist? Gerade dann ist es seltsam, wenn man bedenkt, WO die drei ??? sich für gewöhnlich aufhalten: Kalifornien. Nicht zu vergessen, dass Peter in dieser Folge ganz allgemein öfters mal sehr begriffsstutzig reagiert.

Merkwürdig ist ebenso Robbie, der immer mal wieder ein paar mehr oder weniger bekannte Songs zitiert - alles nicht so, dass es phonetisch zum Rest seines Dialogs passt, bzw. es nicht mal ansatzweise nach dem Original klingt. Hier hätte man sich die echten Songs nochmal anhören und dann korrekt wiedergeben sollen.

Das Schwierigste ist allerdings, auch nach dem zigsten Mal Anhören, auf die Dauer des Hörspiels, alle Figuren zuzuordnen. Je länger die Folge dauert, desto mehr Figuren kommen hinzu und desto mehr verwischt das Zuhör-Gedächtnis dafür, wer da jetzt spricht und ob das nun jemand neues ist oder jemand, der im Laufe der Geschichte schon mal gehört wurde. Ich verliere hier mit jedem Mal den Faden und höre eigentlich nur Dialoge von irgendwelchen Stimmen - wer aber wie zu wem steht: keine Ahnung. Ganz doof natürlich am Ende, wo verschiedene Personen in diesem und jenem Zusammenhang zur Auflösung stehen - wer war da nochmal wer?

Und sage mir doch bitte mal jemand folgendes: Scott Carrara war Parkinson-krank, "zitterte so sehr, dass es ein Arbeiten fast unmöglich machte" (Zitat Justus im Hörspiel!), konnte darum keinen Computer mehr bedienen, um das Theaterstück auf diesem zu verfassen, aber 220 Seiten handschriftlich zu verfassen, das hat er noch hinbekommen? Bedenkt man, wie oft man etwas überarbeitet, ganz entfernt und ganz neuschreibt, etc., war das viel Arbeit. Gerade mit Handicap ist Tippen sicher sauberer als Schreiben. Bzw., wäre da nicht zumindest ein Diktiergerät sinnvoller gewesen?

Hinzu kommt, dass nicht nur wie üblich Justus die ganze Chose aufklärt, nein, er braucht dafür 10 Minuten! Er geht am Ende einfach so auf die Bühne und betet laaaang und breiiiiit alle Einzelheiten runter, ein wenig zuviel des Guten! Doch auch hier komme ich nach 3-4 Minuten nicht mehr mit. Was ist das denn eigentlich nun für eine Krone? Wem gehörte die mal, wem gehört sie jetzt, wer hat sie jetzt? Ja gut, es geht irgendwie um ein spanisches Rätsel mit der Nähe und der Ferne, das hört man eben heraus, aber in einen festen Zusammenhang kann ich das nie wirklich bringen.

Tut mir echt leid, aber die Folge taugt nur als "kann man ab und zu nebenbei laufen lassen, wenn man nicht so genau hinhört"-Vervollständigung für Komplettisten.

Meine Wertung: 63%
Cover: ...verfolgen die Strandräuber12.09.2013

Fünf Freunde
(7) ...verfolgen die Strandräuber (Erschienen: 1979)
Dauer: 43:47

Wie alle Szenen vertont wurden, kann man nicht genug hervorheben. Möwen rufen, Wasser gischtet, Wind pfeifft, Donner grollt - man hat fast den Eindruck, man wäre vor Ort, wenn man beim Hören die Augen schließt und sich einfach treiben lässt. Auch die Sprecher/innen machen ihre Aufgabe klasse.

Doch leider ist die Geschichte relativ dünn und nur bedingt spannend. Nicht, dass mit ihr wirklich was falsch wäre, denn für sich ist sie nachvollziehbar und logisch, doch reißt sie einfach nicht sonderlich mit.

Darum würde ich "...verfolgen die Strandräuber" als akustisch exzellent in Szene gesetztes Hörspiel betrachten, bei dem die Story eher eine Art Selbstzweck ist.

Immerhin ist die Neuauflage zur Gänze mit dem Original von 1979 identisch - nur das Covermotiv ist anders.

Meine Wertung: 60%
Cover: ...helfen ihrem Kameraden12.09.2013

Fünf Freunde
(6) ...helfen ihrem Kameraden (Erschienen: 1979)
Dauer: 40:23

In Folge 6 (eigentlich ja Folge 9) ist zum ersten Mal wirklich die Rede von Onkel Quentin. Er spricht zwar keinen einzigen Satz, weil nicht zu Hause ist, aber als die vier Kids sich darüber unterhalten, wie schwierig er ist und dass sie dank seiner Abwesenheit etwas mehr Ruhe und Freiheiten haben werden, gibt Julian zu bedenken, dass man einem Mann, der so klug ist wie Onkel Quentin, vieles verzeihen müsse. Ob das so richtig ist, lasse ich mal dahingestellt, doch Julian warnt hiermit die Hörerschaft schon vor Quentin, der ab zwei Folgen später dann fast immer dabei sein wird, und sich wirklich gerade sympathisch benimmt. Also: Aufgepasst - und Julians Hinweis des Verzeihens beherzigen! Dennoch muss man gerade in diesem Hörspiel vor allem den vier Kids ebenfalls vieles verzeihen.

Denn was Julian, Dick, Anne und George in diesem Hörspiel bisweilen so absondern, ist eher nicht zur Erziehung geeignet. Das Zigeunermädchen Jo, das zunächst als Junge wahrgenommen wird und "ganz zerlumpt und verkommen" aussieht - da ist also ein "Junge", der in Georges Sandgrube sitzt, und sofort wird dieser fies angestänkert, er solle sich verziehen und Dick ziert sich nicht, den "Jungen" auch gleich ohne Dialog zweimal zu boxen, obwohl dieser "Junge" sogar kleiner als er ist. Und als der Junge als Mädchen erkannt wird, wird dieses quasi fortgemault, mit dem Hinweis, hier werde nicht nicht gerauft - wer hat denn damit angefangen? George freut sich sogar, dass Dick sie verhauen hat, gibt sie zu. Auch, dass "dieses schmutzige Mädchen" einfach nur "Pfui" sei und sie es "nicht in ihrer Nähe aushalte", sagt sie. Als Jo ihnen dann einen Brief überbringen will, sind das Erste, was sie bei beim Antreffen der vier Kinder sagt, "Au!"-Schmerzrufe, wohingegen Julian zu Dick sagt, er solle sie nicht davonlaufen lassen. ...und so geht das quasi die meiste Zeit, Jo wird fast schon als Untermensch verstanden, der nicht wisse, wie man sich ordentlich zu benehmen hätte, und ihr wird andauernd nur das Schlechteste unterstellt. Dabei bin ich der Meinung, dass es hier genau andersrum ist.

Naja, viel mehr habe ich kaum zu schreiben. Die Produktion ist 1A, keine Frage, und gerade Alexandra Wilcke als Jo macht einen großartigen Job. Die Geschichte, sieht man mal zu all den Dingen, die Jo betreffen ab, ist an sich auch in Ordnung, aber nur mäßig spannend, was aber die Atmosphäre locker wieder reinholt. Zur Atmosphäre gehören aber eben auch Randfaktoren, wie z.B. Dialoge hier und da; und wie ich vorhin aufführt, sind die Dinge, die man Jo in einer Tour unterstellt, echt nicht mein Fall, selbst unter dem Aspekt, dass diese Geschichte aus den 1940er-Jahren stammt.

Meine Wertung: 65%
Cover: ...und der Zauberer Wu12.09.2013

Fünf Freunde
(5) ...und der Zauberer Wu (Erschienen: 1979)
Dauer: 39:04

Allein der Titel gibt eigentlich schon Aufschluss darüber, wer was und wie an der Gaunerei in dieser Geschichte getan hat - andererseits wäre die Folge aber auch ohne diesen Titel arg vorhersehbar, da eigentlich niemand außer Wu sonderlich hervorgehoben wird, oder sich auch nur im Ansatz verdächtig benimmt (z.B. als er betont nebensächlich die Kinder ausfragt).

Verstörend auch die Szene, in der Professor Hayling die Kinder derb anschnauzt und unter anderem sagt, sie seien Nichtsnutze, sollen sich gefälligst zum Teufel scheren, und Timmy wäre gar ein Hundevieh. Doch dann fällt ihm plötzlich auf, dass er noch nichts gegessen habe, wundert sich verschmitzt über seine echt üble Laune, und die Kinder lachen auf einmal unbeschwert herzhaft? Das soll mir mal jemand erklären, bitte...

Alles in allem lebt das Hörspiel zu weiten Teilen von seiner Atmosphäre, den sehr guten Sprechern/innen und der tollen Produktion, denn der Fall selbst gibt eigentlich nicht sonderlich viel her.

Wer den Kauf der Neuauflage wagen will, aber ungewiss ist, ob diese von der Originalversion abweicht, kann ruhig zugreifen: sie ist unverändert, wobei aber natürlich das Cover neu ist.

Das Zitat der Folge kommt von Jenny: Nun, für's Sauber machen, Kochen, Waschen und Bügeln, als Kindermädchen bin ich nicht eingestellt!

Meine Wertung: 74%
Cover: ...als Retter in der Not12.09.2013

Fünf Freunde
(4) ...als Retter in der Not (Erschienen: 1978)
Dauer: 45:47

Die "Retter in der Not"-Folge ist die erste, die ein wenig abfällt, die Story ist etwas sehr dünn und lebt eigentlich nur von der Atmosphäre (Ferien, Zelten und so weiter, dazu die passende Musik).

Zwar gibt es Sprecher-Highlights wie Marga Massberg, Andreas von der Meden oder Benno Sterzenbach, aber daneben sind gerade die beiden Rollen Benny und Toby doch sehr, sehr gewöhnungsbedürftig. Kann man Toby noch sein permanentes "Fluchzeuch" verzeihen, weil er (der Sprecher) ansonsten seine Sache echt gut - wenn auch zu cool und lässig ("Das is ein Vasuchsfluchplatz!") - macht, ist Benny wirklich zu viel des Guten. Gerade, wenn er immer mal wieder nach Toby oder seinem Schweinchen Curly ruft ("Körli! Körlie! Komm zu mia!)", klingt dies über die Maßen künstlich.

Lustig auch, wie Enid Blyton, wenn sie die FF-Geschichten auch vor laaanger Zeit schrieb, der Meinung war, dass Jungs keineswegs auch nur in die Nähe von Hausarbeit zu kommen haben. Wenn nämlich die Fünf Freunde eine alte Dame sich beim Abmühen des Wäscheaufhängens beobachten, sagt Julian völlig selbstverständlich, Anne möge doch ihr dabei helfen. Das nenne ich echte Ritterlichkeit, und wie in (2) ...im Zeltlager kreide ich erneut an, dass man das für die Zeit von 1978 ruhig hätte rauslassen können.

Ansonsten gibt's nichts zu kritisieren. Frau Körting und ihr Stab haben die Produktion sauber gemacht - und die Neuauflage klingt haargenau wie die Ausgabe von 1978.

Das Zitat der Folge kommt von Benny: Curly! Curly! Komm zu mir!

Meine Wertung: 64%
Cover: ...und das Burgverlies12.09.2013

Fünf Freunde
(3) ...und das Burgverlies (Erschienen: 1978)
Dauer: 50:57

Hmmm, im Grunde mag ich diese Folge nicht mehr oder weniger als die anderen 20 von Enid Blyton, aber herrje, dieses krampfhafte Zwillings-Gebahren der beiden Harrys ist bisweilen etwas nervig; vor allem, wenn ständig unisono gesprochen wird, so, als hätten die beiden Kinder keinen eigenen Willen, oder hätten gar mal ein mehr als nur traumatisches Erlebnis gehabt.

Dafür gefallen mir die Rollen von Mr. Henning und seinem Sohn, die so übertrieben stereotypisch amerikanisch gezeichnet wurden, dass man das nur amüsant finden kann; gerade der Sohn kommt besonders gut, mit seiner kessen Lippe. Mein Lob an Jens Wawczeck für seine Interpretation.

Seltsam ist dabei, dass die Serie eigentlich in England spielt, aber ohnehin schon alles verdeutscht wurde (Namen, Bezeichnungen, sogar die Währung wird immer in D-Mark angegeben, etc), doch jetzt kommen Amerikaner dorthin und die sprechen nicht nur Hörspiel-Englischakzent, sondern ab und zu auch mal was in Englisch, nur, um gleich darauf auf Deutsch zu wiederholen, wie etwa: "Sie sollten froh sein, dass ihres armes Land, und rückständiges Land, etwas hat, das es an ein progressive Land... fortschrittliches Land wie Amerika verkaufen kann!", oder "For heavens sake... Donnerwetter!"

Zur Produktion lässt sich nicht viel sagen: Alles passt super ineinander, sieht man vielleicht von den Rollen der Mrs. Priller und Mr, Durleston ab, die, wann immer sie sprechen, nach Einzelaufnahme klingen, die "Dialoge" mit ihnen klingen stets etwas affektiert.

Und, ach ja: Die Neuauflage, abgesehen vom neuen Covermotiv, ist unverändert zum '78er-Original.

Meine Wertung: 76%
Cover: ...im Zeltlager11.09.2013

Fünf Freunde
(2) ...im Zeltlager (Erschienen: 1978)
Dauer: 42:34

Wie in meiner Rezension zu (1) ...beim Wanderzirkus bereits ja erwähnt, kommen in den ersten 21 Folgen, wenn die Geschichten auch nie gleich sind und sich in sich unterscheiden, immer dieselben Zutaten zum Zuge. So auch in "...im Zeltlager".

Allerdings ist der Titel "...im Zeltlager" nicht wirklich zutreffend, "...und die Geisterzüge" wäre sicherlich passender gewesen, denn um solche geht es schließlich. Spannend wird zunächst von einem etwas verschrobenen Herren davon berichtet, ohne diesem viel Glauben zu schenken, dann muss man aber zugeben, dass der seltame Herr offenbar recht hatte und dass an der Geisterzug-Sache irgendwas dran sein muss. Wie dem dann auf die Spur gekommen wird, kommt schön abenteuerlich und mit viel Ferien-Feeling daher.

Lediglich der Kommentar Julians, "dass George die Dinge, die Mädchen für gewöhnlich tun, nicht gern macht", wie Geschirr spülen, zum Beispiel, hätte man weglassen können. Es mag von Enid Blyton so (in den 1940ern) geschrieben worden sein, aber wenn für ein Hörspielskript ohnehin immer recht viel gekürzt und zusammengestaucht wird, warum im Jahre 1978 ausgerechnet diesen Quatsch nicht herausnehmen?

Wie schon bei (1) ...beim Wanderzirkus sind Produktion, Sprecher/innen, Musik und Soundeffekte über jeden Zweifel erhaben - und auch die Neuauflage entspricht der Original-Auflage von 1978 - keine Schnitte, keine anderen Musiken, dafür aber natürlich neues Covermotiv.

Meine Wertung: 77%

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