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Das Rezensions-Archiv

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Cover: ...und das brennende Schwert23.01.2010

Die drei ???
(74) ...und das brennende Schwert (Erschienen: 1997)
Dauer: 1:11:32

Und noch einmal Herr Marx - mit noch einmal einer sehr guten Folge. Stilistisch geht es genauso weiter, wie bei bei (73) Poltergeist : Spannend, etwas undurchsichtig, investigativ...

Schade ist, dass bei dem Schritt vom Buch zum Hörspielskript zweimal gepatzt worden ist, wie ich finde: Die Szene, in welcher Peter sich im Haus der Sekte befindet, fehlt praktisch völlig - und das ist deshalb schade, weil es quasi die spannendste Szene im Buch ist; und das Ende ist mir etwas zu komprimiert, da es fast nur aus Nacherzählungen besteht. Zwar stört das kaum und es ist gut gemacht, aber es wäre mehr Lebendigkeit drin gewesen, dessen bin ich mir sicher.

Gute Produktion, gute Atmosphäre, gute Sprecher/innen, guter Fall - nur beim Skript war noch Spielraum für Optimierungen. 86%.

Meine Wertung: 86%
Cover: Poltergeist23.01.2010

Die drei ???
(73) Poltergeist (Erschienen: 1997)
Dauer: 1:04:32

Wow, was für ein Comeback, was für ein Debut! André Marx liefert mit "Poltergeist" seine allererste ???-Geschichte ab und hievt die Serie wieder dorthin, wo sie einstmals war. Und nicht nur das, Marx brachte in gewisser Weise sogar ein Novum in die Serie, denn es wird nun viel häufiger und korrekter auf die Vergangenheit der drei ??? zugegriffen. War ein Fall wie (69) Späte Rache damals verbogen worden, weil man als Autor/rin nicht auf frühere Fälle zugreifen durfte, geschieht dies von nun an sogar regelmäßig - was obendrein der Serien-Kontinuität zugute kommt; mit Ausnahme dessen, dass nach wie vor niemand älter wird. Aber das stört überhaupt nicht.

Das Allerwichtigste aber ist, dass "Die drei ???" wie zu alter Frische und ihren eigentlichen Stärken zurückgefunden haben. Um denjenigen unter Euch, die diese Folge noch nicht kennen, nicht das Ende vorwegzunehmen, gehe ich mal nicht darauf ein, wieso diese Folge so gut ist, denn das geht nicht, ohne den Storyverlauf und das Ende zu erörtern. Aber lasst Euch versichern: Die Folge ist absolut klasse, und lässt sogar noch Luft nach oben.

Dazu die geniale Produktion, tolle Sprecher/innen, und eine tolle, unerwartete Wendung am Schluss. Lediglich einen klitzekleinen Schönheitsfehler hat die Folge: Eine Fehlbesetzung, die ich aber jetzt leider nicht näher erläutern sollte, um Euch eine Überraschung nicht zu verderben. ;) Ganz klar ein 91%-Hörspiel.

Meine Wertung: 91%
Cover: Dreckiger Deal23.01.2010

Die drei ???
(72) Dreckiger Deal (Erschienen: 1996)
Dauer: 56:18

Meine Mutter - Deine Mutter? WAS bitte war daran nicht zu verstehen? DAS soll ein Rätsel sein? "Vielleicht sollten wir MEINE Mutter ganz wörtlich nehmen", wow, Peter... Du bist grandios! Sollte das an die ???-Klassiker anknüpfen und die Fans mal auf eine falsche Fährte locken? Naja...

Aber der Rest des Falls funktioniert genauso, nur andersrum... King hilft der guten Frau McLaughin, die dummerweise mit den Drogendealern mal gemeinsame Sache gemacht hat... So, nur, jetzt sagt mir doch mal bitte folgendes: WAS SOLL DER KÄSE um die Pseudo-Entwirrung von Fakten?

Die Sache zwischen King und McLaughin war doch offenbar von langer Hand geplant und vermutlich (oder eher: vermeintlich) durchdacht. Wieso bitte hat King nicht seiner Mutter und seiner Angebeteten Frau Dalton vorher schon alles gesteckt? Mutter King und Frau Dalton wussten doch sowieso schon über fast alles bescheid - wie am Ende ja auch rauskommt. Dann hätten die drei ??? nicht ewig lange einbrechen und "rumrätseln" müssen, um zu erfahren, was gemeint war. Einfach sagen: "So, Hester, morgen geht alles los! Sprich mit den drei ???, erkläre ihnen, was wir besprochen haben, damit sie bescheid wissen!?".

Wirklich verstanden habe ich auch nicht, wieso die McLaughin sich so anstellt, als Justus, Peter und Bob bei ihr einkaufen. Sie ist ja sogar richtiggehend erschrocken, als sie die Tür zu ihrem Laden aufstoßen. Als Schüler sollte es doch nicht verwundern, dass sie in der Pause irgendetwas kaufen wollen - und weil Kings Laden geschlossen ist, gehen sie eben bei ihr einkaufen!? OK, dass sie schnallt, dass die drei ??? ihre Fingerabdrücke wollen, verstehe ich, aber es wäre alles viel einfacher gewesen, wenn die drei ??? direkt von allem gewusst hätten, denn dann hätte die McLaughin ganz anders mit ihnen geredet...

Kurzum: Dieser Fall ergibt für die Hörer/innen ab dem Moment keinen Sinn mehr, wo man bemerkt, dass die Sache eh geplant war und es einfacher gewesen wäre, die drei ??? direkt über alles zu informieren. Wem das nicht auffällt, bekommt eine passable ???-Story; übrigens die letzte von Frau Henkel-Waidhofer... 61%!

Meine Wertung: 61%
Cover: Die verschwundene Seglerin23.01.2010

Die drei ???
(71) Die verschwundene Seglerin (Erschienen: 1996)
Dauer: 1:04:49

Mit BJHW-Maßstäben gemessen, ist das hier eine absolute Meisterleistung; zumindest, wenn man nach den sonst üblichen BJHW-Verwirrungen geht: Eine Handlung, der man folgen kann, ohne dass zig verschiedene Faktoren einwirken, die alles nur komplizierter und hanebüchener machen; dafür ist das Ende wieder so ein seltsames Missmasch-Ungetüm: Eine Fahrt zur Auktion, und plötzlich wirken wieder zig verschiedene Kleinigkeiten auf einen eigentlich total simplen Sachverhalt - muss denn sowas immer sein, Frau Henkel-Waidhofer?

Der Rest des Hörspiels ist eigentlich soweit in Ordnung, wenngleich auch eine Spur zu gerade und langweilig. Denn es ist ja wohl nach spätestens 15 Minuten jedem klar, dass Irma nicht wirklich tot ist, weshalb die Spur, der die ??? folgen, weder sonderlich spannend noch interessant ist, weil sie einfach nur von A nach B nach C tapern und jede Menge Leute befragen.

Wirklich gerettet wird dieses Hörspiel also nur dadurch, dass Europa sich viel Mühe gab; mit der Cast, der Musik und der allgemeinen Atmosphäre, weswegen ich eine gute, sehr solide 65%-Wertung zücke.

Meine Wertung: 65%
Cover: Der böse Geist vom Waisenhaus21.01.2010

Ein Fall für TKKG
(87) Der böse Geist vom Waisenhaus (Erschienen: 1994)
Dauer: 43:11

Ich habe hier, wie bei (85) Freiheit für gequälte Tiere, kleine Probleme, die Vorgehensweisen von TKKG in Ordnung zu finden, oder gar gutzuheißen. Die Thematik ist sehr ernst, und dass man nicht wegguckt, sondern handelt, ungeheuer wichtig. Aber dennoch maßt sich Tim ganz schön was an. Er dringt quasi in die Schengmann-Hütte ein und gibt Schengmann zu verstehen, dass er keine Probleme damit hätte, ihn aus seinen Latschen zu kicken - natürlich aus Notwehr.

Nunja, weiter im Text. Die Story ist sehr dünn. Wolf versuchte, bei aller Tragödie noch eine Geldraub-Geschichte einzuflechten, die aber viel zu simpel aufgelöst wird und natürlich mit den Misshandlungen im Zusammenhang steht. Komisch auch der Titel: Es gibt weder einen Geist, noch ein Waisenhaus, noch gibt es jemand ganz bestimmtes, der haufenweise Kinder misshandelt. Erst ganz am Ende quetschte man noch auf die Schnelle einen kleinen Hinweis durch eine Erzähler-Bemerkung in die Geschichte.

Wie gesagt, eigentlich würde ich hier sehr darüber herfallen, was TKKG, allen voran Tim, sich hier herausnehmen, und dass der Fall sehr zu dünn und geradelienig verläuft. Doch es ist wirklich wichtig, bei solchen Dingen bestimmt zu handeln statt wegzuschauen - vielleicht sollte das im Vordergrund stehen? Andererseits wäre es vielleicht auch besser gewesen, die Polizei zu informieren, oder?!

Nicht gefallen will mir übrigens Oliver Rohrbeck in der Rolle des Herrn Doktor Beule - dieser aristokratische Tenor in seiner Stimme passt irgendwie nicht zu ihm, finde ich. Ginge es NUR nach dem Fall und der stumpfen "Auflösung", wären das hier höchstens 40-45%, doch weil die Produktion gewohnt gut ist, und die eigentliche Message mir wichtig erscheint, gebe ich eine 70%-Wertung, um dazu zu annimieren, sich diese Folge einmal anzuhören und sich über das Thema der Kindesmisshandlung Gedanken zu machen.

PS: Ungefähr ab hier beginnen die "neuen TKKG"... Tim, ein DREIZEHNJÄHRIGER, verhält sich pflichtbewusster, logischer und besonnener als Mutter Theresa, die UNICEF und PETA zusammen. Karl, ist nur noch ein Durchschnittsfuzzi, der seine "Vorträge" für immer vergraben hat - diese Parts übernimmt Tim stattdessen ebenfalls! Klößchen ist absolut überflüssig geworden. Er ist weder Finanzier diverser Unterfangen noch der Gagschieber für Zwischendurch. Gabys einzige Aufgabe besteht darin, auf Tierschänder zu schimpfen und gut, entzückend oder hübsch zu sein. DANKE, Stefan Wolf! Genauso sollten Mädchen sein... Wunderbar erkannt! --- Das musste ich bei aller Ernsthaftigkeit unbedingt noch loswerden, denn die vier TKKGs haben endgültig ihren letzten Funken Glaubwürdigkeit verloren.

Meine Wertung: 70%
Cover: ...und das versunkene Dorf21.01.2010

Die drei ???
(136) ...und das versunkene Dorf (Erschienen: 2010)
Dauer: 1:08:17

Wow, ich bin wirklich beeindruckt, ganz ehrlich beeindruckt. Dieses Hörspiel ist wunderbar geglückt. Absolut super-gute Produktion, die jeden Aspekt betrifft: Guter Einsatz des Erzählers, Szenen des Buches gut "vertont", die richtigen Stellen belassen und gestrichen, praktisch kein Overacting, tolle Atmosphäre, toll ausgewählte Musiken und Sprecher/innen (unter anderen Christine Pappert, Frank Felicetti, Rolf Schenker, Elke Reissert!)...

Ich kann hier wirklich nur wenig kritisieren. Einzig, dass das Buch natürlich noch besser zur Geltung kommt, weil dort selbstverständlich nichts gekürzt oder durch einen Erzähler erklärt werden musste. Als Auch-TKKG-Hörer kann ich aber nicht anders, und muss die Idee mit dem Kirchturm und dem "Schatz in den Unterwasser-Ruinen" erwähnen. Das erinnert im Kern durchaus ein wenig an die TKKG-Folge (7) Rätsel um die alte Villa. Marx hat seinen ???-Fall zwar gänzlich anders geschrieben und die Schwerpunkte nicht so gewichtet, wie Stefan Wolf es damals tat, doch die Grundidee mit dem Stausee, etc., das kriege ich einfach nicht aus meinem Kopf, wenn ich "Das versunkene Dorf" höre; beim Lesen des Buches kam mir dieser Vergleich damals jedenfalls nicht in den Sinn. Na, vielleicht liegt es an Medium (also Hörspiel), oder am Label (Europa)... Andererseits hat Marx sich öfters mal inspirieren lassen und hat daraus auch nie einen Hehl gemacht. Und so wichtig ist das auch gar nicht; ich wollt's nur erwähnt gehabt haben.

90% - Kaufen, kaufen, kaufen!

Meine Wertung: 90%
Cover: Die Schatzsucher-Mafia schlägt zu20.01.2010

Ein Fall für TKKG
(86) Die Schatzsucher-Mafia schlägt zu (Erschienen: 1993)
Dauer: 47:00

Schon lange sind die Tage der echten Abenteuer im Lager der TKKGs vorbei, doch dass das nicht bedeuten muss, dass die Hörspiele mies sind, beweist z.B. die Schatzsucher-Mafia-Folge. Stringent erzählt, gut produziert, der Millionenstadt-Vierer hat einen fast gerecht aufgeteilten Sprachanteil, wobei der von Tim schon am größten ausgefallen ist, und Tim gelingt es erstaunlich gut, sich ohne Drohungen und Prügeleien bis zum Ende zu hangeln.

Unpassend ist eigentlich nur, wie Tim diverse Schlüsse zieht, oder Planungen vornimmt: Carola ist unsicher, aber natürlich nicht wegen ihren verstorbenen Mannes, sondern... Und schon bei diesem "sondern" tut es wirklich weh. ;) Tim der große Menschenkenner. Das erinnert mich an die Szene mit der Bankangestellten aus (69) Achtung: Die "Monsters" kommen!, bei der Tim sofort geschnallt hat, dass die Pistole bestimmt nicht daran einen Anteil hat, dass die Arme so am Ende ist... ...cool auch, wie TKKG Beweismaterial unterschlagen! Tze, tze, tze...

Interessant ist noch der Verweis auf das Inlay: Denn Boris Pettmann heisst in Wahrheit natürlich Boris Tessmann und Markus Hinz heisst eigentlich Stefan Brönneke. Doch das ist in Ordnung und bestimmt kein Kritikpunkt - ich wollte es nur erwähnt haben. Insgesamt vergebe ich für die zuschlagende Schatzsucher-Mafia eine gute 75%-Wertung. Kein Klassiker, beileibe nicht, aber das Gesamtbild stimmt einfach, weshalb mir die Folge immer wieder Spaß macht.

...und nicht vergessen: Die Bananenpreise fallen! ;)

Meine Wertung: 75%
Cover: Freiheit für gequälte Tiere17.01.2010

Ein Fall für TKKG
(85) Freiheit für gequälte Tiere (Erschienen: 1993)
Dauer: 45:32

Aber sicheeeeeeer! Natürlich hat Gaby beim Polizisten Valke ein Stein im Brett, selbstverständlich. Wieso bitte kann Wolf nicht mal aufhören, seine Gaby als oberrattenscharfen Sympathiebolzen zu missbrauchen, und alle Kerle auf sie fliegen zu lassen!? Meinetwegen hätte Valke ja auch seine Freundlichkeit spielen können, weil er über das Kommissarstöchterlein für die Karriereleiter Pluspunkte kassieren will, oder sowas. Im Übrigen soll es ja auch noch Polizisten geben, die keine heissen Insidertipps an 13jährige Kids abdrücken... ;)

Doch ich mag die Folge trotzdem; schon wegen der Message, bei der ich es ausnahmsweise gut finde, dass Wolf konkret und direkt auf Ursachen und Möglichkeiten hinweist, helfen zu können und auch mal durchklingeln lässt, dass der Zweck nicht immer die Mittel heiligt. Davon ab stimmen natürlich auch wie immer die Sprecher/innen, die schon als Namen im Inlay aufhörchen lassen: Naumann, Völz, Brügger, Welbat, Brönneke... Und wer genauer hinhört, wird noch bemerken, dass auch hinter "Joachim Wulff" (als Polizist Valke) ebenfalls Horst Naumann steckt, der nun einfach nicht mehr kratzig spricht.

Solide Folge, kein Überflieger, aber die geschickten Hände von H.G. Francis haben das Optimum aus dem schwachen, plakativen Buch geholt und das Produktionsgeschick von Heikedine Körting haben das Ganze zu einem brauch- und hörbaren Hörspiel der Serie TKKG gemacht, die nur wenige Folgen davon entfernt sind, eine lange und steile Talfahrt in die niederen Wertungsgefilde zu unternehmen (von einigen Ausnahmen hier und dort abgesehen, versteht sich). Also kauft diese gutklassige TKKG-Folge, bevor es bald nur noch Schmalkost gibt! Von mir jedenfalls gibt es 67%.

PS: Hinweisen möchte ich noch darauf, dass mir einige Musiken bei der Neuauflage (aus 2006) etwas kräftiger, etwas lauter erscheinen, als bei meiner MC, die ich zur ursprünglichen Veröffentlichung im Jahre 1993 kaufte. Besonders deutlich scheint mir das bei Stelle "3:50" zu sein, wo Möngheym mit TKKG spricht und Volksmusik im Hintergrund zu hören ist.

Meine Wertung: 67%
Cover: Dynamit im Kofferraum16.01.2010

Ein Fall für TKKG
(84) Dynamit im Kofferraum (Erschienen: 1993)
Dauer: 45:56

Obwohl bei diesem Hörspiel viele Zufälle mit von der Partie sind, ist es erstaunlich, wie glaubwürdig sie präsentiert werden: Tim errät, was der Baron (vermutlich) vorhat, Tim und Klößchen erhaschen einen Beutegeld-Koffer - DEN Beutegeld-Koffer! -, sie stöbern nebenbei den nicht mehr ganz nüchternen Uwe Neppler auf, und am Ende läuft natürlich alles schön säuberlich zusammen... Auffällig ist ebenso natürlich wieder, dass Tim keineswegs wie ein 13jähriger auftritt, sondern sogar für einen 20jährigen bei weitem zu verantwortungsvoll und rechtsbewusst ist.

Wer TKKG noch nicht oder bislang nur wenig kennt, wird sich daran natürlich sehr stören und allerlei zu meckern haben; wir alteingesessenen TKKG-Hörer sind da natürlich anders gepolt, ignorieren dieserlei Dinge, drehen sie in Ironie um, nehmen das Ganze nicht zu ernst, und haben eben so unseren Spaß. Bei Bibi Blocksberg würde sich ja auch niemand beschweren, dass es Hexen nicht gibt, dass die Hex-Reime allesamt albern sind und dass manche Dialoge total unrealistisch wären... Und wenn man TKKG so betrachtet, und sich quasi nur an die Plots und Figuren hält, kommt die Folge verdammt gut.

Das liegt natürlich auch daran, dass alle Figuren von hervorragenden Menschen gesprochen/gespielt werden: Bessen, Tessmann, Hugo, von Klipstein, von der Meden, und so manche mehr - 1A Ohrenkino. Wäre das nicht der Fall, und würden die Figuren nicht so glaubhaft klingen, sähe die Sache anders; umso mehr zeigt ein Hörspiel wie "TKKG: Dynamit im Kofferraum", dass ein flottes Skript - das nebenbei Ballast aus dem Buch unter den Tisch kehrt! -, gute Schauspieler/innen und eine tolle Produktion einen eigentlich nur durchschnittliches Buch als Hörspiel drastisch aufwerten können - sehr solide 75%

Meine Wertung: 75%
Cover: Fluch des Piraten09.12.2009

Die drei ???
(135) Fluch des Piraten (Erschienen: 2009)
Dauer: 1:11:11

Hmhmhmhmhmmmmmm.... Wer - oder was!? - bitte ist Ray Liolotta? ;) Ja, schon gut, das haben garantiert schon eine Million anderer Leute moniert, aber wundern muss ich mich trotzdem. Im Buch steht eindeutig "Ray Liotta", so, wie der bekannte Schauspieler Ray Liotta eben. Doch machen wohl nicht die Sprecher einen Fehler, sondern sie lesen wohl nur, was im Skript steht, denn auch im Inlay des Hörspiels steht "Ray Liolotta". Das Obskure ist nur leider, dass die Aussprache von "Ray Liolotta" immer so seltsam genuschelt und deshalb so unfreiwillig und unglaublich komisch klingt. Ich kann mir diese Passagen nicht anhören, ohne zu grinsen oder mich zu fragen, was der Grund dafür sein könnte, den richtigen Namen nicht zu verwenden.

Etwas kurios finde ich auch, dass Steffi Kirchberger damals in Folge (111) Die Höhle des Grauens die Rolle von Corona sprach, nicht die von Althena; aber gut, da könnten auch Terminschwierigkeiten mit reinspielen; andererseits hätte man dann im Hörspiel vielleicht auch behaupten können, dass Corona verfolgt wird, und nicht Althena; immerhin hatte Minninger schon weitaus bedeutendere Hörspielpassagen komplett umgedichtet...

Aber gut, kommen wir nun endlich mal zum Hörspiel selbst! ;) Und da hilft mir auch die Erwähnung Minningers und seiner Schnitte. Denn im Buch ging mir das andauernde und nicht endende Gerede der Floskel "So what" so dermaßen auf den Zeiger, dass ich das nicht in Worte fassen kann. Deshalb zunächst ein dickes, fettes Danke dafür, dass im Hörspiel kein einziges "So what" vorkommt!

Und um auch noch mal die Kurve zu Althena zu kriegen: Was macht sie bei den drei ??? in Rocky Beach? Sie ist doch ansässig in San Francisco?! Wieso bittet sie ausgerechnet die drei ??? um Hilfe und nicht jemanden, der aus San Francisco stammt? Und wo ist Corona? Wäre es nicht sinnvoll gewesen, die Nummer vom Detektivbüro "Calidae" herauszufinden und nachzuforschen, was Sache ist, was genau mit Althena und Corona los ist? Wieso stürzen sich die drei ??? auf die Fotos und verfolgen deren Spur, statt Althena und Corona abzuchecken? Hätte Justus nicht geradezu darauf insistieren müssen, zu prüfen, in welcher Sache die beiden Mädels von Calidae drinstecken? Und auch am Ende, als sie Althena befreit hatten, werden diese Fragen nicht mal ansatzweise geklärt. Zumindest im Buch werden einige Teilaspekte dieser Fragen geklärt; das sei der Vollständigkeit halber erwähnt.

Doch wie dem auch sei, finde ich dieses Hörspiel durchaus gut. Es ist zwar auch nicht wirklich spektakulär, weil die spannendsten Buchszenen relativ kurz und seicht geskriptet wurden, dafür allerdings wurden die relativ unwichtigen Szenen nicht gedehnt oder in den Vordergrund gerückt. Wirklich negativ wirken sich nur die Fragen bezüglich Althena aus, weil mir einfach nicht einleuchten will, was Althena mit der Sache wirklich zu tun hat, und wieso die drei ??? nicht versuchten, Corona ausfindig zu machen, um zu klären, was Sache ist; schliesslich müssten sie doch annehmen, dass Corona weitere Informationen hätte. Und, tja, jedes Mal, wenn "Liolotta" durch meine Lautsprecher tönt, kann ich einfach nicht aufhören zu grinsen.

Die Produktion ist sehr gut, die Musiken gefallen mir auch, und die Stimmen sind allesamt namenhaften Sprechern und Sprecherinnen abstämmig; hier hat Europa sich wirklich, wirklich viel Mühe gegeben. Für die Schwächen des Buches kann Minninger zwar nichts (Althena/Corona, etc.), doch hin und wieder hätte er ruhig noch mehr aus den Worten von Ben Nevis (Autor des Buches) herausholen können. Macht nach meinem Empfinden eine gute 76%-Wertung.

Meine Wertung: 76%
Cover: Der Unsichtbare05.12.2009

Ein Fall für TKKG
(167) Der Unsichtbare (Erschienen: 2009)
Dauer: 54:24

Jajaja, ich höre sie schon. Die Leute, die Parallelen zu (11) Die Falschmünzer vom Mäuseweg ziehen. Doch haltet ein! Denn anders als bei den Folgen (29) Hundediebe kennen keine Gnade und (93) Die Opfer mit der kühlen Schnauze, die sich wirklich frappierend ähnelten, ist das hier wirklich etwas anders.

Denn bei "Der Unsichtbare" geht es zwar auch um Falschgeld, aber das ist auch schon alles, was ähnlich ist. :) Obwohl nee, es gibt noch mehr Überschneidungen. Es wird ermittelt und es werden Spuren verfolgt - ganz, wie in alten Tagen. Und obendrein gab Europa sich wirklich Mühe, ein paar altbekannte Stimmen ins Studio zu holen: Henry König, Achim Schülke, Jörg Gillner und Christian Rode. Wunderbar, Europa. Ich betrachte diese Gabe tatsächlich als bewusste Handlung für Altfans und bedanke mich als solcher auch ganz artig! :)

Selbstverständlich musste für die Rolle der Gaby Glockner leider jemand Neues gefunden werden. Und als hätte Europa sich meine Worte zur Bewertung von (166) Das Mädchen mit der Kristallkugel zu Herzen genommen, ist Rhea Harder diese Rolle zugefallen. :) Und, wie macht Frau Harder sich? Ganz gut. Selbstverständlich hat sie ihren eigenen Gaby-Stil, kann den aber offenbar noch nicht voll herausinterpretieren, denn leider ist mir die Harder-Gaby noch etwas zu satzdienlich - eine Frage klingt z.B. exakt wie eine vom Kontext isolierte Frage und eine Zwischenbemerkung wie eine vom Kontext isolierte Zwischenbemerkung.

Ich bin mir aber nicht sicher, ob das vielleicht daran liegt, dass Frau Harder quasi allein im Studio saß und alles mit sich selbst schauspielen müsste, ohne auf ihre Kollegen eingehen zu können. Möglich wäre auch, dass sie noch nicht ganz sicher ist, wohin sie "mit Gaby möchte", denn es ist verdammt schwierig, eine "Fußstapfen-Rolle" zu übernehmen (mit den Kollegen auf eine Welle kommen, die schon ein Team sind, was werden die Fans denken?, usw.), was man ja an den Fanreaktionen zur neuen Marge Simpson sah, bzw. sieht.

Da ich Frau Harder aber für eine gute Schauspielerin halte und ich ihre Maren im Fall davor sehr mochte, bin ich mit Mutmaßungen lieber noch vorsichtig und warte noch 3-4 Folgen ab, bis sie sich in dieser Rolle wohlfühlen kann. Zumal ich mit der Erst-Leistung, was vermutlich auch noch auf die Schnelle entschieden wurde, denn der Releasetermin rückte näher, für eine "Fußstapfen-Rolle" soweit zufrieden bin und auch die Stimme sehr mag.

Kurz und gut: Ich mag die Klassikerstimmen, die Produktion, zu weiten Teilen auch die eingespielten Musiken und ich bin mit der Entscheidung, dass Rhea Harder jetzt Gaby "Die Pfote" Glockner spricht, voll einverstanden. Da diese Gaby hier aber noch etwas zu unausgearbeitet klingt, gehe ich mit meiner Wertung noch nicht allzu hoch. Darum vergebe ich nach Adam Riese und Eva Zwerg eine 75%-Wertung.

Meine Wertung: 75%
Cover: Hilfe! Gaby in Gefahr30.11.2009

Ein Fall für TKKG
(83) Hilfe! Gaby in Gefahr (Erschienen: 1993)
Dauer: 46:42

Natürlich wünsche ich niemandem was Schlechtes, und was Herr Diel hier der Gaby androht, ist kein bisschen spaßig. Wolf scheut zwar, auch nur ansatzweise zur Sprache zu bringen, was Gaby blühen soll, aber es ist ja klar, was gemeint ist. Mich stört nur, wie Wolf Gaby hier instrumentalisiert: weiblich, attraktiv - und Tim verschuldet es indirekt. Aber natürlich ist Tim so dargestellt, dass er trotzdem im Recht ist und der bedrohende Diel einfach nur Rache will.

Ich meine, die Gaby-Opferrolle hatten wir nun echt schon eine Million Mal und Tim könnte ruhig auch mal einen Dämpfer bekommen. Kann ja nicht wahr sein, dass ein 13jähriger dauernd alle auf die Matte knallt, selbst, wenn sie in Gruppen auftreten und so groß wie Kleiderschränke sind, und nicht eine einzige Person ihm in einer direkten Auseinandersetzung mal überlegen ist. Könnte man das nicht so drehen, dass wenigstens(!) Tim eine auf's Maul kriegen sein soll, ähnlich wie damals bei (19) Der Schatz in der Drachenhöhle mit den Rockern? Schon, um zu zeigen, dass eine große Klappe auch mal Probleme mit sich bringen kann und dass auch JUNGS als Opfer "taugen"!?

Tja... Diese Folge macht es mir schwer. Sie ist super produziert, ein großer Name nach dem anderen steht im Inlay, spannend erzählt... Aber diese Gaby-Opfer-Tim-Held-Situation schraubt bei mir an der Euphorie einiges weg. Schön ist zwar, dass Wolf Gaby als ausgesprochen mutig und gefasst kennzeichnet, sie aber dann tatsächlich auch in die Fänge des Diel geraten lässt und dass dieser auch noch ausgerechnet der "Fensterbohrer" sein muss... ...und warum wird auf Kommissar Glockner gewartet, bevor die Polizei in der Sache informiert wird?

Hätte man die Zusammenhänge nicht so stereotypisch, eindimensional und platt geschildert - schon der Titel ist fast eine Plattitüde! -, wäre das hier ein toller Fall. Wegen der genannten Punkte aber vergebe ich so gerade noch 66%!

Meine Wertung: 66%
Cover: Schüsse aus dem Dunkel29.11.2009

Die drei ???
(70) Schüsse aus dem Dunkel (Erschienen: 1996)
Dauer: 1:02:46

Eine der ???-Hörspielausnahmen, die ich aus der BJHW-Ära wirklich ganz gut finde. Nachvollziehbare Handlung, mal was Neues, nicht zu weit weg vom typischen ???-Stil, ermittelt und geschlussfolgert wird ebenfalls.

Ich finde zwar, dass die Szenen, die eigentlich ja lustig und unterhaltsam gemeint sind, eher stören (z.B. Justus gewinnt das Powackel-Casting), aber die sind nicht sooo schlimm, dass sie das Hörspiel vermiesen. Nur bei der Auflösung fing die gute Frau Henkel-Waidhofer an, alles zu verkomplizieren: Sperrminorität, eifersüchtige Schwester, Zwang zum Fallenlassen von Anteilen, "Wer liebt wen?", die Schwester wollte doch eh schon längst... usw... Das hätte nicht sein müssen und wirkt so konstruiert - zumal es die ganze Zeit vorher nicht zur Sprache kam und deshalb eigentlich irrelevant ist. Es hätte, finde ich, auch genügt, wenn man die Schwester durch die Entführung dazu zwingen wollte, ihre Anteile zu verkaufen - und fertig.

Gibt zwar noch ein paar Dinge, die "Schüsse aus dem Dunkel" auch sonst nicht ganz rund erscheinen lassen (z.B. verräterisch gekritzelte Dollarzeichen), aber in Anbetracht der größtenteils katatrophalen Mängel in den meisten BJHW-Folgen erlasse ich mir das Schreiben darüber und belasse es bei: Ich kann diese Folge echt gut leiden - 73%.

Meine Wertung: 73%
Cover: Späte Rache29.11.2009

Die drei ???
(69) Späte Rache (Erschienen: 1996)
Dauer: 1:04:04

Kann mir bitte mal jemand sagen, wieso um Himmels Willen man keinen Fall als Grundlage nahm, der damals erschienen ist? Wieso bitte musste man einen Fall nehmen, der zwar offenbar wirklich passierte, aber den Hörern/Lesern gänzlich unbekannt ist? Welchen Grund soll es dafür denn geben? Frau Henkel-Waidhofer erklärte, dass Kosmos dies nicht wollte, weil Fortsetzungen nicht gestattet seien. Aber, wieso zum Kuckuck nimmt man dann diesen Fall überhaupt ins Portfolio? Es ist doch vollkommen egal, weil der Fall sowieso eine Fortsetzung ist, da ein vorangegangener Fall als Grundlange dient.

Da hätte man doch wenigstens einen Fall nehmen können, den die Fans bereits kennen, denn so hätte man sie mit Indizien und kleinen Hinweisen selbst an der Lösung teilhaben lassen können. Und wenn jemand den Fall noch nicht kennt, ist es sowieso gleichgültig, weil auf die Art, wie "Späte Rache hier vorliegt", sowieso niemand den genannten Fall kennt. Ganz zu schweigen von all den Abermillionen an Verweisen, Verknüpfungen, Bezügen im ???-Universum, die in den vorherigen und späteren Fällen auftauchten...

Und wer z.B. geht um 22h in eine Disco, nur um um Mitternacht bereits wieder im Bett zu liegen? Wieso brüllt Peter so laut, als er mit dem Entführer spricht - und was soll diese Gruselmusik? :) Dafür gefällt mir Frau Körting, die endlich mal eine etwas größere Rolle spielt und nicht nur eine winzigkleine Kaufhaus- oder Flughafendurchsage übernimmt. Sie macht eine wirklich gute Figur dabei; könnte ruhig öfters mal 'ne Rolle spielen. Apropos Rolle: Die schrullige Rolle von Erna Fiedler erinnert ganz an die alten ???-Tage; hat Kosmos da etwa nicht aufgepasst? ;)

Naja, davon ab ist dieser Fall aber wirklich in Ordnung. Es wird ermittelt und geschlussfolgert und es gibt keine hanebüchenen Zusammenhänge, weshalb ich "Späte Rache" durchaus ganz nett finde und das mit einer 64%-Wertung unterstreichen möchte.

Meine Wertung: 64%
Cover: ...und der Schatz im Bergsee29.11.2009

Die drei ???
(68) ...und der Schatz im Bergsee (Erschienen: 1996)
Dauer: 58:46

Lassen wir erstmal alles Unlogische aussen vor: Die Atmosphäre der Folge ist toll und Frau Körting und Herr Minninger haben offenbar alles getan, um diese (Hörspiel-)Folge so gut es geht zu retten. Bei mir kommt das Feeling für Abenteuer, Berge und See gut an.

Jetzt das Unlogische; wobei ich hervorheben muss, dass ich nur Schwer- und Stichpunkte nenne, da ich sonst morgen noch nicht fertig wäre! :) Die drei ??? stürzen (erneut!) mit dem Flugzeug ab und haben sich nicht mal eine Rippe geprellt. Wie kann Justus die Bergwacht anfunken, wenn das Funkgerät tot ist? Keine Elektrik, zerrissene Kabel sind ein nicht zu unterscheidender Faktor. Und wer bitte kauft gebrauchte und vorallem geschrottete Flugzeugteile? Und kann mir BITTE mal jemand sagen, wie ein U-Boot (EIN U-BOOT!!!) einen Berg rauf in einen See kommt? In der Schweiz wohlgemerkt!

Zwar kann Mariana schweigen, wie sie uns wissen lässt, aber ich glaube, hier wollte sich Frau Henkel-Waidhofer nur aus der Affäre ziehen. Nur dass es nicht lustig oder sonderlich effektiv wirkt. Zu allem Überfluss ist das U-Boot auch noch ferngesteuert und der See kristallklar - selbstverständlich hat noch niemand das U-Boot von oben gesehen! Darüber hinaus vermisst auch noch niemand das U-Boot oder einen Learjet, das voller Gold sein soll... Und was ist plötzlich mit dem ominösen Drohbrief, der irgendwie nicht mehr relevant zu sein scheint?

Jo, Kinners, wie schon bei den 3-4 Folgen zuvor ist das hier ein Haufen unzusammenhängender Indizien und "Beweise", der nur durch die wirklich gute Atmosphäre und die nachvollziehbare Rahmenhandlung gerettet wird.... Deshalb zücke ich eine Gerade-noch-60%-Wertung aus meinem U-Boot... ähm... meiner Tasche!

Meine Wertung: 60%
Cover: Spuk aus dem Jenseits29.11.2009

Ein Fall für TKKG
(82) Spuk aus dem Jenseits (Erschienen: 1992)
Dauer: 51:13

Hier wieder ein Paradebeispiel dafür, dass aus den späteren Stefan-Wolf-Büchern gute TKKG-Hörspiele werden können, wenn Wolf nicht(!) selbst die Hörspiele verskriptet. Die Story ist eigentlich nämlich sehr hanebüchen, um nicht zu sagen: absolut übertrieben!

Eine Handvoll Ganoven machen sich einen Haufen - teurer und vorallem ungesetzlicher! - Arbeit für jemanden, der schon lange gestorben ist und davon eh nichts hätte. Einfach nur aus blanker Loyalität. Für das, was diese Ganoven im Grunde eigentlich vorhaben, ein viel zu großes Risiko, was sie da mit den Demonius' abziehen. Natürlich sind die Roboter perfekte Androiden, die sogar so fingerfertig sind, dass sie Seile knoten können - alles klar! ;)

Wenn man das für die Dauer des Hörspiels aber beiseiteschiebt und bei TKKG so tut, als wäre das alles keine Übertreibung, so, wie man z.B. bei Bibi Blocksberg so tut, dass es Hexen gäbe, ist auch das hier ein echt gutes Hörspiel: Super Produktion, klasse Cast und ein Skript, das in gutem Tempo voranschreitet und das Beste aus dem Buch herausgeholt hat.

Wirklich stören tut mich nur, dass der Erzähler uns dauernd von TKKG als "Unsere Freunde" berichtet und dass Tim bei Valentina mit einer Nadel in den Hintern piekt. Wäre Valentina menschlich gewesen, wäre das eine echte Unverschämtheit gewesen. Er hätte genauso gut auch einfach auf ihre Schulter tippen und nach dem Weg fragen können, oder irgendsowas. Trotzdem vergebe ich noch echt gute 79% für "Spuk aus dem Jenseits".

Meine Wertung: 79%
Cover: Horror-Trip im Luxusauto29.11.2009

Ein Fall für TKKG
(81) Horror-Trip im Luxusauto (Erschienen: 1992)
Dauer: 48:07

Ein reisserrischer Titel zwar, aber trotzdem 'ne gute Folge. Ok, ok, Tim wächst mal wieder über sich und alle anderen hinaus, er schlussfolgert wie Sherlock Holmes zu seinen besten Zeiten und langt auch ein-, zweimal derbe zu... Doch ist das wichtig!? Ein bisschen Satire ist ja manchmal ganz angenehm, oder? ;) Und wenn man das im Hinterkopf hat, rockt die Folge ungemein.

Toller Soundtrack, wunderbar gemachte Effekte, Reiseaction und bis auf den Sprecher von "Flori Wertheym" liefern alle Namen im Inlay eine klasse Performance ab. Besonders die erste Szene, in der Herr Dux so richtig schön in Streitlaune rumpöbelt, stimmt gut ein.

Fairerweise muss man natürlich zugeben, dass von einem tatsächlichen Horror-Trip irgendwie nicht wirklich die Rede sein kann. Für jeden anderen Menschen wäre dieserlei Fahrt in einem Rolls-Royce die nackte Hölle mit permanentem Nervenzusammenbruch - aber Tim verkraftet das locker, is' ja klar! :)

Loben möchte ich übrigens mal ganz besonders Sascha Draeger (in der Rolle des Tim), der über all die Jahre niemals eine auch nur mittelmäßige Arbeit abgeliefert hat. Wie er den "Tim" interpretiert, obwohl dieser ja so ziemlich keinerlei Identifikationsmöglichen mehr bietet und fern der Realität ist, und dabei trotzdem irgendwie natürlich und glaubhaft wirkt, ist kolossal. Wollte ich einfach mal loswerden, Herr Draeger! :)

Wie dem auch sei, 84%!

Meine Wertung: 84%
Cover: ...und das Geheimnis der Särge21.11.2009

Die drei ???
(67) ...und das Geheimnis der Särge (Erschienen: 1996)
Dauer: 1:01:33

Ich erinnere mich genau daran, wie es war, als ich diese Folge damals mit meiner Freundin gehört hatte. Wir saßen auf dem Boden, taten nichts, als der Kassette zu lauschen. Und als die Folge vorbei war, hatten wir überlegt, ob wir zwischendurch eigentlich umgedreht hatten, oder ob wir wirklich gerade das Ende gehört hatten. Wir haben diese ???-Story einfach nicht verstanden.

Und das, was eigentlich detektivisch gewesen wäre, z.B. die Sache mit den gleichen Familiennamen, das kam so plötzlich und unerwartet, dass es kein bisschen überraschte oder gar nachvollziehbar war. Und diese ganze Sache mit dem Mönch? Und wieso wurde Babette Eberle so übertrieben schrullig dargestellt? Hätte es nicht gelangt, eine sehr maskuline Frau einfach nur als das, was sie ist, darzustellen? Musste man sie auch noch so seltsam in Szene setzen, dass man sogar im Inlay nur "M. Rospatt" statt "Michael von Rospatt" schrieb?

Oder das ganze Gespringe vom Deutschen ins Englische. Die ganze Szene im Wirtshaus wird total unglaubwürdig. Die drei ??? bestellen Speckbrote und Apfelsaft (Bob stottert dabei sogar so stoisch). Und dann bestellt die Wirtin "Zwei Speckbrote" in die Küche. Wie? Die sprechen alle Englisch? Oder alle Deutsch? Dasselbe gilt auch für die Szene mit den beiden Polizisten. Sicher, irgendwie muss man das in einem Hörspiel schon hinbekommen, aber dass man einfach alles, was gesprochen wird, in das Zuhörer-Deutsch übersetzt, ohne jeden Akzent...!?

Und was ist das mit dem Brokat ganz am Ende? Mylnár dürfte als Fachmann doch wohl wirklich wissen, wie sich was nach wie langer Zeit anfühlt. Ausserdem ist es möglich, dass er für die Besucher auch einfach nur etwas auf die Kacke haut (wie das ja so oft gemacht wird). Das ist auf jeden Fall kein echtes Indiz und ein Beweis schon gar nicht. Zumal nicht zu vergessen: Mylnár hätte das Diebesgut auch überall sonst verstecken können.

Alles wie ein Haufen durchschnittlich guter Ideen zusammengeklebt und am Ende so getan, als würde man die Leute jetzt mit einem genialen Tatbestand überraschen, obwohl man vorher nicht mal die leiseste Ahnung hatte, dass es überhaupt einen Tatbestand gegeben hätte, dem die drei ??? auf der Spur sind. Ganz davon zu schweigen, dass man nicht mal weiss, worum es überhaupt geht.

Es tut mir leid, aber dieser Fall von Brigitte Johanna Henkel-Waidhofer wirft mehr Fragen auf, als dass er Antworten bringt. Nichts gegen einen Krimi, bei dem man völlig autark mitdenken muss/soll. Aber dann sollte man die Hörerschaft auch nicht mit seinen Antworten allein im Regen stehen lassen, sondern sicherstellen, dass deren Antworten bestätigt werden, wenn die Annahmen äusserst zweifelhaft sein könnten.

Ein total unverständlicher Plot, der als Hörspiel wenigstens ein paar richtig tolle Effekte und Atmosphären zu bieten hat. Darum nochmal so gerade eben eine 45%-Wertung. Unlogisch und zusammenhangslos wie sonst gar nichts.

Meine Wertung: 45%
Cover: ...und die Schattenmänner20.11.2009

Die drei ???
(66) ...und die Schattenmänner (Erschienen: 1995)
Dauer: 57:22

Braucht jemand einen Reiseführer für Rom? Hier, diese Folge eignet sich hervorragend - aber aufpassen, es droht Einschlafgefahr! Diese Folge ist einfach total belanglos und noch mehr unzusammenhängend. Ein paar vollkommen übliche Diebstähle, die einige hundert Mal pro Tag in Rom geschehen, als Hintergrund für eine organisierte Bande zu nehmen? Warum kommt die Bande eigentlich gar nicht vor? Und wieso gibt es keinerlei Probleme mit der Verständigung (Amerikanisch - Deutsch - Italienisch)?

Wieso kennen die drei ??? den Bergamelli so gut? Und wieso wird Justus entführt und wieso hilft "Die Spinne", ihn zu retten? Und warum, Frau H.-W. und Frau Körting, wird im Buch und im Hörspiel ein junges Mädchen als "Die Spinne" beschrieben und sogar noch so benannt? Sollen hier Kinder lernen, dass man andere Menschen wegen ihres Aussehens diskriminiert?

Das einzig Detektivische an diesem Hörspiel ist das Inlay, weil dort für "1. Italiener" und "2. Italiener" die Namen Marcello Grassi und Luigi Pane verwendet werden. Wer jetzt GANZ GENAU hinhört, erkennt das italienische Stimmengewirr als Oliver Rohrbeck, Jens Warczeck, Andreas Fröhlich und Michael Harck wieder - eventuell noch 1-2 weitere Personen, die ich nicht heraushören kann.

Dafür macht diese Folge etwas so dermaßen richtig, dass es unbedingt eine Erwähnung finden muss. Alexandra bekommt die Karte der drei Detektive und wie es bis jetzt immer war, lasen alle die Zeichenfolge "???" als "drei Fragezeichen", als wäre es das, was am naheliegendsten wäre. Nein, Alexandra liest es ausnahmsweise "richtig", nämlich voller Verwunderung als "Fragezeichen, Fragezeichen, Fragezeichen?" vor - na endlich mal!

Fade, unlogisch, langweilig. 35%!

Meine Wertung: 35%

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