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Das Rezensions-Archiv

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Cover: Schock im Schnee04.11.2010

Ein Fall für TKKG
(170) Schock im Schnee (Erschienen: 2010)
Dauer: 46:37

Sehr solide Folge - weder übermäßig gut, noch irgendwie negativ auffällig. Dafür kann ich am Rande mehrere Dinge aufzählen, die mir hier aufgefallen sind. Zunächst mal finde ich Alexandra Doerk als Sprecherin ja eigentlich wirklich super, aber ihre Rolle als Schwester Bärbel interpretiert sie mir zu aufgesetzt; wenigstens ist es nur eine "wenige Sätze am Anfang"-Rolle. Der Rest der Cast liefert aber eine klasse Performance ab, an der ich nichts zu kritisieren habe. ...und der Vierer vom TKKG ist wie neuerdings üblich zu gleichen Teilen zu hören, wobei aber auch weiterhin immer nur sehr stereotypische Sätze zu hören sind.

Dafür fällt mir bei "Stereotypisch" ein, dass André Minninger seine Antiklischeehaltung im Bereich von Geschlechtern und Sexualität erneut zart einflechtet. Öfters mal spielen bei Minninger-Stories - egal, für welche Serie er schreibt! - ja Lesben oder Schwule, bzw. homosexuelle Pärchen mit. Und in diesem Falle baute er einen Jungen ein, der lieber mit einer Puppe spielen, statt einen Fussball kicken will, seine Eltern ihn aber nicht lassen wollen (schliesslich sei er ja nunmal ein Junge). Ich find's gut, dass Minninger sowas immer mal wieder einflechtet, ohne diese Figuren zu Klischeekarrikaturen zu verbiegen, sondern sie ganz normale Menschen sein zu lassen, und fand es an der Zeit, das endlich zu loben. Nur bei Tims Kommentar - "das weibliche Geschlecht..." - weiss ich nicht ganz genau, wie das verstanden werden soll, denn Tim meint dann plötzlich, er sage lieber nichts weiter dazu, sonst setze er sich vielleicht noch in die Nesseln. Eventuell ein augenzwinkernder Seitenheib auf das "Frauen sind zartbesaitet und müssen früh ins Bett"-Gedudel älterer TKKG-Folgen!?

Wie eingangs erwähnt, geht die Folge in Ordnung und hat kleinere Spannungsmomente, die Produktion ist gut, die Sprecher/innen auch (nur Frau Doerk hätte eine Spur mehr "Realität" zulegen können), das Winterurlaubsfeeling kommt gut rüber... Einzig das Abenteuersentiment kommt ein wenig kurz, weil TKKG immer irgendwie zufällig zur rechten Zeit am rechten Ort sind, ohne wirklich allzu viel zu ermitteln oder kombinieren. Nettes Hörspiel, 70%.

Meine Wertung: 70%
Cover: Der Mann, der seinen Kopf verlor02.11.2010

[unbekannt]
(4) Der Mann, der seinen Kopf verlor (Erschienen: 2010)
Dauer: 53:03

Folge 4 ist für mich eine meiner bisherigen van-Dusen-Lieblingsfolgen; und das vorallem wegen Lothar Blumhagen, der den Jonathan Henry spricht (derjenige, der seinen Kopf "verlor"). Wem der Name nicht gleich was sagt: Herr Blumhagen sprach in der RTL-Syncho von "Magnum, p.i." den Higgins; und die Art wie Herr Blumhagen jenen Higgins interpretiert, sorgt neben den vielen anderen Vorzügen der Serie, dafür, dass ich Magnum so großartig finde. Deshalb ist es umso schöner für mich, eine Figur in einem Hörspiel zu haben, die Higgins so ähnlich ist.

Aber nicht nur Lothar Blumhagen lässt dieses Hörspiel so herausstechen, nein, auch der Plot tut es. Van Dusen kombiniert und schlussfolgert auf geniale Weise und als Hörer/in hat man viele, viele Möglichkeiten, mitzuraten und die Lösung selbst zu erarbeiten. Wie üblich, sind auch weitere Haupt- und Nebenrollen vergeben worden, die auf folgende Personen entfallen sind: Gerd Duwner, Monika Hansen, Joachim Pukaß, Otto Czarski und Reinhard Kolldehoff (erneut als "Caruso"). Erwähenswert ist vielleicht noch, um Euch diese Folge etwas schmackhafter zu machen, dass Pukaß und Czarski vielen von Euch aus einer ganzen Menge Hörspielen der Reihen Jan Tanner, Bibi Blocksberg und Benjamin Blümchen wiedererkennen werden.

Für mich ist, wie schon erwähnt, "Der Mann, der seinen Kopf verlor", neben (2) Das sicherste Gefängnis der Welt die bis jetzt beste Folge der van-Dusen-Reihe, und empfehle sie deshalb auch ausdrücklich, wenn jemand Interesse haben sollte, mal in diese Hörspielserie hineinzuschnuppern. 88%.

Meine Wertung: 88%
Cover: Mord bei Gaslicht02.11.2010

[unbekannt]
(3) Mord bei Gaslicht (Erschienen: 2010)
Dauer: 53:17

Das van-Dusen-Hörspiel "Mord bei Gaslicht" bringt den Beinamen "Denkmaschine", den van Dusen sich selbst vergeben hat, ein wenig ins Wanken; zumindest, wenn man es mit heutigen Maßstäben vergleicht. Die Art und Weise, wie dieser Fall aufgelöst wird, erscheint mir in der Tat ein wenig trivial, insbesondere, wenn man erstmal nur nach dem "Wie ist es geschehen?" forscht. Das "Wer hat es getan?" ist zwar ein wenig komplizierter, aber ungleich interessanter, denn, wie auch bei (1) Eine Unze Radium ist auch hier das Problem, dass man der Hörerschaft keine Stolperfallen in die Wege legt, wenn die Lösung selbst schon so schlicht zu erraten ist.

Dafür gefällt mir Friedrich Bauschulte absolut gut; er spielt den arroganten und angeberischen Protagonisten van Dusen mit Bravour. Auch Jürgen Thormann, der hier in der Rolle des Hausverwalters mitmitscht, spielt seine redselige, etwas enervierende Figur großartig. Natürlich sind die anderen Stimmgeber/innen nicht von minderer Güte, aber Figuren, die einem beim Hören ein wenig auf den Sack gehen, insbesondere, wenn es tragende Rollen sind, bleiben nunmal besser im Gedächtnis. So sind, neben Herrn Thormann und natürlich Klaus Herm als Hatch, mit dabei: Reinhard Kolldehoff, Wonfgang Condrus, Hans-Peter Hallwachs, Heinz Spitzner sowie Henz Weldel.

Die Idee mit dem Gaslicht ist sehr gut, und ist als Kriminalfall auch toll verpackt, nur ernüchtert es, dass die Auflösung letztendlich etwas zu simpel ist. 74% von mir.

Meine Wertung: 74%
Cover: Das sicherste Gefängnis der Welt02.11.2010

[unbekannt]
(2) Das sicherste Gefängnis der Welt (Erschienen: 2010)
Dauer: 41:31

Gleich die zweite Folge ist für mich ein kleines Highlight, und wäre mir persönlich als "Folge 1" lieber gewesen. Denn die Aufgabenstellung um die Wette, dass van Dusen sich aus einer perfekt abgesicherten Gefängsniszelle befreien kann, ist schon für sich allein genommen sehr, sehr spannend, wird aber mit jeder weiteren Hörspielminute immer interessanter.

Van Dusen sammelt Fakten, Fakten, Fakten, beschreibt nach und nach, was er sieht, aber nur selten, was er gerade denkt, oder welche Ideen er hat, wie er freizukommen gedenkt. Man muss sich durch genaues Hinhören und viel Aufmerksamkeit selbst erschliessen, welche Alternativen es gibt, und man vernimmt allmählich, durch Monologe und Dialoge, was er schon alles probierte, und was wohl möglich oder unmöglich ist.

Etwas schade ist nur, dass van Dusen am Ende etwas zu weit vorausdenkt. Wie er freikommt, ist zwar logisch und verständlich erklärt, doch ist es bedauerlich, dass einige seiner Unternehmungen später nur nacherzählt werden, sodass man es sehr, sehr schwer hat, selbst auf die Idee zu kommen, wie er es vielleicht anstellen könnte. Nichtsdestotrotz bleibt die Idee selbst sehr, sehr clever und lösbar.

Die schon aus (1) Eine Unze Radium bekannte "spartanische Produktion" greift auch hier wieder und bietet erneut grandiose Könner/innen der Sprechkunst: Friedrich W. Bauschulte, Klaus Herm, Georg Corten, Eva Manhardt, Dieter Ranspach und Ortwin Speer. Die Namen werden sicherlich nur sehr wenigen etwas sagen, aber dafür sind die dahinterstehenden Personen umso großartiger in der Ausübung ihres Berufes.

Super Folge, und für mich eine echt gut geeignete "van Dusen"-Kennenlernfolge; 87%!

Meine Wertung: 87%
Cover: Eine Unze Radium02.11.2010

[unbekannt]
(1) Eine Unze Radium (Erschienen: 2010)
Dauer: 38:27

Ich hatte ihn noch nie gehört, aber schon hin und wieder VON ihm gehört... Gehört von Augustus van Dusen, der Denkmaschine. Umso neugieriger war ich dann auch, als ich das erste Mal ein van-Dusen-Hörspiel hören sollte. Und ich bin sehr überrascht, wie gut es mir gefällt. Van Dusen ist Wissenschaftler, aber in den Hörspielen erleben wir ihn hauptsächlich als Hobby-Kriminologe. Und er rühmt sich, absolut jeden Fall lösen zu können, denn: "Für Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen, genannt die Denkmaschine, ist nichts, wolhgemerkt nichts unmöglich", wie er selbst oftmals betont.

Van Dusen wird von Friedrich W. Bauschulte gesprochen, den einige Hörspieler/innen sicherlich aus den Hörspielserien Bibi Blocksberg oder Benjamin Blümchen kennen; vielleicht aber ja sogar von seinen anderen Arbeiten? Herr Bauschulte jedenfalls spricht den etwas mürrischen, überlebensgroß selbstbewussten, maßregelnden van Dusen großartig. Ein ums andere Mal ertappte ich mich dabei, wie ich van Dusen am liebsten durch den Lautsprecher gefragt hätte, ob er noch alle hätte... ...das heisst, Herr Bauschulte muss einiges richtig machen. ;)

Zweiter Protagonist ist Hutchinson Hatch - gesprochen von Klaus Herm. Hatch ist Journalist und guter Freund von Prof. van Dusen. Er fungiert quasi als Laufbursche, aber auch als Zuhörer van Dusens, wenn er seine Kriminalexpertisen durchführt. Ferner ist er Erzähler und somit Bindeglied zwischen Geschichte und Hörer/innen. Er ist sehr sympatisch und stets bescheiden.

Die Produktion selbst ist recht spartanisch gehalten, es gibt praktisch keine Geräusche und keine Zwischenmelodien, dafür aber ein Stimmenensemble, das wahrlich großartig ist, und hörbar noch aus der "alten Schule stammt"; was aber nicht verwundert, da diese Folge aus dem Jahre 1978 stammt. So hören wir also, neben Friedrich W. Bauschulte und Klaus Herm: Otto Sander, Lieselotte Rau, Rolf Marnitz, Franz Georg Stegers, Kurt Pratsch-Kaufmann und Herbert Weißbach. Hervorheben möchte ich besonders Klaus Miedel, da dieser den wohl meisten von uns am ehesten etwas sagen dürfte. Wir kennen ihn z.B. als Professor Zweistein (Jan Tenner), als Herrn Schmeichler (Bibi Blocksberg und Benjamin Blümchen), oder z.B. als Schraubzieris (Zeichentrick-Kinofilm "Asterix und Kleopatra"), bzw. aus vielen weiteren Nebenrollen diverser "Kiosk/Kiddinx"-Hörspielserien.

In "Eine Unze Radium" löst van Dusen den Fall um die gestohlene Unze (eine Unze entspricht ca. 28 Gramm) Radium. Gerade erst von Marie Curie entdeckt worden und - zur damaligen Zeit - immerhin gut 3 Millionen Dollar Wert. Der Geschichte dreht sich um nichts anderes, als um den Tatbestand selbst, und die erfolgende Aufklärung durch van Dusen und seinem Compagnon Hutchinson Hatch. Nicht unbedingt spannend im Sinne von "Gefahr im Verzug", aber dafür umso spannender in Bezug darauf, wie das Verbrechen verübt wurde. Denn man darf fleissig mitraten, bekommt hier und dort Hinweise geliefert und kann selbst auf die Lösung kommen.

Mir gelang das tatsächlich schon etwa zur Hälfte des Falls und war am Ende überrascht darüber, dass ich nicht falsch lag; aber vielleicht bin ich durch unzählige ???-Hörspiele vorbelastet und geschult genug, auf vielerlei Dinge zu achten, oder einiges für zumindest verdächtig zu halten. Insofern ist "Eine Unze Radium" als Einführungshörspiel sehr gut geeignet, da alles nötige Grundwissen über die Serie vermittelt wird, und der zu lösende Kriminalfall noch nicht allzu schwer zu lösen ist, wie ich finde.

Noch kein Highlight, aber gewiss eine gute, solide Einstandsfolge, für die ich eine 76%-Wertung zücke.

Meine Wertung: 76%
Cover: Im Haus des Todes02.11.2010

Jack Slaughter
(11) Im Haus des Todes (Erschienen: 2010)
Dauer: 1:01:15

Jetzt kam neulich diese neue Slaughter-Folge bei mir an, und ich habe sie mir sofort einverleibt - habe ja auch schon wieder lange genug darauf gewartet. Jetzt habe ich die Folge mehrfach durchgehört und ich fragte mich wirklich, ob es glaubwürdig wirkt, wenn ich schon wieder eine Traumwertung vergebe - ist die Serie denn wirklich sooooo gut? Was soll ich machen?

Aber drauf gepfiffen! Die Serie IST halt so gut, und ich finde die neue Folge erneut super. Der Stilmix aus Humor und "Quasi-"Grusel ist unverändert, die Produktion auch. Einzig stört mich ein wenig, wie mir beim letzten Anhören bewusst wurde, da "der Endkampf" mit Mr. Happy ein wenig simpel daherkommt, dass Professor Doom immer noch nicht so 100%ig aus dem Quark kommt. Als Hauptnemesis könnte er ruhig auch mal langsam eine von langer Hand geplante Aktion bringen, die Jacksonville und unser Slaughter-Trio vor eine fast aussichtslose Situation stellt, die erst durch einen genialen Einfall beseitigt werden würde, nachdem Doom auf viele andere Einfälle bereits mit Leichtigkeit reagieren konnte. SOWAS fehlt eigentlich mal - gern auch als Drei- oder Vierteiler. :)

Dafür ist dieses Mal der Humor ohne Beanstandung, finde ich. Naja, einzig vielleicht der kleine Muffin-Witz von Doom. Aber darüber kann man hinwegsehen, weil das Ganze nicht mal 10 Sekunden dauert. Und ausserdem erfahren wir wieder ein wenig mehr über Jacks Ahnengalerie und das "Mann-Frau-Dilema" der Tochter des Lichts.

Meine Wertung: 90%
Cover: ...und der dreiTag02.11.2010

Die drei ???
...und der dreiTag (Erschienen: 2010)
Dauer: 3:36:55

Ich habe dieser Veröffentlichung sehr, sehr entgegengefiebert. Das zugrundeliegende Konzept, das Europa bereits lange vorher durchsickern liess, war sehr vielversprechend. Und dass man drei ehemalige "DiE DR3i"-Autoren dafür in die Pflicht nahm, machte die Sache ebenfalls spannend: Waren diese Fälle nur der Versuch, alte "DiE DR3i"-Überbleibsel unbeholfen zusammenzumixen, um sie unter dem Banner "Die drei ???" noch veröffentlichen zu können?

Nun habe ich diese Dreier-Folge mehrere Male gehört, und bin sehr überrascht, dass ich verdammt zufrieden damit bin. Das beginnt schon damit, dass der dreiTag voller - und ich meine voller! - Anspielungen zu alten ???-Folgen ist, und auch zu mehreren anderen Europa-Hörspielserien; wenn man sich auskennt, gibt es echt viel zu entdecken. Sascha Draeger und Rhea Harder spielen quasi stark überzogene TKKG-Versionen von Tim (macht einen auf "Ich leg mit Karate alle auf die Matte"-Großmaul) und Gaby (beschwichtigt "Tim" sozusagen). Maud Ackermann spielt eine frappierend ähnliche "Fünf-Freunde"-Person namens Georgina. Peter bringt einen F-Spruch in bester "Funk-Füchse"-Manier (was geschickt verquickt wurde mit einem Schreibmaschinenfehler eines anderen dreiTag-Zeitstrangs). Der Meadow-Fresh-Eiswagen (kennen wir aus (16) ...und der Zauberspiegel) taucht in jedem Zeitstrang auf, Dick Perry mischt mit (kennen wir seit (104) Gift per E-Mail), Dr. Helprin (aus (83) Meuterei auf hoher See bekannt) wird erwähnt, dass die drei ??? schon lange nicht mehr wirklich ihre "?"-Malkreide benutzten, kann man auch heraushören. - und das waren nur die offensichtlichsten Nennungen. Würde ich mehr nennen, spränge dies den Rahmen dieser Rezension - ausserdem sollt Ihr ja auch was zu entdecken haben! :)

Aber es gibt auch ein paar Dinge, die man vielleicht gar nicht so wirklich wahrnimmt, und um Euch nicht die Freude der Entdeckung zu nehmen, auch hier nur einige wenige Beispiele. 1) Die Farbcodes der CDs sind vertauscht: Justus hat weiss, Peter hat blau und Bob hat rot. Und das ist weder ein Versehen oder ein Presswerkfehler, sondern Absicht, denn eigentlich hat Bob wirklich das zweite Fragezeichen und Peter eigentlich das dritte. Dass das kein Versehen ist, wird auch deutlich, dass in einem dreiTag-Zeitstrang Bob mit seiner Kreide malt, die rot ist (und nicht blau!). Wieso das so ist, werden Hardcore-Fans sicherlich genau wissen (es hängt mit dem USA-Ursprung und dem deutschen Markenzeichen "Die drei ???" zusammen)... 2) Eine Frau, die im dreiTag vorkommt, heisst "Chloe Smathers" (einen Mr Smathers kennen wir aus (14) ...und das Bergmonster). Das könnte natürlich nur einfach irgendein Name sein, aber da diese Dreier-Folge so vollgepackt ist mit Anspielungen, glaube ich einfach nicht daran!

Weitere Entdeckungen der angenehmen Art erlebt man, wenn man die Sprecher/innen hört, bzw. wenn man die Inlays studiert und sich die Namenslisten anguckt - im wahrsten Sinne des Wortes ein O-h-rgasmus! Beispiele gefällig? Henry König, Jürgen Thormann, Douglas Welbat, Rolf Schenker, Jörg Gillner, Tobias Meister, Regina Lemnitz, und noch many, many more! Der absolute Wahnsinn! Vorallem, weil es nicht einen einzigen Patzer gibt. Die Leistungen aller Stimmgeber/innen sind allesamt erste Hörspielsahne!

Aber genug geschwärmt. Es muss doch auch etwas zu Maulen geben. Ja, das gibt es - bei den eigentlichen Stories als solche nämlich. Doch auch hier will ich vorab klarstellen, damit ich nicht missverstanden werde: Alle drei Zeitstränge sind gut miteinander verzahnt. Denn in jedem Zeitstrang wird durch Kleinigkeiten irgendwie der Bezug zu den anderen Zeitsträngen genommen. Sehr schön, auch, dass, obwohl der "dreiTag" vollgepackt ist mit Stimmbrillianz, Anspielungen und Verzahnungen, keiner der Fälle seinen Faden verliert, und dass es auch niemals so wirkt, als mute man den Hörern/innen zuviel zu. Im Gegenteil: All die "versteckten Fanfreunden" sind so eingewickelt, dass man jeden Zeitstrang auch völlig für sich ganz allein hören kann, ohne, dass am Ende irgendwas fehlen würden, oder man glaubt, nicht mitgekommen zu sein. Allein DAS zu bewerkstelligen, muss für die Autoren, die Projektleitung und die Regie unglaublich viel Arbeit gewesen sein. Und dass das so geglückt ist: Ich ziehe meinen Hut!

Aber nun gut, ich meckere jetzt endlich auch ein wenig!

Beim (J)-Fall wirkt mir der seltsam aufgezwungene Pager von Mr Dawson viel zu konstruiert (er bekam mehrfach eine klare Abfuhr, lässt aber einfach nicht locker und bietet seinen Pager an...). Schon bei dieser Szene wusste ich, dass der Pager am Ende des (J)-Falls in einer Notlage hilfreich sein sollen wird - und ich hatte leider recht. Hier hätte ich mich sehr gefreut, wenn man mich auf's Glatteis geführt hätte - schade, dass der Pager der Hörerschaft allzu offensichtlich aufgedrängt wird. ...aber ok, so schlimm ist das nicht, und der (J)-Fall ist ansonsten wirklich gut. Ausserdem ist Justus mal nicht derjenige, der zum Schluss im Alleingang die gesamte Lösung erdacht hat und nun runterleiert. Blöd darum, dass Gabbin sich selbst ans Messer liefert, ohne einen wirklichen Grund dafür gehabt zu haben. Fazit: (Fast) alles richtig gemacht! Guter Fall, 73%.

"Offensichtlich" bringt mich zum (P)-Fall. Der könnte sehr, sehr spannend sein, doch bereits das "Kuchen-Gespräch" zwischen Peter und seiner Mutter lässt stark aufhorchen - und es gibt nicht genug Verdächtige, die der Autor ins Spiel bringt. Um dann jedweden Zweifel bei der Hörerschaft zu beseitigen, wird in der 34. Hörspielminute vollends glasklar, was eigentlich los ist. Es wirkt immerwährend, als laufe Peter die ganze Zeit durch einen Wald, und bestehe stoisch darauf, hier keine Bäume zu finden; das wirkt mehr als nur naiv, um nicht zu sagen: total bescheuert. Kein Bisschen spannend - könnte es aber eigentlich sein! -, doch durch den sauber pointierten Humor in den Dialogen sehr unterhaltend. Was aber von dem ???-Casting zu halten sein soll...? Fazit: Gute Idee, schlapp umgesetzt - noch ausreichend befriedigender Fall, 60%

Als Drittes noch der (B)-Fall. Hier habe ich eigentlich nichts zu bekritteln, ehrlich gesagt. Zwar kein Super-Duper-Oberknaller, aber eine von den besseren ???-Stories auf jeden Fall. Nachvollziehbar, keine Längen... Insgesamt für mich der "beste" Zeitstrang des dreiTag-Packages. Fazit: Richtig guter Fall, 84%.

Bleibt mir abschliessend nur noch zusammenzufassen: Der (P)-Zeitstrang schwächelt etwas, wenn es um die Glaubwürdigkeit seiner Story geht, doch reiht auch er sich nahtlos in meinen ansonsten durchweg sehr positiven dreiTag-Gesamteindruck ein. Im Gegensatz zu so manch anderen ???-Folgen der letzten 2-3 Jahre (heute ist Anfang Oktober 2010), wird der dreiTag bei mir noch so einige Male rotieren. Meinen aufrichtigen Dank, Europa! Habt Ihr sehr, sehr gut gemacht. Kaufen, liebe ???-Fans, unbedingt kaufen!

Meine Wertung: 92%
Cover: Hai-Alarm im Aquapark02.11.2010

Ein Fall für TKKG
Hai-Alarm im Aquapark (Erschienen: 2010)
Dauer: 49:50

Wow! Echt eine solide Sache, die Europa hier abliefert. Hätte ich nicht gedacht, bei einer Folge, die ausserhalb der Serie läuft. Sprich: Keine Nummerierung vorweist. Denn im Gegensatz zu den sonstigen TKKG-Sonderhörspielen wird hier nämlich nur eine "ganz normale" TKKG-Geschichte erzählt, die nicht künstlich ein Gewinnspiel oder ähnliches eingeflochten bekam.

Und auch diese "Geschichte" geht voll in Ordnung. Sogar mit einem Überraschungsmoment wartet sie auf: Gaby widerspricht Tim, der sofort loslegen will, und erzählt ihm nochmal von dem Versprechen, dass sie ihrem Vater gaben - und Tim sieht es ohne zu Maulen ein! ...aber dafür wird das auch nur kurze Zeit später leicht relativiert - durch Tim, natürlich! ;)

Ich verstehe nur nicht, warum der Fokus im Titel so sehr auf den Hai gelegt wird, und sogar der Kladdentext geht munter drauf ein, sogar von einem "angriffslustigen Zähnefletschen" ist die Rede, obwohl darüber im Hörspiel kein einziges Wort verloren wird.

Das ist das Einzige, was wirklich negativ ist. Der Rest ist glaubhaft gemacht und die Produktion des Hörspiels vermittelt tatsächlich so eine Art "Freizeitpark"-Ambiente - die Körting hat's eben drauf! ...wenn man von dem wirklich lächerlich unnatürlich klingenden Maschinengewehrgewitter absieht, hehehe! ;)

Um zum Abschluss zu kommen: Natürlich ist das hier kein Haben-Muss-Hörspiel. So gut ist es nicht. Wenngleich man bei einem Kauf aber auch nichts falsches tut. Problematisch ist wohl eher, dass dieses Hörspiel exklusiv bei Tchibo zu kaufen ist - nirgends sonst. Dort ist es in einer Zweier-CD-Box mit Folge (159) Böses Spiel im Sommercamp zu 9,99€ verbandelt. Allerdings wird dieses Paket nicht ewig im Angebot sein (jetzt ist es Anfang Juni 2010), weshalb TKKG-Sammler/innen schnellstmöglich zulangen sollten, bevor sie in einigen Wochen/Monaten bei Online-Auktionshäusern enorme Summen zu zahlen haben. ;)

Meine Wertung: 73%
Cover: Tatort Dschungel02.11.2010

Ein Fall für TKKG
(169) Tatort Dschungel (Erschienen: 2010)
Dauer: 47:25

Der Anfang erinnert mich immer sehr stark an (30) ...und das Riff der Haie von Die drei ???. Demonstranten, Parolen... Doch die Idee und das Ziel der Demo sind sehr löblich, wieso latschen TKKG eigentlich nur daran vorbei? Die sind doch sonst so pflichtbewusst und eifrig?

Seltsam auch Klößchens auf einmal vorhandene panische Angst vor Schlangen. In bereits mehreren Abenteuern stand er diesen schon häufiger - und leibhaftig - gegenüber. Um nur 2 Folgen als Beispiel zu nennen: (8) Auf der Spur der Vogeljäger und (18) Hexenjagd in Lerchenbach - wie kommt's, Herr Minninger? :)

Etwas komisch finde ich zudem das System mit der Schnitzeljagd. Wenn es um Komplizen, bzw. um eine Forderung geht, warum knallt man diese den Personen nicht gleich um die Ohren? Aber das ist eher eine Storyschwäche, als ein echtes K.O.-Kriterium, weil ich die aktuellen TKKG wieder gut leiden kann, und diese Folge in dieselbe Kerbe haut: Vier Kids, die ein Abenteuer erleben, ohne immer alles besser zu wissen oder alle auf die Matte zu knallen - allerdings hat Minninger leider nicht darauf verzichten können, Tim beinahe in eine "Notwehrsituation" und Drohhaltung zu bringen. War das nötig?

Summasummarum gibt's eine solide 70%-Wertung...

Meine Wertung: 70%
Cover: ...und die Fußball-Falle02.11.2010

Die drei ???
(141) ...und die Fußball-Falle (Erschienen: 2010)
Dauer: 59:05

Seltsamer Fall... Und er erscheint mir im Zusammenhang mit Fussball sehr sinnlos. Fussball kommt kein Stück vor, höchstens eine Fussballmannschaft, aber auch hier hätte es genauso gut eine Gruppe gut gelaunter Wanderfreunde oder eine Familie aus Sonstwoher sein können. Und WO ist die Falle? Kurz: Kosmos macht sich bei der Namensgebung der ???-Geschichten wirklich langsam lächerlich. Doch es geht auch beim Kladden-Text noch weiter. "Die drei ??? müssen all ihren detektivischen Spürsinn aufbieten, um diesen Fall zu lösen!"... Spürsinn aufbieten? Sie stolpern doch letztlich nur von Vorkommnis zu Vorkommnis, dessen sie stets rein zufällig Zeuge werden.

Komisch ist ebenfalls, dass der Grund, damit der Fall überhaupt irgendwie Sinn ergeben kann, von zwei Menschen handelt, die mehr als nur verschroben sind. Seaman gibt mal eben das über 100fache des eigentlichen Preises für ein Bild aus, einfach, weil er nunmal nicht verlieren kann, und Brewster hat so einen starren Blick für die Kunst, die er so sehr liebt, dass er sogar resigniert. Solche Menschen gibt es zwar gewiss, aber alle beide im selben Hörspiel, und alle beide so stereotpyisch charakterisiert? Hmmm, naja... Davon könnte ich absehen, wäre der Rest des Story nicht sowieso schon nur Zufall an Zufall an Zufall an Zufall...

Die Produktion der Folge 141 ist gut gemacht, und Europa hat erneut viele namen- und stimmhafte Leute bekommen - z.B. Jörg Gillner, Olaf Kreuzenbeck, Achim Schülke oder Tobias Meister - , und wartet sogar mit Douglas Welbats Sohn Daniel Welbat auf, der seinem Vater in Stimme, Rhetorik und Sprachrhytmus mehr als nur ähnelt, was somit natürlich bedeutet, dass Daniel Welbat es verdammt gut drauf hat! Kurz: Europa hat sich viel Mühe gegeben, und dass die Geschichte nichts hergibt, ist nicht deren Schuld.

Dieses Hörspiel kann man so ab und zu mal nebenbei laufen lassen, dafür langt es, aber ein Muss ist das hier keineswegs. Mit Ach und Krach, und weil mich besonders Daniel Welbat sehr erfreut, gebe ich nochmal 62% - aber nur deshalb!

Meine Wertung: 62%
Cover: Stadt der Vampire02.11.2010

Die drei ???
(140) Stadt der Vampire (Erschienen: 2010)
Dauer: 1:17:38

Hmmm, tjaaaaa... Ich weiss nicht, wo ich anfangen soll. Vielleicht erst mit den positiven Aspekten, denke ich. Die Folge ist gut produziert, und man hat einige schöne altbekannte Könner im Repertoire: Dittmann, Dux, Artz, Baltus. *fingerleck* Ausserdem ist die "übrige Besetzung" ebenfalls verdammt gut: Rotermund, Kirchberger, Draeger! Aber beim Namen Draeger sei angemerkt, dass hier Lili Draeger gemeint ist, Tochter von Kerstin Draeger.

Lustigerweise hörte ich die Folge, und mir kam die Stimme von Josy so seltsam vertraut vor... Als ich es nicht mehr aushielt, guckte ich ins Inlay. Lili kannte ich zwar aus ihren Anfangstagen als Kind, aber jetzt, mit reiferer Stimme, hörte ich sie noch nicht. Aber trotzdem hat sie viele Ähnlichkeiten zu ihrer Mutter - und zwar bei Stimme und Talent! -, als diese etwa im Alter war, wie Lili jetzt - was wohl dieses "Diese Stimme kenne ich doch irgendwoher" bei mir auslöste. Kein Scherz, als "Locke" könnte ich sie mir ernsthaft vorstellen!

Kurz: Die rein "technische Seite" gefällt mir gut. Aber es gibt so einige Kleinigkeiten und Großigkeiten, die hauen insgesamt einfach rein, finde ich. Es ist völlig offensichtlich, schon beim Lesen der Inhaltsangabe, dass hier nur jemand die Leute vertreiben will; also rechnet man zu keiner Zeit damit, dass hier ausnahmsweise ja vielleicht doch mal ein außergewöhnliches Phänomen zutreffen könnte - also keine Spannung. Obwohl Europa sich alle Mühe gab mit den Effekten und Musiken, aber nicht konsequent genug ist. Mal moderne Tracks, dann wieder die alten Klassiker, die man z.B. aus den "Masters of the Universe" kennt - und dieses Wechselspielchen geht mir persönlich schon auf den Keks, wenn es darum geht, ein uriges Gefühl aufkommen zu lassen.

Problematisch ist ebenfalls der Verlauf und die Auflösung des Ganzen. Nicht nur Kommissar Zufall ist mit von der Partie, nein, er bringt auch seine Kollegen Inspektor Vorhersehbar und Wachtmeister Offensichtlich mit. Dafür kann Europa zwar nichts, aber immerhin ist die Story in einem Hörspiel ja weit mehr als nur die halbe Miete, weshalb der Autor Marco Sonnleitner hier eine große Teilschuld trägt, denn letzten Endes zählt das Resultat, welches ich hier zu bewerten versuche.

Allerdings kann Europa wieder einges für die restlichen Patzer und Schnitzerchen. Wieso wird Mary Stamper immer wieder Mary Otis genannt? Otis ist der VORname von Mr. Stamper; also ein mehrfacher Regiefehler! Herr Dux, als Sprecher von "Jonathan Black", heisst Eckhart, nicht Eckehart. Und Oliver Rohrbeck hat eine Erkältung oder Schnupfen. Das ist keineswegs schlimm, im Gegenteil, es verleiht dem Ganzen irgendwie eine Menge alltäglichen Realismus, aber mich stört quasi, dass Herrn Rohrbecks verstopftes Näschen, trotz des Versuchs, dies nicht durchklingen zu lassen, recht gut hörbar ist. Minninger schreibselt so oft irgendwas wesentlich relevanteres ohne erkennbaren Grund um, wieso ausnahmsweise nicht mal das? Der Schnupfen ist völlig ok für mich, und Oliver Rohrbeck macht wieder mal einen klasse Job, aber wieso um Himmels Willen erwähnte man nicht beiläufig, Justus habe einen Schnupfen?

Nach Adam Riese und Eva Zwerg bleibt eine durchschnittliche Folge, die man ruhig kaufen kann. Sie ist keineswegs schlecht. Nur leider eben auch nicht gut. 64%!

Meine Wertung: 64%
Cover: Das Geheimnis der Diva02.11.2010

Die drei ???
(139) Das Geheimnis der Diva (Erschienen: 2010)
Dauer: 1:04:02

Zwar ist es im Grunde egal, was das Geheimnis ist, doch bestimmt das Endergebnis nunmal die Auflösung des Falls. Und eben jene Auflösung ist mir zu uninteressant. Die Veruntreuung von Kriegsbeute ist eine große Sache, keine Frage, aber das Ganze am Ende in 2 Minuten Nacherzählung herunterzuleiern wirkt nicht sonderlich bombastisch oder kriminell - obwohl es das ja eigentlich ist.

Hinzu kommt, dass das Drumherum im Theater nicht so recht spannend ist, sondern das ständige Gezeter des Ensembles untereinander erweckt immer den Anschein, als wäre dies einfach nur das Standardklischee des Theaters: Getratsche, Missgunst und Neid. Doch fehlt mir der tatsächliche Bezug zu Gefahr (diese ist zwar theoretisch vorhanden, doch wird sie mir zu keiner Zeit wirklich bewusst) und Diva (die kommt eigentlich erst ganz am Ende für die besagte 2-Minuten-Nacherzählung zu Wort), und ein paar mehr Ortswechsel hätte es schon geben können. Denn obwohl man mal in diesem Saal oder mal in jenem Raum ist, hat man das Gefühl, dass es keinerlei Bewegung gibt - es fehlt etwas an Action.

Die Produktion selbst kann sich allerdings mehr als hören lassen. Die Cast im Inlay umfasst Namen wie beispielsweise Tilman Madaus, Simona Pahl, Sascha Rotermund, Celine Fontanges, Sabine Hahn oder Gustav Artz - und sie alle machen einen echt guten Job. Diese Leute hier spielen so gekonnt, dass man gerade in den Szenen über die Proben des Ensembles merkt, dass die (gespielte) Truppe Laien sind, die ihr Theater nur als Hobby haben. Dazu die üblich-gute Körtingproduktion und ein gut aufbereitetes Hörspielskript von André Minninger - Mjam!

Nur der Fall selbst hat kleinere Schwächen, die verschmerzbar sind. Gute Folge, 71%.

Meine Wertung: 71%
Cover: Die geheime Treppe02.11.2010

Die drei ???
(138) Die geheime Treppe (Erschienen: 2010)
Dauer: 1:07:05

Sehr nett, dass der Kladdentext praktisch das gesamte Hörspiel mal eben zusammenfasst und nur die letzten 10 Minuten offen lässt... Wer braucht schon Spannung, nicht wahr? ;) Naja, die Idee für diese Geschichte ist jedenfalls originell und mal was anderes im ???-Universum.

Aber das Konzept ist halbherzig umgesetzt, denn die Story macht im letzten Drittel den bis dahin soweit guten Eindruck total zunichte, und man fragt sich nach der Abschlussmusik, was das alles überhaupt sollte. Zu allem Überfluss ist alles, was dem Löwenritter am Ende einfällt ein: "OK, dann bauen wir uns eben einen neuen Geheimgang...!"

Tja, das geht schnell mit dieser Rezension! (1) Ein nicht optimal besetzter Thorsten Sense (Davy wirkt auf mich z.B. nicht wie jemand, der unter starkem psychischem Stress steht, während er mit einer doch sehr großen Portion Ruhe mit Peter darüber quasselt, in welch misslicher Lage er ist), (2) es wird nicht wirklich aufgeklärt, wieso Davy eigentlich entführt wurde (das muss man sich selbst zusammendenken), und (3) der Bund der Löwenritter scheint völlig sinnfrei zu sein! Er wirkt eher wie ein geheimes Diskussionsforum für gesellschaftlich unbequeme Themen und Ansichten, das Prominenten und Politikern vorbehalten ist. Und DAFÜR braucht es einen seit Jahrhunderten gepflegten Geheimbund mit einer Geheimschrift, bei welcher auch noch jedes Symbol einem Buchstaben zugeordnet ist, und die auch schon die Illuminaten nutzten? Auweia, auweia und nochmals auweia!

Nene, mehr als 62% mag ich einfach nicht geben. Aber nur, weil Rohrbeck, Wawrczek und Fröhlich hier eine echt perfekte Performance abliefern: Null overacting, null Mittelmaß, nur super!

PS: Die Stimme von Thomas Fritsch klingt dumpf und verzerrt! Das liegt nicht an ihm, sondern an der Produktion. Europa hat, nach einigen anfangs eher unglücklichen Aussagen gegenüber Kunden zu dieser Beschwerde, mittlerweile doch angeboten, die mangelhaften Versionen dieses Hörspiels zurückzunehmen, eine korrigierte Versionen zu retournieren, und auch das das Porto in Form von Briefmarken zu erstatten... Da also dieser Mangel bald beseitigt sein wird, vernachlässige ich bewusst den Dumpfer-Erzähler-Fauxpas und weise lediglich darauf hin, dass es ihn in der ersten Charge gibt!

Meine Wertung: 62%
Cover: Vergebliche Suche nach Gaby25.10.2010

Ein Fall für TKKG
(124) Vergebliche Suche nach Gaby (Erschienen: 2001)
Dauer: 45:33

Wow, Gaby wurde entführt, das ist ja mal was ganz Neues; immerhin hatten wir das ja erst zum 3 Millionsten Mal. Ist das vielleicht Stefan Wolfs Antwort darauf, dass man ständig unkt, wieso Gaby, weil sie ein Mädchen ist, immer zuhause bleiben muss? So nach dem Motto: "Seht Ihr, wenn sie nicht zuhause bleibt, passiert ihr doch dauernd was, und wer würde das wollen!?"...

Davon ab wurden praktisch ganze Teile von (22) In den Klauen des Tigers extrahiert, minimal umgeschrieben und dann hier eingepflanzt. Und ein Bär "entkommt" einfach so, und niemand ist in der Lage, das zu bemerken, bzw. dieses Tier einzukassieren? Also bitte!

...achja, und wieso ist die Suche vergeblich? Sie wird doch am Ende gefunden Typischer Fall von "Reisserischer Titel", um Interesse zu wecken, aber dann den Kauf beim Lesen/Hören sofort wieder zu bereuen. Garniert wird das alles mit dem üblichen "Wir belauschen die Ganoven" und "Hurra, Kommissar Zufall mischt kräftig mit", und fertig ist die neue TKKG-Folge... Aber gute Produktion, wirklich, das ist das Einzige an diesem Hörspiel, was ich loben kann - 38%.

Meine Wertung: 38%
Cover: Mordkomplott im Luxusklo25.10.2010

Ein Fall für TKKG
(123) Mordkomplott im Luxusklo (Erschienen: 2000)
Dauer: 47:33

Also mal ehrlich, "Mordkomplott im Luxusklo"? Wie flach und, ja, fast schon vulgär-simpel, kann ein Titel eigentlich Sinn. Und ich beziehe vulgär nicht darauf, dass man auf Toilette seine Notdurft verrichtet, sondern darauf, dass der Titel einfach billig und plakativ klingt. Davon ab: Zwei Attentäter planen eines der größten Verbrechen der Welt, und unterhalten sich auf dem Lokus über ihre geplante Abscheulichkeit?

...aber es kommt ja noch schlimmer: Es gibt mal wieder einen Doppelgänger, jawohl. Wenn man davon ausgeht, dass TKKG in einer Millionenstadt leben, hiesse das rein hochgerechnet, dass gut ein Drittel davon optische Repliken der anderen 666667 Einwohner/innen sind. Meine Güte, immer derselbe Käse. Doch auch hier ist noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Da kommt der Supergangster, um Tim abzuknallen, und was macht der? Er knallt nicht ab, sondern lässt sich auch noch flach überrumpeln; was für ein Brutalo, wirklich. Davon ab wird alles, einfach alles, gebetsmühlenartig vorgekaut und wiederholt, damit man als Hörer/in auch ja alles mitbekommt.

Der Plot ist für sich genommen nachvollziehbar und logisch, aber ich ziehre mich irgendwie, eine gute Wertung auszusprechen, denn alles wirkt so zusammengekleistert und jedes Fitzelchen ist schon 100 Mal bei TKKG vorgekommen; da erlebt man keine Überraschungen und schon gar keine Spannungen mehr. Und man sollte das nicht noch mit barer Münze belohnen und somit signalisieren, dass man einfach alles kauft, solange das TKKG-Logo vorn drauf ist. 55%

Meine Wertung: 55%
Cover: Der Goldschatz, der vom Himmel fiel13.10.2010

Ein Fall für TKKG
(122) Der Goldschatz, der vom Himmel fiel (Erschienen: 2000)
Dauer: 52:37

Wo sind die geilen Reisefolgen hin, wie z.B. (13) Die Bettelmöche aus Atlantis oder (27) Banditen im Palasthotel...? Klaro, ich weiss: Natürlich waren TKKG da auch schon eine Spur weit übertrieben und selbstüberschätzend. Aber die Dialoge waren pfiffiger und liebenswerter, die Geschichten origineller und weniger vorhersehbar.

Hier liegt der Hase im Pfeffer: TKKG düsen nach Afrika, benehmen sich wie vier Mini-James-Bonds, kommen überall super zurecht, betonen andauernd, was für gewiefete Könner sie doch sind, kennen keinerlei Authorität, Furcht, Zweifel oder zumindest Vorsicht, sind dafür aber absolut süffisant und egozentrisch! Allein wie Lars Loddersteg TKKG vertraut, als gleichgestellt respektiert und ohne jedwede Bedenken in seine Ermittlungen miteinbezieht... Und das Wichtigste: Man verlangt von der Hörerschaft, dies alles ernst zu nehmen!

Ich weiss, ich habe frühere Folgen mit ähnlichen Übertreibungen wie z.B. (45) Unternehmen Grüne Hölle oder (101) Opfer fliegen 1. Klasse sogar empfohlen, aber da war stets eine Form von Distanz zu spüren, die sagte: "Habt Euren Spaß an diesem Jugendkrimi und nehmt das alles nicht zu wichtig", aber jetzt sind TKKG einfach nur noch durch und durch klugschwätzende, autophile Gören, weil der Autor sie jedes Mal erneut am Ende erfolgreich aus der Sache herauskommen lässt, aber zu keiner Zeit ein Augenzwinkern deutlich macht.

0% für den Vierer vom TKKG plus 35% für das gut gemachte Reisefeeling. ...schon der Folgentitel ist mal wieder beknackt.

Meine Wertung: 35%
Cover: Ein cooler Typ aus der Hölle06.10.2010

Ein Fall für TKKG
(121) Ein cooler Typ aus der Hölle (Erschienen: 2000)
Dauer: 53:31

"Ein cooler Typ aus der Hölle" - au Backe! Schon dieser Titel... Aber die Oper geht bei den Klischeenamen aller Figuren noch weiter...

Lustig auch wieder mal die Doppelmoral: TKKG brechen einen Kofferraum auf, öffnen dann sogar eine darin enthaltene Kiste - in der auch noch mutmaßlich eine BOMBE enthalten ist! -, aber wenig später will Tim in eine Wohnung einbrechen und Gaby weist doch wirklich darauf hin, dass dies strafbar sei - alles klar! :)

Aber wenigstens interagieren hier Tim und Gaby irgendwie, denn Karl und Klößchen stehen praktisch nur noch blöd dabei, lachen flach, reichen Handys weiter und lassen Gutmensch-Plattitüden und merkwürdige Vergleiche ab.

Gerade nochmal 53%!

Meine Wertung: 53%
Cover: Bei Anruf Angst06.10.2010

Ein Fall für TKKG
(120) Bei Anruf Angst (Erschienen: 2000)
Dauer: 53:31

Äh-äh... Das ist mal wieder nicht so wirklich geglückt. TKKG werden zu solchen Über-Gutmenschen kandidelt, dass man das beileibe einfach nicht ernstnehmen kann. Gegen pflichtbewusste, gut darstehende Vorbilder habe ich ja nichts, doch nehmen die sich a) selbst kein bisschen ernst, und b) werden sie zur Gänze unglaubwürdig präsentiert.

Allein die Szene mit dem Sorgofon gleich zu Beginn. Engagement für andere ist was Tolles, aber, liebe Leute, eine 14jährige, die abends immer brav ins Bettchen muss, und die andauernd immer nur "Hilfe, Tim!" schreit, soll ausladende Kenntnisse darüber haben, wie man mit kleinen psychologischen Kniffen Gespräche führt, in denen Menschen sich mit ihrem Kummer auslassen? Alles klar! Ja, OK, einfach nur Zuhören ist auch schon viel, keine Frage, aber wie ich sagte: Gerade Gaby, die keinerlei Profil besitzt, ständig entführt und bedroht wird, soll seelisch wie eine Eins gefestigt sein? Naja... ;)

Seltsam auch mal wieder, wie gut insbesondere Tim über alles völlig bescheid weiss, und wie dreist er abledert. Im Hausflur wird erstmal so richtig schön Stunk gemacht, und obwohl man erklärt, Ivoritzki täte nichts Verbotenes, ist für Tim ohne jeden Grund klar, dass TKKG trotzdem richtig liegen. Aber besser noch, Tim weiss haargenau, wie Schleuser arbeiten, was wieviel wo beim wem kostet, und bricht dann auch noch mit seinen "Amigos" bei Ivoritzki ein. Schön auch, dass sofort geschnallt wird, dass "bestens, bestens, alles bestens" nur ein geheimer Code sein kann.

Für Hörer/innen mit Ironie im Blut gibt es wieder mal viel zu Schmunzeln - alle anderen werden aber leider wieder mal nicht zu Unrecht behaupten können, dass TKKG einfach Schrott sei, und das Serien wie z.B. "Die drei ???" weit über ihnen stünden... 54%.

Meine Wertung: 54%
Cover: Frische Spur nach 70 Jahren20.09.2010

Ein Fall für TKKG
(119) Frische Spur nach 70 Jahren (Erschienen: 2000)
Dauer: 48:32

Soso, Kommissar Glockner ist in Bad Knowledge - alles klar! ...und süß auch, wie Klößchen beanstandet, dass Beate und Claus keine zeitgemäßen Namen seien. Ich meine, die Namen Peter, Karl, Willi und Gabriele sind auch nicht gerade gestern erst erfunden worden. Oder der Eigenname "Lola trabt"? ;) Aber gut, das ist eben TKKG-Standard bei Stefan Wolf geworden: Absichtliche Wort-Comedy, die aber nicht einmal unfreiwillig komisch ist, sondern nur dazu anregt, sich Gedanken darüber zu machen, wem sowas bloß einfällt.

Dazu fällt mir ebenfalls ein, dass Wolf seinen Ganoven und Ganovinnen immer eine seelische Macke vergönnt, die eigentlich nur den Schluss zulässt, dass diese geistig ballaballa sind, was sehr flach ist. So trällert uns am Schluss das albern-bewundernde Geständnis von B&C entgegen, die somit eigentlich alles rechtfertigen, was sie getan haben, was sie schlichtweg zu halben Idioten macht; so einfach ist das bei TKKG-Fieslingen: "Wir wollen auch so sein wie B&C, so clever, so tollkühn, so cool..."

Tja, ok, brechen wir diese Analsyen an dieser Stelle ab. Die Idee zu diesem Fall ist ansonsten eigentlich gar nicht übel. Eine Hetzjagd nach Verbrechern, deren Spur man aufgenommen hat, aber die immer einige Schritte voraus sind. Doch Wolf zerstört diese ansonsten spannende Geschichte dadurch, dass er a) Bonny und Clyde dreist kopiert, und b) eine alte Dame sich akribisch an die Tagebucheinträge ihrer Schwester erinnern lässt, obwohl sie das Buch das seit Jaaaahren nicht mehr gesehen/gelesen hat.

Denn mit ein wenig mehr Initiative hätte diese B&C-TKKG-Adaption wirklich gut sein können, ohne, dass man nur denkt: "Tze, 'ne dröge, unglaubwürdige Kopie!". Doch weil ich genau das nicht aus meinem Kopf bekomme, retten auch Größen wie Lutz Mackensy, Marianne Kehlau oder Andreas von der Meden diese Folge nicht - 56%.

Meine Wertung: 56%
Cover: Im Kaufhaus ist der Teufel los19.09.2010

Ein Fall für TKKG
(118) Im Kaufhaus ist der Teufel los (Erschienen: 2000)
Dauer: 44:12

Nee, nee, nee... Die Grundidee ist ja gar nicht mal so schlecht. Aber von Spannung kann hier gar keine Rede sein. Denn die geht sowas von unter in all den reisserischen Plattitüden und Pseudoslangausdrücken. Seltsam auch immer diese unterschwellige Weise von Prahlerei der fiesen Typen. So bezeichnet der Herr Szodoba seine Erfindung als "Satanssaft" - und die Frage stellt sich, ob dieser Saft so wirklich funktionieren kann -, naja... Sowas zieht vermutlich bei Kleinkindern, die bei dem Begriff "Satan" aufhorchen. Und wie soll ich jemanden ernstnehmen, der so übertrieben unglaubwürdig das L für ein R spricht, und das mal wieder nur, damit der Typ von der Polizei - und von TKKG - leichter identifiziert werden kann, ist ja klar. Gibt's eigentlich keine Verbrecher, die mal nicht irgendein Alleinstellungsmerkmal haben?

Auch wieder typisch ist insbesondere die Sprecherleistung von Manou Lubowski. Der hat's doch nun wirklich total drauf. Warum gibt sich Frau Körting mit dieserlei Performances zufrieden? Oder findet die dieses hohle, künstliche Gelächter etwa so super? Auch Gaby klingt etwas zu unnatürlich und kieksig, finde ich. Andererseits möchte ich loben, dass Verena Grosser mal wieder zu hören ist, und dass sie ihren Job auch echt sehr gut macht.

Gefallen tut mir auch der Lerneffekt, dass Diebstahl auch nach hinten losgehen kann. Ist eigentlich nur zu begrüßen. Schade aber, dass Wolf nicht widerstehen konnte, und bei einem Unschuldigen eine der CDs explodieren lies - was hoffentlich nicht bei den Kids eine CD-Phobie enstehen lässt.

Unter'm Strich bleibt eine leider nur mittelmäßige Folge, die bei mir die Frage aufkommen lässt, warum Kommissar Glockner nicht Kommissar Zufall genannt wird, dann würde es nicht so auffallen, wenn er andauernd mit von der Partie ist. 64%, mehr geht beim besten Willen nicht

Meine Wertung: 64%
Cover: ...und der Super-Papagei 200418.09.2010

Die drei ???
...und der Super-Papagei 2004 (Erschienen: 2004)
Dauer: 1:29:59

Dies hier zeigt sehr, sehr deutlich, dass wirklich sehr oft die eigentlichen ???-Geschichten dafür sorgen, dass die aktuellen Hörspiele neuerdings so selten wirklich gut ankommen. Andererseits fällt aber auch auf, dass diese Folge eher ruhig und getragen produziert daher kommt; keine Hektik, keine schnellen Schnitte, keinerlei Verunglimpfungen der Buchvorlage, die man - ich ja auch - Minninger heute so oft anlastet. Denn genau DAS war ja auch die Maxime bei dieser Folge: Den ersten Hörspiel-Fall noch einmal neuauflegen, und noch dazu nur so minimal gekürzt, dass man hier praktisch das Buch vorgespielt bekommt.

Diese 90 Hörspiel-Minuten sind für mich einfach phantastisch gelöst worden, und man hört deutlich, wie sehr man sich Mühe gab, dass bei diesem Hörspiel auch wirklich niemand irgendwas zu Meckern haben sollte; was auch absolut geglückt ist. Eine gute, warme Produktion, und - logisch! - keine ätzenden Kürzungen. Der Fall selbst ist ebenfalls wunderbar, hier und dort gibt es ein paar verklausulierte Goodies für Altfans, und obendrein konnten sogar einige Sprecher der Original-Folge (1) ...und der Super-Papagei erneut verpflichtet werden: Andreas von der Meden, Gerlach Fiedler und Stefan Brönneke. Herr von der Meden übrigens spricht nicht nur Morton, sondern auch Skinny Norris - das mal so am Rande! ;)

Tja, ich finde die Idee, ein Buch, das das auch hergibt, 1:1 als Hörspiel umzusetzen, grandios, und Europa sollte sich überlegen, ob das nicht abseits der normalen Veröffentlichungen, ein nettes Zubrot wäre, alte Folgen auf diese liebevolle Weise vollständig neu zu produzieren. Mir würde das sehr gut gefallen, wenn das Ergebnis genauso ausfallen würde, wie bei diesem Hörspiel. Als Bonus, weil eben auf MC2/CD2 noch massig Platz war, packte man hier noch 36 Hörspiel-Aufnahmen-Outtakes mit drauf und garnierte dies mit zwei zusätzlichen Musiken von Jens-Peter Morgenstern: "Half Moon Bay", das auf seiner ???-Volume-2-Soundtrack enthalten ist, und "Blue Note Rhapsody", das so ansonsten noch nicht veröffentlich wurde. Nettes Gimmick. Und ich vergebe 86% - bitte mehr davon, Europa!

Meine Wertung: 86%
Cover: Labyrinth der Götter14.09.2010

Die drei ???
(91) Labyrinth der Götter (Erschienen: 2000)
Dauer: 58:05

Einige Mutmaßungen von Justus, die immer mal wieder fallen, scheinen mir nicht so offensichtlich, wie sie für den ersten Detektiv zu sein scheinen. Beispielsweise das mit den Planeten: "Das macht nichts. Da sie die einzige Unbekannte ist, müssen wie sie nur einmal im Kreis drehen, sobald alle anderen Planeten richtig eingestellt sind. Irgendwann macht es dann sicherlich Klick". Oder seine Antwort zu Truman: "Glauben sie uns! Wir haben das Versteck des Films gleich gefunden." Wow, woher weiss er das nur wieder so ganz genau - er rät doch eigentlich nur!? Wird denn gar nicht mehr geschlussfolgert und ordentlich recherchiert, sondern nur noch durch übertriebene Selbsteinschätzung in Schwarze getroffen?

Naja, davon ab mag ich das "Labyrinth der Götter", weil es ein toller Rätselfall ist, der die möglichen Motive lange offen lässt, und weil auch die Musiken genial ausgesucht worden sind. Aber, wie ich vorhin schon schrieb, trägt das Ende nicht so wahnsinnig viel dazu bei, die Motive letztlich wirklich verständlich zu machen. Mord verjährt zwar nicht, aber niemand der vorkommenden Personen hatte auch nur im Geringsten etwas damit zu tun, und der Mord ist nunmal auch vor viiiiiiielen Jahren passiert. Und wenn der Film doch überhaupt gar keinen Beweis enthält, wieso ist er dann so wichtig und muss sogar vernichtet werden? Und warum behauptet die Jones, die Antwort würde von den Göttern erklärt werden, wenn es gar keine Antwort geben kann, da sie im Film nicht enthalten ist???

Die Shoemaker könnte in ihrer Zeitung schreiben, was sie wollte, beweisen könnte sie gar nichts. Und wer hätte einer offensichtlich verwirrten Seniorin schon geglaubt (die übrigens mal WIEDER von Gisela Trowe gesprochen wird)? Hätte man dann das Ende nicht ganz einfach so drehen können, dass der Mord wirklich auf Zelluloid gebannt wurde, und dass Truman einfach das Ansehen seines Vaters bewahren wollte? Das wäre doch sehr einfach gewesen.

Ein von vorne bis fast ganz hinten tolles Hörspiel. Nur das Ende hinterlässt bei mir immer mehrere Fragezeichen. Und das ist nunmal sehr unbefriedigend in einem Kriminalfall. 88%!

Meine Wertung: 88%
Cover: ...und der Super-Papagei LIVE [DVD]25.08.2010

Die drei ???
...und der Super-Papagei LIVE [DVD] (Erschienen: 2006)
Dauer: 2:22:00

Kurz vor dem öffentlich werdenden ???-Rechtsstreit-Hickhack brachte man Ende 2006 noch mal flugs die DVD des 2004er Live-Auftritts zu "...und der Super-Papagei" auf den Markt und legte dieser auch ein Infozettelchen bei, das relativ nichtssagende Aussagen darüber traf, wie es denn jetzt mal mit neuen Hörspielen zu "Die drei ???" aussah, erklärte aber dafür, dass der Markenname "Die drei ???" offenbar nicht mehr benutzt werden würde. Unter dieser Prämisse sah ich also seinerzeit Anno 2006 diese DVD noch am Erscheinungstag mit einem Freund zusammen, und schon wegen der ganzen "Rechtsstreitsproblematik" fühlte sich diese DVD sehr merkwürdig an. Wie ein Schlusspunkt, so irgendwie.

Heute - mittlerweile geht es seit 20 neuen Folgen mit "Die drei ???" weiter, und Europa und Kosmos haben sich wohl geeinigt - wirkt die DVD dafür umso anders. Nämlich letztlich wie eine ungekürzte 1:1-Umsetzung des Original-Buches als Hörspielskript, das auf der Bühne vorgetragen wird - was das Ganze ja auch im Grunde sein will und soll.

Als eine Art besonderes Extra konnte man sogar Stefan Brönneke (Carlos) und Andreas von der Meden (Morton und Skinny Norris) für das Stück gewinnen, denn sie beide sprachen damals auch im Hörspiel aus den 70ern mit. Und zusammen mit Brigitte Böttrich, Detlef Bierstedt und Ben Hecker liefern sie eine tolle Leistung. Ebenfalls mit dabei, und vielen wohl mittlerweile wohl auch durch Master of Chess, LIVE & UNPLUGGED [DVD] und ...und der seltsame Wecker 2009, LIVE [DVD] (bzw. die Live-Touren selbst) längst bekannt, ist Peter Klinkenberg, der für die Geräusche zuständig ist. Und auch er macht einen wunderbaren Job.

Neben dem Bühnenstück, das etwa 102 Minuten dauert, gibt es noch recht verschmerzbaren Bonusinhalt: Bekannte Gesichter wie z.B. Till Demtröder, Daniel Brühl, Lotto King Karl oder Wir sind Helden gratulieren den ??? zu ihrem 25jährigen Bestehen und bekunden auch ihr Lieblingsfragezeichen. Nett, aber im Grunde nur Lobhudelei, auch, wenn sie gewiss ernst gemeint ist. Dann gibt es noch ein paar Fotos, die mit der Stimme von Oliver Rohrbeck unterlegt wurden, einen kleinen Blick hinter die Kulissen und nochmals ca. 10 Minuten, die dort anknüpfen, wo der Live-Auftritt endet, denn Ulli Feldhahn von Sony/Europa tritt nun auf die Bühne und gratuliert Frau Körting und ihrem Kollegium zu dem großen Erfolg der "Die drei ???"-Hörspiele und zeichnet diese mit Preisen aus; wie bescheiden... ;)

Somit ist die DVD natürlich vorallem wegen des Live-Auftritts selbst interessant, doch wer sich ein paar ???-Insiderinfos erhofft, bekommt vom Bonusinhalt (insgesamt grob 40 Minuten) recht wenig geboten. Dies sei aber nur der Vollständigkeit halber erwähnt, denn die DVD selbst ist günstig zu haben, weshalb man den Bonusinhalt auch wirklich als (zusätzlichen) BONUSinhalt verstehen sollte, weil wohl noch etwas Platz auf der Disc war.

Meine Wertung: 80%
Cover: Feuerteufel25.08.2010

Die drei ???
(90) Feuerteufel (Erschienen: 2000)
Dauer: 57:19

"Der Feuerteufel" ist ein gutes Beispiel dafür, dass man das Inlay manchmal lieber nicht beim ersten Anhören eines Hörspiels studieren sollte. Denn ausser dem Erzähler und den drei ??? gibt es nur ganze DREI weitere Charaktere, die im Inlay stehen. Moore, Roxanne und Black. Somit wird beim Hören leider allzu bald klar, dass diverse Vorkommisse auf einige Weisen (dem Hörer bislang noch unbekannte Gehilfen, oder jemand, der sich später noch als heimlicher Drahtzieher entpuppt) schon mal NICHT erklärt werden können, denn die Rollen dieser drei Charaktere sind äusserst klar definiert.

Und da bei den ??? ja immer alles logisch erläutert wird, das ist sozusagen das oberste ???-Gesetz, kann man sich relativ schnell zusammenbasteln, wie die Sache in etwa enden werden wird. Und das ist schade, denn ansonsten ist an diesem Hörspiel nichts zu meckern. Denn durch die gute Produktion ist alles sehr spannend, düster, leicht gruselig und obendrein sehr gut geschauspielert. Der einzige Fehler ist also, dass dem Ganzen ein Inlay beiliegt, was man dem Hörspiel aber eigentlich auch nicht wirklich ankreiden kann, weil dies nun mal die gängige Praxis bei Hörspielen ist. ;)

89% - jawohl!

Meine Wertung: 89%
Cover: Tödliche Spur25.08.2010

Die drei ???
(89) Tödliche Spur (Erschienen: 2000)
Dauer: 58:41

Was definitiv an diesem ???-Fall stört, ist, dass Morton sowieso nicht tot sein würde. Dass es da irgendeine Art von "Hintertürchen" geben wird, ist ja klar. Was eventuell einige stören wird, ist, dass das über die Jahre liebgewordene Bild von Morton etwas demontiert wird.

Aber es gibt ein sowas von großes Logikloch, dass ich mich frage, wie das funktioniert haben soll, ohne, dass sein Zusammenhang allzu konstruiert wäre: Mac Dunno sitzt 20 Jährchen im Kittchen, und spürt dann locker-flockig Mortons Schwester auf, die nicht mal in den USA lebt? Wie bitte geht das denn? Und dass Morton die Kohle einfach mehr oder weniger hortet, will mir auch nicht so recht in den Kopf...

Davon ab ist "Tödliche Spur" soweit gelungen und recht spannend, und hätte man an den kleinen Eckpfeilern etwas mehr geschliffen, wäre die Folge weitaus besser. Marx hat zwar den "Schock" durch Morton und nicht irgendeinem x-beliebigen Typen interessant ausgewählt, aber gerade DESHALB lässt diese Folge so einige Federn. Die einzig wirklich korrekte Konsequenz wäre also gewesen, Morton tatsächlich tot bleiben zu lassen, oder einfach jemand anderes zu wählen (statt Morton).

Der Rest ist typisch Körting und ein Stimmen-Ensemble, dass sich hören lassen kann. 66%.

Meine Wertung: 66%

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