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Das Rezensions-Archiv

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Cover: Vampir im Internet22.08.2010

Die drei ???
(88) Vampir im Internet (Erschienen: 1999)
Dauer: 1:12:18

Bei (87) Wolfsgesicht hatte ich ja noch den etwas unglaubwürdigen "Realismus" kritisiert, und müsste dies jetzt eigentlich bei "Vampir im Internet" erst recht tun, aber hier ist die Sachlage ein wenig anders. Denn obwohl André Minninger (Autor dieses Falls) es zu keinem Zeitpunkt direkt erwähnt, sagt die Rahmenhandlung ganz eindeutig, dass dies hier ein Phantasy-Fall ist, dessen realer Zusammenhang - nämlich Geldmangel und Erpressung - nur Mittel zum Zweck ist.

Und Minninger hat das recht clever gelöst, wie ich finde. Der Fall ist nämlich ein Computerspiel, in dem es um Ghoule, Vampire und ähnliches Gelichter geht. Lediglich den technischen Rahmen sollte man nicht allzu genau betrachten. Denn ich kann mir wirklich nur verdammt schwer vorstellen, dass Computer damals (im Jahre 1998/1999) SOLCHE Leistungen zu verbrigen vermochten, wie es hier genannt wird. Doch weil alles andere wirklich hübsch verpackt wurde, ist es nicht gerade unmöglich, so zu tun, als wäre das alles (also die Leistungsfähigkeit der damaligen PCs) ein kleinwenig übertrieben! ;)

Die Produktion ist dafür umso gelungener. Tolle Effekte, schöne Atmosphäre und die Sprecherliste im Inlay liest sich sehr gut: Draeger, Paetsch, Brauren, Kehlau, Kreißler, Hasenau, Quiatkowski... Mir jedenfalls gefällt das Gesamtresultat ganz gut, was ich mit 70% unterstreichen möchte.

Meine Wertung: 70%
Cover: Wolfsgesicht22.08.2010

Die drei ???
(87) Wolfsgesicht (Erschienen: 1999)
Dauer: 53:46

Mal eine ganz nette Folge so für zwischendurch, die keine nennenswerten Tiefen hat, dafür aber auch nicht in nennenswerte Höhen ausbricht. Dass dieser Fall also in mittleren Gefilden heimisch ist, liegt an zwei Dingen.

Zum Einen gibt es diverse Faktoren, die auf mich einen seltsam konstruierten Eindruck machen. Warum hat Justus einen Baseballschläger in der Hand, als er den Laden betritt? Warum wird er sofort und ohne jedweden Beweis stumpf von den Cops angefallen und eines geplanten Verbrechens beschuldigt? Ist das nicht ein bisschen vorschnell, nur wegen eines Baseballschlägers? Wieso ist die Psychologin so merkwürdig abweisend und ablehnend gegenüber der drei ??? - ist sie einfach nur eine Erwachsene, die halt eben "keinen Bock auf Kinder" hat? Alles ungeklärte Fragen.

Zum Anderen ist es für mich irgendwie unglaubwürdig, wenn ein soweit intelligenter Kerl wie Rodder nicht einfach sein Verbrechen durchzieht und dann lieber mit Cotta Spielchen spielt, und dieser - mitsamt Kollegium! - zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise dahinter kommt, und immer stur dem Wortlaut folgt... Mir leuchtet schon ein, dass man einen "Rätselfall" irgendwie rechtfertigen muss, vorallem, wenn man sich nicht dauernd wiederholen will, aber Die drei ??? setzt nunmal seit jeher auf Realismus und stets erklärbare Phänomene, die lediglich Mummenschanz waren, und unter diesem Aspekt passt zwar die Grundidee wunderbar, ist aber irgendwie nicht optimal umgesetzt

Technisch ist dafür aber alles umso besser. Wie gewohnt eine sehr gute Produktion, und mit Ausnahme von Marcel Rinkenauer und Kathi Robens - die offenbar "nur" Fans sind - liefern alle Sprecher/innen Könner-Niveau ab.

Wer sich also auf den Fall einlässt und für seine Dauer die kleinen Schwächen verdrängt, kriegt sehr solide ???-Kost, die ich mit angemessenen 64% bewerte.

Meine Wertung: 64%
Cover: Im Schloß der schlafenden Vampire14.07.2010

Ein Fall für TKKG
(117) Im Schloß der schlafenden Vampire (Erschienen: 1999)
Dauer: 53:42

Nach den letzten beiden recht guten Folgen ist die 117 wieder nur okayes Mittelmaß, das mit seinem Stilmittel direkt an den sonstigen Folgen der 100er-Ära weitermacht: Klößchen lacht hohl, Karl spielt Handyzentrale, die Verbrecher werden an allen Ecken belauscht und die Fallzusammenhänge wirken sehr konstruiert, damit es irgendwie zusammenpasst.

Alles in allem ist diese Folge aber doch ganz hörbar. Als Besonderheit ist aber zu erwähnen, dass in diesem Hörspiel die dritte Generation der Draeger-Familie ins Rampenlicht tritt. Denn nach Wolfgang Draeger, und dessen Kindern Sascha und Kerstin, sind nun Florentine und Lili Draeger zu hören, und es wird schon an den jungen Stimmen deutlich, dass die beiden noch ganz, ganz neu im Geschäft sind - wenngleich man sofort Ihr Talent heraushört...

Ansonsten bleibt mir echt nicht viel zu sagen: Okaye Folge, die typischen TKKG-Neuzeitanleihen, die man als Fan nur mit etwas Ironie und Distanz hinbekommt, aber die dann durchaus Spaß machen und zur Heiterkeit anregen, weil die Serie sich praktisch gar nicht mehr ernst nimmt. 68%

Meine Wertung: 68%
Cover: Klassenfahrt zur Hexenburg09.07.2010

Ein Fall für TKKG
(116) Klassenfahrt zur Hexenburg (Erschienen: 1999)
Dauer: 53:58

Und Wolf tat es schon wieder! Nochmal übernahm er zu sehr weiten Teilen eine "Tom & Locke"-Geschichte. Dieses Mal ist es der fünfte Trampband "Heroin und 200 PS". Und das Resultat kann sich - schon wieder - sehr, sehr hören lassen. Tolle Folge, wirklich.

Nur der Titel ergibt überhaupt gar keinen Sinn. Nicht den geringsten! Eine Klassenfahrt zur Hexenburg? Wo denn? Gaby erwähnt nur, dass sie dorthin mitfahren darf - und das war's auch schon. Naja, lassen wir das, denn das hier echt einer DER Lichtblicke inmitten all dieser TKKG-Nieten, die seit den 90er-Folgen auf uns niederprasseln.

An dieser und an der vorherigen Folge (115) Der Diamant im Bauch der Kobra merkt man ganz deutlich, wie sehr sich der Wolf'sche 1980er-Stil vom Wolf'schen 2000er-Stil unterscheidet, denn für zwei Folgen kommt ein regelrechter "Stilbruch", der direkt eine gute (Folge 115) und eine sehr gute (diese hier) Geschichte liefert.

Ein Tick Unrealismus (Eine Burg in der heutigen Zeit belagern?), etwas Humor ("...und der Typ hat zwei Hände!"), eine recht spannende Handlung und dazu eine Cast, die grandios ist, darunter beispielsweise: Mackensy, Felicetti, von Rospatt oder Pages. Das klingt so gut, wie es sich hier liest. Also ruhig kaufen, liebe Leute! :)

Meine Wertung: 84%
Cover: Der Diamant im Bauch der Kobra09.07.2010

Ein Fall für TKKG
(115) Der Diamant im Bauch der Kobra (Erschienen: 1999)
Dauer: 49:30

Langsam gehen mir die Kladdentexte wirklich voll auf den Sack! Ja, wirklich: Voll auf den Sack! Wann immer TKKG was unternehmen, liest man in der Kurzbescheibung etwas von "Strudeln gefährlicher Ereignisse", von "Stichen in ein Wespennetz" oder von "Hetzjagden um Leben und Tod", und ähnlichem Schmus. Dabei trifft hier ja nun wirklich nichts davon zu. Natürlich ist das Jagen von Tieren nichts, was ich toll finde - im Gegenteil! -, aber man erlebt beim Zuhören absolut nichts, wo man denken würde, dass jemand die Büchse der Pandora öffnen würde.

Aber davon ab ist das hier einer der Fälle, den man ruhig gut finden kann. Die Story bricht seltsamerweise aus dem neuerlichen TKKG-Schema aus und bringt einen wirlich sehr soliden, gutklassigen TKKG-Fall ans Licht. Stefan Wolf hat einfach den dritten "Tom & Locke"-Trampband mit dem Titel "Opa ist der Held des Tages" genommen, und ganze Teile praktisch Wort für Wort kopiert. Wenn man es also genau nimmt, ist das hier nämlich gar kein TKKG-Fall, sondern einer von Tom und Locke. Und ja, das hilft tatsächlich, denn dieser Fall ist somit aus den 1980ern, und hier war Wolf eindeutig am besten.

Der Titel "Der Diamant im Bauch der Kobra" ist natürlich erstmal sehr schwach, weil er die Frage nach dem Verbleib des Diamanten direkt verrät. Aber hört man genau hin, geht es Wolf gar nicht um den Diamanten, sondern um die Machenschaften von Mortibodi und Co. Die Suche nach dem Diamanten ist also nur der Anstoss, um dann zufällig auf Mortibodis Spur zu kommen.

Dafür haut Wolf an anderen Stellen wieder voll rein: Logisch, dass ein Präparator seine Tierkadaver und -innereien einfach so in den Mülleimer schmeisst - sogar bei den illegalen Vorhaben -, na klar. Man muss nur kurz unter den Mülltonnendeckel schielen, und schon sieht man alles. Oder der Name "Leo Knacko". Oder wie die Ganoven den Mortibodi erpressen, und ihm dabei erzählen, was für ein Unmensch er doch sei... ;)

Ihr seht, der Fall ist voller Kleinigkeiten, bei denen man mit seinem "TKKG-Fan-Ironiemodus" sehr gut weiterkommt. Der Fall selbst ist soweit in Ordnung und hörbar, ist aber durchzogen von den üblichen TKKG-Marotten und kleinen Logiklöchern. Wer das nicht allzu wichtig nimmt, darf gern ein Ohr riskieren.

Meine Wertung: 70%
Cover: Die Sekte Satans30.06.2010

Ein Fall für TKKG
(114) Die Sekte Satans (Erschienen: 1999)
Dauer: 53:51

Mir ist natürlich bewusst, dass Stefan Wolf in dieser Geschichte absichtlich alles übertreibt... aber "Die Sekte Satans" ist eindeutig das schlechteste Hörspiel mit dem TKKG-Logo auf dem Cover, das man sich nur vorstellen kann. Denn bestimmt glauben Satanisten nicht, dass Erdbeersaft wie Menschenblut sei, das von einem Gehängten stamme. Überhaupt übertreibt Wolf es maßlos mit seiner, naja, Satanismus-Satire, und das zeigt eindeutig, dass er nicht im Geringsten recherchiert haben kann. Ich erspare mir hier wirklich mal das Ausweiden der "Satanistenfakten" in diesem Hörspiel, und komme zum eigentlichen Inhalt...

Denn der ist natürlich ebenfalls totaler Schwachsinn: Karl macht mit seinem Handy die Telefonhotline für Tim, alles, was Klößchen tut, ist seine hohle "Äääöhöhöööö"-Lache abzulassen, und Gaby und Tim feuern am laufenden Band irgendwelchen flachen Plattitüten in die Lautsprecher, und spotten über alles und jeden, wenn sie nicht gerade ohne Weiteres Zusammenhänge aus der Luft zaubern, um den Fall zu lösen (schliesslich gibt es in der ganzen riesigen Millionenstadt nur EINEN einzigen Ort, wo man Tiere verstecken kann - ist ja klar!).

Zwar spielen zwei meiner Stimmenfaves mit, nämlich Douglas Welbat und Katja Brügger, aber auch die überspitzen ihre Rollen so maßlos - was vermutlich Regieanweisung ist -, dass sich das insgesamt kein bisschen glaubwürdig anhört; aber das gilt für ALLE Gastsprecher/innen. Vielleicht hätte man ein wenig Atmosphäre retten können, wenn die Rollen etwas überzeugender klingen würden. Wäre aber möglich, dass man das so mal versuchte und feststellte, dass das ganze Hörspiel so eventuell noch schlechter wäre, also passen sich die Rollen einfach dem Drumherum an. Wozu gute Sprecherleistungen bei so einem Murks? Wenn, dann lieber Ton in Ton, nicht wahr?

Spannung? Null! Action? Keine! Unterhaltung - oh Gott... äh, oh Satan... auf keinen Fall! In gewisser Weise gibt es gaaaanz vage Parallelen zu (13) Die Bettelmöche aus Atlantis, doch während hier mit Verstand und einer Prise Aufklärung - die sogar begründet wird - hantiert wird, findet man sogar die Befreiungsaction am Schluss super kultig, auch, wenn sie eigentlich unglaubwürdig ist. Aber hier - bei einem so ernsten Thema - wird einfach nur Schwachsinn verbreitet, heruntergespielt, verharmlost, verallgemeinert und lächerlich gemacht.

Mit Ironie und Sarkasmus im Ohr kommt man hier leider auch nicht weiter, denn das hier ist einfach durch und durch mies - supermies, megamies! 8%, diese Folge ist absolut das Allerallerletzte!

Meine Wertung: 8%
Cover: Mit heißer Nadel Jagd auf Kids30.06.2010

Ein Fall für TKKG
(113) Mit heißer Nadel Jagd auf Kids (Erschienen: 1999)
Dauer: 43:25

Das hier ist ja nicht mal Mittelmaß, sondern einfach nur trashig, und es trieft nur so über vor Klischees. Da ist Herr Schneider doch tatsächlich verärgert, weil seine erwachsene Tochter sich OHNE seine Zustimmung jemandem vermählt hat (erst Jugendanbiederung durch eine hippe Phantasiesprache, und dann wird sich aber "vermählt"!??). Braucht man die Erlaubnis der Eltern, um jemanden zu heiraten? Oder tun GUTE Töchter sowas einfach nicht, hm?

Den Vogel schießt aber zweifelsfrei Gaby ab. Was zum Kuckuck hat bitte Feminismus, bzw. Gleichberechtigung damit zu tun, dass Glockner es nicht duldet, dass seine Tochter, die direkt bedroht wird, am Tatort verweilt...!? Da gibt es ein einziges Mal die perfekte Möglichkeit, das Gaby aus gutem Grund nicht mit darf (noch dazu zu einem Polizeieinsatz!), und Wolf parodiert das Ganze auf Grundlage des Feminismus, wo Gaby schon bei weit weniger gefährlichen Anlässen nicht mitdurfte, weil sie einfach nur ein Mädchen ist - auuuuuuuuuaaa!

Auch die Handlung ist Käse, wenngleich die Idee dahinter recht originell ist. Aber weil der Täter bereits deshalb verdächtigt wird, weil er Tim und Herrn Schneider unsympathisch ist, ist ja klar, wie die Sache ausgeht (der Typ IST der gesuchte Kerl!). Nicht zu vergessen, dass der miese Tätowier-Verein eine Geheimkobra auf dem Handrücken trägt, und Prickner hat diejenige mit einer 1 darin, und ist deshalb der Anführer... Allein beim Verfassen dieser Zeilen tut es weh, sich vorzustellen, dass jemand das ernsthaft als Jugendkrimi verhökert!

Schwachsinnig, einfach total schwachsinnig. Ein weiteres Beispiel? OK: Tim öffnet eine klemmende Autotür mit Karate. Nochmal: MIT KARATE! Er zückt einfach den Ultimate Handkantenschlag gepaart mit dem Kranichroundhousekick of Death - und *zack* schon springt das Türschloss auf und die Karosserie ist nicht mehr verbogen!

Da helfen weder "ironische Ohren" oder Delirium - 20%.

Meine Wertung: 20%
Cover: Bombenspaß bei Kies & Knete30.06.2010

Ein Fall für TKKG
(112) Bombenspaß bei Kies & Knete (Erschienen: 1999)
Dauer: 44:05

Tim, der sonst wegen jedem Atemzug eines beliebigen Passanten auf die Palme geht, denkt nicht im Traum daran, Klößchen mal bescheid zu geben, dass Böller und Autos keine gute Kombination sind; vorallem, wenn es sich dabei auch noch um für Jugendliche nicht authorisiertes Knallwerk handelt, wie Karl von sich gibt. Hat Klößchen da etwa eine gesetzliche Grenze überschritten!? Tze, tze... ;)

Schön auch der Gedanke, dass diese Bank mit den blöden Namen, wo Kinder ab und zu mit ihrem spärlichen Taschengeld vorbeischlürfen, Einladungskarten zu einer privaten Faschingsfeier an diese verschicken. Bei Klößchen könnte das ja noch irgendwie angehen, um sich bei seinem Daddy und seinem Zaster beliebt zu machen, aber sonst?

Spannung und Action gibt es gar nicht. Bei allem wird man als Hörer/in direkt informiert, wer wie was plant oder tut, und TKKG haben einen dicken Pakt mit Kommissar Zufall geschlossen. Und als die beiden Mädels mit dem Handy überlegen, wen sie wohl anrufen - und sie denken an Gaby, weil "das so gut wie bei der Polizei ist". Klar, ein "1-1-0" direkt zur Polizei ist ja auch viel weniger wert.

Auch die Verbrecher und die Entführungsopfer sind total unglaubwürdig. Die klingen so aufgedreht und künstlich gespielt. Und das ist schade, denn das Inlay quillt über vor namenhaften Größen der Branche: Doerk, Schermutzki, (Kerstin) Draeger, Dittmann, Bogdan, Endemann, Reisch, Schüler... Da hat man soviel Talent, und dann wird es einfach verheizt, weil niemand ernst spielt, sondern so seltsam affektiert.

Die Produktion ist das einzig Gute an diesem Hörspiel, die Körting hat's einfach drauf! Aber Handlung, Namen (Bankhaus Kies & Knete, Zoohandlung Rollbraten...) Dialoge und Stimmen - au Backe! 50%, mehr nicht!

Meine Wertung: 50%
Cover: Die tödliche Falle29.06.2010

Ein Fall für TKKG
(111) Die tödliche Falle (Erschienen: 1998)
Dauer: 48:07

"Butzke trat zu dem Boy", ich finde diesen Satz zum Schießen komisch. Es zeigt eindeutig, dass Wolf keine Ahnung hatte, wie er sich der Jugend anbiedern sollte. Dass er andere Vorstellungen von einer spannenden, abenteuerlichen Geschichte hat, als z.B. ich, ist ja noch akzeptabel; aber dass er sogar eine eigene Jugendsprache erfindet, das finde ich not very great! Dabei ist benannter Boy sogar echt cool drauf, wirklich. Die Art, wie er Bruno kommt, als dieser ihm einen Botenjob verschaffen will, ist wirklich klasse gemacht, aber dann dieser Name wieder. Unser "Boy" heisst nämlich "Erwin Grunzgrube"! Dazu muss man nichts mehr sagen, hm?

Woran ich mich aber wirklich stoße, ist der Fakt, wie man ein öffentliches Schliessfach so präparieren will, dass es explodiert, wenn man es über die Aussentür öffnet? Wie kam der Spitzbube denn bitteschön an die Rückwand, wenn das Fach selbst mit selbiger zu einer Wand steht? Oder steht da einfach so ein Schliessfach mitten auf weiter Flur? Und DANN bleibt noch die Frage, wie schnell das alles montiert wurde, wenn in der Zwischenzeit offenbar niemand etwas gemerkt hat.

Abschliessend reite ich noch auf die Vier vom TKKG herum. Das vermutlich lustig-seiende Segment bei Herrn Glockner, wo alle vier eine unterschiedliche Zeugenaussage machen, ist mehr als albern; aber ich meine nicht die lustige Art von Albern, sondern die lausige Art von Albern. Nicht zu vergessen Klößchens Machogeseier: "Boah, ist das 'ne heiße Braut... Boah...!", man hat das Gefühl, dass ihm gleich einer flöten gehe. Und auch hier wieder: Albern, denn obendrauf ist diese heiße Braut keine scharfe supermega Wuchtbrumme, sondern sie ist nur Bruno Butzke, der sich verkleidet hat... Hahaha, was habe ich gelacht!

Wie der Rest ist die Story auch für Nüsse... 45%!

Meine Wertung: 45%
Cover: Das Phantom im Schokoladen-Museum29.06.2010

Ein Fall für TKKG
(110) Das Phantom im Schokoladen-Museum (Erschienen: 1998)
Dauer: 53:42

Musste es denn gleich ein ganzes Museum für den großartigen Herrn Sauerlich sein, Herr Wolf? Und er wird sogar Ehrenbürger? Warum das denn? Weil er Schokofabrikant ist? Auch frage ich mich, ob Herr Sauerlich vielleicht ein Heiliger ist - oder zumindest einer sein soll. Wie sein Rivale dessen Komplizen am Telefon vorschwärmt, das tut ja weh: Nur die besten Zutaten benutze er, nur beste Qualität käme in Sauerlichs Kakaoprodukte, sogar sehr bekömmlich sei seine Schoki...

Aber wie vermurksen muss man seine Schokolade, damit man davon als Konsument Bauchkrämpfe bekommt? Und ich frage mich auch, ob Sauerlich und der Bösewicht die Einzigen sind, die Schokolade herstellen und verkaufen. Wenn ich so in deutsche Kaufhäuser gucke, dann sehe ich eine Vielzahl an Labeln... Naja, vielleicht liegt die TKKG-Millionenstadt ja auch gar nicht Deutschland!? ;)

Süß auch, um noch bei dem Schokothema zu bleiben: Gaby erzählt TKK von der Herkunft der Schokolade. Bei der Sache mit dem Tausch für einen Sklaven oder eine Sklavin ist sie empört. Richtig, das ist absolut nicht korrekt. Aber ausgerechnet Gaby regt sich auf? Jene, die Nachts ins Bett gehört, weil sie ein Mädchen ist? Jene, die bei Männersachen nicht mitmacht, weil sie ein Mädchen ist? Jene, die immer gleich "Hilfe, Tim!" ruft, wenn Ihr Fingernagel abbricht? Nachtigall, ick hör' Dir trapsen!

Ihr merkt schon, ich liebe diese Folge ...nicht sonderlich! ;) Alles sehr hanebüchen zusammengepfercht und hier wird zum wiederholten Male so richtig dick und fett alles laaaaang und breiiiiit ausklambüsert. Wieso zum Kuckuck geht die Action nicht einfach los und wir erfahren durch ein simples Geständnis, was die Verbrecher vorhatten?

Nur für TKKG-Kompletisten eine Investition wert - 58%.

Meine Wertung: 58%
Cover: Millionencoup im Stadion16.06.2010

Ein Fall für TKKG
(168) Millionencoup im Stadion (Erschienen: 2010)
Dauer: 54:53

Die neuen TKKG sind echt gut! Zugegeben, an die Spritzigkeit der alten Fälle innerhalb der 30er-Ära reichen sie nicht heran, aber das moderne Gewand der heutigen Jugend steht ihnen einfach - bin sehr beeindruckt, dass es gelungen ist, die Serie wieder flott zu machen, indem man TKKG vorallem wieder jugendlicher und weniger übermenschlich gemacht hat (Tim wettet mit Klößchen und löst danach sogar seine Wettschuld ein. Schade nur, dass wir DAS erst vor kurzem in (161) Ein Yeti in der Millionenstadt hatten). ...und Rhea Harder als Gaby gefällt mir besser und besser!

Auch von Wespe hat man sich offenbar wirklich voll und ganz verabschiedet und setzt wieder voll und ganz auf Kommissar Glockner (Edgar Bessen), der natürlich seinen seit mehreren Folgen bekannten Ettel (André Minninger) im Schlepptau hat; wer weiss, vielleicht bekommt Minninger ja sogar mal eine größere Rolle, weil Ettel eines Tages Herr Glockner ersetzen muss?

Zur EM-/WM-Zeit darf eine Fussballfolge natürlich nicht fehlen, daran haben wir uns in den letzten Jahren bei Europa natürlich gewöhnt, aber hier geht es weniger um das Fussballspielen, als vielmehr um Fussball-Merchandising, weshalb das Thema "Fussball" recht gut kaschiert wird und ich gern 76% gebe. Das wäre zu diesem Fall auch eigentlich alles. Grundsolide, gut produziert, nichts sticht großartig positiv oder negativ hervor.

PS: Jetzt biiiiiitte noch wieder mehr und längeres Internatsfeeling - biiiiitte! Lasst Tim nachts heimlich das Seil herunter- und wieder hinaufklettern, lasst Pauker ihm auf der Spur sein, lasst uns Mitschüler-auf-dem-Flur- und Geschirr-klappert-in-der-Mensa-Geräusche hören... Wenn DAS noch kommt, dürfte die Serie quasi optimal sein. :)

Meine Wertung: 76%
Cover: Mörderspiel im Burghotel15.06.2010

Ein Fall für TKKG
(109) Mörderspiel im Burghotel (Erschienen: 1998)
Dauer: 56:48

"TKKG geraten in einen Strudel dramatischer Ereignisse." heisst es im Kladdentext... Aber wo ist der Strudel? Wo die Dramatik? Wo die Ereignisse? Jedwede Spannung wird sofort im Keim erstickt, weil einfach alles laaaaang und breeeeit durchgesprochen wird, sodass unmissverständlich klar wird, dass da nicht mal ein winz'ger Hauch von Gefahr besteht. Wieso muss man denn dauernd alle Verbrecher belauschen?

Dabei fängt es sooo cool an! Internatszene, Wolf macht seine Seitenhiebe auf Obdachlose wieder gut, und lässt TKKG zur Abwechslung etwas FÜR diese Menschen tun... Aber dann geht es sofort bergab, denn alles, einfach alles, wird ausufernd erklärt. Dann sind TKKG beim Mörderspiel dabei und lösen schnurrstracks, überheblich und selbstgefällig natürlich alles im Alleingang und ohne jeden Denkfehler - sehr egoistisch, und egozentrisch sowieso. Wollen die Anderen etwa nicht mitspielen? Nein, wollen sie wohl nicht, sie lachen sich lieber einen Ast.

Warum zum Kuckuck hat man nicht erst nach und nach den geschauspielerten Mord im Visier und stellt dann fest, dass WIRKLICH ein Verbrechen stattgefunden hat, und dann muss man recherchieren!? Das hätte so spannend sein können. Doch was wir hier kriegen, ist eine fade Suppe ohne Pfeffer und Salz, aber mit immerhin noch 44% meinerseits, weil hier so einige Altmeister zu hören sind (König, Steffen, Ohlendieck, Baltus, Liptow, Reissert...) und weil die Produktion wie üblich sehr gut ist. ...ach, und warum hört man Karl praktisch nicht sprechen?

Meine Wertung: 44%
Cover: Das Konzert bei den Ratten15.06.2010

Ein Fall für TKKG
(108) Das Konzert bei den Ratten (Erschienen: 1998)
Dauer: 41:12

Glockners Auftrag für TKKG ist ja eigentlich schon in Ordnung und menschlich verständlich, aber ein Diebstahl ist nunmal ein Diebstahl, und Andi hat ja noch andere, leicht bizzare Hobbies, weshalb es logischer wäre, wenn man seinen Erziehungsberechtigten mal ordentlich bescheidstoßen würde, dass der Junge seelisch nicht ganz auf der Höhe ist.

Insofern verstehe ich nämlich auch nicht, wieso Tim und Gaby hier so sehr auf Verständnis und Sensibilität machen, wo sie sonst doch völlig abgetickt wären; und gerade Tim hätte Schläge angedroht, und Andi zur Polizei geschleift, und so weiter... Wie gesagt: Ich finde es eigentlich noch irgendwie ok, aber unter diesen Umständen ist es schon seltsam, dass man einfach alles verschweigen will.

Fragen muss ich mich auch, WIE SCHNELL das Wasser in der Kanalisation eigentlich steigt. Selbst wenn es 20 Minuten sintflutartig schütten würde, dürfte das nicht allzu sehr dafür sorgen, dass das Wasser so dramatisch ansteigt; vorallem weil es doch seit einiger Zeit regnete, als Andi, Max und Sven schon unten waren - da hätten sie doch merken müssen, dass das Wasser ansteigt...?

Albern ist allerdings, wie Gaby, Karl und Tim auf Sven und Andi schimpfen - und besonders unverschämt, wie Tim mal wieder eine Ohrfeige austeilt. Das ist für mich eine der Szenen, die mir einfach zu weit gehen, zumal Klößchen ja sogar noch ein fettes Lob für die Schelle ausschenkt. Herrliche Doppelmoral, wenn man an Glockners Auftrag und Rücksicht denkt.

Die Story selbst ist ok, und die Produktion ist es auch - aber wenn man mal über einige Sachverhalte nachdenkt, kann man nur den Kopf schütteln. 52%, mehr nicht!

Meine Wertung: 52%
Cover: Lösegeld für einen Irrtum13.06.2010

Ein Fall für TKKG
(107) Lösegeld für einen Irrtum (Erschienen: 1998)
Dauer: 59:06

Wieviele Brief-, neue oder beste Freundinnen kann Gaby eigentlich haben? Etwas merkwürdig auch, dass TKKG mal wieder in den Urlaub fahren - wie in der Folge (106) Mädchenraub im Ferienhaus erst passiert -, und das auch mal wieder nach Österreich. Und - oh Zuuuufall: Genau DAHIN fährt auch Regina... und - oh Zuuuufall - genau dorthin, wo TKKG und Regina sein werden, lebt ein Mädchen, das - oh Zuuuufall - der Regina zum Verwechseln ähnlich sieht! ;)

Dieses Mal haben sogar André Minninger und Frau Körting eine Ironie-Duftmarke hinterlassen. Bei den Riedenbachs explodiert etwas, Ute und Ralf sind verwirrt, und hören nur noch ein Auto wegrasen. Ulkiger Weise klingt das genau wie K.I.T.T. aus den Kinight Rider Hörspielen. Und in Österreich wird nicht in Schilling gezahlt, nein, man nutzt als Zahlungsmittel offenbar die Deutsche Mark. Und im Gespräch zwischen Gaby und Klößchen spricht Klößchen zwar immer Gaby an, aber sie spricht immer mit Karl! Naja, gut, ok, das ist nur ein kleiner Patzer, der verzichtbar ist - aber erwähnen wollte ich es trotzdem, wo ich schon mal dabei war, hehe.

Peinlich ist aber wieder mal einer unserer TKKGs: Karls Machogeseier darüber, dass Regina eine Sahneschnitte sei, ist echt nervig. Da trimmt Wolf unsere vier TKKG-Kids so krampfhaft auf Perfektion und Übermenschlichkeit, aber gerade in den Punkten, wo TKKG mit Leichtigkeit eine Vorbildfunktion ausfüllen könnten, vermasselt er es haushoch: Mädchen sind halt entweder nur ein paar "scharfe Ischen" - oder sie sind "kackenhässlich"... Ja, es mag sein, dass die Jugend heute so ist - und wohl auch damals schon war -, aber in allen anderen Punkten ist TKKG ja sonst auch immer so jugend-untypisch. Wieso dann nicht ausnahmsweise mal in einem sinnvollen Aspekt!?

Naja, Ihr wisst schon: Nehmt's mit Ironie und dann funktioniert die Folge super! Aber Wolf feiert hier wirklich ein riesiges Who-is-Who der am häufigsten recycelten TKKG-Ideen: Doppelgänger, Gaby hat eine neue beste Freundin, ein Mädchen wird entführt und ist somit Opfer, blabla... Naja, ich glaube, eine noch akzeptable 62%-Note ist eine gerechte Benotung.

Meine Wertung: 62%
Cover: Mädchenraub im Ferienhaus13.06.2010

Ein Fall für TKKG
(106) Mädchenraub im Ferienhaus (Erschienen: 1997)
Dauer: 55:45

Hier gibt es einige minimale Ähnlichkeiten zu (81) Horror-Trip im Luxusauto, was schon mal ein gutes Vorzeichen ist, denn diese Folge war ja auch gar nicht so übel... Der Plot von Folge 106 ist tatsächlich in Ordnung und die Szenen während der Autofahrt/en vermitteln ein angenehmes Reisefeeling.

Aber natürlich habe ich auch wieder was zu Meckern! :) TKKG fangen hier allmählich mit ihrem mehr als realitätsfernen Pseudo-Jugendslang an: "Her hör'n, Boys!"... Und die gute Claudia Schermutzki in der Rolle der Verkäuferin Sarah lässt Sprüche ab, wie: "Für ihr Zuckerweib, hä?"... Wusste gar nicht, dass die Jugend Anno 1997 schon SO cool war! ;) Weiterhin seltsam ist, dass, obwohl Nina Schweizerin ist, und wir zu großen Teilen des Hörspiels in Tirol, also Österreich sind, niemand auch nur einen leichten Dialekt spricht - wenn man von dem Russen absieht, der die ganze Zeit "perfekt" vor sich hinbrummelt. Und irgendwie ist gerade DER total spaßig: "Ich perfekt, Boss perfekt, Plan perfekt, alles perferkt... ...Geld auch perfekt... ...Plan nicht gut! Perfekt! Aber nicht gut!". Einfach super! :)

Stereotypen werden natürlich auch wieder massig verbraten: Türsteher, die sich für Gott halten, ein vermeintlich unsympathischer Fahrradhändler, der aber eigentlich nur etwas gereizt ist, weil seine Tochter entführt wurde, was aber wohl mehr als verständlich sein sollte, finde ich. Aber, naaa...? Ihr ahnt es schon, nicht wahr? Der Typ ist unsympathisch und natürlich hat er irgendwie seine Finger in dieser Entführungssache. Aber irgendwie ist gerade er es, der im gesamten Hörspiel - neben dem Russen - am besten rüberkommt. Durch seine überempfindliche, zickige, etwas bissige Art wirkt er sehr glaubhaft und beinahe schon... ja, beinahe schon sympathisch. Besonders viel Bonus kriegt er von mir für seine lässige Reaktion auf Tims Einmischung: "Da gibt's nichts zu helfen!".

Plattitüden und abgedrosche Phrasen gibt's auch am laufenden Band, wie etwa von Gaby: "Nichts ist wichtiger als Ninas Gesundheit und Leben!". Nicht, dass ich dem nicht zustimmen würde, aber dieser Umstand sollte ja wohl allen Beteiligten mehr als klar sein, hm? Da braucht es keine 13jährigen Bälger, die einen noch daran erinnern müssen, dass die eigene Tochter unbedingt wohlbehalten ins elterliche Heim zurückkehren muss! ;)

Na, Ihr merkt schon, diese Folge ist - ohne gewollt Slapstick zu sein - auf ihre Art sehr humorvoll und macht eine Menge Spaß. Wir TKKG-Freunde nehmen das, was eigentlich ungewollt komisch ist (Wolfs Pseudo-Jugendsprache, Gabys Pathosgeschwafel, TIM spricht mit den Verbrechern, Zeitungsannonce, etc.) mit Ironie, und der Rest ist einfach unterhaltend und in Maßen spannend. Eine von den besseren Folgen der frühen Hunderter-Ära, was ich mit 71% unterstreichen möchte.

Meine Wertung: 71%
Cover: Nacht in Angst12.06.2010

Die drei ???
(86) Nacht in Angst (Erschienen: 1999)
Dauer: 56:16

Bämm! Das hier ist das volle Brett. Spannend wie nichts, stringent wie nichts, und haufenweise geniale Stimmen, die man seit Jahren liebt: Brügger, Schülke, Ahner, Quiatkowski, Hartmann, von der Meden...

Hier brauche ich einfach nicht viel schreiben! Es gibt noch ein paar Kleinigkeiten, die hier und da ein klitzebisschen seltsam wirken (wie z.B. Peter, der den Luftschaft von innen(!) zuschraubt, oder Justus, der total cool kontert, obwohl ein äusserst ungemütlicher Verbrecher eine Pistole auf ihn richtet - und gegen Ende wird schon vor Justs Monolog klar, WER der eigentliche Drahtzieher ist), aber die man bei diesem Gesamtpaket gern übersieht und verzeiht, weil Stimmung, Atmosphäre und Sprecher hier allesamt die perfekte Performance abliefern; allen voran "Alpha", dessen Skrupellosigkeit und Intelligenz optimal vermittelt werden.

Das einzig wirklich Negative ist, dass die Folge, so geil sie auch ist, länger hätte sein können. Denn sie bringt es nur ganz knapp auf eine Stunde; schade, dass man hier nicht die 80-Minuten-Grenze für CDs (bei MCs sind ja eh noch mehr drin!) voll ausgereizt hat, um die vielen Actionszenen aus dem Buch zu übernehmen (z.B. die Jagd auf Peter). 90%, so einfach ist das. KAUFPFLICHT FÜR ALLE!

Meine Wertung: 90%
Cover: Feuerturm12.06.2010

Die drei ???
(85) Feuerturm (Erschienen: 1999)
Dauer: 57:20

Hier habe ich immer so meine Probleme, wenn das Hörspiel gerade vorbei ist. Ich habe dann nämlich stets das Gefühl, ich hätte etwas nicht mitbekommen, oder sowas, und ich komme nicht dahinter, woran das liegen könnte.

Die Story ist schön mysteriös und leicht düster, viele Ortswechsel, gute Produktion, schöne Atmosphäre... ...und an den Sprechern und Sprecherinnen liegt es auch nicht, denn da finde ich nichts, was man bemeckern könnte. Es sind vielleicht einfach das Cover und der Titel. Feuerturm? Und was soll (auf dem Covermotiv) der Typ in dem Turmfenster und den Flammen im Hintergrund? Das Einzige, was dem nahe käme, ist doch die Szene, in der Justus und Bob sozusagen ein Feuer provozieren... Aber auch hier stimmt sovieles nicht, denn die beiden fallen nicht in das oberste Zimmer des Turms, sondern durch eine Falltür nach unten.

Ich habe einfach nichts, was ich wirklich bemängeln könnte, aber irgendwie auch nichts, was ich übermäßig loben könnte, die Story ist nachvollziehbar, nur eben das Ende etwas banal (Monica hätte, wenn dieser bestimmte Platz so wichtig in ihrem Leben ist, einfach mal dort vorbeifahren können, um zu gucken, ob Jonny diesen Ort meint), aber auch nicht unglaubwürdig - und dennoch fehlt mir jedes Mal ein Puzzelteil, wenn die Geschichte vorbei ist, ohne, dass ich das Gefühl hätte, dass etwas notwendiges nicht genannt wurde...

Einfach seltsam, oder? Vielleicht ist es schlicht das Empfinden, dass an dieser Geschichte auch nichts so wirklich hervorsticht, und dass Cover und Titel überhaupt gar keinen Sinn machen (im Buch übrigens auch nicht!). Ich vergebe nach langem Grübeln eine 74%-Note; die Folge ist nicht schlecht, sondern eher gut, aber am Ende fehlt mir einfach jedes Mal etwas...

Meine Wertung: 74%
Cover: Musik des Teufels12.06.2010

Die drei ???
(84) Musik des Teufels (Erschienen: 1999)
Dauer: 58:43

Eine echt schöne Sache, dieses Hörspiel. Spannend, flott erzählt, super produziert, der Erzähler erzählt nur, was nötig ist, Jelena wird ins ???-Universum eingeführt, und Lutz Mackensy als Vanderhell ist brilliant. Eigentlich könnte ich es direkt dabei belassen, denn damit hätte ich auch schon alles relevante gesagt.

Aber dennoch verbleibt mir ein Aspekt im Verborgenen: Der Anfang, mit dem sehr gereizten Bob Andrews, ist wirklich mal was Neues und auch sehr gut in Szene gesetzt. Nur verstehe ich nicht, warum Bob so gereizt ist. Klar, ok, es hängt mit der Droge zusammen, aber alle anderen, die dieser Droge ausgesetzt waren, haben sich auch nicht so aufgeführt, wie Bob. Wenn es dafür noch einen anderen plausiblen Grund gibt, hätte man den unbedingt erwähnen müssen. Denn so klasse wie der Anfang mit Bob ist, so unverständlich wird es, wieso er dann doch urplötzlich wieder ganz der Alte ist. Und vorallem: Wieso hat offenbar aussschliesslich Bob angespannte Nerven? Man hört zwar Jelena, wie sie Justus und Peter sehr derbe anpflaumt, und sie sollten sich vom Acker machen, und so weiter, aber immerhin sind die beiden auch in ihr Haus eingedrungen - und es ist zudem Jelenas Art, immer etwas schnippisch zu sein.

Nun, also abgesehen von diesem Erklärungsschönheitsfehler, gehört Musik der Teufels auf jeden Fall in eine ordentliche Hörspielsammlung, was ich mit einer Wertung von 84% belegen möchte.

Meine Wertung: 84%
Cover: Hörspiel-Musik • Das Beste von Jan-Friedrich Conrad02.06.2010

«Verschiedenes»
Hörspiel-Musik • Das Beste von Jan-Friedrich Conrad (Erschienen: 2010)
Dauer: 1:09:15

Wurde auch mal Zeit, dass Europa selbst einen Hörspielsoundtrack herausbringt - eeeeendlich!

Schade nur, dass diejenigen, die mit den Europa-Hörspielen zu A-Team, Knight Rider, Airwolf und Nightmare on Elm Street nichts anfangen können, die meisten der 31(!) Songs wohl nicht kennen und wiedererkennen werden. Zwar kennt man gut ein Drittel dieser Stücke auch aus "Die drei ???" oder "TKKG", doch im Wesentlichen zeigen schon die Namen der Songs, dass, obwohl die gesamte Gesaltung irgendwie "???-esque" wirkt, vorallem die Fans der Knight-Rider-Hörspiele bedacht wurden. War aber wohl nicht zu vermeiden, wenn dieser Soundtrack nicht floppen soll.

Denn trotz aller Qualität der einzelnen Tracks würde sie wohl niemand kaufen, weil viele keinen Bezug zu den Hörspielen von etwa Knight Rider haben, und weil der Name Jan-Friedrich Conrad auch nur wenigen geläufig sein dürfte. Wer allerdings eine etwas ausgeprägtere Hörspiel-Allgemeinbildung besitzt, bemerkt sogar, dass dieser oder jener Track auch in einigen Szenen vieler anderer Europa-Serien, wie etwa "LEGO Piraten" oder "TKKG" zum Einsatz kam.

Ach ja: Einige der ???-Fans werden sich bestimmt schon desöfteren gefragt haben, welcher Song als Jingle für die Game-Show in "Die drei ???" aus (109) Gefährliches Quiz zum Einsatz kommt. Nun, es ist die Knight-Rider-(Hörspiel-)Titelmelodie. Wer die schon immer suchte, hat sie jetzt gefunden! ;)

Da Hörspielmusik bekanntlich Geschmackssache ist und meistens auch eher einen nostaligischen Wert besitzt, wäre es etwas vermessen, Euch zu sagen, ob Ihr diese Songs mögen sollt, oder nicht. Denn die Produktion selbst ist absolute spitze und gibt sich kleinerlei Blöße. Einzig der Hip-Hop-/Rap-Song, auch wenn er ein Bonus-Track sein soll, ist für mich persönlich überflüssig und zur Gänze verzichtbar.

Wer seine ???-Fan-Bibliothek vervollständigen will - und das dürfte wohl auf die meisten Käufer/innen für dieses Produkt zutreffen! -, darf bedenkenlos zugreifen. Aber nur wer die Europa-Synthesizer-Hörspielmusik der 1990er im Allgemeinen mag und kennt, wird wirklich seinen Spaß mit der Compilation haben.

PS: Liebe Europas, BITTE bringt ENDLICH auch die vielen Orchestersongs (die z.B. bei "Masters of the Universe" immer zum Einsatz kamen) auf den Markt - und bitte auch die vielen, vielen genialen Tracks, die z.B. vornehmlich bei den TKKG-Folgen zwischen (35) Die Nacht des Überfalls und (70) Wer hat Tims Mutter entführt? verwendet wurden. Es wird wirklich Zeit - bitte, bitte! :)

Meine Wertung: 75%
Cover: Werwolf im Schafspelz02.06.2010

Jack Slaughter
(10) Werwolf im Schafspelz (Erschienen: 2010)
Dauer: 1:04:37

Kennt Ihr den schon? "Chuck Norris kriegt beim Praktiker 20% auf alles - auch auf Tiernahrung!" Oder den? "Chuck Norris isst keinen Honig - er kaut Bienen!" Kims Bruder, also Chuck Novak, wird von einem Werwolf gebissen, was dazu führt, dass er dadurch nächtens natürlich ebenfalls zum Werwolf wird. Kim liegt viel an ihrem Bruder, und sie, Jack und Tony beschliessen selbstverständlich, Chuck nicht einfach umzulegen, sondern, ihm zu helfen. Chuck trägt sein Schicksal mit Fassung, und lässt immer wieder Chuck-"Novak"-Witze einfliessen.

Natürlich sind diese Witze ein alter Hut, wenn man die letzten 2 Jahre nicht in einer Höhle gelebt hat, aber es ist trotzdem ganz nett, sie am Rande immer mal wieder in dieser Folge zu hören, weil sie nicht auf die "Ihr müsst jetzt lachen, liebe Hörer"-Tour gebracht werden, sondern fast schon ironisch und leicht subtil, weil Chuck (Novak) ja sowieso immer schon eine gepflege Menge Selbstbewusstsein hatte.

Beim Thema Subtilität ist mir ganz besonders aufgefallen, wie viel feinfühliger Simon Jäger (alias Jack Slaughter) seine Rolle mittlerweile mimt. Gerade in den Gesprächen mit seiner Grandma Abigail wird das deutlich, wenn er vor sich hinmurmelt, dass er nochmal durchdreht, weil seine Oma in ihm immer noch ein Mädchen sieht, und ihn "Jackie" nennt.

Überhaupt war es ja so, dass mir an den ersten Folgen immer missfiel, dass einige Gags etwas mit der Brechstange integriert und auf Nummer sicher wirkten (siehe z.B. (3) Das Tor zur Hölle), doch ist das hier gar nicht so. Jeder kleine Gag wirkt recht subtil und ist oft sogar originell; wenn man von den natürlich abgeguckten Chuck-Norris-Witzen absieht, die allerdings auch wieder sehr gut zu Chucks (Novak) Charakter passen und darum eigentlich ein Muss sind.

Das führt dann insgesamt dazu, dass (beinahe!) das gesamte Hörspiel wunderbar aus den Lautsprechern ankommt, da nun auch die komplette Story geschickt zwischen Ernst, Action und Witz pendelt, ohne, dass (beinahe!) irgendeines davon übertrieben geschauspielert oder fehl am Platze wirkt. Alles hat genug Ernsthaftigkeit und Rasanz, um unterhaltend und spannend zu sein, lässt aber immer genug Raum für einen Spaß am Rande (Tony erkennt den Werwolf-Chuck als Chuck, weil dieser immer kleine Roundhousekicks macht), ohne, dass dieser das Kopfkino zerstören würde.

Die zweifache "Beinahe"-Klammerbemerkung bezieht sich auf eine ca. zweiminütige Szene mit Basil Creeper und dem Delphin Flopper. Kleine (Sex-)Jokes am Rande sind, wenn sie passen und nicht überdimensioniert wirken, gewiss was Feines, aber Flopper, der endlich mal ran darf...!? Und umso seltsamer wirkt diese Szene, weil sie eigentlich rein gar nichts zur Story beiträgt, sondern höchstens unterhaltend wirkt, wenn man für dieserlei Scherze offen ist. Ruhig mehr Mut, liebe Macher/innen, und lasst die Gags der Sorte "Darüber lachen die Leute sowieso immer" bitte einfach weg! :)

Sieht man davon ab - oder besser: HÖRT man davon ab -, sehe ich allerdings verdammt rosige Zeiten für die Fanbase von "Die Tochter des Lichts", wenn die Produzenten, Schreiber und die Akteure am Mikro genau so weiter machen, wie jetzt in diesem Hörspiel. Eigentlich hätte ich auch gerne 92% oder vielleicht gar 93% vergeben, aber diese Flopperszene will mir einfach nicht gefallen. 91% - kaufen!

Meine Wertung: 91%
Cover: Das Geheimnis um TKKG30.05.2010

Ein Fall für TKKG
Das Geheimnis um TKKG (Erschienen: 2010)
Dauer: 57:25

Geheimnis? Was für ein Geheimnis? Hier wird nicht im geringsten Bisschen ein Geheimnis gelüftet - und schon gar nicht eines, das TKKG haben könnte. Aber naja, Herr Wolf hatte mit TKKG-Titeln schon immer seine eigenen Vorstellungen - nur hier hat er wirklich sehr derbe daneben gegriffen. Und das ist schade, weil das doch sowas wie eine Kennenlernfolge sein soll, nicht wahr?

Leider auch gibt es nicht wirklich was zum Kennenlernen, was nicht auch in (1) Die Jagd nach den Millionendieben - aber auch in fast jeder anderen TKKG-Folge - gleich in den ersten 10 Minuten klar wird: Tim = unfehlbare Sportskanone, Karl = unnötiges Superhirn, Klößchen = pfiffig, aber verfressen und tolpatschig, Gaby = hübsch und ein Mädchen.

Insofern ist das hier also eigentlich nichts weiter als ein doch recht normaler TKKG, aus dem 90er-Folgenbereich. Denn diese Folge hier erschien zur selben Zeit wie die Folgen (91) Crash-Kids riskieren ihr Leben, (92) Der grausame Rächer und (93) Die Opfer mit der kühlen Schnauze. Und als solche ist das sogar eine der besseren Folgen aus diesem Zeitfenster. Kann man durchaus kaufen - doch sollte man natürlich nicht erwarten, hier irgendwas besonderes zu bekommen, nur, weil hier keine Nummeriung auf dem Cover steht, oder weil von einem "Geheimnis" die Rede ist.

Doch kommen wir zur Besprechung der Neuauflage, um die es hier geht: Wirklich alles wurde zu 100% neuaufgenommen. Leider ist natürlich Veronika Neugebauer als Gaby nicht mehr dabei, diesen Part hat Rhea Harder jetzt offenbar offiziell als Stammplatz inne, was mir persönlich gut gefällt. Sie klingt und spielt natürlich ganz anders als Veronika, und das braucht schon eine gewisse Eingewöhnung, doch ich mag ihre Gaby. Sieht man also von Tim, Karl und Klößchen ab, wurden ausnahmslos alle Rollen neu besetzt.

Inhalt, Handlung und Aufbau blieben zur Gänze unverändert, und auch die Dialoge sind bis auf ganz wenige Ausnahmen genau dieselben. Sie wurden allerdings, bedingt durch die Sprecherwechsel, ein wenig anders interpretiert. Das ist nicht schlechter, sondern eben wirklich nur anders... Aber man hat die Chance auch gleich genutzt, um einige "Tonprobleme" der Erstauflage auszumerzen. Gleich am Anfang z.B., als Greifke irgendwo anrufen will, klingt es ja beinahe so, als passiere rein gar nichts, weil alles so leise ist. Dasselbe gilt für die Radioszenen, die ebenfalls sehr flüsternd ankommen. In der 2010er-Version alles viel besser gelöst! :)

Die neue Version hat eigentlich nichts Neues oder Anderes zu bieten, sie wurde nur nochmal produziert, hat dafür aber wenigstens die Telefon- und Radioszenen weit besser hinbekommen. Im Gegensatz dazu höre ich die Altmeister wie Andreas von der Meden oder Stefan Brönneke einfach viel zu gerne, weshalb das für mich widerum der Pluspunkt der ersten Version von 1995 ist. Darum vergebe ich halt für beide Ausgaben dieselbe Wertung von 71%.

PS: Wer TKKG sammelt und auch unbedingt die Erstauflage haben möchte, sollte sich sputen, denn sie wird ab sofort nicht mehr vermarktet. Kurz: Die '95er-Version wird bald sehr rar und vielleicht ein begehrtes Sammlerstück sein, wenn man nicht auf Flohmärkten etwas Glück hat.

Meine Wertung: 71%
Cover: Das Geheimnis um TKKG30.05.2010

Ein Fall für TKKG
Das Geheimnis um TKKG (Erschienen: 1995)
Dauer: 53:21

Geheimnis? Was für ein Geheimnis? Hier wird nicht im geringsten Bisschen ein Geheimnis gelüftet - und schon gar nicht eines, das TKKG haben könnte. Aber naja, Herr Wolf hatte mit TKKG-Titeln schon immer seine eigenen Vorstellungen - nur hier hat er wirklich sehr derbe daneben gegriffen. Und das ist schade, weil das doch sowas wie eine Kennenlernfolge sein soll, nicht wahr?

Leider auch gibt es nicht wirklich was zum Kennenlernen, was nicht auch in (1) Die Jagd nach den Millionendieben - aber auch in fast jeder anderen TKKG-Folge - gleich in den ersten 10 Minuten klar wird: Tim = unfehlbare Sportskanone, Karl = unnötiges Superhirn, Klößchen = pfiffig, aber verfressen und tollpatschig, Gaby = superhübsch und ein Mädchen.

Insofern ist das hier also eigentlich nichts weiter als ein doch recht normaler TKKG, aus dem 90er-Folgenbereich. Denn diese Folge hier erschien zur selben Zeit wie die Folgen (91) Crash-Kids riskieren ihr Leben, (92) Der grausame Rächer und (93) Die Opfer mit der kühlen Schnauze. Und als solche ist sie sogar eine der besseren Folgen aus diesem Zeitfenster. Kann man durchaus kaufen - doch sollte man natürlich nicht erwarten, hier irgendwas besonderes zu bekommen, nur, weil hier keine Nummeriung auf dem Cover steht, oder weil von einem "Geheimnis" die Rede ist.

Ausserdem gibt es von genau dieser Folge eine Neuauflage von 2010: Das Geheimnis um TKKG - zu erkennen am neuinterpretierten Cover -, die eigentlich nicht nur eine Neuauflage ist, sondern eine Neuaufnahme. Wirklich alles wurde zu 100% neuaufgenommen. Leider ist natürlich Veronika Neugebauer als Gaby nicht mehr dabei, diesen Part hat Rhea Harder jetzt offenbar offiziell als Stammplatz inne, was mir persönlich gut gefällt. Sie klingt und spielt natürlich ganz anders als Veronika, und das braucht schon eine gewisse Eingewöhnung, doch ich mag ihre Gaby. Sieht man also von Tim, Karl und Klößchen ab, wurden ausnahmslos alle Rollen neu besetzt.

Inhalt, Handlung und Aufbau blieben zur Gänze unverändert, und auch die Dialoge sind bis auf ganz wenige Ausnahmen genau dieselben. Sie wurden allerdings, bedingt durch die Sprecherwechsel, ein wenig anders interpretiert. Das ist nicht schlechter, sondern eben wirklich nur anders... Aber man hat die Chance auch gleich genutzt, um einige "Tonprobleme" der Erstauflage auszumerzen. Gleich am Anfang z.B., als Greifke irgendwo anrufen will, klingt es ja beinahe so, als passiere rein gar nichts, weil alles so leise ist. Dasselbe gilt für die Radioszenen, die ebenfalls sehr flüsternd ankommen. In der 2010er-Version alles viel besser gelöst! :)

Die neue Version hat eigentlich nichts Neues oder Anderes zu bieten, sie wurde nur nochmal produziert, hat dafür aber wenigstens die Telefon- und Radioszenen weit besser hinbekommen. Im Gegensatz dazu höre ich die Altmeister wie Andreas von der Meden oder Stefan Brönneke einfach viel zu gerne, weshalb das für mich widerum der Pluspunkt der ersten Version von 1995 ist. Darum vergebe ich halt für beide Ausgaben dieselbe Wertung von 71%.

PS: Wer TKKG sammelt und auch unbedingt die Erstauflage haben möchte, sollte sich sputen, denn sie wird ab sofort nicht mehr vermarktet. Kurz: Die '95er-Version wird bald sehr rar und vielleicht ein begehrtes Sammlerstück sein, wenn man nicht auf Flohmärkten etwas Glück hat.

Meine Wertung: 71%
Cover: Meuterei auf hoher See29.05.2010

Die drei ???
(83) Meuterei auf hoher See (Erschienen: 1999)
Dauer: 57:59

Für mich persönlich büßt diese Folge viel Charme ein, weil nicht Karl-Walter Diess, sondern Franz-Josef Steffens die Rolle des Captain Jason spricht, denn Diess war es, der Jason damals schon in (30) ...und das Riff der Haie sprach. Nicht, dass Steffens einen schlechten Job machen würde, aber die Stimme ist nunmal nicht dieselbe, und das stört mich eben ein wenig.

Wirklich doof ist eigentlich nur, dass ich mich frage, was das eigentliche Ziel bringen sollte: Man infiziert andere mit voller Absicht mit einem Grippevirus, bedroht andere mit der Waffe, und zwingt sie, eine Forschung zu sabotieren (was zusätzlich viel Geld in den Wind schiesst!)... Und DANN glaubt dieser Typ, er bekomme jetzt eine Forschung finanziert? Selbst, wenn dieser Herr nun wirklich bedeutende Funde aufzuweisen hätte, wird man nur wegen seines Genies bestimmt nicht einfach darüber hinwegsehen, dass er sich mehrere massiv strafbare Tatbestände eingehandelt hat...

Deshalb würde ich ja eher sagen, dass der Kerl zunächst mal gepflegt ins Kittchen wandert, hm? Und in der Zwischenzeit wäre seine Arbeit dann sowieso von jemand anderem beendet worden? Welche Firma wartet denn bitte 5, 10 oder gar 15 Jahre auf Forschungsergebnisse? Kurz: Die Verzweiflung ist nachvollziehbar, aber auf jeden Fall bringt ihm seine Tat gar nichts, denn er verliert ja sowieso das, was er eigentlich erreichen wollte.

Schade, Herr Marx, es stimmt soviel an dieser Geschichte (und für den Sprecherwechsel können Sie ja nichts), aber die Unlogik, die gerade einem eher klugen Kopf überhaupt nichts einbringt, macht sehr viel kaputt. Er hätte gegen Ende zumindest sowas sagen können wie: "Das ist mir egal, mir ist nur wichtig, dass diese Dinge überhaupt ausreichend erforscht werden". Dann hätte er zwar leicht einen an der Waffel, aber zumindest hätte man ihm das noch abkaufen können, weil dieser Aspekt selbst erkannt und erklärt worden wäre. Doch so wirkt das mehr wie eine Lücke im Konzept.

Hinzu kommt, dass es hier keinerlei ???-Fall gibt, dass es nichts zu kombinieren oder mitzuraten gibt, und dass alles, was geschah, auch ohne die drei ??? an Bord passiert wäre. Sie waren eben einfach nur ebenfalls an Bord der Wavedancer und wir hören zu, bei allem, was geschieht.

Sieht man dieses Hörspiel auf diese Weise, und nicht als typischen ???-Fall, nimmt es jedoch wieder viel Fahrt auf und macht richtig Spaß, denn, wie erwähnt sind Produktion und Skript sind sehr atmosphärisch, und bringen das Gefühl, auf einem Schiff zu sein, klasse rüber: Wind pfeifft, Meeresrauschen, und die Besatzung ist sehr angespannt, was das Gesamtbild der Unzufriedenheit aller Beteiligten schön unterstreicht.

Und deshalb - und nur deshalb! - bin ich bereit, nochmal eine 70%-Wertung zu vergeben.

Meine Wertung: 70%
Cover: Die Karten des Bösen25.05.2010

Die drei ???
(82) Die Karten des Bösen (Erschienen: 1998)
Dauer: 1:08:35

Wieder eine Folge, die so eigentlich keinen Sinn macht, wenn man nach dem Titel geht. "Karten des Bösen"? Karten haben eigentlich gar nichts mit diesem Fall zu tun, wenn man davon absieht, dass Milva Summer gern Tarotkarten legt. Viel eher wäre es hilfreich gewesen, wenn der Titel Bezug auf die mögliche Reanimation nimmt... Aber naja... "Karten des Bösen" klingt halt cooler! :)

Dafür ist der Inhalt des Hörspiels richtig gut gemacht, die Thematik ist glaubwürdig erzählt, und am Ende wird es spannend. Man rät nicht nur mit, was da wohl los ist und wer mit wem und soweiter, sondern auch, WIE das möglich sein soll. Schön.

Die Produktion gefällt mir auch, hat aber kleine Defizite in der Sprecherauswahl. Die Volkmann war die perfekte Besetzung - die ist klasse als Milva Summer. Und Henning Schlüter gefällt mir auch gut. Aber Monty Arnold und Corny Littmann... ähemmm... ...also wirklich schlecht sind sie nicht, nur eben auch nicht gut. Menschlich vermutlich nette Leute, aber wieso kommen hier schon wieder C-Promis zum Einsatz?

Gott sei Dank haben die beiden zwar schon relativ wichtige, aber eben auch keine wirklich tragenden Rollen, sodass Ihr Sprachanteil recht gering ist und ich gute 76% vergebe. Keine Topfolge, aber eine von den guten auf jeden Fall.

Meine Wertung: 76%
Cover: Vermißte Kids und Killerpflanzen16.05.2010

Ein Fall für TKKG
(105) Vermißte Kids und Killerpflanzen (Erschienen: 1997)
Dauer: 48:41

So, liebe Leser und Leserinnen, Ihr müsst jetzt ganz furchtbar stark sein. Denn diese Folge ist an $§$%/()/$?"§ kaum zu überbieten! Und ich schreibe hier nicht einfach nur von zuvielen Zufällen, oder irgendsowas, sondern Stefan Wolf hat es mit dieser Folge wirklich geschafft, offiziell zu sagen: "TKKG kann man nicht mehr ernst nehmen!".

Ein irrer Biologe und Gartenfreak pflanzt auf einem chemisch verseuchten Boden fleischfressende Pflanzen hinter einem alten Kernkraftwerk. Aber keine normalen, sondern DREI METER GROßE fleischfressende Pflanzen! Jetzt will dieser (selbstverständlich) super-hyper-intelligente Irre zwei Mädchen an seine 3 Meter großen fleischfressenden Pflanzen verfüttern. Er geht also an einen Bahnhof und krallt sich die Mädels.

Aber natürlich fährt dieses Genie einen mega-auffälligen Ami-Schlitten, der fast jedem Passanten auffallen könnte, anstatt einen G*lf oder so... Doch nicht nur das! Der Komplize in Polizeiuniform ist locker mal weit über 2 Meter groß, und niemand auf dem Polizeipräsidium kennt so jemanden im Kollegium... ...und so dämlich, wie unser Genie ist, läßt er sich auch noch - aus Versehen - seine Hand abbeissen! Klaro, dass TKKG ohne Probleme auf seine Spur kommen.

Wer jetzt aber glaubt, dass ich übertreibe, der irrt sich leider. Es gibt diese 3-Meter-Pflanzen, die kleine Mädchen fressen sollen, WIRKLICH - also im Hörspiel, versteht sich. Und nur wegen der beiden extrem auffälligen Bestände (2-Meter-Mann, Ami-Schlitten) finden TKKG den Weg zu ihm. Und ja, auch die Hand wird dem Biologen abgefuttert - von einer der Pflanzen!

Ich verliere hier lieber kein weiteres Wort mehr dazu, sonst glaubt Ihr noch, dass ich in einem Satireanfall übertreibe! ;) Jedenfalls: Interessant ist noch, dass Niki Nowotny eine Doppelrolle spielt. Eigentlich albern, dass Europa versuchte, dies unter dem Pseudonym Hugo Benziger zu kaschieren. Denn jedes Kind erkennt diese Stimme deutlich als jene von Karl Vierstein. Cool finde ich dafür den Namen Mögezoff für den Komplizen, DAS ist das einzig wirklich Gute an diesem Hörspiel... 15%. Aua, aua, aua, ganz, ganz mieses Hörspiel, ganz, ganz mies!

Meine Wertung: 15%

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