www.Hoerspiel-Request.de

Das Rezensions-Archiv

<< < <1> <2> <3> <4> <5> <6> <7> <8> <9> <10> <11> <12> > >>
Cover: Es geschah in einer Regennacht03.12.2013

Ein Fall für TKKG
(153) Es geschah in einer Regennacht (Erschienen: 2007)
Dauer: 56:50

Vorhersehbar! Das fällt mir zu dieser Folge als erstes ein: Vorhersehbar! Und das, obwohl nur wenig Gangster-Belausche stattfindet. Doch die paar Sätze genügen vollauf, die Hörerschaft über jeden wirklich noch so geringen Zusammenhang zur Gänze ins Bild zu setzen, damit auch ja keine Spannung aufkeimt - wo kämen wir denn da hin?

Natürlich schaukeln sich Gaby und im Besonderen Tim mit ihren Vermutungen gegenseitig hoch, sodass die beiden auf einer gigantischen Woge à la "Man, was bin ich doch genial!" nicht merken, dass ihre Mutmaßungen reine Glückstreffer sind, die nicht weiter hergeholt sein könnten.

Aber es passiert auch sonst nicht sonderlich viel, zumeist hört man tatsächlich nur TKKG zu, oder wie Tim und Wespe sich am Telefon gegenseitig den Popo küssen und dabei wie bei ihnen üblich "nette Gemeinheiten" austauschen - aber das muss wohl sein, denn wenn Wespe einfach so alles erklären würde, könnten sie auch gleich wie beim Rest ins Blaue schlussfolgern. So aber ist für die Hörerschaft erzwungenermaßen klar: "Das ist definitiv Fakt, denn die Polizei muss es ja wissen!".

Um es kurz zu machen: Produktion gut, ich freue mich sogar darüber, Kerstin Draeger und Helgo Liebig zu hören, die Musik hat sogar ein paar wenige Retrosounds zu bieten, doch alles in allem zieht die Story dieses Hörspiel einfach völlig in den Keller. Denn natürlich weiß Karl - Kommissar Zufall lässt grüßen! - gleich bescheid, denn er hat ja neulich erst einen Aufenthalt in Italien gehabt, ist doch logisch, findet Tim, dass der Künstler garantiert gekidnappt wurde. Tim nennt es sogar: "Die Fakten: Simonka wurde entführt... ...und muss jetzt Malochen als Goldesel!". Naja, zugegeben, es ist MÖGLICH, aber das jetzt gleich als gegebenen Fakt vorauszusetzen...? Und, wie immer: Die Polizei käme natürlich im Leben nicht darauf, ein Bild mal mit der Realität zu verlgeichen...

Oder anders formuliert: Nee, nee, das war nichts!

Meine Wertung: 45%
Cover: Max und Anna, ein diebisches Paar03.12.2013

Ein Fall für TKKG
(152) Max und Anna, ein diebisches Paar (Erschienen: 2006)
Dauer: 58:12

Wie bitte? TKKG schützen eine Mitschülerin, weil sie total gut in der Schule ist, OBWOHL sie vollbekifft Auto fuhr und einen Unfall verursachte? Ganz besonders ulkig ist, dass niemand sonst in der Nähe war und das bemerkte? Da wird einfach das Auto beiseitegeschoben und dann tut man so, als ob man niemals etwas gesehen und gehört hätte. Wie nett von Tim, Karl, Klößchen und Gaby. Gerade HIER wäre doch notwendig, das Mädel zu konfrontieren, damit sie Hilfe bekommt, sowas in Zukunft nicht mehr zu machen. Oder hat es etwa damit zu tun, dass die Figur "Sofie" sympathisch wirken muss/soll? Wäre interessant, wie es wäre, wenn es ein Mitschüler gewesen wäre, den Tim nicht leiden kann. Hier strickt Wolf sich wieder mal seine Moral so zusammen, wie er sie braucht, damit die Story sich einigermaßen erzählen lässt. Naja...

Dabei ist der Begriff "einigermaßen" äußerst vorsichtig zu gebrauchen, denn die Folge erklärt einem über 7 Minuten lang alles haarklein. Denn die Bösewichte haben mal wieder Laberwasser getrunken und verklickern ihre Pläne auf einem so niedrigen Niveau und mit derartig vielen Worten, dass man sich fragt, was das alles soll.

Anschließend passiert natürlich alles so, wie es zuvor erklärt wurde, wobei TKKG stets beschatten und darum am Ende den Tag retten. Bleibt noch zu erwähnen, dass Tim einen Einbruch nicht als Einbruch bezeichnen würde, sondern eher als "nur mal umsehen". Und als Gaby dann noch beim Ausspähen eine Person mit erfundenem Namen sucht, muss sie hinterher ihren TKK-Freunden auch noch den Gag lang und breit erläutern: "Ich hab' sie also nach Doktor Zug Zug gefragt!", worauf Klößchen damit angibt, dass er weiss, das Zug auf Englisch Train heißt.

Wirklich lobenswert ist der Nieser mit anschließender Entschuldigung von Gaby, der Veronika Neugebauer offenbar versehentlich beim Vortragen ihrer Rolle passierte und vermutlich aus Authentizitätsgründen drinbelassen wurde. Wenn man bedenkt, wie banal eigentlich ein Nieser ist, ahnt man schnell, wie flach die Story sein muss, wenn man davon gesteigerte Notiz nimmt.

Fazit: Die Musik finde ich wirklich gelungen, und sie steigert in der Tat den Spaß beim Hören - allerdings vollbringt sie, mit der öden Story im Hinterkopf, keine Wunder! Die Sprecher/innen sind eigentlich toll und lassen keinen bis sehr, sehr wenig Anlass zur Kritik. Es ist darum also allein der doppelmoraligen, vorhersehbaren und sich trotzdem ständig selbst erklärenden Geschichte geschuldet, dass man nichts falsch macht, wenn man hier nicht zulangt, sondern sein Geld spart!

Meine Wertung: 43%
Cover: Die ewige Finsternis08.10.2013

Ein Fall für TKKG
(184) Die ewige Finsternis (Erschienen: 2013)
Dauer: 1:00:21

Wie ich häufiger schon schrieb, mag ich das Konzept der neuen TKKGs: Tim ist nicht mehr der Superheld, Gaby nicht das hilflose Mädchen blablabla. Allerdings gehen mir hier die neuen Stereotypen doch fast schon mehr auf den Keks. Karl lässt den Computer-Besserwisser etwas zu sehr raushängen, Tims und Gabys Verliebtheit grenzt teils an Kitsch - und Klößchen hatte erst in (182) Im Bann des Übersinnlichen einen ausgewachsenen Anfall von Aberglaube; hier jetzt erneut, denn mit dem Maya-Kalender endet die Welt, meint Klößchen! Wobei das Quatsch ist, denn die Maya sagten niemals, die Welt ende im Dezember 2012, das wurde/wird nur allgemeinhin immer wieder behauptet.

Was das nächste Kuriosum auf den Plan ruft, denn diese Folge kommt gut ein Jahr zu spät. Zunächst wundert es, dass eine Weihnachts-Folge schon im Oktober erscheint, aber sich dann auf ein spezielles Jahr zu beziehen, doch die Folge erst ein Jahr später zu bringen, ist seltsam. Aber gut, sooo seltsam auch wieder nicht, ich geb's ja zu - trotzdem wundert es mich, denn immerhin hätte man für dieses Hörspiel diesen Maya-Kalender-Kram ganz am Anfang auch einfach weglassen können.

Der Fall selbst geht in Ordnung, es gibt viele Szenenwechsel, und eine per se logische Geschichte. Ob allerdings das gleichzeitige Anschalten vieler alter Elektroheizungen soooo verheerend ist? Hmmm, naja... Immerhin müsste die Stadt doch irgendwelche Spezialisten losschicken, Logs auswerten und was nicht noch. Gar nicht mal, um irgendein Verbrechen auszuschließen, sondern schon allein, um sicherzustellen, dass es keinen Fehler im System gibt. Schließlich passierte das ja nun mehr als nur einmal. Verwirrend ist der Titel, "Die ewige Finsternis". Das klingt wahnsinnig abenteuerlich und spannend, aber im Grunde geht es nur darum, dass die Nächte von Stromausfällen geplagt sind.

Zu den Namen einiger Personen. Ganz Wolf-typisch gibt es hier mehrere "sprechende Nachnamen", wie Klaus Schrauber (Handwerker) oder Karl-Walter Wichtigmann (Bürgermeister). Am witzigsten finde ich allerdings Bert Barf (Engl.: "to barf" = "ko_zen"; AKW-Befürworter). Doch checkt man die Namensliste aufmerksam genug, sollte "Leopold Odenhafer" herausstechen, denn der hat nach (125) Der Mörder aus einer anderen Zeit seinen zweiten Auftritt im TKKG-Universum.

Löblich finde ich ansonsten noch, dass auf die Gefährlichkeit von AKWs und die Stromverschwendung von Elektroheizungen hingewiesen wird; aber hier kommt es mir etwas zu sehr mit der Holzhammer-Methode, was den Nebeneffekt hat, auf die Lösung des Falls hinzuweisen, denn es ist leider mehrfach die Rede von den energiefressenden Elektroheizungen - und wie passt das wohl mit Stromausfällen und einem (natürlich unsympathsichen!) AKW-Lobbyisten zusammen!?

Natürlich lösen TKKG den durchaus unterhaltsamen Fall, der von Rüdiger Schulzki, Henry König und Wolfgang Draeger noch ein wenig Altmeister-Würze bekommt und eine gewisse Klassiker-Abenteuer-Note versprüht; was zum Teil auch der Musik geschuldet ist, die zum Einsatz kommt.

Bin zufrieden (bis auf Klößchens Aberglaube) und empfehle diese Folge gern weiter...

Meine Wertung: 74%
Cover: Fußball-Teufel08.10.2013

Die drei ???
(164) Fußball-Teufel (Erschienen: 2013)
Dauer: 1:08:26

Fußball? Schon wieder!? Naja, ich erspare uns allen langes Gerede um die "Drei ??? und Fußball"-Debatte und komme direkt zum Inhalt. Das allerdings geht nicht, ohne das Thema Fußball zumindest zur Sprache zu bringen, denn in diesem Hörspiel gibt es Fußball und einen Teufel - aber einen "Fußball-Teufel, bzw. Teufel des Fußballs" gibt es nicht, auch nicht im übertragenen Sinne.

Doch ohne einen Fußball-Teufel bleibt der Titel auch dann immer noch seltsam - denn um Fußball geht es die ganze Zeit nicht wirklich, sondern nur um einen Jungen, der den Hörspiel-Protagonisten mimt, und gern (und gut) Fußball spielt.

Abgesehen davon greift "Fußball-Teufel" auf diverse Elemente vergangener Tage zurück: (11) ...und das Gespensterschloß, (13) ...und der lachende Schatten und (21) ...und der tanzende Teufel. Diese drei ???-Abenteuer wurden verquirrlt, angereichert mit diversen eigenen Ideen, und heraus kam "Fußball-Teufel".

Gelten die eben genannten Geschichten unter Fans als Klassiker, schrammt diese neue Folge an jener Auszeichnung sicherlich vorbei. Ich frage mich z.B., wie verdaddert jemand sein muss, der einen mit Schmadder bekleckerten Heranwachsenden für ein Schlammmonster hält. Gleiches gilt für das Cumash-System mit der Schrittfolge und Verweildauer - garantiert gab es solche Mechanismen, aber soooviele Steinplatten, die alle verschiedene Pausezeiten benötigen, und wenn man einen Fehler macht, fällt man in die Tiefe...? Das ist mir doch etwas arg komplex, um für ein Naturvolk glaubhaft zu sein. Nicht zu vergessen, dass garantiert auch mal einige Wanderer diese Höhle entdeckt haben dürften - oder?

Doch es hapert auch anderswo: Ein Rätseltext, der nicht durch harte Recherche, sondern quasi aus dem Stehgreif heraus gelöst wird - das passiert mittlerweile auch in so gut wie jeder neuen ???-Geschichte und ist wenig glaubhaft. Überhaupt wird nie wirklich ermittelt und nachgeforscht, sondern eigentlich schlittern Justus, Peter und Bob eher zufällig an benötigtes Wissen.

Die Produktion ist dafür sehr gelungen und Douglas Welbat, Krystian Martinek und Achim Schülke mal wieder zu hören, ist mir sowieso eine Freude. Und wenn ich gerade dabei bin, Tim Kreuer möchte ich ebenfalls loben.

Eine "Jo, ganz ok"-Folge, die nichts wirklich falsch macht, sondern eher vergisst, die wichtigen Dinge richtig zu machen.

Meine Wertung: 61%
Cover: ...und der 5. Advent05.10.2013

Die drei ???
...und der 5. Advent (Erschienen: 2012)
Dauer: 2:50:24

Dass es inhaltlich doch ein so gelungenes Hörspiel wird, das hätte ich nach den vielen sehr oft nur halbgaren bis okayen ???-Neuerscheinungen der letzten 2-3 Jahre wirklich nicht gedacht, auch in Anbetracht des Titels, der in der Tat Sinn macht. Allerdings sei mein Lob nicht als Heiligenschein-Vergabe gedacht, denn leider ist auch hier nicht alles perfekt - obwohl ich gewillt bin, bei einigen Schnitzern hinwegzusehen. Warum? Weil es anders nunmal einfach nicht geht. Bei einem Fall, der sich über 24 Tage erstreckt, um als Adventskalender-Türchen-Folge Schritt für Schritt aufgebaut werden zu können, bleibt es konzeptionell nicht aus, dass einige Dinge nicht vollkommen Sinn ergeben.

So stellt sich z.B. die Frage, wieso der Fall 24 Tage andauert, aber immer nur in den paar Momenten und Augenblicken, in denen man als Hörer/in dabei ist, etwas von Justus, Peter und Bob erledigt wird - in unserem Fall immer um die 5-10 Minuten pro Part. Futtern die den Rest der Zeit nur Lebkuchen und ballern sich mit dem weihnachtlichen TV-Programm voll? Sind die drei ??? wirklich immer nur 1-3 Stunden pro Tag in dem Fall aktiv!? Aber wie erwähnt, damit die Folge inhaltlich UND konzeptionell funktioniert, muss man als Hörer/in in diesem Punkt dranvorbeidenken, was ich beim "5. Advent" bereitwillig mache. Ein Problem gibt es allerdings dennoch. Im, oder vielmehr als Adventskalender, so toll die Idee ist, ist eine so lange Geschichte (immerhin über 170 Minuten!) schwer zu verfolgen. Man hat am 7. Tag bereits Fakten vom 3. Tag vergessen und am 17. Tag weiss man schon nicht mehr, was am 9. Tag passierte oder wer was sagte. Da aber die Aktion jetzt sowieso vorbei ist, macht das keinen Unterschied mehr, da jetzt ohnehin alle die Folge am Stück hören werden.

Was mir allerdings echt etwas auf den Wecker ging, war das permanente Gerede darüber, wie Weihnachten in Deutschland gefeiert wird. Es vergeht kaum ein Tag im Hörspiel, wo nicht wenigstens einmal von deutschen Keksen, deutschen Kuchen oder deutschen Weihnachtsbräuchen die Rede ist. Außerdem wird mir insgesamt auch ein wenig zuviel gefuttert und gemampft. Ich verstehe, wenn man sich bemühte, ein wenig Festlichkeit entstehen zu lassen, und trotz aller Übertreibung in diesem Aspekt, erdrückt es das Hörspiel nicht, sondern ist alles in allem noch erträglich, dennoch: Die Hälfte dessen hätte auch genügt.

An mehreren Stellen ist mir zudem etwas zu sehr die Metaebene wahrzunehmen. Peter will beispielsweise "...mit Mord... ...mit Mord!... ...nichts zu schaffen haben" - eigentlich verständlich, allerdings meldet er seine Bedenken wohl einige Abenteuer zu spät an, oder!? Außerdem bekennt Peter sich ganz von sich aus dazu, an Wiederauferstehung und ähnliche Dinge zu glauben. Somit ist zweimal deutlich hervorgehoben worden, dass Peter der Angsthase der Truppe ist. Bob ist der Charmeur, auch das wird hier und dort hervorgehoben. Und Justus betont, dass er selbst ja eher rational als emotional veranlangt sei, als er versichert, dass sogar ihn die Erzählungen von Mrs. Candle erschütterten. Und er verspricht, ohne, dass Bob und Peter etwas sagen, dass der Fall, wenn er zu heikel wird, sofort an die Polizei abgegeben wird! Seit wann das denn!?

Umso mehr wundere ich mich, dass die drei ??? von Cotta und seiner Kollegin mehrfach klar und deutlich nahegelegt bekommen, den Fall sausen zu lassen, weil der, um den es geht, sehr, sehr gefährlich sei, und sich den Ratschlag nicht zu Herzen nehmen. Wobei ich hier den detektivischen Stolz und die jugendliche Neugier als Ausrede akzeptiere - obschon nichts davon genannt wird. Doch gerade WEIL Justus, Peter und Bob den Fall nicht zu den Akten legen, und vorallem gerade die Polizistin ab und zu von den dreien arg gefoppt wird, frage ich mich, warum nicht ein paar Cops bei den drei Detektiven vorstellig werden und denen mal so richtig die Leviten lesen. Denn so witzig die Szenen mit der Polizistin sind, aber die drei ??? zeigen ihr immer, dass sie sie absichtlich haben alt aussehen lassen und mit Stolz hereingelegten. Wieso also gibt es da kein Trara mit Cotta und seinen Kollegen? Mir als Polizeiinspektor würde da jedenfalls der Kragen platzen. Denn es ist eine Sache, dass die Polizistin sich so an der Nase herumführen lässt, aber es ist eine andere, eine Beamtin so vorzuführen, noch dazu, wo Cotta und die drei ??? doch eigentlich sehr gut miteinander können.

Die CD-Fassung, die fast ein Jahr nach den Adventstürchen-Downloads aus 2012 erschien, ist ungekürzt und je acht Tage wurden auf eine CD gebannt. Da nun aber natürlich sicherlich niemand die CD über den Advent hinweg Stück für Stück anhören wird, entsteht ein wesentlich flüssigeres Gesamtbild, da Dinge, wie ich sie zuvor beschrieb (man weiss z.B. am 20. Tag nicht mehr, was am 5. Tag geschah), nicht mehr passieren, allerdings ergibt sich bei der CD-Fassung somit auch das Problem, dass man sich häufiger fragt, warum manche Szenen vielleicht 5-10 Minuten eines Tages abdecken, aber die drei ??? ansonsten nichts weiter unternehmen und bis zum nächsten Tag warten, im Fall fortzufahren - das sollte man sich also stets vor Augen, oder vielmehr Ohren halten!

Bevor ich jetzt den allerletzten Punkt anspreche, komme ich vorab zum Fazit, um niemanden über das Ende zu spoilern. Also: Ich mag das Hörspiel - echt! :) Ich habe es bereits mehrfach gehört und finde einfach nichts, was ich WIRKLICH ERNSTHAFT negativ kritisieren könnte. Denn als Folge, die außerhalb der Nummerierung läuft und mit der Idee im Hintergrund, auf Weihnachten einzustimmen und über den Advent häppchenweise zu funktionieren, macht sie ihre Sache gut. Die Produktion ist ebenfalls typisch Europa, und mit Janina Richter und Katja Brügger hört man sogar zwei alte Bekannte wieder, was mich sehr freut.

Hier noch der erwähnte Spoiler über das Ende, also: Wie konnte Edward sich 3 Wochen lang im Hause seiner Großmutter verstecken, ohne, dass diese oder sonst irgendjemand etwas merkt? Und wie konnte er all die Zeit dort überleben oder z.B. seine Notdurft verrichten? Und ich muss mich auch fragen, warum er seiner Großmama nicht einfach früher begegnete und ihr erklärte, wie sich alles verhält, wenn er doch eh schon im Haus war - wieso das Getue mit den Hinweisen und allem anderen? Hier wäre etwas Erklärung für die Hörerschaft wirklich gut gewesen, denn das wirft durchaus einige Fragen auf, weil die meisten Ereignisse (Botengänge, etc.) in diesem Zeitraum somit eigentlich völlig unnötig gewesen wären.

Meine Wertung: 81%
Cover: Der satanische Gral04.10.2013

Jack Slaughter
(20) Der satanische Gral (Erschienen: 2013)
Dauer: 58:15

Wer hätte das gedacht. ...und ohne jede Vorankündigung. Selbst, während das Hörspiel läuft, spürt man es bis zum Ende nicht. Jack Slaughter gibt es nicht mehr!

Das heißt, ihn selbst gibt es noch, aber wir Hörer und Hörerinnen kriegen keine weiteren Abenteuer mehr von ihm - zumindest vorerst jedenfalls. Denn nachdem Doom im Endkampf besiegt wurde (er ist tot!), gibt es diverse Happy-End-Floskeln der Protagonisten zueinander, Grandma Abigail verschwindet endgültig ins Reich der Verstorbnen, da ihre Aufgabe nun erledigt sei und der Erzähler Namens Charles McCain erklärt endlich, wer er ist und nimmt seinen Hut.

Oder ist das alles nur eine raffinierte Plotidee, mit der man uns Hörer/innen hinters Licht führen will, plötzlich erscheint Folge 21, Doom ersteht wieder auf und Charles McCain gibt kleinlaut zu, sich offenbar geirrt zu haben? Ich hoffe es! Das Ende wirkt jedenfalls sehr, sehr glaubhaft in Bezug auf die Entgültigkeit des Endes der Serie - vermutlich, um sowohl ein Weiterführen oder eben Ruhenlassen in jedem Fall möglich ist; denn gerade das Weiterführen lässt sich durch schräge Einfälle ja ohnehin bei jeder Serie irgendwie realisieren, man denke nur an Ewing-Sache aus Dallas.

Etwas seltsam ist und bleibt aber, dass weder in den Folgen zuvor, noch in dieser, bis kurz vor Ende nichts davon zu spüren ist, dass hiernach (vorerst?) Schluss ist. Kein "Es geht um die Wurst!", "Alles oder nichts!" oder "Nur einer von uns verlässt diese Area!". Die Folge verläuft Jack-Slaughter-typisch, mündet im Endkampf mit den üblichen Gags während der Action, plötzlich ist Doom besiegt, und offenbar WIRKLICH tod!

Das ist es, was die Folge für mich nach jedem Hören erneut runterzieht. Es kommt so plötzlich und dieses "Höhepunkt, es geht ums Ganze"-Feeling kommt absolut nicht auf, ja, wird nicht einmal ansatzweise erwähnt. Bis dahin aber unterhält die Folge auf dem gewohnten Jack-Slaughter-Niveau: Produktion, Sprecher/innen, Musik, Effekte - Top-Notch, sieht man, wie ich ja schon oft ankreidete, von diversen flachen Kalauern hier und dort ab, über die ich wie immer großmütig hinweg sehe.

Mein Fazit fiele daher im Grunde nicht anders aus, als bei anderen Jackie-Hörspielen, wenn nur das Ende nicht wäre, das viel, viel zu plötzlich und unspektakulär daherkommt, diese paar Minuten vermiesen den Hör-Spaß leider nachträglich.

Meine Wertung: 80%
Cover: Der schwarze Skorpion22.09.2013

Die drei ???
(120) Der schwarze Skorpion (Erschienen: 2005)
Dauer: 58:28

Es fängt grundsätzlich gar nicht mal so übel an, doch flacht die Folge allmählich ab, bis etwa zur Hälfte der Hörspielzeit und hält dann bis zum Schluss dieses geraaaaade noch mittelmäßige Niveau. Denn es geschehen jede Menge Dinge, bei denen man sich spätestens beim zweiten Hören nur noch die gerunzelte Stirn verwundert kratzen kann.

Wie kommt der Skorpion an den Strand, wie zum Spielfeld - niemand der hunderten von Anwesenden merkt das? Wieso zum Henker tauscht man geschmuggelte, also illegale(!), Ware in quasi öffentlichen Räumen, noch dazu, wo sie in Kisten transportiert wird? Wieso die Ware auch nach dem erfolgreichen Einführen ins Land mit den gefährlichen Tieren übergeben? Und warum guckt der Zoll NIEMALS in eine der Kisten? Wie sollte der Skorpion aus einem Loch in der Box entkommen, das zum Boden zeigt, auf dem die Box steht? Selbst, wenn das Wachs schmilzen WÜRDE, wäre immer noch der Kofferraumboden im Weg? Warum sollte der Skorpion danach ausgerechnet zum Strand gelangen - ohne bemerkt/gesehen zu werden!? Wie hat McQuire, bevor er Robinson zum Schmuggel zwang, geschmuggelt? Wie kann Robinson andauernd das Land verlassen und wieder einreisen - wie geht das zeitluch und vor allem finanziell? Fällt das am Institut keinem auf, oder wer gibt das Geld für die dauernden Auslands-Reisen für einen Professor?

Aber mal abgesehen von den vielen Fragen - von denen ich nur vielleicht 10% hier niederschrieb! - zur Storyline als solche, gibt es auch an der Produktion ein paar Dinge zu bemängeln, denn die fröhnen fast alle dem Overacting, bzw. es klingt aufgesetzt. Und Mrs. Bancroft? Autsch! Viel zu häufig quatscht mir der Erzähler auch in Szenen rein, die man viel besser hätte "spielen" sollen.

Und wieso verändert André Minninger, der aus dem Buch das Hörspielskript machte, den Namen Deep Voice zu Deep Throat? Davon ab kann man den Namen sicherlich als Hommage an die X-Files verstehen, gleichermaßen aber auch mit etwas in Verbindung bringen, dass für Kinder und Jugendliche gänzlich ungeeignet ist.

Ganz besonders blöd ist Justus' Zusammenfassung. Er kombiniert ohne Anhaltspunkte für die Hörerschaft völlig an diesen vorbei die Lösung, und auf die Frage, wie er auf alles das kommt, antwortet er schlicht: "Eingebung!" - danke auch!

In Anbetracht der Tatsache, dass diese Folge die letzte vor dem (lange unbekannten!) Rechtstreit war, könnte man rückwirkend annehmen, dass die Qualität dieses Hörspiels der Grund für die Pause war - wie ja auch nach außen hin zuerst kommuniziert wurde, denn es wurde behauptet, man lege nur "eine kreative Pause" ein.

Mein Fazit: Murks. Nicht unhörbar schlecht, aber trotzdem Murks!

Meine Wertung: 34%
Cover: ...und die giftigen Feuerquallen16.09.2013

Fünf Freunde
(103) ...und die giftigen Feuerquallen (Erschienen: 2013)
Dauer: 1:01:27

Mmmmmjoa! Sitzt, passt, wackelt und hat Luft (nach oben). Ich habe die 103. FF-Folge jetzt viermal gehört und habe praktisch nichts, an dem ich Kritik üben könnte. Nur vielleicht der Zusammenhang zwischen Streitgespräch und die für diese Ortschaft äußert unüblichen Quallen ist mir eine Prise zu offensichtlich - aber so schlimm ist das nicht, die "Fünf Freunde" ist eben keine richtige Krimi-Reihe, sondern eine für Abenteuer, Erlebnisse und Ferien-Atmosphäre.

Jedenfalls fühlte ich mich gut unterhalten und kann mich höchstens an Details festhalten, wie Onkel Quentin, der, wie in (102) ...und die goldene Maske des Pharao auch bereits, sehr gut von Gordon Piedesack darstellt wird, dass die Musik toll ist, die Soundeffekte spitze, die Sprecher/innen sind top...

Fazit: Schicke Folge, die stringent und nie langweilig werdend erzählt wird - vielleicht eine winz'ge Spur zuviel "Drei ???" als Stilmittel, aber sonst? Gut!

Meine Wertung: 72%
Cover: Der geheime Schlüssel13.09.2013

Die drei ???
(119) Der geheime Schlüssel (Erschienen: 2004)
Dauer: 1:07:21

Das Ende mag man als zu rührselig oder gar kitschig betrachten, aber wie oft haben wir in den Klassiker-Folgen solche Fälle gehabt, in denen es nur darum geht, dass ein schrulliger Mensch seinen Spleen auslebt oder seine Verwandten ärgern will? Eben! :)

Den Einfall für die Geschichte dazu, finde ich grundsätzlich gelungen, ich finde nur, dass der Aufwand viel zu kompliziert ist. Es ist wohl offensichtlich, dass die drei Kinder des Felix nicht von ganz allein auf die Lösung, oder auch nur die Idee einer Versöhnung gekommen wären. Sicher, Mr. Quinn hat hier dem Zufall etwas auf die Sprünge geholfen, und auch hat André Marx (Autor des Buches) durch einen Teil in der Handlung darauf hingewiesen, dass die drei ??? nicht mehr weiterhelfen sollen, da sonst der eigentliche Sinn des Rätsels keinen Sinn mehr gemacht hätte, aber ohne im Besonderen Justus hätten Caitlin, Jeremy und Graig das Rätsel wohl nie im Leben gelöst.

Das Ende finde ich insgesamt voll in Ordnung, auch der Verlauf der Story ist mal wieder etwas anderes, da sie bewusst auf Action und Zeitdruck-Spannung verzichtet. Sie baut auf die Neugier, die Auflösung des Falls zu erleben. Was ihr gelingt. Mich stört eben einfach nur, dass mal wieder jemand anderen eine Botschaft vermitteln wollte, die diese aber niemals allein hätten verstehen können.

Meine Wertung: 70%
Cover: Das düstere Vermächtnis13.09.2013

Die drei ???
(118) Das düstere Vermächtnis (Erschienen: 2004)
Dauer: 1:06:14

Hmmm, ich weiss nicht, ich weiss nicht... Im Großen und Ganzen finde ich "Das düstere Vermächtnis" so einigermaßen, aber in den Details gibt es stets jede Menge Zeug, das mich richtig stört.

Gleich zu Beginn etwa, die Szene, in der Gina Justus und Bob als vermeintliche Einbrecher dingfest macht, kommt mir zu konstruiert vor. So, also hätte meine keinen rechten Einfall gehabt, wie man den Einstieg in den Fall machen soll und hätte sich dann dafür entschieden, Gina am Rande der Hysterie ausflippen zu lassen. Als dann noch Ralph dazukommt, geht es ähnlich weiter. Zwei Jungen, die verdächtig sind, etwas misstrauisch anzuranzen, in Ordnung, aber wie Gina, und kurz darauf auch Ralph, loslegen, ist doch etwas derbe.

Oh ja, die Angst, dass mit dem wichtigen Manusskript was nicht stimmen könne, könnte ich nachvollziehen, aber so knapp vor der Premiere kennt die Theatergruppe weder den Text, noch haben alle Beteiligten nicht ihren für sie kopierten Teil vorliegen, sondern alle gucken immer in das Original? Und Gina hatte noch nicht einmal mal die Inhaltsangaben vorliegen, um die Presseerklärung zu formulieren? Die Gruppe hat also das Manusskript und plant ein Theaterstück dazu, lädt auch jede Menge Leute zur Premiere ein, aber niemand hat eine Ahnung, worum es in dem Stück geht? Nee, nee, das ist mir zu konstruiert, denn dass dann ausgerechnet die "wichtigste Seite" mit dem Rätsel fehlt, die nun händeringend beschafft werden muss - und dann zufällig ein Geheimnis beinhaltet?

Eigentlich mag ich dafür die Idee, dass Bob mal mit Justus den Platz tauscht, sehr, doch dass Justus am Ende trotzdem mal wieder derjenige ist, der alles in Windeseile auflöst und jeden noch so kleinen Zusammenhang überblickt, finde ich echt blöd. Hätte man hier nicht konsequent Peter und Bob das machen lassen können, während Justus eher hier und da einige gute Kombinations-Einfälle liefert?

Wundern muss ich mich auch, dass Peter, wenn er schon nicht umfassend Spanisch versteht, nicht zumindest soviel Grundwissen über diese Sprache hat, um wenigstens zu erkennen, dass etwas auf Spanisch formuliert ist? Gerade dann ist es seltsam, wenn man bedenkt, WO die drei ??? sich für gewöhnlich aufhalten: Kalifornien. Nicht zu vergessen, dass Peter in dieser Folge ganz allgemein öfters mal sehr begriffsstutzig reagiert.

Merkwürdig ist ebenso Robbie, der immer mal wieder ein paar mehr oder weniger bekannte Songs zitiert - alles nicht so, dass es phonetisch zum Rest seines Dialogs passt, bzw. es nicht mal ansatzweise nach dem Original klingt. Hier hätte man sich die echten Songs nochmal anhören und dann korrekt wiedergeben sollen.

Das Schwierigste ist allerdings, auch nach dem zigsten Mal Anhören, auf die Dauer des Hörspiels, alle Figuren zuzuordnen. Je länger die Folge dauert, desto mehr Figuren kommen hinzu und desto mehr verwischt das Zuhör-Gedächtnis dafür, wer da jetzt spricht und ob das nun jemand neues ist oder jemand, der im Laufe der Geschichte schon mal gehört wurde. Ich verliere hier mit jedem Mal den Faden und höre eigentlich nur Dialoge von irgendwelchen Stimmen - wer aber wie zu wem steht: keine Ahnung. Ganz doof natürlich am Ende, wo verschiedene Personen in diesem und jenem Zusammenhang zur Auflösung stehen - wer war da nochmal wer?

Und sage mir doch bitte mal jemand folgendes: Scott Carrara war Parkinson-krank, "zitterte so sehr, dass es ein Arbeiten fast unmöglich machte" (Zitat Justus im Hörspiel!), konnte darum keinen Computer mehr bedienen, um das Theaterstück auf diesem zu verfassen, aber 220 Seiten handschriftlich zu verfassen, das hat er noch hinbekommen? Bedenkt man, wie oft man etwas überarbeitet, ganz entfernt und ganz neuschreibt, etc., war das viel Arbeit. Gerade mit Handicap ist Tippen sicher sauberer als Schreiben. Bzw., wäre da nicht zumindest ein Diktiergerät sinnvoller gewesen?

Hinzu kommt, dass nicht nur wie üblich Justus die ganze Chose aufklärt, nein, er braucht dafür 10 Minuten! Er geht am Ende einfach so auf die Bühne und betet laaaang und breiiiiit alle Einzelheiten runter, ein wenig zuviel des Guten! Doch auch hier komme ich nach 3-4 Minuten nicht mehr mit. Was ist das denn eigentlich nun für eine Krone? Wem gehörte die mal, wem gehört sie jetzt, wer hat sie jetzt? Ja gut, es geht irgendwie um ein spanisches Rätsel mit der Nähe und der Ferne, das hört man eben heraus, aber in einen festen Zusammenhang kann ich das nie wirklich bringen.

Tut mir echt leid, aber die Folge taugt nur als "kann man ab und zu nebenbei laufen lassen, wenn man nicht so genau hinhört"-Vervollständigung für Komplettisten.

Meine Wertung: 63%
Cover: ...verfolgen die Strandräuber12.09.2013

Fünf Freunde
(7) ...verfolgen die Strandräuber (Erschienen: 1979)
Dauer: 43:47

Wie alle Szenen vertont wurden, kann man nicht genug hervorheben. Möwen rufen, Wasser gischtet, Wind pfeifft, Donner grollt - man hat fast den Eindruck, man wäre vor Ort, wenn man beim Hören die Augen schließt und sich einfach treiben lässt. Auch die Sprecher/innen machen ihre Aufgabe klasse.

Doch leider ist die Geschichte relativ dünn und nur bedingt spannend. Nicht, dass mit ihr wirklich was falsch wäre, denn für sich ist sie nachvollziehbar und logisch, doch reißt sie einfach nicht sonderlich mit.

Darum würde ich "...verfolgen die Strandräuber" als akustisch exzellent in Szene gesetztes Hörspiel betrachten, bei dem die Story eher eine Art Selbstzweck ist.

Immerhin ist die Neuauflage zur Gänze mit dem Original von 1979 identisch - nur das Covermotiv ist anders.

Meine Wertung: 60%
Cover: ...helfen ihrem Kameraden12.09.2013

Fünf Freunde
(6) ...helfen ihrem Kameraden (Erschienen: 1979)
Dauer: 40:23

In Folge 6 (eigentlich ja Folge 9) ist zum ersten Mal wirklich die Rede von Onkel Quentin. Er spricht zwar keinen einzigen Satz, weil nicht zu Hause ist, aber als die vier Kids sich darüber unterhalten, wie schwierig er ist und dass sie dank seiner Abwesenheit etwas mehr Ruhe und Freiheiten haben werden, gibt Julian zu bedenken, dass man einem Mann, der so klug ist wie Onkel Quentin, vieles verzeihen müsse. Ob das so richtig ist, lasse ich mal dahingestellt, doch Julian warnt hiermit die Hörerschaft schon vor Quentin, der ab zwei Folgen später dann fast immer dabei sein wird, und sich wirklich gerade sympathisch benimmt. Also: Aufgepasst - und Julians Hinweis des Verzeihens beherzigen! Dennoch muss man gerade in diesem Hörspiel vor allem den vier Kids ebenfalls vieles verzeihen.

Denn was Julian, Dick, Anne und George in diesem Hörspiel bisweilen so absondern, ist eher nicht zur Erziehung geeignet. Das Zigeunermädchen Jo, das zunächst als Junge wahrgenommen wird und "ganz zerlumpt und verkommen" aussieht - da ist also ein "Junge", der in Georges Sandgrube sitzt, und sofort wird dieser fies angestänkert, er solle sich verziehen und Dick ziert sich nicht, den "Jungen" auch gleich ohne Dialog zweimal zu boxen, obwohl dieser "Junge" sogar kleiner als er ist. Und als der Junge als Mädchen erkannt wird, wird dieses quasi fortgemault, mit dem Hinweis, hier werde nicht nicht gerauft - wer hat denn damit angefangen? George freut sich sogar, dass Dick sie verhauen hat, gibt sie zu. Auch, dass "dieses schmutzige Mädchen" einfach nur "Pfui" sei und sie es "nicht in ihrer Nähe aushalte", sagt sie. Als Jo ihnen dann einen Brief überbringen will, sind das Erste, was sie bei beim Antreffen der vier Kinder sagt, "Au!"-Schmerzrufe, wohingegen Julian zu Dick sagt, er solle sie nicht davonlaufen lassen. ...und so geht das quasi die meiste Zeit, Jo wird fast schon als Untermensch verstanden, der nicht wisse, wie man sich ordentlich zu benehmen hätte, und ihr wird andauernd nur das Schlechteste unterstellt. Dabei bin ich der Meinung, dass es hier genau andersrum ist.

Naja, viel mehr habe ich kaum zu schreiben. Die Produktion ist 1A, keine Frage, und gerade Alexandra Wilcke als Jo macht einen großartigen Job. Die Geschichte, sieht man mal zu all den Dingen, die Jo betreffen ab, ist an sich auch in Ordnung, aber nur mäßig spannend, was aber die Atmosphäre locker wieder reinholt. Zur Atmosphäre gehören aber eben auch Randfaktoren, wie z.B. Dialoge hier und da; und wie ich vorhin aufführt, sind die Dinge, die man Jo in einer Tour unterstellt, echt nicht mein Fall, selbst unter dem Aspekt, dass diese Geschichte aus den 1940er-Jahren stammt.

Meine Wertung: 65%
Cover: ...und der Zauberer Wu12.09.2013

Fünf Freunde
(5) ...und der Zauberer Wu (Erschienen: 1979)
Dauer: 39:04

Allein der Titel gibt eigentlich schon Aufschluss darüber, wer was und wie an der Gaunerei in dieser Geschichte getan hat - andererseits wäre die Folge aber auch ohne diesen Titel arg vorhersehbar, da eigentlich niemand außer Wu sonderlich hervorgehoben wird, oder sich auch nur im Ansatz verdächtig benimmt (z.B. als er betont nebensächlich die Kinder ausfragt).

Verstörend auch die Szene, in der Professor Hayling die Kinder derb anschnauzt und unter anderem sagt, sie seien Nichtsnutze, sollen sich gefälligst zum Teufel scheren, und Timmy wäre gar ein Hundevieh. Doch dann fällt ihm plötzlich auf, dass er noch nichts gegessen habe, wundert sich verschmitzt über seine echt üble Laune, und die Kinder lachen auf einmal unbeschwert herzhaft? Das soll mir mal jemand erklären, bitte...

Alles in allem lebt das Hörspiel zu weiten Teilen von seiner Atmosphäre, den sehr guten Sprechern/innen und der tollen Produktion, denn der Fall selbst gibt eigentlich nicht sonderlich viel her.

Wer den Kauf der Neuauflage wagen will, aber ungewiss ist, ob diese von der Originalversion abweicht, kann ruhig zugreifen: sie ist unverändert, wobei aber natürlich das Cover neu ist.

Das Zitat der Folge kommt von Jenny: Nun, für's Sauber machen, Kochen, Waschen und Bügeln, als Kindermädchen bin ich nicht eingestellt!

Meine Wertung: 74%
Cover: ...als Retter in der Not12.09.2013

Fünf Freunde
(4) ...als Retter in der Not (Erschienen: 1978)
Dauer: 45:47

Die "Retter in der Not"-Folge ist die erste, die ein wenig abfällt, die Story ist etwas sehr dünn und lebt eigentlich nur von der Atmosphäre (Ferien, Zelten und so weiter, dazu die passende Musik).

Zwar gibt es Sprecher-Highlights wie Marga Massberg, Andreas von der Meden oder Benno Sterzenbach, aber daneben sind gerade die beiden Rollen Benny und Toby doch sehr, sehr gewöhnungsbedürftig. Kann man Toby noch sein permanentes "Fluchzeuch" verzeihen, weil er (der Sprecher) ansonsten seine Sache echt gut - wenn auch zu cool und lässig ("Das is ein Vasuchsfluchplatz!") - macht, ist Benny wirklich zu viel des Guten. Gerade, wenn er immer mal wieder nach Toby oder seinem Schweinchen Curly ruft ("Körli! Körlie! Komm zu mia!)", klingt dies über die Maßen künstlich.

Lustig auch, wie Enid Blyton, wenn sie die FF-Geschichten auch vor laaanger Zeit schrieb, der Meinung war, dass Jungs keineswegs auch nur in die Nähe von Hausarbeit zu kommen haben. Wenn nämlich die Fünf Freunde eine alte Dame sich beim Abmühen des Wäscheaufhängens beobachten, sagt Julian völlig selbstverständlich, Anne möge doch ihr dabei helfen. Das nenne ich echte Ritterlichkeit, und wie in (2) ...im Zeltlager kreide ich erneut an, dass man das für die Zeit von 1978 ruhig hätte rauslassen können.

Ansonsten gibt's nichts zu kritisieren. Frau Körting und ihr Stab haben die Produktion sauber gemacht - und die Neuauflage klingt haargenau wie die Ausgabe von 1978.

Das Zitat der Folge kommt von Benny: Curly! Curly! Komm zu mir!

Meine Wertung: 64%
Cover: ...und das Burgverlies12.09.2013

Fünf Freunde
(3) ...und das Burgverlies (Erschienen: 1978)
Dauer: 50:57

Hmmm, im Grunde mag ich diese Folge nicht mehr oder weniger als die anderen 20 von Enid Blyton, aber herrje, dieses krampfhafte Zwillings-Gebahren der beiden Harrys ist bisweilen etwas nervig; vor allem, wenn ständig unisono gesprochen wird, so, als hätten die beiden Kinder keinen eigenen Willen, oder hätten gar mal ein mehr als nur traumatisches Erlebnis gehabt.

Dafür gefallen mir die Rollen von Mr. Henning und seinem Sohn, die so übertrieben stereotypisch amerikanisch gezeichnet wurden, dass man das nur amüsant finden kann; gerade der Sohn kommt besonders gut, mit seiner kessen Lippe. Mein Lob an Jens Wawczeck für seine Interpretation.

Seltsam ist dabei, dass die Serie eigentlich in England spielt, aber ohnehin schon alles verdeutscht wurde (Namen, Bezeichnungen, sogar die Währung wird immer in D-Mark angegeben, etc), doch jetzt kommen Amerikaner dorthin und die sprechen nicht nur Hörspiel-Englischakzent, sondern ab und zu auch mal was in Englisch, nur, um gleich darauf auf Deutsch zu wiederholen, wie etwa: "Sie sollten froh sein, dass ihres armes Land, und rückständiges Land, etwas hat, das es an ein progressive Land... fortschrittliches Land wie Amerika verkaufen kann!", oder "For heavens sake... Donnerwetter!"

Zur Produktion lässt sich nicht viel sagen: Alles passt super ineinander, sieht man vielleicht von den Rollen der Mrs. Priller und Mr, Durleston ab, die, wann immer sie sprechen, nach Einzelaufnahme klingen, die "Dialoge" mit ihnen klingen stets etwas affektiert.

Und, ach ja: Die Neuauflage, abgesehen vom neuen Covermotiv, ist unverändert zum '78er-Original.

Meine Wertung: 76%
Cover: ...im Zeltlager11.09.2013

Fünf Freunde
(2) ...im Zeltlager (Erschienen: 1978)
Dauer: 42:34

Wie in meiner Rezension zu (1) ...beim Wanderzirkus bereits ja erwähnt, kommen in den ersten 21 Folgen, wenn die Geschichten auch nie gleich sind und sich in sich unterscheiden, immer dieselben Zutaten zum Zuge. So auch in "...im Zeltlager".

Allerdings ist der Titel "...im Zeltlager" nicht wirklich zutreffend, "...und die Geisterzüge" wäre sicherlich passender gewesen, denn um solche geht es schließlich. Spannend wird zunächst von einem etwas verschrobenen Herren davon berichtet, ohne diesem viel Glauben zu schenken, dann muss man aber zugeben, dass der seltame Herr offenbar recht hatte und dass an der Geisterzug-Sache irgendwas dran sein muss. Wie dem dann auf die Spur gekommen wird, kommt schön abenteuerlich und mit viel Ferien-Feeling daher.

Lediglich der Kommentar Julians, "dass George die Dinge, die Mädchen für gewöhnlich tun, nicht gern macht", wie Geschirr spülen, zum Beispiel, hätte man weglassen können. Es mag von Enid Blyton so (in den 1940ern) geschrieben worden sein, aber wenn für ein Hörspielskript ohnehin immer recht viel gekürzt und zusammengestaucht wird, warum im Jahre 1978 ausgerechnet diesen Quatsch nicht herausnehmen?

Wie schon bei (1) ...beim Wanderzirkus sind Produktion, Sprecher/innen, Musik und Soundeffekte über jeden Zweifel erhaben - und auch die Neuauflage entspricht der Original-Auflage von 1978 - keine Schnitte, keine anderen Musiken, dafür aber natürlich neues Covermotiv.

Meine Wertung: 77%
Cover: ...beim Wanderzirkus11.09.2013

Fünf Freunde
(1) ...beim Wanderzirkus (Erschienen: 1978)
Dauer: 41:55

Innerhalb der ersten 21 Fünf-Freunde-Folgen verlaufen die meisten Geschichten stets nach einem stets sehr ähnlich Muster: sie spielen sich in Höhlen, in der freien Natur mit Zelt und so, oder dem Kirrin-Leuchtturm ab. Es geht dabei fast immer um Geheimgänge, Schätze, Schmuggler oder Spione, die Onkel Quentins Forschungsergebnisse stehlen wollen.

Nicht zu vergessen, dass in praktisch jeder Folge noch ein bis zwei weitere Kinder von der Partie sind, die in den meisten Fällen von Julian, Dick, Anne und George nicht an Anhieb gemocht werden und sich zunächst durch eine besondere Leistung die Zuneigung zu verdienen haben - häufig sind diese Kinder auch auf irgendeine Weise auffällig schrullig, haben schlechte Manieren oder stammen aus schlechten Verhältnissen.

Ebenso sind diese ersten 21 Folgen noch von Enid Blyton geschrieben, von Europa aber in falscher Reihenfolge vertont worden, was häufiger mal zu Konfusion führt. "...beim Wanderzirkus" ist darum eigentlich auch erst das fünfte Abenteuer, was man gleich zu Beginn noch bei der Begrüßung mit Nobby heraushören kann.

Alles in allem ist Folge 1 natürlich nach demselben Muster der weiteren 20 FF-Geschichten gestrickt. Sie macht viel Spaß, im Besondern, weil dieser unschuldige, leicht naive Kindheits-Abenteuer-Touch mitschwingt, denn die Fünf Freunde sind keine abgebrühten Semi-Profis, sondern einfach nur 4 Kids mit dem Hund Timmy, die Abenteuer erleben.

Abgesehen vom, wenn auch geringen, Kontinuitäts-Fehler (das mit Nobby, den die FF offenbar bereits kennen), kann ich nichts bemängeln - die Story ist in sich nachvollziehbar und logisch. Und gerade, weil es (als Hörspiel) die erste Folge ist, und die eben beschriebene Fünf-Freunde-Formel deshalb auch noch völlig frisch ist. Die Produktion ist "typisch Körting", überall zwitschern Vögel, plätschert ein Bach, knirscht Laub oder Kiesel, alle Sprecher/innen sind über jeden Zweifel erhaben und die Musik ist auch super.

Als Bonus ist die Wanderzirkus-Neuauflage inhaltsgleich mit der Original-Auflage von 1978. Keine Schnitte, keine andere Musik - nichts ist anders, wenn man mal vom Cover-Motiv absieht.

Das Zitat der Folge kommt von Nobby: Kerle, Kerle!

Meine Wertung: 77%
Cover: ...und der verschollene Pilot04.09.2013

Die drei ???
(163) ...und der verschollene Pilot (Erschienen: 2013)
Dauer: 1:14:07

Eine Spielzeit von über 74 Minuten kann was Gutes oder was Schlechtes sein; gerade, wenn das Hörspiel noch ganz neu ist, der CD-Player die Gesamtdauer anzeigt und man nicht weiss, was man erwarten darf, wird es spannend. 74 Minuten voll öder Langeweile? 74 Minuten mit Action, Mitratepassagen und dergleichen? Und "Der verschollene Pilot" ist für mich eine Mixtur aus allem, was der ???-Kosmos an Höhen und Tiefen jemals zu bieten hatten.

Es beginnt beim Inlay. Sogar, wenn man die Namensliste selbst nicht direkt beachtet, erkennt man beim Entnehmen der CD in jedem Fall, wie kurz die Namensliste ist - 6 Personen wirken mit: Der Erzähler, die drei ???, Inspector Cotta und jemand, der "Fynch" heißt. Sowas ist nie ein guter Start, denn bei nur 6 Personen, von denen eine neutral ist und 4 auf der Seite der Guten stehen, bleibt für die Hörerschaft nicht mehr viel Spielraum für das "Wer hat's getan!?"-Mitraten. Da aber im Hörspiel mehr als nur einmal deutlich wird, dass mehr als nur eine Person bei den "Bösen" mitmischt, ahnt man rasch, was es mit "Fynch" in der Liste auf sich hat.

Andererseits mag ich unheimlich gern diese ober-hammer-geile Atmosphäre. Zu 95% der Zeit sind die drei Detektive für sich allein und man hört sie miteinander sprechen, schlussfolgern, debattieren, während sie keinen Schimmer haben, was eigentlich genau los ist, während alles um sie herum in eine klasse Soundeffekt-Atmo-Musik-Klangkulisse eingewoben ist. Noch dazu, dass häufig auch mal geflüstert wird, was ebenfalls seinen Teil zur Stimmung beiträgt. Kurz und gut: Die Produktion ist absolut Körting-esque. Einzig vielleicht Peters etwas zu häufige "Ich will hier weg"-und-"Lasst uns lieber abhauen!"-Jammer-Momente sind bisweilen nervtötend, weil ich den Eindruck nicht loswerde, dass diese größtenteils nur für die Fans selbst sind, weil man wohl glaubt, dass diese sowas erwarten, wie auch Just's Kommentar, er könne jetzt was zu Essen vertragen. Dasselbe gilt auch für den Kuss von Bob für Peter... *achselzuck und augenroll*

Ähnlich geht es mir weiteren Meta-Botschaften, wie die Meta-Verweise auf den Herr-der-Ringe-Gollum und wie eigentlich alle Rätsel gestrickt sind. Die Gollum-Sache reißt schlicht und ergreifend aus dem Fall heraus und wie oft solche Dinge mittlerweile in ???-Hörspielen vorkommen, geht auf keine Kuhhaut; irgendwann ist auch mal gut. Wir wissen alle, dass das nur eine Hörspiel-Serie ist, und dass die drei Hauptsprecher in vielen großen Produktionen mitgewirkt haben, das muss man nicht permanent erwähnen, damit es auch ja niemand vergisst.

Die Rätsel: Die sind irgendwie einfach nur da, um halt da zu sein. Die Verse werden vorgelesen, aber erst nach und nach kriegt man bei der Lösung diverser Sätze dazugesagt, dass "das O bei 'Ok' ja groß- und das K kleingeschrieben ist" und was das zu bedeuten haben muss. Oder wie die Taucher-Zeichensprache funktioniert. Und wenn dann auch noch wie selbstverständlich solcherlei Schlüsse gezogen werden (ich nenne sie hier jetzt natürlich nicht!), kann man sich nur noch fragen, welcher Mensch eine SOLCHE Auffassungsgabe haben soll. Zumal diese Verse nicht für die ???, sondern eigentlich ja für andere Personen gedacht gewesen seien, und ich kann mir nur schwer vorstellen, dass diese jemals auf die Lösung gekommen wären. Warum eigentlich überhaupt noch solch schrullige Verbal-Haarspalter-Winkelzüge? Für die Fans, für welche die Klassiker-Folgen das Beste auf der Welt sind? Oder gibt es ein Gesetz, dass alle 2-3 Folgen ein Rätsel-Text vorkommen muss, wo es heute viel kniffligere Methoden gibt, Informationen zu verschlüsseln oder unzugänglich zu machen.

Ähnlich ist es mit Justus' Erwähnung zu Ende des Falls, dass er ja schon immer interessiert wäre an einem bestimmten Hitchcock-Film (auch DAS übrigens wieder so ein Meta-Ding? Möglich!), weil der mit einem Gauner von damals zu tun hätte, dessen "Laufbahn" Justus schon immer fasziniert hätte und wo er alle paar Monate im Netz immer wieder mal nach Infos gesucht hätte - einfach aus Interesse. Klar, wenn's passt, kann man sowas schnell mal dazuerfinden, aber komisch, dass die Hörer- und Leser/innen nie was davon wussten. Somit wirkt diese "Behauptung" arg konstruiert, um halt den Fall zum Ende bringen zu können. Eine "Stiiiiimmt, Kollegen, ich habe vor Jahren mal was in der Zeitung gelesen"-Sache hätte ich etwas besser gefunden.

Doch trotz allem ist dieses Hörspiel im Schnitt gut geworden. Das liegt am Fall insgesamt, der sehr viel mehr glänzen könnte. Wären die vielen kleinen Dinge, die ich eben erwähnte, nicht enthalten, wäre sicher eine 90er-Wertung drin gewesen. Ich mag, dass sooo viel geredet wird, ich mag, dass der Fall fast nur aus den ??? besteht, ich mag diese leicht beklemmende Atmosphäre, die auf das Minimale reduzierte Kulisse.

Meine Wertung: 76%
Cover: Das Zepter der unendlichen Macht23.08.2013

Masters of the Universe
(30) Das Zepter der unendlichen Macht (Erschienen: 1987)
Dauer: 50:08

Eine der spannendsten Masters-Folgen ever! Klasse, klasse, klasse!!! Insbesondere der Fünf-Minuten-Dialog am Anfang zwischen Skeletor und Hordak ist gut in Szene gesetzt worden! Allerdings hat dieser auch einen Schwachpunkt. Denn es gibt keinen Verweis auf (29) Das ewige Feuer, stattdessen redet der Erzähler vom "letzten Kampf gegen He-Man" - aber hätte hier nicht Hordak gemeint sein müssen? Warum sind Skeletor und Hordak unmittelbar nach dem, was in (29) Das ewige Feuer geschah, plötzlich wieder so dicke Freunde?

Hier hätte dringend eine Zwischen-Doppelfolge reingemusst, denn das Ränkespiel zwischen Skeletor und Hordak hätte ich GERN gehört. Und ist Hordak jetzt also zufrieden mit seiner Position auf Rang 2 (nach Skeletor), oder wartet er nur auf eine günstige Möglichkeit, Skeletor erneut Stress zu machen? Da war soooo viel Potenzial - und es ist einfach verpufft, schade, schade.

Doch, gut, sieht man davon ab, fällt mir nichts ein, was ich ernsthaft bemängeln könnte? Francis' typische Handschrift wird, wenn man ein Ohr für Details hat, gerade in diesen deutlich: Wissenschaftliches (Sonne, die riesengroß ist, etc), gepaart mit einem Schuss Science Fiction (Zeitreise).

Allerdings, so finde ich, hätte Francis das Erlangen des Zepters doch eine Spur komplizierter machen können; was für ein Zufall, dass alle supermächtigen Artefakte immer irgendwo auf Eternia zu finden sind. Wäre doch nett gewesen, wenn das Zepter wenigstens auf einem Mond von Eternia gewesen wäre, oder sowas.

Ebenso ein fataler Fehler Skeletors, mit dem Zepter in Händen nur den Palast zu besetzen - wieso nicht He-Mans Zauberschwert einkassieren und mal genüßlich Castle Grayskull klarmachen? Schließlich sind doch eigentlich Grayskull und Schwert das, was Skeletor das Leben schwer macht, nicht wahr? Allerdings ist Skeletor in dieser Hinsicht wenigstens konsequent, denn er begeht solcherlei Fahrlässigkeiten ja eigentlich in so gut wie jeder Folge. ;)

Ein wenig "außer Konkurrenz" läuft bei mit die Sache mit der Zeitreise des Planeten. Wenn dieser in die Vergangenheit gebracht wird, bleibt dieser, wenn er in der Vergangenheit erhalten bleibt, doch auch in der Gegenwart erhalten - müsste dann die Sonne nicht trotzdem den Planeten in der Gegenwart erreichen? Oder tut er das sogar, aber weil der Planet wenige Sekunden später zurück in die Gegenwart gebracht wird, ist das alles irrelevant? Tja, alles pure Theorie und darum drücke ich da mal ein Auge zu, denn schließlich stören wir uns ja auch nicht daran, dass Adam sich in He-Man verwandeln kann; denn immerhin ist das ja alles Fantasy!

Die Sprecherriege leistet wunderbare Arbeit, die musikalische Note ist wie immer über jeden Zweifel erhaben und die Laufzeit von über 50 Minuten gefällt mir besonders gut.

Das Zitat der Folge kommt von Skeletor: Ich? Ja, warum ich? Wir haben doch einen wahren Helden unter uns, hihi. Ja! He-Man soll das Zepter zurückbringen!

Meine Wertung: 95%
Cover: ...und die goldene Maske des Pharao29.07.2013

Fünf Freunde
(102) ...und die goldene Maske des Pharao (Erschienen: 2013)
Dauer: 1:01:35

Ein nicht nur im Nacken spürbarer Hauch von "Die drei ???" schwingt hier mit - gerade bei der Auflösung -, allerdings nicht soooo sehr, dass es keine waschechte "Fünf Freunde"-Folge mehr wäre, denn der abenteuerliche Grundtenor ist allseits präsent, dazu Museums- und Ägypten-Feeling!

Wie beim Kirrin-Island-Fünfer üblich, bekommt man praktisch direkt zu Beginn 2-3 verdächtige Personen geboten, wobei die Freunde sich auf eine Person besonders versteifen, um dann entweder bestätigt oder überrascht zu werden. Was nur etwas ärgerlich ist, ist der Fakt, dass alle Personen, die verdächtig sein sollen, auch so angelegt sind: übertrieben betonte Uninteressiertheit, unsympathische Wesenszüge und so weiter weisen der Hörerschaft hier den Weg. Es wäre sicherlich spannender, wenn Verdächtige einfach nur per se verdächtig sind und darum im Auge behalten werden, statt sie auch noch akustisch zu stigmatisieren, das empfände ich als eine Spur abenteuerlicher, bzw. man hätte als Hörer/in auch nicht diesen permanenten Fingerzeig im Ohr, der davon abhält, mal in diese oder mal in jene Richtung zu verdächtigen.

Dafür ist um so interessanter, dass ich Onkel Quentin in dieser Folge echt perfekt getroffen finde. Statt dauer-egozentrisch auf Kinder und Jugendliche schimpfend, seine Arbeit als das Maß aller Dinge ansehend, ständig Ruhe und Gehorsam fordernd, etc., ist er zwar durchaus auch etwas herrisch und drängelnd, aber in erträglichem Rahmen, sodass auch Zuneigung und Wärme gegenüber den ja sonst "so nervigen Bälgern" spürbar wird. Find'ich gut. Lob an Gordon Piedesack, der den Onkel Quentin mimt.

Gelungen auch der Rest des Ensembles, das mit einigen großen Namen aufwartet: Henry König, Nicolas König, Michael Grimm und Regine Lemnitz. Sogar Heidi Schaffrath ist mit dabei, auch, wenn sie im Inlay als Reinhilt Schneider eingetragen ist. Zwar ist Reinhilt Schneider ebenfalls eine verdammt gute Sprecherin, aber sie spricht im 102. Fünf-Freunde-Hörspiel halt einfach nicht mit. :)

Ansonsten gibt's zu diesem Fall nicht mehr viel zu schreiben: Effekte top, Musiken top... Gefällt mir gut, der Kauf lohnt in jedem Fall.

Meine Wertung: 72%
Cover: Blindgänger im Villenviertel28.07.2013

Ein Fall für TKKG
(183) Blindgänger im Villenviertel (Erschienen: 2013)
Dauer: 59:28

Haaaach, menno. Nichts kann bei TKKG-Hörspielen ganz simpel sein. Es wäre viel einfacher für mich, wenn alles toll oder alles Mist wäre - aber so...!? Und vorweg: Spoileralarm! :)

Der Vierer hat zueinander den gleichen Sprachanteil (nebenbei: gerade Rhea Harder gefällt mir richtig gut als Gaby!), alle vier klingen und verhalten sich entsprechend ihres Alters, alle Sprecher/innen liefern einen super Job am Mikrofon, Soundeffekte super, Musiken passend ausgewählt, die Idee für den Fall ist an und für sich recht originell...

Aber es ist einfach die Unglaubwürdigkeit des Fall-Aufbaus. Wie realistisch ist es, dass eine ganze(!) Straße(!) sich aus ihren Häusern weglocken lässt, weil angeblich eine Bombe gefunden wurde, die hochgehen könnte, aber niemand wundert sich, dass keine Infos in der Presse zu finden sind, dass NIEMAND der Anwohner/innen vielleicht gerade erst nach Hause kommt, oder was es sonst sei, vor allem, wo es ein Bezirk aus recht wohlhabenden Menschen ist (immerhin wohnt ja Klößchen mit seinen Eltern dort, und die Vermögensverhältnisse dieser Straße wurden in vielen TKKG-Hörspielen ja oft genug erwähnt!), mit zig dienstbaren Hausgeistern, etc... - und lediglich zwei Polizisten laufen von Tür zu Tür, keine Bomben-Spezialisten in der Nähe, keine Absperrungen auf den Straßen und was weiss ich nicht noch. Und dann soll einer der beiden Polizisten auch noch John McClane heißen? Wie naiv sind diese Menschen?

Dann frage ich mich außerdem, wie will man ein Juwelier-Geschäft ausrauben, ohne, dass ein Alarm ausgelöst wird? Das geht doch eigentlich nur, indem alles schön brav aufgeschlossen wird, doch wie soll das gegangen sein, wenn der Juwelier doch angeblich gar nicht vor Ort gewesen wäre? Wie man das der Polizei hinterher hätte erklären wollen, interessiert mich doch sehr. Da hätte man auch gleich einfach alle Vitrinen einschmeißen und dann haste was kannste die Beine in die Hand nehmen können - wäre genauso effektiv gewesen. Besser noch, man entnimmt fachgerecht alle Wertsachen aus den Vitrinen, setzt sich ins Auto und fährt einfach ganz cool weg, da der Juwelier ja mit von der Partie ist, wird er keine Anzeige machen oder einen Alarm auslösen, darum wird man viel Zeit haben, sich zu verdrücken. Aber nein, natürlich nimmt er vor Durchführung des Coups sogar noch eine Ferienjobberin an - Gaby, damit das geplante Unterfangen möglichst kompliziert wird. *facepalm*

Ebenso erkläre mir bitte jemand doch mal folgendes: Wie will man zig Villen ausrauben, selbst, wenn die verwaist sind, ohne, dass ein Alarm losgeht, bzw. wie will man die Sicherheitsmechanismen überbrücken? Indem man einfach nur ein Fensterchen im Badezimmer aufsperrt, geht das gewiss nicht. Und wie wollte man die Habe von mehreren Villen und Häusern einer ganzen Straße abtransportieren? Mit einem Sattelschlepper?

Hätte Katja Brügger (Autorin) sich auf die Juwelier-Sache beschränkt und mit den gefakten Polizisten und allem den Juwelier ausgeraubt, das wäre noch irgendwie gegangen, aber eine ganze Straße? Hmmmnaja...

Wie eingangs erwähnt, gefällt mir, dass die TKKG'ler sehr viel realistischer sprechen und sich auch realistischer verhalten. Ist man allerdings die TKKG-Folgen 1-155 gewohnt, wird man des öfteren irritiert sein: Karl fällt Tim ins Wort, macht Gegenvorschläge, Tim lässt Gaby einfach allein auf die Straße, statt hinterherzurennen, das Wohnzimmer ist etwas unordentlich, und Karl, Willi sowie Tim haben null Problem damit, Gaby ist in den Händen von Entführern, und Tim verliert die Fassung, weint, während er sich Vorwürfe macht... Das Forsche, Dreiste, Abgefeimte, das übermenschliche Erwachsenen-Getue fehlt beinahe vollkommen. Recht so! Lediglich, das Wort "genial" wird mir viel zu inflationär verwendet. Meine Güte, so oft habe ich den Begriff schon lange nicht mehr gehört.

Ich bin für mein Fazit deshalb etwas unsicher, wie ich bewerten soll. Ich mag die Atmosphäre, die ziemlich alterspassende Sprache und Verhaltensweise von TKKG, die Produktion ist gelungen, etc. Der Fall weist ebenfalls einige schicke Aspekte auf, macht aber alles, was er tut, viel zu auffällig und immer auch eine Nummer zu groß, weshalb man diesen kaum ernst nehmen kann. Dazu gehört z.B., dass Karl tatsächlich erklärt, dass er gar nicht wisse, ob seine Eltern zu Hause seien, oder dass der eine Ganove sich eh schon John McClane nennt, und der andere Ganove diesen auch noch als seinen Kollegen John McDonalds vorstellt, weil er sich dessen Namen nicht merken kann... Autsch! Ich gebe nochmal so gerade eben 70%, ich bitte aber darum, das nicht unbedingt als Referenzwertung zu verstehen, sondern vielleicht als Ausdruck meines guten Willens, durchaus Dinge zu würdigen, die bei diesem Hörspiel richtig gemacht wurden!

Meine Wertung: 70%
Cover: ...und der schreiende Nebel18.07.2013

Die drei ???
(162) ...und der schreiende Nebel (Erschienen: 2013)
Dauer: 1:12:47

Wow! Ganz ehrlich: Damit habe ich nicht gerechnet! Waren die letzten ???-Hörspiele ja eher immer "naja bis ganz gut", schlägt "Der schreiende Nebel" aus der Art. Woran das liegt? An vielem! An der gar nicht so üblen Story, an den häufig eingesetzten alten Europa-Orchester-Musiken (alle z.B. aus Europas "Masters of the Universe" bekannt), an den vielen Sprechern und Sprecherinnen, die alle eine tolle Performance abliefern und von denen man einige schon eine ganze Weile nicht mehr - oder nur sehr selten - gehört hat: Eckart Dux, Horst Naumann (richtig gelesen!), Christian Rode (nochmal richtig gelesen!)... Klasse! Allein für diese drei Personen (und das vor allem im selben Hörspiel!), Europa, DANKE!

Und nochmal DANKE auch für die guten, alten Orchester-Sounds, die mir - und das meine ich ohne Nostalgie-Hintergedanken! - viel besser gefallen als die teils sehr kalten Atmos, bzw. Elektro/-Technosounds der heutigen Zeit. Dagegen ist per se nichts zu sagen, für sich genommen sind die toll, aber es fehlt das packende Element der orchstralen Musiken, die einfach durch ihren Klang und ihre Komposition wirken, und nicht durch die Hilfe von monotonen Effekten diverser Atmos oder treibender Beats der Synthie-Melodien. Bitte sowas wieder viel häufiger machen, Herr Minniniger und Frau Körting, bitte, bitte!

Horst Naumann spielt übrigens eine ihm damals schon anvertraute Rolle, die von Arnold Brewster aus (41) ...und das Volk der Winde. Natürlich erkennt man ihn an seiner Stimme sofort wieder, dennoch klingt er hier weniger kauzig und rüstig, was ein klitzebisschenwenig irritiert. Irritierend auch, wie der Fall sich am Ende aufklärt. /SPOILER ANFANG/ Ich halte durchaus für möglich, Nebel auch spontan entstehen zu lassen, aber so große und vor allem dichte Nebelwolken, dass man selbst auf mehrere Zentimeter schon nicht mehr erkennt, wer vor einem steht? Daran ist besonders irritierend, WIE schnell der Nebel aufzieht und auch wieder verschwindet, bzw. sich mal in diese, mal in jene Richtung bewegen lässt. Wie gesagt: Sicher grundsätzlich machbar, aber bestimmt nicht so perfekt. /SPOILER ENDE/

Und eben das lässt mich etwas an der Glaubwürdigkeit des Falls zweifeln, auch, wenn er mir wirklich gut gefällt. Doch was ist das? Ganz am Ende wird schon wieder mal der Tag gerettet, weil plötzlich eine Person und die eigentlich in einer schwierigen Situation befindlichen Guten - schwupps! - rettet. Meine Güte, dieses Stilmittel geht mir ECHT auf den Zeiger, weil es sooooo oft passiert. Es ist weder spannend noch unerwartet, weil es in letzter Zeit andauernd geschieht.

Ein wenig Federn lassen muss der Fall durch einen weiteren Umstand, der erneut am Ende einspielt: Justus, Peter und teilweise auch Bob zaubern ein Indiz nach dem anderen aus ihren Hüten. Zwar sind diese durchaus nachvollziehbar, allerdings für uns als Hörer/innen nicht zu wissen. Es ist eben einfach unbefriedigend, wenn man urplötzlich einen Satz hört wie: "Als sie, Mr. XY, sich am Knie kratzten, da war mir klar, dass...", aber man als Hörer/in nie in Kenntnis darüber gesetzt wurde, dass sich Mr. XY am Knie kratzte (ob das nun in einem Hörspiel so machbar ist, dass man als Hörer/in nicht gleich Verdacht schöpft, sei mal dahingestellt!), dann ist das einfach blöd. Hier müsste man Mittel und Wege finden, solcherlei Dinge nicht mehrfach am Ende eines Krimis hinzuklatschen. Als Leser/in und Zuschauer/in lassen sich immer irgendwelche Dinge beiläufig erwähnen/zeigen, bei einem Hörspiel nicht unbedingt.

Macht nach Adam Riese und Eva Zwerg 80%. Wären die vielen kleinen Kritikpunkte nicht, wäre meine Wertung sogar weitaus höher, bzw. wären die hochwertige Produktion, die großartigen Orchester-Sounds und die wundervollen Sprecher/innen (Horst Naumann und Christian Rode: Wahnsinn!) nicht, würde das Hörspiel auf unter 70% fallen, insofern also kann man gut sehen, was Musiken und Sprecher/innen bisweilen ausmachen können, wenn die Story einige Schwächen hat. Diese treten zwar erst am Ende auf - und bis dahin wird man auch echt super unterhalten! - aber es verwässert eben den Gesamteindruck...

Meine Wertung: 80%
Cover: ...und der vergessene Schatz16.06.2013

Fünf Freunde
(101) ...und der vergessene Schatz (Erschienen: 2013)
Dauer: 56:53

Nach (100) ...und das Gorillakind in Gefahr wieder eine ganz reguläre Nummerierung, entsprechend erwartete ich, eine ganz reguläre Fünf-Freunde-Folge zu hören, ohne große Höhen und Tiefen. Und in der Tat hatte Katja Brügger, die schon bei TKKG-Folge (181) Der vertauschte Koffer die Geschichte verfasste, ein besseres Händchen, sich in eine für sie als Autorin fremde Serie einzufinden.

Auch war ich überrascht, wie super hier das Feeling vertont wurde. In der Pfanne brutzelt's, Regen nieselt, Feuerholz knackst im Kamin... Es sind eben doch oft die kleinen Dinge, die man eher unbewust wahrnimmt. Dazu die tolle, fast schon als chillig zu bezeichnende Musik. Ich komme nicht umhin mich zu fragen, ob man sich bei Europa in diesen Dingen mit Fünf Freunde nicht eine Schippe mehr Mühe gibt als bei anderen Serien.

Der Fall ist, leider muss man das bei "Fünf Freunde" ja häufig so sagen, sehr typisch und bietet die bewährten Zutaten in bewährter Kombination. Personen im Wald, die sofort verdächtig - und vor allem unsympathisch! - sind. Zwar gibt es keine echten Anhaltspunkte für irgendwelche Gaunereien, aber Unsympathen, die zu Beginn der Folge ihren Auftritt haben, tauchen später immer nochmal auf und übernehmen den Part der zu überführenden.

Alles in allem eine gelungene, wenn auch routinierte Fünf-Folge-Folge. Sie nimmt zwar erst ab dem zweiten Drittel Fahrt auf, doch kommen Heile-Welt-Feeling und abenteuerliche Grundstimmung stets voll zum Zuge, was viel ausmacht. Ein nettes Detail ist übrigens, dass Maud Ackermann (damals die Stimme von George) nun die Rolle von Tante Fanny übernommen hat.

Meine Wertung: 70%
Cover: ...und das Gorillakind in Gefahr31.05.2013

Fünf Freunde
(100) ...und das Gorillakind in Gefahr (Erschienen: 2013)
Dauer: 59:03

Meine Premiere für eine Fünf-Freunde-Hörspiel-Request-Rezension. Diese Reihe (also "Fünf Freunde") werde ich ab sofort auch besprechen. Und das gleich mit der Jubliäumsfolge, Nummer 100 - wow!

Toller Start, oder? Nunja, ja und nein... Denn nach Jubiläum schmeckt das hier leider absolut nicht. Keine besonders lange Spielzeit, keine Anspielungen auf alte Weggefährten oder Abenteuer, und auch die Ur-Sprecher/innen der ersten 21 Folgen kommen in keiner Art und Weise vor. Einzige Ausnahme ist eine knappe, beiläufige Nebensatzbemerkung zu Brummer und seinem Äffchen aus (16) ...auf dem Leuchtturm. An diesem Hörspiel ist nichts Jubiläumshaftes, sieht man einmal vom Pappschuber ab, der etwas Exklusivität vermittelt. Doch ansonsten ist dies hier eine ganz reguläre Fünf-Freunde-Folge.

Das Hörspiel selbst wirbt zwar zu keiner Zeit damit, es wäre die 100. Folge und ein Jubiläum, oder so, aber diese Serie ist viele, viele Jahre alt und jetzt kommt endlich die 100. Folge - und es ist nichts Besonderes daran. Das enttäuscht schon ein wenig. Auch die an und für sich aufklärungsverbreitungswürdigen Themen "Coltanabbau" und "Tier-/Menschausbeutung" werden gar nicht thematisiert - nur gaaaaanz sanft angedeutet. Vordergründig geht es stets um den Gorilla, der die Truppe auf Trab hält, warum dann aber die explizite Hervorhebung von Hannes Jaenicke und die Empfehlung von Pro Wildlife? Es könnte jede beliebige Hörspielfolge einer beliebigen Hörspielreihe sein, in der beiläufig ein Tier aus irgendwas gerettet oder geborgen wird - und Hannes Jaenicke spricht irgendeine der Rollen.

Auch inhaltlich ist der Fall "Fünf Freunde"-beliebig. Qualitätiv zwar gutwertig, aber nicht mehr als typische Fünf-Freunde-Standardkost. Keine epische Reise, kein gigantisches Abenteuer... Schade, denn das erwartet man schon irgendwie bei der 100. Folge einer über 35 Jahre alten Hörspielreihe (geht man auf Enid Blyton und ihre zugrundeliegenden Bücher zurück, sind es sogar über 70 Jahre!). Stattdessen Schmuggler, ein wenig Verfolgungsjagd, Onkel Quentin mault wie immer, Tante Fanny ist... ...wie? Die kommt gar nicht vor!? Das wird mir jetzt erst beim Betrachten des Inlays bewusst.

Muss eine 100. Hörspielfolge unbedingt groß und besonders sein? Nein, nicht unbedingt, aber bei Fünf Freunde, eine Serie, die viele Jahre auf dem Buckel hat, und wo die 100. Folge mit Pappschuber und Empfehlungen daherkommt, erwartet man das, wenn man die Folie drumherum abfummelt.

Die Folge ist in Ordnung, mehr leider nicht. Gute Produktion, gute Sprecher/innen, gute Musiken, hübscher, aber normal-typischer Fünf-Freunde-Fall mit ein wenig Spannung und etwas Abenteuer. Als Jubliäum enttäuschend, als Hörspiel-Fall der Fünf Freunde üblich.

Meine Wertung: 70%
Cover: Die blutenden Bilder16.05.2013

Die drei ???
(161) Die blutenden Bilder (Erschienen: 2013)
Dauer: 1:10:18

Grundsätzlich ok, gleich mal mit einem solchen Hammer (der Ermordung zu starten), aber wir Hörer/innen kennen diese Person überhaupt nicht, weshalb es uns praktisch fast egal ist, wer da um sein Leben kam. Dann aber zwei Sätze weiter direkt und wie selbstverständlich zu erklären, dass lediglich ein Portrait dieser Person misshandelt wurde, ist schon irgendwie komisch.

Selbiges gilt für die Szene mit Peter, als er die "blutige Leiche" entdeckt. Dass wir bei den drei ??? wohl niemals echte Tote in den Geschichten haben werden, ist ja ok, aber gerade weil man das weiss - sofern eine Person nicht wirklich im Verlauf der Story stirbt! -, ahnt man allein bei der Erwähnung solcher "Shocker", dass das eh nur 'ne Finte ist.

Auch dem neu eingeführten Charakter Brock stehe ich ambivalent gegenüber. Toll, dass wir offenbar einen neuen regelmäßigen Charakter haben, der noch dazu auf der Seite der drei ??? steht. Und es ist in Ordnung, dass er nicht die hellste Kerze im Leuchter ist. Aber man, Brock hat eine echt seeeeehr lange Leitung. Da hätte man ruhig ein wenig kürzer treten können, denn Brock erweckt den Eindruck, dass er eigentlich sogar zu dusselig wäre, sich richtig herum auf die Toilette zu setzen.

Und sogar das Ende ist auf seine Art zweischneidig. Da meckere ich immer, dass Inspector Cotta neuerdings immer wieder wie aus dem Nichts auftaucht, weil er kurz vorher noch schnell angerufen wurde (was man als Hörer/in aber nicht weiss), um die drei ??? zu retten, und jetzt macht man es zwar anders, aber trotzdem genauso. Lediglich, dass man beim Telefonat mit Cotta dabei ist, ist neu, am Ende die ganze Nummer im letzten Moment retten tut er trotzdem.

Auch die Idee, mal wieder einige alte Dinge aufzugreifen (den Potter und soweiter - wobei Ty Cassey im Buch vorkommt, im Hörspiel aber nicht!), ist toll, wirkt mir hier aber eine Spur zu direkt; einen Ticken subtiler wär's mir lieber gewesen.

Somit sind alle fünf Punkte nett und irgendwie auch nicht nett - schwer zu erklären. Der Rest der Story geht in Ordnung. Solide Geschichte, die aber etwas unter zu wenig Spannung und zuviel Laberei zu leiden hat. Doch auch damit kann man leben.

Vermutlich liegt das an der Produktion, die erste Sahne ist und außerdem auch super mit Effekten und (teils alten!) Musiken unterlegt wurde; Lob an Frau Körting. Das Stimmen-Ensemble (unter anderem mit Harald Dietl, Monika Werner und Lutz Harder) ist auch über jeden Zweifel erhaben und leistet einen tollen Job.

Letzten Endes schrammt das Hörspiel darum an einer direkten Kaufempfehlung vorbei, denn es gibt einfach bessere ???-Folgen, doch wer trotz fehlender Empfehlung kauft, tut aber auch nichts Falsches.

Meine Wertung: 74%

<< < <1> <2> <3> <4> <5> <6> <7> <8> <9> <10> <11> <12> > >>
© http://www.hoerspiel-request.de