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Das Rezensions-Archiv

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Cover: Millionencoup im Stadion16.06.2010

Ein Fall für TKKG
(168) Millionencoup im Stadion (Erschienen: 2010)
Dauer: 54:53

Die neuen TKKG sind echt gut! Zugegeben, an die Spritzigkeit der alten Fälle innerhalb der 30er-Ära reichen sie nicht heran, aber das moderne Gewand der heutigen Jugend steht ihnen einfach - bin sehr beeindruckt, dass es gelungen ist, die Serie wieder flott zu machen, indem man TKKG vorallem wieder jugendlicher und weniger übermenschlich gemacht hat (Tim wettet mit Klößchen und löst danach sogar seine Wettschuld ein. Schade nur, dass wir DAS erst vor kurzem in (161) Ein Yeti in der Millionenstadt hatten). ...und Rhea Harder als Gaby gefällt mir besser und besser!

Auch von Wespe hat man sich offenbar wirklich voll und ganz verabschiedet und setzt wieder voll und ganz auf Kommissar Glockner (Edgar Bessen), der natürlich seinen seit mehreren Folgen bekannten Ettel (André Minninger) im Schlepptau hat; wer weiss, vielleicht bekommt Minninger ja sogar mal eine größere Rolle, weil Ettel eines Tages Herr Glockner ersetzen muss?

Zur EM-/WM-Zeit darf eine Fussballfolge natürlich nicht fehlen, daran haben wir uns in den letzten Jahren bei Europa natürlich gewöhnt, aber hier geht es weniger um das Fussballspielen, als vielmehr um Fussball-Merchandising, weshalb das Thema "Fussball" recht gut kaschiert wird und ich gern 76% gebe. Das wäre zu diesem Fall auch eigentlich alles. Grundsolide, gut produziert, nichts sticht großartig positiv oder negativ hervor.

PS: Jetzt biiiiiitte noch wieder mehr und längeres Internatsfeeling - biiiiitte! Lasst Tim nachts heimlich das Seil herunter- und wieder hinaufklettern, lasst Pauker ihm auf der Spur sein, lasst uns Mitschüler-auf-dem-Flur- und Geschirr-klappert-in-der-Mensa-Geräusche hören... Wenn DAS noch kommt, dürfte die Serie quasi optimal sein. :)

Meine Wertung: 76%
Cover: Mörderspiel im Burghotel15.06.2010

Ein Fall für TKKG
(109) Mörderspiel im Burghotel (Erschienen: 1998)
Dauer: 56:48

"TKKG geraten in einen Strudel dramatischer Ereignisse." heisst es im Kladdentext... Aber wo ist der Strudel? Wo die Dramatik? Wo die Ereignisse? Jedwede Spannung wird sofort im Keim erstickt, weil einfach alles laaaaang und breeeeit durchgesprochen wird, sodass unmissverständlich klar wird, dass da nicht mal ein winz'ger Hauch von Gefahr besteht. Wieso muss man denn dauernd alle Verbrecher belauschen?

Dabei fängt es sooo cool an! Internatszene, Wolf macht seine Seitenhiebe auf Obdachlose wieder gut, und lässt TKKG zur Abwechslung etwas FÜR diese Menschen tun... Aber dann geht es sofort bergab, denn alles, einfach alles, wird ausufernd erklärt. Dann sind TKKG beim Mörderspiel dabei und lösen schnurrstracks, überheblich und selbstgefällig natürlich alles im Alleingang und ohne jeden Denkfehler - sehr egoistisch, und egozentrisch sowieso. Wollen die Anderen etwa nicht mitspielen? Nein, wollen sie wohl nicht, sie lachen sich lieber einen Ast.

Warum zum Kuckuck hat man nicht erst nach und nach den geschauspielerten Mord im Visier und stellt dann fest, dass WIRKLICH ein Verbrechen stattgefunden hat, und dann muss man recherchieren!? Das hätte so spannend sein können. Doch was wir hier kriegen, ist eine fade Suppe ohne Pfeffer und Salz, aber mit immerhin noch 44% meinerseits, weil hier so einige Altmeister zu hören sind (König, Steffen, Ohlendieck, Baltus, Liptow, Reissert...) und weil die Produktion wie üblich sehr gut ist. ...ach, und warum hört man Karl praktisch nicht sprechen?

Meine Wertung: 44%
Cover: Das Konzert bei den Ratten15.06.2010

Ein Fall für TKKG
(108) Das Konzert bei den Ratten (Erschienen: 1998)
Dauer: 41:12

Glockners Auftrag für TKKG ist ja eigentlich schon in Ordnung und menschlich verständlich, aber ein Diebstahl ist nunmal ein Diebstahl, und Andi hat ja noch andere, leicht bizzare Hobbies, weshalb es logischer wäre, wenn man seinen Erziehungsberechtigten mal ordentlich bescheidstoßen würde, dass der Junge seelisch nicht ganz auf der Höhe ist.

Insofern verstehe ich nämlich auch nicht, wieso Tim und Gaby hier so sehr auf Verständnis und Sensibilität machen, wo sie sonst doch völlig abgetickt wären; und gerade Tim hätte Schläge angedroht, und Andi zur Polizei geschleift, und so weiter... Wie gesagt: Ich finde es eigentlich noch irgendwie ok, aber unter diesen Umständen ist es schon seltsam, dass man einfach alles verschweigen will.

Fragen muss ich mich auch, WIE SCHNELL das Wasser in der Kanalisation eigentlich steigt. Selbst wenn es 20 Minuten sintflutartig schütten würde, dürfte das nicht allzu sehr dafür sorgen, dass das Wasser so dramatisch ansteigt; vorallem weil es doch seit einiger Zeit regnete, als Andi, Max und Sven schon unten waren - da hätten sie doch merken müssen, dass das Wasser ansteigt...?

Albern ist allerdings, wie Gaby, Karl und Tim auf Sven und Andi schimpfen - und besonders unverschämt, wie Tim mal wieder eine Ohrfeige austeilt. Das ist für mich eine der Szenen, die mir einfach zu weit gehen, zumal Klößchen ja sogar noch ein fettes Lob für die Schelle ausschenkt. Herrliche Doppelmoral, wenn man an Glockners Auftrag und Rücksicht denkt.

Die Story selbst ist ok, und die Produktion ist es auch - aber wenn man mal über einige Sachverhalte nachdenkt, kann man nur den Kopf schütteln. 52%, mehr nicht!

Meine Wertung: 52%
Cover: Lösegeld für einen Irrtum13.06.2010

Ein Fall für TKKG
(107) Lösegeld für einen Irrtum (Erschienen: 1998)
Dauer: 59:06

Wieviele Brief-, neue oder beste Freundinnen kann Gaby eigentlich haben? Etwas merkwürdig auch, dass TKKG mal wieder in den Urlaub fahren - wie in der Folge (106) Mädchenraub im Ferienhaus erst passiert -, und das auch mal wieder nach Österreich. Und - oh Zuuuufall: Genau DAHIN fährt auch Regina... und - oh Zuuuufall - genau dorthin, wo TKKG und Regina sein werden, lebt ein Mädchen, das - oh Zuuuufall - der Regina zum Verwechseln ähnlich sieht! ;)

Dieses Mal haben sogar André Minninger und Frau Körting eine Ironie-Duftmarke hinterlassen. Bei den Riedenbachs explodiert etwas, Ute und Ralf sind verwirrt, und hören nur noch ein Auto wegrasen. Ulkiger Weise klingt das genau wie K.I.T.T. aus den Kinight Rider Hörspielen. Und in Österreich wird nicht in Schilling gezahlt, nein, man nutzt als Zahlungsmittel offenbar die Deutsche Mark. Und im Gespräch zwischen Gaby und Klößchen spricht Klößchen zwar immer Gaby an, aber sie spricht immer mit Karl! Naja, gut, ok, das ist nur ein kleiner Patzer, der verzichtbar ist - aber erwähnen wollte ich es trotzdem, wo ich schon mal dabei war, hehe.

Peinlich ist aber wieder mal einer unserer TKKGs: Karls Machogeseier darüber, dass Regina eine Sahneschnitte sei, ist echt nervig. Da trimmt Wolf unsere vier TKKG-Kids so krampfhaft auf Perfektion und Übermenschlichkeit, aber gerade in den Punkten, wo TKKG mit Leichtigkeit eine Vorbildfunktion ausfüllen könnten, vermasselt er es haushoch: Mädchen sind halt entweder nur ein paar "scharfe Ischen" - oder sie sind "kackenhässlich"... Ja, es mag sein, dass die Jugend heute so ist - und wohl auch damals schon war -, aber in allen anderen Punkten ist TKKG ja sonst auch immer so jugend-untypisch. Wieso dann nicht ausnahmsweise mal in einem sinnvollen Aspekt!?

Naja, Ihr wisst schon: Nehmt's mit Ironie und dann funktioniert die Folge super! Aber Wolf feiert hier wirklich ein riesiges Who-is-Who der am häufigsten recycelten TKKG-Ideen: Doppelgänger, Gaby hat eine neue beste Freundin, ein Mädchen wird entführt und ist somit Opfer, blabla... Naja, ich glaube, eine noch akzeptable 62%-Note ist eine gerechte Benotung.

Meine Wertung: 62%
Cover: Mädchenraub im Ferienhaus13.06.2010

Ein Fall für TKKG
(106) Mädchenraub im Ferienhaus (Erschienen: 1997)
Dauer: 55:45

Hier gibt es einige minimale Ähnlichkeiten zu (81) Horror-Trip im Luxusauto, was schon mal ein gutes Vorzeichen ist, denn diese Folge war ja auch gar nicht so übel... Der Plot von Folge 106 ist tatsächlich in Ordnung und die Szenen während der Autofahrt/en vermitteln ein angenehmes Reisefeeling.

Aber natürlich habe ich auch wieder was zu Meckern! :) TKKG fangen hier allmählich mit ihrem mehr als realitätsfernen Pseudo-Jugendslang an: "Her hör'n, Boys!"... Und die gute Claudia Schermutzki in der Rolle der Verkäuferin Sarah lässt Sprüche ab, wie: "Für ihr Zuckerweib, hä?"... Wusste gar nicht, dass die Jugend Anno 1997 schon SO cool war! ;) Weiterhin seltsam ist, dass, obwohl Nina Schweizerin ist, und wir zu großen Teilen des Hörspiels in Tirol, also Österreich sind, niemand auch nur einen leichten Dialekt spricht - wenn man von dem Russen absieht, der die ganze Zeit "perfekt" vor sich hinbrummelt. Und irgendwie ist gerade DER total spaßig: "Ich perfekt, Boss perfekt, Plan perfekt, alles perferkt... ...Geld auch perfekt... ...Plan nicht gut! Perfekt! Aber nicht gut!". Einfach super! :)

Stereotypen werden natürlich auch wieder massig verbraten: Türsteher, die sich für Gott halten, ein vermeintlich unsympathischer Fahrradhändler, der aber eigentlich nur etwas gereizt ist, weil seine Tochter entführt wurde, was aber wohl mehr als verständlich sein sollte, finde ich. Aber, naaa...? Ihr ahnt es schon, nicht wahr? Der Typ ist unsympathisch und natürlich hat er irgendwie seine Finger in dieser Entführungssache. Aber irgendwie ist gerade er es, der im gesamten Hörspiel - neben dem Russen - am besten rüberkommt. Durch seine überempfindliche, zickige, etwas bissige Art wirkt er sehr glaubhaft und beinahe schon... ja, beinahe schon sympathisch. Besonders viel Bonus kriegt er von mir für seine lässige Reaktion auf Tims Einmischung: "Da gibt's nichts zu helfen!".

Plattitüden und abgedrosche Phrasen gibt's auch am laufenden Band, wie etwa von Gaby: "Nichts ist wichtiger als Ninas Gesundheit und Leben!". Nicht, dass ich dem nicht zustimmen würde, aber dieser Umstand sollte ja wohl allen Beteiligten mehr als klar sein, hm? Da braucht es keine 13jährigen Bälger, die einen noch daran erinnern müssen, dass die eigene Tochter unbedingt wohlbehalten ins elterliche Heim zurückkehren muss! ;)

Na, Ihr merkt schon, diese Folge ist - ohne gewollt Slapstick zu sein - auf ihre Art sehr humorvoll und macht eine Menge Spaß. Wir TKKG-Freunde nehmen das, was eigentlich ungewollt komisch ist (Wolfs Pseudo-Jugendsprache, Gabys Pathosgeschwafel, TIM spricht mit den Verbrechern, Zeitungsannonce, etc.) mit Ironie, und der Rest ist einfach unterhaltend und in Maßen spannend. Eine von den besseren Folgen der frühen Hunderter-Ära, was ich mit 71% unterstreichen möchte.

Meine Wertung: 71%
Cover: Nacht in Angst12.06.2010

Die drei ???
(86) Nacht in Angst (Erschienen: 1999)
Dauer: 56:16

Bämm! Das hier ist das volle Brett. Spannend wie nichts, stringent wie nichts, und haufenweise geniale Stimmen, die man seit Jahren liebt: Brügger, Schülke, Ahner, Quiatkowski, Hartmann, von der Meden...

Hier brauche ich einfach nicht viel schreiben! Es gibt noch ein paar Kleinigkeiten, die hier und da ein klitzebisschen seltsam wirken (wie z.B. Peter, der den Lufschaft von innen(!) zuschraubt, oder Justus, der total cool kontert, obwohl ein äusserst ungemütlicher Verbrecher eine Pistole auf ihn richtet - und gegen Ende wird schon vor Justs Monolog klar, WER der eigentliche Drahtzieher ist), aber die man bei diesem Gesamtpaket gern übersieht und verzeiht, weil Stimmung, Atmosphäre und Sprecher hier allesamt die perfekte Performance abliefern; allen voran "Alpha", dessen Skrupellosigkeit und Intelligenz optimal vermittelt werden.

Das einzig wirklich Negative ist, dass die Folge, so geil sie auch ist, länger hätte sein können. Denn sie bringt es nur ganz knapp auf eine Stunde; schade, dass man hier nicht die 80-Minuten-Grenze für CDs (bei MCs sind ja eh noch mehr drin!) voll ausgereizt hat, um die vielen Actionszenen aus dem Buch zu übernehmen (z.B. die Jagd auf Peter). 90%, so einfach ist das. KAUFPFLICHT FÜR ALLE!

Meine Wertung: 90%
Cover: Feuerturm12.06.2010

Die drei ???
(85) Feuerturm (Erschienen: 1999)
Dauer: 57:20

Hier habe ich immer so meine Probleme, wenn das Hörspiel gerade vorbei ist. Ich habe dann nämlich stets das Gefühl, ich hätte etwas nicht mitbekommen, oder sowas, und ich komme nicht dahinter, woran das liegen könnte.

Die Story ist schön mysteriös und leicht düster, viele Ortswechsel, gute Produktion, schöne Atmosphäre... ...und an den Sprechern und Sprecherinnen liegt es auch nicht, denn da finde ich nichts, was man bemeckern könnte. Es sind vielleicht einfach das Cover und der Titel. Feuerturm? Und was soll (auf dem Covermotiv) der Typ in dem Turmfenster und den Flammen im Hintergrund? Das Einzige, was dem nahe käme, ist doch die Szene, in der Justus und Bob sozusagen ein Feuer provozieren... Aber auch hier stimmt sovieles nicht, denn die beiden fallen nicht in das oberste Zimmer des Turms, sondern durch eine Falltür nach unten.

Ich habe einfach nichts, was ich wirklich bemängeln könnte, aber irgendwie auch nichts, was ich übermäßig loben könnte, die Story ist nachvollziehbar, nur eben das Ende etwas banal (Monica hätte, wenn dieser bestimmte Platz so wichtig in ihrem Leben ist, einfach mal dort vorbeifahren können, um zu gucken, ob Jonny diesen Ort meint), aber auch nicht unglaubwürdig - und dennoch fehlt mir jedes Mal ein Puzzelteil, wenn die Geschichte vorbei ist, ohne, dass ich das Gefühl hätte, dass etwas notwendiges nicht genannt wurde...

Einfach seltsam, oder? Vielleicht ist es schlicht das Empfinden, dass an dieser Geschichte auch nichts so wirklich hervorsticht, und dass Cover und Titel überhaupt gar keinen Sinn machen (im Buch übrigens auch nicht!). Ich vergebe nach langem Grübeln eine 74%-Note; die Folge ist nicht schlecht, sondern eher gut, aber am Ende fehlt mir einfach jedes Mal etwas...

Meine Wertung: 74%
Cover: Musik des Teufels12.06.2010

Die drei ???
(84) Musik des Teufels (Erschienen: 1999)
Dauer: 58:43

Eine echt schöne Sache, dieses Hörspiel. Spannend, flott erzählt, super produziert, der Erzähler erzählt nur, was nötig ist, Jelena wird ins ???-Universum eingeführt, und Lutz Mackensy als Vanderhell ist brilliant. Eigentlich könnte ich es direkt dabei belassen, denn damit hätte ich auch schon alles relevante gesagt.

Aber dennoch verbleibt mir ein Aspekt im Verborgenen: Der Anfang, mit dem sehr gereizten Bob Andrews, ist wirklich mal was Neues und auch sehr gut in Szene gesetzt. Nur verstehe ich nicht, warum Bob so gereizt ist. Klar, ok, es hängt mit der Droge zusammen, aber alle anderen, die dieser Droge ausgesetzt waren, haben sich auch nicht so aufgeführt, wie Bob. Wenn es dafür noch einen anderen plausiblen Grund gibt, hätte man den unbedingt erwähnen müssen. Denn so klasse wie der Anfang mit Bob ist, so unverständlich wird es, wieso er dann doch urplötzlich wieder ganz der Alte ist. Und vorallem: Wieso hat offenbar aussschliesslich Bob angespannte Nerven? Man hört zwar Jelena, wie sie Justus und Peter sehr derbe anpflaumt, und sie sollten sich vom Acker machen, und so weiter, aber immerhin sind die beiden auch in ihr Haus eingedrungen - und es ist zudem Jelenas Art, immer etwas schnippisch zu sein.

Nun, also abgesehen von diesem Erklärungsschönheitsfehler, gehört Musik der Teufels auf jeden Fall in eine ordentliche Hörspielsammlung, was ich mit einer Wertung von 84% belegen möchte.

Meine Wertung: 84%
Cover: Hörspiel-Musik • Das Beste von Jan-Friedrich Conrad02.06.2010

«Verschiedenes»
Hörspiel-Musik • Das Beste von Jan-Friedrich Conrad (Erschienen: 2010)
Dauer: 1:09:15

Wurde auch mal Zeit, dass Europa selbst einen Hörspielsoundtrack herausbringt - eeeeendlich!

Schade nur, dass diejenigen, die mit den Europa-Hörspielen zu A-Team, Knight Rider, Airwolf und Nightmare on Elm Street nichts anfangen können, die meisten der 31(!) Songs wohl nicht kennen und wiedererkennen werden. Zwar kennt man gut ein Drittel dieser Stücke auch aus "Die drei ???" oder "TKKG", doch im Wesentlichen zeigen schon die Namen der Songs, dass, obwohl die gesamte Gesaltung irgendwie "???-esque" wirkt, vorallem die Fans der Knight-Rider-Hörspiele bedacht wurden. War aber wohl nicht zu vermeiden, wenn dieser Soundtrack nicht floppen soll.

Denn trotz aller Qualität der einzelnen Tracks würde sie wohl niemand kaufen, weil viele keinen Bezug zu den Hörspielen von etwa Knight Rider haben, und weil der Name Jan-Friedrich Conrad auch nur wenigen geläufig sein dürfte. Wer allerdings eine etwas ausgeprägtere Hörspiel-Allgemeinbildung besitzt, bemerkt sogar, dass dieser oder jener Track auch in einigen Szenen vieler anderer Europa-Serien, wie etwa "LEGO Piraten" oder "TKKG" zum Einsatz kam.

Ach ja: Einige der ???-Fans werden sich bestimmt schon desöfteren gefragt haben, welcher Song als Jingle für die Game-Show in "Die drei ???" aus (109) Gefährliches Quiz zum Einsatz kommt. Nun, es ist die Knight-Rider-(Hörspiel-)Titelmelodie. Wer die schon immer suchte, hat sie jetzt gefunden! ;)

Da Hörspielmusik bekanntlich Geschmackssache ist und meistens auch eher einen nostaligischen Wert besitzt, wäre es etwas vermessen, Euch zu sagen, ob Ihr diese Songs mögen sollt, oder nicht. Denn die Produktion selbst ist absolute spitze und gibt sich kleinerlei Blöße. Einzig der Hip-Hop-/Rap-Song, auch wenn er ein Bonus-Track sein soll, ist für mich persönlich überflüssig und zur Gänze verzichtbar.

Wer seine ???-Fan-Bibliothek vervollständigen will - und das dürfte wohl auf die meisten Käufer/innen für dieses Produkt zutreffen! -, darf bedenkenlos zugreifen. Aber nur wer die Europa-Synthesizer-Hörspielmusik der 1990er im Allgemeinen mag und kennt, wird wirklich seinen Spaß mit der Compilation haben.

PS: Liebe Europas, BITTE bringt ENDLICH auch die vielen Orchestersongs (die z.B. bei "Masters of the Universe" immer zum Einsatz kamen) auf den Markt - und bitte auch die vielen, vielen genialen Tracks, die z.B. vornehmlich bei den TKKG-Folgen zwischen (35) Die Nacht des Überfalls und (70) Wer hat Tims Mutter entführt? verwendet wurden. Es wird wirklich Zeit - bitte, bitte! :)

Meine Wertung: 75%
Cover: Werwolf im Schafspelz02.06.2010

Jack Slaughter
(10) Werwolf im Schafspelz (Erschienen: 2010)
Dauer: 1:04:37

Kennt Ihr den schon? "Chuck Norris kriegt beim Praktiker 20% auf alles - auch auf Tiernahrung!" Oder den? "Chuck Norris isst keinen Honig - er kaut Bienen!" Kims Bruder, also Chuck Novak, wird von einem Werwolf gebissen, was dazu führt, dass er dadurch nächtens natürlich ebenfalls zum Werwolf wird. Kim liegt viel an ihrem Bruder, und sie, Jack und Tony beschliessen selbstverständlich, Chuck nicht einfach umzulegen, sondern, ihm zu helfen. Chuck trägt sein Schicksal mit Fassung, und lässt immer wieder Chuck-"Novak"-Witze einfliessen.

Natürlich sind diese Witze ein alter Hut, wenn man die letzten 2 Jahre nicht in einer Höhle gelebt hat, aber es ist trotzdem ganz nett, sie am Rande immer mal wieder in dieser Folge zu hören, weil sie nicht auf die "Ihr müsst jetzt lachen, liebe Hörer"-Tour gebracht werden, sondern fast schon ironisch und leicht subtil, weil Chuck (Novak) ja sowieso immer schon eine gepflege Menge Selbstbewusstsein hatte.

Beim Thema Subtilität ist mir ganz besonders aufgefallen, wie viel feinfühliger Simon Jäger (alias Jack Slaughter) seine Rolle mittlerweile mimt. Gerade in den Gesprächen mit seiner Grandma Abigail wird das deutlich, wenn er vor sich hinmurmelt, dass er nochmal durchdreht, weil seine Oma in ihm immer noch ein Mädchen sieht, und ihn "Jackie" nennt.

Überhaupt war es ja so, dass mir an den ersten Folgen immer missfiel, dass einige Gags etwas mit der Brechstange integriert und auf Nummer sicher wirkten (siehe z.B. (3) Das Tor zur Hölle), doch ist das hier gar nicht so. Jeder kleine Gag wirkt recht subtil und ist oft sogar originell; wenn man von den natürlich abgeguckten Chuck-Norris-Witzen absieht, die allerdings auch wieder sehr gut zu Chucks (Novak) Charakter passen und darum eigentlich ein Muss sind.

Das führt dann insgesamt dazu, dass (beinahe!) das gesamte Hörspiel wunderbar aus den Lautsprechern ankommt, da nun auch die komplette Story geschickt zwischen Ernst, Action und Witz pendelt, ohne, dass (beinahe!) irgendeines davon übertrieben geschauspielert oder fehl am Platze wirkt. Alles hat genug Ernsthaftigkeit und Rasanz, um unterhaltend und spannend zu sein, lässt aber immer genug Raum für einen Spaß am Rande (Tony erkennt den Werwolf-Chuck als Chuck, weil dieser immer kleine Roundhousekicks macht), ohne, dass dieser das Kopfkino zerstören würde.

Die zweifache "Beinahe"-Klammerbemerkung bezieht sich auf eine ca. zweiminütige Szene mit Basil Creeper und dem Delphin Flopper. Kleine (Sex-)Jokes am Rande sind, wenn sie passen und nicht überdimensioniert wirken, gewiss was Feines, aber Flopper, der endlich mal ran darf...!? Und umso seltsamer wirkt diese Szene, weil sie eigentlich rein gar nichts zur Story beiträgt, sondern höchstens unterhaltend wirkt, wenn man für dieserlei Scherze offen ist. Ruhig mehr Mut, liebe Macher/innen, und lasst die Gags der Sorte "Darüber lachen die Leute sowieso immer" bitte einfach weg! :)

Sieht man davon ab - oder besser: HÖRT man davon ab -, sehe ich allerdings verdammt rosige Zeiten für die Fanbase von "Die Tochter des Lichts", wenn die Produzenten, Schreiber und die Akteure am Mikro genau so weiter machen, wie jetzt in diesem Hörspiel. Eigentlich hätte ich auch gerne 92% oder vielleicht gar 93% vergeben, aber diese Flopperszene will mir einfach nicht gefallen. 91% - kaufen!

Meine Wertung: 91%
Cover: Das Geheimnis um TKKG30.05.2010

Ein Fall für TKKG
Das Geheimnis um TKKG (Erschienen: 2010)
Dauer: 57:25

Geheimnis? Was für ein Geheimnis? Hier wird nicht im geringsten Bisschen ein Geheimnis gelüftet - und schon gar nicht eines, das TKKG haben könnte. Aber naja, Herr Wolf hatte mit TKKG-Titeln schon immer seine eigenen Vorstellungen - nur hier hat er wirklich sehr derbe daneben gegriffen. Und das ist schade, weil das doch sowas wie eine Kennenlernfolge sein soll, nicht wahr?

Leider auch gibt es nicht wirklich was zum Kennenlernen, was nicht auch in (1) Die Jagd nach den Millionendieben - aber auch in fast jeder anderen TKKG-Folge - gleich in den ersten 10 Minuten klar wird: Tim = unfehlbare Sportskanone, Karl = unnötiges Superhirn, Klößchen = pfiffig, aber verfressen und tolpatschig, Gaby = hübsch und ein Mädchen.

Insofern ist das hier also eigentlich nichts weiter als ein doch recht normaler TKKG, aus dem 90er-Folgenbereich. Denn diese Folge hier erschien zur selben Zeit wie die Folgen (91) Crash-Kids riskieren ihr Leben, (92) Der grausame Rächer und (93) Die Opfer mit der kühlen Schnauze. Und als solche, ist das sogar eine der besseren Folgen aus diesem Zeitfenster. Kann man durchaus kaufen - doch sollte man natürlich nicht erwarten, hier irgendwas besonderes zu bekommen, nur, weil hier keine Nummeriung auf dem Cover steht, oder weil von einem "Geheimnis" die Rede ist.

Doch kommen wir zur Besprechung der Neuauflage, um die es hier geht: Wirklich alles wurde zu 100% neuaufgenommen. Leider ist natürlich Veronika Neugebauer als Gaby nicht mehr dabei, diesen Part hat Rhea Harder jetzt offenbar offiziell als Stammplatz inne, was mir persönlich gut gefällt. Sie klingt und spielt natürlich ganz anders als Veronika, und das braucht schon eine gewisse Eingewöhnung, doch ich mag ihre Gaby. Sieht man also von Tim, Karl und Klößchen ab, wurden ausnahmslos alle Rollen neu besetzt.

Inhalt, Handlung und Aufbau blieben zur Gänze unverändert, und auch die Dialoge sind bis auf ganz wenige Ausnahmen genau dieselben. Sie wurden allerdings, bedingt durch die Sprecherwechsel, ein wenig anders interpretiert. Das ist nicht schlechter, sondern eben wirklich nur anders... Aber man hat die Chance auch gleich genutzt, um einige "Tonprobleme" der Erstauflage auszumerzen. Gleich am Anfang z.B., als Greifke irgendwo anrufen will, klingt es ja beinahe so, als passiere rein gar nichts, weil alles so leise ist. Dasselbe gilt für die Radioszenen, die ebenfalls sehr flüsternd ankommen. In der 2010er-Version alles viel besser gelöst! :)

Die neue Version hat eigentlich nichts Neues oder Anderes zu bieten, sie wurde nur nochmal produziert, hat dafür aber wenigstens die Telefon- und Radioszenen weit besser hinbekommen. Im Gegensatz dazu höre ich die Altmeister wie Andreas von der Meden oder Stefan Brönneke einfach viel zu gerne, weshalb das für mich widerum der Pluspunkt der ersten Version von 1995 ist. Darum vergebe ich halt für beide Ausgaben dieselbe Wertung von 71%.

PS: Wer TKKG sammelt und auch unbedingt die Erstauflage haben möchte, sollte sich sputen, denn sie wird ab sofort nicht mehr vermarktet. Kurz: Die '95er-Version wird bald sehr rar und vielleicht ein begehrtes Sammlerstück sein, wenn man nicht auf Flohmärkten etwas Glück hat.

Meine Wertung: 71%
Cover: Das Geheimnis um TKKG30.05.2010

Ein Fall für TKKG
Das Geheimnis um TKKG (Erschienen: 1995)
Dauer: 53:21

Geheimnis? Was für ein Geheimnis? Hier wird nicht im geringsten Bisschen ein Geheimnis gelüftet - und schon gar nicht eines, das TKKG haben könnte. Aber naja, Herr Wolf hatte mit TKKG-Titeln schon immer seine eigenen Vorstellungen - nur hier hat er wirklich sehr derbe daneben gegriffen. Und das ist schade, weil das doch sowas wie eine Kennenlernfolge sein soll, nicht wahr?

Leider auch gibt es nicht wirklich was zum Kennenlernen, was nicht auch in (1) Die Jagd nach den Millionendieben - aber auch in fast jeder anderen TKKG-Folge - gleich in den ersten 10 Minuten klar wird: Tim = unfehlbare Sportskanone, Karl = unnötiges Superhirn, Klößchen = pfiffig, aber verfressen und tollpatschig, Gaby = superhübsch und ein Mädchen.

Insofern ist das hier also eigentlich nichts weiter als ein doch recht normaler TKKG, aus dem 90er-Folgenbereich. Denn diese Folge hier erschien zur selben Zeit wie die Folgen (91) Crash-Kids riskieren ihr Leben, (92) Der grausame Rächer und (93) Die Opfer mit der kühlen Schnauze. Und als solche ist sie sogar eine der besseren Folgen aus diesem Zeitfenster. Kann man durchaus kaufen - doch sollte man natürlich nicht erwarten, hier irgendwas besonderes zu bekommen, nur, weil hier keine Nummeriung auf dem Cover steht, oder weil von einem "Geheimnis" die Rede ist.

Ausserdem gibt es von genau dieser Folge eine Neuauflage von 2010: Das Geheimnis um TKKG - zu erkennen am neuinterpretierten Cover -, die eigentlich nicht nur eine Neuauflage ist, sondern eine Neuaufnahme. Wirklich alles wurde zu 100% neuaufgenommen. Leider ist natürlich Veronika Neugebauer als Gaby nicht mehr dabei, diesen Part hat Rhea Harder jetzt offenbar offiziell als Stammplatz inne, was mir persönlich gut gefällt. Sie klingt und spielt natürlich ganz anders als Veronika, und das braucht schon eine gewisse Eingewöhnung, doch ich mag ihre Gaby. Sieht man also von Tim, Karl und Klößchen ab, wurden ausnahmslos alle Rollen neu besetzt.

Inhalt, Handlung und Aufbau blieben zur Gänze unverändert, und auch die Dialoge sind bis auf ganz wenige Ausnahmen genau dieselben. Sie wurden allerdings, bedingt durch die Sprecherwechsel, ein wenig anders interpretiert. Das ist nicht schlechter, sondern eben wirklich nur anders... Aber man hat die Chance auch gleich genutzt, um einige "Tonprobleme" der Erstauflage auszumerzen. Gleich am Anfang z.B., als Greifke irgendwo anrufen will, klingt es ja beinahe so, als passiere rein gar nichts, weil alles so leise ist. Dasselbe gilt für die Radioszenen, die ebenfalls sehr flüsternd ankommen. In der 2010er-Version alles viel besser gelöst! :)

Die neue Version hat eigentlich nichts Neues oder Anderes zu bieten, sie wurde nur nochmal produziert, hat dafür aber wenigstens die Telefon- und Radioszenen weit besser hinbekommen. Im Gegensatz dazu höre ich die Altmeister wie Andreas von der Meden oder Stefan Brönneke einfach viel zu gerne, weshalb das für mich widerum der Pluspunkt der ersten Version von 1995 ist. Darum vergebe ich halt für beide Ausgaben dieselbe Wertung von 71%.

PS: Wer TKKG sammelt und auch unbedingt die Erstauflage haben möchte, sollte sich sputen, denn sie wird ab sofort nicht mehr vermarktet. Kurz: Die '95er-Version wird bald sehr rar und vielleicht ein begehrtes Sammlerstück sein, wenn man nicht auf Flohmärkten etwas Glück hat.

Meine Wertung: 71%
Cover: Meuterei auf hoher See29.05.2010

Die drei ???
(83) Meuterei auf hoher See (Erschienen: 1999)
Dauer: 57:59

Für mich persönlich büßt diese Folge viel Charme ein, weil nicht Karl-Walter Diess, sondern Franz-Josef Steffens die Rolle des Captain Jason spricht, denn Diess war es, der Jason damals schon in (30) ...und das Riff der Haie sprach. Nicht, dass Steffens einen schlechten Job machen würde, aber die Stimme ist nunmal nicht dieselbe, und das stört mich eben ein wenig.

Wirklich doof ist eigentlich nur, dass ich mich frage, was das eigentliche Ziel bringen sollte: Man infiziert andere mit voller Absicht mit einem Grippevirus, bedroht andere mit der Waffe, und zwingt sie, eine Forschung zu sabotieren (was zusätzlich viel Geld in den Wind schiesst!)... Und DANN glaubt dieser Typ, er bekomme jetzt eine Forschung finanziert? Selbst, wenn dieser Herr nun wirklich bedeutende Funde aufzuweisen hätte, wird man nur wegen seines Genies bestimmt nicht einfach darüber hinwegsehen, dass er sich mehrere massiv strafbare Tatbestände eingehandelt hat...

Deshalb würde ich ja eher sagen, dass der Kerl zunächst mal gepflegt ins Kittchen wandert, hm? Und in der Zwischenzeit wäre seine Arbeit dann sowieso von jemand anderem beendet worden? Welche Firma wartet denn bitte 5, 10 oder gar 15 Jahre auf Forschungsergebnisse? Kurz: Die Verzweiflung ist nachvollziehbar, aber auf jeden Fall bringt ihm seine Tat gar nichts, denn er verliert ja sowieso das, was er eigentlich erreichen wollte.

Schade, Herr Marx, es stimmt soviel an dieser Geschichte (und für den Sprecherwechsel können Sie ja nichts), aber die Unlogik, die gerade einem eher klugen Kopf überhaupt nichts einbringt, macht sehr viel kaputt. Er hätte gegen Ende zumindest sowas sagen können wie: "Das ist mir egal, mir ist nur wichtig, dass diese Dinge überhaupt ausreichend erforscht werden". Dann hätte er zwar leicht einen an der Waffel, aber zumindest hätte man ihm das noch abkaufen können, weil dieser Aspekt selbst erkannt und erklärt worden wäre. Doch so wirkt das mehr wie eine Lücke im Konzept.

Hinzu kommt, dass es hier keinerlei ???-Fall gibt, dass es nichts zu kombinieren oder mitzuraten gibt, und dass alles, was geschah, auch ohne die drei ??? an Bord passiert wäre. Sie waren eben einfach nur ebenfalls an Bord der Wavedancer und wir hören zu, bei allem, was geschieht.

Sieht man dieses Hörspiel auf diese Weise, und nicht als typischen ???-Fall, nimmt es jedoch wieder viel Fahrt auf und macht richtig Spaß, denn, wie erwähnt sind Produktion und Skript sind sehr atmosphärisch, und bringen das Gefühl, auf einem Schiff zu sein, klasse rüber: Wind pfeifft, Meeresrauschen, und die Besatzung ist sehr angespannt, was das Gesamtbild der Unzufriedenheit aller Beteiligten schön unterstreicht.

Und deshalb - und nur deshalb! - bin ich bereit, nochmal eine 70%-Wertung zu vergeben.

Meine Wertung: 70%
Cover: Die Karten des Bösen25.05.2010

Die drei ???
(82) Die Karten des Bösen (Erschienen: 1998)
Dauer: 1:08:35

Wieder eine Folge, die so eigentlich keinen Sinn macht, wenn man nach dem Titel geht. "Karten des Bösen"? Karten haben eigentlich gar nichts mit diesem Fall zu tun, wenn man davon absieht, dass Milva Summer gern Tarotkarten legt. Viel eher wäre es hilfreich gewesen, wenn der Titel Bezug auf die mögliche Reanimation nimmt... Aber naja... "Karten des Bösen" klingt halt cooler! :)

Dafür ist der Inhalt des Hörspiels richtig gut gemacht, die Thematik ist glaubwürdig erzählt, und am Ende wird es spannend. Man rät nicht nur mit, was da wohl los ist und wer mit wem und soweiter, sondern auch, WIE das möglich sein soll. Schön.

Die Produktion gefällt mir auch, hat aber kleine Defizite in der Sprecherauswahl. Die Volkmann war die perfekte Besetzung - die ist klasse als Milva Summer. Und Henning Schlüter gefällt mir auch gut. Aber Monty Arnold und Corny Littmann... ähemmm... ...also wirklich schlecht sind sie nicht, nur eben auch nicht gut. Menschlich vermutlich nette Leute, aber wieso kommen hier schon wieder C-Promis zum Einsatz?

Gott sei Dank haben die beiden zwar schon relativ wichtige, aber eben auch keine wirklich tragenden Rollen, sodass Ihr Sprachanteil recht gering ist und ich gute 76% vergebe. Keine Topfolge, aber eine von den guten auf jeden Fall.

Meine Wertung: 76%
Cover: Vermißte Kids und Killerpflanzen16.05.2010

Ein Fall für TKKG
(105) Vermißte Kids und Killerpflanzen (Erschienen: 1997)
Dauer: 48:41

So, liebe Leser und Leserinnen, Ihr müsst jetzt ganz furchtbar stark sein. Denn diese Folge ist an $§$%/()/$?"§ kaum zu überbieten! Und ich schreibe hier nicht einfach nur von zuvielen Zufällen, oder irgendsowas, sondern Stefan Wolf hat es mit dieser Folge wirklich geschafft, offiziell zu sagen: "TKKG kann man nicht mehr ernst nehmen!".

Ein irrer Biologe und Gartenfreak pflanzt auf einem chemisch verseuchten Boden fleischfressende Pflanzen hinter einem alten Kernkraftwerk. Aber keine normalen, sondern DREI METER GROßE fleischfressende Pflanzen! Jetzt will dieser (selbstverständlich) super-hyper-intelligente Irre zwei Mädchen an seine 3 Meter großen fleischfressenden Pflanzen verfüttern. Er geht also an einen Bahnhof und krallt sich die Mädels.

Aber natürlich fährt dieses Genie einen mega-auffälligen Ami-Schlitten, der fast jedem Passanten auffallen könnte, anstatt einen G*lf oder so... Doch nicht nur das! Der Komplize in Polizeiuniform ist locker mal weit über 2 Meter groß, und niemand auf dem Polizeipräsidium kennt so jemanden im Kollegium... ...und so dämlich, wie unser Genie ist, läßt er sich auch noch - aus Versehen - seine Hand abbeissen! Klaro, dass TKKG ohne Probleme auf seine Spur kommen.

Wer jetzt aber glaubt, dass ich übertreibe, der irrt sich leider. Es gibt diese 3-Meter-Pflanzen, die kleine Mädchen fressen sollen, WIRKLICH - also im Hörspiel, versteht sich. Und nur wegen der beiden extrem auffälligen Bestände (2-Meter-Mann, Ami-Schlitten) finden TKKG den Weg zu ihm. Und ja, auch die Hand wird dem Biologen abgefuttert - von einer der Pflanzen!

Ich verliere hier lieber kein weiteres Wort mehr dazu, sonst glaubt Ihr noch, dass ich in einem Satireanfall übertreibe! ;) Jedenfalls: Interessant ist noch, dass Niki Nowotny eine Doppelrolle spielt. Eigentlich albern, dass Europa versuchte, dies unter dem Pseudonym Hugo Benziger zu kaschieren. Denn jedes Kind erkennt diese Stimme deutlich als jene von Karl Vierstein. Cool finde ich dafür den Namen Mögezoff für den Komplizen, DAS ist das einzig wirklich Gute an diesem Hörspiel... 15%. Aua, aua, aua, ganz, ganz mieses Hörspiel, ganz, ganz mies!

Meine Wertung: 15%
Cover: Im Wettbüro des Teufels16.05.2010

Ein Fall für TKKG
(104) Im Wettbüro des Teufels (Erschienen: 1997)
Dauer: 47:33

Tolles Hörspiel! Ganz ohne Sarkasmus in meinen Worten! Diese Folge ist echt gelungen. Originelle Idee, zwar etwas makaber, aber gut. ...nun, da das schon mal geklärt ist, muss ich natürlich wieder auf einige Dinge eingehen, die einfach nicht unterschlagen werden dürfen! Allem voran: Tim outet sich hier ganz eindeutig als Prügelkid. Wie abfällig er Gabys Contra-Fighting-Argumente beseitewischt, und sie sogar noch ins Lächerliche zieht, indem er sie kommentiert... Wenigstens EINMAL gibt Tim es also zu! ;)

Lustig auch, wie Tim Herrn Glockner sagt, dass Selbstjustiz bei TKKG nicht drin sei... Wie bitte!? Selbstjustiz ist nicht drin? Das habe ich aber ganz anders in Erinnerung. Wie oft hat Tim jemandem mehr wehgetan, als es nötig gewesen wäre? Denkt hier nur mal an (56) Todesgruß vom Gelben Drachen. Der Erzähler sagt sogar extra dazu, dass Tim etwas schmerzhafter zugange ist, weil die Verbrecher Gaby Drogen verabreichen wollten! Und wie oft hat Tim jemandem eine geschmiert, einfach nur, weil er jemanden für den Täter hielt? Erst in (103) Mörderischer Stammbaum gab es diesen Fall (ganz am Anfang mit dem Passanten, den Tim für den Beisser hält). Kurzum: Diese Aussage ist schlicht gelogen - aber wenn man sie das erste Mal hört, und sich dabei an die vielen Hörspielstunden mit TKKG erinnert, hat man wenigstens was zu lachen! ;)

Aber die Folge ist trotzdem gut - auch ohne übermäßig viel Hörerironie, ganz ehrlich! Ich höre sie gern, und sie macht ausserdem Mut, daran zu glauben, dass bald wieder bessere TKKG-Folgen kommen werden. Und die Szene, in der Tim den Halbi im Gespräch mit Leo Fressner belauscht, erinnert mich stark an (4) Das Paket mit dem Totenkopf... und die Stimme von Helga erinnert mich frappierend an die Stimme von André Minninger. Aber das sei hier nur als Insiderinfo genannt. ...ganz ohne dass ich mich verbiegen muss, vergebe ich 80%! Auf diesem Niveau ist das "Neu-TKKG"-Quratett durchaus gut zu konsumieren.

Meine Wertung: 80%
Cover: Mörderischer Stammbaum12.05.2010

Ein Fall für TKKG
(103) Mörderischer Stammbaum (Erschienen: 1997)
Dauer: 48:24

Was geht denn hier los? Tim nötigt, prügelt und droht hier ja ganz ordentlich - sogar für SEINE Verhältnisse unwahrscheinlich viel. Getreu der Devise: Lieber erst schlagen, dann fragen - kann ja nicht schaden. Es fällt wirklich sehr, sehr schwer, sich diese Folge selbst mit Ironie oder Sarkusmus zu garnieren, damit man beim Hören seinen Spaß haben kann. Denn was hier alles passiert - also WOW!

Auch die Story ist irgendwie total beschallert! Ein durch die Gene vererbarer Schändungs- und Beisstrieb? Und weil der Ur-Großvater ein ganz schlimmer Finger war - sogar nachweisslich! -, fürchtet Kovechluser um sein Ansehen? Wo bitte soll ihn DAS denn noch gefährden? Ich fasse mal zusammen: Es lässt Stadttauben auf eine Art und Weise töten, die ja nun wirklich keine schöne Angelegenheit ist. Und er steht sogar öffentlich dazu. ICH finde seine Ansicht, sein Vorgehen und seine Argumente zwar ebenfalls absolut nicht in Ordnung - ganz im Gegenteil! -, aber der Kerl ist also jemand, der öffentlich Stellung zu seinen unschönen Aussagen und Taten bezieht. Das heisst, er steht sowieso im Kreuzfeuer - und das weiss er auch.

WIESO ZUM TEUFEL sollte es ihm also Schaden zufügen, wenn man erfährt, was für ein mieser Typ sein Urgroßvater war? Würde es irgendwas ändern, wenn die Öffentlichkeit davon erführe? Oder wenn sie Rückschlüsse zöge, so nach dem Motto: "Ahaaaaaa, daher weht der Wind. Er tötet die Tauben, weil sein Ur-Großvater grausam war! Also wenn das so ist, wähle ich den bei der nächsten Wahl nicht nochmal!?", oder was? Was für ein riesen Haufen an Schwachsinn ist das denn? Der Typ tut mit den Stadttauben etwas, was die Einen zur Weissglut treibt, andere leider befürworten, und was wiederum einige weitere leider völlig desinteressiert. Das wird sich auch durch die Tatsachen bezüglich seines Ahnen nicht ändern - wieso sollte es? Was kann ER für die Taten seines Großvaters? Und auch WENN es da einen Zusammenhang gäbe: Es würde nur ERKLÄREN - wenn überhaupt! -, warum er sowas tut, selbiges moralisch aber nicht im Geringsten untermauern.

Schon hier also ist dieser TKKG-Fall vollkommen unlogisch und zusammengestrickt - aber da in der Welt der unbekannten Millionenstadt die vier Kids unfehlbar sind, lässt sich Kovechluser erpressen... UND: Jawohl, Ihr ahnt es bereits! ER ist auch wirklich der polizeilich gesuchte "Beisser" - er tut dasselbe, was sein Altvorderer damals schon tat - wie sollte es auch anders sein? Gegen seine Gene kann man eben nichts machen! ;)

Ach, was schreib ich eigentlich soviel? Diese Geschichte ist der blanke Schwachsinn. Einzig die Pro-Tauben-Einstellung ist sehr löblich - nebst diversen Fakten am Rande (nicht der Taubenkot zerstört die Gebäude, usw.). Wer mal die ungekehrte Wirkung einer Aspirin erleben will, sollte unbedingt reinhören! Mit Ach und Krach noch 34% - wegen der Stadttauben-"Message"...

Meine Wertung: 34%
Cover: Angst auf der Autobahn09.05.2010

Ein Fall für TKKG
(102) Angst auf der Autobahn (Erschienen: 1997)
Dauer: 48:47

Rechnen wir mal nach! Vor 15 Jahren war Dennis Blotz 8 Jahre alt. Also ist er heute 23. Dennis ist 11 Jahre älter als Tim, und darum ist Tim demnach 12! ZWÖÖ-HÖLF! Klar, ich weiss, mittlerweile ist er eigentlich immer 14, und war davor jahrelang 13, aber Stefan Wolf hat da offenbar selbst nicht wirklich nachgerechnet und einfach ein paar Zahlen genannt. Und der Knaller: Dennis, gerade fertig studiert und frisch von der Uni, bewundert Tim... Alles klar, Herr Kommissar! Aber hey! Wenigstens fährt ein Polizist mal NICHT auf Gaby ab, höhöhö...

Jedenfalls: Soll das alles ein Anzeichen dafür sein, dass Wolf die Serie selbst nicht mehr ernst nimmt? Aber es gibt offenbar noch MEHR Anzeichen, dass das so ist! Wer versteckt seine Autoschlüssel bitteschön unter einem der Kotflügel? Und wieso sollte das ausgerechnet bei der Familie eines Kommissars so sein? Wenn da die Karre gestohlen wird, ist man wohl selbst noch schuld wegen Begünstigung - zumal man als Kommissar es hätte besser wissen sollen.

Weiterhin nervt mich, dass Margot und Gaby Glockner sich darauf einigen, dass diese Gegend für Frauen zu gefährlich ist, und dass der gemeine Typ sich bestimmt nicht an einen Mann herangetraut hätte! Ja, an einen Mann wie John McClane oder Jack Bauer vielleicht, aber bei einem ganz normalen Durschnittstypen!? Der einzige Grund, einem Mann nicht die Handtasche zu klauen, ist wohl der, dass er - meistens zumindest - keine Handtasche trägt! Oder wollte Wolf hier ganz zart ein (potenzielles) Sittlichkeitsverbrechen andeuten? Aber auch hier gilt: Sowas passierte und passiert auch Männern - und besonders Jungs! - Herr Wolf. Überhaupt seltsam, dass Frau und Tochter eines Kiminalprofis nicht zumindest etwas in Selbstverteidigung geschult sind - und stattdessen haste was kannste wegrennen! Aber nee, geht ja nicht! Frauen sind Opfer - stimmt ja! ...aber ich verliere mich zu sehr in Details!

Und das hier waren nur die ersten ca. 10 Minuten des Hörspiels! Der Rest dümpelt so vor sich hin, ist im Ansatz halbwegs spannend, alles läuft am Ende wieder viel zu sauber zusammen, und auch nur durch einen doofen Zufall. Die beiden Verbrecher kannten sich auch schon... Ach, was soll's... Ich mach' jetzt nochmal etwas Mathe: Folge 102 = 102%. 102 geteilt durch 2 macht 51. Also gebe ich 51%... Aber nur, weil die Sprecherleistungen gewohnt gut sind...

Meine Wertung: 51%
Cover: Opfer fliegen 1. Klasse05.05.2010

Ein Fall für TKKG
(101) Opfer fliegen 1. Klasse (Erschienen: 1997)
Dauer: 56:59

DAS HIER ist die lustigste TKKG-Folge aller Zeiten! Und ich meine nicht "ha-ha-lustig", sondern Zwerchfellkrampfalarm-lustig. Eigentlich ist diese Folge sooo witzig, dass sie "Hörer lachen 1. Klasse" heissen sollte.

Es fängt schon damit an, dass das beiderseitige Druckmittel von Herrn Leipel und Frau Flörchinger mehr als konstruiert ist: ein Bald-Toter, dem sein Ansehen auch posthum so viel wert ist, dass er der Flörchinger - auch posthum - aus der Hand frisst; obwohl niemand weiss, wer er, Leipel, eigentlich ist. OK, bei einigen Menschen ist das vielleicht so, aber es geht ja noch weiter! Die Flörchinger widerum ist auch nicht ohne Tadel und ihrerseits erpressbar, wenn auch auf andere Weise. Denn natürlich MUSS sie dringend regelmäßig schwimmen; und zwar aus medizinischen Gründen, und natürlich hat sie auf öffentliche Freibäder keine Lust, weshalb der Leipel leichtes Spiel hat, sie bald zu sich in den Himmel zu holen - natürlich posthum, nicht zu vergessen. Und überhaupt: Hatten wir diese "Über den Tod hinaus"-Sachen nun nicht auch schon einige Male!?

Aber egal, denn auch DAS war noch nicht alles! Alles, und zwar wirklich alles, was TKKG, allen voran Tim, von irgendwem hören, wird sofort zu einer Theorie versponnen. Aber was für Freunde wären Karl, Klößchen und Gaby, wenn sie in seinen Vermutungen nicht des Pudels Kern erkennen würden!? Es geht also so: TKKG hören was von zwei Brüdern. Einer tot, aber dafür Daddys Liebling, der andere lebt noch - aber bald nicht mehr -, und hatte es im Leben stete bockschwer. Beide Brüder sind in eine Flugzeugexplosion verwickelt. Auf die eine oder andere Art - also ist es doch nur logisch, dass der noch lebende Bruder den anderen töten wollte.

Nun stirbt der Leipel also und TKKG erfahren, dass er seine Ex-Frau, Frau Flörchinger, überhaupt nicht leiden konnte. Und weil sie die Villa vom Leipel erbt, und sie viel Schwimmen muss - und die Villa einen Pool hat!! -, ist es doch klar wie Kloßbrühe, dass er die Flörchinger durch den Pool umbringen will. Sozial veranlagt, wie der Millionenstadt-Vierer nunmal ist, düsen sie zur Flörchinger, und stecken ihr, dass der Leipel sie - VERMUTLICH - umbringen will; posthum! Die Flörchinger findet das eben Gehörte überhaupt nicht lustig und schmeisst TKKG raus und droht die Polizei zu holen. ...und Gaby sagt, dass die Polizei für den Verdacht (ein VERDACHT!) bestimmt sehr offen sei. WIESO ZUM TEUFEL!? Es ist nur eine zusammengesponnene Mutmaßung, die noch nicht mal wirklich begründet ist. Dass diese Dinge einen gewissen Wahrheitsgehalt haben, wissen nur die Hörer/innen - TKKG aber nicht.

Und DAS HIER, Leute, war nur der grobe Faden. Diese Folge strotzt vor absurden Zusammenhängen, dass es eine wahre Freude ist, ihr zuzuhören. Nein, wirklich, diese Folge ist so dermaßen hanebüchen, beknackt, hohl, bescheuert und dämlich (ja, ich habe diese Worte gerade eben wirklich auf einmal benutzt!), dass man den Eindruck hat, Wolf wollte mal eine Comedyfolge schreiben. Es hagelt Zufall auf Zufall, unnachvollziehbare Schlußfolgerung auf unnachvollziehbare Schlußfolgerung und merkwürdige Charaktereigenarten, dass es eine... na, Ihr wisst schon!. Es ist wie bei "Das Leben des Brian". Nur dass "Das Leben des Brian" lustig sein sollte und wollte; diese Folge jedoch will das ja eigentlich gar nicht sein. Sie will nur einen spannenden Fall erzählen.

Das tut dem Spaß beim Hören absolut keinen Abbruch, aber hier hat Wolf es wirklich, wirklich so richtig dick und fett übertrieben. Im Gegensatz dazu stehen die wie immer geniale Produktion von Frau Körting und auch die wirklich bombig besetzte Cast. Vorallem Judy Winter spielt die Rolle von Irene Flörchinger perfekt! Fies, aber nicht gänzlich gefühlskalt, abgebrüht, aber nicht über-Leichen-gehend. Ihren kleinen Ausraster gegenüber TKKG, oder wie sie nebenbei ganz lässig erwähnt, Frau Kühnert solle tapfer bleiben - brilliant. Die Winter ist einfach perfekt für solche Rollen. Wer sie als Dr. Clarissa Franklin aus "Die drei ???" kennt, kann sich damit ein grobes Bild von Irene Flörchinger machen.

Als Nerdfakt will ich noch eine witzige Kleinigkeit in meinen Text hier einmischen. Frau Körting spricht Valentina Vlenske unter ihrem Standardpseudonym "Pamela Punti", doch im Inlay, wo einige Sprecherbilder abgebildet sind, ist auch sie zu sehen, jedoch unter ihrem wahren Namen; Heikedine Körting. Ebenso wie ihr Mann, Andreas Beurmann, der den Ettel mimt. Unter seinem Bild steht sein Realname, in der Sprecherliste jedoch ist er als "Hans Meinhardt" aufgeführt. Loben möchte ich nebenbei auch noch André Minninger. Er ist vielleicht nicht der beste Sprecher aller Zeiten, aber er spielt immer völlig ausreichend. Was er besonders seiner Art zu Sätze und Worte intonieren und seiner Stimme verdankt, wie ich finde. Er hat so eine schöne Arglistiger-Drecksack-Stimme. Diesem Manne sollte man vielleicht mal eine Hauptrolle in einem Hörspiel geben. Ich höre ihn sehr gern und finde es schade, dass er meistens nur Ein-Satz-Auftritte hat.

So, nun zum Abschluss. Technisch habe ich nichts zu meckern. Europa selbst hat alles richtig gemacht. Aber die Geschichte ist sooo dermaßen abgedreht - und ich meine nicht diese "Die-drei-???-(92) Todesflug"-Abgedrehtheit! -, dass man die wirklich unbedingt hören muss. Insbesondere ???-Fans, die den Begriff TKKG nicht mal im Scherz in den Mund nehmen, MÜSSEN sich das einmal anhören. Selten so gelacht - wirklich! Und deshalb, und zwar NUR deshalb, gibt es eine 70%-Wertung. Das hier ist so unfreiwillig zum Brüllen komisch, dass ich nicht anders kann, als den Kauf zu empfehlen; ja, sogar dazu zu drängen!

Meine Wertung: 70%
Cover: Verdeckte Fouls04.05.2010

Die drei ???
(81) Verdeckte Fouls (Erschienen: 1998)
Dauer: 49:25

Wow, 'ne Sekten-Folge. Etwa zwei Jahre nach der "1860-München"-Affäre (ich nenn' das jetzt mal so) erscheint bei den drei ??? eine Folge, die doch sehr an die Presseberichte von 1996 erinnert. Ben Nevis hat zwar alle Namen verdreht, doch lässt sich der Zusammenhang einfach nicht abstreiten, denn Nevis benutzte sogar einen (quasi-fiktiven) Verein aus Deutschland(!), und die Begebenheiten sind mehr als ähnlich.

Aber es sind auch viele Dinge am Rande, die mir dazu dann noch etwas auf den Keks gehen. DaElba trifft Peter am Strand und erzählt ihm mal eben sein ganzes Leben - und auch das seiner Eltern und seines Bruders -, obwohl Peter nur fragte, wieso er "DaElba" heisst. Vielleicht ist DaElba ja nur redselig, einverstanden, aber DaElba plaudert nicht einfach nur, sondern gibt auf eine einfache, simple Frage eine romanartige Antwort, die alles nur irgendwie Wichtige für Detektive enthält, und alles, was für Detektive nicht interessant ist, nicht enthält - und er überlegt nichtmal für eine einzige Sekunde, was er als nächstes sagen sollte. Fast so, als hätte jemand bei DaElba auf "Play" gedrückt. Für einen Nicht-Amerikaner, der ob seines radebrecherischen Akzentes auch noch alle Satzbausteine sehr merkwürdig betont, eine beachtliche Leistung. Und nebenbei: Selbst mit Radebrecherei-Bonus klingt diese Szene furchtbar abgelesen.

Irgendwie stört mich auch Justs Beharrlichkeit wegen seines Zeitungsartikels, den ein gewisser Clayton ablehnt (im Buch heisst dieser Clayton übrigens nicht Clayton - wieso wurde hier der Name geändert, Herr Minninger?). Das wirkt so pseudo-aktivistisch für Politik und Theologie - und nicht einfach nur interessiert, wie bei Justus sonst der Fall -, und obendrein haut man der Hörerschaft fast schon TKKG-artig irgendwelche Gut-Mensch-Dogmen um die Ohren. Klar, es gibt Dinge, die sind nicht schön, und man sollte etwas unternehmen, aber bei den drei ??? wirkt das so reingedrückt, als würde hier BJHW es noch einmal versuchen wollen, obwohl Minninger und Marx die Serie während den letzten 8 Folgen wieder zu ihren alten Tugenden geführt haben. Kurz: Es passt einfach nicht so recht in den "Zeitrahmen", in dem die ??? sich gerade (sozusagen "wieder") befinden.

Nimmt man das alles mal beseite, ist das hier eine nette ???-Hörspielfolge, die man sich ab und zu ganz gut anhören kann, denn sie ist nicht wirklich schlecht. Es hapert nur an einigen Stellen, die dann schlicht nicht Fall-dienlich und ???-untypisch anmuten. Und das Thema Fussball wirkt mal wieder so richtig schön krampfhaft reingedrückt. Das hier ist Amerika, und die Amerikaner interessieren sich für Football, Baseball oder Basketball, und wieso will eine Sekte einen Verein, der nur mal eben in den USA zu Besuch ist, von den USA aus unterwandern? Würde es nicht mehr Sinn machen, wenn man für diesen Zweck wenigstens eine US-Mannschaft genommen hätte? Von den Leseleistungen für die DaElba-Brüder-Charaktere gar nicht erst zu reden! Ich gebe 57%.

Meine Wertung: 57%
Cover: Fieser Trick mit Nr. 10002.05.2010

Ein Fall für TKKG
(100) Fieser Trick mit Nr. 100 (Erschienen: 1996)
Dauer: 45:18

Hmmm... Hier haben TKKG wirklich schon ihr 100. Hörspiel rausgehauen - wenn man die Sonderfolgen am Rande ausser Acht lässt, natürlich! Und? lässt man es ordentlich krachen? Treffen die TKKGs auf alte Bekannte? Gibt es irgendeine Art von Besonderheit, die mit dieser Folge in Verbindung zu bringen ist?

Naja, ein bisschen schon. Am Anfang, gleich nach der TKKG-Musik direkt am Anfang, ertönt ein kleines Fanfare - das ist alles. Wäre es nicht cool gewesen, wenn Detlef Egge, Rocker King, Bettelmönch Grombali oder z.B. Nicole Tepler ein Stelldichein gegeben hätten? Das geht nicht, sagt Ihr jetzt, weil die vier TKKGs ja nicht älter werden? Doch, das ginge! Guckt nur bei den drei ??? - ausserdem ist TKKG auf so vielen Ebenen schon längst irreal geworden, dass es DARAUF nicht mehr angekommen wäre, finde ich. Und in diesem speziellen Fall wäre das sogar völlig egal. Stattdessen kriegen wir einen "okayen, durchschnittlichen" Fall und ein blödes Fanfare.

Naja... Die Folge geht ansonsten in Ordnung. Sie ist gut produziert und weist mit Rathjen, Schüler und von Rospatt sogar einige Sprecher der alten Schule vor. Auch die vier Stimmen für TKKG sind in guter Form; wenngleich Klößchens hohles "Ähöhöööö"-Gelache etwas nervig ist. Mich stört hier auch irgendwie gar nicht so wirklich, dass wir wieder mal bei den bösen Gesellen haarklein belauschen, was diese planen, weil ich mehr damit beschäftigt bin, enttäuscht über die verpatzte Chance zu sein, mit der Jubläumsfolge (HALLLOOO! FOLGE NUMMER HUNDERT!! HALLOOOOO! HUNDERT FOLGEN!) einen dicken, fetten Kracher zu landen - und alles, was wir kriegen, ist ein unscheinbares Fanfare... nicht mal eine Doppel-Folge oder eine Folge mit Überlänge hat man daraus gemacht... Oder ein Gewinnspiel.

Naja, die Folge ist nicht schlecht, aber auch nicht gut. Doch tut Euch den Gefallen und erwartet nichts, wenn Ihr diese Hörspiel kauft. Es ist nur eine ganz normale Hörspielfolge - und eine mittelmäßige noch dazu. 63%!

Meine Wertung: 63%
Cover: Hilflos in eisiger Nacht02.05.2010

Ein Fall für TKKG
(99) Hilflos in eisiger Nacht (Erschienen: 1996)
Dauer: 1:09:42

Zweifelt ruhig an meinem Verstand, aber ich finde die Nummer 99 wirklich hübsch gemacht. Natürlich belauschen wir mal wieder ewig lange die Verbrecher, obwohl das überflüssig ist, weil Selbig dem Sommer am Ende sowieso erklärt, wie der Hase läuft, als er ihn quasi sterben lassen will - aber das ist halt ein Merkmal von Stefan Wolf, wenn ER die Hörspieleskripte schreibt: Spannung braucht man nicht. Und jeden hanebüchenen Sachverhalt muss man plausibel erklären, weshalb man das einfach den Bösen überlässt, denn die sind ja eh alle unzurechnungsfähig.

Aber davon ab hat die Folge viel Kultpotenzial. Tim hält sich echt mal wieder etwas zurück, und kontert nur dann mit Gewaltandrohung, wenn man im nahelegt, dass er sich selbst bald eine einfangen würde. Gerade das Gespräch zwischen ihm und Selbig - noch ganz am Anfang - ist lustig. Merkwürdig ist nur eine Sache: Ein Dreizehnjähriger will für seine Schülerzeitung darüber sprechen, was in einem bestimmten Brief steht. Selbig reagiert zwar etwas ruppig, doch geht es ihm da wie wohl den meisten: Was geht es andere an, was in persönlicher Post geschrieben steht? Noch dazu, wo es vielleicht in einer Schülerzeitung abgedruckt werden könnte!? Aber Tim ist auf Draht. Tim weiss, dass Selbig das nur deshalb nichts sagen will, weil er in eine "finstere Angelegenheit" verwickelt ist; ist ja vollkommen logisch.

Es passiert zwar die meiste Zeit kaum etwas actionreiches, aber dafür passiert auch nicht nichts. Es wird kombiniert, viele Orts- und Szenenwechsel, die Handlung ist nachvollziehbar. Echt gut. Dazu viele Altmeister: Kehlau, Rathjen, Schülke, von Rospatt... Corinna Wodrich, die vielen ???-Fans garantiert ein Begriff ist, hat hier übrigens einen Gastauftritt, auch, wenn er nicht von großer Bedeutung ist. Dasselbe gilt für André Minninger, der im Inlay ungenannt bleibt und dafür aber auch nur "Das ist der Kick'k!" vor sich hinbrabbelt.

Um zum Abschluss zu kommen: Natürlich ist diese Folge, besonders dann, wenn man sie den Klassikern vergleich, kein Superhit der Hörspielkunst. Aber für den Kohl, der im aktuellen TKKG-Folgenumfeld so verzapft wurde und noch wird, ist das hier wirklich super gelungen. Sodass man trotz der vielen Kopfschüttel-Momente mit Ironie an die Sache herangehen und dabei dann viel Spaß haben kann. 70%!

Meine Wertung: 70%
Cover: Geheimakte Ufo27.04.2010

Die drei ???
(80) Geheimakte Ufo (Erschienen: 1998)
Dauer: 58:11

Tu' ich diesem Hörspiel unrecht, wenn ich es als knallhart kalkulierte "Mainstream-Folge" abstemple? Sicherlich nicht. Aber das ist eigentlich auch nicht schlimm, denn André Marx verstand es, ein Thema, dass es so noch nicht bei den ??? gab, aufzugreifen, und andererseits dieses Thema so zu verpacken, dass man ihm eigentlich nur gratulieren kann, und das Akte-X-Kopiefeeling großzügig zu übersehen.

An "Geheimakte Ufo" ist soweit echt nichts zu mosern, nur, dass die Auflösung fast schon zuuuu simpel und nachvollziehbar ist; dafür aber bricht Marx erneut mit dem bis vor kurzem ja noch geltenden Gesetz, bereits erschienene Fälle auszuklammern, und das gefällt mir. Nicht, weil er einen Charakter zurückholt, der so wahnsinnig wichtig oder interessant wäre, sondern, weil er somit mehr und mehr den Weg bereitet, in weiteren ???-Werken ganz klar Bezug auf alte Abenteuer und ihre Figuren zu nehmen; was dann ja auch immer mehr getan wurde.

Als Nerdfakt bleibt mir noch vorzuweisen, dass Marx die drei Detektive hier zum ersten Mal "Realität" schnuppern lässt, indem er augenzwinkernd durchschimmern lässt, dass es eine Rocky-Beach-Homepage im Internet gibt, obwohl der Ort selbst ja rein fiktiv ist... Ausserdem das seltsame Löwengebrüll (auf der CD bei Track 4 an Stelle 4:11), das irgendwie keinen Sinn ergibt.

Keine Superfolge, aber eine von den besseren G'schichten ist sie. 72%, wie ich finde, sind gerechtfertigt.

Meine Wertung: 72%
Cover: Die Haie vom Lotus-Garten17.04.2010

Ein Fall für TKKG
(98) Die Haie vom Lotus-Garten (Erschienen: 1996)
Dauer: 58:52

Ein echter Ausrutscher nach oben, zwischen all dem mittelmäßigen bis schlechten Gemüse dieser TKKG-Epoche. Nachvollziehbare Handlung, flott erzählt, nicht allzu viel "Verbrecherbelauscherei"... Woran das liegt? Vielleicht an André Minninger. Denn achtet mal auf den Begleitsatz, der immer auf dem Cover steht: "Ein Hörspiel NACH Stefan Wolf". Bei den letzten Folgen (und auch den folgenden) steht häufig "Ein Hörspiel VON Stefan Wolf", was heisst, dass Stefan Wolf NUR das Buch schrieb, und jemand anderes sich dann um das Skript für's Hörspiel kümmert. Und das hört man einfach raus. Klar, Minninger musste sich schon an die Buchvorlage halten, aber er verstand es, dessen dröges, stereotypisches Geseier möglichst zu umschiffen und eine der besseren Neuzeit-TKKGs zu kredenzen.

Einige typische Merkmale sind zwar nach wie vor enthalten, aber man nimmt sie nicht so sehr wahr, weil das Drumherum echt in Ordnung geht. Übrigens wird so allmählich immer deutlicher, dass bei der Europa-Sprecher/innen-Riege ein Umbruch stattfindet: Es tauchen mehr und mehr neue Namen auf, und die Stimmen klingen alle oft auch noch sehr jung. Das ist beileibe nichts Falsches, aber ich wollt' mal draufhingewiesen haben.

Jedenfalls: Die Haie vom Lotus-Garten sind absolut in Ordnung, und wer einiges mit Ironie nimmt, wird sie sogar richtig gut finden. Der technische Aspekt ist ausserdem auch wie immer tadellos: Frau Körting macht ihren Regiejob wie immer wunderbar, hinter den Mikros sind Könner am Werk - nur die Musiken sind mir einen Tick zu dancefloorlastig, aber akzeptabel. Gute 73%.

Meine Wertung: 73%
Cover: Die Hand an den Sternen16.04.2010

Ein Fall für TKKG
(97) Die Hand an den Sternen (Erschienen: 1996)
Dauer: 40:35

"Sie hatten sich geschworen, es im Leben zu nichts zu bringen!", absolute Klasse, dieser Satz! Ich sehe die Teenies förmlich in irgendeinem Hinterhof um brennende Mülltonnen herumstehen, alle mit 'ner Pulle Bier in der Hand, und sie stoßen feierlich darauf an, später mal in der Gosse zu landen, und auch mit 45 noch Mercedes-Sterne zu abzubrechen. Wie üblich kommen wir aber auch hier mal wieder nicht ohne die Wolf'schen "Ähnlichkeiten" aus, sodass Herr Anschütz also keine andere Wahl hat, Sandra mit Gaby zu verwechseln - ist ja klar! :)

Ach, was schwafel ich rum!? Diese Folge ist einfach nur panne, dämlich und über die Maßen konstruiert. Die zugrundeliegened Idee dafür finde ich ja wirklich gut, aber wie das hier zusammengeschrieben wurde... also das geht mal gar nicht. Stereotypisches Klischeebild der Jugend, TKKG hocken nur beim Anschütz in der Bude rum, alles wird ihnen zugespielt, und es gibt keinerlei Action oder was zum Lachen. Und dann ist Glockner mal wieder übergnädig, statt mal so richtig zu explodieren! Un-Be-Dingt-Fin-Ger-Weg! Ganz, ganz mies! 20%, mehr nicht, auf keinen Fall!

Meine Wertung: 20%

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