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Das Rezensions-Archiv

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Cover: Vorsicht: Bissig!16.07.2018

TKKG Junior
(2) Vorsicht: Bissig! (Erschienen: 2018)
Dauer: 50:22

Wie bereits (1) Auf frischer Tat ertappt, finde ich auch diese Folge ziemlich gelungen. Zwar ist die Prämisse nichts, was aus den Socken haut, und was in etwa los, hören ältere Hörer/innen auch ziemlich flott raus, aber dennoch gelingt dem Junior-Millionenstadt-Vierer auch in seinem zweiten Abenteuer, dass man gern zuhört - Betonung liegt auf "zuhört", denn im Gegensatz zu manchem Konkurrenzprodukt lässt man dieses hier halt nicht einfach nur noch nach den ersten 5 bis 10 Minuten so nebenbei durchlaufen.

Nein, man bleibt mit Ohren dran und verfolgt das Geschehen. Das liegt daran, dass der Fall, trotz diverser Offensichtlichkeiten (für Erwachsene), sympathisch und glaubhaft agiert. Es wird ermittelt und geschlussfolgert. Und man lernt außerdem immer ein wenig mehr über TKKG kennen. Auch, wenn man sie ja eigentlich schon seit vielen Jahren kennt. ...hier und da erfährt man dennoch etwas neues.

Überhaupt ist ist sehr angenehm, die TKKGs nicht so abgebrüht und abgefeimt zu erleben, wie es in ihren späteren Jugend-Abenteuern einmal der Fall sein wird. Man hält sich auch mal zurück, muss nicht immer in erster Reihe stehen, sich nicht immer jeder Gefahr stellen, darf vor etwas Angst haben... ...und so ganz nebenbei erfahren wir, was dann nun in diesem See sein Unwesen treibt und wie es dorthin kam.

Die Cast ist super drauf, macht einen tollen Job und auch sonst ist die Produktion super. Erneut also: Meine Kaufempfehlung!

Meine Wertung: 76%
Cover: Auf frischer Tat ertappt13.07.2018

TKKG Junior
(1) Auf frischer Tat ertappt (Erschienen: 2018)
Dauer: 44:48

Man, was war ich gespannt. Und neugierig! Ein TKKG-Spin-Off, wie bei den ??? Kids. Kann das gutgehen? Ja, es kann!

Gleich beim ersten Durchlauf verspürte ich ein Gefühl der Vertrautheit und meine Ohren hatten nicht ein Eindruck, als wäre das alles nur irgendetwas, das man aufgrund der Unbekanntheit, nicht zuordnen kann. Aber nein, es ging tatsächlich sehr gut. Was auch immer hier der Maßstab beim Konzeptionieren, Schreiben, Aufnehmen und Produzieren war - man hat in vielen Punkten fast genau ins Schwarze getroffen!

Diese Folge fühlt sich irgendwie an, als wäre man wieder Anfang 80er, kurz vor der Einschulung und hört seine erste TKKG-Folge. Die vier werden vorgestellt, was zeichnet sie aus, wie sind die Eltern drauf und so weiter. Macht wirklich Spaß. Das mag aber auch daran liegen, dass man zart an (1) Die Jagd nach den Millionendieben erinnert wird, da der Plot im Groben ähnlich verläuft - inklusive des geplanten, aber durch TKKG vereitelten Diebstahls in der Sauerlich-Villa. Sogar die Grundidee ist die gleiche: Hermann und Erna werden aus dem Haus gelockt...

Da die jugendlichen, die originalen, TKKGs ja so um 14 Jahre alt sind und in die 9. Klasse gehen, die TKKG-Junioren aber die 5. Klasse besuchen, spielt TKKG Junior also rund 4 Jahre vor, was bedeutet, sie müssten alle etwa je 10 alt sein. Der Eindruck entsteht bei mir aber keineswegs. Im Gegentum, es scheint sich eher um eine Art "Episode 1" zu handeln. Sicherlich, die vier Juniors artikulieren sich simpler und zeitgemäßer, doch alles in allem sind sie doch zu reif und abgefeimt, dafür, dass sie erst 10 sein sollen. Ihr Verhalten, und trotz des einfacheren Vokabulars, auch ihre Ausdrucksweise, ja, sogar ihre Lebenserfahrung sind etwas atypisch für dieses Alter. Andererseits: Trifft das auf TKKG nicht sowieso schon immer zu? Hmmm....

Was mir ganz besonders gefällt, und was auch eine meiner größten Sorgen im Vorfeld war: Wenn das "Junior" heißt, spielt das dann nicht mehr im Internat? Aber doch, so gerade eben noch sind die Junior-TKKGs auf dem Internat gelandet (bedenkt man ihr Alter), sind zwar schon befreundet, kennen sich aber noch nicht sehr gut. Man wird also auch als Alt-Hörer/in schön an die Hand genommen, ohne dass allerdings der Eindruck entstünde, man wisse ja eh alles schon und kenne sich bestens aus. Sicher, im Grunde weiss man eben schon alles, aber die kleinen Sprenkler hier und dort, die machen dann doch wieder Lust - selbst, wenn man die Hauptserie schon seit zig Jahren verinnerlicht hat.

Was mich aber beschäftigt, ist, dass Tim hier direkt von Anfang an auch Tim heißt; die "Tarzan-Namens-Problematik" existiert überhaupt nicht. Dafür aber eine andere: Sein echter Name ist Peter Carstens. Ich bitte das S am Ende zu beachten. Und dieses Umbenennung geht mir einfach nicht in den Kopf - sie stört mich sogar.

Gaby wird kein einziges Mal "Pfote" genannt, und bei Karl wird sein Kosename, Computer, angedeutet... Bei Tims Mutter ist an und für sich auch alles beim Altem geblieben - nur, dass sie hier jetzt nicht hunderte Kilometer entfernt wohnt, sondern nur ganz am Rande der Stadt. Aber mit diesem ganzen Kleinkram kann ich gut leben.

Gefreut habe ich mich aber darüber, dass, obwohl hier komplett neue Stimmen für jede Person gewählt wurde, Kerstin Draeger als Mutter Vierstein und Stefan Brönneke als einer der Ganoven zu mitmachen. Da wird der Kreis in die frühen TKKG-80er-Jahre gleich wieder geschlossen.

Der Plot ist gelungen, und ich bin nicht sicher, warum, aber die Gemeinsamkeiten mit (1) Die Jagd nach den Millionendieben wirken mir sehr bewusst gewählt - denn das alles kann kein Zufall sein. Die Junior-Stimmen für die TKKG-Kids gefallen mir, aber bei Tim, Karl und Klößchen fällt mir das Unterscheiden noch schwer. Ich hoffe, das wird noch. Dennoch sind, die drei, inklusive der neuen Gaby, Talente am Werk, die nicht nach dem heutigen Sitcom-Synchro-Schnellschnellschnell-Einheitsbrei klingen. Ihr Spiel passt super und die Regie hat gute Arbeit geleistet, die Rollen glaubhaft und natürlich klingen zu lassen. Bleibt nur die Frage, was in 5 oder 10 Jahren ist, wenn die Stimmen etwas reifer und älter klingen werden, denn zwar sind die vier Personen hinter den Rollen schon heute beileibe keine 10 Jahre mehr alt, aber dennoch jung genug, dass sich hier noch Veränderungen einschleifen werden. Mal schauen, wie das dann bei solch jungen Rollen werden wird.

Jedenfalls: Sehr guter Einstand; der Titelsong ist gewöhnungsbedürftig, aber trotzdem: Sehr guter Einstand! :)

Meine Wertung: 76%
Cover: Achtung, UFO-Kult!13.07.2018

Ein Fall für TKKG
(206) Achtung, UFO-Kult! (Erschienen: 2018)
Dauer: 1:05:09

Ein wenig aufmerksamkeitsheischend ist der Titel ja. Aber den sollte man ignorieren, denn die Folge ist gut geworden. Obwohl die Handlung mal mehr, mal weniger Parallelen zu (13) Die Bettelmöche aus Atlantis (TKKG), (15) Ufos in Bad Finkenstein (TKKG), und ja, sogar zu (80) Geheimakte Ufo hat (Drei ???), ist etwas eigenständiges herausgekommen, das mal nicht mit dem seichten, typischen Einheitsbrei der Marke "Am Ende sehen die Sektenmitglieder den Betrug ein und die Verführer wandern in den Knast" endet.

Das heißt, ein Stück weit endet es schon so, aber es spielen noch andere Faktoren eine Rolle, die das Gesamtbild im letzten Drittel unerwartet darstellen. Und so angenehm ich das auch finde, ein Detail verstehe ich hier nicht: Die Sache mit Kommissar Schalavsky mit Gaby und Klößchen, die ja unten warten. Wieso zum Henker erklären die beiden ihm nicht einfach, was los ist, statt herumzustammeln und so zu tun, als hätte er die Pest. Das macht die Sache unnötig kompliziert und sogar richtig riskant, denn ihn nicht einzuweihen brachte Oskar in Lebensgefahr, da Schalavsky jeden Moment hätte klingeln können. Ihm da irgendeinen lauwarmen Käse zu erzählen - das begreife ich nicht. Noch weniger begreife ich, dass Schalavsky sich tatsächlich abwimmeln lässt.

Seltsam ist auch: Häufig wirkt es so, als würden sich eigentlich Justus, Peter und Bob unterhalten. Die Dialoge haben bisweilen einen ???-Anstrich und ich weiss nicht, warum. Der Autor, Martin Hofstetter, ist nicht für die ??? tätig, und auch sonst ist kein/e Co-Autor/in genannt worden. Dennoch entsteht in meinen Ohren immer wieder Eindruck, als hätte man ein ???-Skript auf TKKG umgemünzt und hier und dort die Sätze etwas angepasst. Das soll allerdings nicht bedeuten, dass das gegen dieses Hörspiel spräche - es ist nur so, dass es mir aufgefallen ist.

Alles in allem: Dieses Hörspiel gehört zur Riege der hörenswerteren Hörspiele. Also riskiert ruhig mal ein Ohr...

Meine Wertung: 74%
Cover: Schrecken aus der Tiefe12.05.2018

Die drei ???
(193) Schrecken aus der Tiefe (Erschienen: 2018)
Dauer: 1:09:23

Dass es schlicht keine Monster, Geister oder Außerirdischen gibt, wissen wir. Es ist also schon lange keine Frage mehr, ob das jetzt nicht doch ausnahmsweise mal irgendwas übernatürliches sein könnte - denn letztlich wird es immer als Mummenschanz enttarnt. Irgendwelche Lichteffekte, Lautsprecher, Flugapparate mit speziellem Design, Kostüme und so weiter, müssen am Ende immer für die Erklärung herhalten. Lässt man (14) ...und das Bergmonster also mal aus dem Spiel, gibt es keine Abweichung von dieser Regel. Die Sache ist also nur noch darauf ausgerichtet, WIE es später erklärt wird.

Entlarvt wird es hier von Justus bereits im ersten Drittel. Es bleibt aber das Mysterium nach dem Wieso und Warum. Also geht's jetzt ans Recherchieren, Beschatten, Leute befragen. Zum Beispiel stoßen wir auf einen Rätselvers - ohne den eine ???-Geschichte keine ???-Geschichte ist. Allerdings ist sehr auffällig, dass dieser Vers keine echte Relevanz hat, denn die ??? befassen sich nicht weiter damit und bemühen sich nicht mal ansatzweise, ihn zu dechiffrieren. Dennoch wird er am Ende erklärt und die Idee dahinter ist in der Tat clever. Nur, wie erwähnt: Der Vers ist im Grunde eh total egal.

Stattdessen ist plötzlich von der Witte eines Verstorbenen die Rede und als die von Briefen des Verstorbenen spricht, weiß man sofort, wohin die Reise gehen wird - und wird auf's Glatteis geführt. Es gelingt hier in der Tat, die Hörerschaft zu überraschen und nicht die alten, ausgetrampelten Pfade zu bewandern. Trotzdem, mit den Briefen hat es durchaus etwas auf sich. Die Frage ist nur: Was!?

Alles in allem ist der Schrecken aus der Tiefe in Ordnung. Ein routiniertes Abenteuer aus der aktuellen ???-Ära, ohne nennenswerte Höhen und Tiefen, zwar mit einem Grundmaß an Spannung, aber dafür auch mit der einen oder anderen Länge. Insbesondere am Ende, bei der wie immer alles restlos aufgeklärt wird - zum Großteil von Justus... ...natürlich...

Die Produktion ist gelungen, Studio Körting eben. Im Großen und Ganzen: Ein passables ???-Abenteuer. Kein Muss, aber ein "Kann man hören"...

Meine Wertung: 60%
Cover: Teuflische Kaffeefahrt12.05.2018

Ein Fall für TKKG
(205) Teuflische Kaffeefahrt (Erschienen: 2018)
Dauer: 1:09:36

Die Idee, mal die abzockerischen Kaffeefahrten auf's Korn zu nehmen, gefällt mir. Auch der Aufbau der Geschichte ist ansich sehr gut. Allerdings nur grob bis zur Hälfte der Spielzeit. Denn ab dann passiert nichts, mit dem man nicht gerechnet hätte, beziehungsweise, es passiert teils auch schlicht gar nichts.

Ab dem Punkt, wo der Halunke das Weite sucht und man ihm auf dem Fersen ist, ist die Spannung und das Tempo komplett raus. Er wird ertappt, er türmt, Tim springt hinten an den Bus, aber letztlich verliert er den Bösewicht aus den Augen. Man findet ihn zwar wieder, wartet aber ab, weil er sicherlich im Höhlengangsystem verduften würde, wenn man ihm zu nahe käme - also wartet man ab... und wartet...

Währendessen gibt es einige Diskussionen bezüglich des Vertrauens zum Komplizen des Halunken. Würde er wirklich helfen, oder würde er nicht? Lügt er, oder lügt er nicht? Ganz ehrlich: Hier habe ich mir den alten Tim gewünscht. Der schlimme Finger ist aufgeflogen rennt zum Bus, setzt sich ans Steuer, gibt Gas, Tim springt gerade noch hinten an den Bus, klettert während der Fahrt in den Bus, knockt den anderen nieder - alle jubeln.

FAZIT: Ein zweischneidiges Schwert. Thema super, Anfang toll, aber die zweite Hälfte kommt nicht aus dem Quark, weil die Geschichte eigentlich schon vorbei ist, oder genauer: vorbei sein könnte. Die Sprecher und Sprecherinnen liefern allerdings hervorragende Arbeit ab, und Frau Körting und Herr Minninger haben ebenfalls alle Register gezogen (Musiken, Effekte und Co. sind klasse)... ...aber hey, der Titel, auweia... Wer hat denn den bitteschön durchgewunken!?

Meine Wertung: 64%
Cover: Im Bann des Drachen15.03.2018

Die drei ???
(192) Im Bann des Drachen (Erschienen: 2018)
Dauer: 1:07:42

Nein! Einfach nein! Die Folge is' nix! Ich weiß auch gar nicht, wo ich anfangen und wo ich aufhören soll, weil das alles ein einziges Durcheinander und Aneinanderreihen von Blödsinn ist.

Dabei fängt es durchaus vielversprechend an. Wir hören Peter zu, wie er feststellt, an einem fremden Ort aufzuwachen, ohne zu wissen, wie er hinkam - oder warum. Doch dann kommt eine Dame herein, die Katara genannt wird. Hier ist nicht zu seltsam, dass der Name durchweg englisch pronounciert wird (zudem mit anmerikanisch gerolltem "R"), was Quatsch ist, denn wir sind in Shanghai, nein, was jetzt an Erklärungen folgt, ist derart hanebüchen - auweia!

Peter wurde entführt, weil er die chinesische Mafia gewissermaßen retten soll. Es dauert dann auch nicht lang und Justus und Bob, die sind derweil noch in Rocky Beach, erfahren ebenfalls, was los ist und düsen schnurstracks Richtung China, um Peter zu befreien. Da gleich mal die erste Frage: Wie kann man einen Jungen, noch dazu betäubt, also leblos, einfach so außer Landes bringen? OK, vielleicht hat da jemand jemanden bestochen, mag sein. Aber das ist ja nur eine vielen der Fragen, die man im Kopf einfach nicht klar kriegt.

Stattdessen macht man es in einer Tour unendlich leicht, indem behauptet wird, der Oberboss hätte eben einfach "gewisse Möglichkeiten". Dieser Art Antwort erhält man als Hörer/in ständig. Wie konnte irgendetwas seltsames, abstruses passieren oder möglich gemacht werden? Ganz einfach: Der Oberboss ist nunmal der Oberboss - der hat es eben irgendwie geschafft.

Dann entspinnt sich allmählich der halbwegs verständlich Plot. Halbwegs, weil man bei all den Namen und Gründen nicht mehr begreift, wer jetzt wie zu wem steht. Aber immerhin, wie verstehen: Die chinesische Mafia bekriegt sich untereinander. Die jeweiligen Familien feinden sich mehr und mehr an, weil irgendein Junge keine Lust mehr hat, bei alledem mitzumachen und deshalb einfach nur aussteigen will. Was dieser Junge damit zu tun hat, dass die anderen zig Mitglieder/innen der Untergründler deshalb einen auf GZSZ zu machen? Das erfahren wir wieder nicht: "Es ist eben so! Das hat euch auch nicht weiter zu interessieren! Wäre außerdem zu kompliziert, das zu erklären!"... So einfach ist das. Überhaupt verbringen alle Akteure und Akteurinnen wahnsinnig viel Zeit damit zu ekrlären, wie geheimnisvoll und mächtig sie sind. Wehe, man versuche wegzulaufen, man würde es nicht überleben. Wehe, man versuche dieses, dann geschehe jenes. Wehe, man... Dauernd geht das so!

Doch was tun Justus, Peter und Bob? Die machen da mit! Diese Menschen handeln tagtäglich in vielerlei Hinsicht nicht nur illegal, sondern im Besonderen vor allem stark amoralisch. Aber, was soll's!? Unwichtig! Die drei Detektive helfen natürlich gern. Zum Einen, weil sie eh keine Wahl haben, zum Anderen aber, weil es sie auch gar nicht zu stören scheint, WEM sie da eigentlich behilflich sein wollen. Noch dazu: Was wollen drei Jugendliche aus Amerika, und seien sie noch gewitzt und erfahren, gegen derartig organisierte Banden ausrichten, beziehungsweise für diese tun, was sie nicht selbst tun könnten?

Doch in einer Tour werden Gesinnung und Taten dieser Menschen hoffnungslos untertrieben und romantisiert. Gerade von Zuko, der gern erklärt, wie sehr im das alles (die Triaden) fehlen werden, obwohl er aber natürlich nicht so werden will wie sein Vater. Was mich aber am meisten irritiert: Wieso denkt man nicht zumindest darüber nach, die Polizei in irgendeiner Weise zu informieren? Justus, Peter und Bob scheinen zu keiner Zeit in einem Gewissenskonflikt zu stecken. Sie äußern sich durchweg hilfsbereit und verständnisvoll - und sollte das dennoch alles nur Fassade sein, erfährt man es als Zuhörer/in nie.

Ich breche hier jetzt lieber ab, obwohl ich noch lange nicht am Ende mit Kopfschütteln und Gesicht in den Händen vergraben bin... Kurz: Diese Geschichte ist totaler Murks!

Die Produktion, also die Europa-Seite, ist allerdings gelungen. Alle Sprecher/innen liefern gute Arbeit ab und die Musiken klingen stimmig.

Meine Wertung: 37%
Cover: ...und die gemeine Falle26.02.2018

Fünf Freunde
(215) ...und die gemeine Falle (Erschienen: 2018)
Dauer: 54:08

Schwierig, schwierig... ...dieses Hörspiel meine ich. Im Grunde mag ich es. Die Produktion ist top (Körting eben), alle Sprecher/innen machen einen tollen Job und selbst der Plot ist unterhaltsam, ja sogar einigermaßen spannend.

Doch ist es vor allem eine Auffälligkeit, die mir das Hörvergnügen vermasselt: Dass niemand den Kids Glauben schenken will. Es ist ohnehin schon offensichtlich, dass ein Komplott gegen Constable Wilbert laufen muss, wenn soviele komische "Strafanzeigen" vorliegen, die niemand so wirklich verstehen kann. Aber wenn die Kirrin-Kids mal darauf aufmerksam machen, dass dieses oder jenes doch schon ein bisschen seltsam wäre, wird ihnen der Mund verboten, man schickt sie weg und hört ihnen nicht zu - noch dazu ohne erkennbaren Grund. Niemand hört ihnen nicht zu - einfach so! Was spräche dagegen, ihnen einen Moment zuzuhören? Mal ein, zwei kleine Nachforschungen anzustellen? Oder wenigstens die Meinung von Constable Wilbert zu alledem einzuholen? Eben - nichts spräche dagegen.

Der einzige Grund dafür kann sein, dass die Story noch eine Weile weiter durchlaufen kann, denn sonst wäre der Fall ja nach spätestens 20 Minuten Spielzeit abgehakt. Und das ist, was mich so wurmt. Innerhalb des Hörspiels werden die Kinder konsequent von Erwachsenen - selbst der Polizei! - abgekanzelt. Und niemand, absolut niemand, kommt auf die Idee, wenigstnes mal bei Wilbert abzurufen und ihn zu fragen, was es mit diesen ganzen Anzeigen auf sich hat? Zumindest diese eine Sache zu tun, ist so naheliegend, dass ich beim Anhören einfach nur den Kopf schütteln kann. Da spricht jemand ohne Grund haufenweisen Anzeigen aus, auf dem Revier guckt niemand in die Akten, was es damit auf sich hat, oder um potenzielle Zeugen zu ermitteln, und Personen, die diese Anzeigen in Auftrag gaben, gibt es auch keine - außer Constable Wilbert. Und der kann nicht bei allen "Verbrechen" immer anwesend gewesen zu sein, um das bezeugen zu können. Kommt denn niemandem im Ort das auch nur ein bisschen merkwürdig vor? Offenbar nicht.

Außerhalb des Hörspiels ist das aber derartig offensichtlich ist, dass es beim Hören keinen Spaß mehr macht, sondern man sich ärgert, was denn das bitteschön soll. Es kann doch nicht so schwer gewesen sein, sich 1-2 plausible Gründe auszudenken, warum die Polizei hier keine Nachvorschungen anstellen kann oder will. Oder man hätte auch einfach nicht so wahnsinnig viele Strafanzeigen verteilen können, damit es nicht so einer solch schieren Dringlichkeit kommt und die Sache eine Spur subtiler hätte ablaufen können...

Hätte man eine verständliche Begründung dafür genannt, dass niemand den Kids zuhören kann oder will, oder Constable Wilbert gerade nicht kontaktiert werden kann, wäre dieses Hörspiel sehr unterhaltsam. Aber so steht eine an sich gute Story sich selbst im Wege...

PS: Die im Titel genannte "gemeine Falle" ist im Grunde genommen ein Pleonasmus, oder immerhin eine unnötige Redundanz. Ist denn nicht jede Falle gemein? Ist es nicht die Gemeinheit dahinter, die eine Falle erst zu einer Falle macht? Sonst wäre es doch keine Falle - oder?

Meine Wertung: 62%
Cover: Verschwörung auf hoher See26.02.2018

Ein Fall für TKKG
(204) Verschwörung auf hoher See (Erschienen: 2018)
Dauer: 1:01:20

Gute Folge! Die Schiffsatmosphäre kommt toll rüber, der Plot ist stringent und nachvollziehbar. Wirklich: Gute Folge! Ich habe nur an Kleinigkeiten hier und dort etwas zu bekritteln.

So sieht die Kapitänin Linda Hansen auf dem Covermotiv jung und sehr freundlich aus. Im Hörspiel wirkt sie eher mittleren Alters und nicht unbedingt an Smalltalk mit den Passagieren interessiert. Oder Kommissar Glockner, der doch tatsächlich erleichert ist, dass Luxuskreuzfahrten heutzutage so günstig seien, dass auch sie (die Glockners) sich sowas leisten könnten. Öhm, der Herr ist das Ass der Millionenstadtpolizei und verdient bestimmt ganz ordentlich. Andererseits bleibt er hier im Großen und Ganzen außen vor und muss sich in 1-2 Situationen sogar eher simple Schlussfolgerungen von den TKKGs erklären lassen... Naja...

Seltsam mutet mir auch Frau Glockner an, die offenbar am Tante-Fanny-Symdrom leidet. Viel zu oft quengelt sie mir herum, dass man doch bitte keinen Fall lösen, sondern den Urlaub genießen solle, oder sie ist bei der allerkleisten Ungereimtheit gleich nervös und muss von ihrem Emil erstmal zur Haltung ermahnt werden. Gerade bei Frau Glockner wundert mich sowas doch sehr, da diese in all den Jahren zuvor stets als nervenstarke Frau zu vernehmen war.

Und Tim, naja... Der geht also tatsächlich auf eine Luxusreise und beschwert sich aber gleich zu Beginn, dass ja nichts los sei und er sich nur langweile... Was hat er denn vor Reiseantritt erwartet - bei einer Kreuzfahrt auf dem Luxusdampfer? Bei Karl fällt mir noch ein, dass er bei der Bermudadreieck-Diskussion ruhig von 2-3 Theorien hätte berichten können, durch welche sich das Verschwinden von Schiffen und Flugzeugen möglicherweise nachweisen ließe. Doch sagt er im Grunde eigentlich nichts dazu - sehr schade.

Soweit also alles Kleinigkeiten, die mir zwar auffielen, aber nicht wirklich stören. Zwei Dinge gibt es aber dennoch: 1) Die Bösewichte sind direkt als eben diese zu erkennen. Alle Charaktere sind vom Fleck weg so angelegt/interepretiert, dass man sie umgehend identifizieren kann. 2) Ein Luxusschiff mit mehreren hundert Passagieren und Kabinen, aber die Unholde sind sofort ausgemacht und werden am Ende auch ohne große Schwierigkeiten dingfest gemacht?

Bleibt ein alles in allem gutes TKKG-Hörspiel mit kleinen, leicht verschmerzbaren Schwächen, das ich gern weiterempfehle.

Meine Wertung: 77%
Cover: Verbrechen im Nichts30.01.2018

Die drei ???
(191) Verbrechen im Nichts (Erschienen: 2018)
Dauer: 1:11:06

Oft schon waren die drei ??? damit konfrontriert, einfach nur eine erholsame Zeit erleben zu wollen. So ganz normal eben. Nachmittags am Strand relaxen, im Ausland Urlaub machen, eine Zirkusvorstellung anschauen... Nie ist etwas daraus geworden. Glaubt nach insgesamt über 200 Folgen also noch irgendjemand, dass es bei "Verbrechen im Nichts" ausnahmsweise anders sein würde?

Entspannen die drei wirklich nur ein wenig und genießen dabei die ruhige Zeit? Denkste! Keine 5 Minuten im Hörspiel schon spricht jemand die ersten seltsamen Sätze. Als aufmerksame/r Hörer/in merkt man sich derlei Äußerungen natürlich, weil sie später garantiert irgendwie wichtig und darum gedeutet werden müssen. Doch bereits eine Szene weiter kommen Blut, Schreie und andere Dinge hinzu - hier ist ganz eindeutig irgendein Fall zu lösen. Na, dann mal los!

Doch als dann schon wieder kryptische Rätselverse vorgelesen werden, bin ich echt genervt. Wie oft denn noch? Meine Güte. Ja, ich weiss, früher war das cool und in, und niemand zweifelt ernsthaft an der Qualität der frühen Tage. Aber einerseits gab es früher auch sehr, sehr viele Folgen ohne Rätsel und zweitens ergaben sie in gewisser Hinsicht Sinn. Doch heute scheint nichts mehr zu gehen, ohne, dass nicht irgendjemand aus seiner Tasche einen Zettel zieht, auf dem irgendein verwirrter Käse geschrieben steht, den Justus auch noch im Handumdrehen dechiffriert. Im Gegenteil, gleich mehrere Folgen gab es in den letzten Jahren, die exakt das sogar als Fall-Prämisse aufgriffen.

Ich schreib's darum, wie es ist, schließlich ist an dieser Stelle ja meine Aufgabe, meine Eindruck zu schildern: Ich hörte die Folge zweimal durch, die Auflösung am Ende ist mal ein bisschen was anderes, wenn auch nicht unbedingt konsequent, und die Produktion ist von der Klangkulisse her top. Doch klingen Brian und Ashlyn nicht natürlich, sondern zu sehr nach Blatt-Papier-und-Mikrofon-vor-der-Nase-Situation.

Allerdings stören mich weder das inkonsequente Ende noch die beiden nur okayen Sprechleistungen - weil mich viel mehr stört, dass es schon wieder Rätselverse gibt. Es tut mir leid, aber an dieser Stelle habe ich sehr mit den Augen gerollt. Ein wenig mehr Abwechslung, bitte, liebe Autoren und Autorinnen. Bitte auf absehbare Zeit keine "Eigentlich wollten die drei ??? ja nur ein bisschen entspannen, aber..."- und "Löst bitte die folgenden Zeilen auf diesem Blatt Papier"-Szenarien mehr!

Meine Wertung: 64%
Cover: Der Räuber mit der Weihnachtsmaske28.12.2017

Ein Fall für TKKG
(203) Der Räuber mit der Weihnachtsmaske (Erschienen: 2017)
Dauer: 1:05:58

Sehr ungewöhnlich ist, dass wir die ersten rund 13 Minuten erstmal nur Karl vom Millionenstadt-Vierer hören. Gab es noch nie - oder gab es doch schon einmal eine etwas längere Szene, in der Karl ohne Tim, Klößchen oder Gaby auftrat? Ich kann mich nicht erinnern, dass so eine Szene länger als 30 Sekunden dauerte (beispielsweise (49) Bombe an Bord (Haie an Bord) oder (93) Die Opfer mit der kühlen Schnauze). Darum schön, dass der Computer mal ein wenig ins Rampenlicht gerückt wird - find ich echt gut!

Danach aber wird's mehr und mehr mau. Allein schon der Zusammenhang mit Bitcoins und "den geheimen Ecken des Internets", sowie TOR (steht für The Onion Routing), mutet nicht nur unnötig modern an, sondern es wäre auch völlig ohne dies gegangen. Statt Bitcoins hätte es meinetwegen auch ein Koffer voller Geld getan, denn diese "digitale Währung" wird lediglich ein-, zweimal genannt und spielt ansonsten keinerlei Rolle. Darum verwirrt das eher, als dass es beim Hören weiterhilft, oder es die Sache unterhaltsamer machen würde.

Auch verdächtigen TKKG eine Person nach der anderen, und als sei das nicht schon unspannend genug, kommt Kommissar Zufall nicht allein, sondern er bringt das gesamte Revier mit. Es hagelt Zufall auf Zufall - und nur deshalb sind TKKG überhaupt auf der richtigen Spur, beziehungsweise können nur deswegen am Ende den Täter überführen. Es wird nicht ermittelt und nicht geschlussfolgert - es sei denn, man nennt das permanente eher zufällige Beobachten von Personen Ermittlungsarbeit.

Doch gesellt sich zu alledem der Kladdentet hinzu. Der nimmt vorweg schon mal jede Menge Spannung raus, da er in seinen letzten beiden Sätzen genau verrät, was los ist! Wieso nicht gleich auch noch Namen des Täters mitsamt des Grunds für seine Tat dazuschreiben?

Meine Wertung: 43%
Cover: ...und die Kammer der Rätsel28.12.2017

Die drei ???
(190) ...und die Kammer der Rätsel (Erschienen: 2017)
Dauer: 1:03:54

So oft schon lösten die drei Jungs aus Rocky Beach Rätsel. Unzählige sind es gewesen. Mal, um eine Erbschaft zu finden, mal, um einen Hinweis auf einen Täter zu erhalten, und mal, ja, mal sogar einfach nur zum Selbstzweck; einfach nur um des Rätsellösens willen. Zwar wurde am Ende doch irgendwie ein Fall daraus, weil die drei zum Beispiel nur benutzt wurden, was sie aber nicht wussten, aber der Aufhänger war zunächst erstmal: Löst die Rätsel, einfach nur, um sie eben zu lösen.

Das Thema "Escape Room" greift eben jene Grundidee erneut auf: Rätsel lösen, einfach, weil es Spaß macht, Rätsel zu lösen. Allerdings wird hier versucht zu erklären warum. Denn es geht dem Auftraggeber um eine Wette. Nur wirkt dieses Anliegen reichlich hanebüchen - zumindest, wenn man die ??? schon eine Weile in Büchern und Hörspielen begleitet. Denn natürlich ist an der Sache irgendetwas faul. Nie im Leben geht es einfach nur so um eine Wette - wäre ja gelacht.

Und genauso ist es auch! Schon, als es darum geht, dass Peter ihrem Auftraggeber für die Mithilfe dessen alte Kutsche abverlangt, und der Herr sich darauf einlässt, ist klar, dass das längst nicht alles ist. Auch die Rolle der Sandy macht gleich während ihrer ersten 2 Minuten klar, dass etwas nicht stimmen muss - die soll einfach nur Schiedsrichterin sein? Dafür meckert und nöhlt sie aber gewaltig zu viel rum. Da muss demnach mehr dahinter stecken! Leider nur ist Auflösung für das Drumherum am Ende merkwürdig kramphaft auf Nachvollziehbarkeit getrimmt. Der Böse ist gar nicht der Böse, dann doch wieder - und dann doch wieder nicht. Schließlich haben sich alle ganz doll lieb und der wahre Schurke wird leider nicht gefasst werden können... *achselzuck*

Das heißt, direkt zu Beginn merkt man - und soll man wohl auch merken -, dass da später eine Wendung kommen wird, nur ist diese Wendung dünn und unspannend. Mir wäre es zigmal lieber gewesen, wäre es tatsächlich einfach nur um eine schnöde Wette unter Kumpels gegangen, und am Ende äße man gemeinsam ein Eis und freut sich über den schönen Tag.

Hinzu kommt nur, dass auch die Löserei der Rätsel nicht greifen will. Das ist jedoch nicht die Schuld der Europas. Im Gegenteil, als Hörspiel gewinnt die Geschichte (aus dem Buch) sogar noch hinzu, weil alles sehr stimmungsvoll vertont wurde und auch alle Sprecher/innen einen super Job machen. Nein, es ist die Geschichte selbst. Die Rätsel werden nacheinander je geschildert, dann gibt's die typischen Pflichtsekunden der "Man, was eine harte Nuss"-Äußerungen, gefolgt von einem Geistesblitz, der direkt die Lösung aufzeigt, oder jemand sagt gedankenverloren etwas vor sich hin und Justus bringt seine Trademark-Satzfolge "WAS hast du da eben gesagt!? Aber natürlich doch, das ist es!"... Es kommt keine Spannung auf. Die drei Detektive latschen routiniert von Rätsel zu Rätsel, von Abenteuergeist und jugendlicher Begeisterung ob der Herausforderung keine Spur.

Mit anderen Worten: Die Rätsel werden recht zügig runtergespult. Gepaart mit der gleich am Anfang schon spürbaren - und dann auch leider sehr lahmen - Wendung am Ende, führt das dazu, dass das eigentlich interessante vor Potenzial triefende Thema "Escape Room" nicht wirklich genutzt, sondern lediglich für das ???-Universum abgehakt wurde.

Meine Wertung: 65%
Cover: Die Welt der drei Fragezeichen - Hintergründe, Fakten und Kuriositäten aus 50 Jahren30.11.2017

«Verschiedenes»
Die Welt der drei Fragezeichen - Hintergründe, Fakten und Kuriositäten aus 50 Jahren (Erschienen: 2017)

Ich habe "Die Welt der drei Fragezeichen" dreimal gelesen. Denn für mich ist es etwas schwierig einzuordnen. Ich habe es jedes Mal gern gelesen, aber trotzdem wusste ich nicht so recht, was ich mit dem damit enthaltenen Wissen anfangen soll. Das allermeiste wusste ich bereits. Seien es die Mutmaßungen und Fakten zum "Die drei ???"-"DiE Dr3i"-Rechtsstreit, Charakterskizzen von Justus, Peter, Bob und vielen mehr, Infos zu praktisch allen Buch- und auch Hörspiel-Autoren und -Autorinnen, Unterschiede zu allen Äras (von den Klassikern, über Find-Your-Fate und den Crimebusters, bis ganz modern) und so weiter...

Ich denke, meine Verwirrung rührt daher, dass Rodenwald (Autor dieses Buches) einen sehr angenehmen Schreibstil hat und man mit jeder gelesenen Zeile die akribische Recherche wahrnimmt - und vor allem auch die persönliche Nähe zum ???-Universum. Das nötigt mir einerseits ungeheuren Respekt ob der bewältigten Mühe ab, und andererseits ist es äußerst interessant, wie andere Fans das Gesamtwerk "Die drei ???" damals wahrgenommen haben und noch heute wahrnehmen. Rodenwalds Perspektive zu lesen, war das, was mir gefiel.

Obwohl er seine Perspektive eigentlich nur am Rande kundtut! Denn "Die Welt der drei Fragezeichen" ist und bleibt ein Werk voller Fakten, Fakten und nochmals Fakten - eingebettet in einen flüssig und angenehm lesbaren Text. Und seine Perspektive ist unschwer herauszulesen, wenn man darauf achtet, wie er welche Schilderungen gewichtet. Immer mal wieder mit dem Kopf zu nicken und ein schmnunzelndes "Ja, genau das ist mir auch schon aufgefallen" oder ein anerkennendes "Interessant, so hab' ich das noch gar nicht gesehen" vor sich herzumurmeln, passiert beim Lesen nicht selten.

Dennoch vergeht Rodenwald sich bisweilen etwas zu sehr in seiner Faktenschilderung. So empfinde ich beispielsweise die vielen Erläuterungen zu Justus' Einstellungen zu Essen und den damit verbundenen Diäten langatmig. Allerdings fällt es schwer, hier einfach mal einen Absatz zu überspringen, weil ständig Wissen eingestreut ist, dass man vielleicht mal in einem der Bücher las, aber längst vergessen hatte, oder man eben nicht wusste, weil man die Bücher nie liest, sondern nur die Hörspiele hört. Und dieserlei Wissen ist zumeist so verquickt worden, dass es im entsprechenden Kontext des Absatzes zu einem "Hmmm, ist ja interessant"-Gedanken führt... Wären also diese Infos weniger lang verklausuliert worden, hätte ich selbst an diesen Faktenschilderungen (also etwa Justus' Diätphasen) nichts auszusetzen.

In aller Fairness muss ich außerdem anführen, dass ich nicht einfach nur Fan von den drei Rocky-Beach-Jungs bin, sondern ich Hörspiele im Allgemeinen und auch das Synchrongeschäft sehr interessiert verfolge - mit fast allem, was mir vor die Augen und an die Ohren kommt. Und dass das nicht allen so geht, weiss ich natürlich.

Darum ist "Die Welt der drei Fragezeichen" gewiss für all diejenigen eine lesenswerte Lektüre, die nur die Hörspiele hören oder nur die Bücher lesen. Denn zwangsläufig entstehen so Wissenslücken... ...die mit diesem Buch sicherlich zu großen Teilen gefüllt werden. Wobei wichtig zu sagen ist, dass hier keineswegs die Hörspiele oder die Bücher im Vordergrund stehen, und sich auch nicht in ewigen Lobhudeleien darüber ausgelassen wird, wie sehr das Eine oder das Andere doch die eigene Kindheit geprägt habe. Hier steht das ???-Gesamtkunstwerk im Fokus. Und mir fällt spontan kein Bereich ein, der hier nicht durchleuchtet wird.

Dass das Gros der enthaltenen Informationen nicht exklusiv mit "Die Welt der drei Fragezeichen" veröffentlicht wurde, sondern vielmehr aus unzähligen Quellen (???-Hörspiele, ???-Bücher, ???-Fanwebseiten und mehr) stammt, ist für meinen Geschmack kein Problem, denn immerhin nimmt Rodenwald mir damit viel Recherchearbeit ab, und bringt alle relevanten Fakten in einem Band zusammen, den man nur noch aufzuschlagen braucht.

Bedenkt man den Preis von 14,99€ (Stand: Ende November 2017), kommt mir das beinahe schon zu wenig vor! Die 256 Seiten sind darum ihr Geld allemal wert, da sie für mich das beste ???-Nachschlag darstellen, das derzeit zu haben ist.

Meine Wertung: 90%
Cover: ...und der Zug im Dunkeln13.10.2017

Fünf Freunde
(123) ...und der Zug im Dunkeln (Erschienen: 2017)
Dauer: 57:00

Mal was anderes im Fünf-Freundes-Universum: Sie reisen in einem Zug, dieser bleibt mitten im Tunnel plötzlich stehen und das Licht geht auch noch aus... Zuerst sieht es nach einer Panne aus, doch bald schon passieren seltsame Dinge... So ungefähr steht es ja auch im Kladdentext, und geht man allein danach, ist das eine sehr spannende Folge. Doch danach geht es leider nicht. Denn diese seltsamen Dinge sind in der Tat schlicht und einfach nur im merkwürdigen Sinne seltsam. Oft war ich wahrhaftig erstaunt, warum so vieles so aufgesetzt wirkt und so umständlich geschildert wird.

Als Beispiel soll hier jetzt einmal nur die Szene dienen, in der Dick das Gold einer Dame und eines Herren befühlt. Zuerst mal ist komisch, dass diese Personen jeweils ein Stück Gold bei sich tragen, zumal diese Stücke sich scheinbar auch noch völlig gleichen. Dass sie das nicht tun, erfahren wir dann von Dick, der in je einer Hand eines der Goldstücke hält und sie am Gewicht unterscheiden kann. Das mag man noch verknusen. Aber die Art, wie diese Szene dem Ohr präsentiert wird, ist das, was mir einfach nicht gefällt. Beinahe jede Einzelheit daran ist ungelenk ge-schrieben und wird bis zum Geht-nicht-mehr be-schrieben. Ich saß da und war so genervt davon, dass ich ein ärgerliches "Jetzt nimm einfach das Gold in die Griffel und halt's Maul. Labert da nicht so lange rum!" von mir gab.

Auch ist die Figur des Mason (Reent Reins) derartig auffällig im Tonfall, dass man schon die Finger in den Ohren haben muss, um nicht zu merken, dass mit Mason was nicht stimmt. Ein wenig subtiler hätte die Regie es schon verlangen können, finde ich.

Bleibt am Ende ein halbwegs hörenswertes Hörspiel, das in seiner Plotgrundidee an und für sich hinhauen würde - stünde der verquere Schreibstil dem nicht im Wege. Die Sprecher/innen machen einen guten Job und es tauchen viele gerngehörte Stimmen auf, wie jene von Reent Reins, Gerd Baltus, Horst Naumann oder Oliver Rohrbeck - der hier aber als "Oliver Rotermann" aufgeführt wird; warum auch immer...

Die Produktion ist sehr gut und es kommt ein tolles "Zug im Dunkeln"-Feeling auf - wäre eben nur nicht die umständliche Schilderung des Falls...

Meine Wertung: 59%
Cover: Ein Paradies für Diebe03.10.2017

Ein Fall für TKKG
(202) Ein Paradies für Diebe (Erschienen: 2017)
Dauer: 1:06:45

Japp, na also, geht doch! Waren die letzten Folgen zum großen Teil eher "Naja, geht so" bis "Och, ist ganz nett", finde ich diese hier echt recht gelungen. Sicher, ja, sie hat diverse Parallelen zu (62) Terror aus dem "Pulverfass" und (84) Dynamit im Kofferraum (Himmel, ist das echt schon 28 und 24 Jahre her!?), nämlich in Hinblick darauf, einem Kaufhausdetektiv, der krumme Dinger dreht, auf die Spur zu kommen, aber trotzdem klingt sie keineswegs wie ein Abklatsch.

Was mir aber echt gewaltig auf den Keks geht, ist, dass wie immer so gut wie jede Person, die für die Polizei ihren Dienst tut, offenbar unfähig oder nicht vertrauenswürdig ist, wenn es sich nicht um Kommissar Glockner höchstpersönlich handelt. Henna Stier wird nicht nur als Unsympathin dargestellt, und das nur, weil sie TKKG - aus ihrer Sicht immerhin völlig zu Recht! - verdächtigt. Nein, zwischendurch wird sie sogar noch abgewatscht, als Herr Glockner bei ihr durchruft und durchgibt, sie solle TKKG zu ihm rüberschicken, und Gaby betont noch feixend, er sei ihr Vater... Mal ehrlich - wie viele Kinder als gutem Hause haben noch niemals irgendwelchen Mist gebaut, großen oder kleinen? Jedenfalls mehr als genug, aber hier wird es so dargestellt, als seien TKKG die fleischgewordene Unschuld, nur, weil Herr Glockner Gabys Vater ist...

Andererseits ist widerum merkwürdig, dass Frau Stier doch eigentlich Gaby und ihre Freunde zumindest vom Hörensagen her kennen sollte, denn schließlich haben TKKG in ihrer Stadt einen gewissen Bekanntheitsgrad, und zumindest auf dem Präsidium sollte sich herumgesprochen haben, dass die vier schon öfters mehr als nur hilfreich beim Fassen von Dieben und Co. waren. Deshalb hätte wenigstens ihr Ton gegenüber TKKG etwas laxer sein sollen.

Ansonsten gibt es hier und da noch einige Auffälligkeiten für diejenigen, die TKKG schon seit vielen Jahren kennen. Wie jemand, der Tim einfach so festhält, ohne dafür zumindest verbal vom "Häuptling" abgestraft zu werden (von angedrohten Handgreiflichkeiten gar nicht erst zu sprechen). Hätte es früher nicht gegeben. Natürlich ist es im Grunde unfair, sich immer über solche Dinge geärgert zu haben und sie heute, wo es eigentlich "richtig gemacht" wird, zu kritisieren. Aber das ist genau die Sache: Es wurde jaaaaahrelang so gemacht und auf einmal ist von dieserlei Charakterzügen, je nachdem, wie man sie gerade benötigt, nichts mehr vorhanden. Denn neuerdings wandeln sich die vier vom TKKG mal mehr in diese, mal jene Richtung; abhängig davon, wer gerade Autor/in für den vorliegenden Fall ist. Es gibt hier keine echte Konstante für "die neuen TKKG".

Dennoch, wie ich eingangs schrieb: Die Folge ist gut. Produktion, Sprecher/innen und Musiken (darunter sogar ein paar alte Klassiker) - alles passt.

Meine Wertung: 72%
Cover: ...und der unsichtbare Passagier01.10.2017

Die drei ???
(189) ...und der unsichtbare Passagier (Erschienen: 2017)
Dauer: 1:05:17

Ich habe schon lange nicht mehr ein mir noch unbekanntes Hörspiel angemacht, ohne dazu unfähig zu sein, es abzuschalten, selbst, als es eigentlich nötig war! Aber hier war es so. Abends angemacht, es war Schlafenszeit und ich ohnehin hundemüde. Aber ich dachte mir, naja, zum Zähneputzen und so, da kann ich ja schon mal ein bisschen reinhören. Pustekuchen! Ich konnte nicht abschalten, es ging einfach nicht; ich lag im Bett, zugedeckt und alles, aber ich konnte das Hörspiel nicht abschalten - und einschlafen ging auch nicht. Das gelang mir erst bei Anklingen der Abspannmusik.

Sicherlich, später, beim zweiten und dritten Hören, da fielen mir auch einige Schwächen der Folge auf, aber die sind nicht gravierend - mich jedenfalls stören sie nicht. Man könnte sich zum Beispiel fragen, ob Justus nicht schon früher darauf hätte kommen können, was es mit dem Namenszettelfetzen auf dem Boden wirklich auf sich hat - aber man könnte genauso gut argumentieren, dass er in diesem Fall einfach den Wald vor lauter Bäumen nicht sah und deshalb nicht gleich darauf kam.

Denn so ging es mir auch ganz am Ende, als aufgelöst wurde, wie der unsichtbare Passagier überhaupt unsichtbar werden konnte. Er ist offenbar tatsächlich wie vom Erdboden verschluckt. Er ist nirgends zu finden, alle Ritzen des Zuges werden akribisch gefilzt - nichts. Wo verflixt nochmal ist der gute Herr also abgeblieben? Doch, wie erwähnt, die Lösung ist so genial einfach, dass man sich selbst dafür die Ohren langziehen könnte, nicht dahinter gekommen zu sein.

Ich jedenfalls finde dieses Hörspiel großartig. Die Zugatmosphäre kommt super, die Musiken finde ich, bis auf einen einzigen Szenenwechsel, hervorragend gewählt (gegen Ende, als die Handlung "plötzlich" etwas an Hektik gewinnt) und auch die Sprecher/innen machen einen super Job. Axel Milberg als Erzähler gefällt mir immer besser und besser und es wimmelt von Hörspielurgesteinen, das es nur so eine Freude ist: Kallweit, Kaven, Dux, Stark, Schülke, Endemann... Herrlich!

Und, wie schon geschrieben, ich MUSSTE einfach wissen, wie der Fahrgast sich einfach so mir nichts, dir nichts in Luft auflösen konnte - sowas von spannend - einfach klasse!

Meine Wertung: 91%
Cover: ...und das kalte Auge25.09.2017

Die drei ???
...und das kalte Auge (Erschienen: 2017)
Dauer: 1:24:15

Was mir am "kalten Auge" sofort aufgefallen war, ist, dass die Sprecher/innen fast allesamt nicht gerade ihre besten Momente abliefern. Die drei ??? selbst klingen durch die gesamte Spielzeit geixt, sodass die Gespräche untereinander oder mit dem Rest der am Fall beteiligten Personen nicht glaubwürdig klingen, sondern im Tonfall stets aneinander vorbei. Skinny Norris (noch von Andreas von der Meden gesprochen) hört sich künstlich und aufgesetzt an, teilweise wie ein kleines, dummes Kind, wenn er versucht, Peter zu veralbern.

Und so geht das bei fast allen. Was da wohl los war, will sich mit nicht erschließen, denn Frau Körting achtet doch sonst auf solche Dinge, auch wenn es ab und zu schon mal etwas unnatürlich klang, aber praktisch alle Stimmen durch das gesamte Hörspiel hinweg...!? Vor allem wenn man bedenkt, dass die Planetariumsfolge davor (...und der Tornadojäger) auch schon dieses Problem hatte; wenn auch nicht so ausgeprägt. Als löbliche Ausnahme möchte ich aber Santiago Ziesmer nennen, der eine Doppelrolle mimt, nämlich die der Zwillinge Luke und Colin Havering. Die Stimmen klingen ähnlich und doch verschieden, sowohl im Timbre, als auch charakterlich.

Nochmal kurz zurück zu Skinny Norris. Was ist mit dem eigentlich los in letzter Zeit? Mit jedem neuen ???-Fall, in dem seine Person mitwirkt, werden seine Gaunerjobs immer bedeutender und größer. War das damals, beim (100) Toteninsel, alles noch sehr glaubwürdig zusammenhängend und auch bei (117) Der finstere Rivale noch realistisch, ging es von da an fast steil bergauf. Er motzt gegen alles und jeden, putzt verbal Behinderte runter und legt sich überhaupt mit fast allen an. Der kleine, klugscheißende Widersacher der ??? ist nun auf dem Weg zum monotonen, tumben Depp mit Hang zur Großkriminalität. Und das steht ihm einfach nicht, finde ich.

Der Fall als solches... hmmm... tja... der geeeeeht so gerade noch. Nähme man die Längen heraus und straffte diese Folge auf grob 50-60 Minuten, sähe es vielleicht anders aus, aber ich verlor regelmäßig den Faden. Immer nach etwa 30 Minuten war ich raus und bemerkte es nicht einmal. Meine Konzentration verlies mich und ich tat, was immer ich tat, ohne weiter groß auf das Hörspiel zu achten.

Doch hin und wieder aber nahm ich dennoch Gesprächsfetzen auf, die einfach nicht passten. Justus hört jemanden etwas stöhnen und bekommt plötzlich Muffensausen - wie bitte? Da gab es damals aber schon wesentlich härtere Momente im Leben des Justus Jonas, wo man es ihm nie übel genommen hätte, wäre er schreiend vor Angst in die Ferne gerannt. Aber bei so einem Kinderkram? Auch kriege ich nicht in die Hirnsülze, wieso Justus einige Male dazu drängt, den Schauplatz zu verlassen, weil es nichts mehr zu ermitteln gäbe. Woran macht er das fest? Und was ist mit der Neugier des "alten" Justus geschehen? Oder warum genau wollte Justus plötzlich "nochmal vor das Hotel"? Ist das hier ein vertontes Videospiel, bei dem man einfach alle Verben einmal durchklickt und überall alles einmal ausprobiert, damit man doch noch irgendwie auf die Lösung kommt?

Auch sonst empfand ich das Ende keineswegs überraschend, denn die Person, die es am Ende gewesen ist, ist schon zu Beginn klar zu erkennen, meine ich. Bedenkt man, dass ich es jedes Mal schon nach dem ersten Drittel nicht mehr schaffe, konzentriert hinzuhören, ist es schon erstaunlich, dass ich die übrigen 50 Minuten dazwischen nicht wirklich was verpasst habe...

Meine Wertung: 53%
Cover: Signale aus dem Jenseits30.07.2017

Die drei ???
(188) Signale aus dem Jenseits (Erschienen: 2017)
Dauer: 1:20:07

Europa hat offiziell die Schallmauer durchbrochen! Da zeigt mein CD-Player doch tatsächlich eine Spieldauer von 80:07 für den Tonträger an - wow! Doch kommen da gleich erste Gedanken der Skepsis auf. Wenn die Folge SO lang ist, taugt sie was? Wird da wieder nur rumgelabert, ohne auf den Punkt zu kommen?

Mitnichten. Die Folge ist richtig gut - jedenfalls bis kurz vor Schluss. Denn der Fall ist so spannend und facettenreich erzählt, dass man bis zum Ende dranbleibt und wissen will, was da los ist. Vor allem will man wissen, wie Astrala all diese Dinge über ihre Zuschauer/innen wissen kann. Echt ein gelungener ???-Fall...

Auch die Produktion (abgesehen von den TV-Studiotelefonaten, denn das klingt mir zu quäkig!) mitsamt Specher/innen-Leistungen ist sehr gut, Rüdiger Schulzki als Onkel Titus gefällt mir immer besser und besser - und Judy Winter killt mal wieder. Schade, dass sie aufgrund ihrer Franklin-Rolle nicht häufiger auch mal andere Rollen in anderen Fällen sprechen kann, dann hätten wir mehr von ihr.

Doch am Ende "springt die Folge über den Hai". Die Auflösung rund um Clarissa Franklin ist mir zu wischi-waschi; ja, gar unglaubhaft. Ich warne AB JETZT VOR SPOILERN! Eine solch intelligente und durchtriebene Person will sich rächen? An Bob? Sie müsste so clever sein und verstehen, dass sie sich an niemandem rächen müsste. Und auch noch damit, dass sie Bob einen Ödipuskomplex quasi-bescheinigt!? Ab dem Moment, auch, wenn es praktisch erst ganz am Ende ist, konnte ich die Story nicht mehr ernst nehmen. Nicht nur, weil es meiner Meinung nach unter der Würde von Fräulein Franklin ist, sondern auch, weil ihre ganze Bob-Andrews-Denunzierungsargumentation so unglaubwürdig ist. Doch selbst, wenn es glaubhaft WÄRE, beweist das noch lange nicht, dass Bob auch täte, was er angeblich getan haben soll.

Gefreut habe ich mich auch über die großartige Regina Lemnitz - die hier mal wieder in Höchstform ist. Ich hielt ihre Rolle zunächst für irgendeinen Charakter, der für diese Folge relevant ist, doch als sie noch bei einem ihrer ersten Sätze von einem "Wichtigpups" spricht, ist klar, als wen genau man sie da hört - und man fragt sich mit jeder Hörspielminute, wie Laura Stryker wohl in das gesamte Kontrukt passt. Dann stellt sich bei der Auflösung heraus, dass ihre Rolle im Grunde sehr nebensächlich ist. Zum Einen ist sie nur mäßig oft zu hören, und am Ende spielt sie zwar ihren Part in der "Wer ist es gewesen?"-Sequenz, nur ist der logisch nicht überzeugend. Zum Anderen wird zwar alles plausibel erklärt, doch wäre Laura Stryker gar nicht in dieser Folge vorgekommen, hätte man praktisch gar nichts an der Geschichte ändern müssen. Mit anderen Worten: Mir fehlt hier die tatsächliche Relevanz für diesen Charakter.

FAZIT: Eine gute Folge, wirklich sehr gut, bei der man am Ende aber nicht GAR so genau hinhören sollte, wenn es um die Tatmotive geht.

Meine Wertung: 70%
Cover: Vom Goldschatz besessen18.07.2017

Ein Fall für TKKG
(201) Vom Goldschatz besessen (Erschienen: 2017)
Dauer: 1:07:21

Erneut sind Ferien und erneut wartet auf die Kirrin-Kids ein Abenteuer, in dem sie einen Schatz such... ähm, nee, da steht ja "TKKG" drauf. Stimmt, jetzt merke ich auch, dass das gar nicht die Stimmen aus den Fünf-Freunde-Hörspielen sind.

Ja! In der Tat kann man das hier ganz, ganz leicht mit einer Fünf-Freunde-Geschichte verwechseln, denn wenn man einfach nur alle Namen austauschte, beziehungsweise gegen englische ersetzte, man müsste keinerlei Aspekt dieser TKKG-Folge umschreiben und es wäre ein Fall für die Kirrin-Kids - selbst das Hundegebell könnte enthalten bleiben. Nunja...

Ich habe lange gebraucht, bis ich eine Rezension zu diesem Hörspiel verfassen konnte. Denn es gefällt mir und es gefällt mir auch wieder nicht. Der Abenteueraspekt dieser Folge ist super - vor allem dank der tollen Produktion! -, und die Sprecher sind auch erste Sahne. Doch die ist mir viel zu simpel gestrickt. Sie zeigt sturr geradeaus. Keine Wendungen. Keine Überraschungen.

Und die vom Titel suggerierte Besessenheit an einem Goldschatz ist zwar schon vorhanden, aber niemand wirkt mir so recht besessen. Weder TKKG, noch der eigentliche Schatzjäger selbst. Ja, er schwärmt und ist schon lange hinter dem Schatz her, doch scheint mir "besessen" trotzdem nicht der korrekte Terminus hierfür zu sein.

Trotzdem hatte ich in all den Hörsessions nie das Gefühl, hier meine Zeit zu verplempern. Das Hörspiel läuft sauber durch die Ohren und das Ende ist, wenn auch unspannend und unspektakulär, voll ok. Ich komme nur einfach nicht dahinter, warum mir diese eher okaye Folge trotzdem gut ins Ohr geht. Sie ist nicht innovativ, nicht spannend, hat keine überraschende Wendung - und das Ende ist auch nicht gerade der wahre Jakob.

Ich habe nach all den Hördurchläufen darum entschieden, einfach zu akzeptieren, dass mir ein nicht-so-gutes Hörspiel ausnahmsweise trotzdem gefällt. Unter anderem mit der ???-Folge (63) Fußball-Gangster ist es ja genauso. Darum kann ich Euch hier mit einer Kaufentscheidung nicht so recht weiterhelfen. Aber vielleicht geht es Euch ja genauso wie mir!? :)

Meine Wertung: 61%
Cover: ...und der Tornadojäger01.07.2017

Die drei ???
...und der Tornadojäger (Erschienen: 2017)
Dauer: 1:11:39

Warum man aus dem urprünglichen 90-Minüter (siehe Promo-Info des ersten Planetariumspecials) nun doch eine "normale" Folge gemacht hat, wissen nur die Produzenten und/oder die Finanzleute bei BMG/Europa. Aber es kann eigentlich nur zwei Gründe haben: Die Folge wäre zu lang gewesen und darum nicht stringent genug, und/oder sie war - als Doppel-CD - in der Produktion zu teuer, bzw. verkaufte sich so nicht gut genug.

Doch so oder so, was auch immer wirklich dahinter steckt, die Folge ist vorhersehbar. Und so manche Dinge am Rande der Unlogik sind leider auch mit von der Partie. So hat unser Tornadojäger, dessen wichtigstes Gut mitunter seine Fotos und Videos sind, KEINE Backup-Möglichkeiten? Keine Digitalkamera? Keine externe USB-Festplatte, oder sowas? Und andererseits nur Dias seiner Werke? Wie bitte? Oder nee, halt, stimmt, da fällt ihm plötzlich doch noch ein, dass er irgendwo zufällig ein Backup von den geklauten Dias (Bildern) hat - aber auch nur, weil die drei ??? nochmal nachhaken. Oh man!

Nunja, einen Aspekt, der der Fall an sich spannend macht, gibt es allerdings so irgendwie doch, nämlich das "Wer war es denn nun?", denn es gibt mehrere Verdächtige. Nur interessiert das einfach kein bisschen, weil die Folge nur mäßig vor sich hinplätschert und darüberhinaus die Dialoge nicht offensichtlicher hätten geixt worden sein können. Selbst die drei ??? klingen während ihrer Gespräche untereinander im Tonfall und vielen Betonungen sowas von aneinander vorbei, das reisst raus.

War bei der ersten Planetariums-Folge (Inka-Mumie) der Fall selbst zwar auch eher mau, aber als Experiment mit einigermaßen hohem - wenn auch langweilig vorgetragenem - edukativem Anteil noch akzeptabel, bleibt hier als Kerninfo lediglich, dass die Winde von Mutter Natur eine gewaltige Kraft haben, und das "Tornadojäger" sehr gefährlich leben. Und das die Dialoge hörbar zusammengeschnitten wurden, macht die Sache nicht gerade erträglicher, sodass also auch die Produktion ihr Schärflein zum eher mäßigen Gesamteindruck beiträgt.

Meine Wertung: 55%
Cover: ...und das silberne Amulett31.05.2017

Die drei ???
(187) ...und das silberne Amulett (Erschienen: 2017)
Dauer: 1:06:57

Dieser Fall könnte echt spitze sein... Könnte! Vieles hier wirkt zu sehr konstruiert und auf Zufall hingebogen. Und Banalitäten, bei denen es den ??? offenbar an Sachkenntnis mangelt, lassen mich doch arg den Kopf schütteln.

Denn insbesondere Justus und Bob, zwei, die an Computern sicher viel Zeit verbringen, sind total aus dem Häuschen, als sie die "Alles markieren"-Funktion in einem Textverarbeitungsprogramm verwenden und plötzlich jeder Text, auch jener, der in derselben Farbe wie die des Hintergrunds ist, wird farblich (zumeist blau) hervorgehoben und somit explizit sichtbar. Justus, unser Computerspezi, und Bob, der große Rechercheur, wissen nichts davon? Nein, sie stehen sogar zuerst auf dem Schlauch, als sie eine mehrseitige Textdatei öffnen, die aber nur aus wenigen Worten besteht... Da drückt man doch zuerst mal COMMAND+A, bzw. STRG+A auf der Tastatur, schon allein, um sich keine Nachlässigkeiten nachsagen lassen zu müssen, und ganz einfach auch schon deshalb, weil man als Detektiv eben neugierig ist. Da muss ich mich schon arg wundern.

Naja, sieht man von derlei Vorkommnissen ab, die mit wenigen Handgriffen "logischer" gemacht hätten werden können, ohne, dass die Story selbst auch nur um einen Millimeter verändert worden wäre, läuft die Geschichte recht sauber durch, und die Produktion ist auch gelungen!

Ebenso gefällt mir Sarah Madeleine Tusk verdammt gut. Die bitte häufiger ins Studio einladen, liebe Europas. Auch Axel Milberg finde ich toll. Er macht es zwar anders als alle Erzähler vor ihm, nur ein wenig erinnert er an Peter Pasetti als Alfred Hitchcock, finde ich, aber seine Interpretation als ???-Erzähler finde ich sehr gelungen. Auch hier: Lob, Europa! :) Obendrein Schulzki, Jochmann, Hecker, Ackermann, von Rospatt... Einfach gut...

Also, wie ich schrieb: Der Fall KÖNNTE echt spitze sein, aber die Story ist einfach nicht wirklich rund...

Meine Wertung: 77%
Cover: ...und die verlassene Jagdhütte08.05.2017

Fünf Freunde
(121) ...und die verlassene Jagdhütte (Erschienen: 2017)
Dauer: 1:01:28

Wieder einmal Ferien! Wieder einmal treffen die Geschwister bei ihrer Cousine George ein und schmieden Pläne! Und schon wieder gibt es in Georges Ort jede Menge Gegenden, die George nicht kennt... Ein wenig unglaugwürdig. Wenn die schon alle 2 Monate Ferien haben, sollte das Drumherum zumindest passender sein, finde ich.

Nunja, der Fall kommt relativ langsam in die Gänge, mündet dann aber, so nach grob 20 Minuten, ziemlich direkt in der Schlüsselszene. Nun folgen 2-3 spannende Minuten, aber dann erzählt Lutz Mackensy "...und atemete erleichtert auf. Der Rucksack war noch da!". Spätestens an diesem Punkt ist klar, was passiert war und auch, wer es war. "Spätestens" deshalb, weil auch vorher schon vage angedeutet wird, was wohl passieren wird. Aber um niemanden zu spoilern, gehe ich nicht auf Details ein. :)

Es ist also bereits nach grob an der Hälfte der Spielzeit klar, was los ist, und man denkt sich ein ums andere Mal, während man sich die restliche halbe Stunde anhört, warum niemand von den vier Kids auf das Naheliegende kommt, sondern ständig so tut, als gäbe es inmitten der vielen Bäume und Sträucher überhaupt keinen Wald - Basta!

Insgesamt geht die Folge dennoch in Ordnung, denn die Klangkulisse ist super, die Sprecher/innen sind es ebenfalls, und darum kommt ein schönes "Abenteuer im Wald"-Gefühl auf. Schade bloß, dass man als Hörer/in sehr schnell im Bilde ist...

Meine Wertung: 69%
Cover: Das Grab der Inka-Mumie19.04.2017

Die drei ???
Das Grab der Inka-Mumie (Erschienen: 2017)
Dauer: 1:29:03

Ursprünglich im Jahre 2013 für Planetariumsvorführungen produziert, erscheint "Das Grab der Inka-Mumie" nun auch als separate Veröffentlichung für daheim. Doch gerade das macht es so schwer, dieses Hörspiel zu bewerten. Auf der einen Seite ist es cool, als Sammler/in solche Sonderfolgen ebenfalls im Schrank stehen zu haben und möglichst alle Folgen gehört zu haben. Deshalb ist es sicher toll, dieses Hörspiel ganz regulär besitzen zu können. Andererseits ist der Fall nicht spannend, extrem linear und eigentlich bereits nach der ersten Hälfte wieder vorbei. Weshalb die Geschichte selbst als Kriminalfall nicht sonderlich viel hergibt. Doch es ist ja in erster Linie ein lehrhaftes Medium - oder doch nicht? Wie erwähnt: Es ist schwierig, das hier richtig zu bewerten.

So geht es damit los, dass eine junge Dame bei den ??? vorstellig und ihre Klientin wird. Sie sollen eine ihrer Familie gestohlene Inka-Mumie auffinden. Die drei Detektive machen sich so gleich an die Arbeit, haben die Übeltäter aber bereits nach 25 Minuten entlarvt - und das, ohne zu recherchieren, sondern durch simple Beschattung, die mehr oder minder zufällig die richtige Person betraf. Jetzt wird alles gestanden, die Beweggründe erklärt, und die drei ??? machen sich nun auf, die Mumie aus ihrem Versteck zu bergen, denn der Diebstahl geschah im Auftrag einer weiteren Person - wo sich die Mumie nun befindet. Die Mumie wird mühelos gefunden und zurückgebracht. Und das ist es eigentlich gewesen. Fall beendet. Oder?

Ohhhhh, nein! Justus sieht das ganz anders, denn der will auch wissen, warum die mysteriöse auftraggebende Person die Mumie in ihrem Besitz haben wollte. Jetzt folgen nochmal rund 50 Minuten, in welchen einige teils sehr interessante Fakten über die Inka erzählt werden, und wir erfahren auch, warum die Mumie gestohlen wurde. Zwar ist der Grund recht unspektakulär und mittlerweile auch völlig egal, aber das interessiert mittlerweile gar nicht. Denn alles in diesem Fall läuft zur Gänze reibungslos und kann in zwei Sequenzen aufgeteilt werden: Mumiewiederbeschaffung und Inka-Lehrstunde. Wobei der Begriff "Stunde" tatsächlich fast wörtlich zu nehmen ist.

Es gibt einfach keinerlei Spannung oder sonst irgendetwas, mit dem man nicht gerechnet hätte. Und all die Fakten wurden sicherlich bestmöglich in das Medium Hörspiel verpackt, sind aber eben genau das: Fakten, die mit der Fallauflösung selbst eher am Rande zu tun haben, und zudem stark ausgedehnt wirken: Das hätte man auch in 7-8 Sätzen auf den Punkt bringen können, statt es auf dieses ewige Dialog-Hin-und-Her auszuweiten. Als Fall also wirklich nicht so der Bringer.

Aaaaaber es ist nunmal kein typisches ???-Hörspiel, es ist dazu gedacht gewesen, Wissen zu vermitteln und dabei zu unterhalten. Und betrachtet man es unter diesem Aspekt, funktioniert es ganz gut. Sicherlich, daheim fehlt diese gewisse Atmosphäre, die von Orten wie Museen und Planetarien ausgeht, aber hört mit den Ohren einer an Inka interessierten Person zu, die nicht dröge irgendwelche Informationen runtergesprochen bekommen möchte, sondern das Ganze in einer... naja, nun... Geschichte vermittelt zu bekommen, dann klappt es auch in den eigenen vier Wänden ganz ordentlich.

Ansonsten gibt's nur noch die üblichen Dinge anzusprechen: Die Produktion ist wie immer klasse - Studio Körting eben! -, kommt erstaunlich gut ohne einen Erzähler aus, und Größen wie Kerstin Draeger, Theresa Unterberg, Eckhart Dux oder Katja Brügger runden das Gesamtbild ab.

Meine Wertung: 70%
Cover: Insel des Vergessens02.04.2017

Die drei ???
(186) Insel des Vergessens (Erschienen: 2017)
Dauer: 1:13:52

Der Aufhänger ist ja, dass Ben Peck eine Tankstelle überfallen haben soll - wie die Aufnahmen der Überwachungskamera beweisen. Später wird das zu sehende aber anders erklärt, und man muss sich schon fragen, warum alle dermaßen blind zu sein scheinen. So, wie Peck es später erklärt, müsste das auf dem Videomaterial nämlich viel weniger eindeutig zu erkennen sein.

Etwas zu auffällig sind mir auch die für Krimis üblichen vermeintlichen Nebensächlichkeiten, welche sich später aber als fallrelevant herausstellen: Diese Nebensächlichkeiten sind zu offensichtlich. Denn natürlich kann Ben Peck den Überfall nicht begangen haben, und natürlich ist er auch nicht dement. Wahrscheinlich wäre es für eine relativ fröhliche Reihe wie Die drei ??? etwas zu dramatisch, wäre Ben Peck wirklich dement und hätte den Überfall aufgrund seines geistigen Zustands tatsächlich begangen. Aber gerade weil es um Die drei ??? geht, weiss man, dass das nur ein Aufhänger sein kann, und dass Ben Peck eine gute Seele ist und diese ganze Demenzgeschichte höchstens von ihm inszeniert worden sein kann (denn bei den ??? hat sich noch nie eine "WAS? Das kann einfach nicht wahr sein!"-Situation auch als wahr herausgestellt. Höchstens bei (14) ...und das Bergmonster gab es diese eine kleine Ausnahme, wobei aber zu sagen ist, dass es am Ende keinen Unterschied macht, ob es dieses Wesen gibt, oder es sich nur um einen Menschen in einem Kostüm gehandelt hätte).

Was ich aber nicht wirklich verstehe, und was auch nicht erklärt wird, ist, warum Peck, wenn er das alles also inszenierte, nicht seinen Enkel und dessen beste Freunde involviert. Denn das, was Ben da ganz allein tut, ist sehr gefährlich und könnte letztlich sehr böse für ihn enden - das hätte einem schlauen Kopf wie ihm eigentlich bewusst sein müssen, dass er das alles eventuell nicht überstehen würde. Zumal er um die Fähigkeiten des Detektivbüros weiss.

Deshalb kommt leider keine Spannnung auf, bei der man mitfieberen würde, sondern es ist "nur" Neugier. Denn so weiss man zwar, dass das alles so nicht sein kann, aber man weiss ja nicht, warum Ben Peck das nun alles veranstaltet. Das wird dann natürlich logisch und nachvollziehbar erklärt - aber trotzdem bleibt außen vor, warum unsere Lieblingsdetektei - oder sonst irgendwer - nicht gleich involviert wurde.

Die Produktion ist natürlich wunderbar, ankreiden möchte ich allerdings, dass es im Seniorenheim mal totenstill ist, und mal ist es dort so lebendig, dass es fast schon wie auf einem Flughafen zur Stoßzeit anmutet. Ob es dramaturgische Gründe hatte, die Klangkulisse ganz bewusst so oder so zu legen, kann ich nur vermuten, ist meiner Meinung nach aber die einzig passende Erklärung. Und die Sprecherliste, man, allein die zu lesen macht Spaß: Völz, Thormann, Pages, Dittmann...

Meine Wertung: 75%
Cover: Der große Coup31.03.2017

Ein Fall für TKKG
(200) Der große Coup (Erschienen: 2017)
Dauer: 2:03:21

*seufz* Es tut mir leid - nein! Es passt sovieles nicht zusammen. Aber ich beginne mit dem Guten! Die Atmosphäre ist super, die Produktion auch, viele tolle ganz alte, alte und moderne Musiken wechseln sich ab, diverse Altmeister/innen sprechen mit und die Folge bemüht sich redlich um einen gewissen Nostalgiefaktor. Aber das gelingt ihr einfach nicht so recht.

Oh doch, es gibt Momente, da stimmt wirklich alles. Aber für jeden solcher Momente gibt es 4 oder 5, die alles wieder zunichtemachen, und zwar, weil vieles vollkommen überzeichnet wird. Diese Folge trieft vor Stereotypie der vier Protagonisten und ihrer Eltern, und manches ist derartig überzeichnet, dass man sich nur fragen kann, was das bitteschön soll... Ich warne an dieser Stelle vor, dass ich mit Spoilern arbeiten werde, große wie kleine - Weiterlesen auf eigenes Risiko! :)

Nun, da wird also Willi entführt, hatten wir ja schon in (54) Alarm! Klößchen ist verschwunden. Nicht, dass mich stört, dass es das schon mal gab, nee, das ist ok, mich stört, dass, WEIL es das schon mal gab, ein Vergleich möglich ist - nämlich bezüglich der guten Frau Sauerlich; Willis Mutter. In (54) Alarm! Klößchen ist verschwunden war sie zwar auch etwas fahrig, aber insgesamt doch sehr gefasst und eher rational. Hier ist sie überbesorgt, will unbedingt die Polizei einschalten, obwohl alle sie davon abbringen wollen, ruft dann letztendlich doch die Polizei an, und als die Verbrecher sich in diesem Moment melden, sagt sie am Telefon (zur Polizei!), nachdem sie bereits erklärte, Willi sei entführt worden: "Ups, Telefonstreich, hihi!" Was soll sowas? Soll das witzig sein? Hätte sie nicht a) einfach wie damals reagieren können, oder b) zumindest sagen können: "Oh, da ist er ja, entschuldigen sie bitte den falschen Alarm!"...?

Merkwürdig auch, wie der diensthabende Polizist am Telefon reagiert, als Frau Sauerlich anruft und ihr Leid klagt: Man sieht ihn förmlich genervt die Nase rümpfen. Eine Frau - noch dazu Erna Sauerlich! - ruft an, und erklärt, ihr Sohn sei entführt worden, und der Polizist reagiert abweisend und arrogant? Da fehlen mir einfach die Worte!

Was ich auch nicht begreife ist, warum Tim, Karl und Gaby einfach nicht sagen wollen, was mit Willi los ist, und warum Tim das Internat in der Nacht verlässt (eben wegen Klößchen). Es ergibt einfach keinen Sinn, niemandem von den ach so vertrauten Eltern davon zu erzählen! Warum haben TKG keinerlei Vertrauen in Kommissar Emil Glockner und seine Leute? Die werden doch sonst immer als Supervorzeigetruppe dargestellt!

Tim lässt sich praktisch klaglos von der Schule werfen, seine Mutter und ihr neuer Mann nehmen ihn mit nach Hause, und er, Tim, gerade angekommen, haut sogleich wieder ab, Richtung Millionenstadt; sein Zug gehe gleich. Und Susanne Carsten? Hat die etwa nichts dazu zu sagen? So als Vormund und Erziehungsberechtigte? Gibt's keine Leviten zu lesen? Kein Anpfiff a la "Ich reiße mir den Hintern auf, damit Du auf eine gute Schule gehen kannst...", oder sowas? Nein, keineswegs. Tim steht auf, erklärt, er müsse los und die liebe Frau Carsten tut so, als sei rein gar nichts gewesen.

Und dann ist die ganze Prämisse für den Eimer. Im Grunde fußt die gesamte erste CD darauf, uns zu erklären, was geschieht, bis zu dem Zeitpunkt, als Willi entführt wird und TKG dahinterkommen, dass alles, was geschah, von langer Hand geplant war. Alle Spuren, die sie aufnahmen, waren bewusst gelegt worden. Aber wozu eigentlich!? Zum Einen, gerade WEGEN der Spuren haben TKG überhaupt eine Chance, den Ganoven auf die Schliche zu kommen, denn jetzt haben sie Anhaltspunkte, Verdächtige, Namen und so. Schon deshalb war der Plan dumm. Aber es geht noch härter! Denn zum Anderen wäre sehr vieles sehr viel einfacher gewesen, wenn die Ganoven Willi einfach an irgendeiner Ecke einkassiert hätten; letzten Endes taten sie das am Friedhof ja sowieso. Was also soll das alles? Das will sich mit einfach nicht erschließen - es tut mir leid.

Auch muss vieles am Plan selbst kritisch beäugt werden. Denn ein Faktor war ja, dass Gaby zuhause bleiben soll, weshalb Oskar vergiftet wurde. Aber das ist bei weitem keine Garantie, denn Gaby hätte eigentlich trotzdem das Haus verlassen können. Und das ist jetzt nur EIN Beispiel!

Ebenso missfällt mir einiges am Drumherum: Hausmeister Mandl ein Griesgram? Karls Vater hat selbst in solchen Zeiten nichts besseres zu tun, als schwulstige Vorträge zu halten? Direktor Freund ein zauseliger, redseliger Typ? Oder am Ende die lasche Auflösung der Marke "Naja, du weisst sicher noch, wie wir in dem Alter waren?", bei der Direktor Freund viel zu leicht nachgibt.

Sorry, vieles an dieser Folge gefällt mir wahnsinnig gut, aber vieles eben auch nicht.

Meine Wertung: 58%
Cover: ...und die doppelte Erfindung01.03.2017

Fünf Freunde
(120) ...und die doppelte Erfindung (Erschienen: 2017)
Dauer: 1:02:28

Ein wirklich gelungenes Hörspiel. Spannend, mysteriös und abenteuerlich. Ich spreche also bereits zu Beginn (m)eine Kaufempfehlung aus!

Dennoch stören mich zwei Punkte an diesem Hörspiel, die schlicht und ergreifend dämlich sind. Zum Einen wacht Onkel Quentin in irgendeinem Kellerraum auf, gefesselt und unfähig sich an die letzten 2-3 Stunden zu erinnern, und er latscht mit einer Gelassenheit, die ihresgleichen sucht, von Büro zu Büro, weil man ihm immer wieder sagt, man sei nicht zuständig, er müsse mit seinem Anliegen woanders hin - Asterix lässt grüßen! Statt aber mal auf den Tisch zu hauen und irgendeinen Vorgesetzten zu verlangen, oder wenigstens gleich zur Polizei zu gehen, pflaumt er die vier Kids an, sie sollen sich gefälligst heraushalten und ihn einfach machen lassen... Ich saß da und dachte nur noch: "What the F! WAS hat er da gerade gesagt???"

Zum Anderen, und das ist jetzt zwar nicht soooo wahnsinnig doof, aber trotzdem wird auf den Täter mitsamt Komplizen gleich beim ersten Auftritt (im Hörspiel) derart deutlich hingewiesen, dass die eigentliche Auflösung am Ende für die Katz' ist.

Allerdings bleibe ich bei meiner anfänglichen Umschreibung: Spannend, mysteriös und abenteuerlich! Denn alles, was vor und nach diesen Dingen geschieht, ist nichtsdestotrotz sehr gelungen. Dazu die (tolle) Körting-typische Produktion und auch das Ensemble macht einen super Job.

Hätte gern eine höhere Wertung gegeben, aber eine "8" am Anfang ging mir nicht über's Herz - wegen der genannten Schnitzer, denn die hauen einfach zu sehr rein.

Meine Wertung: 79%

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